Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich

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Rückenschmerzen im
unteren Rückenbereich
Kreuzschmerzen - Lumbago - Hexenschuss
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Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich - Kreuzschmerzen Lumbago - Hexenschuss
Rückenschmerzen sind, unter anderem, die häufigsten Gesundheitsprobleme Deutschlands.
Ihre Ursachen sind vielfältig, meistens ist es nicht möglich zu bestimmen, woher sie stammen.
Aber: Oftmals liegen hinter den Schmerzen keine ernsthaften Auslöser und in vielen Fällen
verschwinden sie nach kurzer Leidenszeit wieder von selbst.
Ziele der Publikation
Diese Patienteninformation hilft dabei, sowohl den von Rückenschmerzen betroffenen Patienten
als auch Angehörigen und Interessierten, die Erkrankung besser zu verstehen. Bei Patienten kann
ein gründliches Verständnis der eigene Erkrankung eine partnerschaftliche Entscheidungsfindung
bei der Wahl des geeigneten Behandlungsverfahrens erheblich fördern und damit deutlich
zum Behandlungserfolg beitragen. Die Praxis einer partnerschaftlichen Entscheidungsfindung
(shared decision-making) ermöglicht medizinischen Fachleuten und Patienten, bei der Suche
nach dem besten Behandlungsverfahren für den einzelnen Patienten zusammenzuarbeiten.
Patienten, die ihre eigene Behandlung mitentscheiden, sind um ein Vielfaches motivierter, an
der eigenen Gesundheit zu arbeiten. Eine zentrale Rolle bei der Beteiligung des Patienten an
Entscheidungen über seine Behandlung spielen gute Patienteninformationen. Angehörige
können wiederum ihre betroffenen Freunde oder Verwandten gezielter unterstützen, wenn sie
genau über die Krankheit aufgeklärt sind. Nicht zuletzt profitieren auch interessierte Leser. Diese
können sich sowohl über mögliche Ursachen und die Erkrankungsrisiken für Rückenschmerzen,
als auch über vorbeugende Maßnahmen informieren.
Die Inhalte dieser Informationen beruhen auf medizinischen Leitlinien (evidenzbasiert) und
sind auf die Bedürfnisse in der hausärztlichen Praxis zugeschnitten (hausarztrelevant). Die hier
enthaltenen Informationen können aber in keinem Fall eine ärztliche Beratung ersetzen. Im
Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die Kapitel, in die diese Patienteninformation
gegliedert ist.
Entstehung der Krankheit
Rückenschmerz gehört zu den meistgenannten Schmerzen und kann durch körperliche,
psychische und/oder soziale Ursachen entstehen, Männer sind seltener betroffen als Frauen.
In Deutschland leidet insgesamt etwa jeder Dritte in der Bevölkerung an Rückenschmerzen.
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Symptome
Rückenschmerzen sind Schmerzen im Rückenbereich. Die Schmerzen können gegebenenfalls
ausstrahlen oder von weiteren Symptomen begleitet werden. Rückenschmerz kann sich
auch vorrangig in anderen Körperregionen bemerkbar machen.
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Komplikationen
Wenn es keine spezifische Ursache als Auslöser gibt, hören die Schmerzen meist spontan
wieder auf - es kann aber auch chronische Verläufe geben. Liegt ein spezifischer Auslöser
zugrunde, kann es zu ernsten Komplikationen kommen, wie Gefühlsstörungen oder
Lähmungen.
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Diagnose
Die Diagnostik von Rückenschmerzen soll gefährliche Ursachen ausschließen. Außerdem
können Schmerzen versuchsweise objektiviert werden, um die Verlaufsbeobachtung möglich
zu machen. Es wird dann auch nach Hinweisen für ein erhöhtes Risiko eines chronischen
Verlaufs gesucht.
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Therapie
Therapien bei Rückenschmerzen gibt es viele sinnvolle, aber auch viele weniger nützliche.
Das Spektrum umfasst sowohl Behandlungen mit Medikamenten, als auch nichtmedikamentöse Maßnahmen.
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Prävention
Die wichtigste Vorbeugung von Rückenschmerzen ist die körperliche Bewegung. Außerdem
sind Rückenschule und ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes von großer Bedeutung.
• Seite 21
Leben mit ...
Rückenschmerzen können den Alltag negativ verändern. Deshalb ist es besonders wichtig
für Betroffene, nach Hilfe zu suchen und selbst auch aktiv zu sein, um gegen die Erkrankung
zu kämpfen.
• Seite 23
Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der HausMed eHealth Services GmbH, die
ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft
bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen
Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann
und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung,
Diagnostik oder Therapie ersetzen.
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Entstehung der Krankheit
Rückenschmerz gehört zu den meistgenannten Schmerzen und kann durch körperliche, psychische und/oder soziale Ursachen entstehen, Männer sind seltener betroffen
als Frauen. In Deutschland leidet insgesamt etwa jeder Dritte in der Bevölkerung an
Rückenschmerzen.
Rückenschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Fakt ist, dass sich diese Ursachen miteinander verbinden können und in verschiedenem Ausmaß sehr komplex zusammenhängen können. Das heißt wiederum: Oft findet man keine eindeutige Ursache. Gemeinsam
haben sie allein die Auswirkung - die Betroffenen empfinden Schmerzen im Rücken, ungeachtet
der Tatsache, ob diese körperliche, psychische oder soziale Auslöser oder eine Kombination aus
mehreren Komponenten haben.
Die Feststellung, dass Rückenschmerzen so viele verschiedene Auslöser haben können, entspricht
dem Verständnis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells. Die verschiedenen Faktoren sind
daher für die Diagnose und die Therapie zu beachten. Manche Patientenschilderungen erfordern dadurch besondere Aufmerksamkeit, da psychosoziale Faktoren in diesen Fällen deutlichen
Einfluss auf Entwicklung und Prognose der Erkrankung haben können. Diese werden aber im
Krankheitserleben der Patienten oft nicht mit ihren Schmerzen in Zusammenhang gebracht.
Rückenschmerzen können nach Ursache, Schweregrad, Dauer sowie - bei den chronischen Fällen
- nach Stadium der Chronifizierung eingeteilt werden.
Nichtspezifischer und spezifischer Kreuzschmerz
Je nach Ursache unterscheidet man unspezifischen und spezifischen Kreuzschmerz. Beim unspezifischen Kreuzschmerz sind keine deutlichen Hinweise auf eine genaue Ursache zu finden.
Spezifischer Kreuzschmerz dagegen hat eine klar nachvollziehbare Ursache, wie zum Beispiel
Infektionen, Tumore, Osteoporose, einen Bruch oder einen Bandscheibenvorfall. In einigen zurückliegenden Studien konnten nur in 15 % der Fälle eine spezifische Ursache für den Kreuzschmerz nachgewiesen werden.
Zeitlicher Verlauf der Schmerzen
Der zeitliche Verlauf wird in akuten, subakuten, chronischen und chronisch wiederkehrenden
(rezidivierenden) Kreuzschmerz eingeteilt. Der akute Kreuzschmerz wird durch Schmerzepisoden gekennzeichnet, die kürzer als sechs Wochen anhalten. Längere Schmerzepisoden als sechs
Wochen werden subakut genannt.
Bestehen die Symptome länger als zwölf Wochen, spricht man von chronischem, beziehungsweise chronisch rezidivierendem Kreuzschmerz. Die Schmerzen in so einer Phase können eine
unterschiedliche Stärke haben. Den rezidivierenden Kreuzschmerz kennzeichnen Schmerzepisoden, die nach symptomfreien Phasen von über sechs Monaten immer wieder erneut auftreten.
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Anatomie des Rückens
Der Rücken setzt sich zunächst aus der Wirbelsäule, die das Rückenmark umschließt, sowie den
Rückenmuskeln zusammen. Diese Muskeln setzen in verschiedenen Schichten an der knöchernen Wirbelsäule an. Die Knochen, die die Wirbelsäule zusammensetzen, sind die Wirbel.
Diese verbinden sich über verschiedene Bänder und Gelenkstrukturen miteinander. Zwischen
den Wirbelkörpern befinden sich die elastischen Bandscheiben. Andere knöcherne Strukturen
im Rückenbereich sind die Schulterblätter sowie die Rippen. Der Rücken wird, darüber hinaus,
noch von Nerven, Blut- und Lymphgefäßen durchzogen.
Bewegungssegment
Als Bewegungssegment bezeichnet man die kleinste funktionelle Einheit der Wirbelsäule.
Dieses setzt sich aus zwei angrenzenden Wirbelkörpern und der dazwischenliegenden Bandscheibe sowie den dazugehörigen Wirbelgelenken, Muskeln, Nerven und Bändern, die beide
Wirbelkörper verbinden, zusammen. Das Zusammenspiel dieser Bewegungssegmente gestattet
der Wirbelsäule ihre Beweglichkeit. Diese ist allerdings nicht in allen Bereichen der Wirbelsäule
immer gleich ausgeprägt.
Aufbau der Wirbelsäule
Bei der Geburt haben Menschen 33 einzelne Wirbel. Bei Erwachsenen sind es meistens nur
noch 24 separate Wirbel. Die Wirbel am unteren Ende der Wirbelsäule verschmelzen im Normalfall mehr oder weniger miteinander, weshalb Babys und Kinder sehr viel beweglicher sind als
Erwachsene.
Die Wirbelsäule verbindet sich am unteren Ende mit den Hüftknochen sowie am oberen Ende
mit den Schädelknochen. Sie wird in fünf verschiedenene Abschnitte unterteilt. Der Kopf ruht
auf der Halswirbelsäule, dann folgt die Brustwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule. Den
unteren Abschluß bilden das Kreuz- und Steißbein. Die Halswirbelsäule ist der flexibelste Teil,
der aus sieben einzelnen Wirbeln besteht. Die oberen beiden sind dabei besonders geformt, um
den Schädel tragen zu können. Sie heißen Atlas und Axis.
Mit zwölf Wirbeln ist die Brustwirbelsäule der längste Teil. Sie ist relativ unbeweglich, da sie mit
den Rippen verbunden ist und gemeinsam mit ihnen und dem Brustbein den Brustkorb formt,
der vor allem Herz und Lunge schützt. Die aus fünf Wirbeln bestehende Lendenwirbelsäule ist
sehr beweglich. Vom Hals nach unten hin werden die Wirbel immer größer und kompakter: Die
unteren Wirbel der Lendenwirbelsäule müssen nämlich mehr Kräfte aufnehmen als die weiter
oben liegenden.
Im Kreuz- und Steißbein sind vormals neun Wirbel letztendlich zu zwei, mehr oder weniger
festen, Knochenplatten verschmolzen. Die Verbindung zu den Hüftknochen wird vom dreieckigen Kreuzbein hergestellt. Es schützt dicke Nervenbahnen, die für die Versorgung der unteren Körperregionen zuständig sind. Das Steißbein hat keinerlei tragende Bedeutung und führt
auch keine Nervenbahnen.
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Bandscheiben
Bandscheiben spielen dann eine Rolle, wenn es um die Bewegung der Wirbelsäule geht. Sie sind
ein Stoßdämpfer, der durch die flexible Konsistenz Stöße und Vibrationen abfedert, welche zum
Beispiel beim Gehen, Rennen und Springen entstehen. Eine Bandscheibe ist oval, und außen von
einer faserigen Hülle umgeben, dem Anulusfibrosus. In der Mitte hat sie einen weichen Kern,
den Nucleus pulposus. Der Anulusfibrosus stellt die Verbindung der Wirbelkörper miteinander
her und verhindert das Auslaufen des gallertigen, schwammartigen Nucleus pulposus, wodurch
dieser seine dämpfenden, federnden Eigenschaften verlieren würde.
Rückenmark
Das Rückenmark besteht aus den Nervenbahnen, die das Gehirn mit dem Körper verbinden. Es
wird von den Wirbeln schützend umgeben. Auf Höhe jedes Wirbels zweigen daraus Nerven ab,
die sich im Körper weiter aufteilen und damit Muskeln und Organe versorgen, aber auch Befehle
des Gehirns leiten. Diese können sowohl unbewusst als auch bewusst sein. Andersrum leiten
die Nerven aber auch Informationen vom Körper ins Gehirn, zu denen auch die Schmerzempfindungen gehören.
Rückenschmerzen durch Störungen der Anatomie
Der Rücken und seine Bestandteile sind eine ausgetüftelte Konstruktion, die durch ihre
Komplexität leider auch fehleranfällig ist. Kleine Schäden können sich bereits unangenehm
bemerkbar machen. Viele Anteile im Rückenbereich wirken ineinander. Dadurch kann allein aus
rein anatomischer Sicht schon eine Fülle unterschiedlichster Ursachen für Rückenschmerzen
sorgen.
Muskelspasmen
Häufige Ursache für Rückenschmerzen sind Muskelspasmen oder Verkrampfungen. Eine
falsche Bewegung im Rücken bewirkt manchmal eine erhöhte Eigenspannung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Dies kann mitunter starke Schmerzen auslösen. Der Schmerz schießt
dann meist plötzlich und unerwartet ein, was im Volksmund als „Hexenschuss“ bezeichnet
wird.
Es kann schon ein Niesen, Husten oder das Bücken um etwas aufzuheben, einen Muskelspasmus bewirken. Auch das Heben schwerer Lasten kann ein Auslöser sein, insbesondere dann,
wenn eine falsche Hebetechnik genutzt wird. Muskelspasmen tendieren dazu, spontan nach
relativ kurzer Zeit wieder zu verschwinden, schwerere Fälle bedürfen aber unter Umständen
einer Behandlung.
Verletzungen - die plötzliche Zerstörung
Unfälle oder Verletzungen im Rücken-Bereich können aufgrund schwerer, nicht rückgängig
zu machender Schädigungen von Rücken-Bestandteilen zu langanhaltenden oder bleibenden
Rückenschmerzen führen.
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Abnutzungserscheinungen - Schäden im Verlauf der Zeit
Der Rücken mitsamt allen seinen Strukturen wird stark belastet. Gehen, Rennen und besonders
Springen und Landen auf den Füßen aus der Höhe lassen enorme Kräfte wirken. Laufen und
Joggen bewirkt bei jedem Schritt eine Aufprallkraft in der Wirbelsäule, etwa dreimal so schwer
wie das Körpergewicht. Durch diese starke Beanspruchung treten Abnutzungserscheinungen
auf, die ersten schon mit ungefähr 20 Jahren. Mit der Zeit kann es, genauso wie bei der plötzlichen Verletzung, zu irreversiblen Beschädigungen der Rücken-Bestandteile kommen.
Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall kann ebenfalls durch plötzliche Verletzungen entstehen. Meist sind
die Uraschen aber langfristige Abnutzungserscheinungen. Der Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der faserige, äußere Ring der Bandscheibe (Anulus fibrosus) den Belastungen nicht
länger Stand hält und einreißt. Die gallertartige Masse im Zentrum der Bandscheibe (Nucleus
pulposus) tritt aus, die vorgewölbte Masse drückt auf die Nerven im Rückenmarksbereich und
führt so ebenfalls zu Schmerzen und anderen Symptomen, wie Lähmungen, Taubheitsgefühlen
oder Funktionsstörungen von Organen.
Osteoporose
Die meisten Menschen haben die höchste Knochendichte mit ungefähr 20, bis zu ihrem 65. Lebensjahr verlieren sie etwa ein Drittel davon wieder. Junge Erwachsene haben daher besonders
feste Knochen, ältere Menschen werden zunehmend anfälliger für Knochenbrüche. Mit zunehmendem Alter kommt es also zu einem natürlichen Abfall der Knochendichte, ohne dass es
sich um Osteoporose handelt. Ist die Knochendichte eines Menschen aber für seine Alters- und
Geschlechtsgruppe deutlich zu niedrig, spricht man von Osteoporose.
Osteoporose bringt eine besonder Gefährdung für Knochenbrüche mit sich. Dies betrifft auch
die Wirbel: Wenn ihre Struktur stark geschwächt ist, können sie bei Osteoporose spontan oder
aufgrund geringfügiger Einwirkungen brechen. Sie können dann nicht länger die Belastungen
auffangen, die auf die Wirbelsäule einwirken, wodurch es ebenfalls zu Rückenschmerzen bis hin
zu Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen kann. Durch die Schädigung und das Zusammensinken der Wirbel kann es bei Osteoporose auch zur Ausbildung eines Buckels kommen.
Die gängigste und sicherste Methode zur Knochendichte-Bestimmung und damit zur Osteoporose-Diagnostik ist die sogenannte DXA-Methode, ein spezielles Röntgenverfahren. Sie hat
eine vergleichsweise geringe Strahlenbelastung. Im Gegensatz dazu ist die Sonographie als
Messmethode umstritten; die sogenannte QCT-Methode (Computertomographie) ist mit einer
höheren Strahlenbelastung verbunden.
Infektionen und Geschwülste
Entzündungen können eine sehr seltene Ursache für Rückenschmerzen sein (0,01 % der Fälle),
ebenso Geschwulstbildungen (0,7 % der Fälle) im Rückenbereich, besonders dann, wenn diese
die Wirbelsäule betreffen. Eine Infektion der Wirbelknochen ist eine Form von Osteomyelitis.
Discitis ist eine Infektion der Bandscheiben.
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Sehr selten sind Geschwülste direkt in der Wirbelsäule. Viel häufiger bilden sie sich als Aussaat eines bösartigen Tumors in einem anderen Körper-Bereich (Metastase). Daher muss diese
Möglichkeit besonders dann in Erwägung gezogenen werden, wenn Patienten über Rückenschmerzen klagen, die bereits eine Krebserkrankung überstanden haben. Das gilt besonders
für Brust- und Prostatakrebs. Im Ganzen sind Infektionen und Geschwülste als RückenschmerzUrsache aber extrem selten.
Schäden an den Verbindungsstellen der Wirbelsäule mit der Hüfte
Abnutzungserscheinungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke verdienen besonderes Augenmerk.
Diese verbinden die Wirbelsäule, genauer das Kreuzbein (Os sacrum), mit dem Darmbein der
Hüftknochen. Dieses wird auf beiden Seiten, rechts und links, als Os ilium bezeichnet. Anders als
andere Gelenke im Körper, wie z.B.Knie- oder Ellenbogengelenk, erlauben die Gelenkverbindungen zwischen Kreuz- und Darmbeinen kaum Bewegungen. Wenn sich diese Gelenke abnutzen
oder verletzen, kann es zu sehr starken Schmerzen kommen, die typischerweise auch in Gesäß
und Beine ausstrahlen.
Fibromyalgie
Das Fibromyalgie-Syndrom (Faser-Muskel-Schmerz) nennt man eine schwere chronische
Krankheit, die ebenfalls für Rückenschmerzen verantwortlich sein kann. Kennzeichen sind
sich weit verbreitende Schmerzen und eine Druckempfindlichkeit im Körper, mit wechselnder
Lokalisation, die häufig auch den Rücken betrifft. Dazu kommen oft andere Symptome, wie
beispielsweise Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit und Konzentrations- und
Antriebsschwäche.
Meist besteht bei den Patienten eine unterschiedliche Schmerzwahrnehmung, im Vergleich
zu Gesunden. Dabei werden in der Regel - wenn überhaupt - nur geringe krankhafte Organ
befunde beobachtet und der Verlauf der Fibromyalgie ist nur selten gefährlich. Die Diagnosestellung der Erkrankung ist aufgrund fehlender eindeutiger Krankheitsparameter schwierig.
Daher bestehen Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, die schnell und intensiv behandelt werden muss.
Erkrankungen der Niere, insbesondere Nierensteine
Nierensteine können ebenfalls Schmerzen im Rücken verursachen, da die Nieren sehr nah an
der Rückenoberfläche liegen - etwa auf der Höhe des Übergangs von Brustwirbelsäule zur
Lendenwirbelsäule. Durch Nierensteine ausgelöster Eingeweide-Schmerz strahlt daher leicht
in den Rücken aus. Deshalb können andere Nierenerkrankungen, wie Nierenbeckenentzündungen, ebenfalls Schmerzen im Rücken verursachen.
Gynäkologische Ursachen für Rückenschmerzen
In der Schwangerschaft sind Frauen viel anfälliger für Schmerzen im Rücken. Die Belastungen
auf die Wirbelsäule verstärken sich durch das wachsende Kind ständig. Des Weiteren haben
Patientinnen mit Endometriose oft Rückenschmerzen. Hierbei bildet sich Gebärmutter-Gewebe
außerhalb der Gebärmutter. Außerdem haben viele Frauen während ihrer Monatsregel zum
Teil sehr starke Kreuzschmerzen.
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Psychische Ursachen
Psychische Faktoren können (Mit-)Auslöser für Rückenschmerzen sein, sie haben einen entscheidenden Einfluss auf Dauer und Schweregrad der Schmerzen. Verschiedene psychische
Belastungen, z.B. Schlaflosigkeit, führen zu Stress. Ebenso Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder andere psychosomatische Erkrankungen. Bei vielen Menschen hat Stress neben
anderen negativen Wirkungen einen Verspannungs-Effekt der Rückenmuskulatur, was schmerzhaft ist. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Schmerzen selbst bedeutende Stressverursacher
sind. Rückenschmerzen erhalten und verstärken sich also auf diese Weise selbst.
Soziale Auslöser
Aufgrund ungünstiger Bedingungen in Umwelt oder Beruf sind manche Menschen stärker
gefährdet für Rückenschmerzen als andere. Es ist daher besonders wichtig, bei Menschen
in stark rücken-beanspruchenden Berufen den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten und
ihnen richtige Hebetechniken beizubringen. Auch in der Freizeit sind diese Regeln zu beachten.
Bestimmte soziale Umstände im privaten oder beruflichen Umfeld können darüber hinaus zu
Stress und Verspannungen führen und damit Rückenschmerzen verursachen.
Sozioökonomische Bedeutung von Kreuzschmerzen
Schmerzen im Kreuz gehören zu den kostspieligsten Erkrankungen in den Industrieländern.
In Deutschland verursachen diese, nach Angaben der Gesundheitsberichterstattung des
Bundes aus dem Jahr 2006, direkte jährliche Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro. Internationale Schätzungen besagen, etwa 85 % der Gesamtkosten gehen auf das Konto des durch
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bedingten Produktivitätsausfalls. Rund 15 % werden für die
medizinische Behandlung aufgewendet. Kreuzschmerz führt damit seit Jahren die Statistiken
der Arbeitsunfähigkeits-Anlässe und der medizinische Rehabilitation an. Als Ursache vorzeitiger Berentung sind sie in den letzten Jahren aber vom ersten auf den dritten Platz abgerückt.
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Symptome
Rückenschmerzen sind Schmerzen im Rückenbereich. Die Schmerzen können gegebenenfalls ausstrahlen oder von weiteren Symptomen begleitet werden. Rückenschmerz
kann sich auch vorrangig in anderen Körperregionen bemerkbar machen.
Schmerzen im unteren Rückenbereich können in Stärke und auch in Qualität variieren (etwa
stechend, dumpf, brennend). Sie sind, in der Regel, unangenehm, aber harmlos. Es gibt aber
durchaus Fälle, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte. Dazu gehörenbestimmte
Warnzeichen oder das Auftreten von Schmerzen im Rücken unmittelbar oder kurze Zeit nach
schwereren Unfällen oder Verletzungen.
Bei folgenden Begleitsymptomen und/oder Vorerkrankungen sollten Sie bei Rückenschmerzen
umgehend einen Arzt aufsuchen
• unmittelbar nach stattgehabten schwerwiegenden Verletzungen, zum Beispiel durch
einen Auto- oder Sportunfall, sowie ein Sturz aus größerer Höhe
• ältere Menschen oder Osteoporosepatienten auch bei vorangegangenen Bagatellverletzungen
• bei längerfristiger Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten
• im höheren Alter
• bei einer Tumorerkrankung oder wenn eine solche in der Vergangenheit vorlag
• bei Appetitlosigkeit, rascher Ermüdbarkeit oder Gewichtsverlust
• wenn der Schmerz in Rückenlage stärker wird
• wenn starker nächtlicher Schmerz auftritt
• bei Schüttelfrost oder Fieber
• nach vorangegangener bakterieller Infektion
• bei Drogenkonsum (vor allem intravenös, wie Heroin-Spritzen)
• bei Immunsuppression (zum Beispiel HIV-Infektion, AIDS, Einnahme immunsuppressiver
Medikamente, z.B. nach Organtransplantation)
• bei konsumierenden Grunderkrankungen (etwa Tuberkulose)
• bei kürzlich vorangegangener Infiltrationsbehandlung (Verabreichung einer Spritze) im
Wirbelsäulenbereich
• bei straßenförmigen ausstrahlenden Schmerzen in ein oder beide Beine (gegebenenfalls
verbunden mit Gefühlsstörungen, z.B. Taubheitsgefühlen, Kribbeln im Schmerzausbreitungsgebiet und Schwächegefühl)
• bei plötzlich einsetzender Blasen-/Mastdarmstörung, beispielsweise plötzlicher Urinverhalt, vermehrtes Wasserlassen oder Inkontinenz
• im Falle von Gefühlsstörungen der Schamgegend oder im Bereich des Anus
• bei ausgeprägten oder zunehmenden Gefühlsstörungen oder Lähmungen der Beinen
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Komplikationen
Wenn es keine spezifische Ursache als Auslöser gibt, hören die Schmerzen meist
spontan wieder auf - es kann aber auch chronische Verläufe geben. Liegt ein spezifischer
Auslöser zugrunde, kann es zu ernsten Komplikationen kommen, wie Gefühlsstörungen
oder Lähmungen.
Bei akutem Kreuzschmerz beträgt die Genesungsrate 90 % innerhalb von sechs Wochen. 2 bis 7 %
der Betroffenen entwickeln darüber hinaus chronischen Schmerz. Der chronische Verlauf und
die damit verbundene Einschränkung ist die einzige Komplikation des eigentlichen Rückenschmerzes, alle anderen denkbaren Komplikationen sind von der Ursache des Rückenschmerzes
abhängig. Bei einigen Ursachen können diese Komplikationen beispielsweise Lähmungen und
Gefühlsstörungen sein. Im Vergleich zu gesunden Befragten geben Kreuzschmerz-Personen
darüber hinaus häufiger eine oder mehrere weitere Erkrankungen an (Komorbiditäten).
Risikofaktoren für die Chronifizierung eines akuten Kreuzschmerzes
Chronifizierungs-Studien konnten zeigen, dass die psychosozialen Faktoren für den Krankheitsverlauf des Kreuzschmerzes eine zentrale Rolle spielen. Diese psychosozialen Risikofaktoren
sind sehr wichtig für den Übergang von akuten zu chronischen Verläufen. Wichtig ist, dass
Betroffene mit einem hohen Chronifizierungsrisiko durch psychosoziale Faktoren frühzeitig
erkannt werden. So können sie so früh wie möglich gezielt behandelt werden. Im Folgenden
werden einige, gut belegte, Chronifizierungs-Risikofaktoren für Kreuzschmerz aufgezählt.
• Stress und Depressivität, vor allem mit Bezug auf Beruf und Arbeit
• schmerzbezogene Gedankenstrukturen, etwa Überbewertung der Wahrscheinlichkeit,
dass ein negatives Ereignis aufgrund der Schmerzen eintreten könnte, sowie Hilf-und
Hoffnungslosigkeit
• passives Schmerzverhalten, beispielsweise ausgeprägtes Vermeidungs- und Schonverhalten
• Gedankenunterdrückung
• überaktives Schmerzverhalten: beharrliche Arbeitsamkeit, suppressives Schmerzver- halten
• Neigung zur Äußerung psychischer Beschwerden und Belastungen durch körperliche
Symptome (Somatisierung)
• Risikomerkmale, die zunächst nicht vom Schmerz abhängig sind, sind theoretisch schon
an dem Tag erfassbar, an dem ein Betroffener den Arzt aufsucht. Diese schmerzunabhängigen Risikofaktoren sind beispielsweise Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder Depressivität.
• Schmerzbezogene Gedankenstrukturen und risikoerhöhendes Schmerzverhalten sind
schmerzbezogene Risikomerkmale. Sie setzen voraus, dass die Betroffenen eine zeitlang
Schmerz-Erfahrungen gesammelt haben.
Weitere, bisher weniger gut belegbare Risikofaktoren für die Chronifizierung von Kreuzschmerz
sind weiterhin im beruflichen Umfeld zu finden:
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• überwiegende, körperliche Schwerarbeit (Heben und Tragen schwerer Lasten)
• eine überwiegend monotone Körperhaltung am Arbeitsplatz
• eine überwiegende Exposition für Vibrationen am Arbeitsplatz
• geringe berufliche Qualifikation
• Unzufriedenheit über den Arbeitsplatz
• Verlust des Arbeitsplatzes
• Mobbing am Arbeitsplatz
Es können außerdem die Wertung und Behandlung des Kreuzschmerzes das Chronifizierungsrisiko erhöhen, diese Faktoren sind weniger gut belegt:
• mangelhafte Anerkennung vieler unterschiedlicher Ursachen für Kreuzschmerzen
(körperliche, psychische, soziale)
• Überbewertung der Röntgen- oder Kernspinbefunde bei unspezifischen Schmerzen, denn
degenerative Veränderungen der Wirbelsäulen-Strukture treten regelhaft auf
• unreflektierte, langfristige Krankschreibung
• die Förderung passiver Therapiekonzepte
• der übertriebene Einsatz diagnostischer Maßnahmen
Andere Risikofaktoren mit möglichem Einfluss auf die Chronifizierung sind:
• Rauchen
• Übergewicht
• schlechte körperliche Kondition
Lähmungen und Gefühlsstörungen
Der unspezifische Rückenschmerz geht so gut wie nie mit Lähmungserscheinungen oder
Gefühlsstörungen einher. Das bedeutet, die meisten Rückenschmerz-Patienten müssen sich
über diese Komplikation keine weiteren Sorgen machen.
Bei den spezifischen, körperlichen Ursachen für Rückenschmerzen, sind dagegen Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen möglich, etwa wenn Nervenbahnen eingeengt und/
oder beschädigt werden, welche die Berührungsempfindlichkeit (Sensibilität) oder Bewegungen der Beinmuskulatur bzw. der inneren Organe regeln. Lähmungserscheinungen sind immer
schwerwiegend, besonders wenn der Schmerz gleichzeitig nachlässt. Dies ist ein mögliches
Zeichen für den drohenden Untergang einer Nervenwurzel, welcher sich nicht wieder rückgängig machen lässt. In den meisten Fällen werden dauerhafte Lähmungen aber abgewendet.
Weiterhin alarmierend sind Störungen der Darm und/oder Blasenfunktion. Dies kann sich als
Unvermögen Stuhl oder Urin zu halten äußern oder aber auch als Unfähigkeit diese auszuscheiden. Diese Erscheinungen sind aber bei schnellem Eingreifen rückgängig zu machen.
Gefühlsstörungen sind auch ein Warnzeichen für einen möglicherweise eingetretenen oder
drohenden Nervenschaden. Diese bilden sich aber meist von allein wieder zurück.
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Depression
Depressive Verstimmungen und Depression sind sehr häufig Folge von chronischen Schmerzen. Eine Depression kann die Rückenschmerzen wiederum verstärken - ein Teufelskreis.
Haltungsstörungen
Bei chronischen Schmerzen kann es, beispielsweise durch schmerzlindernde Körperpositionen
oder ständige Bewegungen, zu Haltungsstörungen kommen.
Häufige Begleiterkrankungen bei Rückenschmerzen
Die häufigste Begleiterkrankung bei Patienten mit Rückenschmerzen sind (Osteo-)Arthrose,
d,,d degenerative Gelenkerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Migräne und Kopfschmerzen, vitale Erschöpfung, Atemwegserkrankungen, Depression oder Angststörungen
tauchen ebenfalls häufig mit Rückenschmerzen auf. Teilweise ist es schwierig, zwischen den
Begleiterkrankung und der Ursache zu unterscheiden. Wie kann man etwa bei unspezifischem
Kreuzschmerz und gleichzeitiger Depression sicher sein, dass sich Kreuzschmerzen und Depression nicht bedingen? Außerdem kann auch die Depression durch andauernde, schwere
Kreuzschmerzen (mit-)ausgelöst sein und damit eine Komplikation der Kreuzschmerzen ergeben.
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Diagnose
Die Diagnostik von Rückenschmerzen soll gefährliche Ursachen ausschließen. Außerdem können Schmerzen versuchsweise objektiviert werden, um die Verlaufsbeobachtung möglich zu machen. Es wird dann auch nach Hinweisen für ein erhöhtes Risiko
eines chronischen Verlaufs gesucht.
Auf Basis der meist günstigen Schmerz-Prognose, sowie der guten Rückbildung der Beschwerden, ist es oft nicht nötig, unter Einsatz aller verfügbaren diagnostischen Maßnahmen
eine spezifische Ursache zu suchen. Lassen sich nach dem Patientengespräch (Anamnese) und
der körperlichen Untersuchung keine Anzeichen eines gefährlichen Verlaufs und einer ernstzunehmenden Erkrankung finden, werden vorerst keine weiteren diagnostischen Maßnahmen
bei dem Betroffenen durch den Arzt durchgeführt.
Anamnese
Zu Beginn der Rückenschmerz-Diagnostik steht eine gründliche Anamnese. Das bedeutet, der
Arzt befragt die Betroffenen genau zu ihrer Krankengeschichte, um Anhaltspunkte für die
Ursache der Schmerzen zu finden und damit weitere Untersuchungen sowie die Behandlung
entsprechend planen zu können. Der Arzt fragt deswegen beispielsweise nach vorangegangenen Rückenschmerz-Episoden, der Lokalisation der schmerzenden Stelle, einer möglichen Schmerz-Ausstrahlung, dem Zeitpunkt des Beginns, auslösenden, verstärkenden sowie lindernden Maßnahmen mit Bezug auf die Schmerzen, dem (tages-)zeitlichen Verlauf, der
Stärke und der Beeinträchtigung durch die Schmerzen bei täglichen Verrichtungen.
Bei der Objektivierung des Schmerzes können Schmerzskalen angewendet werden, wie
beispielsweise die visuelle Analog-Skala (VAS). Der Patient verschiebt dabei auf einer Skala
zwischen Symbolen für die Extremwerte “keine Schmerzen” und “stärkste vorstellbare Schmerzen” einen Zeiger so lange, bis die Position seinem Schmerzgefühl entspricht - beziehungsweise
er markiert mit einem Stift die entsprechende Stelle, die der Stärke seiner momentan empfundenen Schmerzen subjektiv entspricht. So ist es dem Arzt möglich, die einzelnen Schmerzepisoden besser einzuordnen und deren Intensität im Verlauf einzuschätzen.
Außerdem stellt der Arzt Fragen, die ihm bei der Einschätzung helfen, ob bei dem Rückenschmerz-Patienten psychosoziale Risikofaktoren vorliegen. Diese könnten einen besonders
wichtigen Einfluss auf den chronischen Verlauf der Schmerzen haben. Besonders konkret
werden Begleitsymptome und Vorerkrankungen abgefragt, die ein Warnsignal für eine spezifische Schmerz-Ursache mit dringendem Behandlungsbedarf sein können.
Körperliche Untersuchung
Eine körperliche Untersuchung beim Kreuzschmerz hilft dabei, spezifische Ursachen zu erkennen und damit abwendbare, gefährliche Erkrankungen auszugrenzen. Die Ergebnisse der
Anamnese bestimmen das Ausmaß der körperlichen Untersuchung. Wie aussagekräftig die
Untersuchung der Wirbelsäule ist, wird unter anderem durch die oftmals unmögliche Eingrenzung des genauen Entstehungsortes der Schmerzen eingeschränkt.
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Die körperliche Grunduntersuchung der Patienten ohne Anzeichen neurologischer Störungen wie
Lähmungen und Gefühlsbeeinträchtigungen kann - abhängig von den Ergebnissen der Anamnese - folgende Punkte beinhalten:
• Der Arzt beurteilt zuerst den Allgemeinzustand, Haltung und Beckenstand, sowie die
körperliche Beeinträchtigung des Patienten. Er prüft, ob Deformitäten, Verletzungszeichen
und Auffälligkeiten der Haut vorliegen (Inspektion).
• Es wird die Muskulatur auf Verspannung und Schmerzhaftigkeit abgetastet und auf
Druck- oder Klopfschmerz überprüft.
• Eine Beweglichkeitsprüfung wird durchgeführt, zum Aufspüren möglicher Einschränkungen.
• Anhand passiver Beugung des gestreckten Beins wird überprüft, ob der Schmerz doch
in das Bein ausstrahlt, was bedeuten würde, dass der Ischiasnerv der jeweiligen Seite in
Mitleidenschaft gezogen ist (Lasègue-Zeichen).
• Es ist weiterhin möglich, durch die passive Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk,
sowie mit zusätzlicher passiver Streckung des Fußgelenks eine mögliche Nervenwurzelbeteiligung zu überprüfen (Bragard-Test).
• Auch die Gelenke werden untersucht (Schulter, Hüfte).
Es können außerdem noch folgende Punkte untersucht werden:
• Finger-Boden-Abstand zur Einschätzung der Gesamtbeweglichkeit der Wirbelsäule
• Lendenwirbelsäulen-Beweglichkeitstest (Schober-Zeichen)
Gibt es neurologische Begleitsymptome, etwa Lähmungen und Gefühlsstörungen, sollten
zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden:
• Tests zur Bestimmung muskulärer Schwäche in Armen und Beinen (beispielsweise
Streckung des Fußes gegen Widerstand) mit der Beurteilung auf Kraft
• Tests zur Bestimmung von Gefühlsstörungen (Aufsetzen einer schwingenden
Stimmgabel auf die Haut, Bestreichen)
• Untersuchung der Muskeleigenreflexe (beispielsweise Achilles- und Kniesehnenreflex)
Erweiterte Untersuchungen
Gibt es Warnhinweise, führt der Arzt, abhängig von der Dringlichkeit der Verdachtsdiagnose,
zusätzliche Untersuchungen durch. Diese sind:
• Blut- und andere Laboruntersuchungen
• bildgebende Untersuchungen (Kernspinaufnahmen, Röntgenaufnahmen, CT-Untersuchungen)
• wenn erforderlich die Überweisung in fachärztliche Behandlung
Bei Rückenschmerzen, die trotz Beschwerden über mehrere Wochen andauern, sollten Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen durchgeführt werden.
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Therapie
Therapien bei Rückenschmerzen gibt es viele sinnvolle, aber auch viele weniger nützliche. Das Spektrum umfasst sowohl Behandlungen mit Medikamenten, als auch nichtmedikamentöse Maßnahmen.
Wichtiger Hinweis:
Die folgenden Informationen beruhen auf strengen und aktuellen wissenschaftlichen Nachweisen, die einen weitgehenden Nutzen bei der Behandlung gezeigt haben. Es gilt, die hier
gezeigten Behandlungsmöglichkeiten an bestimmte Bedingungen anzupassen. Die persönlichen Lebensziele und Wünsche der Patienten spielen elementare Rolle, ebenso können Alter,
Schweregrad der Erkrankung und mögliche Nebenerkrankungenauf die Empfehlungen entscheidenden Einfluß haben. Der Hausarzt sollte über Nebenerkrankungen unbedingt immer
in Kenntnis gesetzt und über alle Medikamente informiert werden, die eingenommen werden.
Der Hausarzt entscheidet die angemessene Behandlungsform für die Patienten entsprechend
den oben genannten Kriterien, diese Behandlungsform ist nicht ausschließlich die neuste oder
kostenintensivste. Maßgeblich ist dabei, dass die gewählte Therapie die beste Wahl für den
Betroffenen darstellt. Hohe Qualität einer Therapie drückt sich nicht in Innovation und hohen
Kosten aus. Fragen dazu sollten Betroffene immer gleich an ihren Hausarzt stellen.
Schmerzmittel
Betroffenen sollten bei Rückenschmerzen nicht ohne Kontrolle durch den Arzt einfach Schmerzmittel einnehmen, nur weil diese ohne Rezept in den Apotheken zu haben sind, insbesondere
nicht bei dauerhafter Einnahme. Die ärztliche Kontrolle allein kann gefährliche Nebenwirkungen vermeiden, Gegenanzeigen erkennen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verhindern.
Paracetamol
Leichte bis mittlere, akute und unspezifische Rückenschmerzen können erstmal mit Paracetamol behandelt werden. Die maximale Tagesdosis sind hier drei Gramm. Ein Arzt sollte nach
wenigen Tagen schauen, ob der Behandlungserfolg eingetreten ist. Eingesetzt werden kann
Paracetamol auch zur Behandlung kurzer Attacken bei subakuten, chronischen und nichtspezifischen Rückenschmerzen. Die Befragung des Arztes zu anderen eingenommenen Medikamenten (Medikamentenanamnese) sollte vorangehen, die Einnahme sollte nur für kurze
Zeit, in möglichst niedriger Dosis erfolgen.
Antirheumatika/Antiphlogistika (tNSAR)
Die traditionellen nichtsteroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (tNSAR) werden zur
Schmerzlinderung bei akuten, unspezifischen Rückenschmerzen ausschließlich in sehr niedriger Dosierung eingesetzt, gleicherweise bei chronischen Formen.
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Ist die Wirkung unzureichend, kann unter ärztlicher Kontrolle die Dosis erhöht werden, unter
Beachtung und gegebenenfalls Verhütung der möglichen Nebenwirkungen. Zur Verhinderung
von Magen-Darm-Blutungen, welche eine bekannte Nebenwirkung von tNSAR sind, kann ein
Protonenpumpenhemmer zur Hemmung der Magensäure-Produktion eingenommen werden.
Unter Berücksichtigung der Warnhinweise bei akutem und chronischem unspezifischem
Kreuzschmerz können Cox-2-Hemmer eingenommen werden, sollten tNSAR kontraindiziert
oder unverträglich sein. Dabei gilt, dass tNSAR nicht parenteral (griechisch für “am Darm vorbei”), also beispielsweise über eine Injektion in einen Muskel oder eine Vene, gegeben werden
dürfen.
Schwache Opioide
Fehlt ein Ansprechen auf Schmerzmittel wie Paracetamol oder tNSAR, können schwache Opioide bei unspezifischem Kreuzschmerz zum Einsatz kommen (bis 4 Wochen Gabe im Akutfall,
bis 3 Monate bei chronischen Verläufen). Diese sind zum Beispiel Tramadol und Tilidin (Tilidin
in Kombinationspräparaten mit Naloxon). Gibt es daraufhin keine gewünschte Schmerzlinderung, sollte die Einnahme nicht weitergeführt werden. Bei Opioiden ist darüber hinaus immer
auch das Suchtrisikozu beachten, weswegen die Medikamente nach einem festen Zeitschema
und nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden sollten.
Muskellockernde Medikamente (Muskelrelaxanzien)
Muskelrelaxanzien kommen bei unspezifischen Kreuzschmerzen zum Einsatz, wenn nichtmedikamentöse Maßnahmen bzw. die alleinige Gabe von nichtopioiden Schmerzmitteln nicht
helfen. Muskelrelaxanzien werden vom Arzt aufgrund der Nebenwirkungen, etwa Benommenheit oder Abhängigkeit, aufgrund der allergischen Nebenwirkungen, der Beeinträchtigung der
Leberfunktion sowie Magen-Darm-Komplikationen nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Länger
als 2 Wochen am Stück sollten sie nicht eingenommen werden.
Antidepressiva und andere Psychopharmaka
Antidepressiva können im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes vom Arzt bei chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen als Nebenmedikation in Betracht gezogen werden.
Medikamente, die bei Rückenschmerzen nicht angewendet werden sollten
Folgende Medikamente sollten keine Anwendung finden:
• antiepileptische Medikamente (beispielsweise Gabapentin oder Carbamazepin)
• pflanzliche Mittel
• Medikamente zur Anwendung auf der Haut
• intravenös oder intramuskulär applizierbare Schmerzmittel, Glucocorticoide (Cortison)
und Mischinfusionen
• Medikamente zur perkutanen Anwendung (zum Beispiel lokal betäubend wirkende
Salben)
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Akupunktur
Chronische, unspezifische Kreuzschmerzen können durch Akupunktur behandelt werden allerdings nur sehr eingeschränkt. Bei der akuten Form ist von Akupunktur als Form der Therapie abzuraten.
Bewegungstherapie
Körperliche Aktivitäten sollten bei akuten, unspezifischen Kreuzschmerzen aufrechterhalten
werden, sofern noch möglich. Bettruhe ist als Behandlungsmethode ungeeignet, das gleiche
gilt auch für die chronische Form. Bewegungstherapie, wie zum Beispiel Krankengymnastik,
ist bei der chronischen Form der nichtspezifischen Kreuzschmerzen äußerst sinnvoll, bei der
akuten Form hingegen aber auf keinen Fall.
Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Das Entspannungsverfahren PMR kann bei erhöhtem Risiko für eine Chronifizierung vom Arzt
angeboten werden, bei der chronischen Form sollte es angewendet werden.
Ergotherapie
Ergotherapie soll nicht angewendet werden, wenn akuter, unspezifischer Kreuzschmerz vorliegt. Bei der chronischen Form dagegen sollten ergotherapeutische Maßnahmen im Rahmen
multimodaler Behandlungsprogramme angewendet werden.
Manipulation und Mobilisation
Zur Behandlung eines akuten, als auch eines chronischen unspezifischen Kreuzschmerzes, kann
Manipulation und/oder Mobilisation angewendet werden.
Massage
Massage soll zur Therapie eines akuten, unspezifischen Kreuzschmerzes nicht angewendet
werden, zur Behandlung der subakuten und der chronischen Form kann sie in Kombination mit
einer Bewegungstherapie Verwendung finden.
Thermotherapie
Zur Behandlung eines akuten, unspezifischen Kreuzschmerzes sollte Kältetherapie nicht angewendet werden, Wärmetherapie hingegen schon. Bei einer chronischen Form hat weder
Wärme noch Kälte eine gesicherte Wirkung.
Verhaltenstherapie
Liegen psychosoziale Risikofaktoren vor, etwa depressive Stimmungslage und Stress, wird der
Arzt bei subakutem, nicht-spezifischem Kreuzschmerz eine Verhaltenstherapie empfehlen.
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Patienten mit chronischem, nichtspezifischem Kreuzschmerz sollten diese Möglichkeit auch
ohne Vorliegen von Risikofaktoren ergreifen.
Patientenschulungen
Patientenschulungen geben den Betroffenen viele wichtige Informationen über Rückenschmerzen. Im Regelfall sind die zentralen Punkte:
• eine gute Prognose
• die Wichtigkeit körperlicher Aktivität
• kein Bedarf für eine Wirbelsäulen-Röntgenuntersuchung
• falls die Schmerzen nicht weggehen oder gar schlimmer werden, besteht die Option auf
weitere diagnostische Maßnahme
Rückenschule
Eine Rückenschule mit einem biopsychosozialen Ansatz kann bei nichtspezifischen
Kreuzschmerzen vom Arzt empfohlen werden, wenn diese länger als 6 Wochen anhalten oder
rezidivieren. Bei chronischem Kreuzschmerz sollte Rückenschule (biopsychosozialer Ansatz)
Anwendung finden.
Bestimmte Therapien sollten bei Rückenschmerzen NICHT angewendet werden
Nach den etablierten Leitlinien haben folgende Therapien aus evidenzbasierter Sicht keine
gesicherte Wirkung:
• invasive Therapieverfahren (zum Beispiel Operationen)
• Bettruhe
• die Interferenztherapie
• die perkutane elektrische Nervenstimulation (PENS)
• die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
• die Kurzwellendiathermie
• die Lasertherapie
• die Magnetfeldtherapie
• medizinische Stützkorsette (Orthesen)
• Dehnungsbehandlung (Traktion)
• sowie therapeutischer Ultraschall
Multimodale/interdisziplinäre Behandlung
Multimodale bzw. interdisziplinäre Behandlung heißt, mehrere medizinische Fachbereiche
arbeiten zur Behandlung des Patienten zusammen. Dazu gehören die Bereiche Allgemeinmedizin, Physiotherapie, Psychotherapie und die Ergotherapie. Die unterstützenden Maßnahmen
zur beruflichen Wiedereingliederung gehören ebenfalls dazu.
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Wenn weniger intensive oder nachweislich wirksame Therapieverfahren unzureichend
sind, werden Patienten mit chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen mit multimodalen
Programmen im Kurations-Bereich oder Rehabilitation behandelt. Eine RehabilitationsMaßnahme ist zum Beispiel angebracht, wenn trotz der leitliniengerechten Versorgung nach
spätestens 12 Wochen keine Besserung beim Patienten eingetreten ist. Nach den multimodalen
Therapieprogrammen können Folgebehandlungen mit reduziertem Umfang angewendet
werden.
Berufliche Wiedereingliederung
Berufliche Wiedereingliederung von Patienten mit unspezifischem Kreuzschmerz ist ein
wichtiges Behandlungsziel. Wenn zur Zeit der Behandlung oder danach ersichtlich ist, dass die
Leistungsfähigkeit für den Arbeitsplatz wieder hergestellt ist oder werden kann, sollte sofort
die berufliche Wiedereingliederung geplant und organisiert werden. Der Arzt sollte die Betroffenen über ihre Möglichkeiten und die Beantragungswege der beruflichen Wiedereingliederung
aufklären. Bei längerer Arbeitsunfähigkeit soll auch die Möglichkeit auf stufenweise Wiedereingliederung überprüft und gegebenenfalls eingeleitet werden.
Weitere Therapieverfahren
Die hier gezeigten Therapieverfahren entsprechen Behandlungen, deren Wirksamkeit,
Sicherheit und Sinn durch Studien bewiesen wurden und welche in den Leitlinien empfohlen
werden, auf denen dieser Text basiert, besonders zählt dazu die Nationale Versorgungs-Leitlinie Kreuzschmerz. Es gibt darüber hinaus je nach Fall noch weitere Therapiemöglichkeiten. Bei
Fragen dazu kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt.
Folgen einer Nicht-Behandlung
Eine Nicht-Behandlung des unspezifischen Rückenschmerzes bleibt in der Regel ohne Folgen.
Unspezifische Rückenschmerzen klingen im Großteil der Fälle von selbst wieder ab. Betroffene
sollten sich aber ärztlich untersuchen lassen, um gefährliche Verläufe oder ernsthafte (spezifische) Ursachen, die unbedingt einer Behandlung bedürfen, ausschließen zu können.
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Prävention
Die wichtigste Vorbeugung von Rückenschmerzen ist die körperliche Bewegung. Außerdem sind Rückenschule und ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes von großer
Bedeutung.
Körperliche Bewegung/Aktivität
Zur Vermeidung oder Verkürzung von Rückenschmerz-Episoden sowie zur Vermeidung der
Arbeitsunfähigkeit wird körperliche Bewegung empfohlen. Körperliche Belastung im Beruf oder
bei der Hausarbeit ist meist einseitig und bedarf einer Ergänzung. Die individuellen Präferenzen
und Voraussetzungen der Betroffenen (Kosten, Spaß, Realisierbarkeit) sollen dabei zur Auswahl
des Verfahrens dienen. Dabei kommt es wesentlich mehr auf die Regelmäßigkeit der Bewegung
an, als auf die bestimmte Art oder Methode.
Wer länger nicht mehr aktiv war, kann sich Beratung bei einem Arzt oder Physiotherapeuten
holen. Ganzkörpersportarten wie Schwimmen (am besten Rückenkraulen), Nordic Walking oder
Gymnastik stärken die Beweglichkeit, die Ausdauer und die Kraft gleichzeitig. Wandern oder
Fahrradfahren sind ebenso zu empfehlen. Ungeeignet, vor allem für Ungeübte, sind Sportarten
wie Tennis, Squash, Ski Alpin, Reiten oder Bowlen/Kegeln. Wegen der schnellen Dreh- und Stoppbewegungen ist bei diesen Sportarten die Belastung für die Wirbelsäule zu groß.
Ebenfalls wichtig ist es, die Bewegung so oft wie möglich in den Tagesablauf einzubauen: Zu
Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren, Treppensteigen anstatt den Fahrstuhl zu nehmen,
öfter aufstehen bei sitzender Tätigkeit. Menschen mit überwiegend körperlicher Arbeit sind zwar
bereits in Bewegung, die Einseitigkeit ihrer Tätigkeiten ist aber häufig besonders gefährlich. Eine
ausgleichende Aktivität im Freizeitbereich wirkt da risikomindernd.
Auch ist Bewegung in der sekundären Prävention nützlich: Das Bewegungstraining auf regelmäßiger Basis im Anschluss an die Behandlung der Kreuzschmerzen, hilft bei einem von drei
Betroffenen einen Rückfall zu verhindern.
Edukation
Patienteninformationen und Schulung über die Entstehung und den Verlauf von Rückenschmerz,
die auf einem biopsychosozialen Krankheitsmodell basieren, sind wirksame Präventionsmaßnahmen. Wichtigstes Ziel der Edukation ist es, Motivation für regelmäßige, eigenständige,
körperlichen Aktivität dauerhaft zu verankern.
Ergonomie
Zur Prävention von Rückenschmerzen sollten Maßnahmen am Arbeitsplatz eingesetzt werden:
Die Gestaltung der Arbeitsaufgaben, der Arbeitsplätze inklusive der eingesetzten Maschinen
und Geräte, sowie der erforderlichen Bewegungsabläufe. Das sind beispielsweise die optimale
Arbeitstischhöhe, ergonomische Bürostühle und die optimale Höhe des PC-Bildschirms.
Die optimale Arbeitsgestaltung aus ergonomischen Gesichtspunkten, soll insbesondere
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Schädigungen, beruflichen Belastungen, sowie im weitesten Sinne berufsbedingten Erkrankungen vorbeugen. Auch soll das Unfallgeschehen reduziert, die Gesundheit erhalten und ein
angenehmes Betriebsklima geschaffen werden.
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Leben mit...
Rückenschmerzen können den Alltag negativ verändern. Deshalb ist es besonders wichtig für Betroffene, nach Hilfe zu suchen und selbst auch aktiv zu sein, um gegen die
Erkrankung zu kämpfen.
Besonders in Lebensbereichen, in welchen der Rücken längerfristig bestimmten Belastungen
ausgesetzt ist, ist es wichtig auf rückengesunde Voraussetzungen zu achten, etwa am Arbeitsplatz und beim Schlafen. Daher beinhaltet dieses Kapitel rückenfreundliche Hinweise für den
Computerarbeitsplatz, das Heben von Lasten, das Autofahren und die Matratzenauswahl.
Darüber hinaus, fasst das Kapitel noch mal die wichtigsten Tipps zum Thema Rückenschmerzen
zusammen, beantwortet häufig gestellte Fragen und bietet weiterführende Links.
Der rückenfreundliche Computerarbeitsplatz
Das stundenlange Sitzen am Computer führt häufig zu Rückenschmerzen. Vor allem dann,
wenn ungünstige Haltungen eingenommen werden, Bildschirm und Tastatur schlecht positioniert sind oder der Stuhl, auf dem man sitzt, ungeeignet ist.
Hier sind einige Vorschläge und Ideen, deren Umsetzung Computerarbeit und Rücken zusammenbringen:
• Den Monitor bei gerader Sitzposition in horizontaler Blicklinie und in Armlängenweite
positionieren
• nicht vergessen, bei der Änderung der Sitzhöhe auch den Bildschirm anzupassen
• die Tastatur direkt und zentral auf Höhe der Körpermitte platzieren
• die Schultern sollten sich während der Arbeit an der Tastatur entspannen und die Oberarme sich frei neben dem Oberkörper positionieren
• den Ellenbogens etwa auf Höhe der Space-Taste positionieren
• darauf achten, dass sich der Oberarm bei der Maus-Bedienung nicht vom Oberkörper weg
bewegt, sonst kann sich möglicherweise die ganze betroffene Körperseite verkrampfen
• die Nutzung von Laptops über längeren Zeitraum ohne separate Tastatur, Maus und erhöhten Monitor sollte vermieden werden
• der Stuhl sollte stabil und in der Höhe sowie der Rückenlehnenposition regulierbar sein
• wenn der Stuhl richtig ausgerichtet ist, sollten die Füße genau auf dem Boden stehen
• beim Sitzen sollten die Unterschenkel im rechten Winkel zu den Oberschenkeln stehen
oder leicht nach vorne gerichtet sein
• wichtig ist die Grundregel: Füße abstützen um den Rücken zu entlasten
• eine angewinkelte Fußstütze kann helfen
• häufig aufstehen, dehnen und herumlaufen - mindestens alle 45 Minuten, besser alle 20
Minuten
• nie vergessen: der menschliche Körper ist nicht dazu gemacht, lange im Sitzen zu verharren, auch wenn die Haltung noch so gut ist
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• Telefonate zur Bewegung nutzen
• ein Bewegungstimer erinnert, aufzustehen und sich zu bewegen
Richtige Hebetechniken
Viele Berufe erfordern schweres und häufiges Heben, dabei ist unbedingt auf die richtige
Hebetechnik zu achten. Die richtige Hebetechnik schont durch die Gleichmäßigkeit der Belastung nicht nur die Bandscheiben, sondern den ganzen Bewegungsapparat. Zusätzlich gibt es
einen gewissen Trainingseffekt, die Muskulatur wird gestärkt. Die richtige Hebetechnik enthält
folgende Punkte:
• den Rücken gerade halten und die Knie beugen
• auf einen sicheren Stand achten
• die Last sicher greifen (dabei möglichst immer mit beiden Händen)
• aus der Hocke anheben,dabei aber immer nur so tief gehen, wie nötig
• mit gestrecktem, flachem Rücken heben und tragen
• Lasten immer nah am Körper halten
• auch beim Absetzen der Last die Knie beugen und den Rücken gerade halten
Heben mit gebeugtem Rücken ist eine ungünstige Technik. Die Bandscheiben werden dabei
keilförmig zusammengedrückt und damit vorne viel stärker belastet als hinten. Umso weiter
man sich nach vorne beugt und je größer das Gewicht ist, umso grösser ist die Belastung auf
die Bandscheiben. Diese Belastung kann zu Rückenleiden führen, daher ist beim Heben und
Tragen unbedingt zu vermeiden:
• ein krummer Rücken (bei Gewichten bis fünf Kg darf man den Rücken beim Heben auch
schon mal beugen - ab fünf Kg ist aber unbedingt auf die richtige Technik zu achten)
• ins Hohlkreuz gehen (das gleiche Problem wie bei der Bandscheiben-Belastung beim
krummen Rücken, nur andersrum)
• ruckartige Hebebewegungen
• schweres einseitiges Heben und Tragen und zu schweres Tragen im Allgemeinen
• so weit wie möglich in die Knie gehen (und dazu noch wippen)
• Verdrehen des Oberkörpers beim Anheben und Abstellen der Last, da es dadurch leicht zu
Verletzungen kommen kann
Beurteilen was zu schwer ist, muss jeder ein Stück weit für sich selbst. Es gibt allerdings Richtwerte für zumutbare Lastgewichte, jenach Alter und Geschlecht. Diese liegen bei Männern je
nach Alter zwischen 15 und 25 kg und bei Frauen zwischen 10 und 15 Kg. Um Überlastung zu
vermeiden, sollten weiterhin einige Tipps beachtet werden:
• Last möglichst aufteilen und lieber zwei Mal gehen
• wenn möglich Hilfsmittel einsetzen
• Last zu zweit tragen
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Autositze mit rückenfreundlichen Eigenschaften
Der perfekte Autositz für Rückenschmerz-Leidende ist noch nicht erfunden werden. Bisher
konnte kein Sitz entwickelt werden, der den Bedürfnissen von Menschen unterschiedlicher
Größe und unterschiedlichen Gewichts gerecht wird. Trotzdem ist es gerade für Menschen mit
Rückenleiden, sowie Menschen, die viel Zeit im Auto verbringen, sehr wichtig, möglichst rückengesunde Voraussetzungen zu haben. Diese Personengruppen sollten gerade darauf achten.
Natürlich kauft sich kaum jemand extra wegen des Rückens ein neues Auto. Aber jeder Autofahrer kann an den gegebenen Bedingungen im aktuellen Fahrzeug Dinge noch verbessern. Im
folgenden sind einige Tipps, die Betroffene beim Autofahren berücksichtigen können:
• immer vor dem Losfahren die Zeit nehmen, um den Autositz optimal einzustellen
• eine aufrechte Haltung sollte möglich sein
• Hüft- und Kniegelenke sollten gebeugt sein
• die Arme sollten entspannt auf dem Lenkrad ruhen
• die Pedale sollten beim Sitzen im Auto erreichbar sein, ohne das Gefühl von Verkrampfung oder Überdehnung
• ein Autositz sollte eine gute Unterstützung im Lendenwirbel-Bereich bieten
• wenn es keine oder nur wenig Unterstützung im Lendenwirbel-Bereich gibt, kann ein
Kissen Entlastung bringen (evtl. speziell geformte Kissen sind hier sinnvoll)
• die Kopfstütze korrekt einstellen, auch um lebensgefährliche Halsverletzungen bei
Auffahrunfällen zu vermeiden - die korrekte Kopfstützen-Höhe ist erreicht, wenn der der
untere Kopfstützenrand auf einer Linie mit den Ohrenspitzen ist
• auf längeren Fahrten öfter anhalten, um sich die Beine zu vertreten und den Rücken zu
entlasten - am besten eine Pause pro Stunde
• Spiegel gut einstellen, um die Notwendigkeit von Bewegungen zu minimieren
Rückengesundes Schlafen
Einen Großteil seines Lebens verbringt der Mensch im Bett, nicht nur deswegen hat fast jeder
schon einmal gehört, dass eine richtige Schlafgelegenheit für die Vorbeugung von Rückenschmerzen essentiell ist. Hier sind einige Hinweise, die bei der Matratzenwahl helfen:
• Bei Rückenschmerzen sind harte Matratzen nicht unbedingt die bessere Wahl
• neue Matratzen sollten für mindestens zehn Minuten probegelegen werden - bei
Matratzen für zwei Personen gemeinsam mit dem Partner probeliegen
• einige Hersteller geben eine Testperiode an, in der sich die Matratze bei Liegeproblemen
zurückgeben lässt
• beim Probeliegen in Rückenlage die Hand zwischen Matratze und Kreuz schieben - eine
großen Lücke heißt, die Matratze ist wahrscheinlich zu hart. Bei einer engen Lücke, ist die
Matratze wahrscheinlich zu weich - ideal ist, wenn die Hand leicht durchrutschen kann
und sowohl Kreuz als auch Matratze leicht berührt
• in der Regel muss man nicht viel Geld für vermeintliche “orthopädische” Matratzen aus
gegeben
• nach Möglichkeit immer Matratze und Lattenrost zusammen kaufen
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• je schwerer die Person, umso dicker muss die Matratze sein
• die häufigsten Matratzen sind Sprungfedermatratzen, in vielen Varianten und Preisklassen - immer so viele Sprungfedern wählen, wie das Budget es erlaubt
• Ursprünglich für Astronauten entwickelt reagiert Memory-Schaum auf Temperatur und
Gewicht, wird das Material inzwischen auch für Matratzen verwendet, um die Druckverteilung zu optimieren
• Wenn nötig zum Ausgleich der natürlichen Krümmung der Halswirbelsäule (manchmal
auch der Lendenwirbelsäule) spezielle Kopfkissen oder eine Präparierung des vorhandenen
Kissens anwenden - um Verspannungen durch eine mögliche Schieflage zu vermeiden
Infozept Kreuzschmerzen
Viele Hausärzte können Patienten mit Kreuzschmerzen gemäß den Leitlinien der Deutschen
Gesellschaft für Allgemein- und Famillienmedizin ein sogenanntes Infozept ausstellen. Das
ist ein Vordruck, auf dem der Patient einerseits einige generelle Informationen über Rückenschmerzen erhält, andererseits der Hausarzt auch individuelle, auf den Patienten abgestimmte
Informationen eintragen kann. Folgende Informationen sind enthalten:
• Wurden Medikamente gegen die Rückenschmerzen verschrieben? Wenn ja, welche und
in welcher Dosierung? Wie lange müssen diese Medikamente eingenommen werden und
wann?
• Der Patient wird darauf hingewiesen, dass bei Beschwerdefreiheit kein weiterer Besuch
in der Praxis erforderlich ist.
• Den Patienten wird empfohlen, Bettruhe nur solange zu halten, wie unbedingt nötig
(beispielsweise bis zum Wirkungseintritt der Schmerzmittel), sich so weit möglich zu bewegen und trotzdem der Arbeit nachzugehen.
• Bei andauernden Beschwerden wird der Patienten angehalten, die Praxis nach einer vom
Hausarzt einzutragenden Zeit nach Beginn der Behandlung erneut aufzusuchen - früher
bei starken Beschwerden oder neuen Symptomen.
• Hausärzte haben außerdem die Option, Vorschläge zur körperlichen Bewegung einzutragen, die sie beim jeweiligen Patienten zur Vorbeugung der Kreuzschmerzen als sinnvoll
betrachten.
• Der Patient wird angewiesen, einseitige Belastung zu vermeiden und stets körpernah zu
heben und zu tragen.
Die fünf wichtigsten Tipps
1. Sich regelmäßig körperlich bewegen.
2. Den Rücken gerade halten.
3. Beim Bücken in die Hocke gehen.
4. Keine schweren Gegenstände heben.
5. Nicht mit gestreckten Beinen stehen und liegen.
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Häufig gestellte Fragen
Woher kommen Kreuzschmerzen?
Schmerzen sind ein körperliches Warnsignal. Es wird angezeigt, dass etwas nicht in Ordnung
ist. Dem kann eine rein körperliche oder eine rein psychische Ursache oder eine Kombination
der beiden zugrunde liegen. Eine genaue Ursache der Kreuzschmerzen lässt sich trotz gründlicher Untersuchung zumeist nicht herausfinden. Ein ernster Schaden an den Wirbelkörpern,
den Bandscheiben oder “eingeklemmten” Nerven ist eher selten.
Sind Kreuzschmerzen gefährlich?
Nahezu jeder Mensch wird im Laufe des Lebens einmal an Kreuzschmerzen leiden. Oftmals wird
das auch Hexenschuss, Ischias oder Lumbago genannt. In der Regel sind die Kreuzschmerzen
harmlos und sollten nicht sofort Anlass zur Sorge geben, auch starke Beschwerden sind kein
Hinweis auf ernsthaften Schaden und es liegt selten eine wirklich schwerwiegende Erkrankung
zugrunde. Es gibt aber auch Hinweise, die den Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung
erhärten sollten. Dazu gehören primär Fieber, Lähmungserscheinungen oder ungeklärter
Gewichtsverlust. Betroffene sollten auch aufmerksam werden, wenn sich der Kreuzschmerz
stark verschlimmert oder im Zusammenhang mit einer vorhergehenden Verletzung, einem
Unfall oder einem Sturz auftritt. Sind Diagnosen, wie Osteoporose, Tumorerkrankungen,
rheumatischen Erkrankungen oder HIV-Infektion bekannt, sollten Betroffene schon bei leichten
Rückenschmerzen zum Arzt gehen.
Brauche ich eine Röntgenuntersuchung?
Meistes zeigen die Bilder aus Röntgen-, Computertomographie- oder Kernspin-Untersuchungen bei Rückenschmerzen unspezifische Abnutzungserscheinungen. Diese treten mit zunehmendem Alter gehäuft auf und haben keine krankhafte Bedeutung. In der Regel wird der Arzt
deswegen zunächst keine bildgebende Untersuchung empfehlen.
Was kann Ihr Arzt tun?
Nach der gründlichen körperlichen Untersuchung wird der Arzt zunächst gefährliche von
ungefährlichen Kreuzschmerzen trennen. Er berät, informiert und wenn nötig wird eine
Schmerzbehandlung angefangen. Weiterführende Verordnungen von Krankengymnastik oder
Massage sind in der Regel nicht notwendig.
Was können Sie selber tun?
Durch Bettruhe wird in der Regel die Dauer der Schmerzattacke verlängert, deswegen sollten
Sie Ihre normale Tätigkeit frühzeitig wieder aufnehmen. Umso früher Sie Ihre gewohnten Tätigkeiten wieder aufnehmen, umso eher lässt der Schmerz nach. Leichtere körperliche Aktivitäten,
etwa Fahrradfahren oder Spazierengehen, können sofort ausgeführt werden. Auf gesteigerte
Aktivität, wie etwa Gymnastik oder Sport, sollte bis zur Beschwerdebesserung aber verzichtet
werden.
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Wie lange dauern die Rückenschmerzen?
Genau zu sagen, wie lange der Schmerz anhalten wird, ist nicht möglich. Aber die gute Nachricht: Die meisten Betroffenen sind innerhalb von ein bis zwei Wochen weitestgehend beschwerdefrei und wieder arbeitsfähig. Innerhalb von 6 Wochen können mehr als 90 % von ihnen wieder zur Arbeit zurückkehren. Etwa jeder Fünfte hat aber weiterhin Beschwerden oder es kommt
in kurzen Abständen wiederholt zu Beschwerden. Vorbeugende Maßnahmen sind deswegen
empfehlenswert.
Kann Akupunktur helfen?
Bei chronischen, nichtspezifischen Kreuzschmerzen kann es vernünftig sein, mit Akupunktur
zu behandeln - allerdings nur sehr eingeschränkt. Bei einer akuten Form sollte Akupunktur dagegen gar nicht als Therapieform eingesetzt werden.
Was kann ich selber tun, um Rückenschmerzen vorzubeugen?
Leider bleibt es meist nicht nur bei einer Schmerzattacke. Häufige Ursachen von Kreuzschmerzen sind mangelnde Bewegung und einseitige Belastung, wie zum Beispie langes Sitzen oder
Stehen, deswegen empfiehlt sich regelmäßige Bewegung, beispielsweise Laufen, Radfahren
oder Schwimmen um dem vorzubeugen. Allein ist das oft schwierig, weshalb der Anschluss
an Sportgruppen empfehlenswert ist. Training verbessert Ihre Beweglichkeit, stärkt die Muskeln und Knochen und damit Ihr Wohlbefinden. Bettruhe und körperliche Inaktivität dagegen
führen zu weiterer Schwächung der Stützmuskulatur und erhöhen damit das Risiko weiterer
Kreuzschmerzattacken. Der Verlauf der Kreuzschmerzen liegt also ganz in Ihrer Hand. Umso
fitter Sie sind, umso weniger können Ihre Schmerzen Sie quälen. Und wenn Sie Übergewicht
haben, ist abnehmen sinnvoll.
Brauche ich eine spezielle Matratze?
Es ist nicht nötig, viel Geld für eine Spezialmatratze auszugeben. Normale Matratzen bieten in
der Regel ausreichende Qualität.
Welche Hinweise gibt es zum richtigen Sitzen und Stehen?
Grundsätzlich sollten Sie sich nicht zu lange in einer Position befinden oder - wenn möglich einer Tätigkeit nicht länger als 30 Minuten ohne Pause nachgehen. Nehmen Sie einen Stuhl mit
gerader oder nach vorne geneigter Sitzfläche, die Rückenlehne sollte leicht nach hinten geneigt
sein und den Rückengut abstützen, seitliche Lehnen zum gelegentlichen Aufstützen sind hilfreich. Zeitweises bequemes Zurücklehnen verringert den Druck auf die Bandscheiben. Stehen
sie länger auf einer Stelle, wird Ihr Rücken durch Hochstellen eines Beines (Fußbank) entlastet.
Ist Bandscheiben-Ersatz eine sinnvolle Therapie bei Rückenschmerzen?
Nur die wenigsten Menschen mit Kreuzschmerzen brauchen die Operation, um sich von ihren
Schmerzen zu befreien, meistens hilft also eine Operation nicht weiter. Dadurch werden auch
die möglichen Komplikationen einer Operation vermieden.
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Weiterführende Links und Quellen
• Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin
(DEGAM) zum Thema Rückenschmerzen
• Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerzen
• Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG)
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