PROGRAMM György Ligeti Herbert Willi PAUSE Hector Berlioz

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PROGRAMM
György Ligeti
„Concert Românesc“ für Orchester (1951)
(12 Min.)
Andantino
Allegro vivace
Adagio ma non troppo
Molto vivace
Dora Bratchkova, Violine
Herbert Willi
„Sacrosanto“
Konzert für Violine und Orchester (2011/12)
(20 Min.)
Deutsche Erstaufführung
deciso
(ohne Satzbezeichnung)
deciso
sacrosanto e devoto
jubilare
Jennifer Koh, Violine
PAUSE
Hector Berlioz
„Symphonie fantastique“ op. 14
(„Episode de la vie d’un artiste)
(52 Min.)
Rêveries – Passions. Largo – Allegro agitato e appassionato assai
Un bal. Valse. Allegro non troppo
Scène aux champs. Adagio
Marche au supplice. Allegro non troppo
Songe d'une nuit du sabbat. Larghetto – Allegro
Sendetermin
Direktübertragung auf SR 2 KulturRadio
und ab 9.1.2016 sieben Tage lang unter www.sr2.de
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© Schott Verlag
GYÖRGY LIGETI
* 28. Mai 1923 in Târnăveni, Siebenbürgen, Rumänien
† 12. Juni 2006 in Wien
Alte Bräuche
György Ligeti ist in Siebenbürgen in einem ungarischen Umfeld aufgewachsen. Die Amtssprache Rumänisch lernte er erst auf der Schule. Sie
blieb ihm als kleines Kind immer geheimnisvoll wie die alten Bräuche, die
er mit Staunen und wahrscheinlich einem gewissen Schaudern erlebte:
Einmal, um Neujahr, drangen wilde Musiker ungebeten in unseren Hof ein.
Sie spielten Geige und Dudelsack (cimpoi). Einer von ihnen war maskiert,
er hatte einen Umhang aus Ziegenfell. Die Maske hatte Hörner und sah
aus wie eine teuflische Ziege, statt des Mauls sah man eine Art Schnabel.
Die Tradition schamanistischer Zauberei lebte noch in der Gemeinschaft
rumänischer Hirten. Die Darstellung der Waldgeister war in Siebenbürgen
nicht anders als etwa in Westafrika. Die Ziege tobte noch eine Weile herum, zwickte die Weiber, piesackte die erschrockenen Kinder, dann verlangte sie, die Maske aufklappend, etwas Geld.
Concert românesc
Bestimmt auch als späte Nachwirkung solch eindrucksvoller Erlebnisse
hat sich Ligeti intensiv mit der Volksmusik seiner Heimat beschäftigt. Mit
26 Jahren schrieb er am Folklore-Institut in Bukarest Volkslieder nach Gehör auf. Einige dieser Melodien haben sich in seinem Kopf gewissermaßen
verselbständigt und weiterentwickelt und im Concert românesc (Rumänisches Konzert) von 1951 niedergeschlagen. Nicht alles ist original rumänisch, schreibt Ligeti in einer Programmnotiz zu dem 12minütigen Werk,
ich habe auch einiges dazugedichtet, im Geist der Dorfkapellen. Ligeti
stand damals am Anfang seiner Karriere. Das Konzert ist ein effektvolles
Virtuosenstück für Orchester, ein kleiner instrumentaler Irrwitz. Unter der
folkloristischen Oberfläche gibt es ein rhythmisches Gewusel, das weit vorausweist auf die von ihm später entwickelte Polyrhythmik. Außerdem hat
das Konzert – das erschließt sich jedem Hörer – klassisch perfekte Proportionen: Das Gesellenstück eines Komponisten, der später zu einem Großmeister wurde.
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Herbert Willi © Schott Verlag
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HERBERT WILLI
* 7. Januar 1956 in Bludenz, Vorarlberg
1956, in dem Jahr, in dem György Ligeti nach Ende des ungarischen Volksaufstandes als Flüchtling nach Wien kam, wurde Herbert Willi im österreichischen Vorarlberg geboren. An der Universität Innsbruck hat er
Schulmusik und Theologie studiert und am Konservatorium Klavier und
Fagott. Mit fünfundzwanzig Jahren begann Herbert Willi zu komponieren,
er wurde Kompositionsschüler bei Helmut Eder am Mozarteum in Salzburg, anschließend setzte er seine Studien bei Boguslaw Schaeffer fort.
1988 lernte Willi Olivier Messiaen kennen. Herbert Willi lebt und arbeitet
in St. Anton im Montafon. Montafon heißt auch sein Zyklus, der vier Instrumentalkonzerte umfasst. Einem größeren Publikum bekannt wurde er
durch die Oper Schlafes Bruder nach dem Roman von Robert Schneider,
die 1994/95 im Auftrag des Opernhauses Zürich entstanden ist.
Herbert Willis Werke werden von den bedeutendsten Orchestern der Welt
aufgeführt, wie Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra, Philadelphia
Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra und New Japan Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Muti, Seiji
Ozawa, Christoph von Dohnányi, Manfred Honeck und Gustavo Dudamel.
Rückzug in die Stille
In einem Interview mit Ulrike Lampert von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien äußerte sich Herbert Willi so zu seiner musikalischen
Inspiration: Alle Eindrücke des Tages hinterlassen musikalische Spuren,
ich nenne das mein musikalisches Tagebuch. Mir geht es darum, frei von
diesen alltäglichen Eindrücken zu werden. Deshalb ziehe ich mich in die
Stille zurück, verweile in ihr, bis aus dieser Situation heraus neue Gestalt
erkennbar, sichtbar und hörbar wird. Für mich ist es etwas vom Schönsten,
eine Landschaft zu durchwandern, um zu hören, wie klingt es in ihr, was
klingt in mir, was bringt diese Landschaft in mir zum Klingen.
Beim Publikum und bei Kritikern stößt Herbert Willis Musik auf Zustimmung. Er findet eine Sprache, die keine Konzessionen machen muss, um
unmittelbar verständlich zu sein. Dies hat die Wiener Zeitung nach der
Uraufführung seiner Komposition Für 16 bei den Wiener Festwochen im
Mai 1990 geschrieben und damit den Kern seines musikalischen Schaffens charakterisiert.
Als ein Jahr später Willis Stück Räume für Orchester im Münchner Prinzregententheater aufgeführt wurde, fasste ein Kritiker der Schwäbischen
Zeitung seine Eindrücke mit folgenden Worten zusammen: Willi schreibt
lichte, durchhörbare, von Musikern wie Hörern gut auffassbare Partituren,
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und er versteht in einer Zeit, wo das öde Abspulen von Klangparametern
Mode ist, ein überzeugendes und nachvollziehbares musikalische Geschehen zu gestalten.
Sacrosanto
Herbert Willi will ganz bewusst nicht ausführlich über seine Werke sprechen, weil er das Hören nicht zu sehr mit seinen Erklärungen lenken möchte. Doch einige aufschlussreiche Sätze über den Gehalt seines Violinkonzerts Sacrosanto hat er dann doch geäußert:
Sacrosanto beschreibt einen Lebensweg, der sich plötzlich und unerwartet ändert, der dann aber wieder wie zuvor weitergeht. Es ist ein Lebensweg, der völlig unerwartet in einem heiligen Raum landet, dem vierten
Satz Sacrosanto e devoto – Heilig und andächtig. Hier treffen für mich
zwei Ebenen aufeinander: Die Sätze eins bis drei und fünf laufen kontinuierlich durch, sie symbolisieren einen Lebensweg. Fast jeder Mensch kennt
Situationen, die kommen aus dem Nichts und verändern alles. Genau das
ist der vierte Satz. Ich lasse offen, was es für den Einzelnen bedeutet.
Dieser Weg hat bereits mit meiner Komposition ABBA-MA (Echo of Peace)
durch die Vertonung des „Vater unser“ in der Vergangenheitsform begonnen, wenn es da heißt: „Dein Reich ist gekommen, Dein Wille ist geschehen, unser täglich Brot ist uns gegeben, Halleluja, Halleluja!“
Helle Energie
Der erste Satz (deciso) ist durch scharfe Rhythmen des Orchestertutti mit
dissonant leicht eingefärbten Akkorden charakterisiert. Über den folgenden ruhenden Klängen spinnt die Sologeige in hohen und höchsten Lagen
und mit intensivem Ausdruck ihre melodischen Fäden.
Ich hatte ganz konkrete Dinge vor mit der Violine; zum Beispiel finde ich
es besonders schön, wenn die Violine in höchsten Höhen Linien zieht, nennen wir es Melos. Darin spüre ich eine große Kraft, eine helle Energie, fast
ein Licht (Herbert Willi). Sind die Orchesterschläge, die die Rezitative der
Geige begleiten, Bestätigung oder Unterbrechung?
Im zweiten Satz (ohne nähere Satzbezeichnung) entwickelt sich ein burleskes Spiel. Neckische Glissando-Passagen münden in ein Pizzicato oder
einen Orchesterakkord. Die Musik unternimmt immer neue Anläufe, man
hört ein unbeschwertes Kreiseln, Tändeln und Schlendern.
Der dritte Satz (deciso) nimmt den Gestus der geballten Orchester-Akkorde des ersten Satzes wieder auf. Die Geige spielt jetzt allerdings in tieferen
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Registern ihre kurze Zwischenspiele und wird zurückhaltend kammermusikalisch begleitet.
Im vierten, zentralen Satz (sacrosanto e devoto) dominieren Doppelgriffe der Sologeige, langsam, expressiv, spröde, suchend, dissonant entfaltet sich die Musik. Die Begleitung der Streicher allerdings sorgt für einen
lichten Hintergrund, die hellen Schlaginstrumente verstärken den sphärischen Charakter.
Der fünfte Satz ( jubilare) greift erneut harmonisch und gestisch Motive
aus den ersten drei Sätzen auf, drängt diesmal jedoch motorisch schwungvoll und energisch voran.
Das Violinkonzert wurde an Allerheiligen 2012 im Wiener Musikverein
uraufgeführt. Solist war Nikolaj Znaider, Manfred Honeck dirigierte das
Pittsburgh Symphony Orchestra.
Komposition hat mit Vertrauen zu tun.
In der Stille und Absichtslosigkeit die Klänge zuzulassen,
gehört mit zum Schönsten, das ich mir vorstellen kann.
Wenn ich in mich hineinhöre – immer kann ich Musik hören.
Alle Einflüsse des Tages hinterlassen ihre Spuren.
Mir geht es aber darum, in der Stille davon frei zu werden,
darin zu verweilen, bis aus dieser Situation heraus
neue Gestalt erkennbar, sichtbar, hörbar wird.
Herbert Willi
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HECTOR BERLIOZ
* 11. Dezember 1803 in La Côte-Saint-André, Département Isère
† 8. März 1869 in Paris
„Mein Leben ist ein Roman“
Hector Berlioz hat – wie Robert Schumann und Richard Wagner – ein
umfangreiches musikschriftstellerisches Werk hinterlassen. Im Mittelpunkt die „Mémoires“, eine große Künstler-Autobiographie. Darin schreibt
er nicht nur über sein musikalisches Denken: Mein Leben ist ein Roman,
der mich sehr interessiert. Und in diesem Roman gibt es zentrale Figuren:
Hamlet, Faust, Child Harold. Berlioz ist als Kritiker rastlos, polemisch, teilweise aggressiv. Konservative Pariser Musikerkollegen bezeichnet er als
elende Bewohner des Tempels der Routine. Kein Wunder, dass er sich mit
seinen radikalen öffentlichen Auftritten in der französischen Hauptstadt
keine Freunde machte. Er wollte Professor am Pariser Conservatoire werden – und man gab ihm die subalterne Stelle des Bibliothekars.
Symphonie fantastique
Mit einem Paukenschlag hatte er am 5. Dezember 1830 seine Karriere begonnen. An diesem Tag wurde seine Symphonie fantastique uraufgeführt,
und nicht nur in der Musikszene war dieses Ereignis ein großes Gesprächsthema. Denn Berlioz hat in aufreizender Offenheit sein Liebesleben musikalisch offengelegt: seine Liebe zur irischen Shakespeare-Darstellerin Harriet Smithson. Er hatte sie bei einem ihrer Gastspiele in Paris erlebt und
war ihrem Charme – ohne ein Wort Englisch zu verstehen! – hoffnungslos
erlegen. 1833 haben die beiden tatsächlich geheiratet, doch lange währte
die Liebe nicht. Der geniale Spötter Heinrich Heine hat diese Liebesaffäre wunderbar beschrieben. Bei der Uraufführung, so Heine, habe Berlioz
die Pauke geschlagen, während seine Angebetete in der Avantscene-Loge
saß. Berlioz sah immer unverwandt nach ihr hin, und jedes Mal, wenn sein
Blick dem ihrigen begegnete, schlug er los auf seine Pauke, wie wütend.
Miss Smithson ist seitdem Madame Berlioz geworden, und ihr Gatte hat
sich seitdem auch die Haare schneiden lassen. Als ich diesen Winter im
Conservatoire wieder seine Symphonie hörte, saß er wieder als Paukenschläger im Hintergrunde des Orchesters, die dicke Engländerin saß wieder in der Avantscene, ihre Blicke begegneten sich wieder ... aber er schlug
nicht mehr so wütend auf die Pauke.
Psychomusik
Mit seiner Symphonie fantastique hat Berlioz das Orchesterspiel revolutioniert. Er arbeitete mit Zitaten und Collagen und hat „hässliche“ Klänge
salonfähig gemacht: Psychomusik eines äußerst sensiblen, phantasievol-
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len, exaltierten, radikalen Musikers. Als Episode aus dem Leben eines
Künstlers hat er das Werk bezeichnet, und dieses Leben entfaltet sich in
den fünf Sätzen. Ein Liebesthema durchzieht das ganze Stück und wechselt dabei seine Gestalt. Es lockt und zerrt, blendet und verstört.
Berlioz schrieb zu dem Werk ein ausführliches Programm, das wie eine
Gebrauchsanweisung ans Publikum ausgehändigt werden sollte. Darin
heißt es (in der Übersetzung von Peter Schmidt) unter anderem zu den
fünf Sätzen:
1. Träume – Leidenschaften
Der Komponist stellt sich vor, dass ein junger Musiker zum ersten Mal eine
Frau sieht, die in sich alle Reize des Idealwesens vereinigt, das er sich in
seiner Vorstellung erträumt hat, und dass er sich sterblich in sie verliebt.
2. Ein Ball
Der Künstler ist in die verschiedensten Lebensumstände versetzt: mitten
in den Tumult eines Festes, in friedvolle Betrachtung der Schönheiten der
Natur; aber überall, in der Stadt, auf dem Lande, erscheint das teure Bild
vor seinem Auge und versetzt seine Seele in Unruhe.
3. Szene auf dem Lande
Eines Abends auf dem Lande hört er in der Ferne zwei Hirten, die zusammen einen Kuhreigen spielen. Er sinnt über seine Einsamkeit nach: er hofft,
bald nicht mehr allein zu sein. Doch wie, wenn sie ihn täuschte?
4. Gang zum Richtplatz
In der sicheren Erkenntnis, dass sein Leben mißachtet werde, vergiftet sich
der Künstler mit Opium. Die Dosis des Narkotikums ist zwar zu schwach,
um ihm den Tod zu geben, versenkt ihn aber in einen von den schrecklichsten Visionen begleiteten Schlaf.
5. Traum einer Sabbatnacht
Er sieht sich beim Hexensabbat inmitten einer abscheulichen Schar von
Geistern, Hexen und Ungeheuern, die sich zu einer Totenfeier versammelt haben. Seltsame Geräusche, Stöhnen, schallendes Gelächter, ferne
Schreie. Das Motiv seiner Liebe erscheint noch einmal, doch es hat seinen
noblen und schüchternen Charakter verloren; es ist nichts mehr als ein
gemeines Tanzlied, trivial und grotesk.
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JENNIFER KOH | Violine
Die Geigerin Jennifer Koh ist bekannt für
ihr intensives und eindrucksvolles Spiel von
überwältigender Virtuosität und technischer Präzision. Sie hat sich der Darbietung
eines Musikrepertoires mit Stücken aller
Epochen – von traditionellen bis zu zeitgenössischen – verschrieben, denn Vergangenheit und Gegenwart bilden für sie ein
Kontinuum. Seitdem sie den Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau,
den Concert Artists Guild Competition und
den Avery Fisher Career Grant in der Saison
1994/1995 gewann, ist Jennifer Koh weltweit mit führenden Orchestern
und Dirigenten zu hören und regelmäßig bei bedeutenden Konzerthäusern und Festivals zu Gast.
Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählen Auftritte mit dem New York
Philharmonic Orchestra, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Cleveland
Orchestra, Seattle Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra
und den Münchner Philharmonikern. Dabei hat Jennifer Koh u. a. mit Dirigenten wie Gustavo Dudamel und Tito Munoz zusammengearbeitet, sowie mit Ludovic Morlot, mit dem sie in Chicago Anna Clynes Violinkonzert
The Seamstress uraufgeführt hat. 2013 spielte sie die Rolle des Einstein
in Philip Glass‘ Einstein on the Beach in Los Angeles. Zu ihren Konzerten
in New York gehört auch die US-Premiere von Kaija Saariahos Frises für
Violine und elektronische Musikinstrumente.
Eine wichtige Rolle bei Jennifer Kohs künstlerischer Reise spielt die Erforschung von Bachs Musik und deren Einfluss auf die heutige Musiklandschaft. Sie ist ständig dabei, ihr musikalisches Repertoire zu erweitern und
pflegt engen Kontakt zu zeitgenössischen Komponisten, bei denen sie regelmäßig Werke in Auftrag gibt und auch zur Uraufführung bringt.
Als engagierte Pädagogin wird Jennifer Koh hoch gelobt für ihre Auftritte in Klassenzimmern in den USA im Rahmen ihres innovativen „Music
Messenger“ Outreach Programmes. Nach mehr als zehn Jahren ist dieses
Programm weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihrer musikalischen Aktivitäten. Geboren in Chicago als Kind koreanischer Eltern, gab Jennifer Koh
ihr Debüt beim Chicago Symphony Orchestra im Alter von elf Jahren. Nach
einem Wechsel schloss sie ihr Studium am Oberlin College mit einem Bachelor in Englischer Literatur ab, bevor sie am Curtis Institute studierte.
Jennifer Koh spielt regelmäßig Werke für das Cedille Label ein.
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JOSHUA WEILERSTEIN | Dirigent
Joshua Weilerstein ist seit dieser Saison
künstlerischer Direktor des Orchestre de
Chambre de Lausanne. Sein Repertoire ist
breitgefächert, es reicht von Gesualdo bis
Christopher Rouse. Es liegt ihm viel daran,
neue Publikumsschichten ins Konzert zu bringen und im Dialog mit dem Publikum zu bleiben. Seine natürliche Musikalität und seine
unkonventionelle Art führen immer wieder
zu weiteren Einladungen als Gastdirigent.
In dieser Saison hat er Debüts beim Philharmonia Orchestra London, der Deutschen
Kammerphilharmonie Bremen, dem SWR Orchester Stuttgart und dem
Lahti Symphony Orchestra. Mit dem BBC Symphony Orchestra hat er sein
Debüt in der Barbican Hall. Wiedereinladungen führen ihn zur Deutschen
Radio Philharmonie, dem Oslo Philharmonic, dem Danish National Symphony Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic, dem Netherlands
Philharmonic Orchestra und dem Orchestre National de Lyon. Mit dem
Orchestre de Chambre de Lausanne unternimmt er eine DeutschlandTournee, die nach Bremen, Hamburg, Hannover und Düsseldorf führt.
In Nordamerika hat er Dirigierverpflichtungen beim Baltimore Symphony Orchestra und den San Diego, Milwaukee und Vancouver Symphony Orchestras.
Joshua Weilerstein kommt aus einer musikalischen Familie. Seine Karriere entwickelte sich schnell, nachdem er den ersten Preis und den Publikumspreis beim Malko Competition for Young Conductors in Kopenhagen gewonnen hatte. Die Kommunikation mit dem Publikum ist ihm sehr
wichtig. Er legt Wert sowohl auf das traditionelle Repertoire wie auch auf
zeitgenössische Werke und er ist bestrebt, in jedem seiner Programme
auch ein Werk eines Zeitgenossen zu Gehör zu bringen.
Auch das junge Publikum liegt ihm am Herzen, vor allem seit seiner Zeit
als Assisant Conductor des New York Philharmonic Orchestra, wo er sich
bei den Young People’s Concerts engagiert hat. Auch beim Orchestre de
Chambre de Lausanne dirigiert er Kinder-, Jugend- und Familienkonzerte.
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Deutsche Radio Philharmonie © Marco Borggreve
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DEUTSCHE RADIO PHILHARMONIE SAARBRÜCKEN KAISERSLAUTERN
Die Deutsche Radio Philharmonie ist das jüngste deutsche Rundfunksinfonieorchester. Der Klangkörper entstand 2007 aus der Fusion von Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken (SR) und Rundfunkorchester Kaiserslautern (SWR). Chefdirigent ist der Brite Karel Mark Chichon. Er folgte
Christoph Poppen, der die Position seit der Gründung des Orchesters 2007
innehatte. Stanislaw Skrowaczewski ist dem Orchester seit vielen Jahren
als Erster Gastdirigent und nun als Ehrendirigent verbunden.
Programmakzente setzt das Orchester sowohl im klassisch-romantischen
Kernrepertoire wie auch an den äußeren Koordinaten des Repertoires.
Unter Leitung von Chefdirigent Karel Mark Chichon entsteht zurzeit die
Gesamtaufnahme des sinfonischen Werks von AntonĀn DvoĂák. Mit Spezialisten erarbeitete historisch-informierte Interpretationen der Vorklassik
sind genauso Bestandteil der Orchesterarbeit wie regelmäßige Uraufführungen zeitgenössischer Musik, die Vergabe von Auftragswerken oder die
„Saarbrücker Komponistenwerkstatt“, die allerjüngsten Komponisten ein
Podium zur Aufführung erster Orchesterwerke bereitstellt.
Der Aktionsraum der Deutschen Radio Philharmonie erstreckt sich über
die Orchesterstandorte Saarbrücken und Kaiserslautern hinaus auch ins
grenznahe Frankreich und Luxemburg, nach Mainz, Karlsruhe, Brüssel,
Ludwigshafen und Worms. Tourneen führten in den letzten Jahren in die
Schweiz, nach China, Japan und 2012 und 2014 nach Südkorea.
Die Konzerte des Orchesters werden in den Hörfunkprogrammen des
Saarländischen Rundfunks, des Südwestrundfunks oder über die European
Broadcasting Union gesendet sowie im SR/SWR-Fernsehen und auf ARTE.
Zu der umfangreichen Orchester-Diskographie gehören neben den Gesamteinspielungen der Sinfonien von Brahms, Mendelssohn, Tschaikowsky, Schumann und Gouvy mehrere mit internationalen Preisen ausgezeichnete CDs. Zuletzt wurde die CD „Französische Posaunenkonzerte“
(PercPro, Solist: Fabrice Millischer) und „Meditation“ (DG, Solistin: ElĀna
Garanąa) mit dem ECHO Klassik-Preis ausgezeichnet. Die CD mit dem Pianisten Joseph Moog „Klavierkonzerte Grieg und Moszkowski“ wurde für
den Grammy 2016 nominiert. Aktuell arbeitet das Orchester mit Chefdirigent Karel Mark Chichon an einer Gesamteinspielung der Sinfonien von
AntonĀn DvoĂák.
„Klassik macht Schule“ – ein Angebot aus Kinderkonzerten, Familienkonzerten und verschiedenen Musikvermittlungsprojekten wie z.B. 2015 der
ARD Schulsinfonie „Gershwin-Experiment“ – richtet sich speziell an das
junge Publikum.
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DRP-AKTUELL
Grammy-Nominierung für DRP-CD mit dem Pianisten Joseph Moog
Die von dem Pianisten Joseph Moog und der DRP unter der Leitung des
Dirigenten Nicholas Milton eingespielte CD mit Klavierkonzerten von Edvard Grieg und Moritz Moszkowski wurde in der Kategorie „Best Classical
Instrumental Solo“ für den Grammy 2016 nominiert. Die Verleihung der
Grammy Awards findet am 15. Februar in Los Angeles statt. Mit stupender Technik und einem ausgezeichneten Spürsinn für die Repertoirewahl
nimmt Joseph Moog im Kreis der jungen Pianisten-Elite eine Sonderstellung ein. „Alleine wegen des Moszkowski-Konzerts muss man diese CD
haben“, meint der Daily Telegraph. Die CD ist bei dem Label Onyx erschienen und am Verkaufsstand von Musikhaus Knopp im Foyer erhältlich.
Hans Zender – „komponierte Interpretation“ von Schuberts „Winterreise“
Als Hommage an den herausragenden Komponisten und Dirigenten Hans
Zender, der 1971 bis 1984 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters
Saarbrücken war, steht im Studiokonzerte am Freitag, 22. Januar im SRSendesaal seine „komponierte Interpretation“ von Schuberts „Winterreise“ auf dem Programm: der Schubertsche Gesangspart ist unverändert
übernommen, aus der Klavierbegleitung zauberte Zender einen farbigfantasievollen Orchestersatz. 1993 uraufgeführt vom Ensemble Modern
und Christoph Prégardien, singt nun dessen Sohn Julian Prégardien.
Unmittelbar vor dem Studiokonzert findet bereits um 18 Uhr eine Diskussionsrunde über Aufführungspraxis und Bearbeitungsformen der
„Winterreise“ statt, mit Hans Zender, dem Tenor Julian Prégardien und
Thomas Seedorf von der Internationalen Schubert Gesellschaft.
Bereits am 19. und 20. Januar ist Zenders „Winterreise“ als szenisches Konzert im Grand Théâtre Luxembourg zu erleben.
Primadonna mit Taktstock – Studiokonzert EXTRA mit Mirga Grazinyte-Tyla
Nach ihrem fulminanten DRP-Debüt beim diesjährigen Klassik Open Air in
Losheim, präsentiert sich die junge Litauerin demnächst noch einmal mit
der DRP. In einem Studiokonzert EXTRA am Samstag, 6. Februar 2016 dirigiert sie um 20 Uhr im SR-Sendesaal eine Orchestersuite aus dem Ballett
„Das goldene Schlüsselchen“ von Mieczyslaw Weinberg und die 4. Sinfonie von Peter Tschaikowsky. Zur Zeit ist Mirga Grazinyte-Tyla Musikdirektorin am Landestheater Salzburg und Assistant Conductor beim Los Angeles
Philharmonic mit seinem Chefdirigenten Gustavo Dudamel. Karten zum
Preis von 16 Ą (erm. 8 Ą) gibt es im SR-Shop Musikhaus Knopp und bei allen
proticket Vorverkaufsstellen.
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DIE NÄCHSTEN KONZERTE
Sonntag, 17. Januar 2016 | 17 Uhr | Fruchthalle Kaiserslautern
2. „SONNTAGS UM 5“
SWR Junge Opernstars
Emmerich-Smola-Förderpreis 2016 (Preisträgerkonzert)
Deutsche Radio Philharmonie | Dirigent: Marco Comin
Andreja Zidaric, Sopran | Laura Telly Cambier, Sopran
Szilvia Vörös, Mezzosopran | Lukhanyo Moyake, Tenor
Ludwig Mittelhammer, Bariton | Javid Samadov, Bassbariton
Moderation: Markus Brock
Werke von W. A. Mozart, Leonard Bernstein, Giuseppe Verdi,
Charles Gounod, Gaëtano Donizetti, Giacomo Puccini, Jules Massenet,
Francesco Cilea, Albert Lortzing, Gioacchino Rossini u. a.
Freitag, 22. Januar 2016 | 20 Uhr | Funkhaus Halberg, Großer Sendesaal
3. STUDIOKONZERT
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Robert Reimer | Julian Prégardien, Tenor
Hans Zender: Schuberts „Winterreise“, eine Komponierte Interpretation
für Tenor und kleines Orchester (1993)
18.00 - 19.30 Uhr | Funkhaus Halberg | Großer Sendesaal
PODIUMSGESPRÄCH
Aufführungspraxis und Bearbeitungsformen der „Winterreise“
Teilnehmer: Hans Zender | Julian Prégardien
Thomas Seedorf (Internationale Schubert Gesellschaft)
Moderation: Nike Keisinger (SR2)
Donnerstag, 21. Januar 2016 | 13 Uhr | Fruchthalle Kaiserslautern
3. „À LA CARTE“
Deutsche Radio Philhamronie
Dirigent: Karel Mark Chichon | Alexander Buzlov, Violoncello
Moderation: Sabine Fallenstein
Werke von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann
Freitag, 6. Februar 2016 | 20 Uhr | Funkhaus Halberg | Großer Sendesaal
STUDIOKONZERT EXTRA
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Dirigentin: Mirga Grazinyte-Tyla
Werke von Mieczylaw Weinberg und Peter Tschaikowsky
Vor der Pause Podiumsgespräch mit der Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla
über den Komponisten Mieczylaw Weinberg
Moderation: Bettina Zacher, SR 2 KulturRadio
Wir möchten Sie höflich darauf hinweisen, dass Bild- und Tonaufnahmen während der Konzerte der DRP nicht gestattet sind!
Text: Eckhard Roelcke | Textredaktion: Dr. Beate Früh
Programmredaktion: Benedikt Fohr | Herausgeber: Deutsche Radio Philharmonie
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