Ratgeber & Mode Nr. 105 21 Fieber bei Kindern Eines der häufigsten Probleme für Eltern ist plötzlich auftretendes Fieber bei ihrem Kind, und infolge dessen einer der häufigsten Gründe, die Praxis des Kinderarztes, den Notdienst oder eine Klinik aufzusuchen. Ursachen von Fieber Die mit Abstand häufigsten Gründe für Fieber bei Kindern sind Infektionen, meist Virusinfektionen, die gerade in den ersten fünf, sechs Lebensjahren sehr häufig auftreten; insgesamt müssen wir mit 50 bis 100 Infektionen in diesem Lebensabschnitt rechnen, die allerdings nicht alle mit Fieber verbunden sind. Der Grund hierfür liegt in dem noch nicht vollständig entwickelten Abwehrsystem des Körpers, das erst noch trainiert werden muss. Viel seltener sind andere Fieberursachen wie erhöhte Wärmeproduktion bei Kindern, die sich sehr intensiv bewegen und heftig mit großer Unruhe schreien, Austrocknung (sogenannte Durstfieber) und Überhitzung mit Wärmestau durch zu warme Bekleidung in warmer Umgebung, so dass die Wärmeabgabe behindert wird, oder beim Sonnenstich. Selten können auch bestimmte Medikamente oder Impfungen Fieber hervorrufen; auch kann Fieber schon mal das erste Anzeichen einer sogenannten Systemerkrankung wie Leukämie oder von Tumoren sein. Nutzen und Gefahren von Fieber Fieber ist keine Krankheit, sondern eine meist sinnvolle Reaktion des Körpers auf eine Infektion, da die meisten Krankheitserreger am besten bei 37°C im Körper überleben, und höhere Temperaturen (ideal wären 38,539°C) ihnen das Leben schwer machen. Außerdem lässt sich nachweisen, dass bei 38,5-39°C verschiedene Systeme der körpereigenen Abwehrreaktion am effektivsten arbeiten. Optimal wäre es daher, bei einer Infektion die Temperatur in diesem Bereich zu halten, zumal dann auch das Wohlbefinden der Patienten noch nicht so stark beeinträchtigt ist; nur gibt es leider keinen entsprechenden Thermostaten, den wir einfach nur ein- stellen müssten. Höheres Fieber ist für den Patienten immer unangenehm; wirklich gefährlich wird es aber erst über 41°C, und auch das nur dann, wenn diese Temperatur über längere Zeit, das heißt ca. 12 Stunden, nicht gesenkt werden kann. Es kann sich eine zunehmende Herz- und Kreislaufschwäche entwickeln, da der Puls dann bei 180 und höher liegt und das Herz keine ausreichende Erholungspause zwischen den Herzschlägen mehr hat. Niedrigere Temperaturen als 41°C können ebenfalls gefährliche Folgen haben, wenn die Kinder nichts mehr zu sich nehmen, vor allem Flüssigkeit verweigern, und dazu noch erbrechen. Dies kann zur Austrocknung führen, die wiederum höheres Fieber begünstigt. Auch die starke Unruhe und Schlafstörung von Kleinkindern kann sich negativ auswirken. Bei den Eltern besteht oft große Angst vor Fieberkrämpfen. Diese sind jedoch in aller Regel harmlos; erst wenn sie länger als 30 Minuten anhalten oder wenn nach dem Krampf Störungen von Nervenfunktionen zurückbleiben, spricht man von sogenannten komplizierten Fie- berkrämpfen, die behandelt werden müssen. Dies gilt in der Regel auch für Fieberkrämpfe bei Kindern unter 1 oder über 6 Jahren oder bei sehr gehäuft auftretenden Fieberkrämpfen. Warum, wann und wie Fiebersenkung? a) Warum? 1) bei sehr hohen Temperaturen über 41°C aus den vorher genannten, rein medizinischen Gründen; 2) bei Temperaturen unter 39°C möglichst überhaupt nicht, außer wenn das Kind sehr leidet, keine Ruhe findet, nicht mehr trinkt usw. 3) bei Temperaturen über 3939,5°C in der Regel ja, sich dann beinahe jedes Kind – es gibt Ausnahmen! – sich sehr unwohl fühlt, sehr unruhig schläft, sich also langsamer erholt, und wenig zu sich nimmt. b) Wann? in der Regel liegen die Temperaturen (wie auch beim Gesunden) am späten Nachmittag bis Abend um 0,5-1° höher, als morgens; meist wird also auch zu diesen Tageszeiten oder nachts eine Fiebersenkung sinnvoll sein c) Wie? 1) am wichtigsten ist reichliche Zufuhr von Flüssigkeit. Wenn das Kind gut trinkt, ist es in Ordnung; bei schwerkranken Kindern kann eine Infusionsbehandlung in der Praxis oder Klinik erforderlich werden. 2) physikalische Maßnahmen wie sehr leichte, lockere Kleidung oder völlige Entkleidung; Wadenwickel sind nur bei heißen Waden sinnvoll, sonst eher Wickel am Rumpf; bei schwer zu senkender Temperatur Abkühlungsbad bei 36-37°C für 10 Minuten, dabei wegen möglicher Kreislaufreaktion Kind nicht allein lassen. 3) medikamentös: Paracetamol als Zäpfchen, Saft oder Tablette. Dabei muss man unbedingt Höchstdosis beachten, sonst sind Leberschäden möglich. Die Höchstdosis beträgt Wo grüßt man sich an Weihnachten mit „boas festas“? 16. pro Tag 60 mg pro Kilogramm Körpergewicht, also bei einem 13 kg schweren Kind maximal 3 Zäpfchen à 250 mg. Ibuprofen als Saft oder Tablette, z.B. Dalsy oder Junifen jarabe 2%. Einzeldosis 8 mg/kg, also bei 13 kg 104 mg, also 5 ml, da 1 ml 20 mg enthält. Kann notfalls 4-6 x täglich gegeben werden. Medikamente wie Novaminsulfon (Novalgin, Nolotil) oder Aspirin nur auf besondere ärztliche Verordnung verwenden wegen möglicher, wenn auch seltener Nebenwirkungen. Wann ist ein Arztbesuch notwendig? a) bei schlechtem Zustand des Kindes (kein Trinken, wiederholtes Erbrechen, starke Unruhe, Schmerzen, auffälliges Schreien, vor allem Wimmern) baldmöglichst b) wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält, auch bei relativ gutem Zustand des Kindes; z.B. ist eine eitrige Mandelentzündung möglich, ein Harnwegsinfekt usw. Dr. med. Christoph Bosch Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Promotion Herbst/Winter Kollektion 2010/11 Al Paradise Die Al Paradise-Boutiquen, exklusiv auf Teneriffa, mit einigen Shops auf der Insel vertreten, präsentieren ihre grandiose Herbst/ Winter Kollektion 2010/11 mit zeitloser Mode in einer Vielzahl von Farbdessins für die modebewusste Frau von heute. Al Paradise Al Paradise