10. Psychische Phänomene, neur. grundlagen [Kompatibilitätsmodus]

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1. Biologische Grundlagen:
Großhirn: - evolutionsgeschichtlich jüngster Teil des Gehirns
- etwa 85 Prozent der Gehirnmasse des Menschen
- verbraucht einen sehr großen Teil des gesamten Energiehaushalts des
Körpers
- Speicherung von Erfahrungswissen, kognitive Kontrolle über
emotionale Impulse
- Bewusstsein des Menschen, Wille, Gedächtnis, Kreativität
- Entscheidungsprozesse
- Informationsverarbeitungsprozesse
- Steuerungsprozesse
Kleinhirn:
unbewusste bzw. voll automatisierte Koordination aller
Bewegungen und des Gleichgewichtssinnes
Limbischen System: - wird auch das emotionale Gehirn genannt
- Ursprung der für Lernen und Handeln nötigen Motivation
- beeinflusst Gedächtnis
- Ausgangspunkt für Spieltrieb und das Lernen durch Nachahmen
- entwickelte sich in der Phase der Entwicklung der Säugetiere
- reguliert Impulse, die mit der sozialen Natur von Tieren, also mit
elementaren Gefühlsregungen wie Sorge um den Nachwuchs,
Angst, Liebe, Lust, usw. zu tun haben
- Steuerung und Kontrolle der Gefühle und des Sexuallebens
- physiologische Funktion: Regulierung der Ausschüttung von
Hormonen und chemischen Nervenbotenstoffen
(Neurotransmitter) wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin
Kleinhirn: - zuständig für die unbewusste bzw. voll automatisierte Koordination aller
Bewegungen und den Gleichgewichtssinn
- Steuerung der willentlichen Muskelanspannungen, die mittels automatisierter
Routinen für die richtige Körperhaltung und das Gleichgewicht sorgen
Hirnstamm: - ältester Teil des Gehirns (auch Reptilienhirn)
- vegetative Funktionen, dient der unbewussten Regelung von Atmung,
Blutdruck, usw.
- die auf Selbsterhaltung gerichtete instinkthafte Reaktionen (‚fight or fly
impulse’) auslösend
- Befriedigung der Grundbedürfnisse
Neuronale Grundlagen der Reizweiterleitung
Informationsverarbeitung im
Gehirn durch Aktivierung der
Nervenzellen
Die Weiterleitung einer Erregung ist ein elektrischer Vorgang. Im Ruhezustand herrscht
an der Zellmembran einer Nervenzelle eine niedrige elektrische Spannung, da
positiv und negativ geladene Teilchen im Zellinneren und Zelläußeren unterschiedlich
verteilt sind.
Diese Spannung wird als Ruhepotential bezeichnet.
Die elektrische Spannung im Ruhezustand (Ruhepotential) beträgt 0 – 75mV
im Zellinneren hauptsächlich K+
im Zelläußeren Na-,Cl-
Wenn die Nervenzelle aber durch äußere Reize oder durch andere Nervenzellen
erregt wird, strömen positiv geladene Teilchen ins Zellinnere, wodurch sich die
Spannung verändert. Dieser elektrische Zustand wird Aktionspotential genannt.
In regelmäßigen Abständen haben die Axone Einschnürungen, sogenannte
Ranvier´sche Schnürringe, an denen sich Aktionspotentiale ausbilden. Diese
elektrischen Reize werden an die Synapse weitergeleitet.
Die besonders schnelle Form der Reizweiterleitung wird als überspringende
Erregungsleitung bezeichnet.
Neurotransmitter
Neurotransmitter: -chemische Substanzen, die durch eintreffende
Impulse ausgeschüttet werden und eine erregende oder hemmende
Funktion auf das empfangende Neuron ausüben
- z.Z. sind über 100 verschiedene Neurotransmitter
bekannt
Eine gängige Unterteilung der Neurotransmitter ist die Klassifizierung nach
ihren chemischen Merkmalen, die jedoch sehr unterschiedlich sind.
Wichtige Neurotransmitter sind
•
Acetylcholin,
•
Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin (Katecholamine),
•
Serotonin sowie
•
Glutamat und GABA.
Acetylcholin (ACh): - einer der wichtigsten Neurotransmitter
- vermittelt z.B. die Erregungsübertragung
zwischen Nerv und Muskel
Viele kognitive Prozesse sind an Acetylcholin als Botenstoff
gebunden. So besteht bei der Alzheimerschen Krankheit durch
Absterben von hauptsächlich ACh produzierenden Nervenzellen
ein Mangel an Acetylcholin.
Noradrenalin: - der hauptsächliche Neurotransmitter des
nach außen
Sympathikus („Fight or Flight“
gerichtete Handlungsbereitschaft)
- wirkt nach Ausschüttung aus dem Nebennierenmark aber auch als Hormon
Noradrenalin zieht die Widerstands- und Kapazitätsgefäße
zusammen, erweitert die Herzkranzgefäße und steigert Blutdruck
und senkt die Herzfrequenz.
Adrenalin: - ein Hormon, das in Stress-Situationen im Blut
ausgeschüttet wird
Adrenalin steigert den Gefäßtonus, erhöht den Blutdruck und die
Herzfrequenz. Es bewirkt eine schnelle Bereitstellung von
Energiereserven durch Fettabbau sowie die Freisetzung und
Biosynthese von Glucose. Auch reguliert es die Durchblutung und
die Magen-Darm-Tätigkeit.
Dopamin: - reguliert die Durchblutung innerer Organe
Dopamin wird für eine Vielzahl von lebensnotwendigen
Steuerungs- und Regelungsvorgängen benötigt. Unter anderem
beeinflusst Dopamin die Motorik und steht in Zusammenhang
mit der Parkinsonschen Erkrankung.
Ebenso steht der Dopaminhaushalt im Zusammenhang mit den
neurobiologischen Aspekten von Psychosen und verschiedenen
Störungen (z.B. auch Schizophrenie).
Serotonin beeinflusst physiologische Abläufe wie
beispielsweise:
– Schmerzempfindung
– Gedächtnisleistung
– Schlafsteuerung
– Essverhalten
– Sexualverhalten
– Thermoregulation
Darüber hinaus beeinflusst Serotonin eine Vielzahl von
emotionalen Prozessen wie Aggression und Angst.
Ein gestörtes Serotonin-Gleichgewicht findet sich u.a. bei
Krankheiten wie Depressionen, Zwangserkrankungen und
Angststörungen.
Außerhalb des ZNS bewirkt Serotonin u.a. eine Blutdrucksenkung,
eine verstärkte Thrombozytenaktivität (erhöhte Blutungsgefahr) und
eine Steigerung der Muskeltätigkeit im Darm.
Glutamat: - für die Bewegungsteuerung, Sinneswahrnehmung und
auch das Gedächtnis unabdingbar
Bei Alzheimer-Patienten ist die Freisetzung und Aufnahme von
Glutamat beeinträchtigt. Auch dürfte der Botenstoffe an der
Entstehung epileptischer Anfälle beteiligt sein.
GABA: - ist ein hemmender Neurotransmitter im Gehirn
- dockt er an den Rezeptor an, so setzt er die Erregbarkeit
der Nervenzellen herab
Somit ist GABA gewissermaßen der Gegenspieler von Glutamat.
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