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SVC (Spring viremia of Carp)
Frühlingsvirämie beim Koi
» Bilder/TexT: dr. veT. med. Werner HoedT, dr. veT. med. Friederike Weinzierl, TierärzTin maiTe ScHneider
Die Frühlingsvirämie ist in vielen teilen europas sowie in China, usa unD Brasilien weit verBreitet. sie ist eine
DurCh viren BeDingte erkrankung. Der erreger, Das sogenannte spring viremia oF Carp virus gehört zur Familie
Der rhaBDoviriDae. in alter literatur FinDet man Die krankheit auCh unter Dem BegriFF akute oDer inFektiöse
BauChwassersuCht. 1971 konnte Der erreger erstmals naChgewiesen werDen.
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»Svc – FrüHlingSvirämie Beim koi«
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Zeichnung Virus
Hat
Blutungen in der Haut
infeKtion überstanden,
so bleibt er lebenslang Virusträger und
Kann unter bestimmten umständen andere
fiscHe infizieren.
ein
Koi
die
Bei einer Wassertemperatur von ca. 14°C
herrscht die höchste Ausbruchswahrscheinlichkeit. Wassertemperaturen niedriger als 10°C
und höher als 20°C machen einen Krankheitsausbruch unwahrscheinlich. Die Erkrankung verläuft akut und ist hochinfektiös. Fische aller Altersklassen können erkranken. Bei Nutzkarpfen
sind hauptsächlich ein- und zweijährige Tiere
betroffen.
Die Erkrankung unterliegt derzeit nicht mehr der Meldepflicht.
In Privatkoihaltungen spielt die Erkrankung keine große Rolle. Sie ist eher ein Problem der
Koizucht und des -handels. Die Nutzkarpfenbestände in Europa sind mittlerweile weitgehend
durchseucht, so dass es auch hier selten zu größeren Ausfällen kommt.
Wenn ein Koi erkrankt, zeigt er verschiedenste Anzeichen. Es kommt zu Atemnot, welche sich durch
Stehen an sauerstoffreichen Bereichen des Teichs äußert, zu unkoordinierten Schwimmbewegungen
und Dunkelfärbung. Die Fische bekommen Glotzaugen. Es kommt zu Blutungen in der gesamten
Haut, der Muskulatur sowie den Kiemen. Durch den Blutverlust kann es zu blassen Kiemen kommen.
Weitere Symptome können Auftreibungen der Leibeshöhle und ein Ausstülpen des Afters sein. Daher sollte bei einer sogenannten Bauchwassersucht auch an SVC gedacht werden. Der Kot wird in
langen Strängen ausgeschieden.
Wird ein Tier infiziert, kommt es zu einer Virusvermehrung im Blut. Danach werden die inneren Organe infiziert. Hat ein Koi die Infektion überstanden, so bleibt er lebenslang Virusträger und kann unter
bestimmten Umständen andere Fische infizieren. Das Virus wird mit dem Kot der Fische in das Wasser abgegeben. So kann die Infektion über das Wasser übertragen werden. Auch eine Verschleppung
über Gerätschaften wie Kescher ist denkbar. Als Haupteintrittspforte werden die Kiemen angesehen.
Eine Übertragung ist aber auch durch blutsaugende Parasiten wie zum Beispiel die Karpfenlaus oder
Fischegel möglich. Heute verlaufen Ausbrüche der Erkrankung weitgehend verlustfrei.
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