Koi-Karpfen - SWR Kindernetz

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Koi-Karpfen | Tierlexikon für Kinder - Archiv | SWR Kindernetz OLI's Wilde Welt
Koi-Karpfen
Cyprinus carpio
Ihr Name kommt aus dem Japanischen und bedeutet "bunter Karpfen".
Sie sind in leuchtenden Farben getupft, gestreift oder getigert - kein Koi
gleicht dem anderen.
Aussehen
Auch wenn sie noch so verschieden aussehen, lassen sich Koi-Karpfen
auf den ersten Blick erkennen:
Sie sind meist weiß, orange, gelb oder schwarz gefärbt und tragen die
verschiedensten Muster, die sich erst mit zunehmendem Alter entwickeln.
Manche sind weiß und haben nur einen leuchtend orangeroten Fleck auf
dem Kopf, andere sind schwarz mit gelber oder roter Zeichnung, wieder
andere haben viele orangerote Flecken und manche sind weiß und
schwarz gefleckt wie ein Dalmatiner-Hund.
Die Vorfahren der Koi sind Karpfen, wie es sie in Weihern und Teichen
gibt.
Koi sind aber viel schlanker als Karpfen und gleichem eher einem großen
Goldfisch.
Von Goldfischen lassen sie sich aber ganz leicht unterscheiden: Sie
tragen zwei Paar Bartfäden auf der oberen und unteren Lippe - das sind
lange Fäden, die zum Tasten und zum Riechen dienen. Den Goldfischen
fehlen diese Bart-Fäden.
Außerdem sind Koi viel größer als Goldfische: Sie werden bis zu einem Meter lang, die meisten
messen etwa 70 Zentimeter.
Heimat
Koi stammen vom Karpfen ab. Vermutlich waren sie ursprünglich in den Seen und Flüssen des Iran zu
Hause und wurden schon vor Tausenden von Jahren bis ins Mittelmeergebiet, nach Mittel- und
Nordeuropa und nach ganz Asien gebracht. Heute gibt es Karpfen als Zuchtfische auf der ganzen Welt.
Lebensraum
Karpfen leben in Teichen und Seen sowie in langsam fließenden
Gewässern.
Als Zierfische gehaltene Koi brauchen einen ziemlich großen Teich mit
sehr sauberem, gefiltertem Wasser.
Rassen und Arten
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Heute kennt man etwa 100 verschiedene Zucht-Formen von Koi, die
immer weiter miteinander gekreuzt werden, so dass immer neue Formen
entstehen.
Sie tragen alle japanische Namen:
Der Ai-goromo ist weiß mit roten Flecken und einer dunklen, netzartigen
Zeichnung. Der Tancho ist weiß mit einem einzigen roten Punkt auf dem
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Kopf, der Utsurimono ist schwarz mit weißer, roter oder gelber Zeichnung, der Bekko weiß, gelb oder
rot mit schwarzer Zeichnung.
Manche Koi - wie etwa der Ogon - sind sogar metallicfarben, andere haben golden oder silbrig
schimmernde Schuppen.
Lebenserwartung
Koi-Karpfen können bis zu 60 Jahre alt werden.
Alltag
Früher durfte nur der Kaiser von Japan Koi-Karpfen halten. Doch bis diese Fische nach Japan kamen,
hatten sie schon einen langen Weg hinter sich.
Die Chinesen züchteten bereits vor 2500 Jahren farbige Karpfen, die allerdings einfarbig und nicht
gemustert waren.
Schließlich brachten die Chinesen die Koi-Karpfen nach Japan. Dort
begann nach und nach der Weg der Koi vom Speisefisch zum LuxusKarpfen: Zuerst wurden sie in den Bewässerungsteichen der Reisfelder
gehalten und dienten ganz einfach als Speise-Fische, doch seit etwa
1820 werden Koi in Japan als kostbare Zierfische gezüchtet.
Aber wie wurden aus den unscheinbaren, braungrauen Karpfen die
leuchtend bunten Koi? Sie entstanden durch Veränderungen im Erbgut, so
genannte Mutationen.
Plötzlich gab es rote, weiße und hellgelbe Fische, und schließlich begannen
die Fischzüchter, die verschiedenfarbigen Koi zu kreuzen und züchteten so
gemusterte Tiere.
Als in Europa Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls durch Mutation Karpfen
ohne die typischen Fisch-Schuppen entstanden (die so genannten
Lederkarpfen), sowie Karpfen mit großen, glänzenden Schuppen auf dem
Rücken (die so genannten Spiegelkarpfen), wurden auch sie nach Japan gebracht und mit den Koi
gekreuzt.
Wie die gewöhnlichen Karpfen schwimmen die Koi tagsüber im Wasser
herum und suchen nach Futter.
Im Winter halten sie eine Art Winterschlaf. Sie tauchen ganz auf den
Teichgrund und ihre Körpertemperatur sinkt.
So verschlafen sie die kalte Jahreszeit.
Nachwuchs
Koi bekommen nicht so leicht Nachwuchs. Sie pflanzen sich nur fort, wenn sie sich wirklich wohl
fühlen. Nur dann laichen sie im Mai oder Anfang Juni ab. Dabei stupst das Männchen das Weibchen in
die Seite, um es zur Ei-Ablage anzuregen. Meist passiert das in den frühen Morgenstunden.
Ein Koi-Weibchen, das vier bis fünf Kilogramm wiegt, legt etwa 400 000 bis 500 000 Eier ab. Diese Eier
werden von den Züchtern aus dem Wasser genommen und in speziellen Becken betreut, bis nach vier
Tagen die kleinen Fische schlüpfen.
Nicht alle kleinen Koi sind so schön bunt gefärbt und gemustert wie ihre Eltern. Nur die schönsten von
ihnen werden aufgezogen und wieder zur Zucht verwendet.
Ernährung
Koi werden mit einer speziell für sie zusammen gestellten Futtermischung gefüttert.
Ansonsten mögen sie klein geschnittenen Salat, Äpfel, Haferflocken, Regenwürmer, Krabben und
etwas Weißbrot oder Forellenfutter.
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Haltung
Wer einen Koi halten möchte, muss lange darauf sparen: Sie gehören zu den kostbarsten Fischen,
und der Preis für einen Koi kann bis zu
30 000 Euro betragen, manchmal sogar noch mehr! Vielleicht tut es anstatt dessen ja auch ein
Goldfisch - der ist auf alle Fälle leichter zu halten und zu pflegen.
Koi brauchen viel Platz: Sie fühlen sich in einem Teich wohl, der mindestens 1,50 Meter tief ist. Der
Teich muss sauber sein und es dürfen nicht zu viele Algen im Wasser wachsen.
Pflegeplan
Koi sind ziemlich anspruchsvoll. Das Wasser in ihrem Teich muss immer
gefiltert und jede Woche ganz ausgetauscht werden.
Koi sind ziemlich verfressen. Gibt man ihnen zuviel Futter, fressen sie
alles auf einmal auf.
Damit sie nicht zu dick werden und übrig gebliebenes Futter das Wasser
nicht verschmutzt, gibt man den Koi deshalb immer nur so viel, wie sie in
fünf Minuten fressen können.
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Sie sollten besser mehrmals am Tag kleine Portionen bekommen als
einmal am Tag zu viel.
Wer Koi hält, muss seine Fische immer gut beobachten. Nur dann merkt
man, ob ein Fisch vielleicht krank wird und zum Tierarzt muss.
Koi reagieren sehr empfindlich auf Stress. Wenn zum Beispiel zu viele
Tiere in einem Teich leben oder wenn das Wasser in ihrem Teich zu warm
ist, werden sie krank.
© Südw estrundfunk 2016
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