der Präsentationsfolien von Reinert - praxis

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Herzlich willkommen
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Systemische Traumtherapie und -pädagogik
Um was soll es gehen:
1. Stressverarbeitung
2. Etwas Statistik wenn es um Trauma geht
3. Was geschieht in traumatisierenden Situationen
4. Symptome und Diagnostik
5. Hintergründe für den Umgang
Systemische Traumatherapie
und Traumapädagogik
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ifs Stressverarbeitung Grundlagen
6. Einige praktische Hinweise
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Was sie an diesem Tag lernen können:
Sie können Belastungsstress von traumatischem
Stress unterscheiden
Sie kennen zentrale physiologische und
psychologische Prozesse des Traumaprozesses
Sie können die Bedeutung sozialer Systeme für den
Umgang mit traumatisierten Menschen einschätzen.
Sie werden einen Überblick über zentrale Symptome
und Merkmale einer Traumafolgestörung besitzen
Sie kennen einige zentrale Methoden der
Traumatherapie/pädagogik zur Stabilisierung.
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ifs Stressverarbeitung Grundlagen
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Was sind Ihre Erwartungen und Wünschen an diesen Tag?
Was müßte heute geschehen, damit Sie heute um 17:00 Uhr
zufrieden nach Hause gehen?
Was würden Sie gerne ihrem Mann, einer Freundin, einem
Kollegen erzählen, warum sich dieser Tag gelohnt hat?
Bitte sprechen Sie mit drei Kolleginnen oder Kollegen die
in ihrer Nähe sitzen über diese Fragen und überlegen
Sie was sie davon gleich ins Plenum bringen?
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ifs Stressverarbeitung
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ifs Stressverarbeitung
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Selbstmedikation bei hohem
und chronischem Stress:
3 Arten von Stress:
Alkohol
Belastungssteigerung
Schlafentzug
Drogen, Medikamente
extremer Sport
leichte Selbstverletzungen
Dissoziationen
sich verlieben, Bindung
Normaler Stress
Chronischer Stress
Traumatischer Stress
Viele psychische und körperliche Symptome bis hin zu
sogenannten Persönlichkeitsstörungen werden heute als
Stressverarbeitungsphänomene gesehen.
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ifs Traumatherapie Geschichte
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Systemische Traumatherapie und-pädagogik
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Verteilung von Taumatiserungen in er
Gesamtbevölkerung
2. Etwas Statistik wenn es um Trauma geht
– erste Definitionsversuche
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Traumatische Ereignisse und Traumafolgestörungen
(Gesamtbevölkerung)
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Häufigkeit von Traumata bei Kindern und Jugendlichen im
Rahmen der Jugendhilfe: Jaritz, Wiesinger u. Schmid 2008
Art der Traumatisierung
Häufigkeit in %
Vernachlässigung
72%
Vernachlässigung (Basics)
31%
Ereignis
Häufigkeit des
Ereignisses
Traumafolgestörung
Quelle
Sexuelle Gewalt
4%
35,4% Kind
57%Erwachsenen
Stieglitz 2005
Körperliche Mißhandlung
35%
Vergewaltigung
5,5%
Über 50%
Stieglitz 2005
Emotionale Mißhandlung
31%
Folter
50-70%
Van Velson 2004
Sexuelle Mißbrauch
15%
Kindesmisshandlung
36%
Kesssler u.a.2004
50%
7,6%
Stieglitz 2005
Zeuge körperlicher Gewalt
Fehlgeburt
25%
Engelhard 2003
Schwere Unfälle
Gewalterfahrungen
25%
Mc Farlane 2002
Unfall
19,4%
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Irgendein psychosoziales Traum
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Häufigkeit von Traumata bei Kindern und Jugendlichen im
Rahmen der Jugendhilfe nach einer Metastudie von Oswald 2010
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5%
75%
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Häufigkeit von psychischen Störungen bei Pflegekindern:
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• 61% der Pflegekinder waren im laufe ihres Lebens von einer
psychischen Erkrankung betroffen (Mc. Millen u.a. 2005)
Art der Traumatisierung
Häufigkeit in %
Vernachlässigung
18-78%
Mangende Verfügbarkeit der
Aufsichtsperson
21– 30%
• 32% davon mit mehr als einer psychischen Störung.
Körperliche Mißhandlung
6-48%
Emotionale Mißhandlung
8-78%
Sexuelle Mißbrauch
4-55%
Drogen und Alkoholmissbrauch
der Eltern
14-30%
• Die häufigsten Diagnosen sind nach einer Metastudie von
Oswald, Heil u. Goldbeck 2010: 37% reaktive
Bindungsstörung, 22% Bindungsstörung mit Enthemmung,
16-64% eine PTSD, 4-47% Störung des Sozialverhaltens,1021% ADHS, , 5-32% Depressionen, 3-20% Angststörungen.
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Definition:
Situationsfaktoren und individuellen
Bewältigungsmöglichkeiten, das mit dem Gefühl von
Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und
so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und
Interpersonelle
Traumata
(„man made“)
Weltbild bewirkt.
(G.Fischer. P. Riedesser 1998)
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
PTSD Symptome.
Hyperarousal, Vermeidung,
Intrusionen etc.
Bindungsstörung
Störung
der Interaktion
Typ II Traumata
Dissoziationsneigung
Medizinisch
bedingte Traumata
Sexuelle Übergriffe
(Vergewaltigung)
kriminelle bzw.
körperliche Gewalt (z.B.
bei Banküberfall)
Sexuelle und körperliche
Gewalt/Missbrauch in
der Kindheit bzw. im
Erwachsenenalter,
Kriegserleben, Geiselhaft,
Folter, politische
Inhaftierung
Komplizierter
Behandlungsverlauf
nach angenommenem
Behandlungsfehler
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
lebensbedrohlichen Situation keine sozialen Kontakte hatten.
Störung der
Impulskontrolle,
Selbstregulation,
Stresstoleranz
Störungen der
Emotionsregulierung
Selbstwert
ungünstige kognitive
Schemata
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Typ II Traumata
(mehrfach und
langfristig)
1. Individuelle apersonale Traumatisierungen, das Trauma widerfährt einem
einzelnen ohne das andere Menschen anwesend sind (Autounfall auf einer
einsamen Straße, Herzinfarkt auf dem Spaziergang, Absturz bei einer
Bergbesteigung etc.) Häufig schwere Traumafolgestörungen weil sie in der
Psychopatologische Konsequenzen bei sequenziellen
Traumatisierungen
Soziale Wahrnehmung,
soziale Kompetenz
Typ I Traumata
(einmalig und
kurzfristig
Schematische
Akzidentelle
Schwere Einteilung traumatischer
Lang andauernde Ereignisse
Akute nach
Traumata oder
Verkehrsunfälle,
Terr undNaturkatastrophen
Maercker (z.B. Lebensgefährliche
Apersonale
berufsbedingte
Überschwemmungen,
Erkrankungen,
Traumata
Traumata (z.B. Polizei,
Erdbeben), Technische
chronische
Feuerwehr),
Katastrophen (z.B.
lebensbedrohliche
Naturkatastrophen
oder schwerste
Giftgaskatastrophe)
(kurz: Wirbelsturm,
Erkrankungen. Als
Brand etc.)
notwendig erlebte
medizinische Eingriffe.
Vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen
Störungen der Empathiefähigkeit, Mentalisierung
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Störungen der
kognitiven Funktionen
2. Individuelle Traumatisierung in einem sozialen Kontext: die Traumatische
Situation ereignet sich im Beisein anderer Menschen wie z. B. bei einem Unfall
und Kontext:
oder Traumatisierungen
durch einen medizinischen Eingriff.
Individuelle Traumatisierung durch einen Menschen
1. Einmaltaten z.B. ein Überfall
3. Länger andauernde Traumatisierungen .z.B. sexuelle Gewalt, Folter, Geiselnahme.
In diesen Fällen ist der Täter häufig eine bekannte und vertraue Person. Komplexe
Traumafolgestörungen sind hier sehr häufig zu erwarten. Diese Formen der
Traumatisierung kennzeichnen sich oft dadurch das bereits zu sehr frühen Zeitpunkt
begannen und dann über oft viele Jahre hinweg andauern. Die Traumafolgestörungen
sind meist sehr komplex bis zur Dissoziativen Identitätsstörung.
Störungen der
Körperselbstwahrnehmung
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)
(M.Schmidt
S.291
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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4. Parallele Traumatisierungen, z.B. im Krieg, Naturkatastrophen, Verkehrsunfall,
sogenannte Großschadensereignisse wie Eisenbahnunfälle etc. (Viele Menschen aber
nicht die gesamte Familie). Durch die Erfahrung das viele Menschen das gleiche Schicksal
erlitten haben entwickeln viele Menschen eine stärke Integrationskraft des traumatischen
Ereignisses. Nach der Akuten Belastungsreaktion treten weniger Traumafolgestörungen auf.
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ifs Traumatherapie Grundlagen
Resilienz
Vulnerabilität
Äußere
Sicherheit
Äußere
Katastrophen
5. Systemtraumatisierungen ein System erleidet miteinander durch einen bestimmten
Anlaß ein Trauma z.B. Familien die gemeinsam einen Autounfall erlitten haben, oder
gemeinsam auf der Flucht traumatisiert wurden, auch andere Systeme z.B.
Schulklassen. Durch das gleichzeitige erleiden der traumatischen Situation können die
systemeigenen Resilienzfaktoren eher angeregt und genutzt werden. Es entsteht ein ähnlicher
Effekt wie in einer Selbsthilfegruppe
6. Individuelle - Systemtraumatisierungen z.B. in Familien in denen mehrere
Familienmitglieder Traumata erlitten haben, allerdings durch unterschiedliche Anlässe
zum Beispiel Flucht, Autounfall, Gewalt. Traumafolgestörungen häufig komplex.
Systemeigne Resilienzfaktoren können weniger genutzt werden. Gegenseitige Retraumatisierung
leichter.
7. Transgenerationale Traumatisierung Traumatisierungen die in den
Vorgängergenerationen erlebt wurden, aber die Traumafolgestörungen an die
nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Symptome wie PTBS und komplexe
Innere Sicherheit
Gute
Bindungen
Innere Katastrophe
Man-made
Trauma
Traumafolgestörungen möglich, schwer zu diagnostizieren weil es keinen „offiziellen“ Grund gibt.
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Systemische Traumatherapie
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Systemische Traumatherapie
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Was sind meine Beobachtungen bei den Menschen mit
denen ich zusammenarbeite:
Sehe ich Klienten, Bewohner etc. mit einer
Traumafolgestörung??
• Was führt zu der Annahme?
• Gibt es eine Diagnose?
• Wenn ja, wie sie lautet Sie?
3. Was geschieht in der traumatischen
Situation und danach.
Wenn es keine Diagnose gibt, welche Beobachtungen führen
uns zu der Annahme, das eine Traumafolgestörung vorliegt?
Im Körper, mit der Psyche und im Gehirn
Welche Symptome, Verhaltensweisen beobachten wir?
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Systemische Therapie und Bindungstheorie
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Systemische Traumatherapie
Faktoren für die Schwere einer Traumafolgestörung
Anpassung, Integration
in die Persönlichkeit
Zeitpunkt
Anpassung, Integration
in die Persönlichkeit
Traumatisches
Ereignis
Akute Belastungsreaktion
Schockphase
Bis 48 Stunden
nach dem Ereignis
Bis 3 Monate
Chronische PTSD
Bis 6 Monate
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Systemische Traumatherapie
Unser Körper erlebt einen
toxischen Schock
Schutz Faktoren
Schon mal Opfer
gewesen, jung,
einsam, etc.
Kurz und apersonal,
Lang andauernd,
wiederholend,
alleine, jung, mit
Täter verbunden,
nahestehend.
Traumatisches Lebensalter, soziale
Eingebundenheit,
Ereignis
Lebenszeit
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Die normale Physiologie des
autonomen Nervensystems
Sympathikus und
Parasympathikus sind
ausgeglichen. Der ventrale
Vagus ist Aktiv. Er unterstützt
Ruhe und Gelassenheit, fördert
soziale Verbundenheit,
Kommunikation und dämpft die
Sympathikus Aktivierung und
moduliert unser emotionales
Empfinden.
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Sozial aufgehoben,
Akzeptanz, Mitgefühl,
Hilfsangebote,
Resilienzfaktoren,
Sichere Bindungen
danach
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Symptomfaktoren
Stabile, sichere
Beziehungen, sozial
akzeptiert,
Resilienzfaktoren
kognitive Entwicklung
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Wahrnehmung der Gefahr:
Das vegetative
Nervensystem springt an
Entweder der Sympathikus
(Gefahr!!!) oder der
Parasympathikus
(Entwarnung) übernehmen
die Regie.
Phase
davor
während
PTSD
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Systemische Traumatherapie
Einsam, Leugnung,
Entwertung,
Mitschuld,
unsichere
Bindungen,
Täterkontakt,
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Systemische Traumatherapie
Sympathikus: Mobilisierung von Energie für Flucht und Kampf
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Herzschlag (Herzklopfen und -jagen)
Blutdruck (Druckgefühl im Kopf, Flimmern vor
den Augen, Ohrensausen)
Blutumverteilung (Haut/innere Organe in
Muskeln/Lunge) Symptome Übelkeit, Kribbeln im
Gesicht Arme und Beine, Taubheit)
Atmung (Druck- oder Engegefühl in der Brust,
Schwindel, Ohnmacht, Atemnot, Muskelzucken
etc.)
Muskuläre Anspannung (wackelige u.
weiche Knie, Zittern)
Stoffwechsel (Hitzewallungen Schwitzen)
Appetit
Verdauung
Sexuelle Reaktion
Immunabwehr
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Systemische Traumatherapie
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Bleibt der Traumatische Stress bestehen oder wird die
Situation als ausweglos erlebt geschieht folgendes:
Systemische Traumtherapie
Ventraler
Vagus
Der Parasympathikus springt an:
Blutdruck sinkt (Sinn ist der Schutz vor Verblutung die
Symptome Kreislaufschwäche und Ohnmacht)
Puls sinkt (Empfindungslosigkeit, es wird schwarz vor den
Augen, das Bewußtsein weicht)
Blutumverteilung Ändert sich (Arbeitende Muskulatur hin zu
Haut und innere Organe. Symptome sind Erröten und weiche
Knie)
Aktivierung der Verdauung (Harn und Stuhldrang,
Verkrampfung der Magenmuskulatur)
Sympathi
kus
Aktivierung des Dorsalen Vagus: Er bremst die beiden
anderen Systeme (Sympatikus und Ventraler Vagus) aus. Er
innerviert insbesondere Herz, Atmung und Verdauungssystem.
Erhöhte Wachsamkeit – Blockierung des Denkens, Symptome
Nicht mehr klar denken können Angst verrückt zu werden.
Dorsaler
Vagus
Die körperlichen und Psychischen Reaktionen sind:
Totale Unterwerfung, Totstellreflex und Dissoziation
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Systemische Traumapädagogik
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Soziale Kommunikation oder Engagement,
Beruhigung durch Kontakt und Bindung ist
Überforderung
abhängig vom myelinisierten ventralen Vagus der
Dauerstress etc.
Gelassenheit fördert, indem er den Einfluß des
führen zur
Sympathikus auf das Herz hemmt. „Bindung
Umschaltung auf
beruhigt“
„Kampf und Fluchtverhalten“
kann sichtbar werden in
Kampf- und Fluchtreaktionen sind
unangemessener Angst,Mobilisation,
Aggressivität,
abhängig vom Sympathischen Nervensystem, mit
Burn-Out-Vorstufe,
vermehrter
metabolische und muskulärer
Speziell bei Kindern: ADHS
Aktivierung und Erhöhung von Herzfrequenz und
Bei Überforderung
Muskulatur
dauerhafte
Umschaltung auf
„Totstellreflex“
Kann sichtbar werden in:
Rückzug, Totstellreflex, Verhaltensstarre,
Immobilisation,
Apathie, Resignation,
Einfrieren sind abhängig vom ältesten und
Interessenlosigkeit, Dissoziation,
unmyelinisierten „dorsalen“ Vagus, der auch bei Speziell bei Kindern: Einkoten,
den Wirbeltieren vorkommt.
Einnässen, ADS
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Systemischen Traumatherapie
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Stressprozess im Gehrin:
Umweltreize
Bei hohem Stress springt nach ca. 1 Minute die HPA-Achse an
(Hypothalamus, Hypophyse=Hirnanhangdrüse [Pituitary] und
Nebennierenrinde [Adrenal Glands]).
Autonomes
Nervensystem
Neurozeption
Diese sorgt für die Freisetzung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol
Sicherheit
Ventraler
Vagus
hemmt
Soziale Interaktion
/Kommunikation,
Selbstberuhigung,
Erholung
(Bindungssystem u.a.)
Gefahr
Lebensbedrohung
hemmt
Sympathikus
Dorsaler
Vagus
Mobilisation
Kampf- oder
Fluchtverhalten,
Verteidigungssystem
aktiv, Erhöhung der
Körperaktivitäten
Immobilisation,
Totstellreflex, Totale
Unterwerfung.
Unterdrückung der
Körperaktivitäten,
Verteidigungssystem
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Bei diesem Prozess wird immer auch Beta- Endorphin gebildet. Das
bedeutet, wenn der Stress intensiver ist haben wir immer auch eine leichte
Analgesie (Schmerz-Unempfindlichkeit) und einen endorphinen Zustand.
Cortisol ist eine Stressbremse, ein Antistresshormon. Es reguliert gegen die
Stressreaktion. Cortisol bremst bildlich gesprochen die HPA-Achse und den
Stress aus.
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Systemische Traumatherapie
.
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Viel Stress = viel CRF = viel Cortisol = viel Adrenalin (normale Reaktion).
Es gibt zwei Ausnahmen von diesem Muster:
Erste Ausnahme:
ist die sogenannte Nebennierenrinden-Erschöpfung. Sie ist zu beobachten bei
langanhaltendem, chronischem Stress, den wir nicht beenden können (z.B.
Mobbing, Lebenskrisen). Dann wird Cortisol nicht weiter gesteigert, es sinkt
sogar. Die HPA-Achse springt nicht mehr an, CRF (Neuropeptid
CorticotropinReleasing-Faktor) geht runter und Cortisol sinkt und nichts scheint
uns mehr zu stressen. Dann sind wir völlig leer und ausgebrannt, nichts erreicht
uns mehr, das Immunsystem ist geschwächt, es werden keine Sexualhormone
mehr gebildet und die Wahrnehmung ist reduziert.
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Systemische Traumatherapie
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Thalamus: gilt als Schaltstelle mit Filterfunktion für
alle eintreffenden sensorischen Sinneseindrücken
Hippocampus (Seepferdchen): die Bibliothek
oder Festplatte des Gehirns, ist für die faktischkognitive und räumliche Zuordnung und
Kontextualisierung zuständig, dies ist
Voraussetzung für die Überführung in das
deklarative-explizite Gedächtnis und die
semantisch verfügbaren Erinnerungen. Die
Erinnerungen werden dann als zum Selbst
gehörig und damals erlebt. Der Hippocampus ist
auch für die Neueinspeicherung von
Erfahrungswissen unverzichtbar.
Systemische Traumatherapie
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Die zweite Ausnahme:
traumatischer Stress dann tritt ein HPA-Paradoxon auf. Vietnamveteranen oder
Menschen mit einer chronischen PTSD haben einen erniedrigten
Cortisolspiegel.
Das Paradoxon besteht darin, dass im Hypothalamus weiter CRF gebildet wird,
der Cortisolspiegel aber nicht weiter steigt.
Bei einer erneuten Stresssituation (z.B. angeregt durch einen Trigger wie ein
Kriegsfilm) fehlt die Cortisolbremse, so dass PTSD-Patienten viel früher
körperliche Reaktionen bekommen (Schweißausbruch, Zittern der Hände,
schnelles Herzklopfen, Angst etc.), d.h. Menschen mit PTSD haben eine
niedrigere Reizschwelle. Sie sind dünnhäutig, schreckhaft, leichter triggerbar
als andere.
Die Stressphysiologie springt schneller an: Sie zeigen eher eine Überflutung
durch Noradrenalin und sind schneller aufgeregt, dadurch reizbarer,
ablenkbarer, zeigen eine schlechtere Konzentration, sind leichter triggerbar,
empfänglicher für Intrusionen und Flashbacks.
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ifs Systemische Traumatherapie
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Die Amygdala ist ein erbsengroßer, mandelförmiger Kern im
limbischen System, die „Feuerwehr“. Sie bekämpft zu starke Affekte,
indem sie diese aus der Verarbeitung herausgreift und diese blockiert.
Merkmale: fragmentiert, leicht triggerbar. Blockade zu den
Sprachzentren, zum Thalamus, zur linken Gehirnhälfte.
Subjektive Qualität: Hier und Jetzt-Erleben, vorwiegend affektivphysiologisch (besonders mit Angst verbundene, körperliche und
gefühlsmäßige Erlebnisqualitäten) ohne Integration ins Selbst
(hinterlässt Erleben von Depersonalisation, Derealisation)
Der Hippocampus ist eine benachbarte größere Struktur, die aussieht
wie ein Seepferdchen. Er ist das „Archiv“ unseres Gedächtnisses.
Amygdala (Mandelkern): ist entwicklungsgeschichtlich älter, gehört zum limbischen System,
die Feuerwehr des Gehirns, ist ungefähr erbsengroß. Sie beurteilt die emotionale Wichtigkeit
oder Bedrohlichkeit einer Information und kann in einer sehr schnellen Schaltung Angst,
Flucht und Kampfbereitschaft mobilisieren.
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Merkmale: biographisch-episodisch-narrativ, Vernetzung mit
Sprachzentren, Thalamus und beiden Großhirnhemisphären.
Subjektive Qualität: Erinnerungen sind integriert im Selbst und gehören
zum Dort und Damals.
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Systemische Traumatherapie
Übung:
ifs
ifs Systemische Traumatherapie
Wie kann man sich diesen Prozess vorstellen:
Dieser „heiße Weg“ besteht aus nur einer Nervenzelle
zwischen Thalamus und Amygdala.
Die Amygdala bestimmt ob es zur Stressreaktion kommt, sie
setzt die Angst, unser Verteidigungssystem und hormonelle
Systeme in Gang, die „Stresskaskade“.
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ifs
In der traumatischen Situation wird der normale Prozess der
Informationsverarbeitung unterbrochen. Evolutionär geprägt ist die Priorität
das Überleben zu sichern. Das Sympathikussystem wird aktiviert und
Stresshormone sorgen für Kampf und Fluchtbereitschaft. Die Bewertung der
sensorischen Information durch die Amygdala und die Aktivierung der
Stresskaskade geschehen in Millisekunden. Erst danach kann die
differenzierte Bewertung durch präfrontalen Cortex und Hippocampus
einsetzen und die Bewältigungsstrategien aktivieren die Stressbremse und
das Signal von Entwarnung geben.
Bei Extremstress sind diese Verarbeitungsformen entkoppelt, traumatische
Erinnerungen werden zustandsabhängig (an die Physiologie des jeweiligen
Erregungszustands gekoppelt) gespeichert. Die Amygdala speichert
emotionale und körperliche Reaktionen partiell fragmentiert im ursprünglichen
Zustand, ohne Verbindung zu zeitlich-räumlicher Zuordnung durch den
Hippocampus, ohne sprachliche Verarbeitung im Brocazentrum und ohne
autobiographische Einordnung im präfrontalen Cortex.
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Amygdala „schlägt Alarm “ und aktiviert augenblicklich
den ganzen Organismus für Flucht oder Kampf
(Blutdruck, Puls und Atemfrequenz steigen, alle Organe
werden hormonal alarmiert).
Persönliche Schatzkiste:
Dient zur Sammlung guter Ereignisse Momente, Beziehungen
Erinnerungen etc.
Sie sollten über Symbole, Bilder, Briefe, Fotos, Tagebücher
Gegenstände erfahrbar und Sinnlich
rekonstruierbar sein.
Bitte darauf achten, das sich keine
Trigger in der Schatzkiste befinden.
Bitte erstellen Sie eine persönliche
Schatzkiste für sich oder einen
Klienten, Bewohner mit dem Sie
zusammenarbeiten. Tauschen sie sich anschließend
mit ihren Nachbarn über die Erfahrung aus.
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Systemische Traumatherapie
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ifs Systemische Traumatherapie
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Die „heißen“ Erinnerungsfragmente bleiben „ungekühlt“ im Zustand der peritraumatischen Dissoziation stecken. Sie können durch Trigger jederzeit im
ursprünglichen Zustand wieder aktiviert werden, so als geschehe das Trauma
jetzt. Das ähnelt einem klassischen Konditionierungsvorgang.
Ein hoher Adrenalinspiegel begünstigt die Einprägung dieser
Gedächtnisspuren, und damit die Konditionierung der Angstreaktion. Das
Cortisol dagegen scheint die Fragmentierung der Erinnerung und Amnesie zu
begünstigen (Sack, Markowitsch u.a.). Folge der Fragmentierten Speicherung
ist, dass die Betroffenen bei Triggerreizen immer wieder unkontrollierbar in
impliziten neuronalen Traumanetzwerken und Notfallreaktionen landen und sie
abgeschnitten von ihren Ressourcen sind. Diese Netzwerke werden so immer
fester geknüpft, gebahnt und sind immer leichter aktivierbar und es ist keine
Verarbeitung durch kortikale Strukturen möglich.
Es werden immer wieder die damals erfolglosen traumanahen
Bewältigungsstrategien und sympathikotonen oder parasympathikotonen
Verteidigungsstrategien aktiviert, als sei ständig Bedrohung zu erwarten.
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Systemische Traumatherapie
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Systemische Traumatherapie
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Was geschieht im Gehirn??
Amygdala
In einem Versuch spielte man
traumatisierten Personen
Berichte ein, die die
schlimmsten Augenblicke
schilderten die sie bei ihrer
Traumatisierung durchlebten.
In diesem Bild aus der gleichen
Versuchsreihe, sehen sie die
Aktivierung des visuellen Kortex.
Für die Versuchsperson ist es in
diesem Moment so, als würde
sie die traumatische Situation
erneut sehen, so als würde die
Situation jetzt neu erlebt.
Ähnlich wie es bei ReTraumatisierungen der Fall ist.
visueller
Kortex
Im ersten Bild sehen sie die
Aktivierung des Angstzentrums
im emotionalen Gehirn, dem
Bereich der Amygdala.
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Systemische Traumatherapie
Brocaregion
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In diesem Bild der Versuchsreihe ist
die Deaktivierung der Brocaregion zu
sehen. Das ist die Region im Kortex,
die für das Sprechen zuständig ist.
Es ist so, als wenn die Angst die
Sprache abgeschaltet hat. Es handelt
sich dabei um eine Art der SelbstAnästhesierung.
Bilder von Prof. Rauch (Harwvard)
Aus: Rauch u.a. :“A symptom provocation study of posttraumatic stress disorder using positron emission
tomography and script-driven imagery“ Archives of General Psychiatry1996
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Systemische Traumatherapie
Funktion
ifs
Situation
Nervensystem
Gehirnstruktur Handlungssystem
Sicherheit
Ventraler Vagus Kommunikation, Neocortex
Selbstbebewusst
ruhigung
Kopf, Herz,
Sprache,
Kontakt
Gefahr
Sympathikus
Mobilisierung
Kampf und
Flucht
Limbisches
System
konditioniert
Arme, Beine,
Bewegung
Lebensbedrohung
Dorsaler Vagus
Totstellen
Dissoziation
Hirnstamm
instinktiv
Eingeweide
Immobilität
Neocortex
Limbisches System
Hirnstamm
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Systemische Traumatherapie
Gedächtnis gelöscht
Nach einem seelischen
Trauma zeigen die
Erinnerungszentren
einen niedrigen Stoffwechsel
(blau)
Das sind alles unwillkürliche Körperreaktionen die nicht bewußt
steuerbar sind.
Das Pendeln zwischen Intrusion und Konstriktion - zwischen
Abschalten und Alpträumen – ermöglicht unserem Organismus
Verarbeitung und gleichzeitig Stabilität.
Je stärker die peritraumatische Dissoziation je wahrscheinlicher eine
spätere PTSD !
Gedächtnis kehrt zurück
Hoher Sauerstoffumsatz (rot)
bedeutet, dass sich das
Traumaopfer vom
Gefühlsstress erholt hat
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Systemische Traumatherapie
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4. Diagnostik von Traumafolgestörungen
 Symptombilder und Diagnosekriterien
 Allgemeine Hinweise
 Symptome
 Diagnostikverfahren
 Testdurchführung
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Verarbeitung traumatischer Situationen:
Intrusiv: dauerndes daran denken müssen, zwanghaftes Reinszenieren,
Albträume
Konstriktiv: Vermeidung von traumaassoziierten Stimulie, dicht
machen, erstarren (freezing). Freezing ist eine wichtige
Überlebenshilfe und eine Form der Dissoziation.
Trauma-Erlebnisse können Gedanken und Gefühle blockieren
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Was sollte diagnostisch geklärt werden:
 Besteht überhaupt eine Traumafolgestörung und welche?


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(Nicht alle Symptome sind folge einer Traumafolgestörung
und nicht jedes traumatische Ereignis bewirkt eine
Traumafolgestörung)
Bestehen Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung? (Welche? Wie wirken sie sich im Alltag
aus? Gibt es Übererregung, Angst und
Vermeidungsverhalten?)
Gibt es Hinweise auf eine komplexe posttraumatische
Belastungsstörung oder eine dissoziative Störung?
(Störungen der Affektregulation, der Selbst- und
Fremdwahrnehmung, der Beziehungsfähigkeit, dissoziative
Symptome?)
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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Was sollte diagnostisch geklärt werden:
 Welche Komorbiditäten liegen vor (Sucht, Depression, Angst,




somatoforme Störungen Persönlichkeitsstörungen)?
Liegen, die leicht zu übersehenden, konstriktiven Symptome
vor? (Gefühlstaubheit, Konzentrationsmangel,
Antriebslosigkeit,, somatoforme dissoziative Symptome wie
Körperteile die als fremd oder tot erlebt werden)
Gibt es selbstverletzendes Verhalten oder Suizidalität?
Schwankt das Alltags- Funktionsniveau stark?
Wie stabil sind die Persönlichkeitsstrukturen und das
Fundament der Ich-Funktionen? Sind die Ich-Funktionen nur
sekundär bei Aktivierung traumabezogener/ dissoziativer Ichzustände beeinträchtigt?
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Systemische Traumatherapie
Systemische Traumatherapie und pädagogik
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Symptombilder einer PTSD:
Intrusionen/Wiedererleben des geschehenen im Wachen
und Schlafen
Vermeiden von Situationen, Handlungen und Dingen, die an
das geschehene erinnern
Emotionale Taubheit und verkürzte Zeitperspektive
Symptome eines erhöhten Erregungsniveaus
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Systemische Therapie und Bindungstheorie
Systemische
Traumatherapie und -pädagogik
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Im folgenden Film wird eine traumatisierende Situation gezeigt. Die
Diagnosekriterien ICD 10:
Hauptperson eine junge Frau wird Opfer eines Überfalls, und erlebt
Traumatisches Ereignis
anschließend den Prozess der akuten Belastungsreaktion. Sie zeigt dabei
Hinreichende Symptome (Wiederholte unausweichliche
Aufgabe für die Kleingruppe:
einige Symptome, die in dieser Phase üblich sind.
Erinnerungen oder Wiederinszenierungen des Ereignisses in
Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen)
Beginn der Störung: Innerhalb von 6 Monaten nach dem
Präsentation im Plenum)
 Welche davon und welche weiteren habe ich schon bei Klienten gesehen?
 Was sind unsere Ideen wie mit der jungen Frau in einer Therapie
weitergearbeitet werden könnte?
Trauma
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 Welche Symptome haben sie gesehen? (Bitte aufschreiben anschließend
Und jetzt zum Film:
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Symptomtabelle des NCTSN (National Child Traumatic Stress Network)
Symptomtabelle des NCTSN (National Child Traumatic Stress Network)
für Komplexe Entwicklungsstörung nach Frühtraumatisierung:
für Komplexe Entwicklungsstörung nach Frühtraumatisierung:
Bindung
Unsicherheit, Probleme mit Grenzen, soziale Isolation, Mißtrauen,
Schwierigkeiten bei Empathie und die Perspektive anderer Einzunehmen,
Biologie
Sensomotorische Entwicklungsstörungen, Koordination,
Schmerzunempfindlichkeit, Somatisierungen,
Affektregulation
Schwierigkeiten bei Regulation, Beschreibung und Wahrnehmung
Dissoziation
Amnesien, Unterscheidbar unterschiedliche Bewusstseinszustände,
Depersonalisation und Derealisation
Verhaltenskontrolle
Geringe Impulssteuerung, Selbstschädigendes und Fremdaggressives
Verhalten, Schlafstörungen, Essstörungen,
Überanpassung, Oppositionelles Verhalten
Kognition
Probleme der Aufmerksamkeitsregulation, Weniger lange andauernde
Neugier, Probleme bei der Aufnahme neuer Information,
Lernschwierigkeiten, Sprachentwicklungsstörungen
Selbstkonzept
Eingeschränkt kontinuierliches Selbstkonzept, Körperbildstörung
Niedriges Selbstbewusstsein, Scham- und Schuldgefühle
Sexualität
Sexuell übergriffiges Verhalten, Maturbation dient Autoregulation
Promiske Kontaktaufnahme, Fühllosigkeit, Opferverhalten
 Bindung
 Biologie
 Affektregulation
 Dissoziation
 Verhaltenskontrolle
 Kognition
 Selbstkonzept
 Sexualität (Zufügung von Dorothea Weinberg)
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
2. Biologie
1. Bindung:
 Sensomotorische Entwicklungsstörung
 Unsicherheit bzgl. Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit.
 Empfindlich gegenüber Körperkontakt
 Probleme mit Grenzen
 Schmerzunempfindlichkeit
 Misstrauen und Argwohn
 Schwierigkeiten mit Koordination, Gleichgewicht und Muskeltonus
 Soziale Isolation
 Somatisierung
 Interpersonelle Schwierigkeiten
 Schwierigkeiten, sich in emotionale Zustände anderer Menschen
hineinzuversetzen
 Ein großes Spektrum an medizinischen Problemen
(Magenschmerzen, Asthma, Hautprobleme, Autoimmunstörungen,
Pseudo-Krampfanfälle etc.)
 Schwierigkeiten, die Perspektive anderer einzunehmen
 Schwierigkeiten, sich verbündete zu machen
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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4. Dissoziation
3. Affektregulation
 Unterscheidbar unterschiedliche Bewusstseinszustände
 Schwierigkeiten in der Affektregulation
 Amnesie
 Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gefühlen und
 Depersonalisation und Derealisation
inneren Erfahrungen
 Zwei oder mehr unterschiedliche Bewusstseinszustände mit
 Probleme beim Erkennen und beschreiben innerer Zustände
Gedächtnisstörungen für zustandsbezogene Ereignisse
 Schwierigkeiten Wünsche und Sehsüchte zu kommunizieren
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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5.Verhaltenskontrolle
 Geringe Impulssteuerung
 Selbstschädigendes Verhalten
traumatischer Stress
erzeugt eine
aktuelle konzeptuelle
Verwirrung –
was dann zu weiterem
Stress führt
 Fremdaggressives Verhalten
 Pathologisches Selbstberuhigungsverhalten
 Schlafstörungen
 Essstörungen
 Substanzmissbrauch
 Überanpassung
 Oppositionelles Verhalten
 Schwierigkeiten regeln zu verstehen und zu befolgen
 Kommunikation der traumatischen Vergangenheit durch
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Reinszenierung im Alltag oder Spiel (sexualisiert, aggressiv etc.)
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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6. Kognition
 Probleme der Aufmerksamkeitsregulation und ausführender Funktionen
 Weniger lange andauernde Neugier
7. Selbstkonzept
 Probleme bei der Aufnahme neuer Information
 Eingeschränkt kontinuierliches und vorhersagbares Selbstkonzept
 Probleme bei der Konzentration und Beendigung von Aufgaben
 Eingeschränktes Empfinden, eine eigene Person zu sein
 Schwierigkeiten, vorauszusehen und zu planen
 Körperbildstörung
 Probleme, den eigenen Beitrag zu den äußeren Umständen zu erkennen
 Niedriges Selbstbewusstsein
 Lernschwierigkeiten
 Scham- und Schuldgefühle
 Sprachentwicklungsstörungen
 Probleme bei der Zeit- und Raumorientierung
 Akustische und visuelle Wahrnehmungsstörungen
 Eingeschränkte Aufnahmefähigkeit für komplexe räumlich-visuelle Muster
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Systemische Traumatherapie -pädagogik
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PTBS / PTSD Posttraumatisches Belastungs-Syndrom
Reizüberempfindlichkeit
8. Sexualität
 Sexuell übergriffiges Verhalten
Vermeidung
Amnesie
Aggressivität/
Impulsivität
Dissoziation
motorische
Unruhe
Fehlende
Schlafstörungen
Konzentration
 Maturbation dient Autoregulation
 Promiske Kontaktaufnahme
 Sexuelle Stimulation erforderlich
 Fühllosigkeit
 Opferverhalten
Zusatz von D. Weinberg 2012
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Systemische Traumatherapie und-pädagogik
Dissoziative
Störungen
Beziehungsstörungen
Depression
Diss. IdentitätsStörung = DIS
Bindung
Bindung
Angst
PTBS +
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Komplexe Diss. Störung
Einfache Diss. Störung
DESNOS
Komorbide Störungen
Komplexe PTBS
TraumaEinfache PTBS
folgestörung
Sucht
Somatoforme
Störungen
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Systemische Traumatherapie
Dissoziative und
Somatoforme
Störungen
Substanzmißbrauch
Schmid, Fegert, Petermann 2010
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Die 4 Symptombereiche einer PTBS
Störungen der
Persönlichkeitsentwicklung
Störungen des
Sozialverhaltens
Emotionale- und
Angststörungen
Traumatisierung
Traumatisierung
ADHS
Selbstverletzung
und Suizidalität
Oppositionelles
Verhalten
Bindungsstörungen
• Wiedererinnerung oder Intrusionen
• Vermeidung
• Überregung
• Physiologische Symptome
Regulationsstörungen
Geburt
Vorschulalter Schulalter Pubertät
Traumafolgestörungen
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Adoleszenz
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Wiedererleben:Symptome, die eine Nähe zum Trauma
herstellen (Intrusionen):
Erwachsene
Kinder
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Vermeidung Symptome die die Nähe zum Trauma vermeiden
(Konstriktion):
Erwachsene
Kinder
Vermeiden von Gedanken, Gefühlen,
Gesprächen bestimmten Aktivitäten etc.
Reduzierte allgemeine Reaktionsweise
Traumabezogene Affekte sind ständig
präsent
Verändertes Spiel mit sich ständig
wiederholenden traumabezogenen
Inhalten (Symbolcharakter)
Dissoziative Symptomatik (Entfremdete
Gefühle, eingeschränkte Affekte,
Körperwahrnehmung, Amnesie
Verlust bereits entwickelter Fähigkeiten
oder Entwicklungsschritte (Sprache und
Sauberkeit bleiben aus
Intrusive Erinnerungen
Wiederholende Erinnerungen Intrusive
Erinnerungen
Hoffnungslosigkeit
Sozialer Rückzug
Eingeschränkte soziale Kontakte, soziale
Isolation
Eingeschränkte monotone Spielfähigkeit
und Affekte
Alkohol, Drogen und
Medikamentenmißbrauch
Leben in einer Phantasiewelt
Emotionale Empfindungslosigkeit
Ständige Langeweile und Leere
Träume mich sich wiederholenden
intrusiven Inhalten
Träume mit sich wiederholenden Inhalten
(Alpträume)
Reinszenierungen
Reinszenierungen
Flash-Backs
Vermeiden von Gedanken, Gefühlen,
Aktionen und Gesprächen
Leitlinien Psychotherapeutische Medizin, Posttraumatische Belastungsstörung ICD10: F43.1 und L. Besser 2001 und nach Weinberg 2005
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Symptomatik nach traumatischer Belastung nach (ICD-10)
Übererregung
Erwachsene
Kinder
Schlafstörungen
Durchschlafstörungen
Erhöhte Reizbarkeit
Angst vorm Ins Bett gehen
Heftige Emotionen
Hyperaktivität
Konzentrationsschwierigkeiten
Extreme Aggression und Ausagieren
Extreme Schreckhaftigkeit
Neu auftauchende Ängste
Hypervigilanz (übertrieben Wachsamkeit
Extrem provozierendes Verhalten
Panikattacken
Extreme Stimmungswechsel
ifs
Keine Akzeptanz von Grenzen
Dissoziative Reaktionen (Somatoforme,
Amnesie, Teilleistungsschwächen etc.),
Leitlinien Psychotherapeutische Medizin, Posttraumatische Belastungsstörung ICD10: F43.1 und L. Besser 2001 und nach Weinberg 2005
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Physiologische Reaktionen:
Erwachsene
Kinder
Herzrasen, Atemnot, Beklemmungen
Einkoten, Einnässen
Unruhe, Schlafstörungen
Schlafstörungen
Hypervigilanz, Übersteigerte Wachsamkeit
Übersteigerte Wachsamkeit
Konzentrationsstörungen
Konzentrationsschwierigkeiten
Kraftlosigkeit, Leistungsversagen
Kraftlosigkeit
Schmerzen, Taubheit, Starre Empfindungen
Starre, Taubheit, Schmerzen
Andere Körpersensationen (somatoforme
Störungen)
Andere Körpersensationen
(somatoforme Störungen)
Essstörungen
Aufmerksamkeits – und
Konzentrationsstörungen
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Esstörungen
Bauschmerzen
Hypervigilanz
Extreme Schreckhaftigkeit
Leitlinien Psychotherapeutische Medizin, Posttraumatische Belastungsstörung ICD10: F43.1 und L. Besser 2001 und nach Weinberg 2005
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Leitlinien Psychotherapeutische Medizin, Posttraumatische Belastungsstörung ICD10: F43.1 und L. Besser 2001
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
ifs
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Polarität einer postraumatischen Belastung
Intrusive Symptomatik
5. Hintergründe für den Umgang
mit Menschen die unter einer
Traumafolgestörung leiden.
Konstriktive Symptomatik
Unkontrollierbare
Stressaktionen,
Übererregung, Abreaktion
B Verhalten, Motorik
Erstarrung, Lähmung,
Kraftlosigkeit, extreme Müdigkeit
Angst, fehlendes
Sicherheitsgefühl,
Hilflosigkeit
A Affekt
Gefühllosigkeit, emotionale
Vertaubung, Lustlosigkeit,
fehlende Zukunftsperspektive
Körper-Flashbacks,
Körpererinnerungen,
Schmerzsymptome
S Körperwahrnehmung
Entfremdungserleben,
Depersonalisation
Sich aufdrängende
Erinnerungen, zwanghafte
Gedanken an das Trauma
K Gedanken
Erinnerungslücken,
Konzentrationsstörungen
In Anlehnung an M.Sack 2012
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Das BASK Modell:
Das Modell wurde 1988 von Bennet Braun beschrieben.
Nach seiner Ansicht erleben Menschen Ereignisse, wenn sie sich nicht in
dissoziativen Zuständen befinden, fast gleichzeitig in vier Dimensionen.
B
Behavior
Verhalten
A
Affect
Affekt/Gefühl
S
Sensation
Körpererleben
K
Knowledge
Gedanken/Wissen
Normal
Stress/Trauma
Dissoziation
Dissoziative Stör.
B
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Systemische Traumatherapie -pädagogik
Primäre Strukturelle Dissoziation
1 ANP und 1 EP
ANP: Anscheinend normaler
Persönlichkeitsanteil,
Aktionssysteme für die
Alltagsfunktionen
EP: Emotionaler
Persönlichkeitsanteil
A
PTSD
S
E. Nijenhuis 2002
K
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
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Tertiäre Strukturelle Dissoziation:
Sekundäre Strukturelle Dissoziation:
Mehr als ein ANP und viele EP´s
1 ANP und mehrere EP`s
ANP
Beruf
EP: Unterwerfung
ANP Pflegeperson
ANP
ANP Energiemanagement
EP: Einfrieren
EP: Kampf
EP 1
E. Nijenhuis 2002
Komplexe PTSD /DESNOS
Einfache dissoziative Störung
Andere Dissoziative Störungen = DDNOS
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EP 2
EP 3
Dissoziative Identitätsstörung
DIS
E. Nijenhuis 2002
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Was heißt das jetzt für die Situation einer Familie:
Der 30jährige der seit 5
Jahren Arbeitslos ist
Die 28jährige die
eine Vergewaltigung
erleben mußte
Der 16.jährigen der von
den gleichaltrigen
gedemütigt wurde
Die 22 jährige die
begann sich zu
prostituieren
Der 12 jährige Ernst
Der vom Vater
geschlagen wurde
Die 12 Jährige T. die
durch ihren Vater
Mißbraucht wurde
Der 10 jährige nach
der Übersiedlung in
den Westen
Der kleine E. der mit 2,5
Jahren 8 Monate im
Krankenhaus war
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Der Erwachsene Mann von Heute
Die Erwachsene Frau von heute
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Die kleine T. die
mit 10 ihre
Mutter verlor
Die vierjährige die
verlassene, als die
Mutter trank
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Window of Tolerance –
Optimaler Erregungsbereich – Nur dann ist Erziehung möglich
Optimale
Erregungszone für
Erziehung ,Psychotherapie
Und Alltagsbewältigung
Optimale Erregungszone,
gute Integrationskapazitäten,
hohe mentale Spannung und Energie
Sicherheitsbereich
Unzureichender Erregungsgrad
Flacher Affekt Unfähigkeit klar zu
denken, Numbing (Betäubung)
Hypoarousal
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Traubegegnung
und Integration
Psychoedukation
über Trauma,
Dissoziation,
Intrusionen und
Flash-Back
Es ist heute nicht die Zeit des Traumas, Datum nennen.
Lautes und klares Ansprechen mit dem Namen oder mit falschem Namen
ansprechen
Ein Stofftier zuwerfen
In die Hände klatschen
Auffordern zum Augenkontakt
Auffordern tief zu atmen
Hände unter kaltes Wasser halten oder Eiswürfel auf die Handflächen
legen
Hinstellen und auffordern mit den Füßen zu stampfen
Zur Bewegung einladen (dadurch tiefe Atmung und körperliche
Reorientierung)
Wenn keine körperliche Mißhandlung vorliegt und Berührung erlaubt ist,
körperliche Berührung
Zusammenbruch, Geistige Faulheit
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Arbeit mit IchAnteilen und
Körperorientierung
Reorientierung im Hier und jetzt ist erreichbar durch:
Emotionale Reaktivität
Hypervigilanz, Intrusive Bilder
Zwanghaftes/kreisendes mentales
Verarbeiten, Druck, Zittern, nicht „geerdet“, Panik, Dissoziation, Rückzug aus dem
Bewußtsein
Hyperarousal
ifs
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Beziehung
aufbauen,
Auftrag klären,
Anamnese.
ifs
Ressourcen
Arbeit
Stärken,
Aktivieren,
Entwickeln
ifs
Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Interaktionsmuster (z.B. Bindung gestalten, Zuwendung
geben, etc.)
Kommunikationsmuster (z.B. Wertschätzung,
Ressourcenorientierung,)
Stressbelastungsmuster (wie wurde Stress erlebt in der
Familie und Familiengeschichte und welche
Resilienzfaktoren haben sich entwickeln können)
Arbeit an
und mit
Grenzen
Kontextarbeit
Einbeziehung
des Systems
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iks-Muster der Kinder und Jugendlichen
stärken und in den Familien und Gruppen
einüben:
Stabilisierung,
Sicherheit und
Schutz
ifsTraumatherapie
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Systemische Traumatherapie und-pädagogik
ifs
ifs
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Triggersuche und lokalisieren:
• Trigger sind: Bilder, Musik, Ärgersituationen, „unsichere Personen“, Erinnerungen an früher, „falscher Körperkontakt“, reglementierende anklagende Ansprache, Konflikte, bestimmte Räume, etc.
• Trigger zeichnen sich dadurch aus, das sie öfter (nicht
immer) Kinder in Ausnahmezustände bringen. Trigger
lassen ungute Filme im Kopf entstehen und erzeugen so
oft ein kaum zu verstehendes Verhalten, das oft Ruckartig
auftritt und nicht erklärbar ist.
• Ein Triggertagebuch anlegen ist eine Hilfe Buch zu führen
und sich zu informieren um dann Trigger auszuschalten.
• Wenn Kinder getriggert sind, sind sie im Trauma-State
und nicht kognitiv erreichbar.
6. Konkrete Hinweise für die Praxis
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Systemische Traumatherapie u. Pädagogik
ifs
Ressourcenarbeit ist ein zentraler Bereich von
Traumatherapie Traumapädagogik:
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Ressourcen sind immer
vorhanden ! Die
Ressourcenorientierung
Pädagogin und die
Kinder/Jugendlichen
müssen nur bereit sein sie
zu finden.
Ressourcenorientierung
erleichtert die Arbeit für
beide Seiten!
Ressourcen sollten in Bezug
zu den Problemen stehen
(z.B. was war in Bezug auf
das Problem bereits hilfreich?)
Ressourcen
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ifs
Ressourcen lassen sich in
der Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft
finden und verändern die
Sichtweise.
Auch die Ressourcen
der Anteile,
Teilpersönlichkeiten des
inneren Systems
beachten!
Arbeit mit und an Ressourcen
schließt Problemorientierung
nicht aus, sondern ergänzt
diese im Sinne einer
Balance.
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Systemische Traumatherapie und -pädagogik
Hausaufgaben
ifs
Funktion
Übung
Stabilisierung
Sicherer Ort, Innere Helfer,
Ressourcen Team,
Ressourcenimplantat,
Ressourcenkoffer, Ressourcentanz
Distanzierung und
Flashbackkontrolle
Bildschirmtechnik, Tresor
Beobachterübung, Plexiglaswand
Affektregulation
Lichtstrahlübung, Thermostat,
Regler-Übung, Spiral-Übung
Ressourcenort
Re-Orientierung
5-4-3-2-1 Übung, FalschAnsprache
Ressourcenbilder
entwickeln
Techniken zur Erdung
Baum-Übung, Bogen
Verbale
Interventionen
Schriftliche
Interventionen
Körper
Interventionen
Imaginationen
Freudebiographie
Zukunftsorientierte
Fragetechniken
Ressourcenbiographie
schreiben
Wahrnehmungs
schulung –
Atmung,
Körpergefühl,
Gute innere Bilder
vorstellen und
anregen
Freudetagebuch
Wunderfrage
Ressourcengeschichten
schreiben
Ressourcenskulpturen
Alltagerfahrungen
Wahrnehmen wie
die Sonne aufgeht
etc.
Ressourcentagebuch
Ausnahmefragen
Märchen
schreiben
Ressourcenzeitlinie
Ressourcenimlantate
Gute Situationen
sammeln
Ressourcenlandkarte malen
Ressourcenteam
Dankbarkeitsübungen
Ressourcenkoffer Ressourcengymnastik
Ressourcentapete erstellen
Systemische Traumatherapie
Achtsamkeitsübungen
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Systemische Traumatherapie
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Stabilisierung
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Grundsätzlich gilt: Sicherheit zuerst –
ohne Sicherheit keine Therapie
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Systemische Traumapädagogik
Netzwerkarbeit
Sichere
und gestärkte
Herkunftsfamilie
Rechtsanwalt
Jugendamt
Familiengericht
Einrichtung der
Jugendhilfe
Kind/Jugendlicher
Kinderarzt
/Klinik
Kinder- und
Jugendpsychiater
Schule
Freundeskreis
Ergo-, Sprach-,
Körpertherapie etc.
Hort
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Systemische Traumatherapie
Versuche Sie Kindern und Jugendlichen
Situationen
Problematische
folgende
ErfahrungenPositive
zu vermitteln,
damit
sie
Bilder
schaffen von
nur bei
anregen,
positive
direkterfühlen und
sich sicher
stabil
werden:: Inhalte
Stabilität
Situationen schaffen
in den die Mentale
Spannung und
Energie hoch ist und
hoch bleibt damit
Veränderung
langfristig möglich ist
Kontakt und
Berührung stärken
zwischen den
Familienmitgliedern
Grundsatz im Umgang mit Traumatisierten Kindern und
Jugendlichen und Erwachsenen:
„Stelle den größtmöglichen Kontrast zur traumatischen Situation her.“ Informationen geben was geschieht um Sicherheit zu
geben.
Ressourcen, Ressourcen aktivieren, nutzen, ansprechen…. Das beruhigt, stärkt die Resilienz, und schafft
Bindungskompetenz.
Transparenz und Durchschaubarkeit für alle Handlungen
herstellen, keine Überraschungen
Kontrolle ermöglichen, das gibt Sicherheit
Vereine
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Bindungserfahrung
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Systemische Traumatherapie
Imaginationen
ifs
ansprechen
Augenkontakt
fördern um
Bindung zu
stabilisieren
Beenden Sie den
Kontakt immer
positiv
Bei Konfrontation nicht
zu lange bleiben,
sondern schnelle
Wechsel in sichere
Situationen
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Systemische Traumatherapie
Kinder und Jugendliche mit
Traumafolgestörungen sollten folgendes lernen:
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Mache
Augenkontakt
wenn Du Dich
sicher fühlst
Höre auf Stimmen
und unterscheide sie
vom
Hintergrundgeräusch
en und verringere
diese wenn es
möglich ist
Moduliere Deine
Stimme (nutze den
Ausdruck) um
freundlich zu wirken
und Emotionen zu
verdeutlichen
Richte Deinen Fokus
auf Dinge die Dir das
Gefühl von Sicherheit
geben, z.B. richte
Deine Wahrnehmung
auf etwas was Dir
vertraut ist.
Vgl. S.W:Porges: Die Polyvagal-Theorie 2010
Vgl. S.W:Porges: Die Polyvagal-Theorie 2010
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Systemische Traumatherapie
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Kinder und Jugendliche sollten in ihren Kontakten folgendes
vermeiden:
Isoliere Dich nicht
Kombiniere keine
intime/persönliche
Konversation mit
starken Körperbewegungen, sonst
missinterpretierst Du
alle Hinweise der
anderen Person.
Nutze keine Kampfoder Fluchtreaktionen
mit Deinen Liebsten.
Versuche stattdessen
einen Weg hin zu
mehr Sicherheit zu
finden.
immer um Dich sicherer
zu fühlen. Versuche in
Verbindung mit
anderen zu kommen.
Nimm keinen
flachen,
ausdruckslosen
Affekt gegenüber
Menschen an von
denen Du möchtest,
dass sie sich mit Dir
sicher fühlen.
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Überwinde Dich
nicht zu stark um
in sozialen
Kontakt zu
gehen, wenn Du
Dich unsicher
fühlst.
Ersetze nicht
Telefon- oder
direkte Kontakte
(von Angesicht zu
Angesicht) durch
Internetkontakte.
ifs
Traumatisierte
Patienten eskalieren
schneller in
Situationen in denen
sie Regeln einhalten
sollen
http://www.facebook.com/allesverboten
Vgl. S.W:Porges: Die Polyvagal-Theorie 2010
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Drei Formen der Traumatisierung bei Mitarbeitern:
1. Stellvertretende Traumatisierung: Entsteht durch die
Übertragung, die Menge und Dauer der Arbeit mit
traumatisierten Menschen.
2. Mitempfindens-Müdigkeit: Meint die Abstumpfung der
Gefühlswelt zum Schutz, um die Schmerzen und leiden der
Klienten nicht mehr in vollem Umfang zu spüren. Greift dann
auch auf den privaten Bereich über.
3. Sekundäre Traumatisierung: Frühere eigne Belastungen
werden durch die Arbeit mit traumatisierten angeregt.
Symptome wie bei einer üblichen PTSB
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Systemische Traumatherapie
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Systemische Traumatherapie
Normorientiert
Hinweise am Arbeitsplatz:
Vermeidung bestimmter Klienten
Verpasste Termine
Hinweise auf eine individuelle
Belastungssituation
Vermeiden unangenehmer Aufgaben
Unpünktlichkeit
Emotionale Hinweise:
Körperliche
Fehlende Motivation
Hinweise:
Ärger , Wut, Zorn
Kopfschmerzen
Traurigkeit
Magenschmerzen
anhaltende Bekümmerung
Energielosigkeit
Ängstlichkeit
Verdauungsprobleme
Bedrückung
Persönliche Hinweise:
Selbstisolation
Zynismus
Stimmungsschwankungen
Reizbarkeit gegenüber
Familie Partner
nach Bruce D. Perry 2002
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Affektdurch
brüche
Emotionaler
Rückzug
Identifizierung
Distanzierung
Offene
Unbewußte
persönliche verstrickung
Verstrickung
Am Individuum orientiert
Grundtypen ungünstiger
Gegenübertragung nach
Wilson und Lindy (1994)
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Wenn Sie weiterlesen möchten, zu den Möglichkeiten
einer systemischen Traumatherapie:
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit !
R. Hanswille u. A. Kissenbeck:
Systemische Traumatherapie
Carl-Auer Verlag 2013
3. Auflage
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Bochumer Straße 50
45276 Essen
Telefon 0201 / 848 65 60
[email protected]
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Staatlich anerkannte Ausbildungsstätte für Psychotherapie
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