MÖGLICHKEIT DER WASSERVERSORGUNG IM

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MÖGLICHKEIT DER WASSERVERSORGUNG IM KAISERREICH IRAN
AUF GRUND DER BESTEHENDEN GEOLOGISCHEN UND KLIMATISCHEN VERHÄLTNISSE
von der Fakultät für Landwirtschaft und Gartenbau
der Technischen Hochschule München
zur Erlangung des akademischen
Grades eines Doktors der
Landw.irtschaft (Dr.agr.)
genehmigte
D
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Vorgelegt von
Diplom-Landwirt
Mu s s a w
Seyed Esmaiel
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K h e s s a 1
geboren zu Rascht/Iran
1. Berichterstatter:
Privat Dozent Dr. Dr. L. Stegmüller und
Wiss. Rat Dr. G. Hoffmann
2. Berichterstatter:
o.Prof.Dr. Ing.Dr.h.c.W.G. Brenner
Tag der Einreichung der Arbeit:
15.11.1968
Tag der Annahme der Arbeit:
3. 2. 1 969
20. 2. 1 969
Tag der Promotion:
-
V o r
1 -
w o r
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Die vorliegende Arbeit wurde in den Jahren 1965 - 1968 im
Institut für Technologie von Steinen und Erden der TH. München und dem Institut für Bodenkunde, TH. München-Weihenstephan im Auftrag von Herrn Privatdozenten Dr: Dr. L. Steß.müller erstellt, dem ich als meinen hochverehrten Lehrer für
~eine
wertvollen Hinweise und Ratschläge und die Betreuung
der Arbeit meinen besonderen Dank aussprechen möchte.
Zu Dank bin ich auch Herrn Wiss.Rat Dr. Gg.Hoffmann, Betriebsleiter der Bayer. Hauptversuchsanstalt für Landwirtschaft verpflichtet, der die Arbeit ebenfa+ls gefördert hat.
Desgleichen schulde ich Herrn o.Prof.Dr. D.Fritz, dem kommissarischen Leiter des Instituts für Bodenkunde der TH.
München-
Weihenstephan aufrichtigen Dank für die tatkräftige Unterstützung der Arbeit.
Nicht zuletzt bedanke ich mich bei Herrn Dr. K,Teicher, Assistent am Institut für Bodenkunde, für seine Hilf'e.
Schließlich möchte ich nicht versäumen, dem Direktor des Insti-.
tu ts für Landtechnik Weihe nstephan, Herrn o. Prof. Dr. Ing. Dr. h. c .;
W.G. Brenner und seinen Mitarbeitern vielmals zu danken.
Die Durchführung der Arbeit wurde durch umfangreiches Material
ermöglicht, das mir die zuständigen Stellen in Teheran zur
Verfügung gestellt haben.
Ich bin deshalb der Planorganisation in Teheran, dem Ministerium für Wasserwirtschaft und Energie, Teheran, der National
Iran Oil Company, der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Teheran, Abteilung Hydrologie, der kaiserlich Iranischen Botschaft und dem Generalkonsulat in München, der Deutschen Gesellschaft für Bewässerungswirtschaft in Frankfurt sow
dem Amt für Wasserwirtschaft in München für die Überlassung
wissenschaftlicher Veröffentlichungen und Arbeitsberichte
fiir
das Bildmaterial und die sachdienlichen Informationen außerordentlich dankbar.
Sommer
1968
-
2 -
Inhaltsverzeichnis
Seite
Vorwort
5
EinlP-itung und Problemstellung
A. Allgemeiner geographischer und kUmatischer Überblick
B. Die Beschraibung der
geo~raphischen,
klimatischen,
6
15
genlogischen und hydrologischen Verhältnisse i5
einzelnen
I. Die Ebene von Khusistan und das Küstengebiet um
15
den Persischen Golf und Golf von Oman
a) Geographie und Klima
15
b) Geologie
16
c) Hydrologie
17
II. Die Faltungszone des Zagros-Systems
18
a) Geographie und Klima
18
b) Geologie
23
c) Hydrologie
25
III. Die Faltungszone des Zagros-Systems mit Verwer-
27
fungen
a) Geographie und Klima
27
b) Geologie
JO
JJ
c) Hydrologie
IV. Das Zentralplateau
a) Geographie und Klima
35
b) Geologie
35
40
c) Hydrologie
45
V. Die Provinz Aserbeidjan
51
a) Geographie und Klima
51
b) Geologie
53
55
c) Hydrologie
- J -
VI. Das Elburs-Gebirge
58
a) Geographie und Klima
58
b) Geologie
59
c) Hydrologie
61
VII. Das Gebiet von Maschhad und die Kopet-Dagh oder
62
Turkeman-Khorassan-Kette nordöstlich des Elburs
a) Geographie und Klima
b) Geologie
c) Hydrologie
VIII. Das Kaspische Küstengebiet
62
64
65
66
a) Geologie und Klima
66
b) Geologie
68
69
c) Hydrologie
C. Die Bodentypen Irans und ihre landwirtschaftliche
71
Nutzbarkeit
I. Die Böden der Ebenen und Täler
II. Die Böden des Plateaus
III. Die Böden des Gebirgssockels am Kaspischen Meer
IV. Die Böden der zerklüfteten Hänße und Gebirge
D. Die Wasserversorgung im Iran
I. Der Einfluß von Geologie, Morphologie und Klima
71
74
80
81
85
85
auf die hydrologischen Verhältnisse im Iran
1) Beziehungen zwischen geologischer Formation
85
und Grundwasserfilhrung
2) Die wichtigsten Typen der Bodengestalt und ihre
87
Beziehung zur Grundwasserführung
II. Die Formen der Wassergewinnung und Bewässerung
96
im Iran
1) Oberirdische Wassergewinnung
97
2) Unterirdische Wassergewinnung
98
- 4 -
a) Einfache Brunnen
98
b) Flachbrunnen mit Motoren
102
c) Tiefbrunnen
1'03
d) Artesische Brunnen
105
e) Kanate
105
3) Die Formen der Bewässerung
120
a) Abzweigen von Kanälen aus Wasserläufen
120
b) Das Überstausy~tem
127
c) Furchenbewässerung
128
d) Dränage und Entsalzung
133
III. Der heutige Stand der
Bew~sserupg
im Iran
1) Die Ebene von Khusistan und das Küstengebiet
136
136
um den Persischen Golf und Golf von Oman
2) Die Faltungszone des Zagros-Systems und die
143
Verwerfungszone
3) Das Zentralplateau
160
'.J.) Die Provinz Aserbeid jan
168
5) Das Elbursgebirge
17 1
6) Das Gebiet von Maschhad und die Kopet-Dagh
17 1
oder Turkeman-Khorassan-Kette nordöstlich
des Elburs
7) Das Kaspische Küstengebiet
E. Ausblick in die Zukunft
I. Wasserbilanz
II. Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserbilanz
1) Bessere Ausnutzung der zur Bewässerung ein-
172
176
177
181
181
gesetzten Wassermenge
a) Sachgemäße Bewässerung
181
b) Verringerung der Wasserverluste infolge
183
Verdunstung
c) Verringerung der Wasserverluste infolge
Versickerung
184
-
L~a
-
181~
d) Bessere Ausgestaltung der Wasserförderungsartlagen
2) Herabsetzung der Versalzung des Nutzwassers
186
3) Erfassung eines Teils des bisher noch nicht
187
für die Bewässerung und sonstige
Verbrauchs-
anlagen benutzten Wassers
a) Grundwasser
187
b) Verhütung der Verluste durch Abfluß von
195
Oberflächenwasser
4) Entsalzung von Meereswasser
202
5) Verbesserung der Kulturmaßnahmen
202
h) Abschließende Betrachtungen
F. Zusammenfassung
206
G. Literaturverzeichnis
210
Abkürzu~en
Der Iran
Rud, Chai
MCM
MDCM
20 Rial
Inch
1 Sang
("Stein")
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und Erklärungen
Persien
Kard
Fluß
Milliarden cbm
Kanat
DM
= 2,5h
I
meist viereckig,
von niederen Erdwällen umgrenzt
Millionen cbm
Zoll
bei Übe
= Abteilung
staubewässerung
cm
26 cm 3 "' 17,576 1/sec
= Unterirdischer,
aus gemauert er
Ganl
zur Sammlung und
Leitung von Grund~
wasser
- 5 -
Einleitung und Problemstellung
In Ländern mit aridem Klima ist die Bewässerung eine Lebensfrage. Das gilt auch für den Iran, der zum Teil extrem
aride Klimabedingungen aufweist. Das Jahrtausende alte Bewässerungssystem der Kanatanlagen, welches im Iran sich für
die Bevölkerung der früheren Generationen als ausreichend
erwiesen hatte,
ist den Ansprüchen eines modernen Bewässe-
rungsausbaus allein nicht mehr gewachsen. Iran, das Kaiserreich, welches vor Tausenden von Jahren bereits eine Pionierleistung auf dem Gebiete der Bewässerung in Form des Kanatbaus vollbracht hatte, ist auch heute wieder unter den
führenden Ländern auf dem Gebiete moderner Bewässerungstechnik, wie die großzügige Planung eines Netzes von Staustufen
zeigt, wenn auch die technische Ausführung in den Händen ausländischer Firmen liegt. Allein das große Interesse, das man
den Bewässerungsproblemen entgegenbringt, beweist, daß man
die Größe der Aufgabe und ihre Bedeutung erkannt hat.
Die moderne Bewässerungstechnik erfordert ein eingehendes
Studium der geologischen und hydrologischen Verhältnisse.
In geologischer und bodenkundlieber Hinsicht ist der
Iran weitgehend untersucht. Dies ist ein Verdienst der FAO,
nicht zuletzt aber auch der staatlichen Ölgesellschaft.
Die hydrologischen Studien beschränken sich auf Teilgebiete.
Die Ergebnisse lagen bisher größtenteils unveröffentlicht
beim Ministerium für Wasserwirtschaft des Iran.
Durch die Erlaubnis zur Einsicht und Auswertung derselben,
sowie durch die Aushändigung von Bildermater i.al, welches
meine eigenen Aufnahmen ergänzte, konnten die Darstellung
von Dewan und Famouri (13) wesentlich ergänzt werden.
Die Anregung und die Anleitung zu der vorliegenden Arbeit
erhielt ich von Herrn Priv.-Doz. Dr. Dr.
Ste~müller,
der
selbst mehrmals im Iran ingenieurgeologische Arbeiten durchführte. Die Betreuung des bodenkundliehen Abschnittes übernahm Herr
Wiss.Rat
~~.Hoffmann.
Das Ministerium für Wasserversorgung im Iran legte
mir nahe, nach Abschluß der Arbeit davon eine Fassung in
persischer Sprache anzufertigen.
- 6 -
A. Allgemeiner geographischer und ,klimatischer Überblick
Iran erstreckt sich vom 25° bis 40° nördlicher Breite
und vom 44° bis zum 64° östlicher Länge. Es umraßt insgesamt ein Gebiet von 1 650 000 qkm. Es ist im Norden begrenzt durch die Ausläufer des Kaukasus sowie durch das
Kaspische Meer und grenzt im Nordosten an die Steppen des
südlichen Turkestan. Im Osten sind seine Nachbarn Turkmenien (UDSSR), Afghanistan und Pakistan. Im Süden wird es
vom Golf von Oman und dem Persischen Golr abgeschlossen.
Die Grenze verläuft im Westen entlang des westlichen Randgebirges und des Flusses Schat-el-Arab. Es grenzt hier an
die Türkei und den Irak.
Iran ist ein riesiges, allseitig von hohen Bergen begrenztes Hochland. Eine Reihe von parallel verlaufenden Gebirgsketten durchzieht dieses Hochland, in Hauptrichtung von
Nordwesten nach Südosten. Diese Gebirge unterteilen das
Land in eine Anzahl abflußloser Becken. Nördlich des ElbursGebirges ist das Kaspische Küstengebiet vorgelagert, am
Persischen Golf dehnen sich schmale Küstenebenen aus, die
dem Sahara - Sind - Wüstengürtel angehören. Im Osten hat
es jenseits der niedrigen in nord-südlicher Richtung verlaufenden Randgebirge Anteil am Wüstenhochland von Afghanistan, im Nordosten an den Gebirgen und Steppen Südturkestans. Das südliche Khusistan gehört geographisch zum Einzugsgebiet der Schwemmlandtierebene des Euphrat und Tigris.
Gebirge
Man kann zwei Gebirgsketten von unterschiedlichem Charakter
gegenüberstellen (13): Den von Westen nach Osten streichenden Elburs und den von Nordwesten nach Südosten verlaurenden
Zagros. Beide Gebirgszüge gehören dem großen tertiären Faltengürtel an und vereinen sich in Armenien. Der Elburs.und
seine Randketten bilden einen hohen nördlichen Gebirgswall,
der zum großen Teil für die Regenarmut des Plateau-Inneren
verantwortlich ist. Im vulkanischen Damawand erreicht er
eine Höhe von 5780 m. Die Ketten streichen parallel.
Einen nicht unterbrochenen, aus parallelen Ketten bestehenden Gebirgswall stellt auch der Zagros dar, der eine Länge
- 7 -
von 1 000 km und eine Breite bis zu 200 km aufweist. Er
erreicht eine Höhe von
4
500 m.
Die Hochebene
Das Hochplateau ist in Richtung NW - SO von niedrigen Ketten durchzogen, dadurch in verschiedene Becken eingeteilt
und fällt allmählich nach Osten zur großen Wüstensenke hin
ab. Es stellt ein riesiges Dreieck dar mit Erhebungen von
500 bis zu 2 500 m Höhe und enthält neben Bergzügen und
Vorbergen alluviale Ebenen, Hügelketten und Seebecken.
Die wichtigsten Beckenlandschaften sind:
a) Das Hochplateau Nordwest-Irans einschließlich des UrmiaBeckens 1 200 - 2 500 m über dem Meeresspiegel und die
Beckenlandschaft um Hamadan.
b) Das Becken von Esfahan-Saiedabad in einer Höhe von
1 000 -
1 200 m mit dem Gavkhuni-Salzsumpf.
c) Die riesige Salzwüste in Khorassan mit dem Salzsumpf
Massileh und der Salzwüste Dascht-e-Kawir.
d) Das Wüstenbecken der Lut in einer Höhe von 500 - 600 m.
Die Wüste hat ein mannigfaltiges Gesicht. Im Süden und
Südosten dehnen sich ungeheure Sanddünen aus. Im Inneren ist die Lut eine Grus- und Geröllwüste, teilweise
mit bizarren, tafelbergförmigen Gesteinsbildungen.
Das große Wüstenbecken bildet mehrere Buchten, die an
ihren West-, Nord- und Südrändern hufeisenförmig von
den Randgebirgen umschlossen werden. Hier sind im Nordwesten die Waramin-Ebene und die Becken von Karadj und
Ghazwin zu nennen.
Kleinere in die Gebirge eingelagerte Becken am Wüstenrande sind die Senken von Yazd, Rafsandjan und Kerman.
Im System der südlichen Zagros-Ausläufer ist das Becken
des Niris-Sees eingelagert. Das Mündungsgebiet des HiLm(~nd,
im äußersten Osten, in Sistan, mit dem Mittel-
punkt Zabol und dem abflußlosen Salzsee Haumum-e-Sabari
gehört geographisch zum afghaniseben Raum, in dem sich
das Hochplateau jenseits der östlichen Gebirgsschwelle
fortsetzt.
- 8 -
In die Becken reichen riesige Schwemmfächer von den Gebirgshängen hinab. Die alluvialen Ebenen im Beckeninneren
gehen in abflußlose Seen und Salzsümpfe über.
Khusistan und die südlichen Küstentiefebenen
Die Tiefebene von Khusistan ist eine Fortsetzung des mesopotamiseben Tieflands. Die Küstenebenen ähneln vegetationsmäßig den nordafrikanisch - arabisch - pakistanischen Wüsten und Steppen. Es sind teils steil abfallende, enge Küstenstreifen, teils alluviale Ebenen mit breiten Deltas.
Die Ebene von Khusistan umfasst 30 000 qkm, sie besteht
aus Meeres- und Flußablagerungen. Westlich der Zagrasketten
schließt sich ein schmaler Gürtel von Tiefebenen an, die
zum Tigris entwässern.
Das Kaspische Klistengebiet
Dies ist ein schmaler Klistenstrich am Fuße des Elburs. Eine
große Anzahl von Flüssen mündet hier. Am Südostrand wurden
dadurch einige riesige Deltas aufgeschüttet, aber auch mächtige Lößablagerungen liegen hier vor (13).
Klimatischer Überblick
Die klimatischen Verhältnisse machen das Bewässerungsproblem
zur Lebensfrage der Landwirtschaft. Die geringen Niederschläge sind der hemmende Faktor der iranischen Landwirtschaft.
Hinzu kommen die hohen Temperaturen, vor allem im Süden des
Landes.
Iran gehört dem subtropischen Klimagürtel an. Die nördliche
Hälfte hat jedoch kalte Winter, vor allem in den Höhenlagen.
So werden in Kermanschah im Januar und Februar Minimumtemperaturen von -20,6~und -23,9~ festgestellt,
in Tabriz von
-22, 8 u.nd -1 8, 0° C ( 1 3) • Die Winter sind schneereich, die
Sommer im nordwestlichen Hochland sehr warm. In den ausgesprochenen Hochlagen herrschen kontinentale Klimabedingungen ähnlich der gemäßigten Zone.
Eine Ausnahme bilden der Küstenstreifen am Kaspischen Meer
und die Nordabhänge des Elburs, wo feucht-warmes Klima
- 9 -
herrscht und ein üppiger Regenwald die Hänge bedeckt.
Der Süden weist milde Winter auf. Die Sommer sind hier
sehr heiß, die Trockenheit vor allem im Inneren extrem.
Es ist dies . die Klimazone, wo grundsätzlich Dattelbau
während des ganzen Jahres möglich ist, wenn er sich auch
hauptsächlich auf den Südwesten des Landes und einige
Oasen beschränkt.
Die Grenze zwischen der nördlichen Klimazone mit kühlen
bis kalten Wintern und den südlichen ausgesprochen subtropischen Bereichen mit milden bis sehr milden Wintern
verläuft in südöstlicher Richtung, weil der Osten im Winter nördlichen Winden in stärkerem Maße ausgesetzt ist als
der Westen.
Das iranische Hochland stellt ein riesiges Tiefdruckgebiet
dar. Durch die Erwärmung des Hochplateaus werden kühlere
Luftmassen angezogen, die vor allem von Norden her einströmen. Beim Aufsteigen an den Gebirgsmauern kühlen sie sich
ab und geben ihre Feuchtigkeit in Form heftiger Regen an
den Nordhängen ab. Sie gelang3n als trockene, zum Teil
heftige Winde ins Innere des Landes. Während der ganzen
Sommermonate weht ein geradezu
stürmisc~er
Nordost, der
"Wind der 120 Tage", der "Bad-e Sad-e-biz ruz". Die relative
Luftfeuchtigkeit sinkt in diesen Monaten bis auf 20 ab,
JO%
im Inneren noch auf weit tiefere Werte. Die mit dem
hohen Sättigungsdefizit zusammenhängende Verdunstung durch
Pflanzen und damit der Wasserbedarf sind deshalb sehr groß.
Das gleiche gilt für
di~
Bodenverdunstung.
Im Winter durchziehen Tiefdruckwirbel das Land. Die Niederschläge fallen im Norden meist im Winter,
im Süden im zei-
tigen Frühjahr. Dort treten auch m<Jn9.lnartige Winde auf,
ohne jedoch erheblichen Regen zu spenden.
Nach der Höhe der Niederschläge lassen sich 6 Zonen unterscheiden:
(sh. Abbildung 1) {25,h8). ~
In Zone I, die die Randgebiete des Kaspischen Meeres umfaßt,
also die Provinzen Gilan, Mazanderan mit Gorgan, fallen jährlich 1 000 - 2 000 mm Niederschläge über das ganze Jahr verteilt, mit einem Maximum im Herbst. Gegen Osten nehmen die
Niederschläge ab und liegen bei etwa 700 mm.
-
10 -
In Zone II fallen 700 -
1 000 mm Regen. In diesem Gebiet
ist extensiver Regenfeldbau möglich. Hierher zählt vor
allem das Ge-biet der westlichen Zagrasketten von Kermanschahan bis ins nördliche Khusistan, dem Quellgebiet
des Karun und seiner Nebenflüsse. Auch das östliche Mazanderan rechnet sich zu dieser Niederschlagszone,die
dem feucht subhumiden Typus.zugehört. 60% der Niederschläge fallen in den höheren Lagen als Schnee.
Niederschlagszone III empfängt Regenmengen zwischen 500 700 mm. Das Klima ist noch feucht subhumid, sodaß von den
Halbnomaden in den Bergen noch extensiver Regenfeldbau betrieben werden kann. Hierher zählen die inneren Ketten der
westlichen Grenzgebirge, so das Gebiet um Brudjerd östlich von Kermanschahan sowie die nordöstlichen Ausläufer
des Elburs und das nordöstliche Kaspische Tiefland.
In der Niederschlagszone IV fallen nur noch JOO - 500 mm
Regen. Das Klima ist trocken subhumid. Man rechnet zu diesem Gebiet die höher gelegenen Teile der Becken der Verwerfungszone des Zagros, das Hochland von Fars, den östlichen Teil von Khusistan, die Südhänge des Elburs und die
höher gelegenen Teile des nordöstlichen Khorassan, sowie
das südliche und ein Teil des östlichen Aserbeidjan und
einen Streifen bei Birdjand.
Zur semi-ariden Niederschlagszone V mit 200 -
JOO mm Regen
zählen die tiefer gelegenen Teile von Fars, ein Streifen
west-östlich von Esfahan, die tieferen Lagen von Khusistan,
das Gebiet von Tabriz, sowie das nördliche und der andere
Teil des östlichen Aserbeidjan, die Becken von Teheran,
Karadj, Ghazwin, Arakund die Waramin-Ebene, das Gebiet
um Kerman und Yazd, ein Teil der Umgebung von Birdjand.
Die Niederschläge fallen meist im Winter und zu Beginn des
Frühjahrs,
im Nordwesten und Norden zu einem kleinen Teil
als Schnee. Die eigentliche Vegetationsperiode ist völlig
regenlos.
Die Randgebiete des Wüstenbeckens einschließlich des Beckens
von Esfahan, sowie des Beckens von Balucistan, der größere
Teil von Sistan, das Makran-Gebiet, die Küstenstreifen am
Persischen Golf und Golf von Oman, das östliche Zentral-
K ASP fSCHES
MEER
Mittlere jährliche Niederschläg~
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unter 100 mm
VI
100 - 200mm
V
200- 300mm
IV {~~300- 400 mm
400- 500 mm
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500- 1000 mm
f
1000- 1500 mm
1
über 15 00 m m
z
l
(j)
Quelle:
l>
Jranischer Wetterdienst
<
-
12 -
plateau, das Hilmend-Becken und ein Streifen im Inneren
nördlich von Kerman zählen zur Niederschlagszone VI mit
100 - 200 mm Regen. Nur mit intensiver Bewässerung ist
Feld- und Gartenbau möglich. Sie ist im Süden weitgehend
auf Oasen beschränkt.
Im Inneren des Großen Wüstenbeckens erreichen die Niederschläge nicht einmal 100 mm. Es ist dies die extrem aride
Niederschlagszone VII. Extreme Trockenheit herrscht auch
im Mündungsgebiet des Schat-el-Arab, sowie in einem schmalen Streifen südlich von Zahedan.
Besonders nachteilig wirkt sich aus, daß die Regenmengen
weder gleichmäßig über das Jahr verteilt sind, noch auch
innerhalb der regenreicheren Perioden stetig fallen. Vielmehr sind heftige wolkenbruchartige Regen häufig, die Vermurungen hervorrufen, zu Überschwemmungen führen, wertvolle Krume wegschwemmen und vom Boden nicht voll gespeichert
werden können. DiegeringeSpeicherkapazität des Bodens
hängt auch mit der Entwaldung zusammen. Insbesondere können die flachen Lithosole der Gebirge, zumal bei starker
Neigung, nur sehr wenig Wasser sammeln
(5, 8, 11, 25, 35).
Nach Gandji (24) wird Iran in 6 Niederschlagszonen mit unterschiedlichem Klimatypus eingeteilt (siehe Abb. 2).
Der jeweilige .l(limatypus wird dabei durch das Verhältnis
des Anteils einer solchen Zone an der Gesamtfläche zum
Anteil der Niederschlagsmenge in dieser Zone an der Gesamtniederschlagssumme gekennzeichnet. Die prozentualen
Anteile dieser Gebiete an Gesamtfläche und Gesamtniederschlagsmenge sind sehr unterschiedlich
nis zueinander. Am ungünstigsten ist die
in ihrem VerhältRelation im
Großen Inneren Becken, das die Hälfte des Gesamtareals
umfaßt, aber weniger als ein Drittel der Gesamtniederschläge erhält (Zone 1). Hingegen nimmt die Zone südlich
des FiEpischen Meeres einsch.ließlich der Nordhänge des
Elburs und der Hstlich anschließenden Gebirgsketten etwa
nur ein Zehntel der Gesamtfläche ein, empfängt aber mehr
als ein Drittel der gesamten Regenmenge (Zone J). In Abb. 2
sind die jeweiligen Anteile der Flächen der einzelnen Zo-
Abb.
Klimazonen
2
und prozentuale Niederschlags vertei lung.:__
KASPISCHES
MEER
0
Schahrud
0
THEHERAN
CD
0
"' .... --,
Anorak
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0
Esfahan
'
Ahwaz
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\
''
0
'''
Zabol
'' '
' .........
0
..._,-~ .......
Kerman
0
0
Zohedan
Schiraz
~
-'o.f- p...'o\:>~s
ea.nu
50%
/(Golf
v. Oman
34%
'31%
Prozentualer Anteil
26%
D
26%
der Fläche an der
Gesamtfläche
Prozentualer Anteil
der Regenmenge an
7%
~
r/1
2
OJi'·
3% 3%
3% 3%
3
4
der Gesamtniederschlagsmenge
5
6
nach
Gandji
-
1~ -
nen an der Gesamtfläche (weiße Säule) und der in den
Gebieten fallenden Regenmenge an der Gesamtniederschlagsmenge (schraffierte Säule) auch graphisch nebeneinander
dargestellt.
-
15 -
B. Die Beschreibung der geographischen, klimatischen,
geo-
logischen und hydrologischen Verhältnisse im einzelnen.
I. Die Ebene von Khusistan und das Küstengebiet um den Persischen Golf und Golf von Oman
a) Geographie und Klima
Die Ebene von Khusistan wird von den Deltas des Karun, Dez und Karkhe eingenommen. Sie ist die Fortsetzung des Tieflandes von Mesopotamien, durch Anschwemmung der FlUsse Euphrat und Tigris entstanden. Diese
vereinigen sich zum Schat-el-Arab, der den Karun aufnimmt. Er bildet ein deutliches Delta. Ihm gegenüber
schiebt der Zohreh-Rud sein Delta in den Golf von
Persien vor. Die Tiefebene von Khusistan schließt im
Silden und Südwesten an Gebirge mit zum Teil tief eingeschnittenen Tälern an. Im Osten erstreckt sich bis
Buschehr -
Borazdjan das eigentliche Küstentiefland
am Persischen Golf, ein verhältnismäßig schmaler Streifen mit kurzen Flüssen wie dem Schur-Rud und den Marun Rud nHrdlich der Stadt Behbahan.
Die Niederschlagshöhe im westlichen Khusistan beträgt
je nach HHhenlage 200 -
500 mm, der Küstenstreifen am
Persischen Golf ist trockener und empfängt nur 100 200 mm Regen.
Die wichtigsten Flüsse mit ihrer jährlich durchschnittlichen Wasserführung sind:
Der Karun (775 cbm/sec bei Ahwaz)
Der Karkhe (133 cbm/sec bei Pay i
Pul)
Der Dez (223 cbm/sec bei Dezful)
Der Djarahi (357 cbm/sec bei Khalafabad)
Der Hindidjan (72 cbm/sec bei Dez Mullah)
(5)
Das Küstentiefland am Persischen Golf wird nur von kurzen Flüssen, wie dem Schur-Rud, durchflossen. Die Klimadaten der Met. Station Ahwaz, die die Mittelwerte der
Jahre 1955- 1958 darstellen, sind beigefügt (13, 27).
(sh. Tabelle 1).
Das Klima gehört der subtropischen Zone an, und zwar
der Tiefenstufe, der "Garmsir". Es ist wintermild und
sommerheiß, ohne FrHste und Schneefall. Das Jahresmit-
-
16 -
tel liegt über 20°C, sodaß vor allem der Dattelanbau lohnend ist. Auch für Citrusfrüchte ist das Klima besonders geeignet.
Die Nähe des Golfs von Persien bewirkt - außer in den
Sommermonaten - eine verhältnismäßig hohe rel. Luftfeuchte. Für den Anbau von Zuckerrohr dürfte sie jedoch nicht ausreichend sein (8, 9).
Tabelle 1:
Meteorologische Daten der Station Ahwaz
(20m über NN.; 31°19'n.B.; 48°40'ö.L.)
Monat
Temperatur
0
C
Niederschlagsm.
Maxim.
Minim.
Jan.
22,2
0,6
11 '6
36,0
74
Febr.
27,3
0,6
13,7
34,5
70
März
3l~ '0
6,4
19,8
15,0
65
April
41 '7
10,2
24,5
28' 1
Mai
~~-7' 8
14,5
30, 1
2,5
55
42
Juni
19,6
34,3
36
Juli
49' 1
50,0
19,8
36,5
39
Aug.
50,3
22,4
36,7
Sept.
47,3
18,2
32,5
37
41
Okt.
42,9
13,8
Nov.
34,8
Dez.
2 1 '4
-
Durchschn.
relative
in mm
L.:feucht.
27,7
0' 1
20,5
49
2,6
19,5
33,4
67
0,5
15,7
46,0
79
Insgesamt 216,1
b) Geologie
Die Ebene von Khusistan besteht aus alluvialen Ablagerungen. Diese wurden durch die großen Flüsse
Dez und Karkhe und ihre
Nebenflüsse
Karun,
von den Abhängen
des Zagrasgebirges erodiert und in ihrem Unterlauf abgelagert. Sie besitzen in den gebirgsnahen Teilen gröbere, in den Ebenen feinere Struktur. Nahe der Mündung in den Persischen Golf wurden südwestlich von
Ahwaz vom Schat-el-Arab und Karun Schlamm- und Lehmablagerungen abgesetzt, die das Mündungsdelta immer weiter in den Persischen Golf vorschoben. Teilweise reichen Ausläufer der Zagrasketten bis in das Schwemmland,
oder bilden in demselben isolierte Hügellandschaften
- 17 -
aus der Miocän - Salzformation. In den Antiklinalen
der stark gefalteten Gebirgsstöcke treten ältere tertiäre Schichten sowie mesozoische Kalke auf.
c) Hxdrologie
Die hydrologischen Verhältnisse stehen in engem Zusammenhang mit dem geologischen Aufbau.
Die sehr feinkörnigen küstennahen Sedimente der Ebene
sind fast wasserundurchlässig, die gröberen alluvialen
Ablagerungen am Gebirgssockel stellen jedoch Grundwasserreservoire dar. Der größte Teil der Ebene ist
dicht von Flüssen und Strömen durchzogen,
sodaß die
Nutzung des Grundwassers eine untergeordnete Rolle
spielt. Ungenügende Entwässerung, sehr hoch liegender
Grundwasserspiegel und Versumpfung der tiefer gelegenen
Teile werfen eine Reihe von Grundwasserproblemen auf.
Nachteilige Bedingungen für die Grundwasserförderung
sind:
aa) Geringe Durchläßigkeit der sehr feinen Sedimente
der Deltas und der alluvialen Formationen.
bb) Das über den Kalken geschichtete salzhaltige OligoMiocän wird von Flüssen entwässert, die in die Küstenebenen fließen. Auch die Formation des Mio-Pliocän reichert die Abflüsse mit Salzen an. Die chemische Beschaffenheit des Grundwassers wird dadurch
bestimmt. Salzhaltige Mineralquellen tragen zur Hebung des Salzgehaltes bei. Im Südosten finden sich
einige Schwefelquellen, die aus örtlichen vulkanischen Formationen entspringen.
cc) Von der See dringt salzhaltiges Wasser ins Süßwasser vor.
dd) An der Bodenoberfläche kommt es zu Konzentrierungen
von Salzen, verursacht durch die hohen Temperaturen,
die starke Verdunstung und den hochliegenden Grundwasserspiegel, durch den der Kapillarsaum nahe an
die Oberfläche heranreicht.
-
18 -
ee) Diapirische Salzpfropfen stehen an, die ebenfalls
zur Anreicherung des Grundwassers mit Salzen beitragen (4,
II.
12,
13, 33, 43, 47, t"_8).
Die Faltungsznne des Zagros - Systems
a) Geographie und Klima
Der Zagros ist ein Teil des großen asiatischen Faltungsglirtels. Er beginnt mit den Gebirgsketten entlang der türkischen Grenze und streicht in einer Reihe paralleler Ketten von Nordwesten nach Südosten.
Er stellt einen etwa
000 km langen, ununterbrochenen
Gebirgswall dar, der oft eine Breite von mehr als
200 km besitzt und Höhen von mehr als
4 500 m erreicht.
Das Zagrassystem biegt nördlich von Khusistan in südöstlicher Richtung ab und durchzieht in einer Länge
von mehr als 800 km die Provinzen Fars und Karman.
Südlich von Karman teilt es sich in zwei Äste, die das
große Djaz Murian Becken einschließen und von denen
nur der sildliehe der eigentlichen Faltungszone angehört. Er verläuft parallel zur Küstenlinie des Golfs
von Oman und setzt sich nach Pakistan fort.
Der Zagros ist das Quellgebiet der zum System des Karun gehörenden Flüsse, von denen die wichtigsten der
Karkhe, der Karun und der Dez sind. Sie fließen in
ihrem Oberlauf in engen schluchtähnlichen Tälern dahin.
Ihre Wasserführung ist unregelmäßig. Kurze Flüsse, wie
der Djahrom, der Lar, der Minab und der Murdab ergießen
sich in den Persischen Golf, bzw. in den Golf von Oman.
Das Klima gehört dem Hochland-Typ an. Je nach Höhenlage und Breitengrad bestehen jedoch hinsichtlich der
Temperaturen und Niederschläge Unterschiede. Die Schwankungen zwischen den sommerlichen und winterlichen Temperaturen sind sehr groß. Im Winter sinken die Temperaturen bis -15°C und tiefer ab, die Sommermaxima erreichen 42°C. Im Süden tritt dieser kontinentale Charakter zurück. Das Klima ähnelt hier dem Mittelmeerklima mit milden Wintern (13).
-
19 -
Erheblich sind auch die Unterschiede in der rel. Luftfeuchtigkeit
je nach Sonnenstrahlung und Höhe der Tem-
peratur. Hinzu kommen die großen Unterschiede zwischen
Tag und Nacht. Das Jahresmittel liegt bei 40 -
50% rel.
Luftfeuchtigkeit. Die Maxima im Dezember und Januar erreichen 80%, die Minima sinken im Hochsommer bis auf
20% ab. Im Süden werden im Durchschnitt jeweils etwas
niedrigere Werte festgestellt.
Auch die Niederschlagsmenge ist nicht einheitlich. Die
nördlichen und westlichen Ketten sowie die höchsten Erhebungen gehören der feuchten subhumiden Region an und
erhalten mehr als 500 mm Regen,
sodaß Trockenfeldbau
möglich ist. Die tieferen Lagen des Nordens und die weiter südlich gelegenen Gebiete weisen eine durchschnittliche Regenmenge von 250 -
500 mm auf. Sie
zählen zur
trockenen subhumiden Zone. Im Süden und im Norden unter
1 500 m NN erreichen die Niederschläge jedoch häufig
nicht 250 mm, sodaß der semiaride Klimatyp vorherrscht
(11, 1J).
Je nach Höhenlage werden auch drei Vegetationszonen unterschieden. Die untersten Lagen des Zagros gehören der
Substeppe an. Das Klima ist durch
erhebliche Temperatur-
schwankungen gekennzeichnet, die Niederschläge betragen
200 -
250 bis 400 -
450 mm. In Höhen zwischen 1 000 -
2 600 m NN erstreckt sich die xerophile Waldzone mit
einer durchschnittlichen jährlichen Regenmenge von 400
500 mm und beträchtlichen Temperaturschwankungen je nach
Gebiet und Höhe.
Das eigentliche Hochgebirge zwischen 2 600 -
4 300 m NN
gehört zur trockenen alpinen Zone. Im allgemeinen fallen
bis zu 600 mm Niederschläge, meist als Schnee. Der Schneefall währt mehrere Monate (13).
Die Angaben der Met. Stationen Kermanschah und Ramadan
geben ein Bild von dem Klimacharakter des riördlichen Zagrosgebietes als Mittel der Jahre 194J-1958(Tab.2)(1J,27).
Abschließend werden noch Daten hinsichtlich Einzugs- und
Ursprungsgebiet und Wasserführung einiger wichtiger in
der Faltungszone entspringender Flüsse hinzugefügt(Tab.3).
- 20 -
Tabelle 2:
~orologische
(1
298m;
Daten der Station Kermanschah.
über NN, 34°19'; n.B., 47°o7-'ö.L.)
Monat
Temperatur
Maxim.
Minim.
Niederschlagsm.
Durchschn.
in mm
relative
L.feucht.
Jan.
16,3
-20,6
2,0
56,0
79
Febr.
21 '0
-23,9
54,8
74
März
23,h
- 11
'7
3' 1
7.3
87,6
67
April
31 '2
-
5' 0
12 ' 1
55,8
63
Mai
33,8
0,6
1 7' 1
56
Juni
39,0
2,6
22,5
33,9
1,8
Juli
42,0
9,3
26,6
Aug.
41 '4
1 0' 1
26,2
0' 1
21
Sept.
2,0
21 '3
1•0
26
Okt.
37,2
34,2
-3,2
16,3
7.
1
33
Nov.
26,1
1
56,4
68
Dez.
19,4
4t 1
59, 1
78
13
'6
-15,6
-11
t
31
24
Insgesamt 413,6
Meteorologische Daten der Station Ramadan.
(1 888 m; über NN, 34°47'; n.B., l~8°30'ö.L.)
Monat
Temperatur
Niederschlagsm.
Maxim.
Minim.
Durchschn.
Jan.
13,3
-22,8
0,6
Febr.
17,5
-22,2
März
21 '7
April
in mm
relative
L.feucht.
77
2,0
33' 1
52,5
67
- 8,9
4,5
54,3
57
25,0
- 2,2
10,3
49 t 1
48
Mai
29,0
1• 1
1 I+, 9
28,2
46
Juni
34,2
5'
1
19,8
0,8
37
Juli
36,7
6,7
23,0
1•0
33
Aug.
36,9
9,4
1 '0
31
Sept.
34,0
-
4,4
23' 1
19,7
1' 1
35
Okt.
27,9
- 0,5
13,6
8,2
42
Nov.
20,0
-1 1 • 1
6,3
32,4
58
Dez.
1 6. 1
-18,0
1
'3
37,0
73
Insgesamt 298,7
- 21 -
Tabelle 3:
Dez- Rud (Ursprungsgebiet Luristan) {31)
Einzugsgebiet: Gebirgsland 17 773 qkm
Wasserführung insgesamt
1959/1960
4415,576 MCM
Wasserführung
1960/1961
7277,213 MCM
Maximum Mai 1960
929,232 MCM
1426,032 1<1CM
Maximum Mai 1961
Minimum November 1960
155,692 MCM
Minimum Oktober 1961
Wasserführung: m3 /sec:
125,625 MCM
~ 140
1959/60
51 -
1115
1960/61
l~7
22l-J7
Ab-i-Dez-Rud (Nebenfluß des Dez)
Einzugsgebiet:
-
~
230
279,7
214,7
(31)
16 139 qkm
Wasserführung m3/sec:
Gesamtwasserführung
48 - 2393
1959/60
49,6- 755
~
1960/61
244,1-2018
~
1959/60
4355,592 MCM
1960/61
6795.356 MCM
Maximum Mai 1960
924,480 MCM
Maximum Mai 1961
1385,856 MCM
Minimum Sept.
1960
149,558 MCM
Minimum Okt.
1961
121 9 046 MCM
Karkhe- Rud (Ursprung bei Hamadan)
(31)
Einzugsgebiet: Gebirge
'~ 5 882 qkm
3
Wasserführung m /sec:
1959/60
8,5 - 464
67,2
1959/60
~ 123
2122,495 MCM
1960/61
3380,660 MCM
1960/61
Gesamtwasserführung:
~
21 '7 -1230
Maximum April 1960
387,547 MCM
Maximum Mai
1961
907,891 MCM
Minimum Sept. 1960
Minimum Okt.
1960
52,384 MCM
64' 177 MCM
Minimum Sept. 1961
92,957 MCM
- 22 -
Golpaygan - Rud (Mittl.westl.Bergland, Zagros, bei Esfahen)(32)
Einzugsgebiet:
1 030 q·km
Wasserführung
insgesamt
1959/60
54.032 MCM
1960/61
122,025 MCM
Maximum April
1960
12,727 MCM
Maximum Mai
1960
17,876 MCM
Maximum Mai
1961
38,292 MCM
Minimum Sept.
1960
0,584 MCM
Minimum Okt.
1960
0,652 MCM
Minimum Sept.
1961
m3 /sec. 1959/60 0,030
m3 /sec. 1960/61 0,03
2,373 MCM
Wasserführung
-
~
13,5
22
~
1 '699
3,84
Karun (Ursprung südl. Esfahan in Luristan) ( 31)
Einzugsgebiet: Gebirge
60 769 qkm
Wasserführung
insgesamt
1959/60
1 1 247,285 MCM
1960/61
1 8 107,796 MCM
2 171,232 MCM
Maximum Mai
1960
Haximum Febr.
1961
Minimum Sept.
1.960
Minimum Okt.
1960
351~316
Minimum Sept.
1961
m3 /sec. 1959/60
m3 /sec. 1960/61
517,709 MCM
Wasserführung
3 303,158 MCM
374. 198 MCM
138
-
1773
~
355
133
-
3925
~
579
MCM
- 23 -
b) Geologie
Die Schichtenfolge dieser Zone beginnt mit Kalksteinen
der Kreide und endet mit dem Miocän. Es handelt sich
um eine regelmäßige Folge von Antiklinalen und Synklinalen, wobei Schichten der mittleren Kreide im Kern der
Falten an die Oberfläche treten. Untere und mittlere
Kreide ist kennzeichnend für die Gebirgszüge von Luristan bis Schiraz. In Karmanschahm findet sich auch obere
Kreide und vereinzelt, und zwar östlich von Kermanschah,
die sog.
"Bunte Melange", eine Mischung von siliciumhal-
tigen Sandsteinen, Kreidekalken und basischen Ergußgesteinen. Die gleiche Formation tritt auch in den das
Djaz Murian-Becken
südlich begrenzenden Gebirgsket-
ten auf. Typisch für die südöstlichen Zagrasausläufer
ist das Paläogen, insbes. das Eocän. Im unteren Eocän
muß eine Folge oliv-grünlicher und purpurner Schichten
von etwa 400 m Mächtigkeit angenommen werden. Dieses
aus Sand- und Kalksteinen abwechselnd geschichtete FlyschGestein gehört in seinen untersten Lagen, dem sog.
Paläogen des südöstlichen Irans und somit dem untersten
Tertiär an. Es ist vor allem für die südöstlichen Zagrasketten zwischen Minab und Kuhak kennzeichnend. Eocän
und Eo-Oligocän treffen wir vor allem in Kermanschahan
und Fars. Über der Eocän - Oligocän- Formation wird
oft Gips gefunden.
In Kermanschahan sowie in den höchsten Zagroszügen,
nahe der Grenze von Irak tritt zwischen Paläogen, Kreide und Miocän das Oligo-Miocän zutage. Dieser sog. Asmari - Kalkstein des obersten Oligocäns und des untersten Miocäns lagert als JOO m starke Schicht auch in
den südlichen gebirgigen Randzonen Irans. Es handelt
sich bei dem sog.
"Asmari" - Kalkstein, hauptsächlich
um maritimen Kalk mit Einschlüssen von Sandstein und
Konglomeraten. Diese harte Schicht besitzt große Mächtigkeit und wird auch als "Untere Rote Formation" bezeichnet.
Darüber breitet sich die f'iir Fars typische Schichtenfolge von Gips, Anhydrit, Salz, Mergel, Letten und Sand-
- 24 -
stein von im allgerneinen ziegelroter Farbe. Die
Mäch~
tigkeit dieser Schicht beträgt mehrere 1 000 rn. Sie gehört dem unteren Miocän an und trägt die Bezeichnung
"Obere Rote Formation von Fars". Sie wird unterteilt
in eine obere und eine untere Schicht. Die westlich an
der Grenze entlang streichenden Ketten zwischen Kerrnanschah und Bandar Abbas gehören zum großen Teil dieser
Formation an.
Über der Formation von Fars lagert die Bakhtiari-Forrnation in einer Mächtigkeit von mehreren hundert Metern.
Sie gehört dem Mio-Pliocän, also einer der obersten
Stufen des Tertiärs an und besteht aus massigen Konglomeraten mit Sandstein, Ton und Letten vermischt. Die
untere Lage dieser Formation entspricht in der Farbe der
Asmari - Kalkstein - Formation. Das "Bakhtiari" findet
sich insbesonders in den Randgebieten der Faltungszone zwischen Kermanschah und Bandar-Abbas. Im Südosten
sind die südlichsten Ketten mit Neogen ohne Konglomeraten-Faeies durchsetzt.
Durch die Sedimentgesteine der Faltungszonen dringen
stellenweise Salzpfropfen, die meist aus dem Cambriurn
stammen. Die Durchsetzung mit diesen Salzpfropfen oder
Salzdornen ist im südöstlichen Fars arn intensivsten.
Die Antiklinalen werden durch viele,
schmale Ebenen
langgestreckte
voneinander getrennt. Der Boden dieser
Ebenen besteht aus undurchläßigen Ablagerungen des späten Tertiär, die von alluvialen Formationen überdeckt
werden.
Einzelne geologische Bezirke innerhalb der Faltungszone:
Das Bergland des nordwestlichen Zagros
Die Antiklinalen werden von Kalken gebildet. Die synklinalen Becken und Täler sind hauptsächlich mit alluvialen
Ablagerungen ausgefüllt und häufig am Beckenrand mit
salzhaitigern Miocän umgeben.
Insgesamt überwiegen Kalke des
Mesozoiku~über
die Mio-
cän-Forrnation. Neben diesen Sedimentgesteinen treten
auch andere Formationen auf,
z.B.
leicht metamorpher
Jura westlich von Esfahan. Vulkanische und metamorphe
- 25 -
Gesteine sind weitverbreitet im Nordwesten und Südosten der Provinz.
Sedimentgesteine des Paläozoikums und Salzeinschlüsse
finden sich westlich und nordwestlich von Schahr-Kurd.
Dieser Bezirk umfaßt das Gebiet um Kermanschah-Sanandadj
im Norwesten und reicht bis nach Djahrom im Südosten.
SUdöstliches Zagros - Gebiet und die Makran - Provinz
Das Gebiet kann unterteilt werden:
aa) In den südöstlichen Zagros und die Küste westlich
von Bandar Abbas.
bb) In die Gebirgszüge östlich von Bandar-Abbas mit den
vorgelagerten Küstenstreifen.
Insgesamt umfaßt das Gebiet den äußersten Süden und
Südosten des Landes von Kazerun in Fars bis zur Grenze von Pakistan. Westlich von Bandar-Abbas sind Kalke und salzhaltige F'ormationen des Miocäns eng miteinander gemischt. In den Tälern und entlang der
Küste herrscht das Alluvium vor. Über das ganze Gebiet sind viele Salzeinschlüsse des Paläozoikums
verstreut. Östlich und südöstlich von Bandar-Abbas
bestehen die Berge hauptsächlich aus paläogenem Flysch,
der für den Südosten Irans kennzeichnend ist. Am Gebirgsfuß an der Küste findet sich salzhaltiges Miocän und Neogen. In den Tälern kommt Alluvium vor.
c) Hydrologie
Für die Wasserspeicherung
sind in erster Linie die al-
luvialen Sedimente in der Talsohle und an den Gebirgshängen von Bedeutung. Die alluvialen Formationen sind
feinkörnig. Kiesvorkommen beschränken sich auf einen
engen Gürtel am Fuße der Berge und enthalten etwas Grundwasser. Die Speicherung des Grundwassers vollzieht sich
in der Weise, daß das Wasser hauptsächlich an den Flanken der umgebenden Gebirge abläuft und in das grobkörnige Alluvium
einsic~ert.
Die alluvialen Sedimente sind aber sowohl in den schmalen Ebenen der Zagros-Ketten, als auch in den Becken
- 26 -
von geringer Mächtigkeit. Deshalb ist eine Speicherung
von großen Grundwassermengen nicht möglich. Im Herzen
der Becken finden sich sehr feine Seeablagerungen, sowie Beimischungen sehr feinen Materials aus dem OligoMiocän bis zum Mio-Pliocän mit gipshaltigen Mergeln
als Bestandteilen. Die Feinkörnigkeit wirkt hier der
Versickerung entgegen und begünstigt den kapillaren Hub
und damit die Versalzung. Da der Grundwasserspiegel
nicht sehr tief liegt,
läßt sich das Grundwasser mit
gegrabenen Brunnen erreichen, deren Wasser häufig durch
Tiere gefördert wird.
Große Bedeutung als Wasserspeicher besitzen die in
großer Mächtigkeit anstehenden verkarsteten Kalkformationen.
In der Kalkregion des Zagros muß man eine grundwasserführende Kalkzone annehmen. Eine Reihe von Antiklinalen,
wenn nicht alle, stehen miteinander in Verbindung. Wo
der Kalk an den Talwandungen zutage tritt,
sprudeln Quel-
len entlang den Trennungslinien hervor. Seit den ältesten Zeiten wurde die grundwasserführende Schicht des
Kalksteins genutzt, indem man die zahlreichen Quellen
faßte oder künstlich durch Aushöhlen des Kalkes Brunnen
erschloß. Neuerdings geht man dazu über, diese Grundwasservorkommen in größerem Ausmaße durch Tiefbrunnen zu
erschließen.
Die Grundwasserförderung wird allerdings infolge des
durch die geologische Formation bedingten hohen Salzgehaltes begrenzt. Salzpfropfen, meist Diapyre des Paläzoikum , und zwar des Cambriums, geben Salze an das Grundwasser ab. Sie sind besonders im südöstlichen Fars häufig. Die sehr flachgründigen Lithosole, die einen: großen
Teil des Gebietes bedecken, können nicht als Wasserspeicher dienen, da ein beträchtlicher oberflächlicher Abfluß zu verzeichnen und die Versickerung nur sehr gering ist.
Auch im Makran-Gebiet wirkt sich die geologische Beschaffenheit nachteilig aus. Das Miocän, die Formation
der an das alluviale Küstengebiet anschließenden Hügel,
ist sehr salzhaltig. Die geringen Niederschläge (100 200 mm) sind das größte Hindernis für eine Speicherung
landwirtschaftlich nutzbaren Wassers (13,
JJ, 47, 61).
- 27 -
III. Die Faltungszone des Zagros - Systems mit Verwerfungen
(Die Iraniden)
a) Geographie und Klima
Die östlichen Gebirgszüge des Zagrassystems und die
nördliche Gebirgsumrahmung des Djaz-Murian-Beckens
weisen zahlreiche in Richtung der Gebirgsketten verlaufende Verwerfungslinien auf. Die Gebirgszüge umschließen eine Reihe von abflußlosen Becken. Die
wichtigsten sind das Becken von Hamadan, nördlich
davon, die
Kab~tar-Ahang-Ebene,
nordöstlich davon die
Razan-Ebene, die vom Gara-chai-Fluß in Richtung nach
Saveh durchflossen wird und südöstlich davon das Gebiet von Ghahavand, das zum Einzugsgebiet des Garachai-Flusses gehört, der nahe von Arak aus dem~e­
birge heraustritt. Es folgen das Golpaygan-Becken,
daran schließt in südöstlicher Richtung das langgestreckte Becken des Zayande-Ru:l mit dem Gavkhuni-Salzsumpf an, weiterhin das schmale Becken von Schiraz
mit dem Niris-See, in den der Kur-Rud mündet. Im Südosten schiebt sich zwischen die beiden Hauptzüge der
Zagros-Ausläufer das weiträumige Djaz-Murian-Becken
mit dem Salzsumpf, in den der Bampur und Kalschar
enden.
Nachfolgend einige Angaben über Wasserführung und
Einzugsgebiete der wichtigsten Flüsse:
Zayande Rud bei Pul-i-khaju (Nähe Esfahan)(JO)
Einzugsgebiet:
1q )20 qkm
Wasserführurig jährl.
Wasserführung maxim. (Apri 1/Hai, Ordi):
Wasserführung minim. (Sept. /Okt. , Mehr) :
Kur-Rud
549,252 MCM
158, 54!+ MCM
1,892 MCM
(Ursprung Hochland von Fars, Mündung in den Niris-See)
5 100 qkm
Jährl.Wasserführung (1955/56)
Einzugsgebiet:
Jährl.Wasserführung maxim.(Feb./März,Esfand)
188,956 MCM
Jährl.Wasserflihrung minim.(Mai/Juni,Khordad)
31 '069 MCM
Wasserführung .jährl.
1958
904.)45 MCM
Wasserführung jährl.
1959
61),146 MCM
-
Abb.
3:
28 -
Kur-Rud in seinem Oberlauf
(Provinz Fars)
Die Klimadaten sind nicht einheitlich. Im allgemeinen
ähnelt das Klima dem der autochthonen Faltungszone,
je-
doch sind die Niederschläge geringer. Im Norden herrscht
im Becken von Ramadan und den anschließenden Senken der
kontinentale Klimatyp mLt erheblichen Temperaturschwankungen. Die Temperatur sinkt im Januar und Februar unter -22°C,
im August ~teigt sie bis auf 37°C. Weiter
südlich in Esfahan und Schiraz liegen die Minima bei
-10 und -1J°C, die Maxima bei 41°C. Noch wärmer ist die
Zone von Balucistan, wo im Beckeninneren und in der vorgelagerten Küstenebene das Januarmittel über 15°C liegt,
das Julimittel über 20°C. Die Luftfeuchtigkeit ist wegen der Nähe des Meeres relativ hoch. In den übrigen
Gebieten sind die Schwankungen der relativen Feuchtigkeit bedeutend. Die Maxima schwanken zwischen 73 und
80~,
die Minima liegen bei 31%. Die Maxima fallen in
die Monate Dezember/Januar, die Minima in den Juli bzw.
August.
- 29 -
Tabelle h:
Meteorolneische Daten der Station Esfahan
(1
58h m;
über NN.:
Monat
32°J7'n.B.; 51°50'ö.L.)
'f'empera.tur
Niederschlagsm.
in mm
relative
Maxim.
Minim.
Durchschn.
Jan.
18,0
-13,9
h,o
21 '8
63
Febr.
23,3
-13,3
6,7
1l~'
58
März
26,7
- 5,6
1 1 '0
h
20' ,. _
April
31 '0
- 4,6
16,0
18,4
47
Mai
35,6
h,4
21 • 3
11 '8
Juni
40,6
7,8
26,6
0,9
Juli
41 'h
11 ' 1
29,2
3,8
37
Aug.
10,6
27'
lJ
0,7
37
Sept.
41 '7
38,0
5,7
23,9
0,2
'+ 3
Okt.
32,8
- 2,8
17,0
2,9
51
Nov.
21-1-' h
- 7,5
10,3
1 7' 1
65
Dez.
20,0
-10,0
5,2
23,0
71
Insgesamt
L.feucht.
l~B
135,h
Meteorologische Daten rler Station Schiraz
(1. 530 m; über NN.: 29°36'n.B.; 52°32'ö.L.)
Monat
Niederschlagsm.
Temperatur
in mm
relative
L.feucht.
Maxim.
Minim.
Durchschn.
Jan.
22,2
-10,0
6,3
70,5
68
Febr.
22,2
- 8,3
7.9
6h
März
25,6
-
1 '1
11 •9
51' 7
68,4
April
32,0
- 2,5
16,0
23' 1
51
Mai
37,0
21 '4
17 '2
43
Juni
38,9
5,5
6,7
Juli
15,5
Aug.
41 • 0
40,6
25,8
28,6
13,0
27,2
33
Sept.
37,2
9,0
2h,2
35
Okt.
33,3
J,S
18
Nov.
26,7
Dez.
21 '7
59
32
1
'3
31
'6
0' 1
- 5,0
12' 1
79,3
56
- 5,5
7,9
5
73
Insgesamt
1 Qlj.'
416, 1
-
30 -
Die Niederschläge entsprechen dem ariden, bzw. dem
trockenen subhumiden Klimatyp. Das Becken von Schiraz
erhält nahezu 400 mm Regenhöhe bei einem deutlichen
Maximum im November und Dezember. Hohe Niederschläge
werden auch im März verzeichnet. Ramadan ist etwas
trockener,
gehört aber mit 360 mm immer noch dem trok-
kenen subhumiden Typus an. Das Maximum liegt im April.
Esfahan weist arides Klima auf mit Niederschlägen von
nur
135,~·
mm. Die höchsten Niederschläge fallen zwi-
schen November und Januar. Die Baluci-Zone ist als
subtropisch-arid mit weniger als 300 mm zu klassifizieren (13)(Tab.
4).
b) Geologie
Die komplexe Struktur dieses als Iraniden bezeichneten
Teiles des Zagros-Systems läßt drei Zonen unterscheiden, nämlich die Radiolarien- und Ophiolitzone, die
Bisitun-Kalksteinzone und die Hamadanzone.
1) Die Radiolarien- und Ophiolitzone, die aus roten und
grünen Quarzen, kieselsäurehaltigen Schiefern und
grünen ultrabasischen Eruptivgesteinen (den Serpentinen) besteht. Sie erstreckt sich als Begrenzung der
großen Wüstensenke östlich von Ramadan bis nördlich
des Djaz Murian und findet ihren Abschluß im 3
490 m
hohen Bazman mit vorwiegend ultrabasischem Eruptivgestein.
2) Zwischen die Radiolarien- und Ophiolitzone und die
Hamadanzone schiebt sich die "Bisitun-Kalksteinzone"
aus massiven Kreidekalken großer Mächtigkeit. Sie
beginnt nördlich von Arak, bildet die Begrenzung des
Gavkhuni-Beckens, geht schließlich in einen schmalen Streifen von Triasformation, durchsetzt mit Paläozoikum
über und endet nördlich von Nain in einem
breiten Streifen von Kalken des Mesozoikums.
3) Die Ramadanzone wird von dunklen Schiefern und Sandsteinen gebildet, aus dunklen Phylliten (kristallinen
Schiefern) und Chlorit - Schiefern des
Mesozoikums.
-
31 -
In der Alwand-Kette südwestlich von Ramadan ist Biotit-Granit durch den Phyllit hindurchgestoßen. Diese
Zone ist etwa 140 km breit und erstreckt sich von
Aserbeidjan bis nach Kerman. Sie bildet eine wichtige
Wasserscheide zwischen den zum Persischen Golf ziehenden Flüssen und den zum Großen Zentralplateau bzw.
den Randbecken und synklinalen Becken der östlichen
Zagrasketten fließenden Wasserläufen(13,
D:ie einzelnen
B~n
14, 47).
der Faltungs- und Verwerfungszone
~Zagros
Das Becken von Ramadan baut sich aus einer großen Anzahl von Formationen auf. Die Schiefer des unteren und
des mittleren Jura stellen die ältesten Schichten dar.
Am Alwand finden sich metamorphe Schiefer, und zwar
Batholithe aus Granit. Über den Lias-Schiefern breitet
sich schwarzer Sandstein aus, der in den Sammeltrögen,
den Geosynklinalen, oft im Wechsel mit den Schiefern
steht. Der Sandstein in der Nähe der Batholithen des
Alwand ist zum großen Teil zu metamorphem Quarzit umgewandelt.
Südöstlich von Ramadan findet sich Kreide, und zwar dunkler Flysch, aus Sand- und Kalkstein abwechselnd geschichtetes Gestein, der zum Teil unter dem Einfluß der Metamorphose zu Marmor geworden ist. Diese Kalke weisen
Höhlen und große Klüfte auf.
Ferner treten in diesen Becken Sedimente des OligoMiocäns auf, die aus Mergeln und Kalksteinschichten aufgebaut sind. Daneben finden wir Granite, Tuff-Andesite
und feinstkörnige Granite. Die größte Mächtigkeit des
Alluviums beträgt 60 m im Westen und bis zu 100 m im
Osten. Das darunter liegende Gestein enthält im Westen
Metamorphe,
im Osten Schichten des Oligo-Miocäns (47,
48).
Die Kabutar Ahang Ebene
Das Becken von Kabutar Ahang liegt nördlich von Ramadan;
durch eine Schieferformation im Süden von dieser getrennt.
Im Süden bilden Schiefer des Jura,
im Norden mergelarti-
- 32 -
ge Kalke des Miocäns die Begrenzung. Ein von PlioPleistocän umschlossener Inselberg aus ultrabasischem
Eruptiv- und metamorphem Gestein bildet den Mittelpunkt.
Die Mächtigkeit des Alluviums beträgt 90 - 95 m,
im
Inneren des Beckens nur 60 m. Die Tiefenschicht besteht
aus grünen Mergeln des Oligo-Miocäns ( !.1-7, 61).
Die Razan-Ebene und das Gebiet um Ghahavand
Nordöstlich von Ramadan befindet sich die Razan-Ebene.
Sie wird im Norden von vulkanischen Formationen, einschließlich Tuff-Andesiten und im Osten von metamorphen
Schiefern und Kalksteinen des Oligo-Miocäns umgeben.
Das Alluvium ist nur 30 m mächtig. Im Norden breiten
sich gefaltete, vormals terrassenförmige Meeressedimente des Quartärs aus.
Das Gebiet von Ghahavand ist das Einzugsgebiet des Garachai-Flusses. Es wird im Westen und Süden von metamorphem
Gestein, Kreide und Jura begrenzt. Im Osten findet sich
Plio-Pleistocän, Neogen, Eocän und vulkanisches Eocän.
Die Hauptformation wird im Osten bzw. Nordosten von
Eruptivgestein gebildet (47, 61).
Nordwestlicher
Zag~
Das Becken von Karmanschah liegt an der Grenze zwischen
autochthoner Faltungszone und Faltungszone mit Verwerfungen.
Im Norden befindet sich bei Sanandadj eine mäch-
tige Formation jüngerer Kreide des Turon-Senon, daran
anschließend basisches bis ultrabasisches Eruptivgestein,
Jura und Eocän. Im übrigen bilden obere und untere Kreide,
sowie Kreide der "bunten Melange" die Umrandung des
Beckens. Weiter südöstlich schließen sich einige sehr
schmale Becken an. Dieser Gürtel erstreckt sich etwa
·bis Djahrom. Weiter südöstlich überwiegen Eocän und
Oligo-Miocän.
Das necken von Esfahan
Das Becken von Esfahan erreicht in Nordost-SüdwestRichtung eine beachtliche Länge. Zum großen WüstenBecken und seinen Randzonen hin wird es von der Radio-
- 3.3 -
larit- und Ophiolitzone begrenzt, im Westen von der
Bisitun-Kalksteinzone, im Süd-Westen und Süden von der
Hamadanzone. Das Innere ist von Alluvium erfüllt. Nordwestlich des Gavkhuni-Salzsumpfes treffen wir Sanddünen.
Im Süden erstrecken sich flache Salzpfannen mit Vegetation. Quer durch das Becken verlaufen in nord-südlicher Richtung
Verw~ngslinien.
Den äußersten Südwesten
füllen Bakhtiari• Konglomerate aus.
An den Beckenrändern fließen mächtige Schwemmfächer
zum Beckeninneren herab. Es handelt sich um reines Alluvium {l.!. 7, 61 ) •
c) Hydrologie
Die Zone der Iraniden hat für die Wasserversorgung eine
große Bedeutung.
Die Kalke des Ramadan-Beckens sind stark verkarstet.
Es finden sich bis in große Tiefen Grundwasservorkommen.
Natürliche Austrittstellen für Grundwasser sind
vorhanden. Durch Tiefbrunnen lassen sich die Vorräte
erschließen.
Die Ebene selbst wird durch Flüsse mit Grundwasser gespeist, die aus wasserführenden Tälern kommen, wie dem
Abbas-Abad, dem Morad-Back, Toan und Tadjalead;
sie ver-
einigen sich im Inneren des Beckens zu einem großen
nach Osten abfließenden Fluß, dem Gara-chai. Wegen der
Nähe des Alwand, der höchsten Erhebung des Zagros, der
reichlich Niederschläge empfängt, hat er eine regelmäßige und gute Wasserführung, da die Niederschläge dort
meist als Schnee fallen, der während des ganzen Jahres
liegenbleibt.
Der Chlorgehalt dieses Flußes und seiner Zuflüsse aus
den benachbarten Becken beträgt 500 mg/1·
Wichtig für die Wasserführung sind auch die Sedimente
des Oligo-Miocäns.
Die Grundwasser des Beckens gehören dem doppelkohlensauren Typus an, stellenweise sind sie schwefelhaltig.
Die Versalzung ist sehr gering und beträgt nicht mehr
als 150 mg/1
(JJ).
- 34 -
Bedeutung für die Gewinnung von Bewässerungswasser
haben
~uch
die kleineren am Becken von Ramadan an-
schließenden Becken.
Die Hächtigkeit des Alluviums beträgt im Kabutar AhangBecken 90 - 95 m,
im Inneren des Beckens nur 60 m.
Das Grundwasser fließt von Nordwesten und Norden nach
dem Osten. Der Grundwasserspiegel liegt in sehr unterschiedlicher Höhe (1
-50 m Tiefe). Pumpversuche erga-
ben stellenweise eine sehr beträchtliche Wasserförderung.
So wurden aus 16 m Tiefe bis zu 135 1/sec erschlossen.
Diese Ergiebigkeit ist auf das Zentrum der Ebene beschränkt. Die Förderung im Norden war mit 25 1/sec in
55 m Tiefe weit geringer.
Im nordwestlichen Zagros und den bis Djharom streichenden Gebirgszügen, in die schmale Becken und Ebenen eingelagert sind, beeinträchtigt der hohe Salzgehalt, zumal
in salzhaltiger Hiocän-Formation, die Grundwasserförderung. Die flachen zum Teil salzhaltigen Lithosole der
Gebirge begrenzen die Erschließung von Wasservorräten.
Das Gebiet entwässert im allgemeinen nach innen, nur
ganz im Süden zum Persischen Golf. Einige Becken enthalten im Inneren Salzsümpfe oder Salzseen. Im Süden
wirken die geringen Niederschläge der Bildung von Wasservorräten entgegen.
Die Ebenen sind zum Teil von undurchläßigen Ablagerungen des späten Tertiärs ausgefüllt und mit feinkörnigem
Alluvium überdeckt. Solche alluviale Formationen finden sich vor allem zwischen Esfahan und Schiraz. Sie
gehen gegen das Innere der Becken in immer feinere Sedimente über, die von Flüssen oder stehenden Gewässern
abgelagert wurden. Diese Formationen sind für die Gewinnung salzfreien Wassers wenig geeignet. Der als Grundwasserspeicher vorzüglich geeignete Kies beschränkt
sich - wie schon erwähnt - auf den unmittelbaren Gebirgssockf~l.
In ihn dringt das an den Gebirgsflanken
ablaufende Oberflächenwasser ein und sammelt sich als
Grundwasser im grobkörnigen Alluvium (13, 61).
- 35 -
IV. Das Zentralplateau
(Zur Beschreibung von Geographie, Geologie und Hydrologie)*)
a) Geographie und Klima
Eine starke tektonische Linie scheidet die Zone des
zentralen iranischen Hochlandes von der Zone der Iraniden, der Faltungszone des Zagres mit Verwerfungen.
Insgesamt umfaßt das Zentralplateau 700 000 qkm. Es
stellt ein riesiges Becken dar, das allseitig von Gebirgen umschlossen wird und mehrfach in kleinere Bekken unterteilt ist. Umschlossen wird es im Norden vom
Elburs, dem Zagras im Süden und Westen, sowie durch
die niedrigen Gebirgsketten im Osten Irans. Alle Flüsse und Rinnsale verlieren sich in Salzseen. Die Niederschläge sind sehr gering. Sie liegen in den Randgebieten zwischen 100 -
200 mm,
im Inneren bei nur 50 mm.
Die Temperaturen übersteigen oft 50°C im Schatten.
Das große Becken des Zentralplateaus kann in eine Reihe von Zonen unterteilt werden, die sich klimatisch
oft deutlich unterscheiden. Im einzelnen sind dies:
1) Die Sihlausläu~er des Elburs
Das Gebiet erstreckt sich von Ghazwin am Gebirgsrand des südlichen Elburs entlang bis nach Nayschapur. Es sind Vorberge und Hänge am Gebirgsfuß. Das
Gebiet entwässert nach innen, im Osten zur Kawir.
Die Niederschläge betragen 200 - 500 mm, das Klima
ist somit semiarid.
2) Nordwestliches Zentral~lateau
Das Gebiet umfaßt den Bereich südwestlich der Linie Ghazwin, Teheran, einschließlich des Gebietes
von Ghom, Saweh, Kaschan und Mahallat. Das Gebiet
empfängt Niederschläge zwischen 200 - 500 mm, ist
also auch semiarid. Es stellt ein Plateaa mit verschiedenen kleineren Gebirgsmassiven dar, die einzelne Becken von einander abtrennen.
*)
(4, 12, 13, 18, 33, 36, 39, 43, 44, 47, 48, 61)
- J6 -
Die Klimadaten der met. Station Teheran (Mehrabad)
beziehen sich auf die durchschnittlichen Daten der
Jahre 1943- 1960 (Tab. 5)(13, 27). Der kontinentale Klimatyp herrscht vor. Die Maxima übersteigen
42°C. Dezember und Januar weisen die höchsten Regenmengen auf. Juni bis Ende August die niedrigsten.
Insgesamt erreichen sie etwa 200 mm. Die Maxima der
relativen Luf'tfeuchtigkeit lagen etwas unter 70%
im Dezember und Januar, die Minima im Juli bei
Die landwirtschaftlich
JO%.
bedeutsamen Becken von Ghaz-
win und Teheran-Karaß gehören dieser Zone an. In
ihren nördlichen Teilen sind sie dem Vorgebirgsgürtel des Elburs zuzurechnen.
Das Becken von Ghazwin umfaßt ein Gebiet von 5 000 qkm.
Das Karadj-Becken liegt etwa 40 km westlich von
Teheran. Es bedeckt ein Gebiet von insgesamt 1 700 qkm,
20 000 Seelen wohnen hier in etwa 250 Dörfern. Mittelpunkt der landwirtschaftlichen Erzeugung ist
radj,
Ka~
gleichzeitig ein Zentrum der landwirtschaft-
lichen Forschung und des Anbaues wie der Verarbeitung von Zuckerrüben.
Die Ebene liegt in einer Höhe von 1 000 -
1 500 m.
Der jährliche Regenfall beträgt im Durchschnitt etwa 200 mm. In den nördlichen, dem Elburs-Vorgebirge
angehörenden Teilen, werden 870 mm Regen gemessen,
wovon der größte Teil im Winter als Schnee fällt (36).
Das Waramin-Becken liegt 50 km östlich von Teheran
am Fuß des
l<~lburs-Gebirges.
Mit den Randgebirgen um-
faßt es 3 000 qkm. Es ist eines der Hauptackerbaugebiete und beherbergt eine Bevölkerung von 59 000 Einwohnern, die in 260 Dörfern verstreut leben. Das
Klima ist arid und durch die Höhenlage beeinflußt.
Außerdem wirkt sich die Nähe des Gebirges im Norden
und der
\{üs
te im Süden aus. Im Winter sinkt die Tem-
peratur oft unter den Gefrierpunkt un~-l~-Sommer wePden Maxima von l+2°C erreicht. Im Sommer wehen trokkene Winde von Nordosten her.
Die Waramin-Ebene ist eines der führenden Ackerbau-
- 37 -
gebiete Irans und bringt Getreide (Weizen, Gerste),
Sommerfeldfrüchte und Zuckerrüben hervor. Teheran
ist der bevorzugte Markt für die Produkte und ein
wichtiger Wirtschaftsfaktor (39).
Der Djadj-Rud versorgt die Waramin-Ebene mit Wasser.
Sein Einzugsgebiet beträgt 1 800 qkm (einschl. des
Elburs-Gebietes). Er weist eine jährliche Wasserführung von 276,895 MCM (1957/58) - 311,992 MCM (1958/
59) auf ( 32) .
Tabelle 5:
Meteorologische Daten der Station Teheran (Mehrabad)
(1 198m über NN.: 35°41'n.B.; 51°19' ö.L.)
Monat
Temperatur
Niederschlagsm.
relative
in mm
L.feucht.
Maxim.
Minim.
Jan.
18,LJ.
-16' 1
3,5
37,3
69
Febr.
2),0
-13,4
5,2
23,2
61
März
26' 1
-
8,0
10,2
36,3
51
April
32,0
-
l~
1
15,4
30,9
43
Mai
36,2
2,0
21 '2
13,9
38
Juni
4o, 1
5,'7
26' 1
2,0
27
Juli
l-J.2
'5
14,7
29,5
0,7
30
Aug.
42,2
28,4
1 '4
27
Sept.
38,0
11 ' 1
8,3
24,6
1 '2
28
Okt.
J4,h
1 '7
18,3
5,3
33
Nov.
25,0
-
7,5
10' 6
28,8
53
Dez.
19,h
-15,0
4,9
27,0
69
f
Durchschn.
Insgesamt
208,0
- 38 -
Die wichtigsten Flüsse sind der Karadj-Rud, der
Kan-Rud und der Knrdan-Rud.
3) Südwestliches Zentralplateau
Dieses Gebiet erstreckt sich von Kerman über Sirdjan-Rafsandjan bis nach Yazd - Nain und umfaßt die
Gegend von Ardestan und Ardekan. Das Gebiet ist ein
Plateau, aus dem vereinzelte Gebirgsstöcke emporragen. Es besteht aus einer Folge kleinerer Becken,
die alle nach innen entwässern. Das Herz dieses
nach innen gerichteten Entwässerungssystems ist ein
langgezogenes Becken, das sich von Kaschan ab südöstlich erstreckt und Zuflüsse von beiden Randgebirgen erhält. Die Höhenunterschiede sind beträchtlich (1670- hooo m über NN). Je nach Höhe schwanken die_Niederschläge zwischen 100 -
500 mm. Die
Sommertemperaturen liegen sehr hoch.
4) Das innere Becken
Diese Zone erstreckt sich über das gesamte Innere
des Hochlandes. Sie stellt ein riesiges, zum großen Teil von Wüsten erfülltes Becken dar. Es umfaßt die Becken der Kawir und der Massileh im Norden, der Dascht-e-Lut im Süden mit dem südöstlich
anschließenden Becken von Zabol, dem Mündungsgebiet des Hilmend und dem Becken von Djaz-Murian in
Balucistan.
Dabei handelt es sich um ein großes Plateau mit Einsenkung~n,
die vielfach Salzslimpfe, bzw. Salzseen
enthalten. Im Inneren der Becken, wo
die wasserun-
durchlässigen Schichten nahe an die Oberfläche herantreten und der Grundwasserspiegel deshalb ansteigt,
finden sich solche Versalzungszonen. Der Kapillarsaum reicht dort bis nahe an bzw. bis zur Oberfläche selbst. Die aufwärtsgerichtete Wasserbewegung
herrscht vor. Je nach Löslichkeit treten die Salze
an die Oberfläche. So kommt es auch zur Ausbildung
von Salzseen und Salzsümpfen mit halophiler Vegetation und Binsen. Eine Melioration dieser Gebiete
- J9 -
ist praktisch unmHglich.
GrHßere Salzsümpfe sind u.a. der Gavkhuni (Becken
von Esfahan), der Harnuni Djaz Murian, der HamunHirman (Hilmend- Becken), die Massileh (Hstliches
Becken von Teheran)(22, 2J, 54).
Die grHßte zusammenhängende Versalzungszone stellt
die große Kawir dar. Sie ist von Spülfurchen durchzogen, die sich nach Regenfällen füllen.
Einige Inselberge ragen aus den weiten Flächen hervor. Sie steigen bis zu 4 000 m empor, der größte
Teil des Gebietes befindet sich in einer Höhenlage
von 1 JOO -
1 670 m über NN.
Die Niederschläge schwanken zwischen 0 - 200 mm, in
einigen Gegenden fällt überhaupt kein Regen. Regenreicher ist der im Norden an den Elburs anschließende Streifen, wo 200 -
JOO mm Niederschlag gemessen
werden.
Das Gebiet entwässert ausschließlich nach innen.
Zentren sind die Massileh, die Kawir im Norden, der
Salzsee des Karmasnir Rud und der Hamun (Zabol-Gebiet).
5) Das Hstliche Zentralplateau
Diese Zone umfaßt den längs der Ostgrenze nahe
der
a_fghanischen Grenze ziehenden Streifen und reicht
von Gonabad-Birdjand im Nordosten (Khorassan) bis
nach Zahedan, Khash
und Sarawan. Das Gebiet um Za-
bol entspricht geologisch und hydrologisch der großen Senke des Inneren Zentralplateaus und wurde deshalb in diesem Zusammenhang besprochen. Es sind Gebirgsmassive, die in Ketten in nordsildlieber Richtung ziehen, zwischen ihnen finden sich Täler und
kleine Senken, von denen einige mit Salzseen oder
Salzsümpfen ausgefüllt sind.
Die Berge erheben sich im allgemeinen bis J 000 m,
die durchschnittliche Höhe beträgt 1 670 m. Der Taftan erreicht 4 OJO m. Das Gebiet entwässert in die
eingeschlossenen Becken.
Südwestlich von Zahedan fallen je nach HHhenlage
200 - JOO mm Regen. Im übrigen beträgt die jährli-
- 4o -
ehe Niederschlagsmenge 100 -
200 mm.
b) Geologie
Das Zentralplateau erhielt seine Umrisse erstmals in
der ersten Faltungsperiode und bekam seine endgültige
Gestalt während des späten Plio-Pleistocän>, der wichtigsten alpinen Faltung, als es in verschiedene geschlossene Becken aufgeteilt wurde. Im späten Quartär
wurden diese Becken mit erodiertem Material der umgebenden Berge angefüllt, wobei die große Ebene von Zentral-Iran entstand.
Diese
einges~ssenen
Becken bilden viele unabhängige
Grundwasserprovinzen, besonders entlang den südlichen
Hängen des Elburs-Gebirges.
Im Inneren des Beckens sind kontinentale Evaporite
des Eo-Oligocäns und des Mio-Pliocäns weit verbreitet.
Salzdome sind sehr häufig. Die Randgebirge bestehen
meist aus kohlensauren Gesteinen und Eruptivgesteinen.
Entlang der starken tektonischen Linie, welche die Zone des zentralen iranischen Hochlandes von der Zone der
Iraniden, der Faltungszone mit Verwerfungen trennt, entstanden zahlreiche Ergußgesteine. Entlang dieser Linie
entspringen v:iele Quellen, die Ablagerung von Quellkalk
(Travertin) verursachten.
Die vulkanische Tätigkeit setzte in der oberen Kreide
ein und erreichte ihren Höhepunkt im Tertiär. Es bildeten sich Tuffe und Basalte. Im Oligo-Miocän ließ die
vulkanische Aktivität beträchtlich nach. Es entstanden
hauptsächlich saure Gesteine (Andesite, Diorite), mei~
stens zusammen mit Tuffen.
Im Zentraliran finden sich Sedimentgesteine des Paläozoikums, des Mesozoikums und des Tertiärs. Diese Zone
wird überwiegend durch gips- und salzhaltigen Gesteinfolgen des Eocäns und Miocäns charakterisiert. Sie besteht aus Salz, Gips, Tonen, Letten und Sandsteinen.
Das Auswaschen von Gipspfannen hat zur Bildung von sog.
Kawiren geführt. In dem Gebiet von Ghom überwiegen
Meeressedimente des Oligo-Miocäns.
- 41 -
Metamorphe und vulkanische Gesteine aus dem Präcambrium wurden in Zentral-Iran westlich der Kawir (130 km
nördlich) und im Südosten bei Rawur (Kerman) festgestellt. Bei Ghom und südlich von Kerman steht Vulkanisches Eocän an, bei Yazd Kreide und Jura.
1) Südausläufer des Elburs
Das Gebiet ist geologisch durch alluviale Schwemmfächer gekennzeichnet. Diese bestehen meist aus lokkerem Material. Dazwischen stehen Formationen des
Miocäns und des Neogens an und zwar zwischen Semnan
und Damghan Tertiär, Mesozoikum und Paläozoikum.
Weitverbreitet ist auch vulkanisches Eocän (grüne
Elbursschichten). Das Miocän ist salzhaltig. Salzpfropfen finden sich nördlich des Djadj-Rud.
2) Nordwestliches Zentralplateau
Neben sehr jungem, lockerem, ungeschichtetem Alluvium und älteren Formationen des Quartärs treten
große vulkanische Komplexe auf, außerdem vulkanische
Sedimente des Eocäns, salzhaltige Ablagerungen des
Miocäns und einige Salzpfropfen aus dem Paläozoikum.
Die Berge im nördlichen Teil der Karadj-Ebene bestehen hauptsächlich aus der Karadj-Formation, grünen
Schichten aus dem Eo-Oligocän, die man in fünf Stufen unterteilen kann:
Schiefer aus dem Kandavan
Oberer Tuff
Astra-Tuff-Schiefer
Mittlerer Tuff
Unterer Tuff-Schiefer
Dort, wo der Amir-Kabir-Damm (Karadj-Damm) entstanden ist, stehen Diorite an, ein schwarz-weißes Glutflußgestein mit einem Kieselsäuregehalt von 50 - 60%,
und Gabbro, ebenfalls ein Massen-Gestein, das sich
aus Diallag und einem calciumreichen Feldspat, dem
Labrador, zusammensetzt und eine grobkörnige Struktur aufweist. Weiter nördlich findet sich Kalk aus
dem Mesozoikum. Über den grünen Schichten lagern ge-
- 42 -
faltete Konglomerate des Plio-Pleistocäns. Im südlichen Teil der Ebene von Karadj erheben sich meist
aus Andesit bestehende vulkanische Hiigel. Südlich,
zentral und im Westen steht oberes und unteres Miocän an,
ton- und
sa~zhaltige
Mergel, mit Salzpfropfen,
eine Fortsetzung der roten Formation von Ghazwin.
Diese bildet die Tiefenschicht
im Inneren des Beckens
und wurde dort von der beherrschenden Formation, dem
Alluvium, überlagert. Wo aber, wie vor allem im südlichen Teil, diese Schichten nahe an die Oberfläche
herankommen, verursachen sie
ein~
beträchtliche Ver-
salzung des Grundwassers.
Im Süden treffen wir ebenfalls teilweise gefaltetes
Plio-Pleistocän, sowie Quellkalke (Travertin). Die
Abhänge werden von tief eingeschnittenen Schwemmfächern bedeckt, die zum großen Teil aus Kiesablagerungen bestehen. Das grobe Material der jungen
alluvialen Sedimente der Ebene von Karadj, rührt von
den grünen Elburs-Schichten (Eocän) her, die im Norden die Ebene begrenzen. Im südlichen Teil der Ebene jedoch, wo die Mergel-Formation an der Oberfläche
ansteht, ist der Boden feinkörnig und salzhaltig.
Glücklicherweise ist diese Zone nicht sehr ausgedehnt.
Das angrenzende mit Alluvium bedeckte Becken von
Ghazwin weist im Osten salzhaltiges Miocän, die Rote
Formation, auf und wird im übrigen von neutralem
Erup-
tivgestein, vulkanischem Eocän und Plio-Pleistocän
(teilweise gefaltet) gebildet.
Die Waramin-Ebene wird von Gebirgen und Hügeln umgeben, die hauptsächlich von vulkanischen Gesteinen
und Festlandsablagerungen gebildet werden, die aus
dem Tertiär stammen. Die Gebirge im Norden bestehen
haurt:sächlich aus grünen Tuffen und Andesi ten, die von
gipshaltigen Tonen und Mergeln des Mio-Pliocäns (Neogens) überlagert werden. Darüber befindet sich PlioPleistocän, ehemaliges Schwemmland, das einen Faltungsprozeß durchmachte. Diese Formation hat vom hydrologischen Standpunkt aus die größte Bedeutung,
- 4J -
ebenso wie die jungen Ablagerungen von Kies und
Sand, die der wichtigste Fluß, der Djadj-Rud abgelagert hat. Diese Schichten kHnnen eine Mächtigkeit von JOO m haben. Sie wurden von den Flüssen
aus den nHrdlichen Gebirgsketten abgelagert, und
zwar in zwei synklinalen Becken. Die Abhänge bedecken Schwemmfächer, die zum großen Teil aus Kies
bestehen.
J) Das innere große Wüstenbecken
Die Geologie des inneren Wüstenbeckens ist sehr
mannigfaltig. Im Norden überwiegen Formationen des
salzhaltigen Miocäns mit Diapiren (Salzpfropfen
oder Salzdomen), daranschließt sich im mittleren
nord-Hstlichen Teil eine vulkanische Schwelle an,
die dem Eocän angehHrt. Das dreieckige Becken der
Lut wird im Osten und Südwesten von Kalken des unteren Jura begrenzt, die mit Kreide durchsetzt sind.
Auch Trias findet sich. Im Südosten herrschen basische und ultrabasische Eruptivgesteine vor. In
der das Djaz-Murian-Becken nHrdlich begrenzenden
Gebirgsmauer mit vorwiegend basischen und ultrabasischen Eruptivgesteinen erhebt sich der Bazman bis
zu einer HHhe von .3 490 m. Die Umgebung des HamunBeckens setzt sich aus metamorphen Gesteinen, aus
Formationen des Paläogens und der Kreide zusammen.
Im Inneren des Beckens stehen einige Gesteine des
Paläozoikums an. Die eigentlichen Senken werden von
lockerem Alluvium ausgefüllt, so die Lut, das Becken
von Ghom, die Senke des Hamun-Sees (Zabol-Gebiet),
sowie das - der Verwerfungszone angehHrende - Bekken des Djaz-Murian. Aus der südlichen Lut ragen
burgähnliche F'elsgebilde, die "Lutstädte".
Im Süden und Südosten der Lut erstrecken sich die
grHßten Sanddünen der Erde über ein riesiges Gebiet.
Sie wurden über das ganze Becken hinweg durch die
während des ganzen Jahres wehenden heftigen nHrdlichen Winde hier angehäuft. Kleinere Dünen fin-
- 44 -
den sich am Südwestrand der Kawir, die "Geistersande", Rig-e-Djinn,
genannt. Die ungeheuren Sand-
dünen im Südosten des Beckens lassen es zweifelhaft erscheinen, daß sich die Kawir, die den nördlichen Teil der großen Senke einnimmt, aus einem
eiszeitlichen See gebildet hat, da sie der Wind
nicht hätte über eine so große Wasserfläche hinweg nach Süden treiben können.
Es gibt Anhaltspunkte dafür, daß sich im Bereich
der Kawir erst nach Entstehen der Sanddünen, also
im späten Alluvium, verursacht durch die Klimaverschlechterung in vorgeschichtlicher Zeit, ein See
gebildet hat, der allmählich unter den Einfluß des
etwa 5 000 v. Chr. sich dort erwärmenden Klimas
austrocknete und zum Salzsumpf bzw. zur Salzwüste
wurde.
Das Gebiet ist völlig unwegsam, der Boden zum Teil
klebriger Schlick. Die hier vorkommenden natriumhaltigen Solonetzböden haben diese Eigenschaft. In
den ebenfalls vorkommenden Solontschaks überwiegen
chlorhaltige Salze. Die feine weiße Salzausblühung
wird "Pußt-e-Kawir" genannt.
Die Solontschakböden können bizarre Formen annehmen.
Große flache Schollen, die deutlich von einander
abgesetzt sind, bedecken weite Teile. Sie sind meist
von weißer Farbe. Bei bestimmten chemischen Beimischungen nimmt der Salzboden eine dunkle Farbe an.
Die Oberfläche ist wild zerklüftet. Zwischen diesen
ausgesprochenen Salzböden finden sich Partien mit
salzhaitigern Miocän. Salzdome (Salzpfropfen) treten
an die Oberfläche. Die Massileh hat mehr den Charakter eines Salzsees, desgleichen die beiden kleineren
Seen bei Ghom
(43).
4) Südwestliches ZentralElateau
Die Randgebirge des von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Gürtels bestehen aus vulkanischen Gesteinen. Dazwischen treffen wir Jura und Kreide, stellen-
- 45 -
weise auch Gesteine des Paläozoikums. Südlich von
Kerman überwiegt das vulkanische Eocän, örtlich
kommen Neogen, Miocän und Plio-Pleistocän vor. Zur
großen Wüstensenke hin zieht sich im Norden ein
schmaler Gürtel aus vulkanischen und metamorphen
Gesteinen mit Miocän und Kreide, gegen Südosten ,
schließt hauptsächlich Jura an, und zwar vorwiegend unterer Jura. Stellenweise findet sich Miocän,
Kreide und Trias.
Zwischen diesen Formationen zieht ein breiter
a~­
luvialer Gürtel von Kaschan bis Kerman. Von den
Randgebirgen ziehen mächtige Schuttkegel herab. Sanddünen breiten sich bei Kerman, Yazd, Ardestan und
Kaschan aus. Salzsümpfe erstrecken sich bei Ardestan,
Nain und Kerman.
5) Das östliche Zentralglateau
Im Süden überwiegt der für Südostiran typische paläogene Flysch, durchsetzt mit oberer Kreide vom
Typus "Bunte Melange", einer ebenfalls den Südosten
kennzeichnenden Formation (12, 4J). Dazwischen finden sich basische bis neutrale
ne. Der
4
vulkanische Gestei-
OJO m hohe Taftan besteht aus neutralem
Ergußgestein. Der mittlere Teil des östlichen Zentralplateaus besteht hauptsächlich aus vulkanischem
Eocän, durchsetzt mit Eruptivgesteinen, Kreide und
vereinzelt Jura, sowie Paläogen. Die Gesteine weisen Schieferung auf. Im Nordosten streichen in ostwestlicher Richtung Eocän, vulkanisches Eocän, Kreide,
"Bunte Melange", Miocän, Jura mit Trias. Gegen
Osten tritt Quartär auf, und zwar als Terrassen. Die
Becken sind ausgefüllt mit Alluvium. Sanddünen erstrecken sich bei Gonabad und Birdjand. Salzsümpfe
haben sich im mittleren Teil gebildet, so bei Bidjestan.
c) Hydrologie
1) ~~samte Zentralplateau
Es ist abflußlos und entwässert nach innen. Im nörd-
- 46 -
liehen Becken und in den nordwestlichen Handgebieten von Waramin, Karadj, Ghazwin und
Esfah~n
sind die Wässer vom doppelkohlensauren Typus. Die
Versalzung ist gering. Weiter gegen das Innere
schließt sich eine Zone mit schwefelhaltigem Wasser an,
im innersten Becken ist der Chlorgehalt sehr
groß.
Die vom Gebirgsfuß kommenden Wasser,
welch~
die süd-
lich des Elburs sich ausdehnenden Becken bewässern,
sind süß. Auf ihrem Weg durch die gips- und salzhaltigen Formationen des Miocäns, die sich weiter im
Inneren befinden, reichern sie sich mit Salzen an.
Die Hauptgründe für den hohen Salzgehalt des Grundwassers des Zentralplateaus sind folgende:
aa) Geringe Niederschläge und mangelnde Auffüllung der
Grundwasserschichten
bb) Auswaschung der salzhaltigen Formationen des Oligo-Miocäns und des Mio-Pliocäns vor allem im Norden des Plateaus, insbesonders in der Umgebung der
berühmten Salzwüste Irans, der Dascht-e-Kawir
cc) Die fortschreitende Versalzung der Oberflächenwasser während ihres Laufes durch die weiten Ebenen.
Die Chloranreicherung wird umso stärker,
je wei-
ter sich die Wässer von ihrem Ursprungsgebiet entfernen.
Der Salzgehalt der Wasser im Inneren der Becken ist
deshalb extrem hoch. Er wird durch die Salze am Raude der Kawir,
durch die Zuflüsse aus gips- und salz-
haltigen Formationen und durch die Salzpfropfen noch
erhöht. Bei Niederschlägen verwandelt sich die Kawir in einen unwegsamen Sumpf. Dies geht auf die wasserbindende Salzquellite und Sakpsammite zurück, die
in der Kawir vorherrschen. Gerade aber im Zentralplateau ist Grundwasser die wichtigste Quelle für die
Bewässerung und es wirrt durch zahlreiche Kanate, Tiefund Flachbrunnen ausgenUtzt.
- 1+7 -
Die :für die Grundwasserführung wichtigsten Schichten sind die alluvialen Sande, Tone und Lehme, die
die :flachen Teile der Ebenen bedecken, und die aus
Sanden und Kies bestehenden Schwemmflicher der Gebirgssockel. Die alluvialen Schichten sind im allgemeinen sehr mächtig und erreichen in den Becken
von Ghazwin, Teheran-Karadj und im Waramin-Gebiet
eine Mächtigkeit von mehr als 300 m. Die alluvialen
Sedimente sind im allgemeinen hohlraumreich und speichern eine große Menge Grundwasser, besonders an den
südlichen Hängen des Elburs. Gegen das Innere der
Becken gestalten sich aber die Grundwasserverhältnisse immer ungünstiger: Das Alluvium wird :feiner
und feiner, die Neigung des Profils schwächer,
je
mehr man sich den Salzsümpfen oder Kawiren im Herzen der Becken nähert. Dadurch hebt sich der Grundwasserspiegel, die Versickerung wird gehemmt, durch
Kapillarität und Grundwasseraustritt kommt es zu Versalzung und Versumpfung.
Normalerweise schwankt der Grundwasserspiegel zwischen
60 m oder mehr und einigen wenigen Metern unter der
Oberfläche. Die Nachteile der Grundwasser:fHrderung
sind:
aa) Geringe Durchläßigkeit des alluvialen Materials in
den tieferen Teilen der Ebenen
bb) Vorhandensein von sehr :feinem Treibsand in wasserführenden Schichten
cc) Sehr geringe Niederschläge
dd) Versalzung durch die Oligo-Miocän-Formation.
Das Grundwasser des Beckens von Karadj wird durch 3
Flüsse gespeist. Von diesen weist aber nur der KaradjRud eine regelmäßige Wasserführung au:f, die anderen
:flihren unregelmäßig Wasser. 56i der Gasamt-Wasserführung :fallen in den Frühling. Der Karadj-Rud entspringt
im nordwestlichen Bergland nHrdlich von Ramadan. In
seinem oberen Einzugsgebiet :fallen etwa 500 mm Nieder-
- 48 -
schlag, 270 mm davon als Schnee. Insgesamt umfaßt
das Einzugsgebiet 1 975 qkm. 6o% des gesamten Wasserabflusses erfolgt als Oberflächenabfluß.
Bei Bileghan ist die durchschnittliche Wasserführung jährlich 405 MCM, davon werden 54 - 65 MCM durch
die Großstadt Teheran verbraucht,
landwirtschaftlich genutzt.
J40 MCM werden
50~ des
in die Ebene wei-
terfließenden Wassers gehen durch Verdunstung verloren bzw. versickern. Die Versickerung beginnt bereits am Ansatz des Schwemmkegels. Insgesamt belaufen sich die Verluste, die durch Versickerung und
Verdunsten entstehen, auf 160 MCM, also auf nahezu
die gleiche Wassermenge, die der jährliche Beitrag
zum Grundwasser ausmacht (180 MCM), Durch Betonierung von Bewässerungskanälen lassen sich die Verluste
auf, 70- 80 MCM reduzieren (36).
Der Kan-Rud hat ein Einzugsgebiet von ungefähr 325 q,km.
Er verläuft östlich des Karadj-Rud. Er führt nur in
den Monaten Februar bis April Wasser,
liefert 50 -
60 MCM jährlich, 10 MCM davon versickern als Grundwasser. Die Versickerung ist wegen der großen Durchläßigkeit des Flußbettes sehr hoch.
Das Einzugsgebiet des Kordan-Rud westlich des KaradjRud umfaßt 380 qkm. Der Fluß führt jährlich 108 MCM.
Nach Betonierung der Kanalufer ließ sich die Versikkerung auf 20 MCM herabsetzen. 88 MCM kommen der
Oberflächenbewässerung zugute. 25 MCM werden durch
Kanäle über das Becken verteilt. Die Versickerung
innerhalb dieses Kanalnetzes beträgt 5 MCM (36).
Neben den Hauptflüssen und ihrem Kanalsystem führen
periodische Wasserläufe insgesamt jährlich
JO
MCM.
Sie reichern das Grundwasser um etwa 5 MCM jährlich
an, Durch die etwa 150 mm im Jahresdurchschnitt fallenden Niederschläge wird das Grundwasser um jährlich 50 MCM wieder aufgefüllt, wenn man_eine Versickerung von 25% ansetzt. Jährlich fließen insgesamt 495 MCM dem Grundwasser zu, davon aus dem nHrd-
- 49 -
liehen Teil der Ebene 65 MCM. 290 MCM stammen von
versickertem Fluß- oder Regenwasser, aus den Brunnen und Kanaten fließen etwa 120 MCM in das Grundwasser zurück. 800 MCM Wasser werden landwirtschaftlich genutzt, davon liefern Brunnen und Kanate 455
MCM,
160 MCM der Karadj-Rud, der Rest stammt aus an-
deren Flüssen.
Im Waramin-Becken ist der Zufluß zum Grundwasser auf
den Norden und Westen de.s Gebietes beschränkt. Den
wichtigsten Beitrag stellt die Versickerung der Flüsse dar, vor allem des Djadj-Rud, sowie auch des Ka- ·
radj- und Kan-Rud, sowie einiger Wasserläufe, die aus
der Umgebung von Teheran stammen. Auch die Versickerung von Bewässerungskanälen füllt die Grundwasserspeicher auf. Der Einfluß der Niederschläge, die nur
160 mm erreichen, ist hingegen für die Speicherung
von Grundwasser nur von sekundärer Bedeutung.
Im nördlichen Teil des Waramin-Beckens dehnt sich
eine einzige große Grundwasserzone aus, die sich aus
zusammenhängenden alluvialen Sedimenten zusammensetzt und aus sandigem Geröll und Kies besteht. yon
den Südhängen des Elburs ziehen große Schwemmfächer
in die Ebene hinab, die über dem oberen Miocän der
Elburshänge von den Wasserläufen abgelagert wurde.
Der Djadj-Rud selbst bildet einen mächtigen Schwemmkegel mit dreifacher Terrassenbildung aus {Abb. 4){18).
Nach Süden hin treten lehmig-tonige Ablagerungen auf,
entstanden durch Überflutung der Ebenen, die die
großen Flußsedimente unterbrechen und sich zwischen
diese schieben, sodaß verschiedene Grundwasserstockwerke entstehen. Die Durchläßigkeit ist im Norden wegen der geringen Mächtigkeit der grundwasserführenden
Schicht gering, desgleichen im südlichen Teil der
Ebene, wo die geringe Korngröße der Sedimente und das
Vorherrschen der Tone die Durchläßigkeit herabsetzen
( 200 cbm/Tag) .
Im mittleren Teil des Beckens wird wegen der mächtigen alluvialen wasserführenden Schichten eine 10 mal
- 50 -
so hohe Durchläßigkeit (2 000 cbm/Tag) wie im Norden und Süden erreicht. Der Speicherungskoeffizient
wird mit 1 - 2% angesetzt.
Das Grundwasser fließt im allgemeinen, der Neigung
des Profils folgend, von Norden nach Süden. Im südlichen Teil wird auch ein südHstlich verlaufender
Abfluß festgestellt, da das Grundwasser sich durch
die Senke drängt, die im Süden ins anschließende
Becken führt. Der hydrologische Gradient beträgt im
Durchschnitt 4%, er nimmt von Norden (8%) nach Süden hin (2%) ab. Die Qualität des Grundwassers verschlechtert sich von Norden nach Süden. Dies gilt
vor allem für die nahe der Oberfläche liegenden grundwasserführenden Schichten. Der Hauptgrund ist die
starke Verdunstung, aber
auc~
durch Bewässerungs-
wasser und Versickerung aus den Kanälen erhHht sich
der Salzgehalt des Grundwassers (39, 61).
2) Das innere Becken
Eine Gewinnung von Grundwasser ist hier kaum möglich.
Das ungeheure Gebiet ist zum großen Teil menschenleer. Im südlich anschließenden Djaz-Murian-Becken,
das ähnliche klimatische und geologische Voraussetzungen wie die Randgebiete des inneren Wüstenbeckens
aufwetst, bestand in frühgeschichtlicher bzw. noch
in frühiranischer Zeit ein hervorragendes
Be~ässerungs­
system. Die Bewässerungsanlagen sind aber zum großen
Teil verfallen. Eine gewisse Fruchtbarkeit besitzt
das Hamun-Becken. Hier gab es vor Jahrhunderten noch
gute Bewässerungsanlagen.
3) Das östliche Zentralplateau
Das Gebiet entwässert in eingeschlossene Becken. Das
Alluvium, das die schmalen Senken und Becken ausfüllt,
bildet den Grundwasserspeicher. Die Grundwasservorkommen sind noch wenig erschlossen (61).
-
51 -
V. bie Provinz Aserbeidjan
(Das Becken des Urmia-Sees und die Gebirge an der Grenze
zur UDSSR)
a) Geographie und Klima
Dieses Gebiet umfaßt das Becken des Urmia-Sees, die
Gebirgsmassive bis Saghez und Zandjan im Silden und SUdosten, die vulkanischen Gebirge des Sahand und Sawalan
sildlieh und Hstlich von Tabriz, sowie die Vorberge, Gebirge und Ebenen bis an die Grenze der UDSSR am Aras
(Araxes).
Aserbeidjan zerfällt in das Becken des Urmia-Sees im
Westen und in die Hochebene im Osten und Norden, aus
der verschiedene Gebirgsstöcke hervorragen.
Zwischen
diesen Massiven sind Täler und kleinere Becken eingesenkt. Das Gebiet ist landwirtschaftlich von großer Bedeutung.
Der Nordosten entwässert zum Kaspischen Meer. Der wichtigste Fluß ist der Sefid-Rud, der im sildliehen Aserbeidjan entspringt und in seinem Oberlauf Ghizil-Uzan
genannt wird. Er besitzt ein Einzugsgebiet von 56 200 qkm.
Der Maku, Kara und Karasu ergießen sich in den Aras,
der vom Ararat herab in west-östlicher Richtung in das
Kaspische Meer mUndet. Das Gebiet von Tabriz entwässert zum Urmia-See. Der Zarineh-Rud entspringt am Sawalan und mtindet wie der von Silden zufließende SiminehRud in den Urmia-See. In einer Anzahl kleinerer Wasserläufe entwässert der Westteil in den Urmia-See. Weitere
ebenfalls ständig wasserführende Flüsse, die in den Urmia-See münden,
sind der Adji-Chai und Nazlu-Chai (32).
Das Klima gehört dem kontinentalen Klimatyp an mit sehr
trockenen Sommern und beträchtlichen Temperaturschwankungen. Die Daten von Tabriz (Tab. 6) geben Aufschluß
tiber die durchschnittlichen Klimaverhältnisse. Die Minima liegen bei bruar.
22,8°C und -
18,0°C im Januar und Fe-
November und Dezember sind fast ebenso kalt, die
Winter also sehr lang, in den Höhen schneereich. Die
Sommermaxima fallen in den Juli und August mit nahezu
40°C. August weist mit 21~,l°C den höchsten Mittelwert
auf. Die rel. Luftfeuchtigkeit steigt in den Wintermonaten bis auf über RO% und sinkt im August nur auf 51% ab.
- 52 -
Die Luftreuchtigkeit ist somit verhältnismäßig hoch.
Tabriz gehört mit nahezu 300 mm Niederschlagshöhe zum
semiariden Klimatyp, der für den Norden typisch ist.
Im übrigen schwanken die jährlichen Niederschläge
zwischen JOO - 700 mm,
je nach Höhenlage. Im Nord-
osten fallen unter dem Einrluß des nahen Kaspischen
Meeres 700 -
1000 mm Regen, das Klima ist hier sub-
humid bis humid. Aserbeidjan hat
steppenzone (13)
Anteil an der Sub-
(200- 250 mrn, 400- l~50 mm Regenhöhe).
Tabelle 6
Meteorologische Daten der Station Tabriz
(1 405 m über NN: J8°05'n.B.; 46°17'ö.L.)
Monat
Temperatur
Maxim.
Minim. Durchschn.
Jan.
11 '2
-22,8
Febr.
1 8' 9
-18,0
März
-12,8
April
21 '7
27,4
Mai
31,6
Juni
Aug.
35,6
40,0
39 ' 1-t-
Sept.
38,3
Okt.
29,9
-
Nov.
21 '7
16,5
Juli
Dez.
-
8,7
Niederschlagsm •.
relative
in mm
L.feucht.
- 2,0
-
0,4
4,5
10,9
18,5
82
35,5
46,6
78
67
62
76
- 1' 1
15,8
49,3
42,0
'0
20,4
23,6
55
7,0
24,3
7,5
52
11 '0
4,0
24' 1
20,6
1 '5
10,6
51
2,0
13,8
16,5
55
62
-17,2
6,2
27,3
-16,2
- 0' 1
75
18,7
81
l-t-
Insgesamt
297,6
Leitpflanzen dieser Substeppe sind Pistacia atlantica
u.P. khinjuk Amygdalus scoparia, Celtis, Ficus, Rhamnus,
Pirus, Crateagus, Juniperus excelsa, Ziziphus spinachristi, Tamarix, Populus euphratica. Auch die xerophile
Waldzone hat Anteil in Aserbeidjan (jährliche Niederschläge von 400- 500 mm), und zwar dort, wo die ursprüngliche Waldflora zerstört worden war. Typische Bäume
und Sträucher sind u.a. Quercus persica, Pistacia atlant:ica,
- 53 -
Fraxinus syriaca, Amygdalus sp., Prunus sp. Astragalus, Juniperus excelsa, Salix, Tamarix und Populus
euphratica (13).
b) Geologie
Das Rezayeh-Becken oder das Becken des Urmia-Sees ist
eine tektonische Senke an der Berührungszone des Elburs,
Zagros und der niedrigen Ketten des Zentralpla-
teaus. Die Bildung setzte während des frühen Eocäns
ein, und zwar in der Faltungsperiode und das Becken erhielt seine gegenwärtige Gestalt im späten Plio-Pleistocän. Es ist mit Sedimenten von Flüssen und stehenden
Gewässern angefüllt, die aus dem späten Tertiär oder
Quartär stammen. Diese Sedimente bestehen aus schwarzem Schlick und Tonen, die sich zum See hin erstrecken.
Bergwärts bestehen die Sedimente aus Sanden und Kiesen,
die von mergelartigen Sedimenten aus dem Pliocän stammen.
Hohe Berge umsäumen den See, besonders im Westen und
Osten. Sein östlicher Teil ist umgeben von den vulkanischen Gipfeln des Sahand, um den sich ein großer Kegel alluvialer Tuffe lagert. Das Eruptivgestein ist
neutral. Die den Kern aus Eruptivgestein umgebenden
Sedimente entstammen dem teilweise gefalteten Plio-Pleistocän mit Pyroklasten. Diese Ablagerungen besitzen
große Mächtigkeit, weisen an der nördlichen und west..:."""'
liehen Flanke des Sahand eine grobkörnige Struktur auf
und speichern eine große Menge von Wasser. An der südlichen und östlichen Flanke des Sahand bestehen sie in
erster Linie aus Tuffen, haben eine feine Textur und
wirken praktisch als wasserabdichtende Schichten. Ihnen
vorgelagert am Ufer des Urmia-Sees sind Kreide, Paläogä~
und saures Eruptivgestein,
jedoch ohne größere Aus-
dehnung.
Ein Teil der durch Ablagerung der FlUsse und Seen entstandenen Schichten an der westlichen Küste des RezayehSees stellt eine sekundäre Ablagerung der alten alluvialen Tuffe dar.
Das westliche Ufer besteht aus Kalken des Mesozoikums,
- 54 -
und zwar der Kreide, und des Eocäns, sowie aus kontinentalen Sedimenten des Oligo-Miocäns, aus ultrabasischem Eruptivgestein und metamorphen Schichten. Die Uferebene am Rande des Sees ist sehr schmal und von mächtigen alluvialen Formationen überdeckt. Diese sind im
allgemeinen sehr durchlässig.
An der Nordseite überwiegen gipshaltige Formationen des
Miocäns. Sie :führen relativ salzreiche, sehr feinkörnige Sedimente dem See zu. Vereinzelt stehen Paläozoikum,
Kreide und Quartär an, sowie Neogen mit Quellkalken
(Travertin).
An der Südküste finden wir Kalke und Schiefer des Mesozoikums. ,Jüngere Kreide überwiegt. Daneben lagern Formationen des Oligo-Miocäns, basische und neutrale Eruptivgesteine, metamorphe Gesteine, Paläozoikum und Jura.
Die Ablagerungen an den Ufern sind relativ grob und enthalten Grundwasser.
Der Norden ist durch vorwiegend basisches Eruptivgestein
gekennzeichnet, unterbrochen durch Plio-Pleistocän mit
Pyroklasten, oberer und unterer Kreide, metamorphe Schichten,
~aläozoikum
und vereinzelt Trias. Der Gürtel basi-
schen Eruptivgesteins erstreckt sich von Ordabad bis zum
Kaspischen Meer. Mittelpunkt sind der 4 800 m hohe Sawalan .im Osten und der Sahand im Süden von Tabriz. An den
vulkanischen Gürtel schließen sich im Norden Miocän,
Neogen und südlich vom Aras eine Lößzone an.
Im Nordwesten treten mannigfaltige Schichten zutage, und
zwar Paläozoikum (Perm und Karbon), Trias, weiterhin
Mesozoikum, insbesonders die Bunte Melange der Kreide,
Oligo-Miocän, Neogen,Quartär, bei Maku auch ultrabasisches Eruptivgestein. In den Tälern und Becken, den
Hauptgebieten des Ackerbaus, herrscht junges lockeres
Alluvium vor. Geschlossene Becken bzw. an den Urmia-See
angrenzende Ebenen finden sich bei Miandoab und Maragheh,
bei Tabriz, östlich von Tabriz, bei Ardebil, Marand und
Maku. Die Becken von Marand und Tabriz werden von Miocän
und Mio-Pliocän (Neogen) umrahmt. Östlich von Tabriz finden sich Salzdome, südlich eine zusammenhängende Formation von Plio-Pleistocän mit Pyroklasten.
Vom Becken von Ghazwin erstreckt sich eine schmale Senke
- 55 -
bis Zandjan. Sie ist ausgefüllt von Alluvium, weiter
nordwestlich von Sedimenten des Quartärs, Plio-Pleistocäns und Miocäns. Im Norden steht vulkanisches Gestein
an. Die Schwemmfächerbildung ist ausgeprägt.
Der Süden und Sildosten von Aserbeidjan enthält in bunter Folge Paläozoikum, Mesozoikum und neogene Schichten,
metamorphe und saure Eruptivgesteine, ferner Miocän mit
Salzpfropfen, vulkanisches Eocän, Plio-Pleistocän mit
Pyroklasten, bzw. Quellkalken. Nur geringe alluviale
Sedimente sind vorhanden. Lediglich im Südwesten findet
sich ein weit verzweigtes alluviales Becken (12, 47).
c) Hydrologie
Der
wichtigst~
Fluß ist der Sefid Rud, der den Elburs
durchbricht und ins Kaspische Meer mündet. Der SefidRud-Staudamm ist eines der wichtigsten Großprojekte.
I
Einige Daten seien angeführt (29, 33).
Sefid Rud (Quellgebiet: südl. Aserbeidjan)
Einzugsgebiet:
56 200 qkm
Jährl. Wasserführung
(1956/57)
Maxim.
(März/April/Farvardin)
Minim.
(Sept./Okt./Mehr)
6 215,403 MCM
1 812,312 MCM
78,019 MCM
Nutzung vor Bau des Dammes
1 700,000 MCM
Abfluß ins Schwarze Meer
2 300,000 MCM
Bewässertes Gebiet
120 000 ha
Im Becken des Urmia-Sees stellen die alluvialen Sedimente die wichtigsten Wasserspeicher dar. Große Mengen
von Wasser werden in den grobkHrnigen Sedimenten des
Plio-Pleistocän, die in großer Mächtigkeit die Flanken
des Sahand bedecken, aufgespeichert. Wasserstauend
wirken die aus feinkörnigen Tuffen bestehenden Sedimente an der südlichen und Hstlichen Flanke dieses Gebirgsstockes.
Die mächtigen alluvialen Formationen in den schmalen
Küstenebenen im Westen des Urmia-Sees enthalten eine
große Menge von Wasser, das unter Druck steht. Artesischer Druck herrscht auch in den Wässern, die in den
sekundären Ablagerungen der alluvialen Tuffe an der
- 56 -
Westküste gespeichert werden. Ebenso steht das Grundwasser des Materials der Sedimente an der Nordseite
des Urmia-Sees unter artesischem Druck (vergl. Abb. 9 ).
Die salzhaltigen miocänen Sedimente am Urmia-See reichern das Grundwasser mit Salzen an. Dies trifft auch
für die Becken von Tabriz und Marand zu, Die Grundwasserkapazität des Gebietes von Tabriz ist sehr groß.
An der Ostküste des Urmia-Sees führen die bodennahen
grundwasserführenden Schichten zwar recht salzhaltiges
Wasser, darunter lagern aber - eingeschoben zwischen
anderen See- und Flußablagerungen - Sande und Kiese,
die in einer Tiefe von 60 m Süßwasser enthalten. Bereits durch Flachbrunnen kann somit landwirtschaftlich
wertvolles Wasser gefördert werden.
Im Lighwan-Tal enthalten angeschwemmte alluviale Tuffe des Sahand, die hier eine Mächtigkeit von 400 m erreichen, große Grundwasservorräte.
Einschränkende Faktoren der Grundwasserförderung sind:
aa) Sehr tiefe Lage des Grundwasserspiegels
bb) Geringe Durchlässigkeit der feinen Formationen,
bestehend aus Ablagerungen von Deltas, stehenden
Gewässern und alluvialen Sedimenten.
cc) Eindringen von Salz ins Grundwasser aus einigen
Flüssen mit salzhaitigern Wasser
dd) See-Ablagerungen in Form von Lehmen, Tonen und
Schlick im breitesten Tal der Küstenebene
ee) Nur geringe Oberflächenneigung, Versumpfung weiter
Gebiete.
Insgesamt sind die hydrologischen Verhältnisse in dies~m
Gebiet sehr mannigfaltig. Im allgemeinen kann man
sagen, daß die Qualität der Wässer sehr gut ist. So führen die Flüsse im Westen, Südwesten und Süd.e.n. des Bekkens, wie auch die Flüsse Nazlu Chai, Simineh Rud und
Zarineh-Rud und weniger bedeutende Wasserläufe hervorragendes Wasser. Alle die flachen Ansammlungen von Ober-
- 57 -
flächenwasser, die aus Sickerwasser der Kalkfelsen
oder der vulkanischen Gesteine gespeist werden, sind
für die Landwirtschaft nutzbar. Es ist Wasser vom
doppelkohlensauren Typus. Die aus den Kalken der Kreide entspringenden Quellen sind ebenfalls doppelkohlensauer, der Rückstand beträgt nur weniger als 300 mg/1.
In diesem Teil des Beckens gibt es, abgesehen von der
starken Verdunstung und der damit verbundenen Salzanreicherung, keine ausgesprochenen Versalzungserscheinungen.
Am Rande der vulkanischen Gebirge entspringen Mineralquellen. Die Quelle Wardjewi bei Maragheh ist kohlensäurehaltig. Besonabade und Sarayne bei Ardebil sind
dagegen Thermalquellen mit Schwefelgehalt.
Im nordöstlichen Hochland von Aserbeidjan, insbesonders
östlich von Tabriz, enthalten die kontinentalen Formationen des Miocäns Evaporite und einige Salzpfropfen.
Diese versalzen das Wasser des Adji-Chai, der in diesem Teil des Beckens von Tabriz die Seeablagerungen
mit Grundwasser anreichert, sodaß -nahe dem UrrniaSee - Versalzungszonen entstehen. Auch die höher gelegenen wasserfiilirenden Schichten in der westlich von
Tabriz gelegenen Ebene sind stark salzführend. Gerade
hier wäre jedoch ein Vorrat von landwirtschaftlich nutzbarem Wasser von größter Bedeutung. Die Versalzung des
Adji-Chai ist hier der größte hemmende Faktor einer erfolgreichen Bewässerung. Viel tiefer kommen aber in
dieser Ebene grundwasserführende Schichten vor, die
süßes Wasser enthalten, da sie von den Abflüssen des
Sahand gespeist werden (29, 33,
47).
- 58 -
VI. Das Elburs-Gebirse
a) Geosraphie und Klima
Der Elburs erstreckt sich südlich des Kaspischen Meeres
von nordwestlich Ghazwin bis nach Schahrud.
Es sind hohe Bergketten, überragt vom Vulkankegel
des Damawand, mit tief eingeschnittenen Tälern und den
Vorbergen
~m
nHrdlichen Elburs. Die Zone entwässert
teilweise in das Kaspische Meer,
(Aras, Atrak, Gorgan,
Sefid-Rud) teilweise in das große innere Becken (DjadjRud). Sie stellt eine Wasserscheide dar.
Der Elburs läßt sich in einen westlichen, mittleren
und östlichen Abschnitt unterteilen. Im mittleren Abschnitt erhebt sich der Damawand bis zu 5 780 m Höhe.
Der insgesamt etwa 600 km lange Gebirszug gehört der
subhumiden bis humiden Zone an. Die Niederschlagsmenge
schwankt zwischen 300 -
1 000 mm jährlich. Bis zu einer
Höhe von 1 500 - 2 000 m gehört der Elburs der trockensubhumiden Zone mit Niederschlägen von 250 - 500 mm an,
die größeren Höhen reichen in die feucht-subhumide
Zone mit Niederschlagsmengen von 500 Abb.
1 000 mm (Tab. 7,
1)
Die Niederschläge nehmen von Westen nach Osten ab,
~it­
zunehmender Höhe aber zu. In den höheren Lagen fallen
sie ab September als Schnee. Die Luftfeuchtigkeit ist
relativ hoch, die Temperaturschwankungen sind bedeutend,
insbesondere in den Höhenlagen, wo sehr niedri-
ge Wintertemperaturen herrschen und die Niederschläge als Schnee fallen. Auf dem Damawand bleibt der Schnee
während des ganzen Jahres liegen. Er bildet ein Wasserreservoir für eine Reihe wasserreicher Flüsse (Gorgan, Talar, Haras, Babol, Tadjan,
Nika-Rud).
Der Elburs stellt vor allem an seinen nördlichen Abhängen ein Waldgebiet dar. Je nach Höhenlage ändert
sich die Vegetation. Bis zu 800 m Höhe reicht der untere Waldgürtel. Leitbaum ist Queraus castanifolia und
für den Unterwuchs ist Buxus
~mpervirens
typisch. Die
mittlere Waldzone umfaßt die Höhenlage zwischen 800 1 800 m Hi.ihe. Sie wird durch Fagus orientalis gekennzeich-
- 59 -
net. Über dem oberen Waldgürtel zwischen 1 800 - 2 500 m
Höhe liegt der Gürtel der Hochweiden mit xerophiler
"Fragacanth"- Vegetation (Acantholimon, Astragalus)(13).
Tabelle 7:
Heteorologis~Daten
(120m über NN;
der Station Gorgan
0
36°51 'n.B.; 5'+ 28'ö.L.)
Monat
Temperatur
Minim.
Maxim~
Jan
26,2
Feb.
27,7
März
Durchschn.
Niederschlagsm.
in mm
0,0
8,9
29,5
0,5
9 'lj.
38,3
33,8
o,o
10,3
68,2
April
35,5
0,5
1 4' 1
61, 1
Mai
37,8
8,0
18,3
28,2
Juni
I-1-0,
6
12,8
22,2
4J,9
Juli
l~
1,0
1 7' 1
27' 1
43,5
Aug.
44,0
1 6, 7
27,8
26,9
Sept.
38,5
18,3
26,0
23,3
Okt.
Jl.t,o
3,9
18,8
70, 1
Nov.
21.8
0,8
1 2, 1
Dez.
29,0
0,0
9,0
l+J' 9
44,3
-
-
Insgesamt
521 '2
b) Geologie
Das Elburs-Gebirge stellt eine mächtige Schichtenfolge von Kalkgesteinen, Schiefern Sandsteinen, Eruptivgesteinen und Tuffen dar. Salz- und gipshaltige Formationen fehlen. Bestimmend sind die Formationen zwischen
Cambrium und Tertiär. Im Elburs bedeckt das Paläozoikum ein verhältnismäßig großes Gebiet. Der Kern der Antiklinalen des Elburs besteht aus Gesteinen des Paläozoikums. Eine verhältnismäßig große Zone des Paläozoikums erstreckt sich westlich vom Damawand, und zwar
finden wir Perm und Karbon mit Kohlenvorräten.
Im Elburs treffen wir folgende metamorphe und Eruptivgesteine an:
Im Gebiet von Rascht Phyllite, grüne Schiefer und ba-
- 60 -
sische Eruptivgesteine, am Alam-Kuh im Zentral-Elburs
Schiefer, Amphibolite und Granite, im Gorgan-Gebiet
Phyllite, grüne Schiefer und basische Eruptivgesteine.
Eine relativ große Verbreitung haben die Kalksteine des
Mesozoikums, vor allem der obere und untere Jura, im
westlichen Teil die untere und mittlere Kreide.
(Der
Kern der Antiklinale des Elburs besteht jedoch aus Gesteinen des Paläozoikums). Ebenen und Täler sind von
lockerem Alluvium erfüllt.
Die einzelnen Zonen des Elburs werden von folgenden
Formationen gebildet:
Westlicher Elburs
Küstennah erstreckt sich ein Streifen unterer und mittlerer Jura, an den sich oberer Jura anschließt. In
Kammnähe steht Kreide in mächtigen Schichten an, südlich und südwestlich von Hascht vulkanisches Eocän
grünlicher Färbung (grüne Elbursscbichten). Diese Formation beherrscht auch die SUdhänge nördlich von Ghazwin und Teheran-Karadj. Weiter westlich findet sich eine
mächtige Zone neutraler Eruptivgesteine mit Miocän,
Neogen, vulkanisches Eocän, Miocän und Terrassen des
Quartärs. An den Nordhängen westlich von Hascht sind
einige triassische Einschlüsse vorhanden, zusammen mit
sporadisch auftretenden Paläozoikum, Kreide und metamorphen Gesteinen.
Mittlerer Elburs (Damawand-Gebiet)
Der 5 780 m hohe Damawand besteht aus Andesiten. Bis
3 000 m Höhe finden wir glaziale Ablagerungen. Nördlich davon erstreckt sich eine mächtige Lage von unteren bis mittleren Juraschichten,
i~
Küstennähe
Bakhtiari-Konglomerate (Neogen), kaspisches Miocän,
kammwärts verstreut Trias und Kreide. Zwischen dem
kaspischen Miocän und Neogen der Nordhänge ist auch
obere Kreide eingelagert. Die Südhänge des Zentralelburs bestehen aus einer Vielzahl von Formationen:
Devon, unterer bis oberer Jura, Oligo-Miocän, oberes
und unteres sowie kaspisches Miocän, vulkanisches
Eocän, verstreutes ultrabasisches Eruptivgestein und
- 61 -
Plio-Pleistocän mit Quellkalk (Travertin).
Die von Miocän und Oligo-Miocän beherrschten Südabhänge mit einer Reihe von Salzpfropfen gehHren als
Gebirgsumrahmung bereits dem großen inneren Becken
an.
Östlicher Elburs (Gorgan-Gebiet)
Die geologische Struktur des Hstlichen Elburs ist sehr
vielschichtig. Von der Küste bis zum Kamm stehen in
schmalen Zonen an: LHß (unmittelbar bei Gorgan), metamorphes Gestein mit basischem und ultrabasischem Eruptivgestein, oberer Jura, obere Kreide (Turon-Senon),
Perm-Karbon und Devon. An den Südhängen finden wir
unteren und oberen Jura mit vereinzelten Kreideeinlagerungen, Eocän und Paläozoikum, dazwischen einige
sehr schmale alluviale Einlagerungen
(13, 47, 48).
c) Hydrologie
Das Elburs-Gebiet stellt mit seinen reichlichen Niederschlägen, die zum grHßten Teil als Schnee fallen, und
seinen durchlässigen Formationen einen hervorragenden Wasserspeicher dar. Das reichlich abfließende Oberflächenwasser kann durch Großprojekte genutzt werden
(12, 33).
- 62'-
VII. Das Gebiet von Maschhad und die Kopet-Dagh oder Turkeman-Khorassan-Kette nordöstlich des Elburs
a) Geographie und Klima
Das Gebiet von Maschhad besitzt teilweise den Charakter eines Plateaus, teilweise den einer Beckenlandschaft. Die meist sehr langgezogenen Becken sind
durch Gebirgsschwellen voneinander getrennt. Das Gebiet ist abflußlos, die Flüsse enden im Inneren der
Becken, wo sie z_T. Salzpfannen bilden, wie im Becken
von Damghan. Von den Gebirgsketten ziehen große
Schwemmfächer herab. Die wichtigsten Becken erstrekken sich in unregelmäßiger Richtung von West nach
Ost:
Das Becken von Semnan, das große Becken von Damghan
und Schahrud, die Senke von Biardjomand, das langgestreckte Becken von Salmanabad und Nayschapur; südlich davon die große Senke von Sabzewar, das sich
nördlich erstreckende ebenfalls riesige Becken von
Maschhad mit den Mittelpunkten Schirwan und Quchan
in seinen westlichen Teil. In die Gebirge von Turkeman-Khorassan sind im Westen und Norden kleinere Senken eingelagert. Im Südosten haben die Becken von
Torbat-e-Heydarieh und Torbat-Scheikh-Djam landwirtschaftliche Bedeutung.
Die Kopet-Dagh oder die Turkeman Khorassan-Kette
zieht als mächtiger Gebirgszug entlang der Nordostgrenze zur UDSSR vom Kaspischen Meer bis an die afghanisehe Grenze.
Die wichtigeren Flüsse sind: der Kaschmar .und der Sabzewar.
Der Kalschur und Quchan-Rud münden in den Hilmend.
Die durchschnittliche Höhe des Gebietes liegt zwischen 200 und 1 500 m. Die Niederschlagsmenge ist je
nach Lage sehr unterschiedlich. Der Jahresdurchschnitt
liegt bei 200 - 300 mm, die Schwankungsbreite beträgt
100- 470 mm. Maschhad (Tab. 8) (13, 27) erhält nahezu 250 mm Regen, Schahrud im Regenschatten der
großen Elburs-Mauer nur 107 mm.
Jeweils regenreichster Monat ist der März. Im Westen
(bei Schahrud) weist das gesamte Frühjahr noch höhere Niederschläge auf, im Osten der Abschnitt Januar
- 63 -
bis Mai (Maschhad). In hHheren Lagen fallen die
Niederschläge im Januar und Februar als Schnee. Die
Luftfeuchtigkeit erreicht in Schahrud ihr Maximum
in den Monaten Dezember bis Februar (70-73%), im
Osten in Maschhad im Januar/Februar (80-79%). Im
Juni sinkt die Luftfeuchtigkeit in Schahrud auf 44%,
im September auf 35% ab. Die Jahresdurchschnittsfeuchtigkeit im gesamten Gebiet beträgt 54% (11).
Tabelle 8:
Meteorologische Daten der Station Maschhad
(985 m über NN;
Monat
36° 6 'n.B.; .59° H.L.)
Niederschl.- relative
Temperatur
Maxim.
Minim. Durchschn.
menge in mm
L.feucht.
Jan.
18,9
-24,4
0,7
37,4
80
Febr.
2.3 9 2
-18,3
2,3
27,7
79
März
27,1
7,2
7,3
57,4
77
April
31 '4
-
I+ t 4
13,0
44,4
66
Mai
37,2
2,8
19,0
29,5
56
Juni
40,0
9,6
23,0
3,9
'+2
Juli
43,4
11 '0
25,9
38
Aug.
40,3
7,0
23,7
0' 1
0,5
Sept.
37,0
2,6
19,2
0,4
41
Okt.
32,8
-3,9
13,9
4,5
52
Nov.
27,0
-17,2
6,5
1 1 '2
66
Dez.
20,8
-14,4
2,6
19,2
75
Insgesamt
35
236,3
Die durchschnittliche Temperatur in den Monaten Juni
bis September liegt bei etwa 37°C bis 43°C, das Minimum im Juli bei 11°C. In Maschhad sinken die Terno
peraturen im Januar bis auf nahezu -25 C, in Schahrud
bis auf nur -12°C. Maschhad weist aber mit 40°C im
Juni und August weitaus hHhere Sommermaxima auf als
Schahrud, wo das Maximum mit 32°C im September liegt.
Der kontinentale Charakter ist somit im Osten des
Gebietes ausgeprägter als im Westen. Groß sind auch
die Klimaschwankungen zwischen Tag und Nacht, wodurch
- 64 -
die Verwitterung beschleunigt wird. Die von Nordosten einstrHmenden heftigen Winde, die in der Zeit
von August bis Oktober wehen, der "Wind der 120 Tage" lassen im Osten in diesem Zeitraum die Luftfeuchtigkeit tiefer absinken als im Westen. Gleichzeitig fHrdern sie die Erosion und führen zur Bildung von Sanddühen in den südlichen Becken (13).
b) Geologie
Die Gebirgeketten von Turkeman-Khorassan sind geologisch sehr einheitlich. Sie bestehen zum größten
Teil aus Kalken und Mergeln der unteren und mittleren Kreide, im Südosten begrenzt von Trias- und Jura-Formation sowie von quartären Terrassen am östlichen Rande des Maschhad-Beckens. Im Nordwesten
finden sich Einschlüsse von oberer Kreide, Miocän
und Alluvium. Westlich schließt eine Zone von Terrassen des Quartärs und von LHß an das Gebirge an.
Im Osten treffen wir vereinzelt neben Miocän obere
Kreide, Eocän und Neogen.
Im Süden wird das langgezogene Becken von MaschhadSchirwan von den Ausläufern des Elburs abgeschlossen. NHrdlich von Schahrud treten Paläozoikum, Eocän,
obere Kreide und Plio-Pleistocän auf. Östlich von
Schahrud herrscht der Jura, und zwar vor allem der
obere Jura vor mit Paläozoikum und alluvialen Einschlüssen. Südlich, an den Abhängen zum SalmanabadBecken, breitet sich ein schmaler Gürtel von Bakhtiari-Konglomeraten (Neogen), Miocän und Eocän aus.
Südlich von Maschhad steht eine breite Zone metamorpher Gesteine zusammen mit sauren Eruptivgesteinen an. Das Hstlich sich anschließende kleinere
Becken wird von Jura, Kreide und Trias umrahmt.
Von Semnan bis Salmanabad entwickelt sich ein schmaler Gürtel ultrabasischen bis neutralen Eruptivgesteins und vulkanischen grünen Eocäns des ElbursTypus zusammen mit metamorphen Gesteinen, PlioPleistocän, Miocän, Eocän und Kreide. Entlang
d~e­
ser vorwiegend vulkanischen Zone laufen Verwerfungslinien, so daß dieser Gürtel als Grenzlinie des Gro-
- 65 -
ßen Beckens angesehen werden kann. Gegen die Daschte-Kawir
sind Terrassen des Quartärs vorgelagert.
Der Südosten bildet den Übergang zum östlichen Zentralplateau. Die einzelnen Formationsbänder streichen in vorwiegend West-Ost-Richtung. Sie begrenzen
die alluvialen Becken von Sabzewar, Nayschapur, Torbat-e-Heydarieh und Torbat-e-Scheikh-Djam. Am Südrand des Gürtels besteht eine deutliche Verwerfungslinie. Grüne vulkanische Elburschichten i.iberwiegen.
Daneben treten Miocän, vereinzelt obere und untere
Kreide, weiteres Mesozoikum, Paläozoikum und neogene
Bakhtiari-Konglomerate auf. Südlich von Maschhad und
Nayschapur steht ein breiterer Streifen des ":farbigen Gemenges" der Kreide an. Salzhaltige Sedimente
:findet man nur im Osten in der Gegend von Maschhad.
Die Becken sind mit Alluvium ausgefüllt. Von den Hängen ziehen Schwemmfächer zu Tal. Diese sind besonders
ausgeprägt im Becken von Damghan, Salmanabad und
Nayschapur. Im Becken von Damghan :findet sich ein
Salzsump:f. Im südlichen Becken von Sabzewar tre:f:fen
wir Sanddünen (12,
13,
47).
c) Hydrologie
Die hydrologischen Verhältnisse sind vielseitig. In
den Kalken und Mergeln der Gebirgsketten mit weitgehender Verkarstung muß mit sehr tief liegendem Grundwasser gerechnet werden. Bedeutend ist der oberflächliche Wasserabfluß an den Gebirgsflanken sowie der
Austritt als Quellen. Die Förderung und Nutzung wird
wie im Elburs durch die abgelegene Lage und Menschenleere des Gebietes erschwert.
Die nach innen entwässernden ackerbaulich genutzten
Becken leiden unter geringen Niederschlägen, die in
diesen an sich fruchtbaren Gebieten als begrenzender
Faktor auftreten. Reiche Grundwasservorkommen :finden
s~ch
am Gebirgssockel in den alluvialen Schwemmfä-
chern und quartären Terrassen. Soweit sie durch Kanate nicht genutzt werden, müssen sie durch Tiefbrunnen bzw. auch Flachbrunnen voll erschlossen werden.
- 66 -
Die
i~asserführung
der J<'lüsse ist unregelmäßig, was
eine planmäßige Nutzung des Oberflächenwassers erschwert.
Im Inneren der Becken besteht bei steigendem Grundwasserspiegel und zunehmend feinerer Textur der Sedimente Gefahr von Versumpfung und Versalzung. Die
Wasservorkommen unter den Sanddünen sind schwer erschließbar (12, 47).
VIII. Das Kaspische Küstengebiet
a) Geographie und Klima
Das Küstengebiet am Kaspischen Meer ist ein schmaler
Streifen von einer Breite von etwa 50 km. Es umrandet in einer Länge von ungefähr 600 km das Kaspische
Meer von Gonbad-Ghabus bis zur Flußniederung des Gorgan im Osten. Das Gebiet reicht an den nördlichen
Gebirgsfuß heran, wo es in langsamem Anstieg Mittalgebirgscharakter annimmt. Es ist dies die Waldregion
Irans, worauf bei der Besprechung des Elbursgebietes
schon eingegangen wurde. Die Höhenlage der Ebene
schwankt von 0 -
15 m
im Westen bis 150 m NN im
Osten in Gorgan.
Das Gebiet ist sehr regenreich. Es handelt sich um
Steigungsregen, da die aus Norden wehenden Winde
beim Aufstieg an der Gebirgsmauer ihre Feuchtigkeit
bei Abkühlung abgeben.
Die Niederschlagsmengen nehmen von Westen nach Osten
ab. Sie erreichen im Westen eine Höhe von 2 000
m~,
im Osten von weniger als 700 mm bzw. nur 500 mm
(Abb,
1).
Während des Winters fallen die Niederschläge an den
Nordhängen des Elburs in Form von Schnee. Die höchsten Niederschläge fallen in den Monaten September
bis Dezember.
Die Temperaturen nehmen von Osten nach Westen hin
ab. Die Tiefsttemperatur liegt im Westen (Pahlawi)
bei -8,9°C, im Osten (Gorgan) bei -0,8°C. Die Maxima
erreichen 34,6°C im Westen,
44°C im Osten. Auch in
höheren Lagen sind hier die Winter frostfrei (Tab.9)
( 1 3)
.
- 67 -
Tabelle 9:
Meteorologische Daten der Station Hascht
(3m über NN;
37° 17' n.B.; 49° 38'
ö.L.)
Niederschlagsm.
'Temperatur
Monat
Maximum
Minimum
Durchschn.
in mm
Jan.
23,3
-4,0
7,4
89,3
Feb.
27,4
-4,6
7,5
70,9
März
28,8
-3,5
9'
1
149,5
April
33,0
-1
'7
1 J'
5
50,7
Mai
32,2
5,6
18,9
52,9
Juni
35,4
10,0
21.6
55,7
.Juli
JS,O
1 1 '2
23,6
4 5'
Aug.
35,6
12' 8
24,3
65,6
Sept.
33,3
7,4
21 '5
208,0
Okt.
32,0
4,0
17 '3
277,7
Nov.
28,3
-l~' 0
1 1 '0
194' 1
Dez.
27,2
-h,O
8,3
101 '5
insgesamt
1
361 '0
Meteorologische Daten der Station Pahlawi
(-15m über NN;
37° 28' n.B.; 49° 28'
Monat
ö.L.)
Niederschlagsm.
Temperatur
Maximum
M.inimum
Durchschn.
in mm
Jan.
21+ '2
-8,9
7,0
107,6
Feb.
28,0
-h,7
6,9
101 '7
März
27,8
-0,8
8,2
157,0
April
27,8
-0,6
1 2 '5
59,0
Mai
32,8
5,6
18,9
39,6
Juni
32,8
11
6
22,7
63,7
Juli
34,2
15,3
25., 3
61 '5
Aug.
)4,6
1 6 '3
25,5
79,7
Sept.
32,5
11' 1
22,4
l~32,9
Okt.
Nov.
Dez.
31 '7
28,0
27,4
7' 1
-0,8
0,3
1 8' 3
12,0
8,7
357,7
369,9
1 7 5' 1
t
insgesamt
2 005,4
- 68 -
Das Klima insgesamt ist als subtropisch zu bezeichnen. Es gedeihen Reis, Tee, Baumwolle, Qitrusfrüchte, Gemüse und viele andere wertvoJle Kulturen. Der
untere und mittlere Waldgürtel an den Vorbergen des
Elburs kann als subhumider Regenwald bezeichnet werden. Auch mediterrane Gewächse, wie Maulbeerbäume
und Ölbäume
( 11 '
wachsen im Kaspischen Küstengebiet
1J) •
Zahlreiche, fast nur kurze Flüsse entspringen in den
nördlichen Vorbergen des Elburs und ergießen sich
ins Kaspische Meer. Größere Bedeutung haben einige
in ferneren Gebieten entspringende Flüsse, die sich
ebenfalls ins Kaspische Meer ergießen und durch ihre
Sedimente Küstenebenen aufgebaut haben. So schuf der
Aras (Araxes) die Moghan-Ebene, der Sefid Rud das
Delta von Rascht, der Gorgan die Gorgan-Ebene und
der Atrak die Ebene des Atrak am Ostufer des Kaspischen Meeres. Die Ebene von Mazanderan wurde von
einer Reihe von Flüssen aufgeschüttet, dem Talar,
Nika, Haras, Babol und Tadjan (12,
13,
47).
b) Geologie
Die Entstehung des Beckens des Kaspischen Meeres
geht bis auf das Vor-Eocän zurück. In dieser Zeit
entstanden Verwerfungen im nördlichen Elburs. Ursprünglich erstreckte sich das,Kaspische Meer bis
unmittelbar an den Gebirgsfuß. Während des späten
Tertiärs und während des Quartärs wich es in dem Maße zurück, als Flüsse den Meeresrand mit Sedimenten
auffüllten. Die Küstenebenen entstanden also durch
Ablagerungen von Flüssen und durch Strandsedimente.
Sie erreichen eine Mächtigkeit von mehreren hundert
Metern und bestehen aus wechselnden Schichten von
Sanden, Tonen und schwarzem Schlick.
Östlich vom Kaspischen Meer erreicht die Küstenebene ihre größte Ausdehnung. Dort sind Lößschichten
in großer Mächtigkeit abgelagert. Sie enthalten neben dem äolischen Material auch fossile Tonböden und
- 69 -
vom Wasser abgesetzte feine Sedimente. Ein großes
Gebiet ist im Gorgan-Gonbad-Tal von kaspischem Löß
überdeckt. Das äolische Material wurde hiebei wohl
von der Gara-Ghom-Ebene angeweht.
Die Sande sind hauptsächlich Strandablagerungen und
verdanken ihre Entstehung dem Vordringen und Zurückweichen des Kaspischem Meeres. Sie weisen eine feinkörnige Textur auf. Die Flüsse haben alluviale
Schwemmfächer gebildet. Bei Sari erscheinen BakhtiariKonglomerate (Neogen).
Die alluvialen Sedimente reichen an die Formationen
der Elburskette heran, welche hauptsächlich aus
Kreide, Jura und stellenweise metamorphen Gesteinen
bestehen. An die Bakhtiari-Konglomerate bei Sari
schließt kaspisches Miocän an. Bei Astara im Nordwesten reichen die neutralen Eruptivsteine unmittelbar an die Küste heran. Im Oberlauf des (Aras) Araxes
erstreckt sich eine breite Zone von kaspischem Miocän,
Miocän mit Pyroklasten (vulkanische Fragmente) und
Terrassen des Quartärs. Diese Formationen schließen
an die vulkanische Zone des nHrdlichen Aserbeidjan
an (13, 47).
Zusammenfassend sei festgestellt:
In den alluvialen Sedd.menten herrscht fast durchwegs
waagrechte Schichtung. Die Ablagerungen gehHren den
alten Aralo-kaspischen Ablagerungen an. Wir treffen
aber auch Sande, Meeresschlick und Lehme der BakuStufe an .. Die alluvialen Bildungen haben die Form
von Deltas, Uferterrassen und Schwemmfächern der
Flüsse. Bei. Gorgau und am Atrak finden sich größere
Lößablagerungen.
c) Hydrologie
Die alluvialen Ablagerungen stellen einen ungeheuren
Wasserspeicher dar, der ständig durch die im Westen
überreichen Niederschläge 'auf'gef'Ullt wird. Die Wasservorräte in den Küstensanden stehen unter hohem
Druck, da sie in Verbindung mit alluvialen Schwemm-
- 70 -
fächern der Flüsse und örtlich auch mit wasserführenden Kalksteinformationen des Elbursgebirges stehen.
In der Gorgan-Gonbad-Ebene im östlichen Tiefland
kommen salzhaltige Böden vor, während die flachen
Lithosole im Westen und höher gelegenen Teilen des
Ostens und die alluvialen Böden an der Küste salzfrei sind. Die hohe Bodenversalzung im östlichen
Tiefland führt aber dort zu einer beträchtlichen Versalzung des oberflächennahen Grundwassers. Salzhaltig sind auch die Lagunenablagerungen. Außerdem ist
mit einer Versalzung von Grund- und Oberflächenwasser im Gebiet von Sari zu rechnen. Dort steht im
Einzugsgebiet der örtlichen Flüsse, die vom Vorgebirge des Nord-Elburs herabkommen, salzhaltiges Miocän an.
Die einschränkenden Faktoren der Grundwasserförderung können wie folgt zusammengefaßt werden:
aa) Die feinen Sande der Deltas und der Küste besitzen eine geringe Durchlässigkeit
bb) In den Lagunensedimenten ist neben Salz auch
Sumpfgas enthalten, wodurch die Tiefbrunnenbohrung erschwert wird
cc) Sehr feiner Treibsand findet sich in den grundwasserführenden Schichten, wodurch die Tiefbrunnenbohrung erschwert wird
dd) Vom Meer her dringt Salzwasser in das Grundwasser.
Auch das Oberflächenwasser und seichtes, stehendes
Wasser versalzt in den Niederungen leicht, wo
Böden salzhaltig sind. Dies ist der Fall in der
Gorgan-Gonbad-Ebene und im Sari-Gebiet
ee) Tiefere Grundwasserschichten werden manchmal fast
oder völlig durch einge·schobene Lehmschichten abgeriegelt. Diese tiefen Grundwasserschichten
können salzhaltiges juveniles Wasser enthalten
(33).
- 71 -
C. Die Bodentypen Irans und ihre landwirtschaftliche Nutzbarke! t
*)
I. Die Böden der Ebenen und Täler
Diese meist kalkhaltigen Böden entstanden durch Ablagerungen, die Wind und Wasser absetzten. Alluviale Sedimente, meist kalkhaltig und durch Flüsse abgelagert, herrschen vor.
a) Alluviale Böden feiner Textur
Die Böden des späten Alluviums zeigen meist keine deutliche Gliederung in Horizonte. Sie kommen als Fächer,
als Sedimente in Überflutungsebenen und als Deltaablagerungen vor. Wir treffen sie in der Küstenebene am
Kaspischen Meer, im nördlichen Aserbeidjan an der Grenze
zur Sowjetunion sowie im Inneren der Becken von Nordwest- und Westiran, z.B. im Becken des Urmia-Sees, bei
Ghazwin und nordwestlich von Teheran, bei Ramadan, bei
Kermanschah, bei Esfahan und bei Schiraz. Ferner finden
sich feinkörnige alluviale Böden am Südwesthang des
Zagros in Khusistan, im Süden des großen WÜstenbeckens
bei Kerman, in Khorassan, insbesondere bei Maschhad,
bei Bodjnurd und Sabzewar, am Nordrande des östlichen
Berglandes bei Kaschmar, im Hilmend-Delta" sowie im
Becken von Balucistan südöstlich von Bam.
Die Böden sind für bewässerte Kulturen sehr gut geeignet, insbesonders für Baumwolle, Zuckerrüben, Gemüse,
Obst und Getreide.
b) Kolluviale (= Diluviale) Böden, grob-strukturierte
Alluvialböden und Regosole einschließlich Sanddünen
Es handelt sich um diluviale Böden und Böden sich vereinigender alluvialer Fächer, entstanden durch Anschwemmung meist gröberen Materials, die in den engen
Tälern talwärts stürzten. Der Mutterboden gehört jeweils der Formation an, aus der die Böden angeschwemmt
wurden. Die wasserhaltende Kraft und somit der land•
wirtschaftliche Nutzen dieser für die Vorgebirge und den
Gebirgssockel typischen Böden sind gerin·g. Brunnen werden in diesen kolluvialen Böden
~egraben.
Wir finden Böden diesea Typs im mittelpersischen Berg~Zur
Beschreibung von Bodentypen Irans siehe Lit.
(13, 14, 47, 48, 6J)
- 72 -
land bei Kermansoha.h, Khoramabad, Golpaygan, in Khusistan bei Dez:ful und Djahrom, am Persischen Gol:f bei
Gheschm, in den südlichen Gebirgsgegenden der Provinz
Kerman bei Djiroft, in Sistan-Balucistan, bei Iranschahr
und Sarawan. Außerdem ist dieser Bodentyp bei Teheran
und in Aserbeidjan bei Tabriz sowie vereinzelt im östlichen Bergland bei Birdjand und Zahedan vertreten.
Hierher gehören auch die in den ariden Gebieten häufigen Sanddünen und Küstensande. In diesen lockeren: Sanden kann sich unter Grasbewuchs eine undeutliche Horizontbildung vollziehen. Oft liegen sie über älteren Formationen, so im Karkhe-Gebiet in Khusistan, wo sie sich
über tonige Lehme breiten. Das Wasser versickert in
diesen Sanddünen sehr schnell. Bewegliche Sanddünen sind
meist vegetationslos, :festere tragen dünnen Graswuchs
und niedriges Gestrüpp, Kiistensand am Kaspischen Meer
auch Pflanzen der Waldgesellschaft.
Die Sanddünen bedecken einen großen Teil des Inneren,
des Südens und Südostens des Landes und finden sich
vor allem in Karman, Sistan-Balucistan, arn Golf von
Ornan und am Persischen Golf sowie in Khusistan und am
Kaspischen Meer.
c) Hydromorphe Böden
Diese beständig oder zeitweise feuchten Böden sind
fast ausnahmslos au:f die humiden und subhumiden Zonen
Nordirans beschränkt. Sie verdanken ihre Entstehung dem
Grundwasser. Es sind dies humose Gleyböden, und zwar
kalkhaltige Sumpfwiesenböden oder Wiesenböden mit sehr
geringer Dränung. Sie sind für das Gebiet um Rascht
typisch. Diese mit nMurdab" bezeichneten Küstenmarschen
werden :für Reis-, Garten- und Melonenbau genutzt.
Zu den hydromorphen Böden zählen auch die PseudogleyBöden, degradierte Waldböden ohne Grundwasserab:fluß.
Hydromorphe Böden finden wir ferner bei Golpaygan, nördlich des Urmia-Sees und in Gorgan.
d) HalomorEhe Böden
Halomorphe Böden sind typisch :für die ariden, semiariden
- 73 -
und trocken - subhumlden Zonen Irans. Sie sind häu:fig
vegetations:feindlich. Solontschak-BHden haben sich bei
hochliegendem Grundwasserspiegel (1-3m Tie:fe) durch
Verdun~tung
kapillaren Wassers gebildet. Diese BHden
weisen in allen Horizonten Kalkgehalte von mehr als
3% au:f und enthalten Chloride sowie Calcium-, Natriumund Magnesiumsulfate bei pR-Werten zwischen 8 -
8,5.
Diese "Schurzar" (= Solontschak) genannten BHden finden
sich u.a. im südlichen Khusistan, in Fars, am Urmia-See
und bilden in extremer Ausformung den großen Salzsumpf
(= Kawir) im SUden von Khorassan.
Solonetze sind das Produkt teilweiser Auslaugung und
Alkalisierung von Solontschak-BHden. Sie entstehen auch
oft durch sekundäre Versalzung, also als Folge unsachgemäßer Bewässerung ohne Dränierung. Diese Alkali-Böden
besitzen ei.nen dunklen B-Horizont aus zähem, säulenftirmigem Material, eine helle Oberflächenschicht und
weisen sehr hohen Natriumgehalt auf'. Meist :finden sie
sich neben den Solontschaks. Typisch für sie ist der
Bewuchs mit Artemisia-Arten (Wermut). Solche Standorte
ktinnen als Schafweide, unter Umständen als Getrei.debtiden im Trockenfeldbau genutzt werden. Meliorationen lohnen sich nur bei einem günstigen Ca/Na-Verhältnis und
wenn genügend Wasser zum Bewässern bei Vorhandensein
einer Dränage zur VerfUgung steht.
Salzhaltige alluvial! BHden
Diese schlecht entwässerten Böden weisen einen mäßigen
bis hohen Salzgehalt auf' und sind häufig i.m Innersten
der Becken anzu tref'f'en. Durchlä.ssigke i t und, Oberflächenabfluß sind gering. Wo das Grundwasser nicht salzhaltig
ist, können sie landwirtscha:t'tlich genutzt werden. Gute
bis mittlere Qualität des Bewässerungswassers vorausgesetzt, ktinnen auf diesen Böden Weizen, Gerste, Zuckerrüben und Baumwolle angebaut werden. Daneben werden sie
als Weide genutzt. Die Böden sind in ganz Iran verbreitet, insbesondere im Becken des Urmia-Sees, in Khusistan,
Fars, im nördlichen Khorassan, bei Teheran, bei Esfahan,
Yazd und Rafsa.ndjan; ferner im Südostiran südlich des
Taf'tan, im Mündungsgebiet des Hilmend und im Cistli.chen
- 74 -
Bergland, u.a, bei Kaschmar, Gonabad und Ferdows. Insgesamt nehmen sie
5 Mill. ha, das sind etwa 3,5 %der
Oberfläche Persiens, ein.
Salzsumpf'böden
Salzsumpfböden stellen eine Verbindung von Solontschakbzw. Solonetz-Böden und Sumpfböden dar. Typisch für sie
sind Vergleyung mit Versalzung bzw. Alkalisierung. Sie
kommen an sumpfigen Stellen vor, hehmen einen großen
Teil der Kawir
und der Randzone der Massileh ein, sind
vorwiegend :im Randgebiet des Hamun-Beckens bei Zabol
anzutreffen, bedecken das Innere des Beckens von Balucistan um den Hamun-Djaz Murian und die Tiefebene von
Khusistan im Mündungsgebiet des Schat-el-Arab, im UrmiaBecken und in Gorgan.
Die Salzsump:fbi:5den sind meist Ödland, werden aber teilweise für den Anbau von Reis geringerer Qualität genutzt.
II. Die Böden des Plateaus
In der über 1 000 m Seeh.ehe gelegenen Hochfläche dominiert
der aride bis se'tniaride Klimacharakter. Folgende Böden
kennzeichnen das Plateau:
a) Graue und rote Wüstenböden
Wüstenböden bilden sich unter dem Einfluß von Aridität
und sind kaum in Horizonte gegliedert. Das gesamte Profil ist kalkhaltig, nahe der Oberfläche breitet sich
eine Calziumkarbonatzone aus. Die Oberflächenkruste,
die sog. "Wüstenpflasterung 11 besteht aus kompaktem Material, das als dünne, dunkelbraune Schicht
auch Steine
und Geröll überzieht und hauptsächlich aus Oxiden des
Eisens und Hangans besteht. Die an der Oberfläche
befindlichen Sedimente sind entweder äolische Ablagerungen oder sie wurden von fließendem Wasser angeschwemmt.
Wüstenböden weisen eine mittlere bis grobe Struktur auf,
keinen oder nur sehr wenig Humus, die Dränung ist gut.
Durch Bewässerung - zum großen Teil durch Wasser von
Kanaten - ktinnen diese insgesamt 9 fv1illionen ha bedecken-
- 75 -
den Böden sehr produktiv werden. Sie sind in ganz
Iran verbreitet. Reine Wüstenböden kommen vornehmlich
an der Nordgrenze von Khorassan am westlichen Rande
des großen Wüstenbeckens zwischen Ardestan und Yazd,
in der Dascht-e-Lut vor.
b) Sierozem - Böden
Sierozem-Böden sind leicht graufarbene, sehr humusarme,
aber extrem kalkhaltige AC-Böden, grober bis feiner
Struktur, hoher Basensättigung, aber geringer Austauschkapazität. Der pH-Wert liegt bei 8, Es ist der Boden
der Wlistensteppe, der häufig in Verbindung mit Wüstenboden vorkommt.
Der Abfluß an der Oberfläche ist sehr gering, die Versickerung überwiegt, das
Die Böden
Solum ist ständig trocken.
sind entweder vegetationslos oder tragen eine
dünne Pflanzendecke vom Wüstentyp.
Böden dieser Art nehmen ungefähr 10,4 Mill. ha ein. Soweit ihre Struktur nicht zu grob, die Salzansammlung
im Unterboden nicht zu groß, das Profil genügend tief
ist und brauchbares Wasser in ausreichender Menge zur
Verfügung steht,
lassen sich hervorragende Ernten er-
zielen.
Die Sierozem-Böden finden sich im nordwestlichen Aserbeidjan am Rande des Wüstenbeckens bei Golpaygan und
Kaschan, weiter südli.ch bei Kerman sowie im mittleren
und östlichen Khorassan bei Torbat-e-Heydarieh und bei
Sabzewar.
c) Braune Steppenböden
Wohl der wichtigste Bodentyp ist der Braune Steppenboden mit meist schwach alkalischer bis neutraler Reaktion.
Er hat sich aus älterem Alluvium oder aus Kalken als
Muttergestein gebildet. Die Oberf'lächenstruktur ist
kHrnig, die schwach bis mächtig entwickelten
B-Hori~on­
te. die Uber kalk- und schieferhaltigen 'Tonen lagern,
sind k6rnig bis klumpig. Der Gehalt des A-Horizontes
an organischer Substanz beiträgt um 2%. Die Böden entwickeln sich im semiariden Klima unter mittlerer bis
- 76 -
kurzer Grasdecke, die gegen allzu intensive Beweidung
empfindlich ist. Während des Sommers leiden die Braunen
Böden an großem Wassermangel. Auf ebenem Gelände eignen
sie sich zur Bewässerung und sind dann sehr :fruchtbar.
Angebaut \verden Obst, Gemüse, Baumwolle und Zuckerrüben. Die Böden treten auf im nHrdlichen und nordwestlichen Aserbeidjan, bei Ghazwin und westlich von Teheran, bei Hamadan, Karmanschah und Sch.iraz, nördlich von
Maschhad und i.n Gorgan.
d) Kastanienfarbene HHden
Die kastanienfarbenen Böden kommen in einigen semiariden und subhumiden Teilen Irans vor. Sie weisen eine
bröckelige bis plattenartige Struktur auf. Der JO - 60 cm
mächtige, dunkelbraune Humushorizont la.:gert über hellerem
Material, das einem Kalkhorizont aufliegt. Häufig ist
der A-Horizont in eine obere lockere hellere und eine
darunter liegende kastanienbraune Schicht geschieden.
Der Humusgehalt der Oberflächenschicht beträgt bis zu
5%
und mehr. Ein graubrauner Übergangshorizont schließt
nach unten an, der einen tveißlichen Ca-Horizont überdeckt. Die Textur ist mittel bis schwer. Die Böden sind
:für steile Abhänge und :für hügeliges bis gebirgiges
Gelände typisch. Die Dränung ist mäßig bis gut. Als natürlicher Bewuchs herrscht Gras- und Buschvegetation
vor. Dort wo - wie am Kaspischen Meer - die Böden z.T.
sanft geneigtes oder :fast ebenes Gelände bedecken, wachsen auch Bäume, vor allem Eichen und Eschen.
Kastanienbraune BHden treten in bestimmtew Umfang an
der östlichen Grenze der Kaspischen Ebene und der Ebene
von Gorgau aur, hauptsächlich aber in den höher gelegelegenen Teilen von Aserbeidjan, wo sie unge:fähr 1 Million ha einnehmen, einschließlich der Gebiete in Kurdistau und Kermanschah. Sie
tragen Getreide, meist
Weizen, im Trockenfüldba.u und Baumwolle bei zusätzlicher Bewässerung.
In Verbindung mit kastanienbraunen Böden kommen
i~
nord-
östlichen Iran, insbesonders in Gorgan, Tschernozeme,
dunkle, krümelige, humusreiche Böden vor. Sie besitzen
- 77 -
unter Grasland eine gute Dränung.
e) w:ustenbi)den, - Heaos~
Wüstenböden tre:f:fen vd.r in Verbindung mit Regosolen
meist an steilen und zerklüfteten Abhängen. Regosole
sind flach bis sehr flachgrUndige kalkhaltige Böden mit
sehr geringem Gehalt an areaniseher Substanz. Der pRWert schwankt um pH 8. Im ganzen Profil herrschen Grobsand und Kies vor. Die Böden sind in hohem Maße Wasserdurchlässig und besitzen nur sehr spärliche Vegetation.
In bewässertem Zustand eignen sie sich :für gartenbauliehe Kulturen. Dieser Bodentyp ist kennzeichnend für
die Wliste Lut, tritt nördlich der großen Kawir auf, bei
Kerman, im Becken von Balucistan an den nördlichen Abhängen sowie in Sistan südlieb von Zabol.
:f) \vüstenböden und SanddUnen
Böden dieses Typus zeigen das für Sandböden kennzeichnende wellige Relief, sind sehr wasserdurchlässig und
stellen im allgemeinen Ödland dar. Sie tragen nur an
:feuchteren Stellen Gras- und Buschwerk, mitunter sogar
Euphratpappeln. Sie kommen in der Dascht-e-L4.j:; .vor,
im Süden der Dascht-e-Kawir, östlich von Esf'ahan, zwischen Abadeh und Yazd sowie südlich und nördlich von
Nain. Insgesamt bedecken sie 5,6 Mill. ha.
g) Wüstenböden - Sierozem- und Salzböden
Diese drei Bodentypen finden sich auf engem Raum vereinigt, so daß die einzelnen Typen oft nicht voneinander zu trennen sind und bilden eine sogenannte BodenAssoziation. Die oben genannte Assoziation bedeckt ebenes oder nahezu ebenes Gelände. In Bezug au:f den Salzgehalt bestehen große Unterschiede. Extrem hohe Anreicherungen können nur im Oberboden oder in der darunter
liegenden Schicht bzw. auch in beiden auftreten. Sie
wurden durch oberflächlich abfließendes Wasser verursacht, dessen Salze aus gips- oder salzhaltigen Formationen stammen.
Diese Bodenassoziation - fast ausnahmslos Ödland - nimmt
3,5 Mill. ha ein. Auch bei Bewässerung ist nur eine extensive Land,virtscha:ft möglich. Wir f'inden Btlden dieses
- 78 -
Mischtyps östlich vom Kaspischen Meer, im südöstlichen
Khorassan insbesonders bei Kaschmar, im westlichen Khorassan südlich Damghan, östlich und südlich der Massileh
sowie im südöstlichen Sistan und westlich von Zabol.
Die große Kawir wird von reinen Salzböden bedeckt und
zwar von Solonetz-und den Solontschak - Böden.
Solonetz-Böden
sind extrem alkalische Sodaböden mit
ausgeprägter Struktur. Die in 10-15 cm befindliche Illuvialschicht ist säulchenförmig aufgespalten. Im Frühling verwandelt sich der Boden in Sumpf, die aus der
oberen Schicht ausgewaschenen Kolloide häufen sich unter der säulenf'örmigen Schicht in einer Tiefe von 20-25
cm an.
In den Solontschakböden ist die Na
2
co
3
- Menge geringer,
vorherrschend ist NaCl, das wegen seiner leichten Löslichkeit mit dem Kapillarsaum bis an die Oberfläche emporsteigt und weiße Salzausblühungen, die Pusst-e-Kawir,
die
11
Kawirhaut" bildet. Eine säulenf'örmige Illuvialschicht
:fehlt. Jedoch kommen auch andere Salze in Solontschakböden vor, so
CaSOl~'
CaC1 2 und MgC1 • Die mit dem Ka2
pillarsaum emporsteigenden Salze halten den Solontschak-
boden das ganze Jahr hindurch :feucht, während der Solonetzbaden in der unteren Schicht trocken bleibt.
Neben den weißen Krusten, die aus Kochsalz gebildet werden, finden sich in der Kawir auch noch andere Formen
des Salzbodens.
Der dunkle Salzlehm heißt Namak siyah, d.h. "Schwarzes
Salz". Die dunkle Farbe geht auf' den MgC1 -Gehalt zurück.
2
Dieser bewirkt eine Bindung von Staub und Sand, die dem
.Magnesi.umchloridboden sein dunkles Aussehen verleiht. *)
Der dichte Salzrautenboden bedeckt die tie:fst gelegenen
Teile. Es ist dies ein :flacher Polygonboden, der oft
von meterhohen Salztonmauern umgeben ist. Bei Austrocknung bildet er große Schollen. Es sind dies harte, mit
Salz überzogene, dezimeterdicke Tonplatten mit o:ft messerscharfen Kanten und Salzzapfen an der Unterseite. Die
Ränder der Scheiben sind o:ft zackig oder bilden nach
oben gewölbte Wulste. Die oberste Krume ist sehr dünn,
*)
Namnk se:fidQ der weiße Salzboden, enthält vorwiegend
Kochsalz.
- 79 -
desgleichen die darunter liegende feuchte Tonschicht,
die eine noch tiefer liegende Salzschicht überdeckt.
Die einzelnen Bodenbildungen tragen charakteristische
Namen. Kaseh, d.h. Becher heißt der zerzackte und geborstene Ton, den eine Salzkruste überzieht. Die steinharten Schollen haben Salzstalaktiten ausgebi.ldet. Der
Kaseh-Boden ist unbegehbar. Der wulstige Salzlehm wird
Zardeh genannt, die dunklen Kawirteile nennt man auch
Carbeh (22, 23,
54).
h) Sierozem-BHden und Regosole einschließlich der Sanddünen
Der Feuchtigkeitsgehalt dieser Bodengesellschaft ist
etwas grHßer als der reiner Wüstenböden. Der pH-Wert
der sehr kalkhaltigen Profile liegt bei pH 8. Die Textur der oberen Schichten ist grob bis mittelfein. Auf
der Oberfläche findet sich ein unterschiedlich hoher
Anteil von sandigen äolischen Sedimenten.
Dieser Bodenmischtyp weist gute bis sehr gute Dränung
auf und trägt .Gestrüpp als Vegetationsdecke. Er stellt
meist Ödland oder karges Weideland dar und läßt sich
bei Bewässerung vor allemJ für den Obstbau nutzen.
Wir finden Böden dieses Typus bei Semnan und südlich
von Damghan im nordwestlichen Khorassan, südöstlich der
großen Kawir und sUdöstlich von Maschhad. Ein Streifen
zieht sich im Osten und Südosten der großen Wiistensensenke von Esf'ahan über Abadeh bis südöstlich von Sirdjan
hin und setzt sich bis ins südliche Balucistan südlich
von Iranschahr fort. Weitere Vorkommen liegen bei Kerman
und in den östlich der Kawir und der Lut anschließenden Gebirgsgegenden, wo diese Bodentypen besonders verbreitet sind.
i) Braune BUden - Lithosole
Dieser Typ stellt einen Übergang zu den Braunen Steppenböden her und bedeckt wellige bis steile Hänge. Er
ist sehr wasserdurchlässig und entspricht weitgehend
diesen Braunen BUden.
Bei Bewässerung eignen sich die BUden f'ür extensiven
bis mittelintensiven Anbau von Weizen, ferner für Obstund Weinbau.
Abgesehen von einem vereinzelten Auftreten bei Maschhad
- 80 -
beschränkt sich dieser Bodentypus au:f Aserbeidjan,
Ghaz,v-in, das westliche Bergland bei Kermanschah, Hamadan und Arak.
III. Die BHden des Gebirgssockels am Kaspischen MeeE
Die nHrdlichen Vorberge und die sanft bis mäßig abfallenden Vorgebirgshänge des Elburs, die die südliche Küste
des Ka.spischen Meeres säumen, werden durch ein humides
bis subhumides subtropisches Klima gekennzeichnet und unter der Bezeichnung "Kaspischer
Gebirgssocke~
zusammen-
ge:faßt. Das Gebiet unterscheidet sich klimatisch von allen
anderen Teilen Irans beträchtlich und erinnert an die
Mittelmeerzone. Im
1~!esten
ist es ausgesprochen humid bis
subhumid, im Osten semi-arid. Durch die üppige Vegetation
und die intensive Verwitterung von Jura, Kreide, tertiärem
Kalk und Konglomeraten sowie von Sandsteinen am nördlichen Elbursabhang bildeten sich braune Waldböden, rot-gelbe
Podsole und graubraune Podsole. Daneben treten rote und
braune Mittelmeerböden auf.
a) Rote und braune Mittelmeerböden
Diese Böden entstanden bei Niederschlägen zwischen
400 - 800 mm, zeigen hohe Basensättigung des Tonkomplexes und gewöhnlich etwas :freies Calciumkarbonat.
Der A-Horizont ist meist völlig erodiert, der
verblie-
bene Oberboden sehr arm an organischer Substanz.
Die sehr wasserdurchlässigen Böden bedecken welliges
bis hügeliges Gelände, werden weidewirtschaftlich und
forstwirtschaftlich genutzt und tragen als bevorzugte
Vegetation Eichenwälder. Bei Bewässerung dienen sie
für den Anbau von lveizen, Ci trusf'rüchten und anderen
gartenbauliehen Produkten.
Der Bodentyp tritt vereinzelt in Gilan, Mazanderan und
Gorgan auf.
b) Rot 7 gelbe Podsole
Aus Sandsteinen, Schiefern und vulkanischen Gesteinen
als Ausgangsmaterial haben sich an den Hängen
der Vor-
gebirge mittlerer bis starker Neigung rot-gelbe Podsole
-
81
-
herausgebildet. Die Reaktion ist mittel bis stark sauer.
Nur die obere Schicht weist gute Wasserdurchlässigkeit
auf'. Die Böden tragen als natürliche Bedeckung Wald
und hohes Gras und können f'ilr Weizenanbau und Teekulturen genutzt werden. In Gilan wurden ca.
10 000 ha
dieses Bodentyps ermittelt.
\
c) Braune Waldböden
Der Au:flagehorizont dieser im allgemeinen sauren Böden
besteht aus Blattstreu, darunter lagert eine f'ast
schwarze Schicht aus Blattkompost. Der mineralische
A-Horizont ist dunkel graubraun und unten grau-gelblich.
Die tieferen Horizonte sind kalkhaltig und weisen neutrale bis schwach alkalische Reaktion auf. Die Braunen
Waldböden tragen überw·iegend üppige Bewaldung und in
den höheren Lagen Bergweiden und werden stellenweise
gartenbaulich und :für Teekulturen genutzt.
IV. Böden der zerklUf'teten Hänge und Gebirge
In diesen Gebieten herrschen steinige, flache Böden auf'
Gesteinsbett vor ohne deutliche Pro:filentwicklung. Der
Oberboden ist häu:fig erodiert und das Muttergestein tritt
o:ft zu Tage.
a) Braune Böden - Rendzinen
Unter dem Ein:fluß gemäßigten bis warmen Klimas bei Regenhöhen von 500 - 700 mm entwickelten sich an mäßig
bis stark geneigten Hängen Rendzinen neben Braunen-'
Steppenböden. Der A -Horizont dieser Böden hat eine
Mächtigkeit von 10 - 25 cm, darunter lagert eine kalkhaltige Mergelschicht, deren Karbonatgehalt bis zu 52%
betragen kann. Die Böden besitzen nur
~ine
geringe was-
serspeichernde Kraf't und bei sehr flachem Oberboden
geringe Produktivität. Sie sind nur f'iir schnell reif'ende Ernten geeignet. Als natürliche Vegetation trägt
die Bodengesellschaft Grasdecke, Strauchwerk, lichte
Eichenwälder und wilde Pistazien zusammen mit Bergmandeln. Sie ist in Aserbeid,jan und Fars (südlich von
Schiraz) verbreitet.
- 82 -
b) Kalkhaltige Lithosole der Wliste und Sierozem-BHden
Wir tref':fen diese sehr komplexe Bodenzone in gebirgigen
bis hligeligen Gegenden an teilweise stark geneigten
Hängen an. Der Oberboden, eine dünne, mattbraune Schicht
aus kalkhalti.gem tonigem Lehm ist meist erodiert und
das Muttergestein (kalkhaltige Tone und geschie:ferter
Kalk) steht o:ft an der Ober:fltiche an. Die V~rsickerung
ist wechselnd, der äußerliche Wasserabfluß jedoch sehr
schnell. Die BHden tragen dürftige Steppenvegetation
und dienen meist als Weide.
Das an den Hängen im Frühjahr herabstürzende Wasser
kHnnte :für tiefer liegende Anbaugebiete gespeichert
werden.
Im nordwestlichen Persien tritt diese Typengesellschaft
nur in Maku nahe der russischen Grenze au:f. Im übrigen Iran ist sie sehr verbreitet. Sie erstreckt sich
über weite Gebiete des nördlichen, östlichen und südäst liehen Teils der l4üstensenke, des Hs tlichen Berglandes
von Naschbad bis ins Ta:ftangebiet, f'üllt
einen großen
Teil des südlichen Sistan-Balucistans und des Gebietes
um Kerman aus und zieht sich als Gürtel am Persischen
Gol:f entlang.
c) Kalkhaltige Lithosole _aus salzhaltigen und gipshaltigen
Mergeln - Wüsten- pgd Steppenböden einschl. Salzpfropfen
BHden aus salz- und gipshaltigen Mergeln und Sandsteinen
sind die ungünstigsten in ganz Iran und stellen einen
wesentlichen Bestandtell der großen Salzwüsten des zentralen Beckens und der südöstlichen Küstengebiete dar.
In Verbindung mit Wüsten- und Sierozemböden mit Einschluß von
im
Salzp~ropfen
zerklü.~teten
kommt diese Bodenassoziation
Gebirge vor und bildet die sog. "Fars-
Formation» des Oligocäns und des Unteren Miocäns mit
hohem Gehalt an Salz und Gips und diapirischen Einlagerungen, die obere rote Formation des Miocäns und Pliocäns, und die dem Cambrium angehörenden Salzpfropfen.
Die BHden unterliegen sehr schneller Erosion, die Wasserdurchlässigkeit ist gering, der Oberflächenabfluß
jedoch bedeutend. Die Böden sind vegetationslos oder
tragen halophile Pflanzengemeinschaften. Sie stellen
- 83 -
fast durchwegs Ödland dar.
Die As,.;oziation kommt im nordöstlichen Aserbeidjan und bei
Tabriz vor, im Einzugsgebiet des Dez in Khusistan, nördlich am Persischen Golf, in Balucistan, im nördlichen
und nordöstlichen Khorassan und in der gleichen Provinz
östlich von Torbat-e-Heydarieh.
d) Kalkhaltige Lithosole, Braune Ste2penböden und Kastanienbraune Böden
In der Zone der Braunen und Kastanienfarbenen Böden
komrnen im Gebirge Böden dieser Vergesellschaftung vor.
Häufig steht bei erodiertem A-Horizont der Ca-Horizont
an der Oberfläche an. Unverwittertes oder nur leicht
verwittertes Muttergestein - hauptsächlich Kalksteine
und kalkhaltige Konglomerate -
liegen über weite Strek-
ken frei. Nur ein geringer Teil der Böden besitzt eine
dünne Oberflächenschicht und kann im Trockenfeldbau genutzt werden. Die Versickerung nach innen ist mäßig bis
gut, der OberfHI.chenabfluß aber sehr schnell. Die natürliche Vegetation besteht aus Ahorn, Pistazien (Pistacia khinjak Stock), Wildmandel, Eiche, Ulme und Wacholder.
Diese Bodenkombination umfaßt insgesamt 21 Mill. ha,
das sind 1J% der gesamten iranischen Oberfläche. Sie
ist vertreten in Aserbeidjan, Kermanschahan, bei Kaschan,
in den Gebirgen von Kurdistan, Luristan und Fars. Insgesamt ist sie typisch für den Zagros, findet sich vereinzelt im
nördlichen Khusistan, und nimmt einen we-
sentlichen Teil des Elburs und seiner Ausläufer im nördlichen Khorassan ein.
e) Lithosole aus Ergußgestein - Braune Steppenböden und
Sierozeme
Die Lithosole entstanden aus Erguß- und metamorphen Gesteinen verschiedener Erdperioden mit nur sehr geringem
Kalkgehalt. A- und B-Horizont haben eine rötliche Färbung mit geringem Gehalt an organischer Substanz. An
steilen Abhängen sind sie stark mit Geröll durchsetzt.
Im Nordwesten mit höherer Niederschlagsmenge ist der
Oberboden besser entwickelt und trägt eine Wald- und
- 84 -
Buschvegetation, im Sildosten und Osten herrscht die
Erosion vor und die Bewachsung ist karg. Die wasserhaltende Kraft ist gering, die Böden werden meist nur
als Weide genutzt. Sie nehmen 6,4% (10,6 Mill. ha) des
gesamten Staatsareals ein. Wir treffen diese Bodenassoziation im westlichen Elburs und in Aserbeidjan,
nördlich von Kermanschah, bei Golpaygan, in Balucistan,
im Gebiet des Taftan und Bazman sowie vereinzelt im
nördlichen und östlichen Khorassan. Im Inneren des Wlistenbeckens tritt sie zwischen Kawirund Lut auf.
f) Lithosole - Braune Waldböden - Rendzina
Diese Bodengesellschaft ist typisch flir die sehr zerklüfteten und steilen Elburspartien. Die oft nahezu
senkrechten Hänge tragen keinen Boden und keine Vegetation, dazwischen wachsen auf verwittertem oder teilweise verwittertem Gesteinsmaterial Bäume und Gestrüpp.
Stellenweise haben sich Böden von flacher oder mittlerer Tiefe auf Diluvium (Kolluvium) entwickelt.
Das Ausgangsmaterial stellen Kalke, Konglomerate und
Schiefer dar, die
Oberfl~chenschicht
ist 5-10 cm dick,
dunkel und trägt als natUrliehe Bodendecke Wald aus
Ulmen, Hainbuchen, Fichten und Kiefern. Die forstwirtschaftliche Nutzung überwiegt. Durch entsprechende Bodenpflege ist der Anbau acker- und gartenbaulicher Produkte möglich. Diese Bodenassoziation ist auf den Elburs
beschränkt
und somit nur in den Provinzen Gilan und
Mazanderan zu finden.
g) Lithosole hauptsächlich aus Ergußß'estein - Braune Wald.,..
böden und Podsole
Es handelt sich um flachgrUndige Böden, die sich aus
neutralen Ergußgesteinen gebildet haben, gute bis mäßige Dränung aufweisen und eine Nadel- und Laubwalddecke
tragen. Bei mächtigerer Krume sind Teepflanzungen möglich. Die Bodenassoziation umfaßt insgesamt 200 000 ha
im Kaspischen Gebiet in Gilan.
- 85 -
D. Die Wasserversorgung im Iran
I. Der Einrluß von Geolosie, Morphologie und Klima auf die
hydrologischen Verhältnisse im Iran
Trotz aller geologischer Mannigfaltigkeit, die im Abs,chni tt
B aufgezeigt wurde, lassen sich für verschiedene hydrologische Fragen gemeinsame Merkmale herausstellen. Es zeigen
sich bestimmte Beziehungen zwischen geologischer Forma":"'
tion und Grundwasserführung einerseits sowie zwischen Oberflächengastalt und allgemeinen hydrologischen Verhältnissen
andererseits.
1)
De~1ehungen zwischen geologischer Formation und Grund-
wasserführung
a) Die alluvialen Grundwasserspeicher
Die wichtigsten Grundwasserspeicher stellen die alluvialen Schichten der Gebirgssockel,
der Becken sowie
der Ebenen und Täler dar.
Diese jungen Sedimente sind die wichtigste wasserf'ührende Formation Irans. Sie wurden von den Gebirgsketten durch Erosion abgetragen und von den
Flüssen im Gebirgsvorland bis zu beachtlicher
Mächtigkeit abgelagert (61). Das seiner Herkunft
nach sehr heterogene Material besitzt eine verschiedene Korngrößenzusammensetzung von Geröll
über Kies, Grus und Sand bis zu Lehm und Ton. Es
ist unregelmäßig geschichtet. Die Sedimente zeigen im allgemeinen in Gebirgsnähe eine grobkörnigere Zusammensetzung und werden in Richtung der
Ebene zunehmend feiner.
Die groben Bestandteile gehHren vor allem den
metamorphen Gesteinen des Paläozoikums, den Kalken des Mesozoikums und den vulkanischen Gesteinen
des Tertiärs an. Die gipshaltigen Mergel des
Eoctins, des Oligo-Miocäns und des Mio-Pliocäns,
die im Südiran und Zentraliran weit verbreitet
sind, liefern das feine Material der alluvialen
Ablagerungen.
- 86 -
b b)
!2 ~ ~ ~.!'!!:~ ~~1.! -~ ~~ ~~~~ !~- ~~- ~~<! ~~ _y~:!-~ ~ ~:!-~~<!
~~!~~~·~E!~~
Diese Ablagerungen setzen sich aus einer wechselnden Heihenf'olge von Sanden, Mergeln, Tonen und
Salzschlick zusammen. Es sind die typischen Ablagerungen der abflußlosen Seen und Salzsümpfe Zentral-Irans und der angrenzenden Becken. Diese in
den Seenbecken alluvialer Ebenen abgelagerten Sedimente enthalten in ihren oberen Teilen Salzwasser, in den unteren Lagen in eingeschalteten
Sandschichten gelegentlich auch süßes Wasser.
cc)
~~~-~~~!~~=-~~~-~~!!~~~!~~~!~~s~~
Die Ablagerungen der Küstengebiete verdanken ihre
Entstehung teils den Flüssen,
teils den Meeren.
Sie haben sich· im Quartär gebildet und stellen
wechselnde Schichten von Sanden, Schlamm und
Schlick mit eingeschalteten Deltaablagerungen dar.
Trotz ihrer feinen Ktlrnung sind die Sande durchlässig und speichern, besonders im Küstengebiet
des Kaspischen Meeres, große Mengen Wasser. Wir
treffen sie ferner am Urmia-See, am Persischen
Golf und am Golf von Oman an. Das Wasser, das sie
enthalten, steht häufig unter artesischem Druck.
b) Die Festlandsablagerungen und die salzhaltigen Sedimentgesteine des Tertiärs
Die kontinentalen und die gipshaltigen Ablagerungen
des Mio-Pliocäns bestehen aus einer mächtigen Folge
von roten Sandsteinen, Letten, Tonen, Mergeln, Gi.ps-,
Anhydrit- und Steinsalzschichten. Sie sind die für
das iranische Tertiär
charakteristischen Formationen,
die zu e:i.ner Anreicherung der alluvialen Ablagerungen
mit Feinbestandteilen beitragen und das Grundwasser
mit Salzen anreichern. Man findet sie am Grunde der
im späten Tertiär entstandenen Becken des Zentralplateaus und der Zagrosketten als die wasserstauende
Schicht für die darüber liegenden alluvialen Wasserführenden Lagen.
- 87 -
c) Die vulkanischen Gesteine
Etwa 6~ der gesamten Oberfläche des Landes bedecken
Eruptiv- und zwar überwiegend Ergußgesteine. Sie gehen hauptsächlich auf die vulkanische Tätigkeit des
frühen und späten Tertiärs zurück. Aus diesen Formationen stammt der Hauptteil der gröber gekörnten
alluvialen Ablagerungen. Es handelt sich um eine
schwach durchlässige Schicht von nur geringer wasserspeichernder Kraft.
d) Kalke
Kalksteine bedecken 13% der gesamten Oberfläche des
Landes. Sie gehören meist dem oberen Jura, der mittleren Kreide und dem Eocän bis Oligo-Miocän an. Der
aus der letztgenannten Epoche stammende "Asmari-Kalkstein" ist
fl~
den Südwesten Irans typisch.
Die Kalkgesteine stehen hauptsächlich im Kern und an
den Flanken der antiklinalen Ketten des Zagros
und
in geringerem Umfang auch des Elburs und seiner Aus-
läufer an. Sie sind im allgemeinen geklüftet und deshalb wasserdurchlässig. Meist zeigen sie umfangreiche
Verkarstungen. In solchen Karstregionen entspringen
die für Khusistan und die modernen Großprojekte hochbedeutenden Flüsse Südwest-Irans, wie Karun, Karkhe
und Dez.
Die Kalksteinzone der Hochgebirge, insbesondere des
Zagros, ist ein ungeheuer großes Grundwasserreservoir
(h3, 61).
2) Die wicht:igstell_'fYye_n der Bodenriestalt und ihre Beziehung
zur Grundwasserführung
*)
a) Gebirgsmassive
Die Gebirgsmassive selbst sind vom hydrologischen
Standpunkt von zweitrangigem Interesse, abgesehen von
der Nachlieferungszone der Kalksteine und den Karsterscheinungen, die in anderem Zusammenhang schon behandelt wurden. Die Ränder der hohen Gebirgsmassive
( 3000 -
*)
IJOOO
m) verdanken ihre Entstehung den alpinen
Zu diesem Kapitel siehe Lit. (18, 61, 66)
- 88 -
Faltungen und Bruchlinien (Verwerfungen), den Einwirkungen des kontinentalen Klimas und vor allem der
großen Trockenheit im Iran. Charakteristisch
sind
die steilen Abhänge, die tief eingeschnittenen Wasserläuf'e, die intensive mechanische Verwitterung
und die starke Erosion. Das Innere der Gebirgsstöcke
ist in eine Vielzahl von Becken, meist nur geringen
Umf'anges, unterteilt. Daneben gibt es große Becken,
deren Entstehung auf' intensive Regeneinwirkung zurückzuführen ist, die aber f'ür eine ständige Wasserlieferung kaum in Frage kommen.
Dennoch. bestimmen die Gebirgsmassive das Leben in
diesen trockenen Zonen maßgehlicht denn sie sind der
einzige Teil des Landes mit einer positiven Wasserbilanz. Während der kalten ,Jahreszeit :fallen die Niederschläge hier als Schnee. Nur solche Becken sind
aber für eine ausreichende Wassernachlieferung vonBedeutung, die hoch genug liegen, daß der Schnee mehrere Monate im Jahr liegen bleibt. Diese Höhe wird
nördltch von Teheran bei etwa 2 500 m erreicht.
Die Gesteinsart hat relativ wenig Einfluß auf die
Wasserliefern ng durch die Gebirgshänge, und dies
umso mehr, als die Oberfläche der Gebirgsflanken in
der Zeit, i.n der die Niederschläge f'allen, durch den
Frost undurchlässig ist.
Für die von den Gebi-rgen fließenden Wassermengen
sind die Oberf'lächengestalt des Einzugsgebietes und
das Klima des Frühjahres maßgeblich. Die mit der
schnellen Erwä.rmung in dieser Jahreszeit einsetzende
Schneeschmelze fällt m:it dem Regenmaximum in den
~fo­
naten März und April zusammen und verursacht die
jährlichen Hochwasser:fluten.
'Eine große Wassermenge stürzt dann an den steilen,
stark oder völlig undurchlässi.gen und weder durch
eine
Bodenkrume noch durch Bewuchs geschützten Ab-
hängen zu Tal. Der gesamte Wasserabfluß vollzieht
sich in Klammen, in denen kaum speichernde alluviale
Ablagerungen zu finden sind. Er liefert praktisch
das einzig verfügbare Wasser :für das vorgelagerte
- 89 -
Trockengebiet und das auch nur jahreszeitlich begrenzt, da größere Quellen und nachliefernde Schichten zur dauernden Speisung der Flüsse fehlen. Verluste durch Versickerung und Verdunstung sind gering.
Die Gebirgsmassive der Inselberge, die iiber die Oberfläche des Zentralplateaus verteilt sind, bestehen
meist aus vulkanischem Gestein, sind in eine Vielzahl kleiner Becken unterteilt und empfangen kaum
nennenswerte Niederschläge von weniger als 200 mm
jährlich. Dennoch finden wir Quellen, aber nur von
geringer Ergiebigkeit, längs der Einschnitte, die
häufig die Massive durchziehen.
b) Q.er Gebjrgssockel (''Piedmont")
Als Gebirgssockel bezeichnet man eine mehr oder minder komplexe Zone, meist von hügeliger Gestalt, die
den Fuß der Gebirge säumt und einen Übergang zwischen
den Gebirgsstöcken mit ihren steilen Flanken und den
tiefer anschließenden, weiten Ebenen darstellt. Der
Gebirgssockel ist ebenfalls geneigt, wenn auch weniger stark als die Hänge der Gebirgsmassive. Die
Grenze zwischen den Gebirgsstöcken und dem Sockel
ist sehr ausgeprägt. Sie folgt häufig einer tektonischen Verwerfung.
Diese Zone am Gebirgsfuß ist das eigentliche Gebiet
der Wassernachlieferung für die alluvialen Ebenen.
Sie ist durch eine relativ hohe Lage, ein stark abfallendes Relief, einen tiefen Grundwasserspiegel
und einen schmalen Kapillarsaum gekennzeichnet, in
welchem die Grundwasserförderung sehr erschwert ist
und nur mittels starker Tiefbrunnenpumpwerke erfolgen kann.
Entlang des Gebirgsrandes f'inden sich Geröllsedimente und den Klammen vorgelagerte fächerförmige alluviale Schuttkegel, die auch Schwemmfächer genannt
werden. Sie haben für die Sammlung und Speicherung
von Wasser die größte Bedeutung. denn sie speisen
die grundwasserfUhrenden Schichten der großen Ebenen,
weil in ihnen das in den Klammen gesammelte, aus den
- 90 -
Massiven austretende Oberflächenwasser der Gebirgsbecken und das seitlich an den Berghängen ablaufende Wasser tief einsickern kann. Hierbei verteilt
es sich zunächst über eine Vielzahl weit auseinanderstrebender Rinnsale oder sammelt sich in seitlichen
Wasserflächen, aus denen es leicht versickert, aber
auch schnell verdunstet.
Man kann die Schuttkegel mit riesigen Lagen von Fließ-
papier vergleichen, denn an ihrem Fuße tritt abgesehen von großen Wasserrinnen selten Wasser aus. Sie
bestehen im wesentlichen aus grobem Material und sind
deshalb trotz Vorhandenseins von :feinen, tonigen Bestandteilen in hohem Maße durchlässig.
Die großen Schuttkegel, die heute das Landschaftsbild des Gebirgsfußes bestimmen, rühren von der letzten großen Eiszeit, der Würmeiszeit, her. Sie schließen mit Schichten großer Mächtigkeit ein altes Profil
ab, das in einer :früheren Phase tief' ausgewaschen wurde. Der Untergrund {am Elburs:fuß Miocän und vulkanisches Gestein) kann sich auch unmittelbar unter Sedimenten :finden, die in einer vorangegangenen Epoche
abgelagert worden waren. Ein Kartenbeispiel :für einen
derartigen Kegel gibt Abb. 4.
Die Größe dieser Fächer entspricht der Transportkraft
des herabfließenden Wassers. Unterhalb der größten
Einzugsbecken :finden sich deshalb auch die größten
Schuttkegel. Bei ihrer Bildung wechselten Phasen der
Erosion, in denen Gräben von beachtlicher Tiefe entstanden, mit Perioden ab, in denen
Ablab~rung
gegen-
über Aushöhlung überwog. Durch die aushöhlende Tätigkeit der abfließenden Wasser konnten die Sedimente
völlig abgetragen und sogar die unter den Ablagerungen
befindlichen Schichten angegriffen werden. Andererseits
wurden die in einer :früheren Phase erodierten Zonen
völlig durch spätere Ablagerungen überdeckt. Aushöhlung und Anschwemmung hängen in ihrem Ausmaß von der
Kraft der Wasserläufe ab. Unter den großen, die Schuttkegel
durchziehenden Wasserrinnen sind die wichtig-
sten grundwasserführenden Schichten zu suchen.
Das bergwärts gelegene dreieckige Gebiet zwischen zwei
- 91 -
großen Schuttkegeln stellt eine hydrologisch tote
Zone dar, in der sich nur eine sehr geringe Wasserspeicherung vollzieht.
Über die großen aus der Würmeiszeit stammenden Kegel
können sich kleinere,
jüngere lagern. Der aus
dem Ge-
birgsstock kommende Wasserlauf gräbt sich in den oberen Teil des großen Kegels ein. Die Sedimente werden
talw·ärts abgelagert und bilden neue Kege 1.
Der Abfluß konzentriert sich in diesem Fall in Klammen, die in den obersten Kegel eingeschnitten wurden.
Die Versickerungszone verlagert sich dann weiter talwärts, dort wo sich der neue Kegel erstreckt. Der obere Teil des Schuttkegels verliert in diesem Falle
seine Funktion als Wasserspeicher.
Die äußere Gestalt dieser Schwemmfächer wurde durch
die Einwirkung des Wassers geprägt. Sie haben einen
konvexen Querschnitt. Eine Viel zahl von R'irthsalen verteilt sich über sie nach allen Richtungen hin. Der
größere Teil der Wasserrinnen besteht bestimmt seit
dem älteren Quartär, wenn sie nicht noch älter sind.
Di.e F'a.rbe der Schuttkegel ist weiß oder hellgrau. Da
eine Krume fehlt,
i.st die Oberfläche völlig unfrucht-
bar und deshalb unbewachsen. Obwohl die Kegel selbst
unwirtlich, verlassen und vegetationslos sind, hängt
das Leben der großen Becken und Ebenen von ihnen ab.
Besonders dort, wo zwei große Kegel aneinandergrenzen
und sich überschneiden, entsteht eine natürliche Entw§sserungszone, die Quellen von großer Ergiebigkeit
lie:fert. Am Ende solcher, großen Gebirgsstöcke-n vorgelagerter Kegel beginnt e.in dichtes Netz uralter Bewässerungssysterne, der noch zu besprechenden Kanate,
die meist während des ganzen ,Jahres Wasser fUhren.
Außerhalb der großen Kegel kann sich ein Gürtel kleiner Kegel anschließen, die mit nur schlecht mit Wasser
versorgten Becken zusammenhängen, deshalb nur schwache
Reserven an Wasser enthalten und nur solche Kanate
speisen, die bloß periodisch Wasser :führen und während
der heißen Jahreszeit austrocknen.
Die Qualität des Wassers dieser Zone ist in der Regel
- 92 Abb. 4
Schwemmkegel
----'o
0
0
\
o
0
d--
0
ol
p
0
0
-....
0 ·'-....~
0
0
0
0
0
~
0
0
0
0
0
0
0
0
0
M= Miocä.n
j:q.·..oj Q2= Obere
P: Pliocän
~ QJ=
S: Bebautes Land
(Kulturen}
AAA = Salzboden
Mittlere
~ Q4= Untere
Terrasse
Maßstabt
1
!
~0
000
- 93 -
gut. Es entspricht in seiner chemischen Zusammensetzung dem doppelkohlensauren Typ und ist im allgemeinen
salzfrei,
es sei denn, die Einzugsbecken enthalten
salzhaltige Schichten.
Das Grundwasser unter den Kegeln hat im allgemeinen
eine freie Oberf'läche. Sein Spiegel liegt sehr tief,
von der Oberfläche des Kegels aus gemessen, insbesondere im oberen Teil, wo z.B. am Fuß der Elburskette
eine Tiefe von 70 - 90 m festgestellt wurde. Talwärts
rückt der Grundwasserspiegel näher an die Oberfläche
heran. Am Hande des Kegels liegt er nur 40 m tief'.
Er wird durch die konvexe Form des Kegels maßgeblich
beeinf'lußt.
Der vorstehend beschriebene Gürtel von Schwemmkegeln
grenzt im allgemeinen unmittelbar an den Fuß der Gebirgsmassive. Talwärts nimmt die Mächtigkeit der Kegel schnell ab und die tieferen Formationen treten zutage. Außerhalb der Schuttkegel war die Tätigkeit des
Wassers während des ganzen Quartärs gering, so daß
die frilheren Formationen erhalten blieben und kaum
durch jüngere Sedimente überdeckt wurden.
In diesen Zonen finden sich bis zu vier Stufen ansteigende Terrassen, die auch die Ufer der großen Wasserläufe beherrschen und dem Gebirgssocke 1 seinen hügeligen Charakter verleihen. Die
J.
und
4.
Stufe, also
die obersten dieser Terrassen sind unfruchtbar. Keine
Quelle findet sich, kein Brunnen oder Kanat. Die 1.
und 2. Terrasse wird aber von abfließendem Wasser berieselt und ist von anbaufähigem Boden bedeckt. In
der Nfihe von Teheran ist sie nur ein schma'ler Streifen
am Fuße der oberen Terrassen. Sie erhält einen reichlichen unterirdischen Zufluß und erfährt oberirdische
Berieselung. Es gibt auf dieser Hauptterrasse viele
Brunnen und Kanate. Die Wässer sind süß. Der Spiegel
des Grundwassers liegt 28 - 40 rn tief.
Sehr trockene Gebirgsmassive sind von einem durchfurchten Sockel umgeben, der aus lockerem Miocän mit nur
sehr dünnen alluvialen Ablage :rungen besteht. Die Grundwasserreserven sind sehr gering. Wenn Wasser in Mio-
- 94 -
cän gespeichert wird, ist es sehr salzhaltig.
c) Die alluvialen Ebenen
Die alluvialen Ebenen sind Grundwasserspeicher ersten
Ranges. Sie sind mit einer mächtigen Lage durchlässigen, geröllhaltigen Materials erfüllt. Dort
~t
wo die
Ebenen von mergelartigen oder tonigen Formationen des
Oligo-Miocäns (Asmari-Formation) umgeben sind, werden
sehr feine alluviale Sedimente abgelagert und die Wasserlieferung ist begrenzt.
Stehen im Inneren der Ebenen geneigte wasserundurchlässige Schichten an, so trif:ft man beim Bohren von.
Tiefbrunnen auch auf' artesische Erscheinungen. Wo die
seitliche Nachlieferung durch Niederschläge und einsickerndes Wasser. ausreicht, besteht die Höglichkei t,
daß es in Tief'brunnen, die in eine zwischen zwei tonige bzw. lehmige Lagen eingeschlossene wasserführende
Schicht geschlagen werden, von selbst nach oben steigt.
aa) Die Ebenen mit Schlamm - Sedimenten
-----------------------------------
Der oberste Teil der Ebenen ist meist durch einen
hohen Gehalt von feinkörnigem Material gekennzeichnet. Die Ablagerungen bestehen aus Lehm, tonigem Lehm, Ton, vermischt mit Sand, haben somit
sehr f'eine Poren und sind cteshalb kaum oder wenig
durchlässig. Die mächtigsten Lehm- und Schlickablagerungen :findet man an den unteren Ausläufern der
großen Schuttkegel.
A~ßerhalb
der Betten der großen Wasserläufe war
die erodierende und alluviale Tätigkeit während
des Q,uartärs sehr schwach und die Schlick- und
Lehmablagerungen verbergen nur mangelhaft die früheren Formationen. Oft lagern mehrere Grundwasserstockwerke auf' sehr dichten Schichten übereinander.
Die wasser:funrenden Horizonte werden häuf'ig von
verkntsteten Abschnitten unterbrochen. Die Ent-
wässerung dieser Sedimente erfolgt durch eingelagerte Kiesbänke • die für die Gegend bedeutende aber
je nach Vorkommen von solchem entwässernden Material unregelmäßig verteilte Wasservorräte
liefern~
- 95 -
Ergiebige und schwache Quellen sind auf engem
Raum vereinigt. Gleichzeitig findet sich schwache
Versalzung neben starker, die meist als Folge
jahreszeitlich bedingter Wasseransammlungen an der
Oberfläche und nach deren Verdunsten in der trockenen Jahreszeit als Salzausblühungen auftritt.
Im Frühling bilden sich entlang der Grenze zwischen den Schwemmkegeln und der Ebene sumpfige
Stellen, welche die Oberfläche verdichten. Dieser
gebirgsnahe Abschnitt der alluvialen Ebenen ist
durch einen Einschnitt am Abhang der Berge vom
Gebirgssockel abgesetzt. Die Ebene selbst hat ein
dunkles Aussehen und ist nur schwach geneigt. Sie
ist mit Feldern und Dörfern bedeckt und enthält
ein dichtes Netz von Kanaten, die
grundwasserfüh~
rende Schichten anschneiden.
bb) Das Gebiet des unterirdischen Wasserflusses
Die Zone des unterirdischen Wasserflusses umfaßt
im allgemeinen den leicht geneigten Teil der Ebenen zwischen Gebirgsfuß und Beckeninnerem. Sie ist
charakterisiert durch Ablagerungen von mittlerer
bis feiner Korngröße und i.ibereinandergreifende
Schichtung. Der Wasserspiegel liegt in erreichbarer Tiefe. Er hebt sich
in Richtung der Neigung
der Ebene mehr und mehr und steigt gegen das Bekkeninnere von 30 m relativ schnell bis auf etwa
5 m Tiefe an. Die Wasserlieferung durch Brunnen
und Kanate ist in diesem mittleren Abschnitt der
Ebene erheblich. Die Grundwasserförderung ist leicht
cc)
~!~-~~~~~~!~~~~~-~~~-~!~-~2~~-~~~-~!!~!~~!~~-~~~
~~!~~~E!~
Im Inneren der Becken liegt der Grundwasserspiegel
sehr hoch, meist höher als
5 m unter der Oberflä-
che .. Er kommt teilweise so nahe an die Oberfläche
heran, daß sich ein Kapillarsaum nahe der Bodenoberfläche ausbildet. Das kapillar gehobene Wasser
unterliegt intensiver Verdunstung, die mit Versal-
- 96 -
zung
verbunden ist. Das Beckeninnere ist allge-
mein die Zone des Wasseraustrittes. Das Grundwasser
steigt auch oft als See oder Sumpf an die Oberfläche.
Diese Salzseen oder Salzsümpfe werden vornehmlich
durch vertikalen Anstieg des Grundwassers durch
Tone und Lehme hindurch, die über der Grundwasserschicht lagern, durch kapillare Kräfte gespeist.
Niederschläge spielen für die Auffüllung kaum eine
Rolle. Wo der Grundwasserspiegel höher als 5 man
die Oberfläche heranrückt, liegt etwa die Grenze,
wo durch Verdunstung des Grundwassers die Versalzung um sich greift und die Kawirbildung einsetzt.
Die Grenze des landwirtschaftlich nutzbaren Landes
ist durch das Auftreten weißer Salzausblühungen
auf der Oberfläche des schlick-lehmigen Untergrun-
des gekennzeichnet. Einige Kanate können diese Grenze um einit:,re Kilometer überschreiten.
Der Boden dieser innersten Versalzungszone besteht
aus tonigem, salzhaitigern Sand. Das Grundwasser
steht sehr hoch, in den eigentlichen Kawiren nur
40 cm unter der Oberfläche. Die Niederschläge sind
sehr gering, meist nur 100 mm im Jahr. Schwärzlicher Schlick und Salzkrusten bedecken die Oberfläche. Die Salzschicht kann auch dick sein, weiß
oder dunkel gefärbt, schollenartig oder
zerklüftet.
II. Die Formen der Wasser;ewinnung und der Bewässerune im Iran
Das Bewässerungsproblem ist die Lebensfrage der Landwirtschaft der Trockengebiete, zu denen auch der Iran zu zählen
ist. Von der Bereitstellung eines ausreichenden Wasservorrates und dessen sachgemäßer Nutzung hängt das Leben des
ganzen Volkes ab.
Leider sind die Wasservorräte im Iran zur Zeit nur unvollkommen erschlossen und werden darüberhinaus nicht rationell
genug genutzt. So wird z.B. häufig noch das veraltete Überstausystem bei der Bewässerung angewandt. Verbesserte Methoden der Wasserförderung und Bewässerung setzen sich erst
allmählich durch.
Das Wasser für die Bewässerung wird dem oberirdischen und
- 97 -
unterirdischen Wasservorrat entnommen. Durch die hochentwickelte Technik ist es heute möglich, sowohl einen Vorrat
von Grundwasser und von Oberflächenwasser in größerem Umfang als je vorher sicherzustellen. Bewässerungssysteme
der oberirdischen Wassernutzung, die im Zuge fortschreitender Technisierung immer mehr in den Vordergrund treten,
sind Flußwasserzuleitung und Staudämme, durch die riesige
Wasserspeicher geschaffen werden.
1) Oberirdische Wassergewinnung
Irans Wasservorkommen sind kanpp. Es fallen nur geringe
Regenmengen. ,Lediglich die Randgebirge, vor allem des
Nordens und Westens empfangen zum Teil reichliche, zum
Teil ausreichende Niederschläge. Diese können aber nur
teilweise genutzt werden, da es bisher an Speichermöglichkeiten fehlte und die Oberflächenwässer zum Zeitpunkt ihrer höchsten Anlieferung (Schneeschmelze, Regenmaxima) zum Großteil ins Meer abfließen, bevor eine Wassergewinnung für landwirtschaftliche und industrielle
Zwecke möglich ist.
Zusätzlich versickern große Mengen des Oberflächenwassers vor und auf dem Wege zu ihrer Nutzung infolge der
vielen durchlässigen Böden in allen Landesteilen und
des unzureichenden Bewässerungssystems. Eine weitere Verlustquelle ist die große unproduktive Verdunstung von
Wasser- und Bodenoberfläche, da der Himmel während der
gesamten Vegetationsperiode wolkenlos, die Sonneneinstrahlung intensiv und die Luftbewegung besonders in den
östlichen Landesteilen sehr heftig sind.
Schon seit alters
her werden zwar viele Flußläufe durch
Kanäle angezapft und das abgeleitete Wasser zu Bewässerungszwecken verwendet. Im Sommer ist aber die Wasserfi.ihrung der meisten Flüsse nur gering, so daß eine Bewässerung über größere Entfernung deshalb kaum durchzuführen ist. Eine solche Bewässerung erfordert deshalb
das Aufstauen einer ausreichenden Wassermenge um noch
einen genügend großen Zufluß am Ende des Verteilersystems zu haben. Dazu ist aber meist die Errichtung von
modernen Großprojekten in Form von Staudämmen notwendig.
\
Gleichzeitig können dadurch
die großen Wassermassen
- 98 -
der Winterniederschläge für die trockene Jahreszeit gespeichert werden und damit ist ein gewaltiger Wasservorrat gewonnen, der über die ganze Vegetationszeit hinweg für Bewässerungszwecke zur Verfügung steht. Zusätzlich kann mit einer solchen Anlage noch elektrische
Energie gewonnen und damit ihre Wirtschaftlichkeit bedeutend erhöht werden.
Der Bau von größeren Staudämmen ist aber erst durch die
technische und wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten ermöglicht worden. Eine ganze Reihe von
solchen modernen Bauwerken, darunter ausgesprochenen
Großprojekten, ist auch schon im Betrieb und eine größere Zahl ist noch im Bau bzw. geplant.
Die Wassermengen, die damit nutzbar gemacht und auch für
die Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden, sind
im Verhältnis zur Nutzung des Grundwassers aus Brunnen
usw. ungeheuer groß.
2) Unterirdische Wassergewinnun~
a) Einfache Brunnen
Einfache, in Handarbeit gegrabene Brunnen sind in
Iran von alters her für die Versorgung der Haushalte
genutzt worden. Man findet sie in großer Anzahl in
Dörfern oder in Bauernhäusern, wo kein ständiges
Wasserverteilungssystem besteht und der Grundwasserspiegel e'rreichbar ist. Das Wasser wird mit Schöpfgefäßen oder mit einfachen Pumpen gefördert.
Der Durchmesser solcher Brutmen ist in der Regel
nicht größer als 1 m. Sie reichen meist nur einige
Meter tief hinab. In Fars und Aserbeidjan werden solche Brunnen auch für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Sie sind dann größer und das Wasser wird
durch Zugtiere oder auch mit der Hand gefördert. Die
Arbeitslast ist groß und die Ausbeute unbefriedigend.
In der gesamten Wasserförderung spielen diese einfachen Brunnen nur eine untergeordnete Rolle. Doch
sei hier auf einige Typen näher eingegangen (67):
Bei kleinen Brunnen, die zur Bewässerung von Gärten
dienen, wird ein Eimer durch ein Rad oder durch eine
Winde gehoben, die von Hand bedient wird. Brunnen mit
Rad fördern das Wasser mit 2 Eimern, Brunnen mit Win-
- 99 -
den haben nur 1 Eimer (16).
Häufig werden Brunnen auch mit Treträdern betrieben.
Zwei auf gemeinsamer Achse laufende Räder sind mit
Längsverstrebungen verbunden, in deren Mitte der
Eimer an einem langen Seil befestigt ist. Das System wird mit menschlicher Kraft über die Längsverstrebungen in Bewegung gesetzt und befördert dabei
den gefüllten Eimer nach oben.
Auf dem gleichen Prinzip beruht der Dulab-Brunnen;
er wird jedoch mit tierischer Zugkraft betrieben. Dulab-Brunnen sind im Durchschnitt J -
7 m tief, ihr
Durchmesser beträgt 2 m. Zwei Formen dieses Brunnens
sind zu unterscheiden:
Bei dem einen Typ wird eine Rampe gebaut, die vom
oberen Ende des Brunnens mit einer Neigung von etwa
30° an einem künstlich geschaffenen Hang nach unten
führt. Die Länge muß auf die Brunnentiefe abgestimmt
sein. Bei
S m Tiefe sind 8 m Rampe erforderlich.
Über der Brunnenmitte befindet sich ein Rad, an dem
ein starkes Seil befestigt ist (Abb.
dem auf Abb.
S
u.
7).
Bei
S wiedergegebenen Dulab-Brunnen wird
das Seil über eine Trommel gespult und von einem Rind
gezogen, das von einem Mann hangabwärts geführt wird.
Ist das Tier am Fuße der Rampe angelangt, dann hat
es das Schöpfgefäß, einen Eimer oder Ledersack, soweit gehoben, daß er bis zum Brunnenrand gelangt ist,
sich umkehrt und seinen Inhalt in eine Auffangrinne
entleert.
Da die salbstätige Entleerung bei einem Ledersack
leicht vonstatten geht, wird zum Schöpfen meist ein
Gefäß dieser Art gewählt. Der untere Teil ist bauchig
erweitert und in einen Holzrahmen gespannt, oben verengt sich der Sack schlauchartig. An diesem oberen
Ende ist ein Seil befestigt, das über eine Rolle
knapp oberhalb des Brunnenrandes läuft, die zum Anbeben des Wassersackes dient. Das andere Seilende
ist am Boden des Ledersackes befestigt und läuft über
eine höher gelegene Rolle, womit dann das Wasser durch
weiteres Anheben entleert werden kann. Die Länge der
beiden Seilenden ist so aufeinander abgestimmt, daß
-
100 -
sich der Ledersack beim Eintauchen im Brunnen füllt,
beim Heraufholen am Brunnenrande in die Länge zieht,
umkehrt und dabei entleert.
Der Arbeitsaufwand ist hoch, wenn auch das Bergabgehen die Zugarbeit erleichtert. Da aber ein Führer
nötig ist, muß auch eine menschliche Arbeitskraft eingesetzt werden.
Daneben findet sich eine andere Art von Dulab-Brunnen, bei dem das Zugrind oder der Esel sich im Kreise
bewegt. Über eine starke Stange wird die Bewegung
auf ein waagerecht stehendes Zahnrad
dort auf ein größeres, senkrecht
übertra~n,
von
stehendes, das auch
die Achse des großen Schöpfrades dreht (Abb. 6).
Der Brunnen arbeitet nach dem Paternoster-Prinzip.
Über das Schöpfrad laufen doppelte Seile, die Schöpfgefäße tragen. Diese tauchen in den Wasserspiegel am
Grunde des 3 - 7 m tiefen Dulab-Brunnens, werden hochgezogen, kehren auf dem Scheitel des Schöpfrades um
und schütten das Wasser in eine seitlich angebrachte
Auffangrinne. Die Brunnen haben meistens einen Durchmesser von 2 m und sind oben fest umrandet (Abb.6)
( 16) •
Abb. 5: Dulab-Brunnen mit nach abwärts
führender Rampe und Ledersack
als Schöpfgefäß.
-
101 -
Abb.
6
Dulab- Brunnen
Abb. 7·
Bewässerungssystem
mit Schöpfbrunnen
und Ledersack
-
102 -
b) Flachbrunnen mit Motoren
Bei diesen Brunnen wird ein Schacht bis zu 12 m Tie~e
vorgetrieben, dessen mittlerer, 5 - 6 m unter dem
statischen Wasserspiegel' liegender Teil als Sammalgang wirkt. Sammalgang und Brunnenschacht sind oft
ausgemauert und mit Betonringen verstärkt.
Der Brunnenkorb, ein durchlöcherter Behälter, taucht
am Grunde des Schachtes in die
wasser~ührende
Gale-
rie. Etwa 2 m über dem statischen Grundwasserspiegel
steht der Motor, meist ein Dieselmotor von 20 PS
oder eine Elektropumpe von 12,5 PS, in einer Ausbuchtung des Brunnenschachtes. Um die Pumpe bedienen zu
Ober~läche
können, wird von der
nach unten zu ihrem
eine Treppe schräg
Au~stellungsort
ge~ührt.
Meist
werden Zentri~ugalpumpen verwendet. *)
Bei jahreszeitlichen Schwankungen des Grundwasserspiegels können die Pumpen unter Wasser kommen und
dadurch Schaden leiden. Bei niedrigem Grundwasserstand wird ihre
Die Kosten
~ür
Saugkra~t
1 cbm
o~t
belau~en
über~ordert.
sich bei der Förderung
aus Flachbrunnen au~ 1/4 bis 1/2 Rial (16, 67).
Trotz der oben erwähnten Nachteile ist die Förderung
jedoch relativ billig und wird, wo der Grundwasserspiegel nicht allzu
tie~
liegt, in wachsendem Maße
angewandt. In den Jahren 1961 -
1965 wurden in ganz
Persien insgesamt 5000 Flachbrunnen mit Krediten
der
Landwirtscha~tsbank
neu errichtet.
Im Durchschnitt von 6000 Flachbrunnen beträgt die
Leistung 10 1/sec, die Schwankungen sind jedoch bedeutend und bewegen sich zwischen
5 - 20 1/sec. Ge-
naue Daten bezüglich der
jährlichen Förde-
g~samten
rung durch Flachbrunnen im Iran sind nicht
aber man schätzt sie
au~ unge~ähr
*) siehe Abb" 8r Querschnitt
(44).
ver~ligbar,
2000 MCM.
durch einen Flachbrunnen
Abb. 8
Querschnitt durch einen Flach- Brunnen
Oberfläche
...
tD
...,
c::
...0
:::1
:::1
CD
:::1
lll
N
I»
n
::T
p
n
....
::T
Statischer Grundwasserspiegel
11,\
Sammetgang I
Sammetgalerie
----------c:..r-------------------12 m
-
103 -
c) Tiefbrunnen
Zur Versorgung der Militärlager wurde von den Alliierten während des 2.Weltkrieges mit dem Bohren von
Tiefbrunnen begonnen. Heute sind sie zu sehr wichtigen Wasserlieferanten geworden. Von 1961 bis 1965
wurden mehr als 1200 Tiefbrunnen gebohrt, 930 davon mit Krediten der
Landwirtscha:ftsbank.
Ihre Tie:fe schwankt zwischen 60 und 300 m, meistens
reichen sie bis au:f etwa 100 bis 150 m tie:f hinab.
Unterhalb des Wasserspiegels ist das ca. 30 cm dicke
Rohr (12 inches) geschlitzt. Tiefbrunnen werden durch
die gesamte wasser:fiihrende Schicht gespeist. Der
Brunnenschacht schneidet verschiedene Grundwasserstockwerke an und sammelt am Grunde das Wasser aus
all diesen Schichten. Am Brunnengrunde wird das Rohr
von einem Kies- und Sandmantel umgeben, der reinigend wirkt. Der Saugdruck der Pumpen dar:f nicht zu
groß sein, damit durch die Ö:f:fnungen des unteren
Rohrteiles nicht Schlammteilchen eindringen.
Für die Förderung des Wassers werden Hochleistungspumpen eingesetzt, z.B. 600 PS-Dieselpumpen, 800 PSElektropumpen, US-Turbinen-Pumpen. Es handelt sich
meist um mehrstufige Pumpenanlagen. Der Motor kann
als Unterwassermotor unter der Stufenpumpe montiert
sein, er kann auch über dem Brunnenschacht an der
Ober:fläche stehen. Solche Bohrlochwellenpumpen sind
:für Brunnen mit geringerer Tie:fe zu bevorzugen, :für
sehr tiefreichende Brunnen eignen sich Unterwasserpumpen besser.
Durch Mehrstu:figkeit ist die Förderhöhe zu regulieren. Jede Stu:fe entspricht dabei einer Förderhöhe
von ca.
15 m.
Heute werden jährlich etwa 500 Tiefbrunnen von den
Bohrgesellschaften erschlossen, insgesamt sind zur
Zeit in Iran etwa 3000 in Betrieb. 2000 werden vom
Ministerium :für Wasser und Energie überwacht. Die
Gesamtförderung derartiger Brunnen ist mit etwa
3500 MCM anzugeben, bei einer durchschnittlichen
Förderung von 40 1/sec. Diese Leistung schwankt je-
-
104 -
Tabelle 10
Kosten der Tiefbrunnen
(:für Bohrung und E·inrichtung der Rohre) (nach 16,41)
,.
Durchmesser der Rohre in (Inch) Zoll
Tiefe des
Brunnens
(m)
60
80
100
1SO
200
=
8
20,3 cm
=
10
2S,4 cm
132 000 Rial
192 000 Rial
240 000 Rial
6 600 DM
9 600 DM
12 000 DM
180 000 Rial
260 000 Rial
324 000 Rial
9 000 DM
13 000 DM
16 200 DM
236 000 Rial
336 000 Rial
1 1 800 DM
16 800 DM
20 800 DM
3SS 800 Rial
S2S 000 Rial
6SO 000 Rial
416 000 Rial
soo
17 790 DM
26 2SO DM
SOS 600 Rial
744 000 Rial
314 000 Rial
2S 280 DM
37 200 DM
1S 700 DM
doch zwischen 20 1/sec und 200 1/sec.
verursacht Kosten von 1/2 (16,
=
12
30,S cm
44, 61).
32
DM
1 cbm Wasser
1 Rial (20 Rial = 1 DM)
-
105 -
Abb. 9
d)
Artesische Brunnen
Undurchlässig
(Ton)
Halbdurchlässig
Wasserführend
Undurchlässiges
Eruptivgestein (Porphyr}
Querschnitt durch einen artesischen Brunnen (Dasht-e Meymeh bei
Kaschan, Mittelpersien) (16).
An vielen Stellen steht das Grundwasser unter artesischem Druck, wie z.B. am Ufer des Urmia-Sees, worauf bei der Besprechung der geologischen Verhältnisse schon
hingewiesen wurde. Die grundwasserfUh-
rende Schicht ist konkav gewHlbt und liegt zwisehen
zwei undurchlässigen Lagen.
Das Wasser der Grundwasserschicht steht unter Druck.
Trif~t
man bei Bohrungen die
grundwasser~ührende
La-
ge, so steigt nabh dem Prinzip der kommunizierenden
RHhren das Wasser so hoch, wie der hHehste Punkt des
Grundwasserleiters liegt. Dies ist manchmal hHher als
die Bohrstelle. Damit erübrigt sieh der Betrieb einer
Pumpanlage.
Artesische Brunnen finden sieh unter anderem bei
Teheran und Yazd.
e) Ktnate
Die FHrderung von Grundwasser durch Kanate ist eine
jahrtausendealte Bewässerungsmethode im Iran. In der
Oase Tepe Sialk im nHrdliehen Persien wurden durch
-
106 -
neuere Ausgrabungen Kanatbauten freigelegt, die etwa
5000v.Chr. entstanden sind. Der Kanatbau geht somit
auf die jungsteinzeitliche vorindogermanische Ackerbaukultur zurück. Man zählt heute im Iran nach Wahidi·
(68) und Fezlessoufi (20) etwa 40 000 Kanate, von denen 20 - 22 000 noch genutzt -werden.
m
Die Kunst des Kanatsbaus hat sich
von "Moghanies" (Moghanie
= Fachmann
einigen Familien
für Kanatbau)
von Generation zu Generation vererbt. Heute nutzt
man auch technische Hilfsmittel beim Bau. Die durchschnittlichen Kosten für die Erstellung eines Kanats
belaufen sich auf etwa 60 000 DM. Nach einer persönlichen Mitteilung von Djawadi (15) und Angabe von
Lieberman (40) betragen die Kosten für die jährliche
Erhaltung 1 250 DM und mehr. Die Gewinnung von 1 cbm
Wasser verursacht einen Aufwand von etwa 2,5 Pfennigen.
Die Wasserförderung wird mit 7 -
JO 1/sec angegeben,
wenn man einen konstanten Durchschnitt zugrunde legt.
Als maximale Leistungen werden sogar etwa JOO 1/sec
angegeben, wie z.B. von einigen Kanaten im Bezirk
Golpaygan. Die Wasserführung ist starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen und im Sommer und
Herbst oft so gering, daß die Leistung für die Bewässerung nicht mehr ausreicht,
ja manche Kanate
trocknen sogar völlig aus. Im Winter hingegen und im
Frühjahr gehen große Mengen von Grundwasser ungenutzt verloren (15, 40, 44).
Die Leistung sämtlicher Kanate in der Sekunde entspricht der Wasserführung des Euphrat in seinem Oberlauf. Im alten persischen Maß des "Sang" (Stein) berechnet, erreicht sie 40 000 Sang.
*)
Bei voller Ausnutzung und Wiederherstellung der verfallenen Kanate ließe sich die Wasserausbeute auf
120 000 Sang erhöhen, was einer Jahresleistung von
60 MCM gleichkommt. Damit wären J,5 Millionen ha
~)
Hierbei versteht man unter einem "Sang" (Stein) die
Wassermenge, die ein Graben von 26 cm Tiefe und 26 cm
Breite in der Sekunde bei einer Fließgeschwindigkeit
von 26 cm/sec führt. Eine Wassersäule von 26 cmJ =
17,576 1/sec = somit 1 Sang.
-
107 -
Ackerland mit Wasser zu versorgen, während die heute
geförderte Wassermenge nur für 1,25 Millionen ha
ausreicht (16, 42, 43, 44).
Ein Kanat läßt sich folgendermaßen unterteilen:
a) Der Mutterbrunnen "Madar- O:hai'', oder der oberste
"feuchte" Schacht
b) Der wassersammelnde oder nasse Abschnitt, der als
Dränung wirkt
c} der wasserleitende oder trockene Tunnel, der das
Grundwasser in die Ebene hinausleitet
d), der offene Abschnitt am Austritt des Kanals, ein
off'ener Wassergraben, der häu:f'ig in ein großes
Becken mündet.
Der Kanat wirkt wie eine Dränung. Er entzieht den
Berghängen und den großen alluvialen Schwemmkegeln
am Gebirgsrand ihre reichen Grundwasservorräte. Das
Sickerwasser dringt durch wasserdurchlässige Schichten
ein und sammelt sich in einer gleichfalls wasserdurchlässigen Schicht, die einer undurchlässigen Lage auf'liegt und deshalb als Speicher wirkt (Abb. 11a}.
Der Mutterbrunnen kann bis in eine Tief'e von 200 m
hinabreichen, die durchschnittliche Tief'e liegt zwischen 30 - 50 m. Dieser Ausgangspunkt des Kanats wird
durch Versuchsbohrungen ermittelt. Der Mutterbrunnen
wird tief'er als der statische Grundwasserspiegel gebohrt, und zwar auf' gleicher Höhe wie der tief'ste
Punkt des "Dynamischen Grundwasserspiegels", der in
der Skizze (Abb.
10) als steil geneigte Linie er-
scheint, die auf' den äußersten Punkt der wasserführenden Galerie trif'f't. Er verdeutlicht den Grundwasserstand in dem noch oberhalb des Mutterbrunnens gelegenen Abschnitt, in dem die eindringenden Skkerwässer
sich sammeln, bevor sich talwärts ein mehr oder minder konstanter Wasserspiegel herausbildet, der statische Grundwasserspiegel. Der Ausgangspunkt des Kanats,
also der Mutterbrunnen, liegt stets höher als das durch
das Kanatwasser zu bewässernde Gebiet. Der Ablauf' des
- 108 -
Wassers erfolgt auf Grund der Schwerkraft über ein
schwaches Gefälle. Daraus ergibt sich, daß nach
Festlegung des Mutterbrunnens vom Endpunkt des Kanats her gearbeitet werden muß. Ist das Gelände,
an dem der Kanat austritt, genügend geneigt, so
wird sofort ein unterirdischer Tunnel gegraben, auf
völlig ebenem Gelände wird das letzte Stück als offener Kanal angelegt, der erst weiter oben in Richtung
Gebirge unterirdisch geführt wird. Das Gefälle des
Kanats richtet sich in erster Linie nach der Höhe
des Grundwasserleiters im Ursprungsgebiet. Je tiefer der
wasserführende Abschnitt in die Grundwas-
serschicht eintaucht, desto konstanter ist die Wasserführung. Reicht der Mutterbrunnen nur wenige Meter unter den statischen Grundwasserspiegel, wird
die Wasserförderung durch jahreszeitliche Schwankungen stark beeinträchtigt. Bei sog. "Witterungskanaten" erreicht der Mutterbrunnen nur zu
Zeiten höch-
sten Grundwasserstandes das Grundwasser; sie führen
deshalb nur zu bestimmten Zeiten des Jahres Wasser.
Um dem Kanat ein größeres Einzugsgebiet zu sichern,
werden neben dem Hauptstrang im "nassen Abschnitt"
noch Nebenstränge angelegt, die als zusätzliche
wassersammelnde Galerien wirken (Abb. 11b).
Oft ist die Schichtung im Einzugsgebiet des Kanats
sehr vielfältig. In der wassersammelnden Zone liegen
häufig mehrere wasserführende Schichten übereinander,
getrennt durch halbdurchlässige und undurchlässige
Lagen. Die wasserführende Galerie schneidet somit
mehrere Grundwasser-Stockwerke an. Dadurch ergibt
sich, daß auch in der nassen Zone ein gewisser Abschnitt des wassersammelnden Stranges nur der Weiterleitung des Wassers dient, bevor er wieder in
eine Grundwasserschicht eindringt (Abb. 11c).
In den Skizzen (Abb.
10, 11) ist der Deutlichkeit
halber die wassersammelnde bzw. wasserführende Galerie waagerecht geführt. In Wirklichkeit müssen wir
ein Gefälle annehmen, und zwar ist die Neigung im
oberen Teil etwa doppelt so stark wie im unteren.
-
109 -
So wird bei einem Kanat in der Gegend von Waramin
für die wasserführende Galerie ein Gefälle von etwa
0,25
%,
im oberen Teil von 0,5% festgestellt (16).
Der wasserführende untere Abschnitt hat immer ein Gefälle, das geringer ist als das der Bodenoberfläche.
Durch die Grabung ist ferner ein deutliches Absinken des Grundwasserspiegels dort, wo der Wassersammler auf die Schicht mit Grundwasser trifft, festzustellen (Abb. 11c).
Um den Bau des Kanats zu ermöglichen, müssen in gewissen Abständen senkrechte Schächte zum Tunnel angelegt werden. Sie dienen gleichzeitig als Entlüftungsschächte und der zusätzlichen Sammlung von Sickerwasser. Diese Abstände sind im unteren Abschnitt weitaus enger als im wassersammelnden Abschnitt, werden
also in Richtung Mutterbrunnen ständig weiter (Abb.11a).
Der Querschnitt des Tunnels ist elliptisch, die Höhe
beträgt ungefähr 120 cm, die Breite 80 cm. Der Durchmesser der
Lufts~hächte
mißt 75 - 100 cm. Bei weichem
Untergrund erhalten die Tunnel eine Ziegelverkleidung,
die ihnen Halt und Stütze gibt.
Ursprünglich wurden die Kanate ohne jedes technische
Hilfsmittel gebaut. 2 Kanatbauer waren stets am Werk.
Sie arbeiteten nur mit Hacke, einem Lederbeutel zur
Förderung des Aushubs und einer einfachen Winde. Als
Beleuchtung diente eine Lampe mit Sesamöl. Richtung
und Gefälle wurde mit einer Wasserwaage bestimmt.
Heute bedient man sich technischer Hilfsmittel. Durch
Maschineneinsatz läßt sich ein Kanat innerhalb eines
Jahres fertigstellen, während früher oft Generationen an einem einzigen Kanat bauten. (16,42).
Gebaut wird meist vom Endpunkt in Richtung zum Mutterbrunnen. Es kann aber auch in der Mitte des wasserleitenden Abschnittes begonnen werden, der zur Zeit
des Baus noch trockenliegt. Das hat den Vorteil, daß
man gleichzeitig nach beiden Seiten - in Richtung
Austritt und in Richtung Ursprung - bauen kann,
je-
doch nur solange, bis man in Nähe der wasserführenden
Schichten gelangt.
Abb. 10
Längsschnitt durch e1nen Kanat
(nach 44)
Mutter-Brunnen
/
Senkrechte Luftschächte
....
BewässerungsGebiet
Ausgang
l
~
n o'oe~
0 6e"
-
LJ
0
Dynamischer
,\ac.'f\e
~
~E1[jU
Grundwasser-
//
s~iegel
· ·
- - --'
----==
____----'1
spiegel
- - - - - - - l ....-.
G undwasser
-----I
I 5tatlscher
-...-I .J_ _ _ _ -r - - -..--I Statischer
-~
-1
Wasserleitende Galerie
------------]E:-----
•
•
Grundwasser~piegel
Wassersammelnde Galerie
I
I
I
I
~
-
111 -
.Abb. 11
(nach 16, 44)
E
0
Ln
Ausgang des Kanats
E
Abb.
11a
Längsschnitt
N
offene
1000 m
1000 m
Luftschächte alle SOm Luftschächte alle100m
1000 m
Luftschächte alle 200m
-- Wasserführende Galerie ---Wassersammelnde Galerie
Grundriss
Abb. 11b
AS~/
•/ ().~~
_AY e:,'~
re'Oe
·/· (\
~::o-:o:-o:::a-_o ·o_·cn,--o::o-~ -o -a_-u_-u:o -:o~ _-o: o::.-o=«L o-:- o- ~~ :-o::: _--:_a- .=o:::_-~--:.:.:o:-:- =o..:.~ :::J:L:.. -=---~_:___--:-o:_-:-::
Abb. 11 c
~Hauptstrang
i'ii?ßl
Durchlässige Schicht, nicht wasserfUhrend
~\"--"-\"-'" Hcl bd urchlasstge
.. .
.
\~,\\\\\~
Sch1cht
~
~ Undurchlässige Schicht
:!!ii:!il Durchlässige 1 Wasserführende Schicht
11 ~
Wassersammelnde Zone des Kanats
/
Grundwasserspiegel d. oberen wasserfilhrenden
Schicht vor Grabung des Kanats
/
Grundwasserspiegel nach Grabuhg
/I"
~'%.6
~to-?"
""'-...~
~~
~.9
~
- 112 -
Zuerst werden jeweils zwei senkrechte Schächte gebohrt, dann wird der unterirdische Gang zwischen den
beiden Schächten mit Hilfe von Preßluftbohrern ausgehBhlt, wobei grundsätzlich in Richtung des Mutterbrunnens gearbeitet wird. Der Aushub wird über
Rollen und mit Hilfe von Winden, die an der Öffnung
der senkrechten Schächte aufgestellt werden, nach
oben beftlrdert. Er wird konzentrisch um die Mündung
der Schächte aufgehäuft. So entstehen kraterförmige
Erhebungen, die den Lauf des Kanats an der Oberfläche erkennen lassen.
(Abb.
13, 14, 15).
Preßluftbohrer und die Winden, die den Aushub nach
oben beftlrdern, sind meist gemeinsam an einen Kompressor angeschlossen, der von einem Dieselmotor angetrieben wird.
Auf Abb. 12 ist solch ein Kompressormotor mit den Anschlüssen
fi~
die Preßluftbohrer zu sehen. Der Aus-
hub wird hier jedoch mit Hilfe eines Tretrades, ähnlich dem, mit dem an einfachen Brunnen das Wasser
hochgezogen wird, nach oben befördert. Auf diese Weise kann man einen schwächeren Motor einsetzen, benötigt aber mehr Arbeitskräfte, während bei Anschluß
der Winden an den Kompressormotor 2 Arbeitskräfte
ausreichen.
Die Länge der Kanate ist sehr unterschiedlich,
je
nach Entfernung des Einzugsgebietes von der Nutzungszone. Sie schwankt zwischen 2 km und 50 km, im Durchschnitt beträgt sie 13 km.
Bei Kanaten in stark geneigtem Gelände messen die
Abstände zwischen
~n
einzelnen Schächten im ober-
sten Teil durchschnittlich 200 m, im mittleren 100 m,
im unteren 50 m. Im Gelände mit sehr geringer Neigungbeträgt der durchschnittliche Abstand im unteren Teil
40 m. Kanate, die entlang von Flußläufen angelegt
werden, haben ein sehr geringes Gefälle, die Luftschächte werden in engen Abständen von 20 - 25 m
gebohrt. Kanate dieser Art sammeln das Wasser unter
dem Flußbett durch Seitenkanäle, die unter der Sohle
hindurch gezogen werden. Die Luftschächte werden
sowohl in der Böschung als auch seitlich vom Ufer
-
11
J -
gebohrt. Von oben gesehen ergibt sich ein Verlaur
im Zick-Zack.
Kanate dieser Art sind durch Hochwasser einsturzgefährdet. Um der Einsturzgefahr vorzubeugen, erhalten heute die unterirdischen Tunnel
der Kanate
zum großen Teil ringförmige Betonstützen, während
man früher einsturzbedrohte Stellen mit Ziegeln
aus gemauert ha.ot.
Abb. 12: Kanatbaur
Kompressor und Winde mit Tretrad
zum Emporbefördern des Aushubs
neben der Öffnung des senkrechten
Schachtes.
-
Abb.
114 -
13: Kanat bei Nadjaf'-Abad (Esf'ahan)
Öf'f'nungen der Schächte mit Aushub.
Abb.
14: Verlauf' eines Kanats bei Nadjaf'-Abad
(Esf'ahan).
-
115 -
Abb.
15:
Luftschächte
des Kanats
bei NadjafAbad (Esfahan).
Am Ausgang des Kanats nimmt ein offener Zuleiterkanal, der
in einem Becken enden kann, das Wasser auf. Manchmal ergießt es sich unmittelbar am Austritt des Kanats in ein
Sammelbecken, das h5her als die Umgebung liegt, 2 - J m
tief ist, 400 - 500 cbm enthält und eine Fläche von ca.
12 -
2
20 m einnimmt.
Wo Kanate für Trinkwasser genutzt wer-
den, ist das Sammelbecken meist unterirdisch und mit einem
Turm überbaut, der die Form eines gestuften Kegels besitzt.
Eine Treppe führt zum Becken hinab (Abb. 16).
Abb. 16:
Überbauter
Kanatausgang
zur Trinkwasserentnahme.
-
Teher~n
116 -
wird zum Teil durch Kanate mit Wasser versorgt.
Einige Angaben über Länge und Leistung von Kanaten sind in
Tabelle 11 zusammengefaßt.
Tabelle 11
Angaben über einige Kanate (16, 70)
•·
Wäsir
Name des
Schah
BagheSchah
Kanats
I
~Nadjaf-A
Karimo.A
bad
bad
II
III
IV
V
Hauptstrang Länge
6
12
15
10
15
Nebenstrang Länge
km
J
--
4
2
--
Gesamtlänge
Gefälle
/oo
9
2
12
2
19
2
12
2
15
2
m
70
70
150
70
100
km
0
Größte
Schachttiefe
Größte
Wassermenge 1/sec
Zeitpunkt
200
Herbst
240
Frühjahr
120
Frühjahr
80
Frühjahr
so
Frilhjahr
Geringste
Wassermenge 1/sec
Zeitpunkt
140
Friihjahr
120
Herbst
40
Herbst
?
?
Herbst
Herbst
Die Vorteile der Kanate bestehen darin, daß die Grundwasservorräte ohne nennenswerte technische Hilfsmittel genutzt werden können. Als Nachteil wirkt sich die unregelmäßige Wasserführung aus. Gerade in Zeiten höchsten Wasserbedarfes (Spätsommer) ist die Wasserführung gering. Plötzliches Einstürzen des Kanats, auch nur an einer Stelle, kann die Versorgung
eines großen Gebietes gefährden. Gelände, das höher liegt
als die Austrittsstelle, kann ohne zusätzlichen Einsatz von
Pumpen nicht bewässert werden. Die höchste Wasserführung
liegt bei den meisten Kanaten im Winter und Frühjahr, also
in einer Zeit, in der so gut wie kein Bedarf für Feldbewässerung besteht, wenn man von der Bewässerung unmittelbar vor
- 117 -
der Saat bzw. unmittelbar nach der Saat ab8ieht.
Die Benutzung des Kanatwa8sers al8 Trinkwa88er i8t wegen
der Gefahr der Verunreinigung nicht unbedenklich. Schwierigkeiten bereiten auch die rechtlichen Verhältnisse.
Die Kosten und der Aufwand sind im Vergleich zur Ftlrderlei8tung unverhältnismäßig hoch. Die Arbeit i8t gefährlich.
Dennoch ist auch heute die Erhaltung der bestehenden Kanate,
ja die Wiederinstand8etzung der baufälligen, eine nationale
Pflicht, da sie vor allem in abgelegenen Teilen eine relativ konstante Versorgung mit Trink- und vor allem Bewä88erung8wasser gewährleisten.
Zwar wird die Zukunft die Bohrung von Tiefbrunnen bevorzugen, heute besitzen aber die Kanate noch durchwegs große
·Bedeutung. Es gibt Stimmen, so Feylessoufi {21), die eine
Verbindung von Tiefbrunnen und Kanaten empfehlen. Tiefbrunnen kl:>nnen auch tiefliegende Grundwasserschichten erreichen.
Der Kanat schafft sozusagen ein artesisches Potential. Nach
dem Prinzip der kommunizierenden R5hren wird also das Wasser im Tiefbrunnenschacht so hoch 8teigen, wie der oberste
Punkt der Grundwasserschicht im System de8 Kanate8 liegt.
Dadurch wird Energie ge8part. Außerdem wird die Wa8serführung des Sy8tems durch das vom Tiefbrunnen gef5rderte Wasser erhöht und ist somit von den jahreszeitlichen Schwankungen nicht mehr in dem Maße abhängig, wie dies bei Kanaten allein häufig der Fall ist.
In Gebieten mit stark erhl:>hter Wassernutzung ist ein empfindlicher Rückgang der Wasserführung der Kanate. zu verzeichnen. Die landwirtschaftliche Entwicklung verläuft in
manchen Gebieten so schnell, daß die Kanate den Bedarf
nicht mehr decken und zudem durch die Wasserentnahme
;aus
Tiefbrunnen nicht mehr ergiebig sind. So werden augenblicklich in Ghazwin 500 Kanate durch 250 Tiefbrunnen ersetzt
{16, 43).
- 118-
Tabelle 12
Kosten des Hauptkanals von 1,50 m Höhe je 1 m Länge
mit trapezförmigem Querschnitt (obere Parallelseite
l~O
cm, untere Parallelseite 70 cm) für einzelne Ka-
natabschnitte von je 500 m Länge (nach 16, 20, 21,
41,l~2).
Art des anstehenden Gesteins (Härtegrad)
Kanatabschnitt
von je 500 m
Länge vom Kanatausgang her
normal
100 Rial
DM
5,-=
1 . Abschnitt
2 . Abschnitt
3. Abschnitt
.
-
l1
-
120 Rial
= 6,-- DM
mittelhart
150 Rial
= 7,50 DM
- " 200 Rial
=10,-- DM
- "
-
-
II
5. Abschnitt
-
n
-
-
" -
6. Abschnitt
-
II
-
-
" -
lL
Abschnitt
-
hart
250 Rial
=12,50 DM
-
n
-
300 Rial
=15,-- DM
- " 350 Rial
=17,50 DM
170 Rial
DM
8,50
=
8. Abschnitt
- "
9. Abschnitt
-
1 0. Abschnitt
-
" -
220 Rial
= 1 1 '-- DM
450 Rial
=22,50 DM
-
II
-
450 Rial
=22,50 DM
1)00 Rial
=25,-- DM
550 Rial
=27,50 DM
- " -
600 Rial
=30,-- DM
250 Rial
i::12,50 DM
400 Rial
:20,-- DM
650 Rial
=32,50 DM
- " -
- " -
700 Rial
=35,-- DM
'
7. Abschnitt
sehr hart
-
II
-
300 Rial
=15,-- DM
450 Rial
=22,50 DM
750 Rial
=37,50 DM
450 Rial
=22,50 DM
800 Rial
:40,-- DM
-
119 -
Tabelle 13
Kosten der Schächte
für einen Schacht von 80 cm Durchmesser pro
Abschnitt von je 10 m, von der Erdoberfläche aus.
Berechnet für je .L.r11~Tiefe (nach 16, 20, 21,
41 '
42)
Art des
Tiefe
normal
m
anstehenden Gesteins (Härtegrad)
mittelhart
hart
sehr hart
450 Rial
=22,50 DM
1
-
10 m
50 Rial
= 2,50 DM
70 Rial
= 3,50 DM
250 Ria
=12,50 DM
10
-
20 m
100 Rial
= 5,-- DM
120 Rial
= 6,-- DM
500 Rial
300 Rial
=15,-· DM =25,-- DM
20
-
30 m
150 Rial
= 7,50 DM
170 Rial
= 8,50 DM
350 Ria
=17,50 DM
30
-
I~O
m
200 Rial
=10,-- DM
220 Rial
:11 I - - DM
1~00 RiaJ
700 Rial
=20,-- DM =35,-- DM
ho
-
50 m
250 Rial
=12,50 DM
270 Rial
=13,50 DM
800 Rial
'~50 Rial
=22,50 DM :40,-- DM
50
-
fio m
300 Rial
=15,--· DM
320 Rial
:16,-- DM
500 Rial
900 Rial
=25,-- DM :45' -- DM
60
-
70 m
350 Rial
=17,50 DM
370 Rial
:18,50 DM
1000 Rial
600 Rlal
=30,-- DM =50,-- DM
600 Rial
=30,-- DM
-
120 -
J) Die Formen der Bewässerung
Wasserläu~en
a) Abzweigen von Kanälen aus
Oberirdischen
~e
Flußläu~en
wird das Wasser mit Hil-
kleiner Kanäle entzogen. An Biegungen des Fluß-
lau~es
wird die
das konkave
U~erböschung
U~er
durchstoßen. Die
au~
hin gerichtete, stärkere Strö-
mung wird so genutzt. Unmittelbar unterhalb der
Abzweigung wird aus Lehm oder Steinen eine kleine
Staumauer bis in die Mitte des Flußbettes errichtet, um den Wasserstrom zum Kanal hin abzulenken.
Am
An~ang
des Kanals wird, wenn gerade kein Wasser
benötigt wird, eine kleine Sperre aus
~ester
oder Steinen
wird, wenn
au~ge~ührt,
sich der Zuleiter wieder
die
ent~ernt
~üllen
Erde
soll.
Große Siekarverluste sind bei dieser Methode nicht
zu umgehen. Durch Betonierung des Zuleiters lassen
sie sich vermeiden. Diese Betonierung wird aber nur
bei Maßnahmen im größeren Stile
~ig
durchge~tihrt,
häu-
begnügt man sich mit dem oben beschriebenen be-
hel~smäßigen Ver~ahren
(16).
Abb. 17 zeigt die Ableitung von Wasser aus einem
natürlichen
Wasserlau~.
Unterhalb der Biegung des
Baches ist bis in die Mitte des Bachbettes eine
Sperre gebaut, die den Zuleiter in ganzer Breite
abschließt. Sie besteht aus einem niedrigen Steinund Lehmwall mit
zinnen~örmigen
Steinau~sätzen.
Vor
dieser Sperre ist eine kleine Verbauung aus Steinen
errichtet, die in dem vor der Sperre gelegenen Abschnitt einen Anstau bewirkt.
Soll der Zuleiter sich mit Wasser
niedere Lehmmauer
Die
Au~nahme
zw~chen
~üllen,
wird die
den Zinnen durchstoßen.
wurde oberhalb des Golpaygan-Staudam-
mes gemacht, also im mittleren Westiran ari den Osthängen des Zagros. Sie zeigt die althergebrachte
Methode, einen Zuleiter von einem
Wasserlau~
leiten. An der Abzweigung sind die
U~er
und Zuleiter durch eine Steinmauer
be~estigt.
abzu-
von Bach
-
121 -
Abb. 17:
Abzweigung
eines Zuleiters durch
Staudamm.
Die Abbildungen 18, 19.und 20 zeigen die Anlage
eines Zuleiters nach neueren, verbesserten Methoden.
Das Wasser wird in diesem Falle durch
ge~ördert
und in einem runden, ausbetonierten Becken
gesammelt, aus dem es durch eine
nierte
Tie~brunnen
Ab~lußrinne
fließt (Abb.
eben~alls
ausbeto-
in den eigentlichen Zuleiter
18).
Abb. 18:
Sammelbecken
mit betonierter Ab~lußrinne.
(Becken von
Esfahan)
- 122 -
Abb. 19 J
Bau eines
Zuleiters im
Becken von
Esf'ahan.
B<:Sschung wird
mit Hilf'e von
• -11,
Schauf'eln
bef'estigt.
Abb. 20:
Nebenzuleiter (Hintergrund) eines
Hauptbewässerungsgrabens
(rechts).
(Der Nebenzuleiter wird nach Füllung durch einen niedrigen Erddamm vom Hauptzuleiter abgeriegelt).
Die Abbildungen 18 - 20 zeigen Arbeiten an den Anlagen, die vor der zur Saat erforderlichen Bewässerung
Anf'ang März ausgeführt werden müssen.
-
123 -
Abb. 21 zeigt, wie
das Wasser mit Hilfe eines
Pumpwerkes und einer kurzen Rohrleitung auf das
Niveau einer die Talsohle begleitenden Terrasse
gehoben wird. Die Anlage ist noch nicht vollendet.
Das Pumpwerk wird in der turmartigen Verschalung
am Fuße des Abhanges installiert. Das Wasser gelangt durch ein kurzes Rohr in die beiden Verteilergänge. Der äußere besitzt eine Schleuse zur Regulierung des Zuflusses. Die Kanäle sind relativ
tief, besitzen steile, senkrechte Wände und sind
im rechten Winkel um die Felswand herumgeführt.
Abb. 21: Anheben des Wassers auf eine Terrasse
und Verteilergräben im Becken von
Golpaygan.
Auf Abb. 22 sieht man, daß
~r
Verteilergraben hoch
über dem Talgrund am Hang entlang geführt wird. Der
Grund ist festgestampft und betoniert, um Siekarverluste zu vermeiden. Dem gleichen Zwecke dienen die
senkrechten Wandungen, die gleichzeitig den Hang abstützen. Deutlich
erkennt man das grobe, alluviale
Material, aus dem der Hang sich unter Einlagerung von
Felsbrocken aufbaut.
-
124 -
Auf die Abdichtung und Festigung der Kanäle wird
großer Wert gelegt, damit die Sickerverluste nach
Möglichkeit vermieden werden. Einen auf einer Terrasse verlaufenden Hauptzuleiter zeigt Abb. 22. Der
Querschnitt ist trapezförmig, die Wandungen besitzen eine mittlere Neigung und bestehen aus nebeneinander gereihten Betonplatten. Auch hier sieht
man das teils grobe, teils feine,
sehr helle allu-
viale Material, das die Talsohle und die untersten
Hänge bedeckt, und das sehr wasserdurchlässig ist.
Abb. 22: Verteilerkanal im Becken von
Golpaygan.
-
125 -
Auf Abb. 23 ist ein neuzeitliches Verteilersystem
dargestellt. Es handelt sich um Wasser, das durch
ein Pumpwerk (Gebäude im Hintergrund) aus dem
Grundwasser gefördert wird. An einen Verteilergraben sind verschiedene Schleusen eingebaut. Um Sikkerverluste zu vermeiden, sind die einzelnen Zuleitungsgräben betoniert. Der Querschnitt ist trapezförmig. Unmittelbar hinter den Schleusen biegen
die parallel geführten Zuleitungsgräben im rechten
Winkel ab. Die Anlage befindet sich im Becken von
Golpaygan, im mittleren westlichen Persien am Osthang des Zagros.
Abb. 23: Verteilung von Bewässerungswasser
durch Schleusen und betonierte Zuleiter.
-
126 -
Abb. 24 s
Ab:flußkanal im
Becken von Golpaygan in der
TaLsohle mit
trapez:fi:Srmigem
Querschnitt und
Auskleidung mit
Betonplatten
Um die Verdunstung au:f ein Mindestmaß zu beschränken, überdeckt man die Hauptzuleiter in vielen Fällen. Wie aus Abb. 25 ersichtlich ist, wird der Kanal
stellenweise mit Steinplatten abgedeckt, die über
ein schwellenartiges Gerüst gelegt werden.
Abb. 25:
Bedecken der
Hauptverteilergräben mit
Steinplatten
im Becken von
Golpaygan.
-
127 -
b) Das Überstausystem
Beim Überstausystem wird das Feld in rechteckige,
als flache Becken ausgebildete Teilflächen, die sog.
Karda, eingeteilt. Diese
besit~n
nur ein ganz achwa-
ches Gefälle. Die Höhe der Dämme beträgt etwa 40 cm.
Die Kards werden entweder vom Hauptzuleiter selbst
oder durch Nebenzuleiter gespeist. Je nach Wasservorrat werden nur jeweils eine oder gleichzeitig mehrere Abteilungen mit Wasser gefüllt. Auf stärker geneigtem Gelände sind die Kards untereinander angeordnet. Dabei speist jeweils die obere Reihe die nächste,
etwas tiefer gelegene. Die folgende Reihe wird vom
Zuleiter gefüllt und speist ihrerseits wieder die
nächste.
Beim alten Verfahren wird das Wasser nach vollendeter
Bewässerung nicht abgezogen. Es versickert restlos
im Boden. Die Verluste durch Verdunstung und Versickerung sind sehr hoch. Ferner besteht die Gefahr
der Versalzung. Der Boden verkrustet und zeigt nach
dem Abtrocknen tiefe Risse. Die Bodenstruktur erfährt
auf diese Weise eine Verschlechterung.
Abb. 26 zeigt ein interessantes Beispiel für ein verbessertes Überstau-Verfahren auf Gelände mit sehr
schwacher Neigung. Durch die bogenförmig geführten
Dämme, die flache, breite Kronen tragen, wird eine
schwächere Strömung erzeugt. Ein sehr
breiter Zu-
leiter speist eine große Anzahl von Kards auf einmal.
Am Ende des Feldes ist ein Abzugsgraben erkennbar.
Abb. 26:
Überstauhewässerung mit
gebogen geführten, breiten
Dämmen und Abzugsgraben.
-
128 -
c) Furchenbewässerung
Die Furchenbewässerung darf als Methode der Zukunft
bezeichnet werden. Sie gewinnt in dem Maße wachsende Bedeutung, wie die Mechanisierung fortschreitet.
Von einem Haupt- bzw. Nebenzuleiter aus werden parallel verlaufende Furchen gespeist. Die Verbindung
zwischen Furche und Zuleiter erfolgt heute meist
durch ein gebogenes enges Rohr, den sog. Syphon.
Von Bedeutung ist der Querschnitt der Furchen. Bei
rechteckigem Profil versickert das Wasser nur am
Grunde, ohne daß die Pflanzenwurzeln davon großen
Nutzen haben. Auch bei dreieckigem Querschnitt versickert das Wasser nur an den Seiten. Eine gleichmäßige Durchfeuchtung ist nur bei
trapezf~rmigem Que~­
schnitt gegeben. Durch die seitlich wirkenden osmotischen Kräfte wird damit auch die Zone unmittelbar
unter dem Kamm und damit unter den Pflanzen mit
Wasser getränkt. Die Ausnutzung des Wassers ist dadurch am besten.
Zwischen Gefälle, Bodenart und Abstand der Furchen
besteht
eine Wechselbeziehung. Je schwerer der Bo-
den ist, desto weiter
k~nnen
Abstände gewählt werden.
Ein grBßeres Gefälle erfordert engere Furchenabstände als eine nur geringe Neigung.
Die Tiefe der Furchen richtet sich in erster Linie
nach der Art der zu bewässernden Kultur. Bei in
Reihen stehenden Pflanzen genügt eine Tiefe von
15 - 20 cm, ausgesprochene Tiefwurzler sowie Obstpflanzungen erfordern tiefere Furchen.
Die Länge der Furchen schwankt zwischen 40- 130
m.
Bei langen Furchen empfiehlt es sich, die Furche am
Ende des Feldes schmal zulaufen zu lassen, um einen
guten Durchfluß zu sichern.
-
129 -
Abb. 27: Bewässerung einer jungen Obstbaumpf'lanzung.
In Abb. 27 wird eine junge Obstbaumpflanzung gezeigt. Die Furchen sind tief', die Kämme breit.
Parallel zum Hauptzuleiter verläuf't der Nebenzuleiter, der die Furchen durch Syphons speist. Auf'
jeweils einer Seite der Furche f'ührt eine schmale
Verbindungsrinne zu einem kreisf'örmigen Becken, das
mit Wasser gef'lillt ist und in dessen
Mitt~
der jun-
ge Baum steht. Diese Pf'lanzung bef'indet sich in
dem Becken bei Golpaygan (mittleres westliches
Persien).
-
130 -
Abb. 28 gibt ein Versuchsf'eld in Saf'i-,Abad nördlich
von Dezf'ul im südwestlichen Persien (Provinz Khusistan) wieder. Auf' dem leichten Boden sind die Abstände sehr eng. Die Furchen werden vom Hauptzuleiteraus durch je zwei Syphons gespeist.
Abb. 28s
Furchenbewässerungsanlage und Hauptzuleiter mit
Syphons.
Die f'olgende Abbildung zeigt bei Saf'i-Abad {Provinz
Khusistan) ein bewässertes Versuchsf'eld mit «ef'tilltem Hauptzuleiter und Wasser in den Furchen.
Abb. 29:
Furchenbewässerung in Betrieb.
Abb. 30
Zur Furchenbewässerung:
Querschnitt durch die Dämme
J(' Saatgut
Einzelreihen-Pflanzung
Aufgangsschäden sind
häufig, auch wenn der
Boden zur Zeit der
Pflanzung nur schwach
salzhaltig ist.
•
Doppelreihen-Pflanzung
Bei mäßigem Salzgehalt
wird der Aufgang gefährdet.
Doppelreihen-P.f'lanzung
am Hang der Dämme
Der Aufgang wird nur
selten durch das ursprünglich im Boden
vorhandene Salz beeinträchtigt ( 65).
Vorschlag des Verfassers
Trapez.f'örmiger Querschnitt zur Vermeidung
von Siekarverlusten mit
.f'laoh geneigter Böschung, die eine Doppelreihenpflanzung ermöglicht.
Die Diagramme zeigen die Verteilung der Salze im mittleren Teil
der Dämme und ihre Ausbreitung auf' dem Kamm.
(Weiße Felder= Versalzungszonen).
-
132 -
Die rolgende Abbildung stellt einen Dattelhain im
südlichen Fars mit alter Bewässerungsmethode dar. Die
Bäume stehen entlang eines sehr breiten Bewässerungsgrabens. Die Durchfeuchtung der Wurzelzonen ist nur
mangelhaft, die Verdunstungsverluste sind groß.
Abb. 3 1s
Nach alter
Methode bewässerter
Dattelhain
Abb. 32 verdeutlicht die neuzeitliche Methode, Dattelhaine zu bewässern. Es handelt sich um eine junge
Dattelpflanzung
im südlichen Fars. Ein verschlunge-
nes System, mäanderartig geführt, sichert die reichliche Versorgung der Wurzelzone eines jeden Baumes.
Ähnliche Furchenziehung wird auch im Weinbau {Mittelpunkt Ghazwin) angewandt.
Abb. 32:
Neuzeitliche
Furchenbewässerung eines
jungen Dattelhaines.
- 133 -
Der Vollständigkeit halber sei hier
auch noch aur
die Methode der Untergrundbewässerung verwiesen,
an deren Entwicklung vor allem in Rußland gearbeitet wurde. Auch Penningsfeld (50) untersuchte die
Möglichkeiten der Untergrundbewässerung in Tunesien,
und zwar insbesondere die Verlegetechnik einer Spezialfolie zur Verhütung der Sickerverluste. Für
Iran hat diese Bewässerungsart vorläufig wegen der
hohen Kosten noch keine Bedeutung, und sie ist in
erster Linie nur
fi~
Spezialkulturen gerechtfertigt.
d) Dränaße und Entsalzung
Die starke Verdunstung und der damit im Zusammenhang
stehende starke kapillare Hub führen zu erheblicher
Versalzung. Abb. 33 zeigt Halophiten (Salsola-Büsche)
an den Randzonen der Massileh bei Ghom. Die sehr
starke oberflächliche Verkrustung dieses Salzbodens
ist auf der Abb. deutlich zu erkennen.
Abb. 33: Halophile Vegetation auf
Salzboden.
- 134 -
Durch die Bewässerungsmaßnahmen bilden sich innerhalb
der Felder versalzte Stellen. Wo Dränage zwar betrieben, die Ableitung aber
mangelha~t
ist, entste-
hen am Rande der Felder Zonen sekundärer Versalzung.
In Abb. 34 ist ein solches Beispiel
~ehlerhafter
Dränung
dargestellt. Es wird das Ende eines Dränungskanals
mit
Sam~elbecken
in der Nähe des Flusses Schawur in
Khusistan gezeigt. Ein tiefer Abzugsgraben an der
Längsseite des Feldes ist zwar gezogen, die Dränung
ist aber unvollkommen. Das Wasser sammelt sich in
einem runden Becken und steht zu allgemeiner Nutzung
wieder zur
Ver~ügung.
Es hat sich eine reiche Binsen-
vegetation entwickelt. Die Wasserverluste sind jedoch
groß. Bei Austrocknen besteht die Gefahr der Versalzung.
'r ·-
--
. ····-··-- .... -
~},C.c-~:,~~:~~~~v ~-:,.
Abb. 34: Sammelbecken am Ende eines
Dränage-Grabens.
Die Gefahr der sekundären Versalzung besteht auch,
wenn der Entwässerungsgraben zu flach angelegt ist
und sich deshalb die Ableitung des überschüssigen
Bewässerungswassers zu langsam vollzieht.
-
1 31-J.a -
Eine Entsalzung des Wassers wird in der Nähe von
Ahwaz am Schawur-Fluß durchgeführt. Da durch die Kapillarität die Salze in die obere Zone der Kämme gelangen, wird in die steile Böschung des Dränungsgrabens bis nahe an die Oberfläche eine Abzugsrinne mit
rechteckigem Profil gegraben. Am Grunde ist eip. Tonrohr eingefügt, welches das entzogene Wasser in den
Abzugskanal entleert (Abb. 35).
Au.'f Abb. 36 ist der Vorgang der üblichen Entsalzung
und Bewässerung ersichtlich. Zu beiden Seiten des
dreieckigen ca. 10 -
15 cm tiefer liegenden Haupt-
Bewä.sserungsgrabens, dessen seitliche Begrenzung erheblich i.iber die angrenzenden Felder empörsteigt, wird
ein Überstau durchgefi.ihrt. Zu diesem Zweck sind die
Felder in große Rechtecke aufgeteilt, die durch kleine
Nebenzuleiter voneinander abgesetzt sind. Die Nabenzuleiter verlaufen an beiden Längsseiten. Das Überstauwasser verläuft infolge schwacher Neigung der
Felder durch den folgenden Nebenzuleiter zurück in
den Hauptgraben bzw. ein Teil durch den nächsten Nebenzuleiter in das folgende Feld. Rechteck nach Rechteck wird auf' diese Weise überstaut und das Überatauwasser teilweise wieder in den Haupt-Bewässerungsgraben zurückgeleitet.
- 135 -
Abb. 35:
Abzugsrinne
mit Tonrohr i:
der Bi::Sschung
eines Abzugsgrabens
Abb. J6:
Überstauhewässerung und
Dränung am
Fluß Schawur
(Khusistan).
- 136 -
III. Der heutige Stand
der Bewässerung im Iran
*)
In den vorangegangenen Kapiteln sind die klimatischen,
geologischen und technischen Bedingungen aufgezeigt worden, unter denen Zufuhr, natürliche und künstliche Speicherung, Gewinnung und Nutzung von Wasser zur Versorgung
der landwirtschaftlich nutzbaren BCSden in Persien mCSglich
sind. Im folgenden Kapitel wird eine Zusammenstellung der
heute vorhandenen Wassergewinnungs- und Speicherungsanlagen gegeben. Soweit Unterlagen verfügbar waren, wird Zahlenmaterial angeführt. Für einige Landesteile gibt es jedoch keine zuverlässigen Zählungen von Brunnen, Kanaten
und sonstigen Wasserbauten, an ihre Stelle treten Schätzungen des Verfassers.
1) Die Ebene von
Khusistan und das Küstengebiet um denPer-
sischen Golf und -- Golf von Oman
a) Allgemeine Beschreibung
In dem gesamten Gebiet stehen zwar ausreichende
Grundwassermengen zur Verfügung. Doch sind sie wegen ihres Salzgehaltes nur nutzbar, wenn der Gefahr
der Bodenversalzung durch ein modernes Dränagesystem begegnet wird.
Wegen des für Bewässerungszwecke nur bedingt geeigneten Grundwassers gibt es nur wenige brauchbare
Brunnen und Kanate, die Bewässerungsaufgaben der
Landwirtschaft erfüllen kCSnnten. Zahlenangaben liegen nicht vor. Von grCSßerer Bedeutung ist in diesem
Gebiete die Speicherung von Oberflächenwasser, die
in einer Reihe von Großprojekten ihren Ausdruck findet.
b) Fertilgestellte Staudämme
aa) Dez-Projekt (Mohammad - Reza - Schah-Pahlawi-Damm}
----------------------------~--------------------
Einen sehr großen, zum grCSßten Teil noch ungenutzten Wasservorrat birgt das Flußsystem des
Karun mit seinen Nebenflüssen, zu denen u.a. auch
der Ab-i-Dez und ferner noch der Karkhe zählt.
Am Karun selbst, dem wasserreichsten Strom, ist
*) Zu diesem Kapitel siehe Lit. (3,
53, 55, 56, 62, 69, 7J).
q,
15, 45, 47, 48, 52,
- 137 -
noch kein Großprojekt in Angriff genommen, da
die Wasserführung sehr unregelmäßig ist und die
beträchtliche Geröllführung die Anlage von ,
Staubecken erheblieb erschwert,
Das größte Projekt wurde durch den MohammadReza-Schah-Pahlawi-Damm nördlich von Dezful verwirklicht: Hier wurde der Ab-i-Dez, ein wasserreicher Nebenfluß des Karun, aufgestaut, und
zwar 25 km nördlich von Dezful
(Abb. 37).
Daten des Dammes:
Typ des Dammes: Dünnbogen-Beton
Länge der Krone des Dammes: 212 m
Höhe des Dammes: 203 m (sechst-höchster Damm der
Welt)
Kapazität des Speichersees: 3 350 MCM
Fläche des Speichersees:
6 300 ha
Länge des Speichersees:
60 km
Natürlicher Durchfluß des Dez-Rud: 50 cbm/sec
(Minimum-Wert)
Durchflußkapazität nach Errichtung
des Dammes:
200 cbm/sec
{Jahresdurch~o.
schnitt)
Größe des Bewässerungsgebietest 145 000 ha
Hochwasserregulierung- und Nutzen: Ein durch
Wasserverlust entstehender Schaden in Höhe
von 4 Mill. DM jährlich
wird vermieden.
Schleusen
3, mit konischen Verteilungsdüsen (1,5 m
Durchmesser)
Kapazität: 200 cbm/sec
Durchlässe
2 getrennte Tunnel mit
15 x 10,5 m Radialschleusen.
Länge der beiden Tunnel:
400 m, Durchmesser 14 m
bzw. 12,5 m.
-
Länge
138 -
des Tunnelkanals, der von der
Höhe des Plateaus zu dem unterirdischen Turbinenhaus
6,5 km
~ührt:
Elektrizitätserzeugung:
520 000 KW
(an~änglich 130 000 KW)
Das starke
Ge~älle
der schluchtartigen Anlage ge-
währleistet eine sehr hohe Erzeugung elektrischer
Kra~t.
Abb. 37: Der Mohammad-Reza-Schah-Pahlawi-Damm
Erbaut von 1959 - 1962 durch Imperjil (Fusion
aus Imperisit-Jirola-Lodigigani}, einer italienischen
Gesellscha~t,
in Zusammenarbeit mit In-
genieuren aus New York.
Die reiche
Wasser~ührung
des Ab-i-Dez ermöglich-
te die Anlage dieses einzigartigen Projektes.
Außerdem bietet die
~ür
den Damm gewählt• Stelle
sehr große Vorteile. Die Felsen rücken hier zu
einer engen Schlucht zusammen und wirken so
gleichsam als eine Art natürliche Staumauer.
das starke
Ge~älle
Au~
wurde bereits verwiesen. Der
- 1.39 Ab b. .38
Geologische Skizze
der Umgebung
des M.Reza Schah Pahlawi
Dammes am Dez-Fluß bei Ahwas (nach 47)
Ahwaz
0
F. 9
~·
CJ
J(
Untere Kreide
•
Eocän
Unteres Miocän
•
Oligo-Miocän
Oberes Miocän
D
Alluvium
Bakhtiari- Konglomerate (Kalkstein}
Oberes Tertiär
Staudamm
Die Gesteine an der Einbindungsstelle des Staudammes gehören der
Konglomerat-Fazies des Bakhtiari-Typus an waagerecht geschichteten,
durchlässigen Sedimenten des oberen Tertiärs, des Mio-Pliocäns.
Stromauf'wärts schließt sich eine zusammenhängende Zone des oberen
Miocäns, der oberen Roten Formation von Fars, an, die Verwerf'ungen
auf'weist.
Das f'ruchtbare alluviale Tief'land von Khusistan besitzt durch den
Mohammad-Reza-Schah-Pahlawi-Damm ein beachtliches Wasserreservoir.
Ein großer Teil des Bewässerungswassers wird im Zuckerrohranbaugebiet von Ahwaz bei Haft Tape 'Verbraucht, das in staatlicher Regie
betrieben wird. Es wird durch einen Kanal, der vom Dez-Fluß abzweigt, versorgt. Tonablagerungen erschweren den Kanalbau und machen in regelmäßigen Zeitabständen vorzunehmende Räumungsarbeiten
notwendig.
-
140 -
Ab-i-Dez entspringt im Herzen des Zagros und
entwässert ein sehr großes, an Oberflächen- und
Grundwasser reiches Gebirgsland. In der Schlucht
oberhalb der Staumauer lagern steile Kegel, die
aus lockerem Alluvium, meist grobem Geröll, bestehen, die als Grundwasserspeicher wirken
(Abb. 37).
bb) Karkhe-Staudamm nördlich von Khusistan
Der Karkhe entwässert ebenfalls ein umfangreiches Gebiet des südwestlichen
Bergland~s
und be-
sitzt als Wasserlieferant für die Tiefebene von
Khusistan große Bedeutung. Er zeichnet sich durch
regelmäßige Wasserführung aus.
Die Länge des Staudammes beträgt 192 m, die Höhe
4,.5 m. Wie Abb. 39 zeigt, sind dem Damm elliptische mächtige Pfeiler in relativ engen Abständen
vorgelagert. Die Uferböschungen sind mit halbkreisförmig vorspringenden, senkrecht abfallenden Bastionen verbaut, zwischen denen Schleusen
eingelassen sind. Schleusenanlagen befinden sich
auch zu beiden Seiten des Dammes anschließend an
die Uferböschung. Der mittlere Teil der Staumauer
besitzt keinen Durchlaß.
Gespeist werden 2 Kanäle mit einer Wasserführung
von 50 m3 /sec
und 12 m3 /sec.
Der Staudamm befindet sich im Gebiet des feinen
Alluviums des Tieflandes. Begleitet werden die
flachen Ufer von niedrigen Schwellen des oberen
Miocäns, der oberen roten Formation von Fars,
die im Hintergrund auf Abb. 39 sichtbar sind.
-
141
-
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Abb. 39: Der Karkhe-Staudamm nördlich
von Ahwaz am Karkhe-Rud
Der Schaban-Kareh-Damm liegt 60 km nördlich
von Buschehr. Er
menhaine des
lie~ert
Wasser
Küstenstrei~ens
Die hier gedeihende, dem
am
~ür
die Pal-
Per~chen
a~roindischen
Gol~.
Typus
der Wüste und Halbwüste angehörende Vegetation
ermöglicht immerwährenden Dattelbau.
Der Damm mißt
in seiner gesamten Länge 100 m,
seine Höhe beträgt 3.5 m. Er speichert das Wasser aus einem Einzugsgebiet von 15 000 ha und
bewässert ca. 6 000 ha. Es handelt •ich um einen
massiven, gemauerten. schräg
leicht gedrungenem
Pro~il
geneigten Bau mit
und mächtiger, platten-
artiger Verbauung an den Seiten. Der Staumauer
sind zwei Querverbauungen vorgelagert, die Schleusen liegen am Uferrande (Abb. 40).
Die Formation ist reines Alluvium. Am Flachufer
liegen
grob~
~eine,
am
Steilu~er
helle, brüchige und
Sedimente. Durch den Damm wurden ktinstli-
-
ehe
142 -
Ufergeh~lze,
also Oasen, geschaffen. Die
Vegetation ist typisch für die Halbwüste bzw.
Wüstensteppe. Baumwuchs findet sich nur unmittelbar am Steilufer, wo die Wasserversorgung
der Wurzelzone besser ist als auf der flachen
Seite.
Abb. 40: Schaban-Kareh-Damm 60 km
n~rdlich
von
Buschehr am Fluß Schahpur mit
Staumauer und Seitenverbauung.
c) Geplante Staudämme
aa) ~~~~=~s~~~=!~~!!:~~~~
nord~stlich
Masdjed Solaiman am Karun, Khusistan,
Höhe des Dammes: 195 m
Kapazität des Speichersees: 2 700 MCM
Elektrizitätserzeugungs Anfangs 500 000 KW jährl.
später 1000 000 KW
Bewässerungsgebiet:
Anfangs
"
30 000 ha
Fertigstellung 1973 vorgesehen
bb) Nader-Schah-Damm
30 km nördlich von Behbahan am Marun, Khusistan,
Höhe des Dammes: 175 m
- 143 -
Kapazität des Speichersees: 1 620 MCM
100 000 KW
Bewässerungsgebiet:
40 000 ha
Fertigstellung bis 1973 vorgesehen.
Elektrizitätserzeugungt
cc) ~~~~~~~~~=~~~~-~~!-~~~~~~~~~~-~~~~!~~~~~
H6he des Dammes: 40 m
Kapazität des Speichersees: 70 MCM
2)
Die Faltungszone des Zagros-Systems und die Verwerfungszone
a) Allßemeine Beschreibung
Die Versorgung des gesamten Gebietes mit Trinkwasser
ist sehr gut. Dies gilt insbesondere auch für das
Becken von Ramadan, in welchem insgesamt 94 Kanate
gezählt werden. Die am Bergsockel befindlichen sind
nicht länger als :1 km, diejenigen, die das Wasser
in die Ebene hinausführen, haben eine Länge von mehreren Kilometern. Die Kanate des Bergfußes liefern
durchschnittlich 9 1/sec, die in die Ebene hinausführenden bis zu 50 1/sec.
25 Tiefbrunnen mit einer maximalen Tiefe von 175 m
sind vorhanden. Die Wasserftlrderung liegt bei 45 1/sec.
Ferner gibt es 346 flachere Brunnen, die auch von
Pumpen betrieben werden. Ihre durchschnittliche Ftlrderung beträgt 13 1/sec. Insgesamt werden im
Beck~
von Hamadan während einer Vegetationsperiode 1 MCM
Wasser gefördert. Durch Anlage weiterer Tiefbrunnen
ließe sich die Förderung noch erheblich erhtlhen.
Die Mutterbrunnen der Kanate der Razan-Ebene reichen
bis in eine Tiefe von 70 - 80 m hinab. Ein Testbrunnen ergab aus 170 m Tiefe Wasser einen Chlorgehalt
von 142 mg/1. Sammelbecken des Grundwassers ist das
Innere des Beckens. Jedoch gehen wegen des sehr hohen Grundwasserspiegels große Wassermengen verloren und es bilden sich durch Verdunstung kapillaren
Wassers Salzstimpfe.
- 144 -
In der Zone des 30 m mächtigen Alluviums ~inden
sich eben~alls reiche Wasservorräte im Razan-Becken.
lie~ern unge~ähr
Die Kanate
50 - 70 1/sec.
Der Gara-chai-Fluß aus dem Ghahavand-Gebiet vereint
sich im östlichen Teil des Razan-Beckens mit den
übrigen Zu~lüssen, von de:den der Hamadan-Fluß der
wichtigste ist.
Au~
diese Weise kommt es zu einer
Anreicherung mit
Ober~lächen-
Insgesamt
wir in diesem Teil des Beckens
~inden
und Grundwasser.
150 mit Pumpen betriebene Flachbrunnen, von denen
jeder etwa 13 1/sec
lie~ert.
Das Alluvium erreicht
hier eine Mächtigkeit von 125 m, das erste Grundwasserstockwerk
15 m. Die
be~indet
tie~eren
sich in einer
Stockwerke müssen durch
brunnen angeschnitten werden. Die
kann
au~
Tie~e
von
Tie~­
Wasser~örderung
diese We'ise beträchtlich gesteigert
werd~ . •
An den Rändern der Becken im Faltungszug der Iraniden ist die Anlage von
Staustu~en
möglich. Der
hohe Grundwasserspiegel im Beckeninneren gestattet
die Anlage von Flachbrunnen. Verkarstete Kalkzonen
können durch
Tie~brunnen
erschlossen werden. Die
Grundwasservorkommen unter den Schwemmkegeln des
Beckens von
eben~alls
Es~ahan
könnten, außer durch Kanate,
durch mittlere und
Tie~brunnen
genutzt
werden.
Nach Erhebungen von Wahidi (68) werden in der gesamten Zone 338
be~inden
wasser~ührende
Kanate gezählt. Davon
sich 101 Kanate bei Schiraz (Fars), 60
bei Karmanschah und Hamadan, bei
Es~ahan
177.
Im mittleren westlichen Bergland werden aus den
Wasservorräten von Kanaten und dem Golpaygan-Rud
rund 18 000 ha bewässert. Weitere Gebiete entnehmen das Wasser dem später erwähnten Schah-EsmaielStausee.
- 14.5 -
b) Fertiggestellte Staudämme
aa) ~~~!~!!=~!~~-2!!-~!~~~!~
Im nordwestlichen Bergland, 14 km ntlrdlich von
Hamadan tritt der Gara-Chai aus dem Gebirge aus.
Diese Stelle ist für die Anlage eines Stausees
hervorragend geeignet. Deshalb wurde hier der
Schahnaz-Staudamm errichtet. Sein Wasservorrat
dient neben der Trinkwasserversorgung der Stadt
Hamadan in erster Linie Bewässerungszwecken.
Datenc Htlhe der Staumauers 6.5 m
Länge der Staumauerr 286 m
Kapazität des Speichersees: 8 MCM
Stromerzeugung; 20 000 KW
Der Stausee füllt eine weite Talsohle dort, wo
das Bergland sich zum alluvialen Mamadanbecken
tlffnet.
Die umgebenden Berge bestehen aus Schiefern.
Charakteristisch sind die flachen, sanft gerundeten Formen, in htlheren Lagen die schräg einfallende Schieferung (Abb. 41, 42).
Abb. 41: Schahnaz-Stausee bei Hamadan
erbaut 19.59 - 1962
-
146 -
Abb. 42: Oberer Teil des Stausees
des Schahnaz-Damms.
A.bb. 43: P:fei ler-Staumauer des SchahnazDamms. Rechts im Vordergrund ein
an:fänglich unterirdisch ge:führter
betonierter Verteilergraben mit
rechteckigem Querschnitt.
-
147 -
bb) Der Schah-Esmaial-Damm (Golpaygan-Damm) süd~~~-----------------------------------------
westlich von Golpaygan, Provinz Esfahan
---------------------------------------
D.ie Breite der Staumauer,
an der Dammkrone ge-
messen, beträgt 220 m, die HHhe 51 m. Der Speichersec faßt 28 MCM. 50 000 ha landwirtschaftliche Nutzf'läche werden bewässert.
Die Lage des Schah-Esrnaiel-Dammes ist :für die
Anlage eines Staudammes so glinstig wie beim
Schahnaz-Damm. Am Rande eines alluvialen Beckens
>vird der Ghom-Rud dort • wo er das Bergland verläßt~
aufgastaut. Die Ufer werden von welligem
Alluvium, meist ziemlich grobem Material, ge-
bildet, das wasserdurchlässig ist und das Grundwasser speichert. Deutlich abgesetzt steigt das
Gebirgsmassiv empor, helle, durchlässige, brüchige obere Kreide des Turon und Senon, daran
anschließend metamorpher Jura. Die Schieferung
kommt in den :flachen Formen und der schrägen
Schichtung der den Stausee umgebenden Hügel und
Berge zum Ausdruck.
Abb.
44: Oberer Teil des Stausees des SchahEsmaiel-Dammes. Erbaut 1947 -
1956
-
148 -
Der Schah-Esmaiel-Damm zeichnet sich durch ein
neuartiges Verteilersystem aus, das bereits
fertig gestellt ist. Der Verteiler-Damm im un-
teren Teil der Gesamtanlage besteht aus 5 weit
vorspringenden, gerundeten Pfeilern und viereckigen Schleusengittern. Im rechten Winkel
schließt ein weiteres Schleusentor mit 2 mächtigen Pf'eilern an.
Abb.
45:
Verteilerdamm des
Schah-Esmaiel-
Projektes (Gesamtansicht)
Abb.
46 zeigt die Ansicht, die sich von der HHhe
des Verteilerdammes herab, auf den Hauptabflußkanal bietet. Das Wasser wird zuerst in ein von
senkrechten Wänden umgebenes rechteckiges Becken,
eine Art Vorfluter, geleitet, das durch eine
Schleuse vom eigentlichen Kanal getrennt wird.
Die Trennwand ist, vom Verteilerdamm aus gesehen,
konvex gewölbt. Sie trägt Verstrebungen und kann
durch einen besonderen Mechanismus hochgezogen
werden (Abb.
46, 47).
Insgesamt speist der Stausee 3 Kanäle mit einer
Wasserführung von insgesamt 29,3 m3 /sec. Etwa
9 km unterhalb wird das Wasser an die einzelnen
Nutznießer durch ein weiteres Verteilersystem mit
kleinen Staudämmen weitergeleitet (Abb. 48).
Abb. 46: Blick von der Krone des Verteilerdammes (Schah-Esmaiel-Damm) auf
Vorflutbecken, Schleuse und Hauptkanal.
Ahb. 47: Schleuse zu Beginn des Hauptkanals.
-
150 -
I
.,
''
;
~·
;~~·i
(j
'.;:.
' < -
Abb. 48t Wasser-Verteilungsanlage am
Schah.-Esmaiel-Damm.
Am Ende erweitert sich der Hauptkanal zu einem
rechteckigen Becken, das parallel zu den Wandungen des Kanals durch eine niedrige Mauer
abgeschlossen wird, in die zahlreiche Schleusen eingelassen sind. Von den einzelnen Schleu-
sen f'ühren betonierte Nebenzulei ter zu den f'eldern der an der Nutzung des Wassers beteiligten
Bauern.
Ein sehr schmaler Gebirgsstock aus Kreide, metamorphe:m Gestein und vulkanischen Einschlüssen
trennt das Golpaygan-Becken von einem weiteren
nördlichen Bassin. Durch diese Barriere hindurch
wurde ein Tunnel gebohrt, durch den 2 RohrleitungEnl hindurchf'ühren 1 so daß ein Teil des Wasservorrats auch im jenseitigen Anbaugebiet genutzt werden kann. Der Tunnel ist ausbetoniert
und begehbar (Abb. l.t.9, 50).
-
151
-
Abb. 49: Eingang zum Tunnel
~ür
Rohrleitung
am Schah-Esmaiel-Damm.
Abb. 50: Tunnelinneres mit Wasserrohren.
- 152 -
Der Azad-Khani-Damm speichert das Wasser einer
Quelle im Gebiet von Mesjondi. Die Länge des
Dammes beträgt an der Krone 300 m, die Höhe 3 m,
die bewässerte Fläche umfaßt 120 ha.
Der Aufstau der Quellen des Bawali und Chaglawandi erfolgt wiederum am Gebirgsfuß am Rande
eines kleinen alluvialen Beckens.
Die Länge des Staudammes beträgt 40 m, die Höhe
2,20 m; bewässert wird ein Gebiet von 2 000 ha.
Die Formation besteht aus den für den Zagros typischen siliziumhaltigen Kalken des Juras und
der Kreide, gemischt mit Oligo-Miocän, Trias und
Paläozoikum.
Die beiden Dämme setzen die Wasserverluste, die
durch ungenützte abfließende Wassermassen entstehen, beträchtlich herab und ermöglichen so
eine wirksame Bewässerung der angrenzenden Anbaugebiete.
ee) Gondjancham-Damm südlich Kermanschah bei Dascht-
------------------------------------------------
Mehr an
Der Gondjancham-Damm ist, wie die beiden vorher
genannten, ebenfalls ein kleiner Staudamm mit
2,60 m Höhe und 200 m Länge der Staumauer. Das
Bewässerungsgebiet trägt ca. 4000 ha.
Die Geländeform begiinstigt die Anlage eines Staudammes. Der Kara-Su-Rud tritt 70 km nordwestlich
von Karmanschah aus einer geschlossenen Juraformation, an die westlich obere Kreide des TuronSenon anschließt. Wie eine breite Bucht des alluvialen Beckens von Kermanschah dehnt sich ein
breiter, ebener Talgrund zwischen den zum Teil
steil aufragenden Kalkbergen. Die weite Talsohle
und die tieferen Schichten unter den durchlässigen Kalken stellen ein riesiges Sammelbecken
- 153 -
oberflächlich ablaufenden Wassers und gleichzeitig einen Grundwasserspeicher dar. Durch die
Anlage eines Staudammes lassen sich die heftigen Winter- und Frühlingsregen sowie die Schmelzwasser des Früh1ings speichern und verteilen. So
wird f'ür die sich schnell entwickelnde Landwirtschaft des Dascht-Mehran ein ausreichender Wasservorrat geschaffen.
Abb. 51: Wehr unterhalb des GondjanchamDammes und Blick auf' die weite
Talsohle mit Kalkmassiven.
f'f')
Y~~E~E:~~~~-!~-~~!~~!~!~~-{!~-~~-!~~!!!~~
!E~~~:;~~~E)
Balucistan war in früheren Zeiten ein reiches
bewässertes landwirtschaftliches Anbaugebiet.
Heute ist es weitgehend verödet. Nur der periodisch wasserführende
Fluß Bampur wurde 12 km
westlich Iranschahr aufgestaut. Es handelt sich
nur um ein kleineres Projekt: Höhe der Stau-
-
154 -
mauer 3,5 m, Länge der Staumauer 60 m, Leistung
2000 1/sec, bewässerte Fläche: 5000 ha.
Die Formation ist reines Alluvium, zum Teil versalzt, im Süden dehnm sich große Sanddünen aus.
Von Bedeutung für die Entwicklung der örtlichen
Landwirtschaft ist weiterhin eine große Anzahl
kleinerer Projekte, die über das Land verteilt
sind und in der Gesamtplanung eine wichtige
Rolle spielen, für deren Umfang zur Zeit aber
noch keine näheren Informationen zur Verfügung
stehen.
c) Noch im Bau befindliche Staudämme
aa)
~~~-§~~~~=~~~~~=~~~~~=~~~~-~~2-~~-~!~!!!s~-!~~
~~f~~~~l
Der Staudamm wird zur Zeit gebaut. Abb. 52 zeigt
das Bett des projektierten Stausees und die im
Bau befindliche Staumauer. Sie erhält eine Höhe
von 100 m. Die Länge der Krone wird 500 m messen, das Bewässerungsgebiet erstreckt sich über
80 -
100 000 ha.
Die Stromerzeugung wird 60 000 KW erreichen. Die
Kapazität des Speichersees wird 1460 MCM betragen.
Dieser Damm wird den Fluß Zayande-Rud aufstauen,
der aus den Jurakalken des Zagros zum Becken von
Esfahan fließt. Südlich von Esfahan bahnt er
sich in breitem, aber tief eingeschnittenem Talboden seinen Weg durch ein Massiv der mittleren
und unteren Kreide (Orbitolinen-Kalkstein), in
das unmittelbar südlich von Esfahan ein Jurastock eingeschlossen ist (unterer bis mittlerer
Jura). Der Talgrund selbst gehört dem Alluvium
an. Die Schichten am Gebirgsfuß bilden ein großes Grundwasserreservoir.
Der Fluß führt im Frühling große Mengen von oberflächlich abfließendem Wasser, das den mittleren,
regen- und zum Teil schneereichen Zagros entwässert. Das gewundene, weit ausladende Flußbett
stellt ein ideales Gelände für einen Stausee dar.
- 155 -
Abb. 52: Staumauer (im Bau) und Bett
des projektierten Schah-AbbasKabir-Dammes.
Geländegestalt und Formation sind auf Abb. 53
~1t
erkennbar. Durch die
weite Tieflands-
bucht mit welligem Alluvium windet sich der
Fluß. In der Ferne sind die umrahmenden, teilweise noch schneebedeckten Kalkgebirge sichtbar. Pyramidenförmig steil abfallende Kalkberge treten unmittelbar an den Fluß heran. Die
Faltung ist ausgeprägt (Abb. 52).
Um auch für das jenseits des Gebirgsstockes gelegene Becken einen Wasservorrat zur Verfügung
zu stellen, wird quer durch das aus weichem
Kreidekalk bestehende Massiv ein Wassertunnel
gebohrt,
der in südöstlicher Richtung bis zum
Gavkhuni-Salzsumpf läuft. Durch den 2641 m langen Tunnel, dessen Inneres durch eine StahlBeton-Konstruktion gestützt wird, wird vom
Schah-Abbas-Kabir-Damm jährlich eine Wassermenge von JOO MCM geleitet
werden.
- 156 -
Abb. 53: Gebiet des späteren
Schah-Abbas-Kabir-Stausees
Esfahan ist der Mittelpunkt eines der wichtigsten Anbaugebiete Mittelpersiens. Das
Projekt sichert dem Becken mit seinem ariden
bis semiariden Klima einen beträchtlichen
Wasservorrat und wird zu einer schnellen Aufwärtsentwicklung der Landwirtschaft führen.
- 157 -
Abb. 54: Tunnel des Schah-Abbas-KabirDammes (Eingang, hufeisenförmiger Querschnitt).
Abb. 55: Inneres
des Tunnels des Schah-
Abbas-Kabir-Dammes.
-
158 -
Für die Weiterleitung des durch den Tunnel des
Schah-Abbas-Dammes zum
ge-
Gavkhuni-Salzsump~
führten Wassers werden Kanalumbauten in großem
Umfange nötig. Sie bereiten in Bezug
au~
die
erheblichen Siekarverluste in den alluvialen
Depositen seines Beckens gewisse Schwierigkeiten. Abb. 56 zeigt die Aushubarbeiten
~ür
einen
Bewässerungsgraben.
Abb. 56: Aushub eines Bewässerungsgrabens
in Nadjaf-Abad,westlich des
Beckens von Esfahan.
Beim Ausheben der Hauptzuleiter, die einen trapezförmigen Querschnitt mit flacher Böschung
aufweisen, werden Schwenkkräne eingesetzt.
Die Zuleitungskanäle werden kilometerweit
am
Fuße der Schwemmkegel entlang in die Ebene
hinausge~ührt.
bauten (s.
s.
Ähnlich wie bei anderen Kanal123) werden die Kanäle mit Be-
tonplatten gegen Siekarverluste ausgekleidet
und zum Schutze gegen Verdunstung streckenweise
mit Steinplatten abgedeckt.
- 159 -
Abb.
57: Zuleitungskanal am Fuße alluvialer
Schwemmkegel mit anstehendem Fels.
Östliches Becken von Esfahan.
Abb. 58: Endverteilergraben in
bei Esfahan.
Nadja~-Abad
- 160 -
nördlich von Schiraz
Zweck des Dammes ist Vermeidung des ungenutzten
Wasserabflusses.
Höhe des Dammes: 64 m
Kapazität des Speichersees: 990 MCM
Elektrizitätserzeugung: 20 000 KW
d) Geplante Staudämme
aa) ~!~~~=~~~~
(in der Nähe des Golfs von Oman) am
Minab-Rud
Bewässerungsgebietr 25 000 ha
bb) Mehrere Dämme am Hirmand-Rud
sind im Gebiet
von Sistan und Balucistan vom Ministerium für
Wasserspeicherung und Stromerzeugung geplant.
den Grenzflüssen zwischen Iran und Irak, zur Versorgung von Kordestan und Kermanschahan liegen
am Ministerium vor. Über die endgültigen Positionen wird noch beraten.
3) Das Zentralplateau
a) Allgemeine Beschreibung
Die nördlichen Teile des Zentralplateaus, vornehmlich die Becken von Ghazwin und von Teheran-Karadj
und die Waraminebene werden vom Elburs und seinen
Vorgebirgen mit Wasser versorgt.
Das Becken von Ghazwin
In diesem Gebiet fördern 688 Kanate jährlich ungefähr 200 MCM, wovon der größte Teil für die Landwirtschaft genutzt wird. Die zur Zeit vorhandenen
Tief- und Flachbrunnen liefern insgesamt 100 MCM,
wovon 25~ in den Haushalten verbraucht werden. 107
dieser Brunnen reichen bis zu einer Tiefe von 120 200 m hinab, 42 davon sind mit Dieselpumpen ausge-
- 161 -
stattet.
Die Hauptwassermenge wird somit bisher von Kanaten
gefHrdert; man muß jedoch mit einem Wasserverlust
von 50 MCM durch unkoutrollierten Abfluß während
des Winters und durch Unregelmäßigkeiten der Wasserführung rechnen. Um auch für den Spätsommer noch
einen genügenden Vorrat an Wasser zu sichern, müssen die Kanate mehr und mehr durch Tiefbrunnen ersetzt werden.
Hierfür wurde ein eigenes Grundwasserprojekt ausgearbeitet, das die FHrderung auf jährlich 350 MCM
steigern
soll, von denen b.isher rund 85% gewonnen
werden. Hierfür sind 18 Tiefbrunnen geplant, die
bis zu 300 m Tiefe hinabreichen. Davon sind bereits
12 vollendet. Das Programm sieht 143 mittlere Brunnen (Tiefe 120 - 200 m) vor.
Nach bisherigen Erhebungen (43) hat die intensive
Wassernutzung während der vergangeneu 5 Jahre den
Grundwasserspiegel jedoch deutlich abgesenkt. Darauf wird bei
der Weiterführung des Projektes Rück-
sicht genommen werden müssen.
Das Becken von Teheran-Karadj
Hier zählt man insgesamt etwa 950 Tief-, Flach- und
Versuchsbrunnen~
von denen 700 genutzt werden. In
dieser Zahl sind 400 Tiefbrunnen, 7 Quellen und
290 Flachbrunnen enthalten.
Die jährliche Leistung der Flachbrunnen beträgt 224
MCM, die FHrderung der Tiefbrunnen liegt bei 375 MCM,
bei einer durchschnittlichen FHrderung von 60 1/sec.
Der grHßte Tiefbrunnen leistet 120 1/sec.
Die Zahl der Kanate beträgt ca. 470 mit 230 MCM
Wasserlieferung pro Jahr. Die hHchste Kapazität beträgt 270 1/sec; der Durchschnitt der FHrderung ist
mit 30 1/sec anzusetzen. Die Leistung der Kanate ist
jedoch von den Schwankungen des Grundwasserspiegels
abhängig. Die grHßte Leistung wird Ende Juni erreicht, bis zum Januar nehmen die Mengen mehr und
mehr ab, um dann wieder anzusteigen. Von den 145 Ka-
- 162 -
naten trockneten während der letzten 15 Jahre durch
Veränderung des Grundwasserspiegels 140 aus.
Aus Kanaten kann rund 8 Monate, aus Brunnen nur 6
Monate Wasser entnommen werden. Von dem so gewonnenen Wasser geht sehr viel verloren, zum größten
Teil in den Wintermonaten. So fließen jährlich etwa
5 MCM Grundwasser und 88 MCM Oberflächenwasser aus
dem Becken von Teheran ab, und zwar 50 MCM ins Waramin-Becken, 20 MCM ins Ghazwin-Becken und etwa
18 MCM in Salzsümpfe. Ein beträchtlicher Teil des
verfügbaren Wassers wird ftir die Bewässerung von
Obstgärten verwandt, der Rest ftir den Ackerbau,·
Die Wasserbilanz läßt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Jährlicher Zufluß zum Grundwasser
475 MCM
Jährlich genutztes Wasser einschl.
460 MCM
des Abflusses aus dem Becken
Verdunstungsverluste (Inneres des
15 MCM
Beckens bei hohem Grundwasserspiegel)
Das Karadj-Schahriar-Projekt beabsichtigt eine VerVerbesserung der Wasserbilanz. Es sieht neben der
Bohrung von Tief- und Flachbrunnen vor allem den
Ausbau von Großprojekten vor.
1956 -
1960 wurde der Karadj-Damm vollendet, der
einen gewaltigen Wasserspeicher darstellt. Er si-1'.!1
~"
•
chert die Wasserversorgung von Teheran, reguliert
die Wasserlieferung ftir landwirtschaftliche Zwecke
und liefert elektrische Energie. Insbesondere lassen sich Hochwasserverluste durch den Damm vermeiden. Außerdem wird ein Teil des aufgestauten Wassers
zur Anlage von Fischzuchten benutzt (36, 46).
Die Waramin-Ebene
Dieses Gebiet weist ca. 310 Kanate mit einer Förderung von 99 MCM, 137 Tiefbrunnen und 103 Flachbrunnen mit einer Gesamtförderung von 136 MCM auf, ins-
-
163 -
gesamt rund 240 MCM. Dazu sind noch 81 Quellen vorhanden, deren Förderungsleistung nicht näher ausgewiesen ist. Eine Übersicht der Wasserversorgung
sieht gegenwärtig folgendermaßen aus (39, 43)1
Grundwasserzuflüsse aus Regenfällen, Hochwasser, Versickerung von Flüssen und an
den Bewässerungsgräben
240 MCM
Förderung von Grundwasser durch Kanate
und Brunnen
234 MCM
Abfluß von Grundwasser
6 MCM
Eine Erhöhung dieser Wasserkapazität ist unbedingt
nötig, da 80 MCM nach Teheran abzuführen sind. Aus
diesem Grunde wurde mit dem Ausbau eines Großprojektes, des Laitan-Dammes am Djadj-Rud, bereits begonnen. Dadurch soll die Verminderung des Potentials
durch die genannte Wasserabgabe ausgeglichen werden.
Den wachsenden Anforderungen der Landwirtschaft in
diesem Gebiet wird man aber in erster Linie durch
Verbesserung der Bewässerungstechnik und der Anbaumethoden gerecht werden können.
Südwestliche, südliche und östliche Randgebiete
Die
Wasserversor~lng
dieser im ariden Klima Süd-
und SUdostpersiens gelegenen Gebiete mit ihren hohen
Temperaturen ist nur mangelhaft, zudem erschwert
die Gefahr der Versalzung häufig eine sinnvolle Bewässerung. Einzelne Teile dieser Zonen wären jedoch
stellenweise fruchtbar. So war das Rarnun-Gebiet
in Sistan - die Mündungszone des Hilmend - früher
für seine Fruchtbarkeit bekannt. Auch im Becken
von Balucistan wurde einstmals erfolgreicher Anbau
betrieben. Durch eine planmäßige Wiedererschließung
der Grundwasservorkommen, durch Wiederinstandsetzung alter Bewässerungsanlagen und vornehmlich durch
moderne Entsalzung ließe sich hier gutes Kulturland
wiedergewinnen.
Teilweise werden diese Bemühungen aber vergeblich sein
da die Versalzung bereits erheblich fortgeschritten
- 164 -
ist, wie
im Mündungsgebiet des Hamun.
Dort nehmen
Solontschak- und Solonetzböden, vermischt mit salzhaltigem Alluvium und im Westen rlankiert von salz-.
haltigem Eocän breiten Raum ein. Stellenweise tritt
aber fruchtbares, nicht salzhaltiges Alluvium hervor.
In einigen Teilen dieser ariden Randgebiete und auch
im inneren Becken sind mehrere Projekte zur
Berei~­
stellung von Wasser inzwischen fertiggestellt worden,
weitere sind geplant. In dieser überwiegend bisher
wenig fruchtbaren Gegend liegen auch die Gebiete von
Kerman, Yazd und Nain, in denen sich der Anbau jedoch zum großen Teil auf Oasen beschränkt. Inzwischen
liegen neuere Zahlenangaben aus Kerman mit 224 Kanaten und aus Nain mit 99 Kanaten ohne Leistungsangaben vor.
Flir diese
an sich wichtigen Anbauzentren besteht
zwar ein eigenes Projekt, das jedoch nicht sehr erfolgversprechend ist.
Das gesamte Grundwasservorkommen dUrfte hier 87 MCM
betragen, davon werden 78 MCM, das sind 95% durch
Kanate und Brunnen genutzt. Wegen der Wichtigkeit
dieser Anbaugebiete ist die Erschließung weiterer
Grundwasservorkommen geplant {4J).
Zur Wasserversorgung des Zentralplateaus liegt ein
eigenes Programm flir verschiedene Großprojekte vor.
b) Fertiggestellte Staudämme
aa)
~~~~~~=~~~~-{~~~~~~~~=~~~!~!!:~~~~2-~~-~j~~J:
~~~-l~~~~~!~=~~~~~l
Höhe des Dammes:
107 m
Länge des Dammes an der Krone: 450 m
.Bewässerte Fläche:
JO 000 ha
Wasserlieferung nach Teheran:
80 MCM
Wasserlieferung flir Waramin:
Elektrizitätserzeugung:
Bauzeit:
1964 - 1967
160 MCM
75 000 0 0 0 KliTJ-y'J ahr
- 165 -
Der Leitan-Damm sammelt das vor allem zur Zeit
der Schneeschmelze in großen Mengen
lich
ablau~ende
80 MCM Wasser
Wasser. Er stellt
~ür
ober~läch­
unge~ähr
Teheran bereit. Als Auswir-
kungen des Baues ist mit einer Absenkung des
Grundwasserspiegels zu rechnen.
Als Großprojekt verbleibt der
bb) ~~E~~J:~~~~-{~~~E:~~~!E:~~~~2
Daten: Wehr-Überlau~:
1450 cbm/sec
Schleusentore:
10 x
10 m
Länge des Dammes an der
J90 m
Krone:
Kapazität des Speichersees: 205 MCM
HHhe des Dammes:
180 m
Htlhe über NN:
1765 m
Elektrizitätserzeugung:
90 000 KW
Verteilerdamm: Die Turbinen arbeiten meist bei
Nacht, wenn der
Bedar~
an Bewässerungswasser
gering ist. Aber auch das Wasser zum Treiben
~Ur
die Turbinen wird hinter einem Verteiler-
damm gespeichert und je nach
wirtscha~tliche
Bedar~
~ür
oder Haushaltszwecke
land-
~reigegeben.
50 m
GrHßte Höhe:
Länge der Dammkrone:
110m
Kapazität des Reservoirs
hinter dem Verteilerdamm:
7J5 000 cbm
Durch den Amir-Kabir-Damm wird der Karadj-Rud
au~gestaut.
Es handelt sich um einen Mehrzweck-
damm. Er dient
a) der Wasserversorgung von Teheran,
b) der Speicherung und Verteilung von Wasser ~Ur
die
landwirtscha~tliche
Bewässerung
c) der Lie~erung von elektrischer Kra~t ~Ur Haushalte und Industrie
d) der VerhUtung von Hochwasserschäden
e) der Scha~~ung von Fischteichen und Fischbrutanstalten.
- 166 -
Die
Wasser~ührung
(217 MCM 1959,
des Karadj-Rud ist ergiebig
242 MCM 1961), ist aber jahres-
zeitlichen Schwankungen (9 - 52 MCM 1959, 9 68 MCM 1961) unterwor~en, wobei das Maximum
im Herbst und Winter liegt. Die
Wasser~ührung
des Karadj-Rud ist auch im Juni (35 bzw. 42 MCM
1959 bzw.
1961) bedeutend, da die Schmelzwasa~r
den Karadj auch im Frühsommer, der Zeit des
höchsten
Wasserbedar~es
der
Landwirtscha~t·,
noch
speisen. Durch den Damm kanndieser kostbare
Wasservorrat gespeichert und verteilt werden (32).
Der Damm
be~indet
sich am Fuße des Elburs und
zwar am oberen Ansatz der großen Schuttkegel,
also in der Zone, in der die Grundwasserspeicherung einsetzt, sozusagen im Gebiet des "dynamischen Grundwasserspiegels".
Die
~Uhrende
Formation ist vulkanisches Eocän
mit den
~ür
das Elburs-Gebiet typischen grünen
Tu~~en,
das an Alluvium grenzt.
Der Bau dieses Dammes wird auf den gesamten Wasserhaushalt der Provinz nicht unerhebliche Auswirkungen haben. Vor seinem Bau waren die Versickerungsverluste verhältnismäßig gering, da
auch die landwirtschaftliche Erzeugung nur einen
geringen Umfang aufwies. Die Kanate waren sehr
ergiebig, die Anzahl der Brunnen nicht groß.
Unmittelbar nach dem Bau des Dammes hob sich
der Grundwasserspiegel, gleichzeitig nahm die
Beanspruchung des Grundwassers zu, da die Landwirtschaft intensiviert und eine große Anzahl
von Brunnen für Bewässerungszwecke gebohrt wurde. Mit der Zunahme der
landwirtscha~tlichen
Produktion wuchsen auch die Sickerverluste, doch
hielt die größere Entnahme der verstärkten Infiltration etwa die Waage.
Als dauernde Auswirkungen sind zu nennen:
1) Die anfängliche hohe Versickerung hinter dem
Damm hat den Grundwasserspiegel gehoben, an
-
167 -
einigen Stellen des Beckens mitunter um einige Meter.
2) An anderen Stellen sank er wegen der erhöhten
Entnahme ab.
3) Die Veränderungen des Grundwasserspiegels
sind im allgemeinen gering. Die erhöhte Ausbeute des Grundwassers hat einen allgemeinen
Anstieg des Grundwasserspiegels, besonders
in Flußnähe, verhindert.
4) Durch Betonierung der Kanäle wird die Speisung
des Grundwassers durch Sickerwasser eingeschränkt. Diese Kanäle sollen 160 cbm/sec ver,teilen, die sonst in das Grundwasser gesickert
wären ( 36).
Abb. 59: Amir-Kabir-Damm (KaradjProjekt)
Erbaut
1958
Planung durch die Harsa-Gesellschart
Bauherr: Planorganisation
Ausri.ihrung: Morison-Nodson-Gesellschaf't
- 168 -
c) Geplante Staudämme
aa)
~J!~~!!:~~~~-~~-~~!!!:~~~-!~-~~~~~~
Höhe des Dammes:
14.5 m
Kapazität des Speichersees: .500 MCM
Elektrizitätserzeugung:
3.5 000 KW
Bewässerungsnutzung:
32.5 MCM
bb) Taleghan-Damm am Schahrud in Ghazwin
------------------------------------
68 m
Kapazität des Speichersees: 195 MCM
Höhe des Dammes:
Elektrizitätserzeugung:
20 000 KW
Bewässerungsgebiet:
SO - 70 000 ha
Der Rawur endet in der Kawir, der Damm soll seine
Wässer gewinnbringend nutzen. In der extrem ariden Provinz Karman ist Wasser mehr als in allen
anderen das wichtigste Problem.
Höhe des Dammes:
100 m
Kapazität des Speichersees: 25 MCM
Mehrere Dämme sind flir das wichtige Anbaugebiet
der Waramin-Ebane in Zusammenarbeit mit der FAO
vom Ministerium geplant. Zweck der Dämme ist Bereitstellung von Bewässerungswasser und Stromerzeugung.
4) Die Provinz Aserbeidjan
a) Allgemeine Beschreibung
Entlang dem Nord- und Ostufer des Urmia-Sees liefern Kanate und Brunnen insgesamt 225 MCM Wassf!'I".
Nach Erhebungen von Wahidi (68) gibt es hier insgesamt 302 wasserführende Kanate, davon in Tabriz
212, in Maku 73 und in Miandoab 17. Über die Brunnen
liegen keine genauen Zahlen vor.
Man vermutet, daß noch weitere 21 MCM im nördlichen
Teil des Gebietes verfügbar sind. Die Erschließung
- 169 -
von Wasservorräten hat in Aserbeidjan Zukunft. Die
geologische und hydrologische Forschung, die Grundlagen für die praktische Ausbeutung der Wasservorräte liefert, ist noch nicht abgeschlossen.
Die hervorragende Qualität des Bodens von Aserbeidjan lohnt einen beträchtlichen Aufwand für sachgemäße Bewässerung. Die oberflächennahen Grundwässer
sind wie auch die Wässer gewisser, salzhaltigen Formationen zufließender Flüsse für die Bewässerung
wenig geeignet. Sowei.t sie verwendet werden, muß
durch sorgfältige Dränung eine weiter um sich greifende Versalzung vermieden werden. Die tieferen Grundwasserstockwerke enthalten hingegen Wasser hoher
Qualität. Die Wasserförderung durch Brunnen, insbesondere Tiefbrunnen, hat somit erstrangige Bedeutung
und müßte in weit höherem Maße ausgebaut werden, vor
allem, wenn Grundwasservorkommen aus salzfreien
Grundwasserstockwerken genutzt und zu entfernteren
Anbauflächen geleitet werden,können.
Ferner verspricht die Nutzung von Oberflächenwasser
aus Flüssen mit süßem Wasser Erfolg. Allerdings
sind hier überdachte und betonierte Gräben zur Weiterleitung des Wassers erforderlich.
Die Speicherung von Wasser für die landwirtschaftlich noch weitgehend unerschlossenen Gebiete steht
erst am Anfang. Fertiggestellte Großprojekte gibt
es noch nicht: Auch ist das gesamte Programm noch
nicht gänzlich fertiggestellt.
b) Noch im Bau befindliche Staudämme
Höhe des Dammes:
38 m
Elektrizitätserzeugung:
42 000 KW
Kapazität des Speichersees:
1
Bewässerungsgebiet:
70 000 ha
350 MCM
Gemeinschaftsprojekt zwischen Iran und UdSSR
bb) Schahpur-Damm am Mahabad im westlichen Aserbeidjan
--------------------------------------------------
Höhe des Dammes:
46,5 m
-
170 -
Länge der Krone:
Kapazität des Speichersees:
700 m
230 MCM
Elektrizitätserzeugungt
S 7SO KW
Bewässerungsgebiet:
20 000 ha
cc) Kurosch-Kabir-Damm im westlichen Aserbeidjan
----------------------------------------------------------------------------------------
am Zarineh-Rud 8S km sildwestlich von Miandoab
Höhe des Dammes:
SO m
Länge der Krone:
620 m
Kapazität des Speichersees:
6SO MCM
Elektrizitätserzeugung:
10 000 KW
Bewässerungsgebiet:
9S 000 ha
dd) Noruzlu-Damm
Der Damm staut den Zarineh-Rud etwa 1S km sildwestlich von Miandoab auf.
Höhe des Dammes:
8
Länge der Dammkrone:
SOO m
m
Kapazität des Speichersees: liegt noch nicht
genau fest.
Bewässerungsgebiet: Anfangs SO 000 ha, später
sollen zusätzlich 3S 000 ha
in der Nähe von Razayeh von
dem Damm aus bewässert werden.
ee)
~2~~~~=~~~~-22-~~-~~~!!!~~-!2~-~2~~~~-~~-!!~~~~
i~~~~l
Es handelt sich hier - wie beim Aras-Damm - um
ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden Länder
Iran und UDSSR. Auch hier werden die Kosten
gemeinschaftlich getragen.
I
Bewässerungsgebiet:
80 000 ha LN
Stromerzeugung:
22 000 KW
(Zuleitung des Stroms nach Tabriz, Khoy und Maku).
-
171
-
c) Geplante Staudämme
aa) Tang-Baron-Damm in Maku am Sangmar-Rud
--------------------------------------
Höhe des Dammes:
80 m
Kapazität des Speichersees:4oo MCM
bb) Für das Gebiet westlich des Urmia-Sees
--------------------------------------
sind noch einige Projekte vorgesehen, die jedoch noch keine feste Gestalt angenommen haben.
Sie befinden sich erst im Stadium der Vorplanung bei den zuständigen Ministerien.
5) Das Elbursgebirge
Die Erschließung der reichen Wasservorräte des Elburs
innerhalb der eigentlichen Gebirgszone stößt auf große
Schwierigkeiten. Hemmend wirkt sich die Unwirtlichkeit
und die schlechte Zugänglichkeit dieses Landesteiles
aus. Das Wasser müßte über sehr weite Strecken hinweg
zu den Ackerba.ugebieten·geleitet werden. Die Böden
der Elburszone selbst sind meist flache Lithosole, die
sich für den Bewässerungsfeldbau nicht eignen.
Einer planmäßigen Nutzung der Wasservorräte stehen somit große Hindernisse entgegen. Verbesserung kann die
intensivere Ausnutzung der unter den Schwemmfächern der
Randgebiete an den südlichen Hängen vorhandenen Grundwasservorkommen bringen. Sie werden in den bereits dem
zentralen Becken zugehörigen südlichen Randgebieten
zum Teil schon durch Kanate und Tiefbrunnen genutzt.
Dagegen eignet sich ein Gebirgsland zur Anlage von Stau.
dämmen, mit denen Oberflächenwasser gespeichert wird.
Das Sefid-Rud-Großprojekt liegt im Elburs, es wird aber
erst bei der kaspischen Küstenebene besprochen, da es
in erster Linie der Versorgung der Provinz Gilan in
ihrem westlichen Teil dient.
6) Das Gebiet von Maschhad und die Kopet-Dagh oder
Turkeman-Khorassan-Kette nordöstlich des Elburs
Diese östlich an den Elburs anschließenden Gebirgsketten haben semiariden bis ariden Charakter. Insbe-
-
172 -
sondere leiden die Becken an Wassermangel. Die Wasserführung der Flüsse ist unregelmäßig. Die Grundwasserförderung wird deshalb in diesem Gebiet den Vorrang
vor der Nutzung des Oberflächenwassers haben. Günstig
ist, daß salzhaltiges Miocän nur auf bestimmte Stellen
beschränkt ist, so daß die Qualität des Wassers als gut
zu bezeichnen ist. Mit technischen Hilfsmitteln, vor
allem durch Tiefbrunnen, werden sich bisher unerreichbare Wasser bester Güte erschließen und landwirtschaftlich nutzen lassen, wenn eine Intensivierung der Grundwasserförderung eingesetzt hat.
Einige Projekte zur Speicherung von Oberflächenwasser
werden am Kaschf-Rud und am Harir-Rud erwogen, ferner
sollen Grundwasservorräte erschlossen werden. Insgesamt ist die Bewässerung von 25 000 ha vorgesehen. Fertige Pläne liegen noch nicht vor. Nach Erhebungen von
Wahidi (68) sind heute insgesamt 430 wasserführende Kanate in dieser Provinz vorhanden, davon finden sich 272
in der Nähe von Maschhad,
158 bei Semnan.
7) Das Kaspische Küstengebiet
a) Allgemeine Beschreibung
Das Kaspische Küstengebiet zeichnet sich durch großen Wasserreichtum aus. Insbesondere der westliche
Teil ist außerordentlich regenreich. Bisher wurde
dieses Wasser
noch nicht intensiv genutzt, aber
infolge der sprunghaften Entwicklung der Landwirtschaft ist in den letzten Jahren ein Wandel eingetreten. So wurden im südlichen·. Teil der Gorgan-Ebene
mehrere hundert artesische Brunnen gebohrt. Leistungsdaten stehen nicht zur Verfügung.
Einen weiteren Wasserlieferanten von sehr großem
Ausmaß bildet der Elburs. Als Wasserscheide entwässert er sowohl zu den nördlichen Randbecken des
Zentralplateaus als zur Küstenebene des Kaspischen
Meeres. Der bedeutendste Fluß ist der Sefid-Rud, der
im Hochland von Aserbeidjan, und zwar
Un
Sahand-
Sawalan-Massiv entspringt und den Elburs durchbricht.
- 173 -
Wo er in die Kaspische Ebene hinaustritt, wurde er
durch den Schahbanu-Damm auf' gestaut.
Eine Anzahl kleinerer Staudämme sichert die Wasser\
versorgung der landwirtschaf'tlich hochbedeutsamen
Ebene an der Küste des Kaspischen Meeres.
Wie in der Küstenzone des Persischen Golf'es haben
auch im Kaspischen Küstengebiet die Kanate wenig Bedeutung. In Mazandaran und Gorgan bef'inden sich 5
Kanate.
Einige kleinere Staudämme wurden im Kaspischen Küstengebiet errichtet, weitere bef'inden sich im Bau bzw.
sind geplant.
b) Fertiggestellte Staudämme
aa)
~~~-~~~~~~~!~~~=~~~~-~~~-~~~~~!
An den Steilhängen der Vorberge des Elburs f'ührten die wolkenbruchartigen Regen of't zu verheerenden Überschwemmungen. Daher wurde dieser Damm
in erster Linie als Hochwasserschutz gebaut. Er
dient vorwiegend der Elektrizitätserzeugung
und bewässert daneben noch 6000 ha landw. Nutzf'läche.
bb)
~~~-~~~~~=~~~=~~~~-{~~~~~~~~~=~~~~~=~~~~2
Provinz Gilan
Der Sef'id-Rud, der bedeutendste Fluß Nordirans,
wird an der Einmündung des ebenf'alls wasserreichen Ghizil Uzan durch die höchste Pf'eilermauer
der Welt auf'gestaut. Sowohl Gelände als auch
geologische Verhältnisse sind an dieser Stelle
f'tir die Anlage eines Dammes und Stausees sehr
gut geeignet. Der Stausee gehört zu den 20 grtlßten der Erde.
Die großen Wassermassen der beiden Ströme können
auf' diese Weise rationell genutzt werden. Vor dem
Bau des Dammes f'lossen jährlich 2 300 MCM ungenutzt ins Kaspische Meer. Heute erstreckt sich
das mit Wasser des Sef'id-Rud bewässerte Gebiet
- 174 -
Uber 238 000
sich
au~
ha, der jährliche Nutzen
beläu~t
160 Mill. DM.
Daten des Dammes: 30 P~eiler im Abstand von 14m,
höchster
P~eiler
106 m hoch,
Schacht-Schleusen-System
Länge der Dammkrone: 425 m
Unterschied zwischen dem Spiegel des Reservoirs und des Flusses: 6J m
Kapazität des Speichersees:
1 800 MCM
FUn~
Turbinen mit 17 500 KW Ka-
pazität erzeugen zur Zeit
87 500 KW; eine Steigerung ist
in
Zukun~t
Mit der Elektrizität des
im Ghazwin-Gebiet auch
nQch
zu erwarten.
Se~id-Rud-Dammes
Tie~brunnen
sollen
betrieben wer-
den.
Der Wasservorrat des
Se~id-Rud-Dammes
kommt in
erster Linie trockenen Ackerbaugebieten zugute.
Für die nahe gelegene Provinz Gilan besteht der
hauptsächliche Nutzen in der Energiegewinnung.
Abb. 60:
Se~id-Rud-Damm
in Gilan
(Schahbanu-Farah-Damm)
Erbaut 1954 - 1961
- 175 Abb. 61
Geologische Skizze
des
Se~id-Rud-Dammes
(nach 47)
in Gilan
(Schahbanu-Farah-Damm)
Rud
Oberer Jura
Unt.u. Mittl. Jura
Vulkan. Gesteine
Neutral
Plio- Pleistocän
Vulkan. Eocän grüne
Elbursschichten
D
Unt. u. Mittl.
Kreide
•
J(
Alluvium
Staudamm
Mioc.än
Vulkanisches Eocä.n mit grUnen
Elburs-Tu~f'en
herrscht vor.
Im SUden grenzt unmittelbar Kreide, Jura und vulkanisches
Gestein an. Die Talsohle unterhalb der Staumauer wird von
diluvialen Terrassen gesäumt.
- 175a -
cc)
!~E~~=~~~~-~Z~~~-!~~-~~~~~~~~~=~~~~
16,6 km unterhalb des Schahbanu-Dammes wird das
Wasser nochmals aufgestaut und dann durch den
51 km langen Borformen-Tunnel in das Gebiet von
Gilan geleitet, wo insgesamt 60 000 ha bewässert
werden.
Kapazität des Speicherseesr
4,9 MCM
Länge des Dammes:
250 m
Elektrizitätserzeugung:
J 000 KW
Länge des Wassertunnelsz
16 644 m
c) Noch im Bau befindliche Staudämme
60 km
von Gorgan
entfernt am Gorgan
Höhe des Dammes:
18 m
Kapazität des Speichersees:
45 MCM
Bewässerungsgebiet:
20 000 ha
d) GeElante Staudämme
aa)
~~~~~~~~!!:_~~~=~~~~!.-~2_!;~_!2'2-~~~~~~!~E-!~-~~~~=
~-!IE_~~ß~~=~~~!~!
Höhe des Dammes:
60 m
Kapazität des Speicherseest 35 MCM
- 176 -
E. Ausblick in die Zukunft
Die Wasserversorgung ist die wichtigste Grundlage der
Landwirtschaft Irans. Ihre zukünftige Verbesserung ist
eine Lebensfrage für das iranische Volk und der Schlüssel
zum wirtschaftlichen Aufschwung überhaupt. Die Bereitstellung genügend großer Wasservorräte und ihre rationelle
Nutzung ist ausschlaggebend für die Intensivierung der
Landwirtschaft und die Erschließung kulturfähigen Landes,
darüber hinaus aber auch die Voraussetzung für das Aufblühen
eigenständiger Industrie und von besonderer Bedeutung für
die Energie- und Wasserversorgung der ständig wachsenden
Städte.
Weite Teile des Landes harren noch der Erschließung, die
bisher am Wassermangel scheiterte. Die Güte des Bodens
würde in den meisten Fällen eine Bewässerung rechtfertigen.
Die persischen Btlden sind nämlich häufig reich an mineralischen Pflanzennährstoffen, wenn auch arm an organischer
Substanz. Dieser Mangel würde sich jedoch mindern lassen,
da sich die Krume bei intensiver Bebauung und sachgemäßer
Düngung allmählich mit organischer Substanz anreichert,
selbst wenn man einen schnellen Abbau der organischen
Rückstände im Boden als Folge einer Intensivierung des
Ackerbaus in Rechnung stellen muß. Gleichzeitig mit der
Zunahme an organischen Stoffen würde sich auch der Stickstoffgehalt des Bodens erhöhen.
Auch vom biologischen Standpunkt aus betrachtet, sind zumindest die Böden in den Anbaugebieten des Nordens günstig
zu beurteilen. In Anlehnung an Arbeiten von Gg. Hoffmann
(28) stellte Elias-Azar (17) dort eine rege Aktivität der
Bodenenzyme .'fest. Im Süden und Südosten des Landes dürften die biologischen Verhältnisse hingegen weniger günstig
sein.
Ungeachtet gewisser Qualitätsunterschiede muß auf die
Dauer gesehen, das noch brachliegende ungeheure Bodenpo;..
tential genutzt
werden, um die auch im Iran ständig wach-
sende Bevtllkerung ausreichend ernähren zu können. Hierzu
ist es aber nötig, daß für die Urbarmachung Wasser in großen Mengen zur Verfügung gestellt wird.
-
177 -
I. Wasserbilanz
Die Grundlage von Verbesserungsvorschlägen für die Zukunft ist die Aufstellung einer möglichst genauen Wasserbilanz für den gegenwärtigen Zeitpunkt. Die jUngsten Aufstellungenilber den gesamten Wasserumsatz Irans stammen
von Wahidi (69) und von Gandji (24). Die Bilanz von~
-
hidi ist in Abb, 62 wiedergegeben. Man erkennt darin 3
besonders große Verlustquellen, nämlich:
1. Die höhe unproduktive Evapotranspiration von Nichtkulturpflanzen und offenen Bodenoberflächen (60,2
% der
jährlichen Niederschlagsmenge)~
2. Verdunstungs- und Versickerungsverluste des für die
Bewässerung entnommenen Wassers {6,4% der jährlichen
Niederschläge, ca. SO% der genutzten Wassermenge),
3. Der hohe ungenut.zte Abfluß an Oberflächenwasser (15,8%
der Jahresniederschläge).
An diesen 3 Stellen müssen die Maßnahmen zur zukünftigen
Verbesserung der Wasserbilanz einsetzen.
Besonders schwerwiegend ist die unproduktive Verdunstung
von unbewachsenem Boden, die deshalb so außerordentlich
groß ist, weil das Sättigungsdefizit bei der geringen
Luftfeuchtigkeit, der starken Sonneneinstrahlung und der
oft heftigen Luftbewegung besonders hoch ist.
beut~i.cl:ilr
noch als die Gesamtbilanz lassen die Erhebungen an einigen Wetterstationen das Ausmaß dieser Verluste in den
trockeneren Landesteilen erkennen,
Tabelle 14
Niederschläge und Verdunstung in einigen
Wetterstellen (nach 24)
Station
Ni.ederschläge
mm
Babolsar
(Nordiran)
823,5
947,5
Te heran
Khusistan
Kawir
220,0
235,7
50,6
2 962,0
J 735,2
Verdunstung durch Verhältnis Regen
Böden u.Pflanzen Verdunstung
mm
J 111 ' J
1 : 1
1 : 13
16
1
1 • 62
.
.
Abb. 62
Gesamte Wasserbilanz für Iran
( nach Wahidi 69 )
Jährt iche Niederschläge
450 MDCM=100%
/
Evapotran s pirat ion
320 MDCM= 71,1%
/
/~
Unproduktiv
271 MDCM = 60)%
~
Zufluß aus den
Niederschlägen
130 MDCM = 28,9%
Grundwasserzuflu ß
20 MDCM =4,4%
Produktiv
49 MDCM::10,9%
Oberflächenwasserzufluß
110 MDCM=24.5%
•
Genutztes Oberflächen-u.
Grundwasser
66 MDCM = 14.7%
I
I
Wald
Feld
28 MDCM 21 MDCM
= 6.2%
=4.7%
~
Nicht genutzter Zu fluß
aus Niederschläg en
64 MDCM= 14.2 o/o
Zur Bewässerung entnommen
65 MDCM=14,4%
Städte
und
Verluste
Ungeeignet
durch Verwegen
Industrie Genutzt
MDCM Slckerung u. Versatzung
1 M DCM 29
Verdunstung
: QJDJ0 : 6.4 Ofo
29 MDCM
7 MDCM
1
Gesamte für produktive Zwecke genutzte
Wassermenge
79 MDCM=1'~6%
= 6,4 .,.
=1, 6 .,.
Gesamte unproduktive
Wassermenge
371 MDCM = 82.4%
- 179 -
Sogar im feuchteren Norden Irans gibt es Gegenden, in denen die Verdunstung geringfügig h5her ist als die Niederschlagsmenge, so daß ein Quotient von ca. 1 zustande kommt.
In Teheran. überwiegt die Verdunstung bereits um das 13fache,
im Inneren der Wüste beträgt das Verdunstungspoten-
tial sogar das 62-fache der Regenh5he. Diese Überschüsse
stammen aus Oberflächenwasser, das die Flüsse aus den Gebirgen mitbringen.
1 JO Mr.Ot, das sind ca. 29% der jährlichen Niederschläge,
bleiben als Grundwasser bzw. Oberflächenwasser erhalten
(69).
Rund die Hälfte davon (66 MDCM) wird in für eine Nutzung
gebaute Anlagen geleitet. Diese k5nnen jedoch nur einen
Teil des zugeführten Wassers ausnutzen, den Wahidi auf 29
MDCM schätzt.
Nach Gandji (24) verteilt sich die effektive Nutzung wie
folgt:
Tabelle 15
Landwirtschaftliche Nutzung
MDCM
JO
Menschliche Nutzung (25 Mill.Einwohner,
1/ je Ei.nw. u. Tag)
so
0,450 MDCM
Tierische Nutzung jeder Art
1,550 MDCM
Insgesamt
J2
Er setzt also einen etwas höheren
Gesamtw~rt
MDCM
als Wahidi
ein.
Von den 66 MDCM des für die Nutzung bestimmten Wassers
sind
7 MDCM infolge Versalzung für die Bewässerung unge-
eignet und scheiden somit aus der Menge des geförderten
Wassers aus. Weitere 29 MDCM gehen verloren'
aa) durch nicht fachgemäße Pflanzenkultur
bb) durch hohe Durchlässigkeit der Böden
cc) durch Unregelmäßigkeit und Unebenheit des Geländes
dd) durch Verdunstung während der Bewässerung
ee) durch die Nutzung alter Kanate und schlecht gefaßter
Quellen.
Etwa eine gleichgroße Menge des für die Nutzung bestimmten
- 180 -
Wassers, das durch Nutzungsanlagen tatsächlich erfaßt
wird (auch 29 MDCM), fließt somit ab, ohne daß eine Möglichkeit besteht, es produktiv zu nutzen.
Über die Verluste, die durch Abfluß in die Seen und beiden
Meere entstehen, gibt Gandji folgende Übersicht&
Tabelle 16
Abfluß in MDCM
Gewässer
6
Kaspisches Meer
Persischer Golf und
Golf von Oman
34
4,5
5,5
Rezayeh-See (Urmia-See)
Andere Seen
50
Insgesamt jährlich
Berücksichtigt man die Verdunstungs- und Versickerungeverluste vor allem auch der kleinen periodischen Flüsse,
deren Wasserstrom nicht als Oberflächenwasser zu den oben
genannten Auffangbecken gelangt, so erhöht sich obiger
Wert noch beträchtlich, so daß die von Wahidi angegebene
Zahl von 64 MDCM sicherlich erreicht wird.
Zusammenfassend kann man feststellen, daß von der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge von
450 MDCM bzw. nach
Abzug der Evapotranspiration von den für
~ine
geplante
Nutzung tatsächlich zur Verfügung verbleibenden Niederschlägen (130 MDCM) gegenwärtig nur 30 MDCM, d.h. 23%
dieser Menge bzw. nur 6,7
% der
Gesamtniederschläge wirk-
lich ausgenutzt werqen.
Selbst, wenn man den Streuungsbereich einer so globalen
Aufstellung, wie sie Wahidi (69) gemacht hat, berücksichtigt und davon ausgeht, daß es immer nur möglich sein
wird, einen Teil der abfließenden und versickernden Niederschläge für die Nutzung zu erfassen, so muß die Bilanz
der gegenwärtigen Wassernutzung doch als unbefriedigend
und verbesserungsbedürftig bezeichnet werden. Dies gilt
selbst dann, wenn man die sehr unregelmäßige Verteilung
der Niederschläge und der Wasservorräte berücksichtigt
(Abb. 1 und Karte 2).
-
181 -
Aus dieser Abbildung geht hervor, daß nur der Norden und
der Nordosten von Iran im Bereich der hohen Gebirgszüge
Niederschlagsmengen von über 1000 mm erhält, während der
weitaus größere Teil des Landes kaum nennenswerte Niederschläge empfängt.
II. Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserbilanz
In künftiger Zeit reduzierbare Wasserverluste entstanden
bisher vornehmlich dadurch, daß
a) rund die Hälfte des durch Bewässerungsanlagen erfaßten
Wassers ungenutzt blieb (jährlich 29 MDCM)
b) eine nicht unbeträchtliche Wassermenge durch Versalzung
unbrauchbar wurde (jährlich 7 MDCM)
c) rund die Hälfte der theoretisch jährlich nutzbaren Niederschläge ungenutzt abflossen (jährlich 64 MDCM).
Die Pläne zur Verbesserung der Wasserbilanz müssen somit
darauf hinzielen, diese bisher ungenutzten Wasserreserven
im Rahmen des Möglichen weitestgehend heranzuziehen. Ergänzende Möglichkeiten, die mit diesen Maßnahmen erzielbaren Verbesserungen der Wasserbilanz wirklich zu erreichen, bestehen in Aufforstungen und der Schaffung weiterer
mit Vegetation bedeckter Flächen.
1) Bessere Ausnutzung der zur Bewässerung eingesetzten
Wassermenge
a) Sachgemäße Bewässerunß
Im Hinblick auf einen wirkungsvollen Einsatz des
Wassers ist eine sparsame Bewässerung der Kulturen
von außerordentlicher Bedeutung. Durch umfangreiche Schulungen müssen die Landwirte Kenntnisse über
den Gesamtwasserbedarf der einzelnen Kulturen, etwaige unterschiedliche Ansprüche in einzelnen Wachstumsperioden und die Einflüsse des Bodens auf die
Nutzbarkeit des verabfolgten Wassers durch die Pflanzen erhalten. Eine wirkliche Verbesserung dieses
Teils der Wasserbilanz wird durch ein intensives
Schulungsprogramm zu lösen sein.
- 182 -
Die nachstehende Tabelle gibt Aufschluß über den
Wasserbedarf der wichtigsten Kulturpflanzen in einigen bedeutenden Anbaugebieten im Iran.
Menge des erforderlichen Wassers für verschiedene
landwirtschaftliche Kulturarten für einige Anbaugebiete in mJ/Jahr (nach Wahidi, 68).
Tabelle 17
A n b a u g e b i e t
Kulturart
Garmsar
Karadj
Ghazwin
Weizen und Gerste
5 700
J 850
4 590
Baumwolle
7
two
9 350
9 OJO
10 200
1 1 770
9 11 0
4 500
9 900
.5 900
Klee
---
15 050
Zuckerrohr
---
7 500
10 240
27 800
57 420
53 820
6 950
9 570
8 970
Garten und Gemüsebau
Wassermelonen und
Kartoffeln
Gesamtbedarf des
Anbaugebietes
Durchschn.Wasserbedarf je Anbau
I
1l~o
9 so
Die gleiche Kulturart hat in verschiedenen Anbaugebieten nicht stets den gleichen Wasserbedarf. Selbst
benachbarte Anbauzonen unterscheiden sich hierin
z.T. erheblich, da neben der Niederschlagsmenge
auch die Bodenart einen entscheidenden Einfluß auf
den Wasserbedarf der Pflanzen ausübt.
So benötigen feuchte Böden geringere Wassergaben als
völlig trockene, in denen sich die kleinsten Kapillarräume erst auffüllen müssen, bevor ein für die Pflanzen nutzbarer Anteil in den Mittelporen mit geringeren Saugspannungen gespeichert wird. Schwerere
- , 83 -
Böden haben auf' Grund der starken Kapillarität in
den engen Poren zwar eine große wasserhaltende Kraft,
geben an die Pflanze aber erst bei relativ hoher
Porenfüllung Wasser ab. Leichte Böden mit geringerer
Kapillarität haben dafür größere Durchlässigkeit.
Eine gründliche Aufklärung der Bauern und flexible
Anpassung an die örtlichen Verhältnisse ist hier
vonnöten
(35).
Trotz dieser örtlichen Unterschiede weisen im allgemeinen nächst den Grünpflanzen, wie Klee, die Garten- und Gemüsekulturen, den weitaus höchsten Wasser.
bedarf auf. D±e geringste Menge benötigt Getreide;
Zuckerrohr, das in einzelnen Gebieten angebaut wird
und Baumwolle stehen dazwischen.
b) Verringerung der Wasserverluste infolge Verdunstung
Große Verdunstungsverluste entstehen bei der Zuleitung des Wassers auf die Felder. Man beginnt heute,
die von den Talsperren in die Anbaugebiete der Bekken führenden Kanäle zu betonieren und zu überdachen. ·
Ferner geht man mehr und mehr zur Furchenbewässerung
über, bei der geringere Verdunstungsverluste
Als
bei der altertümlichen Überstaumethode entstehen.
Die besten Erfolge zeitigt Furchenbewässerung auf
leichte-n Böden. Das verhältnismäßig große Porenvolumen dieser Böden gewährleistet durch waagrecht gerichtete osmotische Kräfte, welche die Kapillarität
unterstützen, eine
schnell~
seitliche
des eingedrungenen Wassers. Seine
Ausd~hnung
Ausbre~tungsge­
schwindigkeit ist so hoch, daß es von den Pflanzenwurzeln leicht aufgenommen werden kann (57, 59).
Wasser sollte am Tage gespeichert werden, für die
Bewässerung sollten aber die Nacht- bzw. späten
Abendstunden gewählt werden, um die Evaporation möglichst einzuschränken.
Beste Regulierung und Verteilung des Bewässerungswassers gewährleistet die Feldberegnung. Der Lufthaushalt des Bodens bleibt optimal, das Mikroorga-
- 184 -
nismenleben wird nicht beeinträchtigt (35).
Experimentell wird bei der
Beregnung im Vergleich
zur Furchenbewässerung eine weitaus höhere Wirksamkeit
~estgestellt,
die sich von Beregnungsgabe
zu. Beregnungsgabe steigert. Jedoch
neuzeitliche Beregnung geschulte
richtungen sind sehr
teue~
er~ordert
Krä~te,
und der
eine
die Ein-
Er~olg
ist nur
dann voll gewährleistet, wenn bei Nacht beregnet
wird, denn bei Sonneneinstrahlung ist der Verdunstungsverlust während der Ausbringung des Wassers
sehr groß (19).
Erheblich sind auch die Verdunstungsverluste in
den Sammelbecken bei
Kleinere
Grundwasser~örderung.
Sammelbecken etwa am Ausgang von Kanaten werden
deshalb mit turmartigen Überdachungen versehen.
Weitere Vorschläge zur Verhütung von Verdunstung
~olgen
au~
Seite 188.
c) Verringerung der Wasserverluste in~olge Versickerung
Sehr große Verluste an Wasser entstehen durch Versickerung in ungeschützten Zuleitern. Eine Auskleidung der Bewässerungskanäle mit
diesen Verlusten entgegen.
Au~
~etonplatten
wirkt
26 000 ha Land wurden
die Zuleiter bereits ausgekleidet und so bis zu 40%
der Siekarverluste vermieden
(34).
Eine weitere Herabsetzung der Sickrverluste ist
durch bewässerungstechnische Maßnahmen zu erreichen.
Am wesentlichsten ist es hierbei, die Bewässerungszeiten möglichst kurz zu halten.
d) Bessere Ausgestaltung der Wasser~Hrderunßsanlagen
aa) ~~~~!~
Die Kanate
lie~ern
gen Beitrag zur
teil an der
einen
wirtscha~tlich
Grundwasser~örderung.
Gesamt~örderung
wichti-
Ihr An-
ist beträchtlich
(siehe S. 106).
Ein großer Teil des von den Kanaten
ge~örderten
Wassers geht aber ungenutzt verloren, da es nur
während der Vegetationszeit
au~
die ·Felder ge-
leitet wird. Durch die Anlage von Sammelbecken
-
185 -
könnten aber beträchtliche Wassermengen konserviert und das im Winter und Frühling reichlich
anfallende Wasser zumindest teilweise gespeich~rt
werden. Auch sind während der Wintermona-
te die durch Verdunstung entstehenden Verluste
nicht unerheblich. Ferner müßte verantwortliches Personal über die Instandhaltung wachen
und die hydrologischen Verhältnisse vor allem
im Einzugsgebiet ständig überprüfen (68).
In Zukunft wird man sich in erster Linie auf Erhaltung und Instandsetzung der schon bestehenden Kanate beschränken, denn die neuzeitliche
Technik, zumal wenn man das im Ölreichtum
schlummernde Energiepotential richtig nutzt,
verweist eindeutig auf die Tiefbrunnen. Bei genossenschaftlicher Organisation und entsprechender staatlicher Unterstützung sind Kosten
und Abschreibungen leichter zu bewältigen und
werden durch den Erfolg gerechtfertigt.
bb) Brunnen
Für Tiefen bis zu 40 m (Brunnenweite 285 mm)
empfehlen sich oberirdische Pumpanlagen, die
sich leicht einbauen lassen. Die Anschaffungskosten sind erträglich, da Anlagen dieser Art
Gestänge, Saugleitung und Pumpenhaus überflüssig machen.
Für Tiefbrunnen hat die Firma Perrot (51) hervorragende Modelle entwickelt. Besondere Bedeutung haben die Mehrstufenpumpen, die Bohrungen bis zu sehr unterschiedlicher Tiefe ermöglichen und den Schwankungen des Grundwasserspiegels anzupassen sind. In den letzten Jahren
(11) hat sich die Zahl der mit Elektro- und
Motorpumpen arbeitenden Brunnen erheblich erhöht.
Zonen, in denen sich der Übergang zu modernen
Brunnenanlagen lohnt, sind vor allem die Randzonen
der großen Becken, wo die Schwemmfächer
-
186 -
den Gebirgsruß herab in die Ebenen hinausziehen. In diesem Gebiet kann das Grundwasser durch
Tierbrunnen, teilweise durch Flachbrunnen besser
genutzt werden als bisher durch die Kanate, deren Instandsetzung und Erhaltung zwar eine nationale Pflicht ist, deren Wirksamkeit aber
durch die Verbindung mit Tiefbrunnen erheblich
gesteigert werden könnte.
Artesische Brunnen sind im Inneren der Becken
zur Grundwasserförderung überall dort geeignet,
wo nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren
Wasser unter Druck steht. So lassen sich artesische Brunnen im Rezayeh-Becken und in der MakranEbene {nördlich vom Golf von Oman) bohren.
2) Herabsetzung der Versalzung des Nutzwassers
Etwa 7 MDCM gehen der Bewässerung 'jährlich verloren,
weil sich das Wasser chemisch, infolge eines hohen
Salzgehaltes, nicht dafür eignet. Eine chemische Entsalzung ist zu teuer und praktisch nicht durchführbar.
Eine sorgrältige Dränung nach jeder Bewässerung hilft
jedoch, Versalzungsverluste zu vermeiden {40). Auch
vor der Bewässerung ist eine Dränung vorzunehmen. Ein
System von Entsalzungskanälen, die salzhaltige Bodenschichten senkrecht anschneiden, weist Khusistan auf.
Sorgfältige Dränung führt zu allmählicher, aber dauerhafter Entsalzung des Bodens und damit auch zur Entsalzung des Grund- und Oberflächenwassers.
Die Kanäle müssen so angelegt sein, daß das salzhaltige Wasser nach der Bewässerung schnell und gründlich
aus dem Boden gezogen wird. Mit den in Iran durchgeführten ProJekten wurden, wie auf dem 4. Irrigation
Practice Seminar berichtet wurde (34),
18 000 ha Land
dräniert, hierbei 40 km Haupt- und Nebendräne gezogen
und so das landwirtschaftliche Einkommen um 300
% er-
höht.
Nicht kultivierbar sind Salzwüsten bzw. Salzsümpfe
wie die Kawir und die Massileh, die aus Salzsumpfboden,
Solontschak und Solonetzböden bestehen. Salz- bzw.
Natriumböden, die eine Entsalzung lohnen, rinden wir
-
187 -
jedoch im Südwesten und Süden entlang des Persischen
Golfes und des Golfes von Oman, sowie östlich des Kaspischen Meeres (13, 14, 63). Auch die Täler und Becken
mit salzhaltigen Alluvialböden bedürfen teilweise entsalzender Maßnahmen. Für solche leicht salzhaltige
Böden eignet sich die Zuckerrübe als halophile Pflanze
hervorragend.
Richtungsweisend fiir Entsalzung und Entlaugung sind
russische Forschungen, auf die hier am Rande verwiesen
werden kann. Es handelt sich um Großaktionen, die nur
von geschultem Personal durchgeführt werden können.
Vorbedingung ist genügend Wasser, damit die Böden mehrmals durchgespült werden können. In salzgefährdeten
Böden und bei leicht salzhaltigem Wasser ist bei jedem
Bewässerungsvorgang gründliche Dränung unerläßlich, um
der Gefahr der sekundären Versalzung zu entgehen. Für
eine sachgerechte Bewässerung mit dem Ziele der Bodenentsalzung können nur Großanlagen die erforderlichen
und ausreichenden Wassermengen zur Verfügung stellen.
Eine weitere Möglichkeit, den Anteil des salzhaltigen
Grundwassers zu verringern, ist die Reduzierung des Abflusses von ursprünglich salzarmem bzw. -freiem Grundwasser in die Salzzonen durch geeignete unterirdische
Stauanlagen (siehe S.
188
)•
J) Erfassung eines Teils des bisher noch nicht für Bewässeruns: und sonstis:e
Verbrauchsanlas-en benutzten
Wassers
a) Grundwasser
Der Anteil des in den Untergrund versickernden Wassers an dem gesamten zur Verfügung stehenden Wassers
ist infolge der eingangs geschilderten geologischen
Verhältnisse im Iran groß. Die hohe Versickerungsquote wird durch die Beschaffenheit der Böden noch
verstärkt. Abgesehen vom eigentlichen Gebirge und
einigen begrenzten Löß-, Lehm- Gebieten im Norden,
Nordwesten und Nordosten überwiegen leichte Böden
mit weiten Poren, die einen großen Durchflußquer-
- 188 -
schnitt, damit eine schnelle Versickerung und
rasche Grundwasserbewegung bei
wasserspiegel zeigen. Bei der
grundwasser~ührenden
spiegel meist
~rei,
keinen Kapillarsaum
tie~liegendem
tie~en
Grund-
Lage der
Schichten ist der Grundwassernicht gespannt und weist daher
au~.
Bei der bisher üblichen Grundwassernutzung wird nur
ein Teil der unterirdischen Wasservorräte
er~aßt.
Große Grundwasservorkommen sind daher noch ungenutzt. Das bisher nicht genutzte Grundwasser
be~in­
det sich:
aa) in den alluvialen Schwemmkegeln am Fuß der Gebir-
-------------------------------------------------
Die Nutzung dieser Wasservorräte
er~olgte
bisher
vornehmlich durch Kanate, z.T. neuerdings auch
durch Brunnen verschiedener Bauweise (18, 43, 60).
Bei dieser Art der Förderung, besonders aber
bei den Kanaten,
~ließt
ein großer Teil des
Grundwassers, ohne je nutzbar gemacht werden zu
können, in die Ebenen ab.
Bisher war es nicht_möglich,
ab~ließendes
wasser zu erhalten. Erst durch 2 neuere
ren der
Tie~bautechnik
erö~~nen
Grund-
Ver~ah-
sich Möglichkei-
ten, auch Grundwasser vor unkontrolliertem Ab~luß
zu bewahren. Dies gelingt einmal mit dem
Schlitzwandver~ahren,
das im modernen
Tie~bau
große Bedeutung erlangt hat. Es dient zur Herstellung wandartiger Baukörper im Boden. Durch
die bis in große
Tie~en
versenkbaren
groß~lä­
chigen Wände können unterirdische Wasservorkommen
wie in riesigen Brunnenkörpen gespeichert werden.
Deshalb kommt diesem
Ver~ahren
~ür
die Er':fassung
von Grundwasser hohe Bedeutung zu. Bei dem zweiten
Ver~ahren
die
Tie~e
werden Suspensionen
von Ton in
injiziert und dadurch ähnliche Wirkun-
gen wie durch Schlitzwände erzielt. In beiden
Ver~ahren
scha~ten
de Rolle.
spielen bestimmte kolloidchemische Eigenvon
Tonau~schlämmungen
eine entscheiden-
-
189 -
Beim Schlitzwandverfahren wird mit Hilfe eines
Greifers ein Schlitz im Boden ausgehoben, dessen Breite der späteren Wanddicke entspricht.
Damit er nicht einstürzen kann, wird er laufend
mit einer thixotropen Flüssigkeit gefüllt {71).
Die Eigenschaft der Thixotropie haben z.B. Tonsuspensionen, die man durch Verrühren von pulverförmigem
B~nit
mit Wasser herstellt. Solche
Aufschlämmungen bilden im Ruhezustand eine gelartige Masse, die bei Bewegung oder Erschütterung
rasch flüssig wird.
Die thixotrope Flüssigkeit bewirkt, daß die Baugrube - gleichgültig, ob sie über oder unter dem
Grundwasserspiegel liegt - nicht einstürzt und
erfüllt diese Aufgabe bei der Schlitzwandbauweise dann, wenn sie (72)
a) in der Lage ist, einen trennenden Film zwischen Schlitzfüllung auf der einen Seite und
Erdreich und Grundwasser auf der anderen Seite
zu erzeugen;
b) wenn sie im Rahmen dieser Filmbildung geeignet
ist, die Einzelkörner der Wände in Schwebe zu
halten und am Herunterfallen zu hindern;
c) ihr hydrostatischer Druck auf das Erdreich
an jeder Stelle. größer ist, als die Summe aus
dem Erddruck und dem Druck des Grundwassers.
Die Fähigkeit der Tonsuspension, das an der
Schlitzwand anstehende Einzelkorn in der Schwebe
zu halten, wird durch ihre Steifigkeit, d.h. vom
BNttonitgehalt pro cbm Suspension bestimmt. Für
die "Dimensionierung" der Suspension ist also in
erster Linie die Korngröße des anstehenden Bodens
maßgebend ( 72).
Zur Demonstration der Ausführung solcher Schlitzwände werden in Ermangelung von Beispielen aus
Iran Abbildungen von europäischen Baustellen gezeigt.
-
190 -
Thixotrope Suspension
fertig betonierte
Zwischenwand
Abb. 6J:
Schlitzaushub im Querschnitt
gesehen.
Auf Abb. 63 ist der Bau dreier parallel
laufender Schlitzwände im Querschnitt gezeigt.
Von rechts nach links sieht man verschiedene
Baustadien.
Zuerst wird ein etwa 1 m tiefer Graben ausgehoben und seine Wände, 15 - 20 cm dick betoniert ( in der Abbildung ganz rechts). Die Wände
dienen als Führung für den Greiferkorb. Sie bilden eine Rinne, in welcher die thixotrope Flüssigkeit, die beim Betonieren verdrängt wird, in
die benachbarten Bauabschnitte fließen kann. Die
ausgesprochene Schlitzführung kommt durch
4 ver-
tikale Führungsschienen über den Ecken des offenen Greifers zustande (Abb. 64). *)
*) Der Fa. Wayss~Freytag KG, Frankfurt, Niederlassun~
München, dankt der Verfasser für Demonstrationen
auf Baustellen und die freundliche Überlassung von
Bildmaterial.
-
Abb. 64:
191
-
Greifer mit Schlitzführung in
Form von vertikalen Führungsschienen.
Beim Aushub der Schlitze wird abschnittsweise
verfahren und immer ein Abschnitt übersprungen,
der erst ausgehoben wird, wenn die beiden anschließenden ausbetoniert sind. Die Länge der
einzelnen Abschnitte richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen, insbesondere nach dem aktiven Erddruck an den Schlitzwänden. Bei Verwendung von Greifern entspricht die kleinste Schlitzlänge der geöffneten Greiferkorblänge, also etwa
2,20 - 2,50 m. Über 7 m Abschnittslänge ist man
bisher nicht hinausgegangen.
Beim Aushub der Schlitze, die bis auf die vorgesehene Tiefe vorgetrieben werden, füllt man laufend thixotrope Flüssigkeit ein.
-
Abb. 65:
192 -
Einsetzen eines Bewehrungsrohres
in die Fugenrohre.
Sobald die gewünschte Tiefe erreicht ist, werden an den Enden des Schlitzes Fugenrohre aus
Stahl mit einem Durchmesser gleich der Wanddicke eingesetzt, vorgefertigte Bewehrungskörbe. eingehängt (Abb. 65) und dann der Wandschlitz
im Contractor-Verfahren mit Beton gefüllt (Abb.66)
Der Betonspiegel steigt dabei von unten nach oben
an. Die während des Betonierens verdrängte Suspension wird
in den nächsten Abschnitt, der ge-
rade ausgehoben wird, abgeleitet. Unmittelbar
nach dem Abbinden des Betons werden die Fugenrohre wieder gezogen. Durch das abschnittsweise Betonieren und Zwischenschalten der Fugenrohre
greifen die einzelnen Wandabschnitte in den Übergängen gelenkartig ineinander.
~
193 -
Fugen-Rohr
fertig betonierte
Wand
Thix. Suspension
Aushub
-12,00
I
5St
der Betonierung.
t==c:l ~ cz:;:~
I
Abb. 66: Schlitzaushub (links) und Betonierung im Contractorverfahren (rechts)
Mit Hilfe des soeben geschilderten Verfahrens
ergäben sich Möglichkeiten, das Grundwasser der
Schwemmfächer aufzustauen und seinen ungenutzten
Abfluß in die Ebenen zu verringern oder zu verhindern. Hierzu müßten am Fuße der Schwemmkegel
Schlitzwände bis auf die Tiefe des Wasserstauers
eingezogen werden. Die Stauhöhe des Grundwasserspiegels kann durch entsprechende Wahl der Kronenhöhe der Schlitzwandfüllung im Untergrund noch
unterhalb des Bereiches der kapillaren Steigfähigkeit
gebracht und damit die Verdunstung eingestellt
werden.
Gerade infolge der morphologischen Ausbildung der
Oberfläche des unterirdischen Wasserstaus im Bereich der Schwemmkegel können durch dieses Bauverfahren an vielen Stellen des Irans große Grundwassermengen aufgestaut und ohne Verdunstungsverluste und Versalzungsgefahr in einem verzweigten
- 194 -
Leitungssystem zu den Verbrauchsorten gebracht
werden.
Beim Schlitzwandverfahren sind umfangreiche und
kostenaufwendige Erdbaumaßnahmen möglich. Bei
entsprechender
Korngrößenve~teilung
im Unter-
grund wird man vereinzelt auch das zweite Verfahren zur Verhinderung von Grundwasserabfluß
einsetzen können. Durch Tiefeninjektionen von
Tonen bis zur wasserstauenden Schicht kann man
in solchen Fällen einen den Grundwasserabfluß
verlangsamenden oder sogar verhindernden Sperrgürtel in den durchlässigen Schichten der Wasserträger schaffen, ohne daß dabei Erdmassen
be~egt
werden mtissen.
Vor der Ausführung eines
dieser beiden modernen
Sperrverfahren müssen jedoch eingehende hydrologische Untersuchungen am Ort ausgeführt werden.
Ein weiteres Problem ist die Beschaffung ausreichender Mengen an Ausgangsstoffen für die Herstellung der thixotropen Lösungen bzw. der Injektionsaufschlämmungen. Bei systematischer Suche
werden sich in Persien aber sicher die hierfür
erforderlichen Bentonite und sonstigen Tone finden lassen.
bb) in
ren alluvialen Schichten der Ebenen
Die alluvialen Ebenen sind mit einer mächtigen
Lage durchlässigen, geröllhaltigen Materials
erfüllt und stellen ebenfalls große Wasserspeicher dar (18, 43, 66). Sie lagern über flach geneigten, tonig-lehmigen, undurchlässigen Schichten. Oftmals liegen mehrere Grundwasserstockwerke
übereinander.
Wo.wasserundurchlässige Schichten an der Oberfläche anstehen, wie im Beckeninneren, treten
artesische Erscheinungen auf. An solchen Stellen
können dann artesische Brunnen angelegt werden.
Mit Hilfe von Tiefbrunnen ließen sich auch tiefliegende Grundwasserstockwerke noch erfassen.
-
195 -
An manchen Stellen sind die grundwasserfUhrenden Schichten aber oberflächennahe. Dort können
auch einfache Brunnen zur Grundwasserförderung
beitragen, jedoch besteht dabei die Gefahr der
Versalzung.
Ferner ist besonderes Augenmerk auf die Uferzonen periodischer FlUsse zu lenken. Unter ausgetrockneten Flußläufen finden sich oft reiche
Grundwasservorkommen, da die FlUsse häufig als
Grundwasserstrom unter ihrem eigenen Bett dahinfließen. Die Erschließung solcher Vorkommen bietet relativ geringe Schwierigkeiten, jedoch müssen nach Versiegen ihres oberflächlichen Laufes
die Schächte so geschlagen werden, daß sie bei
periodisch aufgefülltem Flußbett nicht beschädigt werden und ihr Wasser weiterhin verfügbar
öle.ibt.
Ein weiteres, nicht ausgeschöpftes Reservoir bilden die zum Teil verkarsteten Kalkgebirge des
Zagros. Insbesondere die Juraformation ist reich
an unterirdischen Wasserläufen, die dort austreten, wo undurchlässige Schichten am Gebirgsfuß anstehen. Durch Stollen könnten diese unterirdischen Ströme angezapft werden. Je nach
For~
mation und Bodenausformung könnten ober- oder
unterirdische Speicher angelegt werden.
b) VerhUtung der Verluste durch Abfluß von Oberflächenwasser
Nach Schätzungen von Gandji (24) fließen 50 MDCM
(= 11% der jährlichen Niederschläge) ungenutzt in
die Meere. Dieser Abfluß besteht zum größten Teil
aus Niederschlägen der Winter- und Frühlingsmonate
und aus den ablaufenden Wässern der Schneeschmelze.
Es ist deshalb ein Hauptanliegen des Entwicklungsplanes von Iran und einer der wichtigsten Faktoren
für die Schaffung eines Wasservorrates zur Erschließung kulturfähigen Landes, Staudämme zu bauen und
- 196 -
Stauseen anzulegen. Die hohen, steil aus den Bekken aufragenden Gebirge und die engen Täler, durch
welche die Flüsse fließen, bevor sie in die Becken
hinaustreten, sind ideal für die Anlage von Stauseen und Staubecken. Hier bieten sich Möglichkeiten,
die noch nicht ausgeschöpft sind.
Gerade im Hinblick auf die Großprojekte ist ein eingehendes Studium der Geologie unerläßlich,
wobei
gleichzeitig auch die hydrologischen Bedingungen
erfaßt werden müssen. Gross (26) führt als Vorbedingung für die Anlage eines Staudammes oder einer
Staumauer einen weitgehend undurchlässigen und genügend tragfähigen Untergrund an, der dem bestehenden
Wasserdruck zu widerstehen vermag und ein Versickern
des angestauten Wassers nach Möglichkeit verhindert.
Bei einer Vielzahl von Projekten hat sich gezeigt,
daß die Anlage trotz geologisch nicht allzu günstiger Bedingungen ein voller Erfolg war.
Die heutige fortgeschrittene Technik erlaubt den
Bau großer und größter Talsperren sogar in klüftigen Kalkgebirgen.
Die Aufbringung von Injektionsschleiern in den Untergrund, die Einbringung von Felsverankerungen: im
Bereich der Wassersperren und andere neue Verfahren
wie
El~kt~oinjektion
tragen zur Verwirklichung sol-
cher Bauvorhaben bei.
Zudem ist im Iran genügend Erdbaumaterial zum Ausbau eines widerstandsfähigen Staudammes mit entsprechender Kronenbreite vorhanden, wenn die geologischen Bedingungen für die Errichtung einer Staumauer
nicht ausreichen
(60,.
Dies ist heute nicht mehr nötig, weil.
man jetzt
brauchbare Dämme auch aus durchlässigen hohlraumreichen Gesteinsschüttungen herstellen kann, wenn
man die dem Stau zugewandten Böschungsoberflächen
der Dämme mit Asphaltbeton usw. fachgemäß abdichtet.
Bemerkenswert ist ferner, daß die harten Lithosole
- 197 -
der Hochtäler, die in die sog. Panzerzone {64) fallen,
als Untergrund für ein Staubecken hervorragend geeignet sind.
Durch die fertiggestellten und auch im Bau befindlichen Staudämme (Großprojekte) werden insgesamt 10~2
MDCM Wasser gestaut, ca. 77 000 KW an Strom erzeugt
und ca. 65 000 ha Land bewässert {Tab. 18, Gruppe I
und II). Dazu kommt noch die Wasserversorgung der
Städte Teheran und Ramadan
{69).
Trotz dieser großen Vorhaben reichen die Staubecken
noch lange nicht aus. Die Möglichkeiten sind noch
nicht erschöpft. Im folgenden seien einige Vorschläge gegeben, wo es sich lohnen dürfte, die hydrogeologischen Voruntersuchungen für die Anlage von Großstaudämmern durchzuführen { siehe Karte
4).
Folgende Flüsse können evtl. durch Sperren aufgestaut werden:
aa) ~~~~~~!~J~~
Kutur Chai
bei Khoy
Formation: Farbiges Gemenge {Obere Kreide)
Nazlu Chai, nordwestlich von Rezayeh
Formation: Eocäne Sedimente, Paläozoikum
Nutzung: Versorgung von Rezayeh und der umgebenden Anbaugebiete
Adji Chai, nördlich von Tabriz
Formation: Miocän und Neogen
Versorgung des Anbaugebietes um Tabriz
Lailan Chai, nördlich von Mahabad
Foramtion: Plio-Pleistocän mit Pyroklasten,
Kreide, saures Ergußgestein
Nutzung:
Versorgung des Anbaugebietes von Mahabad
Zarineh-Rud und Saruq Chai (Zusammenfluß) östlich von Miandoab
Formation: Vornehmlich obere Kreide
Versorgung: Anbaugebiet von Miandoab
-
198 -
Gharangu Chai, südlich von Mianeh
formation: Vulkanisches Plio-Pleistocän mit
Pyroklasten, neutrales vulkanisches
Gestein
Nutzung:
Versorgung von Mianeh
(Gute Wasserversorgung durch das Gebirgsmassiv
des Süand ist gewährleistet).
bb) Nördliches Khusistan:
Karkhe - Einmündung Ab Lailun
Einzugs~ebiets
Zagrosketten, nordwestlich Dezful
Formation: Oberes und Unteres Miocän (Obere Rote
Formation von Fars)
Versorgun_g: Ebene von Khusistan
Besondere Vorteile: Regelmäßige starke Wasi-erführung, gute Versorgung durch
Nebenflüsse aus dem Zagrosgebiet.
Karun - Einmündung des Ab Schur, nördlich von
'
Schuschtar und Masdjed Solaiman
Formation: Oberes und Unteres Miocän, mit Bakhtiari-Facies {Neogen)
Enges Flußtal, gut geeignet zur Anlage eines Stausees
Nutzung: Versorgung des Anbaugebietes nördlich
von Ahwaz.
Karun, Staumauer nördlich von Khoramschahr
Formation: Alluvium
Nutzung: Versorgung des Dattelanbaugebietes am
Schat-el-Arab
cc)
~~!!~!E~!~~~~~~~-~~E~!~~~-l~~E~~E!~~~~~~~~~-~~~~:
~~~~~~_!)
Gara.r- Chai, südlich von Arak
(Ursprung: Wasserscheide der östlichen Zagrosketten)
Formation: Metamorphes Gestein, Untere und Mittlere Kreide (Orbitolina-Kalkstein)
- 199 -
Nutzung: Versorgung
der Anbaugebiete Arak und
Mahallat
Vorteile: Ständige Wasserzufuhr aus den Zagrosketten.
Khar-Rud, südwestlich von Ghazwin
Formation: Neutrales Ergußgestein (Wasserscheide)
mit terrassenförmigen Sedimenten des
Quartärs
Nutzung: Versorgung des westlichen Beckens von
Te heran
dd) Östliches Becken von Teheran
----------------------------
Semnan, nördlich von Semnan am Gebirgsfuß des
südlichen Elburs
Formation: Vulkanisches ultrabasisches Gestein,
vulkanisches Eocän, oberer und unterer
Jura
Vorteile:
Ständige Versorgung durch die südlichen Elbursketten, enges Hochtal oberhalb des Austrittes
des Flusses in die
Ebene
Versorgung: Östliches Becken von Teheran
Hier begegnet der Bau von Staudämmen erheblichen
Schwierigkeiten. Die Flüsse haben nur ein geringeres Einzugsgebiet und weisen meist nur
pe-
riodische Wasserführung auf. Eine Möglichkeit
bestünde nur am Rezwan Rud.
Rezwan - nördlich von Maschhad, Ursprung Hatliehe
Kopet-Dagh
Formation: Jura und zwar oberer Jura mit Faltungszone
Einschränkung: Verkarstung, der Staudamm müßte
unmittelbar am Beckenrande, also
am Übergang zur alluvialen Formation angelegt werden.
- 200 -
Nur Staudamm mittlerer Größe ist
möglich.
Nutzung'
Wasserversorgung des Anbaugebietes
von Maschhad, Energieversorgung von
Maschhad.
ff) Hilmend-Becken
Auch im Hilmend-Becken sind nur kleinere Projekte
möglich, da das Einzugsgebiet der kurzen Flüsse
nur beschränkt und die Wasserführung deshalb unregelmäßig ist. Geeignet ist der östliche Bettkenrand des Hi.lmend-Beckens, und zwar der Austritt
des Schur-Rud aus östlichen Gebirgsketten (östliche Begrenzung des Zentralplateaus), Einmündungspunkt von zwei Nebenflüssen:
Schur-Rud, östlich von Zabol,
Formation:
Obere Kreide
des Turon-Senon,
Einschlüsse ultrabasischen Ergußgegesteins, abgesetzt gegen alluviale
Formation und Terrassen des Quartärs
(Grundwasserspeichr)
Nutzung:
Versorgung
des Hilmend-Beckens und
des Anbaugebietes von Bam (meist
Oasenbau).
Selbstverständlich ergibt sich beim Bau der Staustufen
ein sehr hoher Kostenaufwand. Die Bauern, die Nutznießer des Wassers sind, müssen die Wassermenge je
Stunde bezahlen. Der Erlös für das Wasser ist jedoch
insgesamt sehr gering und beträgt beim Golpaygan-Damm.
um nur ein Beispiel zu nennen, JO 000 DM ( 600 000
Rial) im Jahr (7). Das ergibt im Vergleich zu den
jährlichen Unterhaltungskosten, die mit 10 J60 DM anzusetzen sind, zwar eine befriedigende Bilanz, doch
muß man auch die Abschreibung für die hohen Erstellungskosten berücksichtigen (Abb. 67)
(69).
Welche Wassermengen durch die als noch möglich angegebenen Projekte gestaut werden
können, wie groß die
bewässerten Flächen und die Energieproduktion sein
wird, kann erst nach genaueren örtlichen Erhebungen
festgestellt werden.
- 201 -
Tabelle 18
Zusammenstellung der.Daten einiger Groß;ergJekte
Namen d.Staudämme
Flüsse
Provinz
Hi:ihe Ges.- Bew,..- Elektrci'Kap.
Fläche Erzeugung
m
MCM 1000 ha 1000
KW
...".,,
"
...._?.
I.Fertiggestellte
Staudämme
'
Schah Esmaiel in
Ghom
Golpaygan
Es:fahan
51
28
50
--
Amir Kabir-Damm
in Karadj
Te heran
180
205
21
90
Schahbanu Farah- Se:fidDamm
Rud
Gilan
106
1800
238
Schahnaz-Damm
GaraChai
Hamadan
Mohammad RezaSchah-PahlawiDamm
Ab-iDez
Khusistan
203
Farahnaz-Damm
in Leitan
DjadjRud
Tehenan
Sangsawar-Damm
Gorgan
Mazanderan
Schah-AbbasKabir-Damm
Zayande Es:fahan
Rud
Aras-Damm
Aras
Aserbeidjar
Schahpur bei
Mahabad
Mahabad
Daryosch KabirDamm
Kur
Kurosch KabirDamm
Karadj
87,5
8 Wasser
:f.Hama
dan
20
3350
145
520
107
95
30
22
18
100
45
1460
20
100
60
38
1350
70
42
Aserbeidjan
46,5
230
20
Fars
64
990
76
20
Zarineh AserbeidRud
jan
50
650
95
10
Taleghan
Schah:t- . bei
rud
Teheran
68
195
50-70
20
Minab-Damm
Minab
--
--
25
--
2700
30
4o
325
65
II. Noch im Bau be:findliche Staudämme
--
5,7
III. Geplante Staudämme
Reza-Schah-Kabir Karun
Nader-Schah
Djiro:ft
Marun
Halil
Rud
Gol:f v.
Oman
Khusistan 195
Khusistan ~ 75
Kerman
~45
1620
500
500
100
35
Die zur Zeit geplanten aber noch nicht begonnenen Projekte können weitere ca. 5,0 MDCM Wasser stauen, 655,000 KW Strom erzeugen und ca. 490 000 ha Land bewässern (Gruppe III, Tab. 18) •
- 202 Abb. 67:
Durchschnittliche Wasserkosten
je ha bewässerte Fläche
DM
Rial
1750
35000
-
30000
1250 -
25000
1500
-
20000
750 -
15000
500
10000
1000
250 -
-
5000
Fertiggestellte
Staudämme
Noch im Bau be:f:i,nd liehe Staudämme
Geplante
Stau<tämme
Aus der Abb. 67 ist zu ersehen, welche Kosten :für Wasser je
ha bewässerte Fläche anzusetzen sind. Sie wurden berechnet
:für die in Tab.
18 zusammengestellten Großprojekte.
4) Entsalzung von Meereswasser
Die Technische Hochschule Teheran entwickelt in Zusammenarbeit mit der Plan-Organisation ein Programm zur
Entsalzung von Meerwasser. Für den Persischen Gol:f liegen
bereits ausgearbeitete Projekte vor. Die Entsalzung ist
jedoch bei einem Au:fwand von 10 - 20 Rial (0,5 -
1 DM)
pro cbm Wasser :für Bewässerungszwecke noch zu kostspielig und deshalb nur :für die Trinkwassergewinnung gerechtfertigt. Jedoch läßt sich bei diesem Prozeß auch elektrische Energie gewinnen (15, 69).
5) Verbesserung der Kulturmaßnahmen
Neben der künstlichen Speicherung von Wasser durch die
bereits beschriebenen Großprojekte, muß
auch die natür-
liche Speieherkraft des Bodens, der wichtigste Faktor
im Wasserhaushalt der Natur, durch geeignete Maßnahmen
der Landeskultur besser genutzt werden. Durch die plan-
-
203 -
lose Entwaldung weiter Landstriche in früheren Jahrhunderten
ist Persien gerade in den regenreichen Gegen-
den dieses wirkungsvollsten Wasserspeichers beraubt
worden. So kommt es, daß fast
zerst~rendes
3/4 der Niederschläge als
Hochwasser ablaufen, wie eine Untersuchung
von 1949 ergab.
Ein wesentliches Problem zur Sanierung der Wasserverhältnisse ist die Wiederaufforstung dieser verkahlten
Gebiete. Da sich die Standortverhältnisse gegenüber den
Zeiten früherer Bewaldung entscheidend geändert haben,
müssen hierzu aber durch Versuche erst diejenigen Bäume
gefunden werden, die sich für eine Aufforstung am besten
eignen und als Pionierpflanzen für eine spätere dichtere
Bewaldung in Frage kommen.
In gleicher Richtung zielen Pläne, früheres Grünland
wieder neu anzusäen. Heute liegen Gebirgshänge und wüstenartige Landstriche, die früher Weideland waren, bar
jeglicher Vegetation. Die Ursache de.r
Zerst~rung
früherer
Grasländereien ist in der Beweidung durch Schafe und Ziegen zu sehen. Auch bei den neu zu begründenden Grünländern wird man durch eine sinnvolle Regelung
einen Schutz
der Grasnarbe gegen den Verbiß der Schafe gewährleisten
müssen. Ziegen werden nach
M~glichkeit
gänzlich fern zu
halten sein, da sie die Grasnarbe in besonderer Weise
gefährden. Den Plänen zur Schaffung von neuem Grünland
wird deshalb nur dann Erfolg beschieden sein, wenn das
Problem der Grünlandschäden durch weidende Tiere befriedigend gelöst wird. Das Problem des Verbisses durch Ziegen gilt in gleicher Weise wie für das Grünland auch für
die neu zu begründenden Wälder.
Die beiden soeben genannten landeskulturallen Maßnahmen
wären in der Lage, die Wasserhaltung in den Böden erheblich zu erhöhen und einen Großteil der unproduktiven
Transpiration zu unterbinden. Selbst wenn zur Anlage und
zum Unterhalt, vornehmlich des neu zu schaffenden Grünlandes, Bewässerungen notwendig sein werden, ist durch
die Futterproduktion dieser Flächen eine gewisse Rentabilität zu erwarten. Fürs erste wird man
al~rdings
- 204
dUrraresistente Grünlandpflanzen bevorzugen müssen, bis
sich der gesamte Grundwasserhaushalt verbessert hat.
Diese beiden großräumig gedachten Maßnahmen dienen in
erster Linie zum Schutze vor zu heftigem oberflächlichem Abfluß von Niederschlägen. Gegen die übergroße Verdunstung infolge der teilweise sehr heftigen Winde sind
Baumpflanzungen auch außerhalb geschlossener Waldgebiete
erforderlich. In anderen Ländern werden großzügige Windschutzstreifen angelegt. Heute geht man im Iran bereits
häufig dazu über, als erste Maßnahme dieser Art, entlang
von Bewässerungsgräben schnellwüchsige Bäume, vornehmlich
Pappeln, zu pflanzen {1J).
h} Abschließende Betrachtungen
Möglicherweise können später einmal unterirdisch angelegte Wasserstauräume am Rande von Schwemmfächern, wie
bei der Besprechung des Schlitzwandverfahrens erwähnt,
eine große Rolle spielen, weil durch sie Verluste an
Grundwasser durch Verdunstung und unkontrollierten Abfluß verhindert werden.
Wie Bayani aber {6, 7, 56) ausführt, sind zur Zeit die
Großprojekte zur Stauung von Oberflächenwasser unter
allen Möglichkeiten der Verbesserung der Wasserbilanz die
Zukunft des Landes. Nur mit ihrer Hilfe lassen sich die
reichlichen Winter- bzw. Frühjahrsniederschläge speichern
und, da es sich um Mehrzweckanlagen handelt, sowohl für
den weiteren Ausbau der Landwirtschaft, als auch für
die Versorgung der aufstrebenden Industrie mit elektrischer Energie nutzen.
Durch den Vorrat an Wasser in den Speicherseen besteht
die Möglichkeit, das kultivierbare aber bisher noch nicht
erschlossene Land, das ein Vielfaches der jetzigen bebauten Fläche beträgt, in Kultur zu nehmen. Auch die am
Anfang erforderlichen größeren Mengen an Bewässerungswasser ftir die Neuaufforstungen bzw. die Anlage von Weiden können den Speicherseen entnommen werden.
Sowohl die agrarische, als auch die industrielle Produktion erfährt somit durch die Staustufen eine einmalige
-
205 -
Starthilfe und eine Sicherung ihrer weiteren Entwicklung. Nutznießer im eigentlichen Sinne werden erst die
SHhne,
ja die Enkel der jetzt lebenden und arbeitenden
Generation sein.
Damit diese Projekte von grHßter Tragweite in Zukunft
auch volle Früchte tragen können, muß gleichzeitig ein
alle Lebensbereiche des Landes umfassendes Bildungsprogramm in die Wege geleitet und planmäßig fortgeführt
werden. Ohne eine schrittweise Heranführung der GesamtbevHlkerung des Landes an die mit den technischen Projekten
verbundenen MHglichkeiten, werden sie sich niemals im
gewünschten Sinne auswirken kHnnen.
- 206 -
F. Zusammenfassung
1} Als Grundlage der hydrologischen Betrachtungen wird ein
Überblick über Geographie
9
Geologie und Klima von Iran
gegeben. Das Land ist ein allseitig von hohen Gebirgen
umschlossenes Hochplateau mit eingelagerten Becken. Es
hat in den meisten Gebieten arides bis semiarides Klima,
lediglich im Norden und Westen erstrecken sich einige
subhumide bis humide Zonen.
2) Iran wurde in 8 Grundwasserprovinzen eingeteilts
a) Die Ebene von Khusistan mit den Küstenebenen am Golf
von Oman und am Persischen Golf.
b) Di.e autochthone Faltungszone des Zagros-Gebirges
c) Die Verwerfungs- und Faltungszone des Zagras
d) Das Zentralplateau
e) Das Gebiet von Aserbeidjan
f) Der Elburs
g} Die Gebirge von Khorassan-Turkeman
h} Die Küstenstreifen am Kaspischen Meer bei Rascht,
Mazanderan und Gorgan
Für diese·Grundwasserprovinzen werden eingehende geologische und hydrologische Angaben gemacht. Insbesondere
werden die wasserspeichernden und wasserführenden Schichten sowie die Ml:>glichkei ten d_er Wassergewinnung in den
einzelnen Grundwasserprovinzen geschildert.
3) Es wird ein Überblick über die in Persien auftretenden
Bodentypen und ihre landwirtschaftliche Nutzbarkeit gegeben.
4} Die allgemeinen Zusammenhänge zwischen Formation bzw.
Bodengestalt und den hydrologischen Verhältnissen werden
untersucht.
Es wird unterschieden zwischen:
a) den Hochgebirgszonen mit überwiegend oberflächlichem
-
207 -
Wasserabfluß
b) den Verkarstungszonen in den Kalkgebirgen mit reichem Grundwasservorkommen und Quellaustritten
c) den alluvialen Sedimenten als den wichtigsten Grundwasserspeichernder Senken in den Gebirgen, des Gebirgsf'ußes, der Becken und Ebenen des Hochlandes.
Hier wird eine weitere Unterscheidung zwischen der
Nachlief'erungszone, dem Gebiet des Grundwasserflusses
im mittleren Abschnitt der Ebenen und der Zone des
Grundwasseraustrittes im Inneren der Becken getroffen.
Auf' die hervorragende Bedeutung der allu-
vialen Schwemmfächer des Gebirgssockels als Sammelund Nachlieferungszone des von den Gebirgen abfließenden Wassers wird hingewiesen. Des weiteren wird
die Versalzungsgef'ahr im Inneren der Becken durch vertikalen, kapillaren Wasserhub bei hohem Grundwasserspiegel hervorgehoben, deren Folge die Bildung von
Salzpfannen und Salzsümpfen ist.
5) Die Möglichkeiten der Gewinnung von Wasser f'ür die Bewässerung werden eingehend behandelt. Soweit vorhanden,
wird über die Leistung dieser Anlagen und die Kosten des
mit ihnen gewonnenen Wassers berichtet. Beschrieben werden:
a) die seit altersher
benutzten Wasserf'örderungsanlagen,
vornehmlich einfache Brunnen, darunter besonders die
mit Tieren betriebenen Dulab-Brunnen, und die in nahezu 5000-jähriger Tradition hergestellten Kanate; das
sind unterirdische Kanäle mit zahlreichen Luf'tschächten, die in ihrem oberen wassersammelnden Abschnitt
das Grundwasser unter den Schwemmfächern des Gebirgsrandes anzapfen und im wasserführenden Abschnitt bis
weit in die Ebenen hinausleiten
b) als neuzeitliche Anlagen Flach- und Tiefbrunnen mit
Motoren. Auf' artesische
Brunnen als weitere Gewin-
nungsmöglichkeit von Grundwasser wird verwiesen.
c) die Speicherung von Oberf'lächenwasser. Sie erfolgt
- 208 -
im wesentlichen durch Talsperren, die meist das
Ausmaß von Großprojekten besitzen. Hierüber werden
geologische, hydrologische, technische und wirtschaftliche Details gegeben. Die Beschreibung enthält
sowohl die wichtigsten bereits fertiggestellten, als
auch die im Bau befindlichen und die vorerst projektierten Staudämme.
6) Die im Iran üblichen Bewässerungsmethoden werden unter
Anführung ihrer Vor- und Nachteile dargestellt. Im wesentlichen handelt es sich um das:
a) alterttimliehe Überstausystem, das auch heute noch angewandt, wegen der damit verbundenen Gefahr der Versalzung des Bodens aber in zunehmendem Maße aufgegeben wird.
b) das System der Furchenbewässerung mit trapezförmigem
Querschnitt der Furchen und sanft geneigten Hängen,
bei Zuleitung des Wassers durch Kanäle und Verteilergräben, die zum Schutze gegen Verdunstung zum Teil abgedeckt und gegen Versickerung mit Beton ausgekleidet
sind. Auf spezielle Kanalbauten zur Dränun& um d:i.e
Gefahr sekundärer Versalzung auszuschließen, wird
verwiesen.
7) Die Probleme der gegenwärtigen und künftigen Wasserversorgung im Iran werden unter besonderem Bezug auf die
geologisch-hydrologischen und klimatischen Verhältnisse
besprochen. Die in jüngster Zeit von 2 Autoren errechnete ungünstige Wasserbilanz für Iran wird diskutiert.
Die Ursachen der großen Wasserverluste werden im Einzelnen erörtert und Maßnahmen zur Abhilfe für die Zukunft empfohlen. Diese Vorschläge umfassen:
a) Maßnahmen zur Herabsetzung der großen unproduktiven
Verdunstung.
b) Bessere Ausnutzung des bisher zur Bewässerung benützten Wassers.
c) Zusätzliche Erschließung neuer Wasservorräte aus
Grund- und Oberflächenwasser, wobei der Bohrung von
Tiefbrunnen, der Aufstauung von Grundwasser und der
- 209 -
Anlage weiterer, bisher noch nicht vorgesehener Staudämme zur Sammlung von Oberflächenwasser besondere
Bedeutung eingeräumt werden.
d) Landeskulturelle Maßnahmen zur Verhütung der Hochwässer
nach Schneeschmelze und Frühjahrsregenfällen.
e} Rationelle neuzeitliche Bewässerungsmaßnahmen in enger
Anlehnung an Fruchtfolge und Wasserbedarf der Pflanzen.
f} Entsalzung von Meerwasser und Verhütung sekundärer Versalzung bereits geförderten Wassers.
- 210 -
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27
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Tang -Baron
Schomschir-Bor
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Vorschläge des Verfassers
29
30
31
32
33
34
35
36
37
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