WS 406 Functional Training - Grundlagen Dr. Daniel Gärtner

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WS 406 Functional Training - Grundlagen
Dr. Daniel Gärtner
Zeitreise: Fitnesstraining/Krafttraining
50er
70er
90er
2010er
 vom Bodybuilding zum funktionellen Krafttraining
1990-2000: Kraftmaschienen dominierten die Studios

Freihantelbereiche sind eher klein und sind von
untergeordneter Bedeutung.

Maschinen-Krafttraining ist als gesundheitsfördernde
Methode weit verbreitet und flächendeckend
akzeptiert, während das freie Training mit Hanteln
und anderen ähnlichen Trainingsmitteln von vielen als
`gefährlich´ angesehen wird.

Die Trainingsgeräte werden immer futuristischer und
komplizierter und sind mittlerweile zunehmend mit
Elektronik vollgestopft.
Nachteil isolierter Kraftgeräte:

Fehlende Entwicklung der intermuskuläre Koordination durch eingeschränkten Bewegungsablauf

Vernachlässigung des Körperkerns durch starre und fixierte Bewegungen

Starke Isolation von einzelnen Muskeln und Muskelgruppen

Mangelnde Übertragbarkeit der Bewegung in die Alltagsmotorik

Fehlende Koordination in der Bewegung
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Seit 1996: Funktionelles Training
Funktionelles Training ist eine alltagsrelevante und sportartübergreifende
Trainingsform. Sie beinhaltet komplexe Bewegungsabläufe, die mehrere Gelenke
und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Es hat ihren Einzug in
unterschiedlichste Handlungsfelder gehalten.
Einwand:
In der Sportwissenschaft gibt es jedoch keine eindeutige Begriffs-Definition. FT ist
deshalb eher als Trend in der Fitnessbranche zu betrachten.
Geschichte der “functional” Bewegung

Die Ursprünge in der Rehabilitation von Verletzungen und Erkrankungen.

Darüber hinaus wurde functional Training in den USA schon lange Zeit erfolgreich im Spitzensport
eingesetzt (Mark Verstegen)
So neu ist dieses Konzept also nicht !!

Je komplexer die Sportart, umso „funktioneller“ wird/wurde in der Praxis trainiert, ohne zu wissen,
dass diese Art des Trainings einmal so genannt wird.
Allgemeines zum funktionellen Training

Weg vom isolierten Krafttraining

Hin zum Ganzkörpertraining

Aktivierung von Muskelketten

Verbesserung der intermuskulären Koordination

Bewusste Bewegungsschleifen bis in zu M.-Faszien

Verkettung und Stabilisation der Körperachsen
A) Tiefenachse: Seitenstabilität / M. Gluteus med.,+ min. / M. Ext.+Int. Obliq.
B) Längsachse: Körperkern / untere Extremitäten / Transversale M.
C) Breitenachse: Körperkern / Rumpfstabilität / M.Rectus Abd. / M. Er. Spinae
Notwendigkeit des funktionellen Trainings aus Sicht der Sportwissenschaft (Weineck 2010)
 Um langfristige Monotonie zu vermeiden, ist ein
abwechslungsreiches
Kontrast- / Begleitsportprogramm wichtig
 Beseitigung von Sportartspezifischen Schwachstellen
 Je jünger ein Sportler, desto wichtiger ist ein adäquates
„Crosstraining“
C
A
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Beispiel: Skisprungnationalmannschaft
 Ausgleich zum monotonen Trainingsalltag durch
funktionelles Akrobatik- und Turntraining
 Ziel: Verbesserung der Körperspannung, Haltung,
Koordination und Wahrnehmung (Werner Schuster)
Kritik am „Functional Fitness“
In den vergangenen Jahren wurden immer mehr neue Ansätze entwickelt, um das Training von Sportlern
funktioneller zu gestalten und sie damit vor Über- und Fehlbelastungen zu bewahren.
ABER: Für viele komplexe Übungen braucht es ein ausgebildetes Körpergefühl. Das Erlernen von Kettlebell-,
Slingtraining und Co sollte daher langsam und sicher erfolgen und nicht sofort auf die schwersten Übungen
setzen.
Propriozeption– Sensomotorik-Eigenwahrnehmung
Propriozeption oder Propriorezeption (lat. proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“) bezeichnet die
Wahrnehmung von Körperbewegung und Lage im Raum bzw. der Lage/Stellung einzelner Körperteile
zueinander.
Durch permanente Feedback-Prozesse, erhalten wir Informationen über unsere Körperlage. Als
Mess-Sensoren dienen uns sog. Propriozeptoren.
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Kinästhetik
(Bewegungswahrnehmung)

Kinetik
(Einwirkung von Kräften)
Seit 2008: Die Renaissance der “alten Geräte”
Vom Ringeturnen zum Slingtrainer
Vom Medizinball zum Powerball-Training
Von der Kraftgymnastik zum Kettlebell

Kinematik
(Bewegung von Körperteilen)
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Core – Der Körperkern
Die Basis der Stabilität im funktionellen Training (Verstegen, 2006)

Beim Core-Training wird der Rumpf als Körperkern betrachtet, an dem Arme, Beine und Kopf
eingehängt sind. Die Extremitäten bewegen sich demnach nicht isoliert, sondern stets im Verbund
mit dem Rumpf!

Es werden nicht nur einzelne Muskeln, sondern ganze Muskelschlingen in Form von komplexen
Bewegungsabläufen effektiv trainiert.
Die „Mittelkörperspannung“ im Gerätturnen
Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur + Brust, Oberschenkelvorder- und –rückseite
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Tiefenmuskulatur

Statische Muskulatur – gibt uns Halt und Spannung

Die Tiefenmuskulatur lässt sich im Gegensatz zur
Oberflächenmuskulatur nicht direkt trainieren, da bei
Bewegungsabläufen hauptsächlich die Oberflächenmuskulatur
arbeitet.

Mit Hilfe von Stabilisations- und Balanceübungen, die meist in
einer Halteposition ausgeführt werden, trainieren wir alle
Muskelgruppen und sprechen dabei sowohl Oberflächen- als
auch Tiefenmuskulatur an.

Die Tiefenmuskulatur wird im Gerätturnen besonders durch
das bewusste Ausführen der Übungen mit maximaler
Spannung und Streckung trainiert.
Einbeziehung der Tiefenmuskulatur in unser Training
Freizeitsportler
Turner
Wenig Spannung über
Spannung über die
gesamte Muskelkette
gesamte Muskelkette
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Typische Unterschiede: Liegestütz
Eine Bewegung hängt immer von der Qualität der eigenen Feinsteuerung ab. So unterscheiden sich
scheinbar gleiche Bewegungen von Leistungssportlern häufig signifikant von reinen Fitnesssportlern
Erarbeiten eines Langfristigen Niveaus

Um eine sportartspezifische Monotonie zu vermeiden, ist ein
begleitendes Rumpf-Training bereits im Kindesalter sinnvoll.

Beseitigung von Sportartspezifischen

Schwachstellen

Je jünger ein Sportler, desto wichtiger sind die Grundlagen und die
Schaffung stabiler Leistungs-Voraussetzungen
„Schiffen“ des Turnens als Basis des Core-Trainings
Probleme im FT durch Haltungsschwächen im Anfängerbereich
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„Schiffen“ des Turnens als Basis
Aus Sicht der Biomechanik sollte der menschliche Körper eine extreme Zug- oder Druckbelastung in eine
bestimmte Richtung durch eine Bewegungsreserve in entgegengesetzter Richtung kompensieren.
Zurückkippen und Fixierung des Beckens als Prävention
„Schiffchen“ rücklings
Umsetzung im Fitnesskurs durch geringen Radius
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Mittelkörperspannung: Grundlagentraining im Turnen
Die Mittelkörperspannung aus dem Gerätturnen dient u.A. für…

Verletzungsprophylaxe der Gelenke, besonders der Wirbelsäule

Ausstrahlung und Ästhetik

Schwierigkeit verschiedener Elemente und Übungen

Übertragung von Impulsen auf den Körper (Anlauf, Absprung, Beinschwung…)

Übertragung auf den Freizeitsport: Gesundheitsbewusstes Training und Ausführung technisch
richtiger Bewegungen im Functional Fit.
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