Vibographie bei Hirntumoroperationen : ein neuartiges

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5 Zusammenfassung
Ziel dieser Untersuchung war die Anwendung und klinische Erprobung
eines
neuartigen,
bildgebenden
Echt-Zeit
Ultraschall-Vibrographie-
Verfahrens am menschlichen Hirn, während der Resektion von
Hirntumoren. Hintergrund dieser Arbeit ist die ständige Suche nach
Verbesserungen und neuartigen System im Bereich der Neuronavigation
zur Echt-Zeit Darstellung von Gewebeveränderungen während der
Tumorresektion, um eine möglichst hohe Sicherheit bzgl. vollständiger
Resektion und Schutz eloquenter Hirnareale zu gewährleisten.
Mit der Ultraschall-Vibrographie, einem Verfahren zur Darstellung von
Gewebeelastizitäten, wurde eine der ältesten Untersuchungsmethoden, die
Palpation von Gewebeveränderungen, aufgegriffen und technisch zur
Anwendung gebracht. Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. M.Scholz, aus der
neurochirurgischen Universitätsklinik des Knappschaftskrankenhauses
Bochum-Langendreer testete zunächst die Anwendung des Systems an
Schweinehirnen, um eine optimale und sicherer Durchführung der
Erstanwendung der Vibrographie am menschlichen Hirn zu gewährleisten.
In dieser Arbeit wurde die Vibrographie und die klassische Sonographie
parallel während der Resektion von 50 Hirntumoren bei 49 Patienten
eingesetzt und die erhaltenen Ergebnisse ausgewertet. Die Tumore konnten
bei 43 Patienten mittels der neuartigen Vibrographie dargestellte werden.
Hirneigene Tumoren und Metastasen mit unterschiedlichen elastischen
Eigenschaften konnten vom umliegenden Gewebe mittels Vibrographie
dargestellt und vom umliegenden Hirngewebe differenziert werden Das
bereits etablierte Verfahren der Sonographie war der Vibrographie in der
Darstellung der Tumor noch überlegen und konnte bei 48 Patienten den
Tumor im B-Bild abbilden. Ein Zusammenhang zwischen Tumorentität,
z.B. Metastase oder hirneigener Tumor, und der Darstellung im
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Vibrographiebild konnten wir nicht feststellen.
Ein in einigen Fällen in der Vibrographie aufgetretener Randsaum höherer
Dehnung, welcher den Tumor umgibt, sollte in weiteren Arbeiten
untersucht werden.
Aufgrund der Ergebnisse dieser Arbeit erscheint die Erstanwendung der
Vibrographie
in
der
Neurochirurgie
für
die
Neuronavigation
erfolgsversprechend. Dieses neuartige Ultraschallverfahren kann dem
Operateur in der Zukunft zusätzlich nützliche Informationen bei der
Resektion von Hirntumoren geben. Zur Zeit kann die Vibrographie
sicherlich keines der bereits etablierten Verfahren ersetzen. Eine zukünftige
Ankopplung an bereits bestehende Navigationssysteme erscheint aber
möglich.
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