alter! - Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

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impuls
102
März bis JULI 2015
Magazin des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin
ALTER!
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Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Theaterbesucher und -freundE,
„Würdest Du ein Buch mit dem Titel ‚Älter werden‘ kaufen?“ – „Wohl kaum.“ – „Warum?“ – „Es klingt wie ein Ratgeber-Buch.“ – So ähnlich beginnt eine der Notizen in
Silvia Bovenschens höchst empfehlens- und lesenswertem Essayband „Älter werden“
- und liest sich wie eine Begründung für unseren mehrdeutigen Titel:
„Alter!“, nennt ein Jugendlicher seinen Kumpel – oder seinen Vater hinter dessen
Rücken. Das Alter aber beschäftigt ihn noch nicht, so weit weg ist es. Wir Älteren
versuchen, den Alterungsprozess zu verzögern, zu ignorieren, möglichst nicht über
Vergänglichkeit, Tod und Teufel mehr als nötig nachzudenken. Dabei ist die demographische Entwicklung – zumal hier in MV – gar nicht mehr zu ignorieren. Jedoch liegen
zwischen der Hoffnung auf zahlungskräftige „Silver Surfer“ und dem Lamentieren über
das „aussterbende“ Kulturpublikum Welten und tausenderlei Fragen, denen wir uns
im vorliegenden Impuls 102 stellen wollen – zumal wir unbedingt im Altern auch
ein Reifen und im Vergehen immer auch ein Werden, den Zyklus des Lebens in allen
Facetten sehen.
• Wie interagieren Ältere, Senioren, aber auch Jüngere mit dem Theater?
• Wie wird auf dem Theater gelebt, gealtert und eben auch gestorben?
• Welche Folgen hat das Alter des Publikums und der Theatermacher für die Ästhetik, die Programmatik des Theaterangebots?
• Ist Alter, sind Ältere eine Herausforderung oder eine Chance für Theater?
• Und was ist mit all den sehr jungen Leuten, die Theater spielen, machen, besuchen und genießen?
Dies sind nur einige der vielen Fragen, deren Antworten Sie im weiten Bogen der
thematischen Beiträge finden können – neben unseren inzwischen beliebten Kolumnen
und Porträts, die Lieblingsorte oder Kooperationen vorstellen, u.v.a.
Viel Freude beim Lesen, Stöbern und Denken,
wünscht Ihnen
Dr. Rita Gerlach-March
Marketing-Leitung
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SCHLOSSFESTSPIELE
SCH W E RIN 2 0 15
des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin
LA TRAVIATA
Oper von Giuseppe Verdi | Open air
3. Juli – 9. August 2015
Karten 0385/5300-123
www.theater-schwerin.de
Aus- und RückblicK
Einladung
zum Dialog
Schreiben Sie uns!
Sondermeldung
Ehrung für
Günther Uecker:
Landesbibliothek M-V
erhält seinen Namen
Unser „Cover-Artist“ aus Impuls Nr.
100 wird vom Land mit einer Namenspatenschaft im Jubiläumsjahr
für sein künstlerisches Schaffen geehrt: der international renommierte
Künstler Prof. Günther Uecker, der
in Wendorf (Mecklenburg) geboren
wurde und am 13. März 2015 seinen 85. Geburtstag feiert (Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur am
30.12.2014).
Leserbriefe zum neuen Impuls:
Glücksimpuls
„…danke für den neuen Impuls, ich
habe ihn mit viel Vergnügen gelesen!
Schön, dass die Theatermitarbeiter
stärker zu Wort kommen (Lieblingswerk, Lieblingsort, In der Kantine
mit... u.ä). Da wird die Vielfalt des
Kollegiums erlebbar; aber auch,
mit wieviel Herzblut sich jeder in
das Gesamtkunstwerk 'Theater' einbringt.“
Angela Künzel, Orchestermitglied
„Meine 27-jährige Tochter, die das
Theater aus ihrer Zeit als Regieassistentin kennt, war zu Besuch und
sagte spontan, dass sie zum ersten
Mal den neuen Impuls von vorne bis
hinten mit Genuss durchgelesen hat
– das Format, die Artikel, das Layout
gefielen ihr rundum!“
Matthias Kunze, Theaterfreund
I n h a lt
Editorial 1
Aus- und Rückblick
3
Leserbrief zum Thema
4
Theaterfreunde vorgestellt:
Werner Skoeries und der
Schweriner „Kulturschlüssel“
6
Glosse zum Thema von
Manfred Brümmer
7
Hintergrund: Material-„Alterung“
Fritz-Reuter-Bühne8
Die klingende Seite: Violine
10
Kolumne: Death in concert
11
In der Kantine mit:
Caroline Wybranietz
12
In der Kantine mit:
Johannes Xaver Zepplin
13
Alt und Jung: Ballett
14
Gastkommentar: Demographie
und Theater
16
Partner vorgestellt: Staatliches
Museum Schwerin/
Ludwigslust/Güstrow19
(M)ein Lieblingsort –
Romaine Fauchère
20
Zugehört: Wir fragen,
Sie antworten
23
Reflektionen: 25 Jahre
Mauerfall im Schauspiel
24
Neu am Haus: Charlotte
Kintzel, Nouras Hanana
26
Galerie im Theater:
Ruth Tesmar
27
Ausstrahlung: MeckProms on Tour 28
Termine März bis Juli 2015
30
AUTOREN:
Dr. Hela Baudis, Dr. Rita Gerlach-March,
Kerstin Klaholz, Julia Korrek, Nadine Lipp,
Franziska Pergande, Ralph Reichel,
Katharina Riedeberger, Ulrike Stern u.a.
Impressum
HERAUSGEBER:
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH
Generalintendant und Geschäftsführer:
Joachim Kümmritz
Redaktionsadresse: Marketing
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH,
Alter Garten 2, 19055 Schwerin
[email protected]
www.theater-schwerin.de
Fotos: Silke Winkler, wenn nicht anders angegeben
GESTALTUNG: adani Werbeagentur, www.adani.de
ANZEIGEN: Agentur Reiner Prinzler (0172/3114842)
Druck: Digital Design
Spielzeit 2014/2015
Heft 102 (März–Juli 2015)
Änderungen und Druckfehler vorbehalten
3
Le s e r b r i e f z u m T h e m a
Theaterpädagogik
Wo sonst wird so viel geliebt,
gelacht, geweint, gestritten, gestorben und sich versöhnt wie auf
dem Theater? Und das Beste daran: Als Zuschauer ist man immer
mittendrin, statt nur dabei.
Für junges Publikum ist dies ein besonderes Erlebnis. Doch auch in
vorangeschrittenem Alter ist Theater ein idealer Ort für kreative
Auseinandersetzung mit eigener
und anderen Erfahrungswelten,
mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und gesellschaftlichen
Kontexten. Hellwache Aufmerksamkeit und aktive Teilhabe junger, wie älterer Menschen wird
hier gefordert und gefördert.
Genießen, ein- und abtauchen ist
ebenso erlaubt…
Interessierten Zuschauern jeden
Alters diesen Zugang zur Faszination ‚Theater‘ zu erschließen,
ihnen ein kulturelles Gemeinschaftserlebnis näherzubringen
und darüber hinaus die vielfältigen Aspekte der Theaterarbeit
(be-)greifbar zu machen, ist Intention der Theaterpädagogik. Denn:
Theaterluft macht frei, selbstbewusst und stark – in jedem Alter!
So lädt unser theaterpädagogisches Angebot Jung und Alt ein,
die Welt des Theaters kennenzulernen. Neben jugendlichen
Patenklassen gibt es auch Produktionspatenschaften von Seniorengruppen der Volkshochschule
oder des Seniorenbüros Schwerins, die sich vertiefend und begleitend mit den Inszenierungen
des Spielplanes auseinandersetzen. Außerdem haben wir ein
besonderes Workshop-Angebot
für die ‚ältere Generation‘ im
Repertoire und ein generationsübergreifender Stammtisch in
der Theaterkantine ist in Planung. Kontakt: [email protected], Tel.
0385/5300-144
4
ALT WERDEN bzw.
JUNG BLEIBEN mit
THEATER in Schwerin
Im folgenden Leserbrief beschreibt Ute Breitsprecher, eine sehr
aktive und dem Theater schon lange verbundene Seniorin, verschiedene Aspekte ihrer Erfahrungen mit unserem Theater.
Die demographische Entwicklung in
Deutschland ist bekannt. Dank der
Medizin gibt es immer mehr ältere
Menschen, dagegen sinkt die Geburtenrate seit 25 Jahren. Schwerin
bietet nicht genügend Arbeitsplätze
und die fehlende Universität tut ihr
Übriges. Die Jugend geht dahin, wo
es Arbeitsplätze gibt.
Darauf muss sich eine Stadt einstellen, natürlich auch im kulturellen
Bereich. Ich beobachte seit Jahren,
dass auf den Zuschauerplätzen bei
Theater- und Konzertaufführungen
die ältere Generation vorherrscht.
Wir älteren Kulturkonsumenten sind
ja oft nicht mehr so beweglich und
mögen im Winter, d.h. im Dunkeln,
nicht mehr auf die Straße. Darauf
hat sich das Theater eingestellt – mit
Matineen und Nachmittagsvorstellungen an den Wochenenden; sogar
den normalen Spielplan am Sonntag
und Montag auf 18 Uhr vorverlegt.
Das wird sehr gut angenommen,
könnte sogar ausgebaut werden!
Konzerte gibt es an drei Abenden.
Bedarf ist vorhanden. Im Zuge der
Sparmaßnahmen ist überlegt worden, dies zu streichen. Doch dieser
Kelch ist an uns vorübergegangen;
ebenso die Abschaffung der Niederdeutschen Bühne. Dank gewaltiger
Proteste! Zumal in der mecklenburgischen Verfassung die plattdeutsche
Sprache gefördert werden soll.
Besonders die Matineen am Sonntag
um 11 Uhr vor den jeweiligen Pre-
Le s e r b r i e f z u m T h e m a
König Ubu
mieren erfreuen sich großer Beliebtheit. So hat der Besucher die Möglichkeit, sich über Inhalt und Gehalt,
aber auch über die Regiearbeit zu
informieren. Und einzelne Solisten
geben Proben ihres Könnens ab. So
hautnah hat man sie nicht wieder!
Ich betreue an der Volkshochschule
eine von 15 Seniorengruppen. Für
fast 30 interessierte Frauen organisiere ich 20 kulturelle Veranstaltungen im Jahr zu unterschiedlichen
Themen. Museums- und Theaterbesuche z.B. sind hoch im Kurs. Wir
waren schon oft im Puppentheater
und bei Ballettproben. Die letzte
Eröffnungsveranstaltung aller Seniorengruppen der VHS war eine Probe
zur Oper „Rusalka“ von Dvořák.
Der Schauspieler Christoph Bornmüller hat einmal sinngemäß geäußert, dass das Schweriner Publikum
zu konservativ sei, zu wenig aufgeschlossen für neue Ideen. Ich bevorzuge auch, wenn die alten Stücke in
ihrer Zeit belassen, sie nicht gewollt
modernisiert werden. Der mündige,
kritische Zuschauer ist doch durchaus in der Lage, Parallelen zur heutigen Situation zu erkennen.
Gibt es zu wenig neue interessante
Stücke? Positive Beispiele sind die
Stücke von Yasmina Reza. Auch
„Der Vorname“ von Delaporte ist ein
glänzender Beitrag. „König Ubu“ ist
als absurdes Theater angelegt und
Rusalka
unglaublich toll gemacht. Das muss
man nicht unbedingt mögen.
Die Oper hat sich seit der Wende
besonders gut entwickelt. Schön,
dass auch moderne Opern im Spielplan ihren Platz finden. Großartig
waren „Anne Frank“, „Dead Man
Walking“ und „Sigurd der Drachentöter“.
Beliebt ist nach wie vor die Niederdeutsche Bühne. Zu platt darf es
aber bitte nicht werden! Man darf
nicht vergessen, dass Niederdeutsch
früher die Alltagssprache war und
nicht nur für Quatsch und Klamauk
genutzt wurde. Wie wär’s mal wieder mit Fritz Reuter? „Uns Hüsung“
vor Jahren war toll!
Resümee: Unser Theater ist aus
Schwerin nicht weg zu denken.
Traurig, dass immer wieder diskutiert wird, wie das Haus kaputtgespart werden kann. Qualität ist nun
mal das Hauptkriterium, und gekürzt
wurde in den letzten Jahren mehr
als genug. Schon viele bedeutende
Menschen haben sich dazu geäußert, wie wichtig Kultur für eine humanistische Lebensweise ist. Wenn
sie nicht schon an Kinder herangetragen wird, werden sie sie später
auch nicht vermissen. Aber was werden das für Menschen sein?
In diesem Sinne
Ihre Ute Breitsprecher
Kulturbotschafter am
Mecklenburgischen
Staatstheater Schwerin
Sind Sie kulturaffin?
Organisieren Sie gerne?
Bringen Sie Menschen aus Ihrem
Umfeld mit ins Theater und genießen Sie die Vorzüge, die Kulturbotschafter bekommen:
• in jeder Spielzeit eine persönliche Spielzeitberatung und die
Möglichkeit, Karten mehrere Monate im Voraus zu reservieren
• ab einer Gruppenstärke von 15
Personen freier Eintritt für Sie
(ab 5 Besuchen pro Spielzeit,
ausgenommen Schlossfestspiele,
Gastspiele und Sonderveranstaltungen)
• Einblick hinter die Kulissen des
Großen Hauses
Interesse an dieser
abwechslungsreichen
ehrenamtlichen Tätigkeit?
Dann melden Sie sich unter
Tel. 0385/5300-244 oder per
E-Mail an:
[email protected]
Siehe auch Seite 6: das
„Kulturbegleiter“-Programm
5
T h e a t e r f r e u n d e v o r ge s t e l l t
WERNER SKOERIES UND DER
SCHWERINER „KULTURSCHLÜSSEL“
Kontakte und Infos:
• Landesring M-V des Seniorenringes e.V.: www.seniorenring-mv.de
• Seniorenbüro Schwerin: www.
seniorenbuero-schwerin.de
Adresse: Wismarsche Str. 144,
19053 Schwerin
Telefon: 0385/55 74 962
• Theaterfreunde Schwerin e.V.:
www.theater-schwerin.de/freunde_und_partner
6
Foto: Christine Dechau
Nach dem Motto „Wir machen für
Jung und Alt Kunst und Kultur möglich“ hat Werner Skoeries in Schwerin ein landesweit einmaliges Programm initiiert – den „Schweriner
Kulturschlüssel“. Dazu inspiriert wurde er von einem ähnlichen Hamburger Projekt, dem eigenen Kulturinteresse und den Erfahrungen bei den
Theaterfreunden Schwerin e.V. (er
ist im Vorstand für den Theaterladen
verantwortlich). Aus der Vernetzung
mit vielen aktiven Senioren ergab
sich, dass es bei älteren „Noch-nichtBesuchern“ ein großes Interesse an
Theater- oder
Museumsbesuchen
gibt, sie aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht alleine gehen
wollen oder können.
Nun gibt es für diese Menschen endlich die Möglichkeit, mit einem „Kulturbegleiter“ gemeinsam kulturelle
Veranstaltungen zu besuchen. Dabei
ist dies kein reiner Begleit- oder Abhol-und-Bringe-Dienst, sondern die
„Kulturgenießer“ bekommen auch
die Möglichkeit zur inhaltlichen
Vor- und Nachbereitung. So ist der
Begleiter der Schlüssel für die Genießer, die Kultur zu „erschließen“. Ein
Angebot für alle Kulturinteressierten,
denn: JedeR kann und soll Kulturgenießer sein – alle, auch junge Leute,
die vielleicht in ihrer Altersgruppe
keine Gleichgesinnten finden, den
Austausch mit den älteren Generationen suchen oder einfach nur den
Gesellschaft
& Theater
Die Schweriner Kulturbegleiter mit Werner Skoeries
Horizont erweitern wollen! So soll
es gehen: Einfach auf den OnlineVeranstaltungskalender auf der Internetseite des Seniorenbüros schauen
(derzeit im Aufbau), Vorstellung und
Begleiter auswählen und melden.
Momentan gibt es 15 Kulturbegleiter, die sich auf einen Artikel in
der Schweriner Volkszeitung vom
24.7.2014 gemeldet haben. Bei
einer Informationsveranstaltung lernten sich die engagierten und aufgeschlossenen Interessenten kennen.
Zwei Weiterbildungsveranstaltungen
wurden 2014 durchgeführt: eine im
Staatlichen Museum Schwerin und
eine am Mecklenburgischen Staatstheater; 2015 werden die Fortbildungen in der Schleifmühle und
im Freilichtmuseum fortgesetzt. Mit
diesen vier Partnern, die dafür ausgewählte Veranstaltungen und Kontingente freigeben, geht das Projekt
an den Start. Die Vereinbarungen
werden derzeit verhandelt, der Veranstaltungskalender parallel aufgebaut (konkret mit Datum, Inhalt und
Kulturbegleitern). Danach wird das
Angebot laufend erweitert.
Entwickelt hat Werner Skoeries das
Projekt während seiner Ausbildung
zum seniorTrainer, ein Programm
des Landesrings Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Seniorenrings e.V.
Ab 15 Personen, die fünf Mal pro
Spielzeit das Theater besuchen,
kann der Kulturbegleiter zum Kulturbotschafter werden – und Termine
und Vorstellungen frei wählen (s. S. 5).
Termine Theaterfreunde
11. TheaterFreundeTreff
mit Opernprobenbesuch
„The Rake`s Progress“, 8.4.
Ausstellungseröffnung
in der „Galerie im Theater“ mit
Werken von Jürgen Weber, 18.4.
11. Schweriner Stiftermahl
29.5.
Frühjahrslunch
Thema „Schlossfestspiele
Schwerin des Mecklenburgischen
Staatstheaters Schwerin 2015:
La Traviata“, 14.6.
Verleihung des ConradEkhof-Preises 2015
12.7.
Thema
„Opfer fallen hier, weder Lamm noch Stier,
aber Menschenopfer unerhört…“ Goethe, „Die Braut von Korinth“
Glosse von Gastautor Manfred Brümmer
Liebe Mitbürger,
vergessen Sie alles, was Sie bisher
über die Gründe für die schrittweise
Abschaffung von Theater gehört haben. Dieses Streben entspringt nämlich tiefster Humanität und der Sorge
um Leib und Leben von Schauspielern, Sängern und Tänzern. Diese
Erkenntnis vermittelt ein Interview im
ZEITMAGAZIN, das dem staunenden Leser erklärt, im Theater ginge
es darum, Dämonen auszutreiben.
(Kleine Verwechselung, Herr Mangold, sowas machen nicht wir, sondern die von der Kirche! Und bitte
nicht weiterverbreiten, sonst kriegen
wir Anmeldungen zum Exorzismus!)
Aber wenn nun auch andere nicht
wissen, was auf Theaterbühnen vorgeht? Leute mit politischer und finanzieller Wirkungspotenz? Die aber
ganz früher (vielleicht sogar in der
Schule?) mitgekriegt haben, dass es
dort Leid, Alter und Tod gibt? Und
nun allein zu unserem Schutz die
Türen von Arbeitsämtern weit öffnen
lassen, wo dann für unser Weiterleben in Jugend und Schönheit gesorgt
werden soll? Darum müssen wir an
dieser Stelle eindringlich erklären:
Wir machen Euch da bloß was vor!
Altern und Sterben auf der Bühne
sind Fiktion, sind Lug und Trug! Wir
tun nur so! Aber wie wir das tun,
finden wir richtig toll. Was allein
die Maskenbildnerei da leistet beim
Ältermachen von Menschen! (Beim
Jüngermachen noch mehr, aber das
ist hier nicht das Thema.) Und das
Sterben auf der Bühne ist mit seinen
Mitteln schier unerschöpflich: Durch
Schwert, Dolch, Strick und Guillotine, den „Schuss durch die Gitterthüre“, Gift ins Glas und Gift ins Ohr,
sogar ein Stiefel soll laut Anekdote
schon vergiftet gewesen sein. Wir
zeigen Frauen, die selbst im letzten
Stadium der Schwindsucht noch so
singen, dass es eine ganze Lungenklinik zu Tränen rühren könnte, oder
es selbst in einen Sack gesteckt noch
schaffen, ein Sterben in höchster musikalischer Schönheit hinzukriegen.
All das kann man sich für Eintrittsgeld ansehen, ohne Angst haben zu
müssen, dass dem netten dicken Tenor, den man am Morgen noch beim
Bäcker traf, auf der Bühne wirklich
was passiert. Man trifft ihn auch am
nächsten Morgen noch und damit
ist zumindest den Nachbarn klar:
Ein Theater ist kein subventionierter
Club für originelle Altenpflege und
Sterbehilfe, sondern ein Haufen von
Enthusiasten, der „den ganzen Kreis
der Schöpfung ausschreiten“ will.
Beziehungsweise so tun, als täte er
es. Einschließlich Altern und Sterben.
Gegen Bezahlung, ganz nebenbei.
Wie sie es machen, ist natürlich
ganz verschieden. Das Schauspiel
guckt erst mal, ob es da nicht einen
Film gibt, den man umschreiben
kann, die Oper macht‘s ein bisschen
lauter (solange sie noch ein Orchester zur Verfügung hat). Im Ballett liegen Leichen immer in schönen Posen
herum, nur Alte gibt’s in den Werken
wenig. Es ist ja auch schwer zu vermitteln, dass Greisinnen und Greise
noch so gut tanzen können. Selbst
das Plattdeutsche steuert aktuell auf
das große Sterben zu – acht Mordopfer sind eingeplant. Aber auch
hier wird die sonst so große Realitätsnähe nicht übertrieben. Wir können also immer wieder ein nächstes
Treffen vereinbaren. Damit Sie sich
davon überzeugen können, dass wir
alle noch am Leben sind.
Manfred Brümmer, langjähriger
Dramaturg der Fritz-Reuter-Bühne
Termine zum Thema
17.4. The Rake's Progress
Musiktheater
7.5. Germania. Tod in Berlin
Schauspiel
2.6. De acht Millionäre
Fritz-Reuter-Bühne
3.7. La Traviata
SCHLOSSFESTSPIELE
SCHWERIN des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin
Joachim Bliese und Elfie Schrodt in „Twei as Katt un Hund“
7
Hintergrund
Zauberei?!
Material-„Alterung“ Von der Holzwand
zur verrosteten Metallplatte
Ein ungewöhnliches Bühnenbild bietet die Komödie „Ünner’t Lüchtfüer“
(„Unter dem Leuchtfeuer“), die seit
Januar auf dem Spielplan der FritzReuter-Bühne steht: das Innere eines
Leuchtturms auf der fiktiven kleinen
Insel Groland. Hier haust Leuchtturmwärter Paul und macht mit seiner
grummeligen, abweisenden Art seinem Assistenten Bengt und dem Post-
schiffer Herbert das Leben schwer.
Damit der Zuschauer beim Öffnen
des Vorhangs sofort die besondere
Atmosphäre des Ortes aufnehmen
kann, hat Bühnenbildner Harry
Behlau die typischen Merkmale des
Leuchtturms nach innen geholt: rotweiße Metallplatten, zusammengenietet, rostig und abgegriffen. Tischlerei und Malsaal des Staatstheaters
fiel die Aufgabe zu, die Wände so
herzustellen, dass sie täuschend echt
aussehen, aber immer noch praktikabel im Auf- und Abbau sowie
beim Transport sind.
Die folgende kleine Bilderstrecke
zeigt den Weg, der dabei zurückgelegt wurde.
Mit Spachtelmasse wird der Wand die Plastizität gegeben, die Kreise mit einem Kunststoffrohr
hineingedrückt. Nachdem die Spachtelmasse geschliffen wurde, bekommt sie eine Rostgrundierung,
es wird gewissenmaßen eine feine Metallschicht darübergestrichen. Eine Oxidationslauge bewirkt
dann nach wenigen Stunden, dass diese Schicht rostet. Die Sperrholzwand im Rohzustand
8
Für die Endgestaltung wird Dispersionsfarbe aufgetragen, anschließend erfolgt eine Teillackierung
und -patinierung.
Hintergrund
TERMINE DER
FRITZ-REUTER-BÜHNE
Weitere Vorstellungen:
„Ünner’t Lüchtfüer“
22.3., 16 Uhr, Bühne 602 Rostock
10.4., 2.5., 13.5., 30.5. und z.l.M.
12.6., jeweils 19.30 Uhr, E-Werk
Außerdem im Spielplan:
Tauierst kümmt de Familie
(plattdt. Erstaufführung)
Um ihren Enkel vom Wegziehen
abzuhalten, schrecken seine liebenswert schrulligen Großeltern auch vor
Kupplerei nicht zurück.
Premiere: 17.3., 19.30 Uhr,
Großes Haus
De acht Millionäre
(plattdt. Erstaufführung)
Das Millionenerbe seines leichtlebigen Vaters bringt Jörg von Waldow
den Tod – und seine zahlreichen unehelichen Geschwister auf den Plan.
Premiere: 2.6., 19.30 Uhr,
Großes Haus
Popeye, de Seemann
(Uraufführung)
Ein bärenstarkes Kinderstück auf
Hoch und Platt für Landratten ab
6 Jahren mit Musik.
Premiere: 4.7., 18 Uhr,
Freilichtmuseum Schwerin-Mueß
Die fertige Tür.
9
K l i n ge n d e Se i t e
Alte Meister?
InstrumentenportrÄt
DIE VIOLINE
Die Sache mit dem unverwechselbaren, nicht reproduzierbaren Klang
alter Meistergeigen ist und bleibt ein
Mythos – was nicht heißt, dass nicht
zumindest auch Wahres daran wäre.
Dass der Preisvergleich einer millionenschweren Stradivari mit einem
erstklassigen neu gebauten Instrument nichts mit realen Werten zu tun
hat, muss dennoch kaum erwähnt
werden. Auch hier wird der „gute
Name“ mitbezahlt; nicht selten ist es
ein italienischer aus dem 18. Jahrhundert, ähnlich wohlklingend wie
das dazugehörige Instrument. Doch
was ist dran am Stradivari-Mythos?
Kürzlich ergab ein Blindvergleich dreier höchstwertiger Geigen von Stradivari und Guarneri mit drei modernen
Spitzeninstrumenten, dass die Spieler – allesamt gute Musiker – keineswegs durchgehend die alten Geigen
favorisierten, ja dass sie diese nicht
einmal zuverlässig von den neueren
unterscheiden konnten. Top-Favorit
wurde eines der jüngeren Exemplare. Alles fauler Zauber also? Ohne
Zweifel: Ein psychologischer Effekt
ist im Spiel und wirkt wert- und ruhmsteigernd. Denn wer – technisches
Können und musikalisches Gespür
5. Sinfoniekonzert
Claude Debussy: Petite Suite
Edouard Lalo: „Symphonie
espagnole“ d-Moll op. 21
für Violine und Orchester
Jacques Offenbach:
„Gaîté parisienne“ – Auszüge
(arr. Manuel Rosenthal)
Solistin: Antje Weithaas, Violine
Dirigent: Kimbo Ishii
Montag, 23.3., 18 Uhr
Dienstag, 24.3. und Mittwoch,
25.3., 19.30 Uhr
Großes Haus
10
Antje Weithaas, Solistin des 5. Sinfoniekonzerts und Professorin an der Hochschule für Musik
HANNS EISLER Berlin, spielt eine Violine von Peter Greiner aus dem Jahr 2001.
vorausgesetzt – eine Violine spielt,
deren Listenpreis Millionen beträgt
und die über Jahrhunderte durch berühmte Hände ging, den inspiriert
und beflügelt allein die Aura des
Instruments. Sofern denn die Chemie zwischen Spieler und Geige
stimmt – was keineswegs garantiert
ist! Andererseits wird ein mittelmäßiger Musiker nicht besser, nur weil
er eine Stradivari spielt! Im Gegenteil: Gerade alte Instrumente haben
ihren eigensinnigen Charakter, wollen erobert werden.
Die grundlegende Form und Bauweise der Streichinstrumente ist seit
Stradivaris Zeit auffallend konstant
geblieben, und nur geringfügig hat
man alte Instrumente den gewandelten Ansprüchen moderner Spieltechnik angepasst. Etwas kleiner oder
etwas größer – das ändert vielleicht
den Klangcharakter, nicht unbedingt
aber die Qualität des Instruments,
und gleiches gilt für die Kombination
verschiedener Holzarten. Selbstverständlich sind die wertvollsten und
klanglich ausgewogensten Geigen
von Wissenschaftlern vielfach auf
Herz und Nieren untersucht worden,
also auf Maße, Hölzer, Holzstruktur,
Lack, die chemische Vorbehandlung
und die klimatischen Bedingungen
am Ort und zum Zeitpunkt der Herstellung. Einem echten Geheimnis
allerdings ist man bis heute nicht auf
die Spur gekommen.
Dass das Holz, aus dem die Instrumente gebaut wurden, vor rund 300
Jahren mehr Zeit zum Wachsen hatte und so gleichmäßigere Strukturen
aufweist, ist immerhin eine spannende Erkenntnis. Und auch die Patina
jahrhundertealter Lacke wirkt sich
offenbar auf den Klang aus und ist
kaum reproduzierbar. Die unverkennbare Wärme und „Reife“ im
Ton, die angeblich durch beides
entsteht, bleibt jedoch wiederum
Geschmackssache und mag, gerade
im Zusammenspiel, keineswegs nur
Freunde finden.
Also tatsächlich Alter vor Jugend bei
der Auswahl eines Streichinstruments? Letztlich ist jeder Musiker auf
der Suche nach dem Partner, mit
dem er den Rest seines (Bühnen-)
Lebens verbringen möchte. Und wie
im wahren Leben gilt hier: Es ist ein
Nehmen und auch ein Geben.
Kerstin Klaholz
K o n ze r t- K o l u m n e z u m T h e m a
Death in Concert
Der Tod – ein wahrhaft grausames
Ding! Allzu oft verbunden mit Angst
und Trauer, und auch mit Erkenntnissen, die besser im Verborgenen
geblieben wären. Und doch: Ist der
Tod nicht auch Erlösung von den
Zweifeln und Leiden des Lebens?
Nirgends stirbt es sich bekanntlich
leichter als auf der Bühne, mit mehr
oder weniger dramatischer Geste
und meist in den höchsten Tönen.
In der Oper ist der Weg vom todbringenden Dolchstoß oder von der
Verabreichung des letalen Gifts bis
zum letzten Atemstoß meist noch
weit – und dem Publikum verspricht
er einige der herrlichsten Arien des
Repertoires. Was bisher nicht offenbart werden konnte, im Angesicht
des Todes singt es sich einfach doppelt so schön. Bis der Vorhang fällt.
Und im Konzert? Auch hier ist der
Tod Thema: ganz ohne die lästigen
Unwägbarkeiten des körperlich
Banalen und des Zwischenmenschlichen, das auch angesichts des
Äußersten nur selten Früchte der Versöhnung trägt. Tod im Konzert, das
ist Schmerz und Verzweiflung pur,
in Tönen und Klängen komprimiert,
zutiefst persönlich, weil Wirkung
und Wertung ganz im Erleben des
Hörers liegen. Tod im Konzert ist fast
immer durchlittener Genuss, der unwiderstehlich in seinen Bann zieht.
Wenn anschließend das Publikum
unangestrengt plaudernd zur Tagesordnung übergeht, dann hat der
Komponist versagt – oder die Interpreten, was wir nicht hoffen wollen!
So ist auch der komponierte, in Klänge gegossene Tod eine Grenzerfahrung: zwischen schmerzhaftem
Verlust und entrückter Verklärung,
zwischen Himmel und Hölle. Musik,
die uns unmittelbar, ohne den Schutz
der Worte trifft.
Den Tod komponiert man nicht ohne
Anlass, ohne inneres Bedürfnis. Auch
im Konzert hat er viele Gesichter.
„Isoldes Liebestod“ kommt, wie in
der Oper, „mild und leise“, ist „ertrinken, versinken – unbewusst – höchs-
te Lust!“ Die Musik lässt rauschhaft
Klang werden, was Wagner selbst
in seiner heimlichen Beziehung zu
Mathilde Wesendonck ersehnt haben mag. Den Liebestod als Inbegriff
auskomponierter Sehnsucht.
Für Mahler, dem jede seiner Sinfonien nicht weniger bedeutete als
eine Weltanschauung, schwang der
Tod fast automatisch immer mit: mal
skurril verzerrt, auf einer verstimmten Geige aufspielend, mal wuchtig hereinbrechend wie im 1. Satz
der „Auferstehungssinfonie“, der
ursprünglichen „Todtenfeier“. Der
Tod als Naturereignis und Erlösung
in einem.
Ganz anders bei Ravel, dem Meister des „Als Ob“, der es liebte, seine
Musik (wie sich selbst) zu verkleiden.
So inszeniert er auch den Tod im
Gewand des Schönen, Rauschhaften: des Walzers. Denn „La Valse“,
die Sinfonische Dichtung zu Ehren
Wiens, ist im Entstehungsjahr 1920
nur als Apotheose im Angesicht der
Zerstörung zu denken – und dennoch
verheerend schön. Der Kronleuchter
kreist und kreist, bis er krachend zu
Boden stürzt und das gespenstische
Treiben unter sich begräbt.
Schließlich Tschaikowski, dessen „Pathétique“ ohne seinen rätselhaften
Tod kurz nach der Uraufführung
schwer zu denken ist: ein Abgesang und zugleich letzter beglückender Höhenflug des am Leben
verzweifelten Künstlers. Die „Todestonart“ h-Moll, der melancholische
Tonfall, der verlöschende Schlusssatz
– einiges legt nahe, dass Tschaikowski hier bewusst einen Schlusspunkt
setzte. Ein Licht am Ende des Tunnels
war nicht vorgesehen.
Kerstin Klaholz
4. Sinfoniekonzert
Richard Wagner: Vorspiel zur
Oper „Rienzi, der letzte der
Tribunen“, „Wesendonck-Lieder“,
Sinfonischer Querschnitt aus dem
Bühnenweihfestspiel „Parsifal,
Tristan und Isolde“ –
Vorspiel und Liebestod
Solistin: Ruth-Maria Nicolay,
Sopran
Dirigent: GMD Daniel Huppert
Montag, 9.3., 18 Uhr
Dienstag, 10.3. und Mittwoch,
11.3., 19.30 Uhr
Großes Haus
7. Sinfoniekonzert
Gustav Mahler: „Todtenfeier“
Sinfonische Dichtung
Maurice Ravel: „La Valse“ Poème
chorégraphique pour orchestre
Peter I. Tschaikowski: Sinfonie
Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“
Dirigent: Roger Epple
Montag, 18.5., 18 Uhr
Dienstag, 19.5. und Mittwoch,
20.5., 19.30 Uhr
Großes Haus
11
i n d e r k a n t i n e m i t:
Caroline Wybranietz
Schauspielerin
Foto: Johannes Xaver Zepplin
7. Jemand möchte dir Konzertkarten schenken. Wohin
geht’s?
Ich würde dann, oh Gott, so viele
Möglichkeiten… ich glaube, es würden Mumford and Sons sein. Aber
ich bräuchte natürlich zwei Karten,
ich geh doch nicht alleine auf ein
Konzert. Ins Kino geh ich auch alleine, da reicht es, wenn ich eine
geschenkt bekomme.
1. Wie kamst du ans Theater?
Ich bin ans Theater gekommen durch
meine Mutter, die hat mich zu einem
Casting für eine Kindertheatergruppe mitgenommen. Da habe ich die
Alice in „Alice im Wunderland“ gespielt. Und dann wollte ich nur noch
Schauspielerin werden. Das hatte
meine Mutter, glaube ich, nicht so
geplant.
2. Was schaltest du an um abzuschalten?
Deutschlandradio Kultur (lacht).
Oder zusammengestellte CDs von
Freunden.
3. Was wärst du, wenn du
nicht am Theater wärst?
Dann wäre ich Zirkusartistin. Aber
ich habe Höhenangst.
4. Langsam wird es wärmer.
Wann springst du das erste
Mal in den See? Und in welchen?
Wenn ich das erste Mal draußen
Wein trinke. Und dann meistens in
den Lankower See.
5. Hast du schon Pläne für
den Sommer gemacht?
Ja, ich mache eine Paddeltour mit
meinem Freund, vermutlich in Mecklenburg oder im Spreewald.
8. Wein oder Bier? Wein
See oder Meer? Meer
Hamburg oder Berlin? Hamburg
Pommes oder Schokolade?
Pommes!
! oder ? !
Fernsehen oder Internet?
Internet
Madonna oder Michael Jackson? Michael Jackson! Obwohl…
Doch.
9. Dieser Impuls beschäftigt
sich mit dem Thema „Altern“.
Wo siehst du dich in 50 Jahren: 2065?
In meinem Haus in Ahrenshoop zusammen mit meinem Partner und wir
basteln gerade aus Hühnergöttern
und am Strand gefundenen Stöckern
und Federn ein Mobile und trinken
dazu schwarzen Tee. Oder Whiskey.
10. Welche Lebensweisheit
hast du von deiner Familie oft
gehört?
6. Was liebst und was hasst
du an Schwerin?
Ich liebe an Schwerin die Ruhe und
ich hasse an Schwerin die Ruhe.
Caroline Wybranietz, geboren 1990 in Barth, ist seit der Spielzeit 2012/2013 am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Sie ist u.a. als Julia in „Romeo und Julia“, Isa in „Tschick“ und Miriam in „Sonnenallee“ zu sehen.
12
Johannes Xaver Zepplin
„Herr der Schnüre“?
2. Was schaltest du an um abzuschalten?
Den Schallplattenspieler.
3. Was wärst du, wenn du
nicht am Theater wärst?
Fotograf. Für diese Leidenschaft
bleibt gerade leider zu wenig Zeit.
4. Langsam wird es wärmer.
Wann springst du das erste
Mal in den See? Und in welchen?
Erst im Hochsommer – am liebsten
vom Boot aus in den Schweriner
Außensee.
5. Hast du schon Pläne für
den Sommer gemacht?
Das plane ich meist kurzfristig,
aber angedacht ist ein Festival
in Amsterdam, vielleicht ein paar
Tage Wien – und wenn das Geld
noch reicht, besuche ich eine Freundin in New York.
6. Was liebst und was hasst
du an Schwerin?
Ich liebe… das kann man schwer
sagen. Die Natur, die Schelfstadt,
mein Atelier und die „Feine Kost“
– da esse ich fast jeden Tag. Und
dass Schwerin zwischen Berlin und
Hamburg liegt! Ich hasse hier die
kulinarische Einöde – dass es so wenig gute Restaurants gibt. Und die
Einfachheit der Schweriner.
7. Jemand möchte dir Konzertkarten schenken. Wohin
geht’s?
Oh, das ist schwierig… Wahrscheinlich würde ich nochmal zu Nils
Frahm, das war das beste Konzert,
auf dem ich je war.
8. Wein oder Bier?
Wein – ganz klar!
See oder Meer?
Meer – weil ich den See ja
jeden Tag vor der Tür hab.
Hamburg oder Berlin?
Ahhhh… gemein. Aber Berlin.
Pommes oder Schokolade?
Nichts von beidem.
! oder ? ?
Fernsehen oder Internet?
Internet
Madonna oder Michael
Jackson? Michael Jackson
9. Dieser Impuls beschäftigt
sich mit dem Thema „Altern“.
Wo siehst du dich in 50 Jahren: 2065?
In London, Paris, New York – oder
vielleicht wieder hier?! Als Altersruhesitz ist Schwerin nicht verkehrt,
Foto: Johannes Xaver Zepplin
1. Wie kamst du ans Theater?
Nach der Schule habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr im Theater
Wismar zur Berufsfindung gemacht.
Dann habe ich vom Betriebsrat und
dem Bühnenmeister in Schwerin von
der damals neuen Ausbildungsmöglichkeit erfahren und mich gleich beworben.
vielleicht zieht es mich in den nächsten Jahren aber erst mal woanders
hin.
10. Welche Lebensweisheit
hast du von deiner Familie oft
gehört?
Johannes Xaver Zepplin, geboren 1990 in Göhren, war 2008 der erste Auszubildende im Bereich Veranstaltungstechnik am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und wurde 2011 zunächst als Beleuchter übernommen. Seit der Spielzeit 2012/2013 ist er der jüngste Schnürmeister am Schweriner Theater.
?
Was macht eigentlich ein Schnürmeister? Der Schnürmeister zog früher tatsächlich händisch Strippen, heute bedient und programmiert er die Ober- und Untermaschinerie im Großen Haus.
Dies umfasst Dekorationsteile wie Prospekte oder Vorhänge, die mit Zügen über der Bühne aufgehängt
sind, per Hand oder automatisiert heruntergelassen werden, sowie die Podien und die Drehscheibe. Bei
den Vorstellungen werden auf das Signal des Inspizienten hin die einprogrammierten Verwandlungen
per Knopfdruck abgefahren.
13
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Vergangenheit und
Zukunft
eines Tänzers
Die Tänzer eines Ballettensembles zählen
an jedem Theater zu den jüngsten Kollegen.
Denn Balletttänzer müssen sich schon sehr
früh in ihrem Leben für den Tanz entscheiden und haben, ähnlich wie Profisportler,
eine begrenzte aktive Zeit. Da könnte man
annehmen, dass sie schon früh einen sehr
guten Plan von ihrem Leben haben. Ein Interview von Robin Klein, der derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur in der Musiktheater-/Ballett-Dramaturgie durchführt.
Ich habe mich mit Ennio Zappalà und Greta Giorgi auf
ein paar kurze Fragen zum Thema „Alter“ in der Theaterkantine getroffen. Die beiden sind mit 19 und 21
Jahren zwei der jüngsten Ensemblemitglieder und seit
dieser Spielzeit am Mecklenburgischen Staatstheater.
Beide kommen aus Italien, Greta aus Bologna und Ennio aus dem sizilianischen Catania − und beide haben
sehr unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Leben.
Für den Anfang eine einfache Frage: Wann
stand für euch fest, dass ihr Tänzer werden
wollt?
Greta: Mir wurde es klar, als ich 13 war. Ich bin
dann nach Stuttgart auf die John-Cranko-Ballettschule
gekommen. Aber zu diesem Zeitpunkt war noch lange nicht sicher, ob ich auch Tänzerin werden würde,
das heißt, ob ich es von der Leistung her schaffe.
Ennio: Bei mir gab es nicht den einen Moment, in
dem es plötzlich klar war. Den Wunsch zu tanzen,
hatte ich schon als Kind, und mit der Zeit wurde er
immer größer. Sicher war ich mir dann mit elf, zwölf
Jahren.
Habt ihr denn schon eine Vorstellung, was
ihr nach eurer Tänzerkarriere machen wollt?
Greta: Keine Ahnung! … Denk dir doch etwas
Schlaues für mich aus und schreib es im Interview.
Ennio: Sicher weiß ich es natürlich auch nicht, aber
im Moment denke ich, dass ich dann ein Architekturstudium anfange.
14
T h e m a : A lt u n d J u n g
Das Ballettensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin
Und wo seht ihr euch als Rentner?
Greta: Du stellst Fragen! Ich bin
schon froh, wenn ich mit 65 noch
lebe! Aber ich will auf jeden Fall
nach Italien zurück und ich möchte
eine Familie gründen. Aber wie, wo
genau und mit wem, weiß ich jetzt
nun wirklich noch nicht!
Ennio: Eine eigene Familie werde
ich bis dahin wohl auch haben, aber
ich denke nicht, dass ich nach Italien
zurückgehe. Ich kann mir auch vorstellen, im Alter selbst Tanzunterricht
zu geben.
Greta Giorgi und Ennio Zappalà sind zu sehen in: „Der
Nussknacker“, „MOZART? maybe!“, „Hummelflug – klassik
trifft moderne“, „HardBeat – Das
Rockballett“ und im kommenden
Kammertanzabend „Una scatola
di vita – Ein Karton voller Leben“
im E-Werk.
Nächste
Ballett-Premiere:
Una scatola di vita –
Ein Karton voller Leben
Kammertanz im E-Werk steht
für ungewöhnliche und frische
Perspektiven auf das Thema Tanz –
und erneut erarbeitet das Ballettensemble eine Uraufführung.
Francesco Nappa, der u.a. mit
Tanzgrößen wie Kylián, Forsythe
oder Neumeier zusammenarbeitete, ist dafür nach Schwerin
eingeladen.
Uraufführung: 11.4. · E-Werk
15
G a s t K o m m e n ta r z u m T h e m a
Sonja Isemer,
2 Kaus Bieligk und Jochen Fahr im modernen „Geizhals“ nach Moliére
G a s t K o m m e n ta r z u m T h e m a
Verwandelt die Demografie
das Theater oder umgekehrt?
Marc Steinbach plädiert dafür, den „Schatz im Silbersee“ zu heben
„Wir werden weniger, älter, bunter“,
lautet die Diagnose aller demografischen Trends in Mitteleuropa, erst
recht für Mecklenburg-Vorpommern.
War MV zur deutsch-deutschen
Vereinigung vor 25 Jahren noch
bevölkerungsmäßig das jüngste
Bundesland, so bescheren Abwanderung, Geburtenrückgang und Gesundheitsfortschritt dem Nordosten
Deutschlands inzwischen den höchsten Altersdurchschnitt im Bundesvergleich, Tendenz steigend. Und
warum soll es dem Theater anders
ergehen als der Realität?
die viele Senioren heute verfügen?
Oder setzen die reiferen Semester
ihre Prioritäten einfach eher bei den
analogen Unterhaltungsangeboten?
Hat sich das 'Live-Event' Theater im
digitalen Zeitalter also schlicht überlebt, oder altert und schwindet sein
Publikum einfach mit dem allgemeinen demografischen Wandel?
„Heute wieder Silbersee“, sagen
die Schauspieler bei Vorstellungen,
in denen ihr Blick ins Haus einmal
mehr über schimmernde Wogen im
Parkett ehrenvoll ergrauter Häupter
schweift. Denn auch in der Theaterlandschaft bilden die fortgeschrittenen Alterskohorten inzwischen das
treueste und immer häufiger sogar
das dominierende Publikum, im
Abonnement wie im Freiverkauf, zu
Repertoire- wie Sonderveranstaltungen, im Besucherring wie im Theaterfreundeskreis. Und wenn die jüngeren Generationen im Zuschauerraum
erscheinen – Schulvorstellungen und
Klassenbesuche einmal ausgenommen –, sind es oft die betagteren
Eltern oder Großeltern, denen ihre
jüngeren Kinder und Enkelkinder
den Theaterbesuch verdanken. –
Liegt aber das Altern des Publikums
nun am größeren Zeitbudget oder
den großzügigeren Mitteln, über
„Weniger Menschen brauchen weniger Theater“, wurde dem Kulturschutz [X] damals vorgerechnet, um
ein jahrzehntelanges Einfrieren der
Theatersubventionen – unter der
kalten Progression eher ein Frostschrumpfen der öffentlich geförderten Bühnen – zu rechtfertigen. Wird
das Theater also zum Streichquartett
des 21. Jahrhunderts, wie der Dramatiker Heiner Müller prophezeite,
eine elitäre Kunstform für nur wenige Connaisseure, die öffentliche
Zuwendungen kaum mehr beanspruchen kann, und deshalb gar
vom Aussterben bedroht ist? Trotz
der bereits erlittenen Bevölkerungsverluste in den vergangenen Dekaden widersprechen die gerade von
den älteren Publikumssegmenten so
eifrig besuchten und vielfach ausverkauften Häuser einer solchen
Rechnung: So lange das Angebot
stimmt, ermangelt es nie ausreichen-
Brauchen
weniger
Menschen weniger Theater? Und
braucht eine älter werdende
Gesellschaft auch ein anderes Theater?
der Nachfrage. Gutes Theater wird
noch immer voll.
Was jedoch zeichnet Theater für eine
älter werdende Gesellschaft aus?
Gewiss muss alles getan werden,
um die steigenden Barrieren für eine
anwachsende Menge unterschiedlich beeinträchtigter Zuschauer aus
ihren Wegen zum Theatererlebnis
zu räumen und ihnen die Zugänge
zur Gemeinschaftserfahrung einer
Aufführung zu ebnen. Diese Hürden
mögen sich in Form von orthopädischen, optischen oder akustischen
Schranken quer legen. Um diese
aufzulösen, werden bereits vielseitige Überprüfungen, Umbauten und
Betreuungsmaßnahmen vorgenommen. Hindernisse können aber auch
in sozialen, psychischen oder moralischen Grabenverläufen begründet
liegen. Um diese zu überbrücken,
muss das Theater in die Lage versetzt werden, attraktive Preisgefüge
anzubieten sowie eine persönliche
Vermittlungsarbeit zu leisten, ohne
damit den Theaterbesuch zu entwerten oder die Kunstfreiheit zu gefährden.
Inwiefern demografische Umbrüche
auch die Ensembles selbst verändern
werden, erscheint noch ungewiss.
Bislang führt der damit begründete
Spardruck auf die Häuser dazu, im
Zweijahrestakt der Ensembleverträge vor allem junge Absolventen mit
geringen Gagenansprüchen neu zu
verpflichten, während die mittleren
17
G a s t K o m m e n ta r z u m T h e m a
Jochen Fahr und Caroline Wybranietz in „Geizhals“ –
ganz traditionell?
Die
Enquete-Kommission
„Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“
wurde im März 2012 durch den
Landtag aus Abgeordneten und
Sachverständigen gebildet und
eingesetzt, um dem Parlament
„Maßnahmen zu empfehlen, die
geeignet sind, den Teilhabe- und
Versorgungsansprüchen
einer
älter werdenden Bevölkerung
Rechnung zu tragen“. In sechs
Themenfeldern – 'Wohnen',
'Gesundheit und Pflege', 'Mobilität', 'Bildung und Arbeit',
'Bürgerschaftliches Engagement
und gesellschaftliche Teilhabe',
'Infrastruktur' – werden bis zum
Ende der Legislatur im September 2016 Fragestellungen erarbeitet, Regierungsberichte, Studien und Gutachten eingeholt,
Experten angehört und Handlungsempfehlungen formuliert.
Marc Steinbach, wissenschaftlicher Referent und Assistent
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN im Landtag für die Enquete-Kommission „Älter werden
in Mecklenburg-Vorpommern“,
2006-2009
Schauspieldramaturg am Mecklenburgischen
Staatstheater Schwerin, ehrenamtlich Sprecher für den kulturratschlag (x) schwerin.
18
Jahrgänge mit den höheren Gagen
oft die Nichtverlängerung erhalten,
bevor sie zu teuer werden oder
nach 15 Spielzeiten am gleichen
Haus gar ihre Unkündbarkeit erlangen. So bleiben immer weniger,
lebens- und dienstalte Schauspieler,
Sänger und Musiker übrig, die den
Novizen ihrer Sparten noch ihre Berufserfahrung weitergeben können.
Tänzerinnen und Tänzer scheiden
ohnehin meist schon in ihren Dreißigern aus. Doch selbst wenn sich ein
reiferes Publikum auch manchmal
an jungen, vitalen und spontanen
Darstellern erfreuen dürfte, so dünnt
doch immer fühlbarer heute bereits
die mittlere und bald dazu noch die
ältere Generation auf jener Bühne
aus, die doch auch ein Spiegel der
Gesellschaft sein soll, und in deren
Akteuren sich die wachsende Zahl
älterer Zuschauer gelegentlich wiedererkennen möchte.
Dieser Personalmangel erschwert
zudem eine publikumsnahe Spielplanung, also eine Stückauswahl,
die gerade die Themen einer alternden Gesellschaft verhandeln
müsste. Generationenkonflikte wie
in Shakespeares 'Lear' und Molières 'Geizigen' oder Alterspsychogramme wie Becketts 'Glückliche
Tage' bzw. 'Das letzte Band' – Paraderollen für die Nestoren ihres
Faches – könnten dann nicht länger
adäquat besetzt, sondern nur noch
von zu jungen Schauspielern 'hoch
gespielt' werden, sofern diese Texte nicht irgendwann ganz von der
Bühne verschwinden. Wäre es da
nicht spannender, aus einem gereiften Ensemble heraus die jung
gebliebenen Alten unserer Tage in
einer gegen den Strich gebürsteten
Aufführung zu porträtieren, etwa mit
einem gebeugten Romeo und einer
welken Julia? Nicht zuletzt bringt ein
Publikum, das Vieles und Anderes
gesehen und gehört hat, auch einen
umfassenderen Fundus an kollektiver
Geschichte und individueller Erinnerung mit ins Theater. Diese Quelle
von Vergangenem gilt es für die Zukunft zu erschließen.
Was für Alte gut ist,
ist für alle gut.
So ermöglicht Inklusion
auch Integration:
Denn in vielen Falten liegt
die Vielfalt!
Überhaupt muss ein lebenserfahrenes und dramatisch beschlagenes Publikum durchaus nicht bloß
konservativ auf buchstabengetreue
Klassikerinszenierungen versessen
sein, sondern kann sich dem Theater segensreich erweisen als ein
wahrer Schatz. Im Silbersee der
Rentner, Pensionäre und Ruheständler artikulieren sich nämlich Ansprüche an das immaterielle Welterbe
Stadttheater, deren Einlösung es
vielleicht verändern wird, es aus seiner andauernden Legitimationskrise
aber durchaus retten kann: Denn in
der Öffnung für unterschiedlichste
Publikumsgruppen und Zuschauerhaltungen, Ensemblegenerationen
und Darstellungsschulen, Inszenierungsweisen und Theaterformen,
dramatische Stoffe und Stile bereitet
sich auch eine Willkommenskultur
für Neubürger jedweder Herkunft
vor, aus nah und fern, so fremd wie
vertraut, ob alt oder jung. Denn
die Geburtenzahlen steigen wieder
leicht. Und seit dem Jahreswechsel
übersteigt die Zuwanderung ins
Land erstmals die Abwanderung.
Der Zuzug hat begonnen. Vielleicht
werden Stadt und Land und mit ihnen auch ihr Theater dann gar nicht
mehr so viel weniger oder älter, sondern vor allem so viel bunter. – Gut
fürs Theater, gut für uns alle!
Marc Steinbach
PA r t n e r v o r ge s t e l l t
Theater &
bildende KUNST
MEHR als nur nAchbarn
Die langjährige Kooperation zwischen Theater und Museum beweist, dass bildende und darstellende Künste nicht nur friedlich nebeneinander koexistieren, sondern sich und das Publikum
ganz essentiell verstärken können.
Neue Meister haben zwei Schätze
ihres Depots und integrierten sie
flankierend zum Operngeschehen
draußen vor der Tür in die Ausstellungen: Salomon Konincks „Daniel
deutet Nebukadnezars Traum“ und
Franz von Stucks „Judith und Holofernes“. 2015 wollen Theater und
Museum auch noch verstärkt füreinander bei ihrem Publikum werben.
Denn der Schwerin-Besuch im Sommer lohnt natürlich doppelt, wenn
man tagsüber in der klimatisierten
Galerie Alte & Neue Meister Schwerin das „Kaleidoskop der Moderne: Chagall, Miró, Picasso und die
Avantgarde“ (10. Juli bis 18. Oktober 2015) und abends große Oper
open air erleben kann.
Nach Bestsellerautor Nick Hornbys
Erzählung „NippleJesus“ inszenierte
Ralph Reichel im November 2014
einen Monolog als Theaterstück im
Museum – mit Özgür Platte als Museumswärter, der über Kunst und
den Kunstbetrieb sinniert. Gruppen
können nun Vormittagstermine beim
Gruppenservice buchen und Lehrer
wie Schüler ein weit gefächertes
Angebot durch Theaterpädagogin
Nadine Lipp und Museumspädagogin Birgit Baumgart nutzen: in der
Ausstellung die Frage „Ist das Kunst
oder kann das weg?“ zu beantworten suchen, sich kreativ bildnerisch
oder darstellend gestaltend unter
fachlicher Anleitung betätigen u.v.m.
Ganz neu ist die Kooperation zu
„Winter. Reise.“, eine MusiktheaterInszenierung nach Franz Schubert
für das E-Werk, die am 24. April Premiere hat. Das berühmte Gemälde
des deutschen Romantikers Caspar
David Friedrich „Winterlandschaft“,
vor allem aber die Ausstellung „Reise nach Indien“ vom 27. Februar
bis 14. Juni 2015 im Museum waren dabei Anlass für Operndirektorin Dr. Ute Lemm, mit Dr. Gerhard
Graulich, stellvertretender Direktor
des Museums, einen Abend in der
Reihe RENDEZVOUS IM MUSEUM
zu entwickeln. Am Donnerstag, dem
21. Mai um 18 Uhr kommen dann
unter dem Titel „Winter. Reise. Landschaft.“ Hendrik Müller, Regisseur
der Kammeroper im E-Werk, und
Dr. Graulich als Kunsthistoriker und
Kurator der Ausstellung des Museums gemeinsam mit Dr. Lemm ins
Gespräch über die Sehnsucht des
Künstlers, durch den Blick auf das
Fremde bzw. in der Fremde zu sich
selbst, zum Eigenen zu finden. Musikalische Auszüge aus Schuberts
„Winterreise“ und Führungen zu
ausgewählten Arbeiten der Ausstellung werden den Abend abrunden.
Dr. Rita Gerlach-March,
Marketing-Leitung
Foto: Res Ingold, Quelle: Museum
Aktuell findet das Schauspiel „NippleJesus“ dort statt und im Mai ein
Abend zur Musiktheaterpremiere
„Winter.Reise.“ – in der Galerie
Alte & Neue Meister Schwerin, dem
Nachbarn des Mecklenburgischen
Staatstheaters Schwerin am Alten
Garten. Schon aus den 1970er Jahren stammt die Tradition von Konzerten im Staatlichen Museum.
Zu den Höhepunkten der letzten Jahre gehörte 2007 die Koproduktion
„Spuk im Händelhaus“, eine Museumszauberoper für Kinder ab sieben
Jahren nach Händels „Alcina“. Begleitet von einem museumspädagogischen Angebot mit Probenbesuch
für Lehrer konnten Grundschüler
ausgestellte Gemälde und lebendige
Musik im Theaterspiel erleben – eine
Erfahrung für fast alle Sinne.
2010 machte der Schweizer Konzeptkünstler Res Ingold Schlagzeilen, als er anlässlich des 850. Jubiläums der Landeshauptstadt und
ausgehend von der Ausstellung
„Schwerinblicke – Künstlersichten“
im Museum mit „Ingold Airlines“
Schwerins Potentiale auslotete. Darunter nicht zuletzt seine Installation
auf dem Alten Garten: Mit dem Titel
der Verdi-Oper „Macht des Schicksals“ spielend, gestaltete er die
Rückwand der Zuschauertribüne und
den Eingangsbereich der SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN – das Museum bot für Festspielkarteninhaber
neben Kombirabatt auch kostenlose
Führungen durch die Installation.
Ähnlich, aber doch ganz anders
2014 die „Nabucco“-Kooperation:
Die Kunstkenner der Galerie Alte &
Res-Ingold-Installation
19
( M ) E IN L i e b l i n g s o r t i n S c h we r i n
Theater & Stadt
TheaterMenschen stellen ihre besonderen
Plätze in der Landeshauptstadt vor –
Bühnen- und Kostümbildnerin
Romaine Fauchère
steht seit über zehn Jahren leer und
ist heute eine Ruine, denn der derzeitige Investor ist offenbar insolvent. Schön mag das Gebäude in
langer Vorzeit gewesen sein, jetzt ist
es dem Verfall preisgegeben. „Ein
Lieblingsort ist für mich ein Ort, der
mich inspiriert, der eine Geschichte
erzählt. Und dieses alte Haus erzählt
gleich wahnsinnig viele Geschichten. Es regt meine Imagination,
Morbider Charme: Das ehemalige „Strandhotel“ in Zippendorf
20
meine Phantasie an. Wenn ich dort
vorübergehe, fallen mir zum Beispiel
Erzählungen von Tschechow oder
Tolstoi ein. Meine innere Bibliothek
bekommt Nahrung.“
Die im Wallis geborene Frau mit dem
charmanten französischen Akzent
hat einen Teil ihrer Schulzeit im Internat verbracht. Daran erinnert sie die
Architektur des Hotels, seine Gänge,
seine Zimmer, die Atmosphäre des
Foto: Franziska Pergande
Die Schweizerin Romaine Fauchère
wird im Frühsommer zum dritten Mal
für mehrere Wochen in Schwerin
zu Gast sein. Bereits bei ihrem ersten Besuch hat sie bei einem ihrer
Ausflüge, auf denen sie sich von der
Theaterarbeit entspannt, einen Ort
entdeckt, der sie nachhaltig beeindruckt hat: das ehemalige Strandhotel in Zippendorf. Ein Lieblingsort?
Das denkmalgeschützte Gebäude
( M ) E IN L i e b l i n g s o r t i n S c h we r i n
kollektiven Lebens. „Für mich war
das eine wunderbare Zeit, supertoll. Die Freundschaften, die ich dort
geschlossen habe, sind welche fürs
Leben.“ In dem Hotel mit den blauen Markisen würde sie am liebsten
ein paar Monate leben. Es wäre ein
idealer Ort für Kreative zum Malen,
Schreiben, Musik machen oder einfach nur Denken. „Hätte ich genug
Geld, würde ich dort eine Residenz
für Künstler einrichten. Es gibt ohne
Frage eine Menge schöner Orte in
Schwerin, aber um Inspiration zu finden, muss ich nicht in einem Thronsaal stehen“.
In ihrer Wahlheimat Lausanne hat
sie vor vielen Jahren zusammen mit
einem künstlerischen Kollektiv an einem freien Projekt gearbeitet, ebenfalls in einem alten Hotel. „Im ‚Byron‘ hatten wir eine ganze Etage zur
Verfügung. Mit Musikern, Sängern,
Schauspielern, Tänzern und Journalisten haben wir eine eigene Welt
mit den unterschiedlichsten Installationen erschaffen. In jedem Raum
wurde etwas anderes geboten. So
etwas könnte ich mir auch wunderbar in Schwerin vorstellen.“
Ab Mai, zu den Proben der „Traviata“, wird sie in der Landeshauptstadt
wieder mit dem Fahrrad unterwegs
sein. Das genießt sie sehr, denn in
Lausanne, im nördlichen Teil der
Schweizer Alpen, ist es anstrengend
mit dem Rad zu fahren. Immerhin
beträgt der Höhenunterschied innerhalb der Gemeinde über 600
Meter. „Ich bin ein Mensch, der in
den Bergen aufgewachsen ist, und
der gern in der Natur ist. Wenn ich
aus dem Wallis hierher komme, weitet sich der Blick und meine Seele
kann sich ausbreiten. Dass es hier
in Mecklenburg diesen weiten Horizont gibt, tut unglaublich gut.“ Auch
die Farben und das Licht empfindet
Romaine Fauchère, die sich auch
als Malerin bereits einen Namen
gemacht hat, als außergewöhnlich.
„In der Schweiz ist alles sehr klar
konturiert, die Farben und Formen
heben sich stark gegeneinander ab.
Hier in Mecklenburg-Vorpommern ist
die Landschaft viel weicher gezeichnet. Die Nuancen gehen ineinander
über.“ Sie lacht: „Fast ein bisschen
wie in der Toskana.“
Und macht sie sich im Sommer
zwischen den Opernproben auch
wieder nach Zippendorf auf? „Ja,
ich werde bestimmt mehrmals zu
dem alten Hotel fahren. Ich sammle Ideen, egal wann und wo diese
dann umgesetzt werden. Sie finden
in meinem Inneren Platz wie in den
Regalen eines kleinen Krämerladens
und bei passender Gelegenheit hole
ich sie dann hervor“. Ob ihr denn
gar nichts fehlt, hier oben im Norden, der doch so ganz anders ist als
die Berge? „Doch, etwas vermisse
ich tatsächlich sehr: den Alltag mit
meinem Sohn“.
Franziska Pergande,
Pressereferentin
Zur Person
Die Bühnen- und Kostümbildnerin
Romaine Fauchère wurde in Sion
(Schweiz) geboren und studierte Malerei, Bildhauerei und Bühnengestaltung in Florenz und Mailand. Neben
ihrer Arbeit als Bühnenbildnerin und
Szenographin ist sie auch als Malerin bekannt und ihre Werke wurden
bereits in La Haye und London ausgestellt. Bei den Schlossfestspielen 2015
wird sie für „La Traviata“ das Bühnenbild und die Kostüme gestalten, wie
schon im vergangenen Jahr für „Nabucco“.
Termin
SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN
des Mecklenburgischen
Staatstheaters Schwerin 2015
La Traviata
Premiere: 3.7., 21 Uhr, Alter Garten
Bis 9.8. jeweils Do-Sa 21 Uhr, So im
Wechsel 20 Uhr bzw. 17 Uhr
Romaine Fauchère bei der Vorstellung des Bühnenmodells für „La Traviata“
21
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z u ge h ö r t
WIR FRAGEN, SIE ANTWORTEN –
WIR HANDELN!
Publikumsbedürfnisse für die SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN
des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin in 2014 abgefragt und 2015 umgesetzt
Nein, Sie haben nicht falsch gelesen! Für „La Traviata“, die als zweite Oper im Schweriner Verdi-Zyklus
ab 3. Juli 2015 gespielt wird, gibt
es tatsächlich unterschiedliche Anfangszeiten für die Sonntagsaufführungen! Während die romantische
Oper nach Alexandre Dumas‘ Roman „Die Kameliendame“ Donnerstag bis Samstag um 21 Uhr beginnt,
wechseln sich sonntags 20 Uhr und
17 Uhr ab – beginnend mit dem 5.
Juli um 20 Uhr und schließend am
letzten Spieltag, der Derniere, am 9.
August um 17 Uhr.
Und das kam so: Abgesehen vom
„Zwischenspiel“ 2012, als „Der
Bajazzo“ im Zirkus-Zelt mit sehr beschränkter Sitzkapazität wetter- und
tageslichtunabhängig stattfand, war
nicht zu übersehen, dass die Sonntagsvorstellungen weniger Liebhaber fanden als die anderen Abende.
Naheliegende Begründung schien
der späte Beginn- und Endzeitpunkt
zu sein: Wer um Mitternacht erst
vom Festival kommt, schafft es nicht
mehr zu „vernünftigen“ Uhrzeiten
heim nach Rostock, Hamburg oder
Wismar – und selbst Schwerinern
dürfte das Aufstehen am Montag
zur Arbeit danach um so schwerer
fallen.
Daher wurde im Sommer 2013 bei
der Operette „Die Fledermaus“ sonntags erstmals auch ein Beginn um
16 Uhr ausprobiert, um neue Busreiseveranstalter zu gewinnen und
auch Tagesreisenden die Chance
zu geben, die SCHLOSSFESTSPIELE
SCHWERIN zu erleben. Es war ein
heißer, sonniger Sommer und das
Publikum, mehr noch die Darsteller
auf und das Orchester unter der Bühne, schwitzten an den Nachmittagen
viel. So blieben die Ticketverkäufe
für die Sonntage hinter den Erwar-
tungen zurück – vielleicht war es einfach zu früh? Um sowohl Wochenenden im Garten und sonntägliche
Kaffeekränzchen vor dem OpernOpen-Air-Genuss zu ermöglichen,
wurde 2014 der Sonntagsstart um
eine Stunde nach hinten verschoben
– etwas kühler und auch etwas dunkler für die theatrale Beleuchtung.
„Nabucco“ war die erste Neuinszenierung einer großen Verdi-Oper auf
dem Alten Garten; sie stand 2001
schon einmal auf dem Spielplan und
sorgte für einen seitdem ungebrochenen Publikumsrekord. Und damit „La
Traviata“, der zweite Verdi-Bestseller
mit demselben Team, Regisseur Georg Rootering und Bühnenbildnerin
Romaine Fauchére, noch besser ankommt, sollte es eine Zuschauerbefragung geben.
Die Marketing-Abteilung konzipierte
eine Blitzumfrage, die die Programmheftverkäuferinnen in der Pause
durchführten – mit ca. 570 Teilnehmern! Top 1: Ihre Wunsch-Uhrzeit für
die Sonntagsvorstellungen – Ergebnis
(siehe Grafik): Die Mehrheit votierte für den frühen Start, ein weiterer
großer Teil für einen etwas früheren
Beginn um 20 Uhr (als neue Option,
der Besuchern ein Zubettgehen rund
um Mitternacht ermöglicht) – und 21
Theater &
Publikum
Uhr nur noch ein Drittel der Befragten. Diese kommen nämlich, zweite
Frage auf dem Bogen, v.a. aus Hamburg, Schwerin und dem Landkreis
Ludwigslust-Parchim (was ältere BeIhre Wunsch-Uhrzeit für die
Sonntagsvorstellungen:
sucherstudien bestätigt). Sie sehen:
Wir wollen es wirklich wissen. Machen Sie also mit, wenn wir Sie fragen – Sie können etwas bewirken!
Beantworten Sie gleich jetzt unsere
Frage im nebenstehenden Kasten –
schreiben Sie uns an
[email protected]
oder die Marketingabteilung, Postadresse Alter Garten 2, 19055
Schwerin.
Dr. Rita Gerlach-March,
Marketing-Leitung
Umfrage
WELCHE ZUSATZANGEBOTE WÜRDEN SIE WÄHREND DER
SCHLOSSFESTSPIELE GERNE NUTZEN?
Einen Shuttle-Service von einem Parkplatz am Stadtrand
Flotowzimmer, Konzertfoyer oder Theatercafé für VIP- oder Firmentreffen
vor der Veranstaltung buchen
Vorab-Bestellung von Getränken/Speisen für die Pause
Kaffee und süßes Gebäck als Pausensnack
Sonstiges: … (Ihr Vorschlag)
23
R E FL E K TION E N
Vom Lachen und
denken gegen die
Mauern aus Angst
Thorsten Merten und Christoph Bornmüller in „Sonnenallee – Das Musical“
R E FL E K TION E N
1989 passierten unerhörte Dinge
in einem kleinen Land östlich einer
Mauer, welche Europa durchtrennte. Es gab eine friedliche, weitestgehend unblutige Revolution. Obwohl
tausende Menschen über Nachbarländer und Botschaftsgärten, über
den bürokratischen oder den lebensgefährlichen Weg das Land, den
Block verlassen hatten, waren noch
hunderttausende auf den Straßen.
Ihnen allen gelang es mit ihren unterschiedlichen Aktivitäten, diese Mauer durch Europa zu durchbrechen.
Mittlerweile existiert sie nur noch in
einigen Köpfen und könnte irgendwann mit diesen verschwinden.
Die Entwicklung vom Freudentaumel
vor der Jahrtausendwende zur politischen Verunsicherung heute, zu
den dazugehörigen Ängsten, die zu
gern als diffus beschrieben werden,
spiegelt der Bogen ausgewählter
Produktionen wieder, in denen wir
uns im Schauspiel seit rund einem
Jahr intensiv mit deutscher Geschichte auseinandersetzen. Wir begannen mit der „Sonnenallee“. Film und
Buch waren der Durchbruch des Humors in die Aufarbeitung der DDR,
waren das auf Zelluloid gebannte
befreiende Lachen. Am Ende des
Spielplan-Bogens steht Heiner Müllers geschichtsbetrachtendes Werk
„Germania“, welches sich mit deutscher Geschichte insbesondere zwischen 1918 und 1989 beschäftigt.
Bereits 1991 in einem Gespräch
mit Frank Raddatz [Das Böse ist die
Zukunft; In: Transatlantik, 3/1991]
hat Heiner Müller den Paradigmenwechsel beschrieben: „Gorbatschow hat den Kalten Krieg beendet, indem er den Ost-West-Konflikt,
die Konkurrenz der Ideologien, in
den Nord-Süd-Konflikt aufgelöst hat.
Es geht nicht mehr um Ideen, sondern um Realitäten. Er hat damit den
Streit von Kapitalismus und Sozialismus auf den eigentlichen materiellen
Kern zurückgeführt: den Gegensatz
von Arm und Reich. Dieser Widerspruch erhält jetzt weltgeschichtliche
Bedeutung und Kraft.“ Müller hatte „Germania“ in zwei
Etappen in den 50er und 70er Jah-
ren geschrieben, also noch vor der
Auflösung der ideologischen Lager.
Nach dem Mauerfall schrieb er eine
Fortsetzung, „Germania 3“. Die Uraufführung dieses Textes inszenierte
Leander Haußmann, Mitautor und
Regisseur des Films „Sonnenallee“.
Der schon todkranke Müller forderte den erfolgreichen Komödienregisseur vor der Uraufführung von
„Germania 3“ im Jahre 1996 auf:
„Mach’s leicht, Leander“. Müllers
Texte sind keine Leichtgewichte und
vertragen deshalb eine fröhliche Befragung der oft tragischen Fakten
der Geschichte. Lachen kann erhellen und Denken erleichtern.
Nicht erst mit Müller werden wir
auch fragen und beschreiben müssen, was die Menschen heute auf
die Straße treibt. Sicherlich hilft da
die Beschäftigung mit Tellkamps
„Turm“. Der spielt in Dresden, in
einem gutbürgerlichen Viertel, wie
es sie nicht überall gab und gibt.
Aber viele von denen, die heute als
Mitte der Gesellschaft auf den Straßen von Dresden spazieren gehen,
könnten aus diesem Viertel kommen.
Ängste sind ein Thema – damals
wie heute. Warum hat jemand im
Dresden der DDR sich unterworfen
oder warum aufgelehnt? Warum hat
er das System verteidigt, bekämpft,
oder ist in ein Leben in der Nische
ausgewichen? Und wie sieht es
heute aus mit der Zivilcourage, mit
dem Engagement für die Werte der
Demokratie, die sich nur durch beständige Diskussion, Kommunikation
in der Gesellschaft lebendig halten?
Müller beschrieb den Paradigmenwechsel von Ost-West zu Nord-Süd,
zu Reich-Arm. Uns, gerade uns im
Osten wird die Geschichte daran
messen, wie wir die Mauer um Europa, um den Reichtum, der uns vor
25 Jahren erreichte, weiter bauen
und zementieren. Und damals wie
heute geht es nicht um den Abriss
eines Bauwerks, sondern um die
Auflösung der Gründe für diese
Mauern.
Darum könnte es dann in den kommenden Spielzeiten thematisch auch
gehen, um Mauern aus Angst, um
die Balance von Freiheit und Sicher-
heit. Materielle Existenzangst gab es
in der DDR kaum. Die Gefahr, den
Wohlstand einzubüßen, kam neu
in den Alltag auch der Menschen,
die in den schönen Wohnungen auf
dem Hügel in Dresden wohnten.
Wenn sich die Schere zwischen Arm
und Reich öffnet, wächst die Fallhöhe, mit der man aus dem Wohlstand
auf die Straße stürzen kann. Und es
wächst zugleich die Angst davor,
aber es wachsen auch die Möglichkeiten.
Wie bewältigt der Einzelne und
die Gemeinschaft die größere Unsicherheit und Verantwortung, die
eine größere Freiheit mit sich bringt?
Welche Wege des materiellen oder
gesellschaftlichen Aufstiegs und der
Wohlstandssicherung bieten sich?
Wie bewerten wir diese als Gesellschaft?
„Was ist ein Dietrich gegen eine
Aktie? Was ist ein Einbruch in eine
Bank gegen die Gründung einer
Bank? Was ist die Ermordung eines
Mannes gegen die Anstellung eines
Mannes?“ – Das fragt Brecht in der
Dreigroschenoper schon vor fast
hundert Jahren. Er fragt dies heiter
und mit Musik, aber kritisch in der
Analyse. Und am Schluss gönnt er
dem Zuschauer eine märchenhafte
Lösung mit dem Hinweis, dass außerhalb des Theaters nicht das Märchenland ist. Vielleicht beschreibt
dies auch eine unserem Theater
gemäße Ästhetik: Kritisch analysierend, dabei lachend und mit professioneller musikalischer Durchdringung
zeichnen wir Realitäten und Visionen
von Welt – für gemeinsame Erkenntnisse und gemeinsames Erleben.
Ralph Reichel,
Chefdramaturg Schauspiel
Nächste SchauspielPremieren
Germania. Tod in Berlin
Heiner Müller
7.5. · E-Werk
Ein Volksfeind
Henrik Ibsen
15.5. · Großes Haus
25
Ne u a m H a u s
CHARLOTTE
KINTZEL ist ein neues Gesicht im Schauspielensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters. Nach ihrem Studium in Salzburg war sie am Gerhart-Hauptmann-Theater GörlitzZittau und am Theater Plauen-Zwickau beschäftigt und wohnt mit ihrem Sohn Janosch seit 2014 in Schwerin. Zu
sehen ist sie in der Produktion „Der Turm“.
Lieberist woPahlapsuf elund, hat bereits seine ersten Freundschaf-
Janosch
ten in Schwerin geschlossen.
Gesniert übrigens immer noch.
Die Waschmaschine funktio
ch
fris
nz
ttspielabend in meiner ga
tern gab es den ersten Bre
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zig
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Wohnung. Es war wirklic
eingerichteten Schweriner
den
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Mal verloren. Natürlich „Le
Drei Mal gewonnen, zwei
von Andor“. :)
ehrnschen sind offen, direkt und
Schwerin ist cool. Die Me
len
vie
n
Schwerin herum mit ihre
lich und die Umgebung, um
auf
on
sch
freu mich bereits jetzt
Seen, ist der Wahnsinn. Ich
den
wenn es mit dem Rad ab zu
den Frühling und Sommer,
Seen geht.
ich
wieder her? Dein Fach hab
Wann kommste'n eigentlich
schon frei geräumt.
Hab dich furchtbar lieb,
deine Lotte
NOURAS HANANA
wurde in Damaskus/Syrien geboren und erhielt bereits mit
fünf Jahren Violinenunterricht. Nach dem Absolvieren einer klassischen Musikausbildung und des Abiturs (mit
Schwerpunkt Literatur) in seiner Heimatstadt, studierte er am französischen Conservatoire National de Region de
Lyon. Nach seinem Studium lehrte er am Sulhi Alwadi Institut für klassische Musik (Alarabi Institut) in Damaskus,
worauf bis 2011 eine Anstellung im Syrian National Symphony Orchestra folgte. Nouras Hanana zählt zu den
Orchestermitgliedern in Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra.
Lieber Onkel Hischam,
lange Zeit haben wir uns nicht gesehen, viel zu lang – ich vermisse Dich sehr. Vor einigen Monaten bin ich in eine kleine Stadt im
Norden Deutschlands gezogen, nach Schwerin, wo ich eine Praktikantenstelle an einem wunderschönen Theater in einem tollen
Orchester bekommen habe. Alle sind sehr nett hier. An meinem
ersten Tag probten wir gleich eine Oper: „Die verkaufte Braut“.
Alles war ziemlich neu für mich, und ich war sowas von nervös
und gestresst. Aber meine Kollegen haben mich unglaublich offen
empfangen und mir so die Aufregung genommen. Es ist einfach
eine gute Arbeitsatmosphäre. In einigen Monaten wird mein Praktikum hier enden. Was dann passieren wird, weiß ich nicht. Alles
wird sich wieder ändern. Aber ich bin schon jetzt sehr dankbar
für diese Zeit.
Ich wünschte mir sehr, dass Du eines Tages hierher kommen könntest, um einmal ein Konzert in diesem wunderbaren Theater zu
hören.
In Liebe, Nouras
26
G a l e r i e i m T h e at e r
Ruth Tesmar
Zwischenstücke – Holzdrucke, Assemblagen,
Bildkästen
Werke der Malerin, Grafikerin, Kalligrafin und Objektkünstlerin Ruth
Tesmar waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen,
sie gehören zum Besitz vieler öffentlicher und privater Sammlungen und
wurden mehrfach ausgezeichnet
– sowohl bei Grafikwettbewerben
als auch mit dem Titel „Schönstes
Buch des Jahres“. Die gestalterische
Vielfalt im Schaffen dieser Künstlerin
überrascht, fasziniert und beglückt.
Man möchte Ruth Tesmar geradezu
auch noch Dichterin nennen, einerseits wegen eigener poetischer Veröffentlichungen, andererseits wegen
der subtilen zeichenhaften Poesie,
reich an Stoff für Geist, Herz und
Auge, unübersehbar inspiriert von
Sprache, Literatur und Lyrik. „Die
Alchemie der Worte ließ mich das
Wunder einer imaginativen Übertragbarkeit erfahren, so dass ich es
wagte, meiner Lektüre eine sichtbare
Entsprechung zu geben“, bekennt sie
und liefert sich der Kraft und Schönheit der Worte lustvoll aus. Auf diese
Weise entsteht eine sehr besondere
Bildwelt, die das Geheimnis ihrer
Protagonisten bewahrt. Dazu zählen
Else Lasker-Schüler, Gertrud Kolmar,
Georg Trakl, Paul Celan, H. C. Artmann, Arthur Rimbaud, Gottfried
Benn, Ingeborg Bachmann, Christa
Wolf und andere. In Jedem entdeckt
und belebt sie einen „urgründigen
Farbensinn“, der zu nuancenreichen
farbigen Kompositionen führt, angesiedelt zwischen Intuition und Logos.
„Zwischenstücke“ nennt die Künstlerin die Ausstellung in der Theatergalerie, mit der sie sich erstmalig
umfassend dem Schweriner Publikum vorstellt, und deutet damit auf
den endlosen prozesshaften Verlauf
Voyage dans la lune (aus der
Folge Cosmoligia), 1991,
Öl, Holz, Japanseide,
132 x 92 cm
künstlerischer Arbeit hin. Ihr Umgang mit vorgefundenen Zeichen,
den ewigen, archaischen wie Kreis,
Dreieck oder Segment, mit Fundstücken aus der Natur, alten Schriften,
Briefen, Partituren, führt vielfach zu
wundersamen, zu offenen wie abstrakten Kompositionen, in denen Figürliches nicht verloren geht.
Ruth Tesmar, dem poetischen Expressionismus zugeneigt, entwirft
mit exzellenten mehrfarbigen Holzdrucken, farbintensiven Malereien,
originellen Collagen, zarten Kalligrafien und magischen Objektkästen, darunter jene zu Christa
Wolfs „Medea“, außergewöhnliche
Schauplätze, in denen immer etwas
Ungekanntes, etwas Verborgenes
ruht, das zu spannungsreichen Entdeckungen anregt.
Dr. Hela Baudis
Die Ausstellung ist bis zum 12.
April jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn bei Veranstaltungen im Großen Haus geöffnet,
der Eintritt ist frei.
Die Galerie im Theater ist ein Kooperationsprojekt des Schweriner
Kunst- und Museumsvereins e.V.,
der Theaterfreunde Schwerin
e.V. und des Mecklenburgischen
Staatstheaters Schwerin.
Ruth Tesmar
Die 1951 in Potsdam geborene Künstlerin hat nach Studium und Promotion ausschließlich in Berlin gearbeitet.
1987 erfolgte ihre Berufung zur Dozentin für Malerei und Grafik an der Humboldt- Universität zu Berlin; dort
ist sie seit 1993 als Professorin für künstlerisch- ästhetische Praxis, Universitätszeichenlehrerin und Leiterin des
MENZEL-DACHs tätig. 2012 hat Ruth Tesmar ihren Lebensmittelpunkt nach Schwerin verlegt.
27
Ausstrahlung
Kultur zum Sehen und
Seit den 90er Jahren krönt die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin ihre Konzertsaison
mit den MeckProms. Dieses Jahr steht das unterhaltsame und anspruchsvolle Programm unter dem Motto „Very British“ – ganz im Sinne ihres Vorbilds, der englischen Promenadenkonzerte. Doch bei den MeckProms geht es nicht allein um die Musik: Ein wesentlicher Bestandteil sind die lockere Freiluftatmosphäre und natürlich die landschaftlich wie architektonisch
Ludwigslust
1764 verlegte Herzog Friedrich seinen Hof ins Jagdschloss Klenow und
im Folgenden wurde neben einem
neuen Schloss die Residenzstadt Ludwigslust und ein barocker Schlosspark errichtet. Unglücklicherweise
war der Park kurze Zeit nach seiner
Fertigstellung schon wieder aus der
Mode und wurde deshalb in einen
englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Dieser scheinbar natürliche
Garten bietet eine Vielzahl offensichtlicher und versteckter Bauwerke, wie eine künstliche Grotte und
das Schweizerhaus, das 1789 im
Stil eines Landhauses gebaut wurde
und vor dem die Mecklenburgische
Staatskapelle ihre Konzerte gibt.
28
Güstrow
Im 13. Jahrhundert entstand mit dem
Dom zu Güstrow ein eindrucksvolles
Bauwerk der Norddeutschen Backsteingotik, das besonders mit seiner
Innenausstattung begeistert, allen
voran „Der Schwebende“ von Ernst
Barlach, der jüngst sogar an das
British Museum in London verliehen
wurde. Dazu bildet der Domplatz ein
ganz besonderes Ensemble: Neben
dem Dom steht hier das ehemalige
Hofgericht Wallensteins, und in der
Ferne thront das Schloss Güstrow −
eine tolle Kulisse für ein Konzert.
Klütz
Hans Caspar von Bothmer verhalf
als Gesandter des Hauses Hannover
in London maßgeblich Georg I. auf
den britischen Königsthron. Dessen Dank versetzte ihn in die Lage,
1726-32 Schloss Bothmer als zukünftigen Stammsitz seiner Familie
errichten zu können. Noch heute ist
es die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns und
vereint niederländische und englische Vorbilder. In der DDR als Altenheim genutzt, ist es nach einer gescheiterten Privatisierung seit 2008
im Besitz des Landes und wird am
23. Mai 2015 wiedereröffnet.
Ausstrahlung
und Hören
reizvollen Spielorte. Denn die fürstlichen
Schlösser und Parks bilden eine wunderbare Kulisse für klassische Musik. Und
deshalb stellen wir Ihnen einige Spielorte
vor.
ON TOUR 2015
VERY
Foto: Franziska Pergande
Die Mecklenburgische Staatskapelle
Schwerin unterwegs zu den schönsten
Schlössern Mecklenburgs
Mirow
Das ursprünglich hochbarocke Schloss Mirow
wurde 1753 auf Wunsch der damaligen Herzogin Elisabeth in ein zu der Zeit modernes RokokoSchloss umgestaltet und von denselben Künstlern,
die auch am Schloss Sanssouci beteiligt waren,
eingerichtet. Nach der 2014 abgeschlossenen
Restaurierung ist das Schloss endlich wieder für
Besucher geöffnet und bildet mit der Schlossinsel
ein wunderbares Reiseziel.
Robin Klein, Freiwilliges
Soziales Jahr Kultur in der
Musiktheaterdramaturgie
Mit freundlicher Unterstützung von:
Schwerin · Klütz
Güstrow · Ludwigslust · Mirow
TERMINE
MeckProms on Tour „Very British“
Di., 14.7., 21 Uhr
Eröffnungskonzert Freilichtbühne Schwerin
So., 19.7., 11 Uhr
Schloss Bothmer, Klütz
Di., 21.7., 20 Uhr
Domplatz, Güstrow
So., 26.7., 11 Uhr
Schweizer Haus, Ludwigslust
Di., 28.7., 20 Uhr
Schloss, Mirow
29
Termine März bis Juli 201
PREMIEREN
6.3. Der Turm
Schauspiel nach dem Roman
von Uwe Tellkamp
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
17.3. Tauierst kümmt de
Familie
Fritz-Reuter-Bühne
Komödie von Joe DiPietro
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
28.3. Operettengala
Musiktheater
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
11.4. Una Scatola di vita –
Ein Karton voller Leben
Ballett · Uraufführung
19.30 Uhr · E-Werk
2.6. De acht Millionäre
Fritz-Reuter-Bühne · Kriminalkomödie von Robert Thomas
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
27.–29.4. 6. Sinfoniekonzert
Werke von Mozart und Bruckner
18 bzw. 19.30 Uhr
Großes Haus
3.7. SCHLOSSFESTSPIELE
SCHWERIN des Mecklenburgischen Staatstheaters
Schwerin 2015
La Traviata
Oper von Giuseppe Verdi
21 Uhr ∙ Alter Garten
17.5. Stunde der Musik
2. Kammerkonzert
16 Uhr · Schleswig-Holstein-Haus
4.7. Popeye, de Seemann
Fritz-Reuter-Bühne
Kinderstück auf Hoch und Platt nach
dem Comic von Elzie Segar
18 Uhr ∙ Freilichtmuseum Mueß
24.4. Winter.Reise.
Musiktheater nach Franz Schubert
19.30 Uhr ∙ E-Werk
7.5. Germania. Tod in Berlin
Schauspiel von Heiner Müller
19.30 Uhr ∙ E-Werk
15.5. Ein Volksfeind
Schauspiel von Henrik Ibsen
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
Popeye, de Seemann
Konzerte
9.–11.3. 4. Sinfoniekonzert
Werke von Richard Wagner
18 bzw. 19.30 Uhr
Großes Haus
11.3. 1. Jugendkonzert –
„Leinen los! – einfach Meer
Musik“
10 Uhr ∙ Großes Haus
23.–25.3. 5. Sinfoniekonzert
Werke von Debussy, Lalo und
Offenbach
18 bzw. 19.30 Uhr
Großes Haus
12.4. Musik um Vier – 2.
Konzert
Werke von Holst, Händel, Britten
16 Uhr · Konzertfoyer
La Traviata
30
8.–10.6. 8. Sinfoniekonzert
Werke von Rimsky-Korsakow,
Tschaikowski und Prokofjew
18 bzw. 19.30 Uhr
Großes Haus
10.6. 2. Jugendkonzert
„Gezupft und gestrichen“ – die
Familie der Streichinstrumente
10 Uhr ∙ Großes Haus
17.4. The Rake’s Progress
Oper von Igor Strawinsky
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
26.4. Yellow Line
JugendTheaterClub
Scauspiel von Juli Zeh und
Charlotte Roos
18 Uhr ∙ E-Werk
18.–20.5. 7. Sinfoniekonzert
Werke von Mahler, Ravel und
Tschaikowski
18 bzw. 19.30 Uhr
Großes Haus
14.7. MeckProms on Tour
2015: „Very British“
Eröffnungskonzert 21 Uhr
Freilichtbühne Schwerin
19.7., 11 Uhr ∙ Schloss Bothmer
21.7., 20 Uhr ∙ Güstrow
26.7., 11 Uhr ∙ Ludwigslust
28.7., 20 Uhr ∙ Mirow
Wiederaufnahme
3.5. Eugen Onegin
Oper von P. I. Tschaikowski
15 Uhr ∙ Großes Haus
17.6. Romeo und Julia
Schauspiel von William
Shakespeare
20.30 Uhr ∙ Domhof
Zum letzten Mal
11.4. La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
19.30 Uhr ∙ Großes Haus
12.4. Der Kaufmann von
Venedig
Schauspiel von William
Shakespeare
18 Uhr ∙ Großes Haus
15
17.6. Eugen Onegin
Oper von P.I. Tschaikowski
19.30 Uhr · Großes Haus
Einmalig
6.3. Highheel Highnoon – ein
unmöglicher Western
Kooperation mit der Theaterakademie Hamburg Hochschule für Musik
und Theater
19.30 Uhr ∙ E-Werk
8.3. Heraus zum 8. März! –
und herein ins E-Werk zu
Lemmi Lembcke
17, 19 Uhr ∙ E-Werk
Romeo und Julia
30.4. Twei as Katt un Hund
(Die „Sonny Boys“)
Fritz-Reuter-Bühne
Komödie von Neil Simon
14 Uhr · E-Werk
3.5. Adams Äpfel
Schauspiel von Anders Thomas
Jensen/K.D. Schmidt
18 Uhr · E-Werk
8.5. König UBU
Schauspiel von Alfred Jarry
19.30 Uhr · Großes Haus
16.5. HUMMELFLUG – klassik
trifft moderne
Ballett von Sergej Gordienko und
Lode Devos
19.30 Uhr · E-Werk
15.3. Ballettschule TANZ-ZEIT:
„Es war einmal…“
Gastspiel
11 Uhr ∙ Großes Haus
15.3. Schwerin singt:
Volkslieder zum Mitsingen
Sonderveranstaltung
16 Uhr ∙ Großes Haus
21.3. Abschlusskonzert im
Rahmen des 24. Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“
Gastspiel/Sonderveranstaltung
19 Uhr ∙ Großes Haus
24.3. American Drama Group
Europe: „The Wave“
Gastspiel in englischer Sprache
8.30 und 11.15 Uhr ∙ Großes Haus
30.5. Wie im Himmel
Schauspiel von Kay Pollak
19.30 Uhr · Großes Haus
4.4. Die Theaterpredigt –
Dialog Kirche und Bühne
Nr. 1: Der Kaufmann von
Venedig
Landesbischof der Nordkirche
Gerhard Ulrich
16 Uhr ∙ Konzertfoyer
2.6. Die Grönholm Methode
Schauspiel von Jordi Galceran
10 Uhr · E-Werk
11.4. Schwerin singt:
Öffentliches Frühlingssingen
14 Uhr · Alter Garten
5.6. Leiw nah Stunnenplan
Fritz-Reuter-Bühne
Komödie von Ray Cooney
19.30 Uhr · E-Werk
19.4. Matinee mit dem
PIANO HAUS KUNZE
Sonderveranstaltung
17 Schweriner Klavierlehrer an
5 Steinway-Flügeln
11 Uhr ∙ Großes Haus
12.6. Der Turm
Schauspiel nach Uwe Tellkamp
19.30 Uhr · Großes Haus
12.6. Ünnert Lüchtfüer
Fritz-Reuter-Bühne
Komödie von Arne Christophersen
19.30 Uhr · E-Werk
1.5. 4. Sondersalon „Zu Gast
bei Bruni Garske“
Gastspiel
15 Uhr ∙ Großes Haus
9.5. Preisverleihung
25. filmkunstfest MV &
Filmkonzert „Modern Times“
Sonderveranstaltung
18 Uhr ∙ Großes Haus
21.5. Rendezvous im
Museum: Winter. Reise.
Landschaft.
18 Uhr ∙ Staatliches Museum
Schwerin
30.5. Die Theaterpredigt –
Dialog Kirche und Bühne
Nr. 2: La Traviata
Erzbischof i.R. Werner
Thiessen
16 Uhr ∙ Dom
12.7. Verleihung des
Ekhof-Preises
11 Uhr ∙ Konzertfoyer
15.–21.7. Kulturwoche
Südufer/Pfaffenteich
Ausstellung
bis 12.4. Ruth Tesmar.
Zwischenstücke – Holzdrucke,
Assemblagen, Bildkästen
(siehe S. 27)
18.4. Jürgen Weber: Malerei
Galerie im Theater: Ausstellungseröffnung
11 Uhr ∙ Kassenfoyer
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH
Alter Garten 2
19055 Schwerin
Kartentelefon
0385/5300-123
[email protected]
Öffnungszeiten: Montag bis
Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr
Termine und Informationen zu den
Veranstaltungen in der bisherigen
dritten Spielstätte werk3 werden
von KlangWert bekanntgegeben:
www.klangwert.net/werk3-theater.
Karten erhalten Sie im KlangWert, Friedrichstr. 11, Tel.
0385/59587544, oder in der
Schwerin Info, Am Markt 14, Tel.
0385/5925214, sowie an der
Abendkasse im werk3 im Domwinkel.
Immer aktuell und vollständig: Unsere Webseite! www.theater-schwerin.de
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