Elegant und mit perfekter Technik

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BG 08.06.2009
Elegant und mit perfekter Technik
Der Erftkreiszyklus gastierte am Wochenende auf Schloss Frens und bot
erlesene Kammermusik "im Doppelpack".
VON CLAUDIA VALDER-KNECHTGES
Bergheim-Quadrath-Ichendorf - Mit Yeon-Hee Kwak stellt sich eine koreanische
Oboistin vor, die nach Studien im Heimatland und in Deutschland zunächst in einem
Münchener Orchester tätig war und nun als Dozentin an der Stuttgarter Hochschule
arbeitet. Nicht zuletzt mehrere Echo-Klassik Preise unterstreichen ihre
künstlerische Klasse. In der anheimelnd-vornehmen Atmosphäre von Schloss Frens
konnte die zierliche Künstlerin das Publikum uneingeschränkt in ihren Bann schlagen,
zumal sie mit dem estländischen Pianisten Kalle Randalu - er ist Professor in Karlsruhe einen Partner mitgebracht hatte, der mit feiner, geschmackvoller Spielweise und
tadelloser Sicherheit alle dargebotenen Werke exquisit begleitete.
Zunächst stimmte eine Partita von Telemann die Hörer auf den Klang der Oboe mit
barocker Festlichkeit ein. Fernab von authentischem Klang - ein moderner Flügel ist nun
einmal kein Cembalo - gelang es den beiden Interpreten dennoch, das Besondere der
Komposition zu vermitteln - durchaus auch den virtuosem Einschlag,
den Telemann für das Blasinstrument vorgesehen hat. Yeon-Hee Kwak spielte mit einer
Eleganz, manueller Genauigkeit und perfekter Atemtechnik, dass die Vorfreude auf die
folgenden Werke mit jedem Takt, jeder Phrase wuchs.
Als Kabinettstück an gestalterischer Vielfalt und technischer Souveränität interpretierten
beide Spieler die Sonate von Francis Poulenc. Auch das Divertimento op. 9 des
finnischen Komponisten Bernhard Henrik Crusell kam sehr gut an; es ist ursprünglich für
Streichquartett und Oboe geschrieben, hatte aber auch in der Fassung
mit Klavier großen Reiz. Fröhliche Spielmusik des frühen 19. Jahrhunderts, die die
Klangschönheit und gestalterische Palette der Solistin zur Geltung brachte.
Auch Robert Schumanns drei Romanzen op. 94 zeigten, dass große Komponisten zu
allen Zeiten dieses Instrument, das ja auch im Orchester mit seinem charakteristischen
Klang einen unersetzlich wichtigen Platz einnimmt, mit Solowerken bedacht haben. Die
romantische Wärme und Gesanglichkeit, die häufig eher der Klarinette oder auch der
Violine zugesprochen wird, kam in der Auslegung durch das Duo Kwak-Randalu
vollkommen zu ihrem Recht. Als fulminanten Schlusspunkt ihres Konzerts hatte die
Künstlerin dann eine Fantasia über die Oper "Poliuto" von Donizetti gewählt, verfasst von
Antonio Pasculli, einem italienischen Oboisten (1842-1924). Mit einer Pasculli-CD hatte
sie einst als junge Spielerin erste Lorbeeren geerntet - und mit diesem Komponisten
faszinierte sie nun das Publikum auf das Höchste. Die virtuosen Kaskaden ließ sie nur so
perlen und rollen, zündete ein ums andere Feuerwerk, scheinbar ohne Luft zu holen - und
wurde anschließend stürmisch umjubelt.
Danach ließ sie mit einer barocken Zugabe den Abend so edel und fein ausklingen, wie er
begonnen hatte.
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