Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg Klinik für Kardiologie Inflammatorische Kardiomyopathie Eine Entzündung des Herzmuskels (Myocarditis) kann als akute oder als chronische Form ablaufen. Auslösend hierfür kann sich vorwiegend ein großes Spektrum an infektiösen Faktoren zeigen. Dazu zählen in erster Linie Bakterien und Viren, Pilze, Parasiten aber auch schädigende Substanzen wie Kokain oder auch allergische Reaktionen (v. a. gegen Antibiotika). Die häufigste Ursache in Europa ist die Infektion mit Parvo-Virus B19. In Südamerika stellt die parasitäre Infektion der Chagas-Erkrankung die häufigste Ursache dar. Eine Entzündung des Herzmuskels führt zur Zerstörung des Herzmuskels mit Narbenbildung (Bindegewebe). Der Gewebsuntergang geschieht fleckförmig, je nach Ausmaß der Zerstörung kommt es folglich zur Ausbildung einer Herschwäche, welche möglicherweise mit einer Ausweitung der Herzhöhlen (Dilatation) einhergeht. Die Myocarditis stellt bei plötzlich verstorbenen Patienten unter 40 Jahren die dritthäufigste kardiale Grunderkrankung dar (nach der HOCM und der ARVCM). Durch die vorliegende Entzündung mit der anschließenden Narbenbildung kann sich außerdem eine erhöhte Neigung zum Auftreten einer Herzrhythmusstörung ergeben. Beim Auftreten von Kammertachykardien besteht hierbei die Gefahr der Bewusstlosigkeit und des plötzlichen Herztodes. Symptome Zu den Symptomen zählen neben Herzrhythmusstörungen Fieber, Brustschmerzen, Luftnot, Schwellungen der Beine sowie Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb und im Herzbeutel. Diagnose Die Diagnose einer Myocarditis erfolgt im Rahmen einer exakten kardiologischen Untersuchung. Neben EKG, Echokardiographie kommt hierbei der Kernspintomographie des Herzens eine wichtige Rolle zu. Es lassen sich der Nachweis einer entzündlichen Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) oder der Nachweis von diffusen, herdförmig angeordneten Narben erbringen. Fortführend ergibt sich bei positiven Befunden die Indikation zur Herzkatheteruntersuchung und zur Herzmuskelbiopsie (Gewebeprobe). Eine weiterführende Analyse der Gewebeprobe ermöglicht häufig eine exakte Zuordnung der Ursache (z.B. Virusinfektion wie Parvo Virus B19) sowie eine kausale Therapie der Erkrankung. Unbemerkt verlaufende Virusentzündungen des Herzmuskels können jedoch auch nach erfolgreicher Elimination des Virus auf Basis einsetzender immunologischer Reaktionen zu einer weiterführenden Schädigung führen. Therapie Hinsichtlich der Therapie ist vorab eine exakte Diagnosestellung mit der Detektion etwaig reversibler Ursachen notwendig. Sämtliche genannten Verfahren wie z.B. Kernspintomographieuntersuchung und Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel werden von unserem Haus hierbei durchgeführt. Die medikamentöse Therapie der Herzschwäche stellt die Grundlage der Behandlung dar. Bei Nachweis spezieller Viren kann eine kausale antivirale Therapie durchgeführt werden. Für den Fall des Auftretens von bösartigen Rhythmusstörungen ist es oftmals notwendig, einen automatischen Defibrillator zu implantieren. Zur Verbesserung der Pumpleistung des Herzens kann dieses Gerät auch als sogenanntes biventrikuläres Stimulationssystem eingesetzt werden. Beide Unterstützungssysteme stehen unseren Patienten zur Verfügung. Die Implantation erfolgt bei uns direkt durch die Abteilung für Kardiologie und ermöglicht so einen optimalen Verlauf zwischen Indikationsstellung und Implantation und Nachsorge der Patienten. Außerdem bieten wir Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken einen einfachen Zugang zu ergänzenden Therapiemaßnahmen (Assist-Device, Herztransplantation). Wichtig ist abschließend, dass die Myocarditis in aller Regel folgenlos ausheilt, wenn sie – wie in den meisten Fällen bedingt – Folge einer Virusinfektion ist. Seite 1 von 1