1970 PDF - Geologische Bundesanstalt

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Jahresbericht
der Geologischen Bundesanstalt über das Jahr 1970
Erster Teil: Bericht über die Tätigkeit der Anstalt
erstattet von Dr. A. W. RUTTNER
1. Allgemeines
2. Personelles: a) Veränderungen im Personalstand, b) Personalstand zu Ende des
Jahres 1970, c) Ehrungen
3. Rechtliches
4. Geologische Aufnahmsarbeit
5. Angewandte Geologie: a) Lagerstätten und Bergbau, b) Erdöl, c) Baustoffe, Steinbruchkartei, d) Hydrogeologie, e) Baugeologie
6. Laboratorien und technische Arbeitsbereiche: a) Chemie, b) Mikropaläontologie,
c) Sedimentpetrographie, d) Palynologie, e) Photogeologie, f/g) Technische Arbeiten,
h) Zeichenabteilung, Reproduktion, Kartensammlung
7. Administrative Arbeitsbereiche: a) Gebarung, b) Vermietungen, c) Dienstwagen
8. Geologie und Öffentlichkeit: a) Verlag, b) Bibliothek, c) Museum
9. Reisen, Besuche, Teilnahmen
10. Personalvertretung
11. Verstorbene Geologen, Mitarbeiter und Föderer des geologischen Arbeitskreises
1.
Allgemeines
Im abgelaufenen Jahr sind zwei hochverdiente Mitglieder der Geologischen Bundesanstalt in den dauernden Ruhestand getreten: Techn. Oberinspektor JULIUS KERSCHHOFER
(am 30. September 1970) und Chefgeologe Dr. WILHELM PRODINGER (am 31. Dezember
1970).
JULIUS KERSCHHOFER gehörte seit dem 1. Dezember 1938 dem Verbände unserer
Anstalt an, zunächst als „technische Hilfs- und Kanzleikraft" der Erdölabteilung, bald
aber dank seiner Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit als technische Seele dieser
wichtigen Abteilung. Nach Ende des 2. Weltkrieges erwarb er sich durch seinen persönlichen Einsatz bei der Sicherstellung der verlagerten Archiv- und Bibliotheksbestände
der Anstalt große Verdienste. In der Nachkriegszeit übernahm er sämtliche reproduktionstechnischen Arbeiten und ab 1. Jännner 1955 die Leitung der Zeichen- und Kartenabteilung der Geologischen Bundesanstalt, eine Funktion, die er bis zu seiner Pensionierung ausübte. Während dieser 16 Jahre erschienen 20 geologische Buntdruckkarten,
deren hervorragendes technisches Niveau das Können KERSCHHOFERS auf dem Gebiete
der Reproduktion farbiger geologischer Karten unter Beweis stellen. Dazu kamen noch
unzählige Schwarz-Weiß- und Klischee-Illustrationen für die Veröffentlichungen der
A 1 Verhandlungen 1971
AI
Geologischen Bundesanstalt. Seine letzten Werke, die geologische Karte der westlichen
Defreggen-Gruppe und die geologische Karte des Wolfgangsee-Gebietes, sind eben im
Druck.
Chefgeologe Dr. WILHELM PRODINGER kam am 2. Mai 1952 schon als anerkannter
Fachmann für die analytische Chemie an die Geologische Bundesanstalt. Er betreute
zunächst unter Dipl.-Ing. KARL FABICH und ab 1962 allein das Chemische Laboratorium
der Geologischen Bundesanstalt. Eine große Zahl von Silikat-, Erz- und Wasseranalysen
zeugen von dem weiten Betätigungsfeld W. PRODINGERS. Als überzeugter Anhänger der
konventionellen Analytik pflegte PRODINGER die weithin anerkannte Tradition unseres
Hauses. Er entwickelte neue Verfahren, vor allem hinsichtlich der Verwendung
organischer Fällungsmittel in der quantitativen Analyse und verfaßte zwei Standardwerke der analytischen Chemie.
J. KERSCHHOFER und W. PRODINGER hinterlassen empfindliche Lücken innerhalb der
Geologischen Bundesanstalt. Wir wünschen ihnen noch viele frohe Tage eines angenehmen
Ruhestandes.
Als Nachfolger
J. KERSCHHOFERS übernahm
Diplomgraphiker
OTTO
BINDER
am
1. Oktober 1970 die Leitung der Zeichenabteilung.
Das Chemische Laboratorium wird ab 1. Jänner 1971 von Frau Dr. S. SCHARBERT
betreut, die am 15. Mai vom UNESCO-Kurs als Mineralogin und Chemikerin in den
Personalstand der Geologischen Bundesanstalt übernommen wurde.
Chefgeologe Dr. H . HOLZER kehrte von seiner zweijährigen sehr erfolgreichen Expertentätigkeit aus Persien zurück und trat am 1. Oktober seinen Dienst an der Geologischen
Bundesanstalt wieder an. Der Dienstposten Dr. HOLZERS war vom 2. März bis 30. September von Dr. P. THEYER besetzt.
Dipl.-Ing. K. NEUWIRTH war weiterhin für die Uranprospektion beurlaubt. An seine
Stelle trat ab 15. Februar Herr Dr. F. FEHLEISEN.
Der 6. und letzte UNESCO-Postgraduate Kurs wurde am 14. Mai abgeschlossen.
Die 11. Austauschsitzung im Rahmen des österreichisch-tschechoslowakischen Abkommens fand vom 13. bis 16. April in Prag statt; die 2. Austauschsitzung über
wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Zentralamt für Geologie der VR Ungarn
wurde vom 31. August bis 1. September in Wien abgehalten.
Von besonderer Bedeutung war die Teilnahme des Chef geologen Dr. H . STRADNER
an der 13. Forschungsfahrt des Tiefbohrschiffes G l o m a r C h a l l e n g e r im Rahmen
des "Deep Sea Drilling Project" der Vereinigten Staaten von Amerika. Während dieser
zweimonatigen Forschungsarbeit wurden im Mittelmeer an 15 Standorten im ganzen
28 Bohrungen niedergebracht, welche äußerst wertvolle und zum Teil sehr überraschende
Ergebnisse erbrachten.
An der tektonischen Karte von Europa und an der tektonischen Karte der KarpathoBalkanischen Assoziation wurde aktiv mitgearbeitet (P. BECK-MANNAGETTA, S. PREY).
Über die Arbeiten für einen Aufstellungsort des Synchrotrons (CERN) gibt ein
Abschlußbericht Auskunft (H. KÜPPER).
Am 22. Dezember 1970 vollendete Bergrat Dr. HEINRICH BECK sein 90. Lebensjahr.
Die Verdienste HEINRICH BECKS für die geologische Erforschung Österreichs wurden in
Anwesenheit des Jubilars im Rahmen einer Geburtstagsfeier entsprechend gewürdigt.
A2
2.
2a. V e r ä n d e r u n g e n
Name
GRILL, Dr. RUDOLF
FEHLEISEN, Dr. FRIEDRICH
THEYER, Dr. PETER
im
Personelles
Personalstand:
Wirksamkeit
1.
1.1970
15.
2.1970
2.
3. 1970
NEUWIRTH, Dipl.-Ing. K U R T
SCHARBERT, Dr. SUSANNA
MATURA, Dr. ALOIS
15.
5.1970
1. 7. 1970
STRADNER, Dr. HERBERT
SCHERMANN, Dr. OTMAR
MATURA, Dr. ALOIS
6. 8. 1970
KERSCHHOFER JULIUS
30. 9. 1970
THEYER, Dr. PETER
30. 9. 1970
GELLNER JOSEF
1. 10. 1970
BINDER O T T O
1. 10. 1970
HOLZER, Dr. HERWIG
1. 10. 1970
PRODINGER, Dr. WILHELM
AI*
31. 12. 1970
Veränderung
Min.-Erlaß
Verleihung Berufstitel „Hofrat"
Einstellung als
VB. i. wiss. Dienst
Einstellung als
VB. i. wiss. Dienst
Verlängerung des
Karenzurlaubes
Verlängerung des
Dienstverhältnisses
auf unbest. Zeit
(Übernahme in den
Personalstand der
Geol. B.-A.)
Ernennung z. prov.
wiss. Assistenten
Sonderurlaub für
Teilnahme an wiss.
Forschungsfahrt des
amerik. Tiefseebohrschiffes „D/V
Glomar Challenger"
v. 13. August bis
6. Oktober 1970
Karenzurlaub für
Studienreise nach
Ostgrönland
(Prospektion von
Kristallingebieten)
v. 20. Juni bis
25. August 1970
Definitivstellung
als wiss. Assistent
Versetzung in den
dauernden Ruhestand
Beendigung des
Dienstes an der
Geol. B.-A.
Einstellung als
VBI/e
Einstellung als
VB I/b-SV
Dienstantritt nach
Karenzurlaub
Übertritt in den
dauernden Ruhestand
93.607-1/1/69
100.588-1/70
150.389-1/1/69
146.479-1/1/69
113.665-1/70
146.478-1/70
118.899-1/70
109.639-1/70
121.196-1/70
824.012-Pers./70
850.811-Pers./70
850.487-Pers./70
126.812-Fd.A/70
130.486-1/70
A3
2b.
P e r s o n a l s t a n d z u E n d e d e s J a h r e s 1 9 7 0 (unter Berücksichtigung
der Amtstiteländerung gemäß § 6 Abs. 1 GÜG 1947 in der Fassung der 1. Gehaltsüberleitungsgesetz-Novelle 1970, BGBl. Nr. 243/1970).
Direktor:
RUTTNER, Dr. phil. A N T O N
Wissenschaftlicher Dienst
Chef geologen :
GRILL, Hofrat Dr. phil. RUDOLF (Erdölgeologie)
ANDERLE, Dr. phil. NIKOLAUS (Geolog. Landesaufnahme, Hydrogeologie)
PREY, Dr. phil. SIEGMUND (Geolog. Landesaufnahme)
BECK-MANNAGETTA, Dr. rer. nat. PETER (Geolog. Landsaufnahme)
WeiNHANDL, Dr. phil. RUPERT (Geolog. Landesaufnahme)
WIESBÖCK, Dr. rer. nat. IRMENTRAUT (Steinbruchkartei)
WOLETZ, Dr. rer. nat. GERDA (Sedimentpetrographie, Schriftleitung)
PLÖCHINGER, Dr. phil. BENNO (Geolog. Landesaufnahme)
HOLZER, Dr. phil. HERWIG (Bergbau und Lagerstätten, Photogeologie)
OBERHAUSER, Dr. phil. RUDOLF (Geolog. Landesaufnahme, Mikropaläontologie)
STRADNER, Dr. phil. HERBERT (Mikropaläontologie, Elektronenmikroskopie)
GATTINGER, Dr. phil. TRAUGOTT (Hydrogeologie, Baugeologie)
Wissenschaftlicher R a t :
THIELE, Dr. phil. O T T O (Geolog. Landesaufnahme)
Wissenschaftlicher Oberkommissär:
FUCHS, Dr. phil. GERHARD (Geolog. Landesaufnahme)
Wissenschaftliche Kommissäre:
FUCHS, Dr. phil. WERNER (Geolog. Landesaufnahme, Mikropaläontologie)
BAUER, Dr. phil. FRANZ (Geolog. Landesaufnahme, Bergbau und Lagerstätten)
MATURA, Dr. phil. ALOIS (Geolog. Landesaufnahme)
BOROVICZENY, Dr. phil. Franz (Geolog. Landesaufnahme, Hydrogeologie)
JANOSCHEK, Dr. phil. WERNER (Geolog. Landesaufnahme, Hydrogeologie)
SCHNABEL, Dr. phil. WOLFGANG (Geolog. Landesaufnahme)
Vertragsbedienstete im wissenschaftlichen Dienst:
SIEBER, tit. ao. Univ.-Prof. Dr. phil. RUDOLF (Sammlungen, Megapaläontologie)
SCHERMANN, Dr. phil. OTMAR (Geolog. Landesaufnahme, Bergbau und Lagerstätten)
DRAXLER, cand. phil. ILSE (Palynologie)
SCHARBERT, Dr. phil. SUSANNA (Chemisches Laboratorium, Petrographie)
Administrativer Dienst
Kartensammlung und Kartographische Abteilung:
BINDER O T T O , VB.
ZACK IRIS, techn. Rev.
ROEDER ADOLF, VB.
MUNDSPERGER PETER, VB.
Kanzleileitung und Kanzlei:
DENK H A N S , FachOInsp.
HORVATH HEDWIG, Kzl.OOffzl.
A4
Bibliothek:
DAMISCH DOROTHEA, VB.
Verlag:
HUBER JOSEF, OKtrl.
Erdölabteilung:
ZACEK JOSEF, Fachinspektor
BLÜMERT LEOPOLDINE, VB.
Museum:
FRIESS FRIEDRICH, OOffzl.
GELLNER JOSEF, VB.
Laboratorien:
STRÖMER FRANZ, Fachinspektor, Dünnschliffe
STRÖMER LEOPOLD jun., VB., Dünnschliffe
MORTH JOHANN, OLaborant, Schlämmlabor.
UHER GISELA, VB., Schlämmlabor.
BÖHM O T T O , techn. OOffzl., ehem. Labor, und Elmilabor, Chauffeur
BAUER KARL, VB., Pollenanalytisches und Sedimentpetrograph. Labor.
Telephondienst und Portier:
SCHAFFER KARL, OAmtswart
Tischlerei:
STRÖMER LEOPOLD sen., VB.
HAMBERGER ADALBERT, VB.
Chauffeur:
ROTTER KARL, VB.
Heizer und Gartenbetreuung:
MÖRZINGER ERNST, VB.
Reinigungsdienst :
M O R T H STEPHANIE, VB.
GEHRES KATHARINA, VB.
SCHOBER ANNA, VB.
ZIMMERMANN CHRISTINE, VB.
2 c. Ehrungen:
Am 14. Jänner 1970 konnte Herrn Chefgeologen Dr. RUDOLF GRILL die Urkunde zur
Verleihung des Berufstitels „Hofrat" überreicht werden (Entschließung des Bundespräsidenten vom 19. Dezember 1969).
Bei der Aufzählung jener Persönlichkeiten, die anläßlich des 120jährigen Bestandes
der Geologischen Reichs- bzw. Bundesanstalt zu Korrespondenten der Geologischen
Bundesanstalt ernannt wurden, ist uns ein äußerst bedauerliches Versehen unterlaufen.
Der Liste ist hinzufügen:
Herr Dr. H . STOWASSER, Mödling.
Wir bitten, dieses Versehen entschuldigen zu wollen.
A5
3.
Rechtliches
Keine Meldungen.
4. G e o l o g i s c h e
Aufnahmsarbeit
Das Übersichtskärtchen (Abb. 1 auf Seite A 18—A 19 gibt einen Überblick über die
geologische Kartierungsarbeit der Geologischen Bundesanstalt im Jahre 1970. Dem
Kärtchen ist zu entnehmen, daß die Neuaufnahme von 20 Blättern der geologischen
Karte 1 : 50.000 schon weitgehend fortgeschritten ist und daß 4 Blätter der geplanten
geologischen Karte 1 : 200.000 nahe ihrer Drucklegung stehen.
Die fett gedruckten Ziffern beziehen sich auf die Aufnahmsberichte der Mitglieder und
auswärtigen Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt. Die geographische Anordnung
der einzelnen Arbeitsgebiete zeigt, daß sich immer mehr Arbeitsgruppen für ein bestimmtes Kartenblatt oder für ein bestimmtes geologisch definiertes Gebiet bilden.
22 Mitglieder und 14 auswärtige Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt arbeiten
an folgenden Kartierungsprojekten:
1. B ö h m i s c h e M a s s e : Fortführung der Arbeiten im niederösterreichischen
Waldviertel durch eine siebenköpfige Arbeitsgruppe (F. BOROVICZÉNY, 5, G. FUCHS, 10,
A . M A T U R A , 17, S. SCHARBERT, 29, O. SCHERMANN, 30, 31, B. SCHWAIGHOFER, 36,
O. THIELE, 38.
und
2. M o l a s s e : Südrand der Böhmischen Masse zwischen den Flüssen Erlauf und
Melk sowie am Eingang der Wachau (W. FUCHS, 12); Quartär des ^unteren Ennstales
(D. VAN HUSEN, 14).
3. H e l v e t i k u m , F l y s c h - u n d K l i p p e n z o n e : Dornbirner Ach-Tal,
Detailkartierung für eine Karte 1 : 25.000, (OBERHAUSER, 19); Gebiet von Unterach
südlich des Attersees für die geologische Karte des Wolfgangsee-Gebietes (S. PREY, 23);
Umgebung des Leopold-Buch-Denkmals und das Gebiet von Ybbsitz (W. SCHNABEL, 34,
35); Ostrand des Wienerwaldes (S. PREY, 24).
4. N ö r d l i c h e K a l k a l p e n : Detailkartierung am Westrand der Osterhorngruppe (M. SCHLAGER, 32) ; Wolf gangsee-Gebiet, Nachtragskartierung für die Karte
1 : 25.000 (B. PLÖCHINGER, 21); Jura- und Kreideprofile in den Weyrer Bögen (H.
SUMMESBERGER, 37, und H . KOLLMANN, 16); Quartär des Ennstales (D. VAN HUSEN, 14);
Südrand des Toten Gebirges (W. JANOSCHEK, 15); Raum Windischgarsten (S. PREY,
25); Gebiet nördlich von Mariazell (F.BAUER, 2); Detailkartierung des Anninger (B.
PLÖCHINGER, 22).
5. G r a u w a c k e n z o n e :
6. T a u e r n f e n s t e r :
Detailkartierung des Kitzbühler Horns (F. FEHLEISEN, 9).
Gebiet des Zillertales (G. MORTEANI, 18, P. RAASE, 27,
O. SCHMIDEGG, 33, O. THIELE, 39); Malta- und Pölla-Tal ( C H . EXNER, 7).
7. S e m m e r i n g :
Detailkartierung für eine Wanderkarte des Semmering-Gebietes
1 : 25000 (A. TOLLMANN, 41).
8. R e c h n i t z e r
Schieferinsel:
Gebiet Hirschenstein—Geschriebenstein
nördlich von Rechnitz (A. PAHR, 20).
9. O s t a l p i n e s K r i s t a l l i n : Silvretta (F. BOROVICZÉNY, 6); Koralpe (P.
BECK-MANNAGETTA, 4); Ergänzungen im Nordteil des Blattes Neumarkt (A. THURNER,
40) ; Übersichtsbegehungen im Gebiet westlich von Aspang für die Karte 1 : 200.900
( G . F U C H S , 11).
A6
10. K a r a w a n k e n : Ergänzungen im Gebiet südlich von Villach (N. ANDERLE,
1); Loibltal südlich von Ferlach (S. PREY, 26); Perm-Trias-Profile des Südstammes in
der weiteren Umgebung von Zell-Pfarre (G. RIEHL-HERWISCH, 28); Tonalitgneis östlich
der Vellach ( C H . EXNER, 8); Südstamm der Ostkarawanken (F. BAUER, 3).
11. S t e i r i s c h e s u n d W i e n e r B e c k e n : Nordrand des östlichen steirischen
Beckens im Raum Hartberg—Friedberg—Oberschützen (R. WEINHANDL, 42) ; Tertiär
und Quartär des südlichen Wiener Beckens und des Gebietes des Neusiedler Sees für die
Karte 1 : 200.000 (R. GRILL, 13).
Für die Geologische Karte von Österreich 1 : 200.000 wurden kompilatorische Arbeiten
auf den Blättern Chur-Glurns-Nord (Feldkirch—Landeck, R. OBERHAUSER), InnsbruckNord (O. SCHMIDEGG, H . BÖGL), Salzburg-Süd (B. PLÖCHINGER), Salzburg-Nord (S.
PREY), Klagenfurt-Nord (K. METZ), Graz-Nord (H. FLÜGEL) sowie auf den Blättern
Wien-Preßburg-Süd und Wien-Preßburg-Nord (R. GRILL) durchgeführt.
Die geologisch-geotechnische Karte des Schwechattales—Lindkogelgebietes (1 : 10.000)
und die hydrogeologische Karte von Österreich (1 : 1,000.000) sind im Druck erschienen.
In Druck gegeben wurde eine geologische Karte des Wolfgangsee-Gebietes (1 : 25.000)
und eine geologischen Karte der westlichen Defregger Alpen (1 : 25.000).
5. A n g e w a n d t e
5a. L a g e r s t ä t t e n
Geologie
und Bergbau
(Dr. A. W. RUTTNER, Dr. H . HOLZER)
Am 1. Oktober 1970 übernahm Chefgeologe Dr. H . HOLZER, aus Persien zurückgekehrt, wieder die Leitung der Abteilung Lagerstätten und Bergbau. Als Ersatzmann für
den beurlaubten Dipl.-Ing. K. NEUWIRTH wurde außerdem am 15. Jänner 1970 Dr. F.
FEHLEISEN an die Geologische Bundesanstalt berufen. Damit war zu Ende des Jahres
1970 die Abteilung wieder voll besetzt. Außer den beiden Genannten befaßten sich
auch A. W. RUTTNER, O. SCHERMANN, A. MATURA und F. K. BAUER mit Fragen, die
Lagerstätten und Bergbau in Österreich betreffen.
Die Geologische Bundesanstalt war im Berichtsjahr an zwei größeren Prospektionsunternehmungen maßgeblich beteiligt: An einer Uran-Prospektion im Kupferbergbau
Mitterberg und an der geologischen Bearbeitung der Bohrungen im Bereich des alten
Bergbaues Röhrerbühel bei Kitzbühel.
Der Kupferbergbau Mitterberg wurde gemeinsam mit Angehörigen der Bergbauund Mineralgesellschaft Pryssok & Co. K. G. (Dipl.-Ing. K. NEUWIRTH und Dr. SOMMER)
und der Lehrkanzel für Geologie und Lagerstättenlehre der Montanistischen Hochschule
Leoben (Dipl.-Ing. WALSER) durch O. SCHERMANN und A. MATURA radiometrisch aufgenommen. Eine Uran-Vererzung wurde in der sogenannten „violetten Serie" der
oberen Grauwackenzone festgestellt; die Untersuchungen sollen obertags im Jahre 1971
fortgesetzt werden.
Im Gebiet des R ö h r e r b ü h e l s wurden von der südafrikanischen Bergbaugesellschaft Union Corporation eine Bohrung am Westende des alten Bergbaues und eine
zweite am Westhang des Kitzbühler Hornes niedergebracht. Die letztere sollte die
Frage klären, ob östlich des Tales der Kitzbühler Ache eine Fortsetzung der "Vererzungszone zu erwarten ist. Die Kerne beider Bohrungen wurden gemeinsam mit dem
Chefgeologen der Union Corporation, Dr. J. WIEBOLS, und mit Professor Dr. O. SCHULZ
(Innsbruck) bearbeitet. Auf Grund der daraus gewonnenen Seriengliederung führte
F. FEHLEISEN eine Detailkartierung des West- und Nordhanges des Kitzbühler Hornes
A7
durch. Leider mußten die Untersuchungen wegen des Widerstandes des „Vereins zum
Schutz der Landschaft und der heimischen Wirtschaft" und der Tiroler Landesregierung
abgebrochen werden, bevor das Ziel der Untersuchungen erreicht war. Über die bisherigen
geologischen Ergebnisse berichtet F. FEHLEISEN in seinem Aufnahmsbericht (9). Die
Bohrkerne sind in der Geologischen Bundesanstalt verwahrt.
Abgesehen von diesen beiden Prospektionsunternehmungen wurden folgende Lagerstätten bearbeitet:
Blei-Zinklagerstätten der Karawanken (F. K. BAUER)
Blei-Zinklagerstätten des Grazer Paläozoikums (Bericht für die Oberste Bergbehörde,
H . HOLZER)
Antimonitbergbau Schlaining (Freifahrung des südlichen Grubenfeldes, Planung von
Tiefbohrungen, H . HOLZER)
Gipslagerstätte Lessern (H. HOLZER)
Gipsbergbau Preinsfeld (H. HOLZER, F. K. BAUER, O. SCHERMANN)
Quarzite im Räume Haßbach (Begutachtung für die Berghauptmannschaft Wien im
Hinblick auf § 3 B. G., O. SCHERMANN)
Sande im Räume St. Georgen an der Gusen und Steyregg (Begutachtung für die Berghauptmannschaft Salzburg im Hinblick auf § 3 B. G., O. SCHERMANN).
Außerdem wurden die Bergbaue Niederfladnitz und Rabenwald befahren.
Anläßlich eines von Herrn Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie
einberufenen Informationsgespräches über die Neufassung des Berggesetzes wurde von
A. W. RUTTNER ein Referat über die Bedeutung von Lagerstätten mineralischer Rohstoffe
in Österreich gehalten, wobei besonders auf den Fall Röhrerbühel eingegangen wurde.
O. SCHERMANN nahm während eines Karenzurlaubes an einer Prospektions-Expedition
in Grönland teil. H . HOLZER verfaßte mehrere Berichte über Erzvorkommen in Persien
und einen Aufsatz über "Ancient Copper Mines in the Veshnoveh Area, West-Central
Iran" für die Archaeologia Austriaca.
5 b.
Erdöl
(Hofrat Dr. R. GRILL)
Die Erdöl- und Erdgasreserven Österreichs belaufen sich nach den per 31. Dezember
1970 durchgeführten Berechnungen und Schätzungen auf rund 27,9 Mio. t gewinnbare
Erdölreserven und rund 12,9 Mrd. Nm 3 gewinnbare Erdgasreserven. Diese Zahlen
beziehen sich auf die Summe der sicheren und wahrscheinlichen Vorräte. Die möglichen
Reserven werden zahlenmäßig nicht ausgewiesen. Das mit der Erdölproduktion anfallende Erdölgas wird sich in den nächsten Jahren auf etwa 560 Mio. N m 3 jährlich
belaufen.
Die Produktion des Jahres 1970 betrug 2,798.237 t Erdöl und 1897,4 Mio. N m 8
Naturgas, davon 1229,4 Mio. N m 3 „Trockengas" (non associatet gas).
Über Wunsch des Bundesministeriums für Handel, Gewerbe und Industrie, Oberste
Bergbehörde, wurde für einen Bericht an das OECD-Spezialkomitee für Erdöl der
auf Österreich bezughabende allgemeine geologische Teil erstellt. Der Berichterstatter
wurde zu bergbehördlichen Verhandlungen als Amtssachverständiger zugezogen.
Auch im Berichtsjahr wurden wieder von den laufenden Aufschlußbohrungen der
Erdölindustrie zahlreiche Proben für mikropaläontologische Untersuchungen und für die
Bohrkernsammlung entnommen.
A8
Für das geologische Kartenwerk wurde vom Berichterstatter und Dr. W. FUCHS ein
Entwurf des tertiären Anteils der Blätter 1 :50.000 Mautern und Krems erstellt.
Weiters wurden in diesen Entwurf die angrenzenden Teile der südlich anschließenden
Blätter Obergrafendorf und St. Polten einbezogen. Für die Blätter Wien und Preßburg
des geplanten geologischen Kartenwerkes 1 : 200.000 wurden im Berichtsjahr, meist
zusammen mit Dr. W. FUCHS und Dr. M. E. SCHMID, Begehungen insbesondere im
Wiener Becken südlich der Donau und seinen Randgebieten und im Bereiche des
Neusiedler Sees durchgeführt. Darüber unterrichtet im einzelnen der Aufnahmsbericht.
5c.
Steinbruchkartei
(Dr. I. WIESBÖCK)
Revision und Ergänzung der Steinbrüche als Unterlagen für die neue Geologische
Karte 1 : 200.000, Blatt Wien. Auf Grund der alten Unterlagen der Steinbruchkartei
wurden alle Steinbrüche nochmals begangen, die auf den Kartenblättern 1 : 75.000
verzeichnet sind und sich auf das zu untersuchende Gebiet beziehen; das sind die Blätter
4857, 4858, 4956, 4957, 5056, 5057. Dabei wurden die heutigen Besitzverhältnisse
geklärt und zum größten Teil geologische Neuaufnahmen gemacht.
5d.
Hydrogeologie
(Dr. T. E. GATTINGER, Mitarbeiter: Dr. F. BOROVICZENY und W. JANOSCHEK)
Im Berichtsjahr wurden die hydrogeologischen Arbeiten im Rahmen der Internationalen Hydrologischen Dekade fortgesetzt. Das Arbeitsprogramm, das in Kontakt mit
dem Hydrographischen Zentralbüro, der Bundesversuchs- und Forschungsanstalt Arsenal
und dem Institut für Hydraulik, Gewässerkunde und landwirtschaftlichen Wasserbau
der T H Wien durchgeführt wird, umfaßte weitere Tritium-Untersuchungen im südlichen
Wiener Becken.
Nach einigen weiteren Verzögerungen durch drucktechnische Schwierigkeiten konnte
die Hydrogeologische Karte von Österreich 1 : 1 Million im Verlag der Geologischen
Bundesanstalt herausgegeben werden. Diese Karte ist, wie vorher schon die Geologische
und die Lagerstättenkarte gleichen Maßstabes, als gebilligter Fortdruck der im ÖsterreichAtlas enthaltenen Karte erschienen.
Als nächster Schritt zur Schaffung hydrogeologischer Karten wurde an der Zusammenstellung der Blätter Wien und Innsbruck weitergearbeitet, von oberösterreichischer
Seite wurden weitgehende Unterlagen über den oberösterreichischen Anteil der entsprechenden Blätter der Karte 1 : 200.000 zur Verfügung gestellt.
Auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit wurde ein Erfahrungsaustausch
mit ungarischen Fachleuten im Rahmen des österreichisch-ungarischen Abkommens in die
Wege geleitet. Weiters erfolgte die Teilnahme an Beratungen über hydrogeologische
Signaturen und Zeichen beim Fachnormenausschuß in Westberlin, woran außer Fachleuten aus Deutschland auch Vertreter der Schweiz und Hollands teilnahmen.
Hydrogeologische Einzelstudien, die im Berichtsjahr durchgeführt wurden, bezogen
sich auf die Thermalwässer von Baden, den Wiener U-Bahn-Bau, die Wasserversorgungsanlagen von Fischamend, das Gebiet der Kräuterinquelle im Salzatal, das Einzugsgebiet
der Kläfferquelle im Hochschwabgebiet, Grundwasserverunreinigungen im Einzugsgebiet der Brunnen der Tullner Zuckerfabrik sowie der Quellen der Wasserversorgung
von Droß b. Krems, wo es zu Typhusfällen gekommen war.
Im Zusammenhang mit wasserrechtlichen Verfahren stand die Teilnahme an KomA9
missionierungen im Gebiet der I. und II. Wiener Hochquellenleitung, die jeweils mit
Bundesheerhubschraubern durchgeführt wurden und bei denen es um die Klärung von
Schutzgebietsfragen ging.
Ständige hydrogeologische Beratung erfolgte beim Bau des Österreicher-Stollens,
eines Ersatzstollens der II. Wiener Hochquellenleitung für eine durch Gebirgsdruck und
Hangschub schwer beschädigte Stollenstrecke.
Weitere hydrogeologische Beratungen betrafen das Erholungsgebiet Reidling-Sitzenberg im westlichen Tullnerfeld und das Baugelände bei der Hochschule für Welthandel
in Wien.
Eine groß angelegte Untersuchung über Kristallin-Wässer Österreichs wurde mit
Geländebegehungen und Probennahmen im Gebiet der Radstätter und der Hohen
Tauern eingeleitet.
Über bisherige Ergebnisse der Arbeiten im Wiener Becken wurde im Rahmen der
Haus-Referate ausführlich berichtet. Im Juli wurde eine Gruppe von Fachstudenten aus
Karlsruhe durch das südliche Wiener Becken geführt. Thema der Exkursion waren hydrogeologische Verhältnisse und technische Einrichtungen von Wasserversorgungsanlagen.
Im Vorarlberger Rheintal wurden intensive hydrogeologische Studien fortgeführt (R.
OBERHAUSER), ebenso die Untersuchungen in Kärnten und in der Steiermark (N.
ANDERLE).
5e.
Baugeologie
(Dr. T. E. GATTINGER, Mitarbeiter: Dr. F. BOROVICZENY und W. JANOSCHEK)
1970 wurden die Arbeiten an der Geotechnischen Karte 1 : 2000 des Wiener Stadtgebietes weitergeführt. Diese Karte stellt eine wesentliche Grundlage für Großbauvorhaben wie z. B. U-Bahn-Bau und Hochwasserschutz-Anlagen dar und wird auf Grund
einer Übereinkunft zwischen der GBA und der Magistrats-Abteilung 29 hergestellt.
Eine der wesentlichen baugeologischen Aufgaben bestand in der fachlichen Betreuung
beim Bau des Österreicher-Stollens, eines Ersatzstollens der IL Wiener Hochquellenleitung zwischen Scheibbs und Neubruck. Der Bau dieses Ersatzstollens war wegen der
durch Gebirgsdruck und Hangschub hervorgerufenen schweren Schäden am ursprünglichen, 60 Jahre alten Leitungsstollen notwendig geworden. Die Vortriebsarbeiten
wurden mit einer Robbins-Stollenfräse durchgeführt und dauerten von Jänner bis
November.
Die Arbeiten am Schneealpen-Stollen wurden im wesentlichen abgeschlossen.
Weitere ständige baugeologische Beratung und Betreuung bezog sich auf das Baugelände der Tullner Bundesstraße, soweit es sich auf Wiener Boden befindet. Hier
wurden die Grundlagen für die Berechnung von Hangsicherheiten durch Auswertung
von Bohrergebnissen sowie für Hangstabilisierung durch Entwässerung und Ankerung
erarbeitet.
In einer Reihe von instabilen Hangabschnitten entlang der IL Wiener Hochquellenleitung wurden die Untersuchungen zur Erstellung von Planungsgrundlagen für Sanierungsmaßnahmen weitergeführt und an kommissioneilen Begehungen (Preszeny-Klause,
Grubberg) teilgenommen.
Eine eingehende Prüfung der baugeologischen Verhältnisse hinsichtlich der Auswirkungen von Sprengerschütterungen auf den Bestand der I. Wiener Hochquellenleitung
durch den Ausbau der Höllental-Straße wurde vorgenommen.
Zur Sanierung der Stollenanlagen des K W Opponitz wurde nach intensiven Begehungen und Untersuchungen ein ausführliches Gutachten ausgearbeitet.
Baugrunduntersuchungen wurden in Wildungsmauer a. d. Donau und auf dem Gelände der Großbaustelle Inzersdorf-Großmarkt durchgeführt.
AIO
6. L a b o r a t o r i e n
und
technische
6a. C h e m i s c h e s
Arbeitsbereiche
Laboratorium
(Dr. W. PRODINGER und Dr. S. SCHARBERT)
In der Berichtszeit wurden 17 Tone, 3 Montmorinminerale, 1 Silikatgestein und 1 Roterde analysiert. 10 Quarzite wurden auf SÌO2, AhOs und Fe208 untersucht.
6 Wasserproben aus dem Tuxer Stollen der Zemmkraftwerke, Zillertal, Tirol, gelangten zur Untersuchung.
Auf stark zersetzten Karbonatproben von der Putschandllucken in Baden wurde
Epsomit in Form lockerer Ausblühungen nachgewiesen. Ferner wurden Teilanalysen von
Limonit- und Mangankrusten auf Grollen vom Karlsplatz durchgeführt.
Das Spektralphotometer PMQ II der Fa. Zeiss wurde für die Bestimmung von MnO,
TÌO2 und P2O5 in Betrieb genommen.
6b.
Laboratorium
für
Mikropaläontologie
Dr. R. OBERHAUSER bearbeitete wiederum für Dr. B. PLÖCHINGER Schliffe und
Schlämmproben aus den Kalkalpen, und zwar Obertrias, Jura und Kreide, vorwiegend
aus dem Gebiet des Wolfgangsees. Daneben wurde umfangreiches eigenes Material aus
seinem Kartierungsgebiet im Tal der Dornbirner Ache und bei Hohenems aus Kreide
und Eozän des Helvetikums untersucht. Als unerläßlich für die Gliederung des Paleozäns
und Eozäns erwies sich dabei die Unterstützung durch die Nannobestimmungen von
H , STRADNER.
Dr. H. STRADNER führte im neu errichteten Elektronenmirkroskopischen Laboratorium
der Geologischen Bundesanstalt (Elmi-Labor, vgl. Verh. 1970, H . 5, S . A l l ) Ultrastruktur-Untersuchungen an Nannofossilien aus folgenden Gebieten und stratigraphischen
Bereichen durch:
Limberg, Niederösterreich (Miozän); Ottental, Niederösterreich (Obereozän); Tiefbohrung Korneuburg 2 (Hauterive?); Kjölby Gaad, Dänemark (Maastricht).
Herr S. G. SHAFIK von der Cairo University, Teilnehmer am sechsten Kurs des
UNESCO Training Center for Geology, bearbeitete lichtmikroskopisch und elektronenmikroskopisch Nannofossilien des Maastrichts und Paläogens der östlichen Wüstengebiete
von Ägypten, ebenso Vergleichsproben aus dem Donetzgebiet in Südrußland.
Es wurden insgesamt im Berichtsjahr 1935 Elektronenmikrogramme angefertigt und
photographisch ausgearbeitet. Die Schwermetallbeschattungen und Kohlenstoffbedampfungen sowie anfallende technische Betreuungsarbeiten wurden von Herrn O. BÖHM
durchgeführt.
Als bisherige Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Druck erschienen:
H . STRADNER: On the Ultrastructure of Miocene Archaeomonadaceae (Phytoflagellates)
from Limberg, Lower Austria; Proceedings of the II Planktonic Conference Roma
1970. 5 Tafeln..
S. G. SHAFIK & H. STRADNER: Nannofossils from the Eastern Desert, Egypt, with special
reference to Maastrichtian Nannofossils from the USSR. Jahrbuch der Geol. B.-A.
Wien, Sonderband 17. 50 Tafeln.
All
Die Ergebnisse der lichtmikroskopischen Nannnofossiluntersuchungen von Feldproben
aus Aufsammlungen kartierender Geologen sind in 11 internen Berichten zusammengefaßt und liegen im Laboratorium auf.
Vom 13. August bis 6. Oktober nahm Dr. STRADNER als „shipboard paleontologist
for Nannoplankton" an der Mittelmeerfahrt des amerikanischen Tiefbohrschiffes
G l o m a r C h a l l e n g e r teil. Die Forschungsergebnisse dieser von der National
Science Foundation der Vereinigten Staaten veranstalteten Forschungsfahrt werden in
den „Initial Reports of the Deep Sea Drilling Project, vol. 13" veröffentlicht werden.
Dr. W. FUCHS führt die im Vorjahre begonnene, monographische Erfassung einer
reichen und phylogenetisch wie stratigraphisch sehr bemerkenswerten Foraminiferenfauna
der tiefen Unterkreide des Helvetikums Vorarlbergs weiter. Obernorische ConodontenRückstandsproben aus dem Salzkammergut sind auf ihre Foraminiferen-„Leichen" hin
untersucht worden. Mehrere Bohrproben aus dem Bereiche des geplanten Donaukraftwerkes Grafenwörth ergaben spärliche Mikrofaunen fraglicher Laaer Schichten. Aufsammlungen aus dem Kartierungsgebiete lieferten Materialen des Älteren und Jüngeren
Schliers. Im Herbst hatte Dr. FUCHS Gelegenheit, die zweite Internationale PlanktonKonferenz in Rom zu besuchen.
6c.
Laboratorium
für
Sedimentpetrographie
(Dr. G. WOLETZ)
Die kartierenden Geologen haben auch im Jahre 1970 wieder Sandsteinproben aus
ihren Aufnahmsgebieten zur Untersuchung gebracht. Durch die Analyse des Schwermineralinhaltes war es fallweise möglich, einen Vergleich mit bereits untersuchten
Schichten vorzunehmen.
Wegen zeitraubender Tätigkeit als Redakteur unserer Publikationen mußte die
Laboratoriumsarbeit sehr eingeschränkt werden.
6d. L a b o r a t o r i u m
für
Palynologie
(I. DRAXLER)
Im Jahre 1970 wurden zahlreiche, als fossilleer geltende Proben aus dem Niederen
Himalaya untersucht. Weiteres Probenmaterial stammte aus der Tauernschieferhülle
sowie aus dem Kupferbergbau Mitterberg. Quartärproben aus der Steiermark, Niederösterreich und dem Burgenland wurden bearbeitet.
6e.
Photogeologie
Keine Meldungen.
6 f/g. T e c h n i s c h e
Arbeiten
Aufbereitete Proben (Mikropaläontologie)
Dünnschliffe 50 X 50 mm (Mikropaläontologie)
Dünnschliffe (Petrographie)
Anschliffe
A 12
1970
1969
1276
303
509
139
1411
82
560
107
6 h.
Zeichenabteilung,
Reproduktion
und
Kartensammlung
(O. BINDER)
Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:
Farbkarten:
Geologisch-geotechnische Karte des Schwechattales — Lindkogelgebietes 1 : 10.000,
Hydrogeologische Karte der Republik Österreich 1 : 1,000.000,
Geologische Karte des Wolfgangseegebietes 1 : 25.000,
Geologische Karte des Gebietes Chah Shirin-Reshm (Iran) dreifarbig,
Geologische Karte der westlichen Deferegger Alpen, Osttirol 1 : 25.000,
Geologische Karte West-Nepal 1 : 253.444 (dreifarbig).
56 Tuschzeichnungen für Vervielfältigungen bzw. Reproduktion,
767 Photokopien auf Dokumentenpapier in den Formaten A 3, A 4,
356 Lichtpausen,
29 Transparentlichtpausen,
58 Dias,
42 Photoaufnahmen und Halbtonvergrößerungen.
Im Rahmen der Erdölabteilung wurden von Fachinsp. J. ZACEK 12 Karten und
Profile gezeichnet, 2 Karten ergänzt und 8 große Profile (Autobahn-Rheintal) montiert.
Dazu kommen noch 22 Lichtpausen und 40 Photoaufnahmen bzw. Verkleinerungen.
An geologischen Karten liefen ein:
14
Österreich
Albanien
6
Belgien
1
15
Deutschland
England
15
Europa allgemein
6
1
Finnland
31
Frankreich
Griechenland
1
Italien
33
Polen
8
Portugal
2
Rumänien
24
Spanien
4
Sowjetunion
118
Ungarn
30
Europa gesamt
4
1
5
34
15
Afrika
Japan
Naher Osten
N-Amerika
S-Amerika
59
368
Gesamtsumme :
309
7.
7a.
Verwaltung
Gebarung
An Einnahmen wurden erzielt:
Verkauf wissenschaftlicher Werke (aus dem Verlag der Geol. B.-A.
1970: S 286.800.23
1969: S 245.655.58
verschiedene Einnahmen:
1970: S 34.556.35
1969: S
24.502.70
A 13
7b.
Vermietungen
2. Juni 1970: Kammermusikabend, veranstaltet von der Direktion der Wiener Festwochen.
Palaiskonzerte, veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Wien:
6., 20. und 30. Juli 1970,
12., 20. und 31. August 1970,
9. September 1970.
1. Oktober 1970: Pressekonferenz und Modeschau des Fachverbandes der Bekleidungsindustrie Österreichs.
7c.
Dienstwagen
Dienstfahrten für geologische Bereisungen :
PKW W 443.495
1970:15.484 km
KFZ W634.028
1970: 15.401km
8. G e o l o g i e
und
8a.
(1969:18.350 km)
(1969: 19.144 km)
Öffentlichkeit
Verlag
Im Eigenverlag der Geologischen Bundesanstalt sind im Jahre 1970 folgende Veröffentlichungen erschienen :
J a h r b u c h der Geologischen Bundesanstalt, B d. 1 1 3/1 9 7 0 (in zwei Heften),
mit 6 Beiträgen; Gesamtumfang 303 Seiten, 38 Abb., 8 Taf., 15 Taf. i. Text, 8 Beilagen,
4 Phototaf. u. 9 Tab.
J a h r b u c h der Geologischen Bundesanstalt, S o n d e r b a n d 1 5/1 9 7 0; mit 7
Beiträgen; Gesamtumfang 96 Seiten, 4 Textfig., 11 Taf., 1 Kt., 5 Prof. u. 24 Diagr.
J a h r b u c h der Geologischen Bundesanstalt, S o n d e r b a n d
ten, 3 Tab., 11 Abb. u. 88 Taf.
1 6/1 9 7 0; 50 Sei-
J a h r b u c h der Geologischen Bundesanstalt, S o n d e r b a n d
ten, 9 Taf. u. 39 Abb.
1 8 / 1 9 7 0; 103 Sei-
V e r h a n d l u n g e n der Geologischen Bundesanstalt, J g . 1 9 7 0 (in fünf Heften), mit zahlreichen Beiträgen; Gesamtumfang 827 Seiten, 109 Abb., 50 Taf. (darunter
Phototaf.) u. 16 Tab.
Verhandlungen
der Geologischen Bundesanstalt —
s e r i e : Heft S a l z b u r g , 2. Aufl., 101 Seiten, 1 Abb. u. 2 Taf.
Hydrogeologische
Karte
der Republik
Bundesländer-
Österreich
1:1,000.000.
G e o l o g i s c h - G e o t e c h n i s c h e K a r t e des
Schwechattal-Lindk o g e l - G e b i e t e s W Baden (Niederösterreich) 1 : 10.000.
E r l ä u t e r u n g e n zur Geologisch-Geotechnischen Karte 1 : 10.000 des S c h w ec h a t t a l - L i n d k o g e l - G e b i e t e s W Baden (Niederösterreich); 58 Seiten, 8
Abb., 2 Tab. u. 2 Taf.
P o s t k a r t e „Geologie von Österreich".
A 14
8b.
Bibliothek
Übersicht über den Bücherzuwachs der Bibliothek:
Einzelwerke:
Signaturen
Bände
762
1480
Periodica:
Signaturen
Bände
7
2995
Gesamtbestand der Bibliothek (Stand vom 31. Dezember 1970):
Einzelwerke:
Signaturen
Bände
41.892
50.184
Periodica:
Signaturen
Bände
2.340
144.723
Im Schriftentausch erhöhte sich die Zahl der Tauschpartner auf 452.
Für den Kurs „Post Graduate Training Center for Geology" wurden 25 Bücher angekauft.
8c.
Museum
(Prof. Dr. R. SIEBER)
An den Material- und Sammlungsbeständen wurde eine Gesamtbestandsprüfung und
eine Ordnungsplanung vorgenommen. Durch die Erwerbung neuer Kasten und Depotstellagen konnten die Typensammlung und neues wissenschaftliches Material besser und
zweckentsprechender aufbewahrt werden. Außer den Neueingängen an Typen wurden
die umfangreichen, mehrfach befragten phytopaläontologischen Typenbestände fast vollständig erfaßt. Die Sammlungsverzeichnisse, Karteien und Inventarisierungen wurden
vervollständigt. Neues Sammlungsmaterial ergab sich zum größten Teil im Zusammenhang mit der Gelände- und Aufnahmetätigkeit. Auch für die Schausammlung konnten
weitere Teile bereitgestellt werden. Die bisher aufgebauten Bestimmungs- und Literaturbehelfe wurden von einem größeren Interessentenkreis in Anspruch genommen. Die
Benützung der Material- und Sammlungsbestände hielt sich im Rahmen der des Vorjahres. Besucher fanden sich aus dem Inland, europäischen Ländern, den USA und
Indien.
Außer der Sammlungstätigkeit konnten fachliche und wissenschaftliche Arbeiten
intensiver betrieben und geplant werden. Fossilbestimmungen und Einstufungen wurden
hauptsächlich zu inländischen Kartierungen und Felduntersuchungen vorgenommen.
Einige größere Bearbeitungen wurden zum Teil unter Mithilfe ausländischer Fachkräfte
fortgeführt oder in Angriff genommen, wobei besonders bisher nicht abgeschlossene
ältere berücksichtigt wurden (Paul, Stäche u. a.). Auch bei den Auslandsarbeiten von
Mitgliedern erfolgten durch Detailbearbeitungen Fortschritte (Himalaya, Trias). Durch
Teilnahme an einigen wissenschaftlichen Veranstaltungen und Exkursionen (Geol.
Wandertagung i. Steiermark, Paratethystagung in Wien) konnten Klärungen in einzelnen
Arbeitsgebieten (Vorarlberg, Kärnten) erzielt werden.
Für Fachinteressenten und Studenten wurden Führungen abgehalten.
9. R e i s e n ,
25.—28. Februar:
Besuche,
Teilnahmen
Jahreshauptversammlung der Geologischen Vereinigung, Kiel.
F. BAUER.
3. März:
Tektonische Karte der Karpatho-Balkanischen Assoziation, Bratislava. O. THIELE.
A 15
17.—22. März:
Generalversammlung der Kommission für die Geologische Karte
der Welt, Paris. A. RUTTNER, C H . EXNER.
13.—16. April:
11. Austauschsitzung im Rahmen des Regierungsabkommens Österreich—CSSR, Prag. A. RUTTNER, S. PREY.
25.—27. Mai:
Fachnormenausschuß Wasserwesen, Arbeitsausschuß II-5, Berlin.
T. GATTINGER.
11.—13. Juni:
Vergleichsexkursion in Mähren im Rahmen des Regierungsabkommens Österreich—CSSR. P. BECK-MANNAGETTA, O. THIELE,
G. FUCHS.
15.—18. Juni
20. 6 . - 2 5 . 8.
13. 8 . - 6 . 10.
50-Jahrfeier des Geologischen Institutes, Warschau. B. PLÖCHINGER.
Erzprospektion Grönland. O. SCHERMANN.
Deep Sea Drilling Project, Leg 13, Forschungsfahrt im Mittelmeer
(D/V G l o m a r C h a l l e n g e r ) . H . STRADNER.
31. 8.—1.9.:
2. Austauschsitzung im Rahmen der Vereinbarung Geologische
Bundesanstalt—Zentralamt für Geologie der VR Ungarn, Wien.
19.—27. September: Symposium über orogene Phasen im alpinen Europa, Brestovacka
23. 9 . - 7 . 10.:
28.9.—1. 10.:
3.—10. Oktober:
Banja (Jugoslavien). N . ANDERLE, S. PREY.
2. Planctonic Conference, Rom. W. FUCHS, R. OBERHAUSER.
VII. Kongreß der Geologen der SFRJ, Zagreb. N . ANDERLE.
122. Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft,
Tübingen. A. RUTTNER.
16.—21. November: Konferenz der tschechoslowakischen tektonischen Kommission,
Smolenice. P. BECK-MANNAGETTA, S. PREY.
10.
Personalvertretung
(Dr. P. BECK-MANNAGETTA, Obmann)
Im abgelaufenen Jahre 1970 wurden folgende Anträge (Ant.), Anfragen (Anf.) und
Sonstiges (So.) für Internes (I) oder Externes (E) (außerhalb der Geologischen Bundesanstalt) erledigt (eri.), teilweise erledigt (teil.), nicht erledigt (n. eri.), zurückgestellt (Z.)
oder abgelehnt (ab.) :
Tabelle
Annt. -f~ Annf.
28
So.
2
E.
26
19 70
eri. -f- teil.
22
n. eri.
11
Z.
2
ab.
6
Die Einteilung der Akte in dieses Schema läßt mehrere verschiedene Zuordnungen zu,
wobei vor allem auch nicht erledigte Agenden der Vorjahre einbezogen sind. Es fanden
drei Sitzungen der Personalvertretung statt, in denen alle Beschlüsse einstimmig gefaßt
wurden. An den Sitzungen nahm jedesmal der Dienststellenleiter, Herr Direktor Dr.
A. W. RUTTNER teil, weshalb viele Anliegen so in bestem Einvernehmen rasch erledigt
werden konnten.
Der Obmann nahm an der öffentlichen Arbeitstagung des gemeinsamen Dienststellenausschusses des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst und des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung teil.
A 16
11. V e r s t o r b e n e G e o l o g e n , M i t a r b e i t e r u n d
geologischen
Arbeitskreises
Förderer
des
FELIX MACHATSCHKI, Dr. phil., Professor, geboren 22. Juli 1895 in Arnfels, gestorben
am 17. Februar 1970 in Wien.
HANS LACKENSCHWAIGER *), Dipl.-Ing., gestorben am 5. April 1970 in Leoben.
ERNST C. KRAUS, Dr. phil., Professor, geboren 10. Juli 1889 in Freising Obb., gestorben
am 23. Juni 1970 in München.
EMIL TSCHERNIG"), Dr. mont., Dipl.-Ing., Bergrat, geboren 10. April 1896 in Bleiberg,
gestorben am 5. Juli 1970 in Klagenfurt.
WOLFGANG FRITSCH, Dr. phil., Dozent, geboren 2. Oktober 1928 in Kühweg bei Hermagor, gestorben am 31. Juli 1970 in Hüttenberg.
LEOPOLD KOBER, Dr. phil., Professor, geboren 21. September 1883 in Pfaffstätten, gestorben am 6. September 1970 in Hallstatt.
RUDOLF OSTADAL*). Archivar, geboren l . M a i 1897 in Römerstadt, Nordmähren, gestorben am 16. Oktober 1970 in Gmünd.
GÜNTER SIEVERS, Bergrat, geboren 17. April 1910 in Leipzig, gestorben am 4. November 1970 in Wien.
LEOPOLD W. KÖLBL, Dr. phil., Professor, geboren 26. März 1895 in Wien, gestorben am
25. Dezember 1970 in Wien.
*) Korrespondenten der Geologischen Bundesanstalt.
A 2 Verhandlungen 1971
A 17
^
Geologische Karte 1:50 0 0 0 , Kartierung weitgehend
fortgeschritten
[...'.* ^j Geologische Karte 1:200 0 0 0 , vor der Drucklegung
Geologische Kartierung mit Nummer des
Aufnahmsberichtes
if
Übersichtsbegehungen für die Karte 1:200000
mit Nummer des Aufnahmsberichtes
if
3^
V
Abb. 1. Aufnahmstätigkeit
Verrechnete Geländeaufnahmstage
1970
1969
Geologen der Geologischen Bundesanstalt
Auswärtige Mitarbeiter
1205
306
1169
338
A18
2«
der Geologìsdien Bundesanstalt.
A 2*
A 19
Zweiter Teil: Aufnahmsberichte der Geologen
Die Nummern der Arbeitsberichte beziehen sich auf die beigefügte Übersichtskarte
und auf Abschnitt 4 im Direktionsbericht (S. A 6).
1.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf Blatt Arnoldstein (200) und
Villach (201)
Von NIKOLAUS ANDERLE
Im Sommer 1970 wurden die Monate Juni bis September für geologische Begehungen
auf den Blättern 200 und 201 verwendet. Die Begehungen konzentrierten sich vorwiegend auf den Bereich der Westkarawanken zwischen Rosenbach und Feistritz im Gailtal.
Da meine bisherigen Aufnahmsergebnisse im Altpalaeozoikum der Westkarawanken
keine sichere stratigraphische Prognose der sehr reichhaltig vertretenen Schichtglieder
zugelassen haben und die Profilsdeutungen der Westkarawanken vorwiegend nach
lithologischen Gesichtspunkten erfolgt sind, wurde angeregt, in einigen gut aufgeschlossenen Profilen der Westkarawanken eine Conodonten-Untersuchung vorzunehmen. In
diesem Zusammenhang wurden zu Beginn der Aufnahmstätigkeit 3 Exkursionen gemeinsam mit Herrn Univ.-Prof. Dr. FLÜGEL und Herrn Dr. SCHÖNLAUB (Universität Graz)
in den Westkarawanken durchgeführt. Aus diesem Anlaß wurde der Feistritz-Graben
südlich Finkenstin, dann der Korpitsch-Graben und der Klaus-Graben östlich des Gailitzdurchbruches begangen. Von den beiden erst genannten Gräben wurden für die Conodoten-Untersuchung entsprechende Gesteinsproben durch Dr. SCHÖNLAUB entnommen.
Die Ergebnisse der Condonten-Untersuchung haben gezeigt, daß man die meisten
im Feistritz-Graben und im Korpitsch-Graben aufgeschlossenen Schichtglieder des
Altpalaeozoikums recht gut stratigraphisch einzustufen in der Lage ist. Die Detailergebnisse der durchgeführten Condonten-Untersuchungen liegen bereits vor und werden in den Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt in einem eigenen von
Dr. SCHÖNLAUB verfaßten Bericht veröffentlicht.
Die Untersuchungen haben gezeigt, daß die von mir bisher ins Silur gestellten roten
und gelben Flaserkalke ins Unter-Devon zu stellen sind. Außerdem konnten an verschiedenen Stellen Graptolithenbänder und Kieselschiefer festgestellt werden, so daß
in den Westkarawanken auch die Schiefer-Lydit-Fazies vertreten ist. Dann konnte
ober der Grabenverzweigung des Feistritz-Grabens südlich des Punktes 800 Ordovizium
in der Form von phyllitischen grüngrauen Schiefern, Tonflaserkalken, schwarzen Siltsteinen mit Pyritkugeln, Kalksandsteinen, laminierten Sandsteinen festgestellt werden.
Diese Feststellung liefert uns den Hinweis, daß im Bau der Westkarawanken ähnlich
wie in den Karnischen Alpen auch kaledonische Bauelemente vorhanden sind. Weitere
Parallelisierungen mit ähnlichen Profilen in den Karnischen Alpen werden zeigen, ob
das im Feistritz-Graben erkannte Profil Ordovizium, Ordovizium/Silur-Grenzbereich
und Silur (SCHÖNLAUB) ein geschlossenes Profil darstellt oder ob auch Schichtlücken
vorhanden sind, die kaledonische Bewegungsphasen auch im Bereich der Westkarawanken erkennen lassen würden.
Im Zusammenhang mit den neuen Erkenntnissen über die stratigraphische Beurteilung der palaeozoischen Schichtglieder habe ich im Bereich der Westkarawanken innerhalb des auf den Blättern Arnoldstein und Villach aufscheinenden Gebietes ergänzende
Begehungen durchgeführt, die den Zweck hatten, die in den entworfenen Profilen und
in den Aufnahmskarten 1 : 25.000 festgehaltenen Ausscheidungen zu überprüfen und
A 20
stratigraphisch einzustufen. Dabei konnten auch im Gebiet des Großen Mittagskogel,
des Mallestiger Mittagskogels, des Wurzenpasses und im Gebiet des zwischen Gailitzdurchbruch und der Göriacher-Alm gelegenen Anteiles der östlichen Karnischen Alpen
neu angelegte Güterwege begangen werden, durch welche eine Anzahl von neuen Aufschlüssen freigelegt wurden und die mir daher wertvolle Ergänzungen gegenüber den
bisherigen Aufnahmsergebnissen ermöglicht haben. In diesem Zusammenhang konnte
die beim IL Symposium über die Geologie der Karawanken in Ljubljana am 23. Mai
1969 von Prof. Dr. ANTON RAMOVS an mich gestellte Frage, ob die auf der jugoslawischen Seite östlich des Wurzenpasses vorhandenen Auernigschichten auch auf das
österreichische Gebiet übergreifen, tatsächlich bestätigt werden. Es wurden auf dem auf
der österreichischen Seite an der Ostseite des Wurzenpasses neu angelegten Güterweg
an der nahe der jugoslawischen Grenze gelegenen Kehre Tonschiefer mit geringmächtigen Sandsteineinlagerungen festgestellt, die nach der Meinung von Dr. SCHÖNLAUB mit
den Auernigschichten verglichen werden können. Diese Frage wird noch weiter verfolgt werden.
Auf Grund der im Sommer 1970 erfolgten Eröffnung der Autobahn zwischen Wernberg und Pörtschach wurden auch die durch den Bau der Autobahn freigelegten Aufschlüsse besichtigt. Ebenso entwickelt sich im Zusammenhang mit der im Bau befindlichen
Draukraftwerksstufe Rosegg in der Umgebung von Rosegg eine Großbaustelle, die
größere Entwaldungen und Erdbewegungen nach sich gezogen hat, wodurch in diesem
Raum eine Reihe von neuen Aufschlüssen freigelegt wurden, so daß auch in diesem
Gebiet ergänzende Begehungen notwendig geworden sind. Da die Arbeiten der Großbaustelle Rosegg in diesem Gebiet noch im Gange sind, werden die Begehungen während
der Aufnahmsperiode 1971 fortgesetzt werden.
2.
Aufnahmsbericht 1970 über die Kartierung auf Blatt Mariazell (72)
Von FRANZ K. BAUER
Die Kartierungsarbeiten wurden im Bereich der ötschergräben begonnen, die tektonisch gesehen in der Ötscher-Decke liegen. Die wesentlichen stratigraphischen Schichtglieder dieses Gebietes sind Wettersteindolomit, Reiflinger Kalk, Hauptdolomit und
Dachsteinkalk.
Die tiefsten Teile der Trias, die W e r f e n e r S c h i c h t e n einschließlich Haselgebirge, kommen in der Umrandung der Wettersteindolomitmasse vor, z. B. N Mitterbach, bei Wienerbruck—Reith und im Bereich Erlaufboden. In den ötschergräben gibt
es zwei von unten heraufgepreßte Schollen von Haselgebirge mit Gips.
Der G u t e n s t e i n e r K a l k , teils als Dolomit ausgebildet, wurde südlich Erlaufboden kartiert (Teufelsriedel, nördliche Erlaufklamm) und ist nach A. TOLLMANN zur
Sulzbachdecke zu rechnen.
Im W e t t e r s t e i n d o l o m i t , in den die ötschergräben eingeschnitten sind,
lassen sich verschiedene fazielle Entwicklungen beobachten. Im südlichen Teil (z. B.
Erlaufklause—WH Stöckl) ist in den grauen Dolomiten keinerlei Bankung oder Schichtung zu erkennen. Häufig sind kleine Hohlräume, in denen kleine Calcitkriställchen
gewachsen sind. Im Graben der Erlauf (Hintere Tormäuer) sind die Dolomite gebankt
und man findet häufig Einschaltungen von Stromatolithen. Hier ist sehr deutlich eine
Lagunenfazies gegeben. Es ist wahrscheinlich, daß die südlichen ungebankten Dolomite
zumindest teilweise eine Riffschuttfazies darstellen. Es finden sich aber leider weder
Biogene noch Gefügemerkmale, die einwandfrei auf Riffschuttfazies hinweisen würden. Durch die Dolomitisierung sind die Strukturen zu stark zerstört worden.
A 21
Von Wienerbruck bis zum Lassingfall gibt es einen Obergangsbereich Wettersteindolomit—Reiflinger Kalk. Die Dolomite sind etwas dunkler und enthalten häufig
dunklen Hornstein. Außerdem kommen dunkle, gebankte Kalke vor, die mit dem
Dolomit verzahnen.
Die R e i f l i n g e r K a l k e liegen östlich randlich zum Wettersteindolomit und
ziehen von Wienerbruck nach Süden über den Josefsberg. Die Kalke sind dunkelgrau.
Sie sind gebankt mit zum Teil ebenflächigen und zum Teil knolligen Schichtflächen.
Auch bis fingerdicke Röhrchen in der Art der Wurstlkalke wurden gefunden.
Die L u n z e r S c h i c h t e n sind sehr geringmächtig, wodurch die Abgrenzung
Wettersteindolomit-Hauptdolomit sehr erschwert wird. Teilweise ist diese Grenze
gestört, so daß Lunzer Schichten überhaupt fehlen. Die jedoch immer wieder zu findenden festen Lunzer Sandsteine markieren diese stratigraphische Grenze recht gut.
Der H a u p t d o l o m i t ist deutlich dunkler als der Wettersteindolomit, er ist grau
bis rötlichgrau gefärbt und dünnbankig. Über ihm folgt der D a c h s t e i n k a l k der
Gemeindealpe bzw. des ötschers ohne scharfe Grenze. Während die Kalke des ötschers
mächtiger und deutlich gebankt sind, haben die Kalke der Gemeindealpe geringere
Mächtigkeit. Es handelt sich in beiden Fällen um Kalke der Lagunenfazies, doch die
unterschiedliche Ausbildung und vor allem die Mächtigkeitsunterschiede sind augenfällig.
T e k t o n i s c h gesehen bildet das Gebiet der ötscherdecke im Bereich ötscher—
Gemeindealpe eine flache Antiklinale, wie aus dem flachen Nordfallen südlich Erlaufboden und dem flachen Südfallen im Gebiet der Gemeindealpe hervorgeht.
Tektonisch kompliziert ist der Nordrand der ötscherdecke. Südlich Erlaufboden ist
in einem westlichen Seitengraben die Nordrand-Störung der ötscherdecke sehr gut aufgeschlossen. Werfener Schichten und Gutensteiner Kalk sind in dieser Bewegungsbahn
zu einem Gesteinsgemisch zerrieben worden. Die Bewegungsfläche fällt mittelsteil nach
Süden ein. Vor dieser Störung liegen zerteilte Schollen von Gutensteiner Kalk mit
auflagernden Werfener Schichten, die nach A. TOLLMANN zur Sulzbachdecke gehören.
Nach A. TOLLMANN gehören die Werfener Schichten noch zur ötscherdecke. Der erwähnten markanten Störung nach zu schließen, wären sie jedoch bereits zur Sulzbachdecke
zu rechnen.
3.
Bericht 1970 zur Kartierung des Ostkarawanken-Südstammes (213/1, 212/2)
Von FRANZ K. BAUER
Die Kartierungsarbeiten erfaßten in diesem Sommer ein Gebiet, das von der Staatsgrenze im Osten (Uschowa) bis zum Obojnik-Graben reichte. Dieser Triasstreifen, der
im Norden vom Eisenkappier und im Süden vom Seeberg-Paläozoikum begrenzt ist,
hat eine wechselnde Breite von etwa 1000 bis maximal 2000 m. Die Faziesgegensätze
zur Trias des Nordstammes (Obir—Petzen) sind sehr deutlich.
Die Schichtfolge beginnt mit den W e r f e n e r S c h i c h t e n , die im Gegensatz
zur Entwicklung im Nordstamm vorwiegend kalkig ausgebildet sind. Sehr gute Aufschlüsse findet man im Vellachtal südlich Eisenkappel und an der Andreasstraße westlich
St. Margarethen im Remschenig-Graben. Besonders die letztgenannte Straße schließt ein
vollständiges Profil auf, das ca. 230 m mächtig ist.
Es beginnt mit dunklen, teilweise gebankten Dolomiten, die etwa 50 m mächtig
sind. Es folgt eine Kalkserie mit einer Mächtigkeit von 150 bis 170 m. Der untere Teil
A 22
dieser Kalke besteht aus grauen gebankten Kalken mit siltitischer Korngröße, die ab
30 m Mächtigkeit in zunehmendem Maße Biogene, Rundkörperchen und Oolithlagen
enthalten. Ein Horizont mit kleinen Gastropoden (Gastropodenoolith) tritt im Profil
bei etwa 130 m auf. Über diesem folgen eine Reihe von Oolithlagen mit Biogenen
(Muschelschälchen, Gastropoden), die rot gefärbt sind und zu den charakteristischen
Gesteinen der Werfener Schichten gehören. Der oberste Teil (170 bis 220 m) besteht
aus roten Schiefern mit einzelnen Kalkzwischenlagen. Den Abschluß des Profils bilden
wieder Kalke, die wahrscheinlich zum Muschelkalk überleiten.
Wie die Werfener Schichten tritt auch der M u s c h e l k a l k nur in einzelnen
Schollen auf. Zwischen Vellachtal und Staatsgrenze wurde kein Muschelkalk gefunden.
Dieser kommt im Bereich des Obojnik-Grabens gut aufgeschlossen vor. Das Profil an
der Straße beginnt im Norden mit dunklen, schlecht gebankten Dolomiten. Es folgt
gegen Süden eine Scholle von dunklen Kalken, über der hellgraue Kalke liegen. Diese
sind von einer Störung begrenzt. In dieser Störungszone liegen Konglomerate mit Tuffen
an der Basis. Rote Schiefer und Sandsteine, vermutlich Perm, wurden hochgeschuppt.
Über diesen permischen Gesteinen liegen zwei einige Meter mächtige Konglomerathorizonte, die von roten und grünen Schiefern getrennt sind. Auch über dem zweiten
Konglomerathorizont folgen rote und graue Schiefer. Darüber folgt eine Serie von
Knollenkalken, welche zwei geringmächtige Lagen von Tuffen enthalten, östlich des
Obojnik-Grabens (S des Gehöftes Obojnik) kommen auch dunkle, geschichtete Mergel
vor. Hier ist auch ein stockartig auftretender Vulkanit aufgeschlossen.
Der W e t t e r s t e i n d o l o m i t
ist mit wechselnder Breite von westlich der
Uschowa bis zur Koschutta durdizuverfolgen. Eine genauere Faziesanalyse ist infolge
der Dolomitisierung des Gesteins erschwert, doch ergeben sich einwandfrei Hinweise
auf Riffschutt-Fazies und Lagunenfazies. Z. B. findet man im Vellachtal am Nordrand
des Dolomites Gesteine mit Großoolithgefüge, die auch runde weiße Flecken enthalten,
bei denen es sich wahrscheinlich um ehemalige Schwämme oder Korallen handelt. Am
deutlichsten sind Gesteine der Riffschutt-Fazies N des Cimpasers, wo das Großoolithgefüge und die riffbildenden Biogene infolge der mehr kalkigen Ausbildung besser
erhalten sind. Der Cimpaser besteht aus dieser Riffschutt-Fazies, während der südliche
Teil von der Lagunenfazies, die von hier nach W zum Strugl-Berg und nach E zum
Vellachtal zieht, aufgebaut wird. Diese Lagunenfazies besteht aus dunklen 1 bis 2 dm
dick gebankten, dunklen Dolomiten mit dunklen Hornsteinlagen. Der Gehalt an Hornstein wechselt, er verliert sich vom Strugl-Berg in Richtung Trögener Klamm.
Der D a c h s t e i n k a l k , die Uschowa aufbauend, ist durch eine NNE-SSWverlaufende Störung vom Wettersteindolomit abgetrennt. Raibler Schichten wurden
keine gefunden. Die Gliederung der Uschowa in eine gebankte Kalkfazies mit Strojmatolithen und in eine ungebankte Riffschutt-Fazies ist bereits morphologisch sehr
deutlich. Man hat einen etwa zentralen Bereich von Riffschutt-Fazies, welcher den
Gipfelbereich und die Sucha-Felsen aufbaut, mit dieser Fazies verzahnt im Norden
und Westen die gebankte Lagunenfazies, in der man auch Megalodonten findet.
D e r t e k t o n i s c h e B a u : Die Grenzen im Norden und Süden des Triaszuges
sind stark gestört. Im Süden grenzt fast ausschließlich der Wettersteindolomit an das
Seeberg-Paläozoikum. Man muß annehmen, daß Werfener Schichten und Muschelkalk
hier der großen Störung zum Opfer gefallen sind. Im Vellachtal liegt in dieser Störungslinie vermutlich eine kleine Scholle von Werfener Schichten, die sehr steil Nord
fällt.
Der Wettersteindolomit bildet einen festen, sehr massiven Block, welcher der tektonischen Beanspruchung am besten widerstehen konnte. Dieser Block ist durch eine Reihe
von Störungen in mehrere Teilblöcke zerfallen.
A 23
Am Nordrand des Dolomites liegen Schollen von Muschelkalk und Werfener Schichten. Im Obojnik-Graben zeigt der Muschelkalk eine komplizierte Tektonik, er ist durch
eine Reihe von Brüchen stark zerstückelt worden. Da über dem Muschelkalk der Wettersteindolomit liegt, ist hier ein stratigraphischer Zusammenhang gegeben. Solche Zusammenhänge sind nur mehr selten zu finden.
Im Vellachtal und nördlich St. Leonhard grenzen die Werfener Schichten direkt an
den Wettersteindolomit.
Die Werfener Schichten zeigen an der Andreasstraße östlich St. Margarethen einen
gut erkennbaren Muldenbau, dessen Achse E—W streicht und flach nach W einfällt. In
diesem Profil folgen südlich Grödener Sandsteine, die eine Antiklinale bilden, die auch
weiter südlich von den Werfener Schichten überlagert werden. Letztere grenzen an einer
tektonischen Linie an den Wettersteindolomit. In diesen Gesteinen des Perm und Skyth
sind noch Mulden und Sattelstrukturen erhalten. Meist findet man nur mehr Einzelschollen und Schuppen.
Zum Teil grenzt der Wettersteindolomit auch im Norden direkt an das Paläozoikum.
Im Trögener Bach ist diese Störung sehr gut aufgeschlossen. In ihr liegen sehr stark
zerquetschte Reste von roten Schiefern und Sandsteinen mit kleinen tektonisch eingespießten Schollen von dunklem Kalk.
4.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Wolfsberg (188) und Deutschlandsberg (189)
Von PETER BECK-MANNAGETTA
Wolfsberg (188)
Die Aufnahmen auf Blatt Wolfsberg wurden auf zwei Abschnitten durchgeführt:
Im Waldensteinergraben S Preitengegg bis zum Rücken im S, von E Theißenegg bis
zum Sattel SE des Zarflkogels; im E wurde der fehlende Raum zwischen Packer Stausee—Modriach—Modriachwinkel—Schrogentor aufgenommen. Weiters waren Begehungen und Erkundungen für die geplante geologische Arbeitstagung der Geologischen
Bundesanstalt 1971 im Lavanttal notwendig.
Kristallin
Die Marmorzüge (mit Pegmatit), fast ohne Amphibolitlagen, N — N E Decklmühle
tauchen gegen N und S unter die hangenden Gneis-Glimmerschiefer unter. Im Knauderbach tritt eine N-S-streichende Gneis-Glimmerschieferzone auf, die + mittelsteil gegen
W einfällt. W der Brücke, K. 892, erscheinen in den Felsen in ca. 980 bis 1010 m
Gneisquarzite (Ruine), die im S und W von Marmorlagen begrenzt sind. Eine E-Wverlaufende Störung, die im Knauderbach in ca. 850 m (N K. 892) aufgeschlossen ist,
dürfte dieses Vorkommen im N abschneiden. Weiter südwärts sind den Gneis-Glimmerschiefern vielfach + große Marmorlinsen und -züge mit Begleitgesteinen bis SE Maxelebauer (recte: Marxelebauer) eingelagert, die den Knauderbach nicht gegen SE überschreiten.
E-SE Decklmühle findet man in den venoiden Gneisen bis ca. 1100 m, S Tommelebauer, Marmorlagen eingeschaltet. Weiter S, SE Fuchs, treten Gneisquarzite mit Turmalinpegmatit auf, die eine NE-gerichtete Streckung aufweisen. Alte Glimmerschürfe
findet man N E K. 1220 in 1170 m (Pachatzgrube) und weiter N E in ca. 1120 m, W des
Grösselsimonbaches. Eine eigene Schar von Marmorlinsen zieht SW Jovemkogel —
N und S des J. H . Zarfl bis zur Hube, N E K. 1190, die von Quarziten und GranatA24
glimmerschiefern begleitet wird. SW der K. 1199 gelang es, einen mehrere cm großen
Beryll-Kristall zu finden. An mehreren Stellen (bei Steiner, auf dem Rücken S K. 1223,
im Waldensteinergraben und S K. 950, S J. H. Zarfl um den Zarflkogel nehmen die
venoiden Gneis-Glimmerschiefer den Charakter der zentralen Gneisquarzite an. Isoliert
tritt SW Füßl in ca. 970 m, N des Waldensteinergrabens und N W K. 950 in ca. 970 m
Marmor auf. WSW vom Zarflkogel, N vom Rücken in 1370 m erscheint ein eigenartiger feinkörniger heller Schiefergneis mit einem hohen Orthitgehalt; allenthalben sind
Gneise nach dem Dünnschliffbild als „Granat-Glimmerschiefer" zu bezeichnen. An der
Straße N E Kaltstuben konnten auf dem Rücken die altbekannten Marmorzüge verfolgt werden.
Im Räume von Modriach galt es vor allem, die Verbreitung der (Disthen-Staurolith-)
Granat-Glimmerschiefer des Großofenrückens gegen E zu fixieren. Diese Gesteine
weichen gegen E zum Herzogberg einer breiten Zone venoider Gneis-Glimmerschiefer;
gegen den Modriach- und Modriachwinkelbach gehen sie in „Hirscheggergneis"-ähnliche Typen über. S und SW Krammer liegt eine stark pegmatitisch durchtränkte Zone
vor, die gegen W ca. ab 1150 m von Granat-Glimmerschiefer abgelöst wird. SE K. 1118,
E vom Graben in ca. 1090 m befindet sich ein isoliertes Marmorvorkommen, das vor
Jahrzehnten für Brandkalk abgebaut wurde. Am Packerbach in 980 m ist im Hirscheggergneis eine flach gegen N (6° bis 16°) fallende Lineation zu erkennen. An anderen
Stellen, z . B . W Ritz oder in der Felsgruppe N ödenschanz (K. 1187), treten statt
E-W-verlaufender Streckungsachsen SW-fallende Lineationen auf. E und SE ödenschanz
gegen Modriachwinkel zu erscheinen als Granat-Glimmerschiefer zu bezeichnende
Gesteine häufiger. E Scheerhans im Graben W Walchbauer ziehen Granat-Glimmerschiefer bis ca. 1000 m herunter. Amphibolite sind außer E Scheerhans in 1080 bis
1060 m (O. HOMANN 1962), W. ödenschanz in ca. 1200 m, SW K. 1216 in 1340 m, SSE
Haserwend in 920 m in geringmächtigen Lagen aufzufinden.
Tertiär
Die Preitenegger Schotter reichen im Graberl SW Rafling nicht bis zum Auerlinggraben nach S herab. N Veitlbauer, S Preitenegg, ragt ein breiter Streifen anstehender
Gesteine aus dem Preitenegger Schotter heraus. Das Graberl W Veitlbauer quert ab
980 m bis ca. 840 m anstehendes Gestein; weiter gegen E reichen diese Schotter am
Waldrand E Rechenschuster, N des Waldensteinergraben, bis ca. 960 m herab; S Füßl
und die Höhe zwischen Füßl und Masser ragt mit Felsen aus dem Preitenegger Schotter
heraus, der S Masser, E K. 950, den Waldensteinergraben zumindest mit verschleppten
Gerollen erreichen dürfte. Seine Ausdehnung weiter ostwärts dürfte sehr eingeschränkt
sein.
Quartär
S des Packer Stausees über Modriach gegen SE erreichen die hangverdeckenden
Schuttbildungen derartige Ausdehnungen, daß sie nur an Steilrändern und tiefen Grabeneinschnitten unterbrochen werden. Der ganze Raum Stausee—Hofbauer—Geidl bleibt
ohne Aufschluß. Dennoch besitzen die Hänge und Rücken dieses Gebietes eine gegen
die tieferen Lagen zu deutlicher werdende Terrassengliederung, die durch den Ackerbau
zwar beont wird, auf der neuen topographischen Karte 188, 1 : 50.000, jedoch gar nicht
zum Ausdruck kommt. Eine solche mächtige Schuttansammlung ist W Schmied gegen
N zum Modriachbach zu zu verfolgen. Noch eindrucksvoller sind die Schuttmassen im
Graben N Hofbauerveitl, die in ca. 980 m die Formen gerundeter Geschiebe annehmen.
A 25
Deutschlandsberg (189)
Auf der Sektion Schwanberg (189/3) wurde das Gebiet N der Sulm, N W des Salzgerkogels bis Thaisl, und der Rücken von St. Wolfgang gegen N W bis Hiaslbauer K. 843
aufgenommen.
Kristallin
W des Salzgerkogel weicht der „Schwanberger"- = Knotengneis gegen die Sulm zu
den zentralen Gneisquarziten und Gneisglimmerschiefern. Die Streckung ist vorwiegend
gegen ESE gerichtet. Manchmal sind dünne Marmorbänder den Gneisen eingeschaltet:
In der Sulm, E K. 609; N Grabenjosl in 780 m, S Gregormichl in 890 m. Am Flußknie
N K. 700 weichen die Gneisquarzite einem Plattengneis, dessen Lineation 60 bis 90°
gegen SSE einfällt und gegen N , SE Thaisl, seine Fortsetzung besitzt (N-S-Störung?!).
N Grabenkasper treten mächtige Pegmatite auf; W Kasperl zur Sulm zu zeigen sich
vereinzelt Eklogit-Amphibolite.
Der Kristallinsporn N W Hollenegg baut sich im E aus Granat-Glimmerschiefer auf,
dem scharfbegrenzte pegmatoide Lagen (z.B. N W K. 460 in 510 m) konkordant eingelagert sind. Diese metamorphe Serie geht gegen W im Streichen in venoide GneisGlimmerschiefer über. Verhältnismäßig klar ist die Grenze zu den Knoten- = Schwanberger Gneisen im Liegenden. Hiedurch ist es möglich, vertikale Bruchverstellungen des
Kristallinrückens festzustellen. Eine solche Störung zieht von Strohmaier, N Neuberg,
in den Einschnitt E W. H . Meßnerbauer herein, ohne gegen S in die Tertiärschichten
einzugreifen. W Neuberg zieht ein mächtiger, geschlossener Amphibolitzug gegen NW,
der S K. 609 durch eine N-S-Störung abgeschnitten wird, die sich gegen N zum Meßnerbauer verliert und gegen S nicht in das Tertiär eingreift. Weiter W, N K. 504, setzt sich
der Amphibolit gegen W fort und verschwindet unter dem Tertiär. ENE Neuberg, an
der Straße in ca. 460 m, ist dem Schwanbergergneis eine dünne Kalksilikatlage eingelagert. Ein Zug von Amphiboliten (Eklogit-Amphiboliten?) läßt sich W Hiaslbauer—
N K. 670, E K. 590 in Linsen N E des Stullneggerbaches verfolgen, der sich (vermutlich
derselbe) W des Baches, SW R. Ahnherrenschloß und als „Insel" im Tertiär N E K. 688
in 640 m, fortsetzt.
Tertiär
Die Abgrenzung des Schwanberger Blockschuttes ist teilweise schwierig zu ziehen,
da diese Blöcke über die Abhänge zur Sulm nach S verschleppt sind und so bis in den
Fluß hineingelangen. Die östlichste Schotterzunge reicht W W. H . Straßenhohl bis 800 m
ins Graberl herab; S Koch reicht eine Zunge über Speer bis ca. 740 m nach S. Um Koch
ist eine Insel Anstehendes verbreitet. Isoliert liegt ein Tertiärrest um Jakoblipp; weiter
W liegt ein größerer Tertiärlappen abgetrennt. S Gregormichl—Kasperl—N K. 940
zieht die Grenze des geschlossenen Tertiärbereiches weiter westwärts, um N W K. 940
nach N zum Zach (K. 955) zurückzuspringen; gegen N W zieht sie S Thaisl zum Thorwartl weiter.
S Deutschlandsberg verläuft die Tertiärgrenze von der Kapelle in 430 m, SE T. P. 493,
südwärts und reicht E Rotschädl bis ca. 520 m herauf; biegt gegen E um, um den
Kristallinsporn N W Patrizi in ca. 420 m zu ummanteln. W Patrizi gegen SW weiterziehend bildet sie bei Neuberg eine Bucht, die SW K. 472 gegen WNW, N K. 504,
hinaufzieht. Um den Amphibolit N W K. 504 macht die Grenze wieder einen Bogen
nach N , um gegen Gregorhansl gegen N heraufzuziehen. Weiter W reicht sie bis Pötz
herunter und zieht N Pötz bis ca. 640 m herauf. Gegen W reicht sie zum Grabenleonhart herunter und reicht nordwärts zur K. 716 bis fast 690 m herauf; E Hainzl
biegt sie südwärts zum Stullneggerbach. W des Baches ist die Grenze S K. 502 am
A 26
Hang schwer verfolgbar; aber ab 540 m im Bach zieht sie S Müllersimi, S K. 725, weiter.
Völlig getrennt ragt bei K. 400, W. H. Stegweber (Steinbruch), eine Rippe GranatGlimmerschiefer mit einzelnen Pegmatitlagen aus dem Tertiär heraus (G. HIESSLEITNER
1926). Diese Aufragung stellt das Ostende des Kristallinspornes des Schöglberges dar.
Quartär
Als quartäre Erscheinungen sind N der Schwarzen Sulm die Hanggleitungen (Rutschungen) zu betrachten, die teilweise zusammen mit tertiären Blockschottern absackten.
Die bedeutendste derartige Gleitmasse liegt E Grabenanderl (K. 714), die sich von der
Sulm (in ca. 640 m) bis über 800 m, W Jakoblipp, ausdehnt und aus der versumpften
Mulde S Gregormichl stammt. Wesentlich geringere Masse besitzen weiter westlich
anschließende Schuttmassen.
E St. Wolfgang, E Rotschädl, besteht ein altes Rutschgebiet gegen N und N E zum
Tertiärrand zu.
5.
Bericht über die geologischen Aufnahmen auf Blatt Ottenschlag (36)
Von FRANZ BOROVICZÉNY
Anschließend an das Blatt Zwettl (19) wurde nach Süden bis in den Raum Ottenschlag kartiert. In diesem Gebiet sind folgende Gesteinseinheiten aufgeschlossen. Im
Westen bis zur Linie Kleinnondorf—Dietmans—Hummelberg liegt der Weinsberger
Granitpluton. östlich dieser nahezu N-S streichenden Linie schließt sich die in sich
morphologisch nur schwach gegliederte Hochfläche des Bereiches der Wasserscheide
zwischen Kamp- und Kremstal an. Unter der tiefgründigen Verwitterungsscharte
liegen Cordieritgneise, die an den wenigen Aufschlüssen zu beobachten sind. Westlich
Holzschlag ist das Gebiet morphologisch stärker gegliedert, so daß auch die Aufschlußverhältnisse besser sind. Die NNE-SSW verlaufende Grenze Cordieritgneis (Paragneis,
Monotone Serie) und Dobragneis ist gut zu verfolgen an der Linie Moniholz—Kreuzbühel—Grafée Mühle—Spilleithen—Pleßberg. östlich Ottenschlag und im Bereich des
Teichmmanser Waldes ist stellenweise eine Feldspatung der Cordirietgneise im Kontaktbereich zum Dobragneis zu beobachten. Südlich Großreinprechts, in Richtung Heitzles—
Purk, liegt die „Bunte Serie" in einer Mulde im Dobragneis auf. Es sind hier Paragneise, die im Liegendbereich zum Teil feldspatreich sind, aufgeschlossen. Darüber liegen
die Marmor- und Amphibolitlagen, die in der Gegend von Purk größere Mächtigkeit
erlangen.
6.
Bericht über die geologischen Aufnahmen auf Blatt Partenen (169) und
Mathon (170) im Jahre 1970
Von FRANZ BOROVICZÉNY
Es wurde im Raum östlich Gaschurn, in dem südlich an die geologische Karte Blatt
Stuben anschließenden Gebiet kartiert. In der Verbella-Alm stehen Amphibolite und
Hornblendegneise an. Südlich der Verbella-Alm (1 km) ist ein Glimmerschieferzug
aufgeschlossen, der von Tafamunt—Wiegensee in Richtung Zeinisspitz streicht und
nach Norden einfallt. Südlich dieser Glimmerschiefer sind wieder vorwiegend Amphibolite und Hornblendegneise, in denen Paragneise eingeschaltet sind, zu beobachten.
Am besten sind diese Gesteine in den „Schrofen" südlich Wiegensee aufgeschlossen. Die
Hänge südlich Ganiefer werden von Augengneisen aufgebaut, in denen stellenweise
A 27
basische Einschlüsse zu beobachten sind. Im Raum Gibau-Alm stehen bis ca. 2000 m
feinkörnige Biotitschiefer an. Südwestlich Gibau auf 2100 m sind Zweiglimmergneise
zu beobachten, die mit dem mächtigen Zug am Valschavielerberg zusammenhängen. Am
Tafamunter Augustenberg sind vorwiegend Amphibolite anstehend.
7.
Aufnahmen 1970 auf Blatt Muhr (156) und Vergleichsbegehungen auf Blatt
Spittal an der Drau (182)
Von CHRISTOF EXNER (auswärtiger Mitarbeiter)
Auf Blatt Muhr wurden im Juli und August 1970 das Malta- und Pöllatal im
Räume Draxelnock—Gmünderhütte—Malteiner Sonnblick—Seekar—Lieserkar—Ebenlanisch—Melnikkar und Hänge des Maltatales bis zur südlichen Blattgrenze kartiert.
Zusätzlich konnte im Februar 1971 der 9680 m lange Maltastollen der österreichischen
Draukraftwerke unter dankenswerter Führung von Herrn Kollegen Dr. W. DEMMER
begangen werden, welcher die geologische Detailaufnahme dieses Stollens ausführte.
Das südliche Mundloch des Maltastollens befindet sich bei der Oberen Thomanbauerhütte (Blatt Spittal); das nördliche Mundloch nordwestlich der Wastelbauer-Alm (Blatt
Muhr). Die Bezeichnung der Stollenmeter läuft von S nach N (südliches Mundloch =
Stollenmeter Null).
Die tiefste tektonische Einheit bilden die zu etwa 2000 m Mächtigkeit angeschoppten
B ä n d e r g n e i s e (Migmatite mit diskordanten Apliten und Pegmatiten) des Maltatales zwischen Klammfall und südlicher Blattgrenze, die dort in den betreffenden Teil
des Gössgrabenkernes fortsetzen. Sie bilden im Maltatal einen gewaltigen, flach nach
WNW eintauchenden Walzenkörper mit intensiver B-tektonitischer Gesteinsdurchbewegung. Der First der Hauptwalze dieses Körpers liegt über dem Maltafluß, der
hier ein modellförmiges Antiklinaltal eingeschnitten hat. Die s-Flächen der Bändergneise sind tautozonar um die sehr regelmäßige WNW-streichende Faltenachse angeordnet, die zugleich Hauptlineation der Gesteinsgemengteile ist. Die s-Flächen rotieren
zwischen horizontaler und senkrechter Stellung. Nördlich des Maltaflusses überwiegen
N-fallende s-Flächen, südlich der Malta (mit Ausnahme der alten Talleiste südlich der
Schönau) S-fallende s-Flächen, und zwar nach S bis zur Linie Obere Faller-Alm—Anneman-Alm. Südlich davon wölben sich die Bändergneise mit N-Fallen auf und beteiligen
sich am Aufbau des Sockels des Hochalmgewölbes. Feldgeologisch hat man den Eindruck,
daß eine Ichorese (Aplitgranitmobilisation, Feldspatung, diskordante Aplite, Pegmatite
und Quarze) zumindest stellenweise zeitlich länger angedauert hat als die B-tektonische
Gesteinsdeformation. Diskordante Aplit- und Pegmatoidgänge durchschneiden den
Faltenbau.
Die obersten Lagen der Bändergneise enthalten Granatparagneise, Granat-BiotitMuskovit-Glimmerschiefer, Biotitporphyroblastenschiefer, schuppige Hellglimmerschiefer
und Quarzite. Ich nenne diese zentrale Schieferlage in den hängendsten Partien der
Bändergneise untere dem Tonalitgneis D r a x e 1 s e r i e. Sie entspricht der „Reißeckmulde" (EXNER 1949). Namensgebend ist die prächtige Entwicklung der Granatglimmerschiefer am wasserscheidenden Grat zwischen Gössgraben und Maltatal in
Seehöhe 2300 m, östlich des Draxelnockes. Von hier streicht sie ins Hinterkar und ist
am Steig von der Unteren zur Oberen Aichholzer-Alm wiederum aufgeschlossen. Die
Granatglimmerschiefer sind stellenweise einige Meterzehner mächtig. Sie liegen nicht
ganz genau unter dem Tonalitgneis, sondern in einem migmatischen Bändergneisverband, der allerdings mit unverkennbarer Regelmäßigkeit sich häufig unter dem
A 28
Tonalitgneis einstellt. Im Maltastollen liegt die Draxelserie sehr charakteristisch so wie
obertags über der Hauptmasse der Bändergneise und nicht ferne unterhalb des Tonalitgneises. Im Stollen sieht man gut, daß die Glimmerschiefer stark duurchbewegt, spitzgefältet und auch teilweise phyllonitisiert sind. Diese zentrale sedimentäre Schieferlage
ist jedenfalls auch ein kräftiger Bewegungshorizont des tangentialen Deckentransportes.
Über der Hauptmasse der Bändergneise lagern im Maltastollen die granatführenden
Paragneise, Granatglimmerschiefer, Granatquarzite und Phyllonite der Draxelserie bei
Stollenmeter 3980—4198. Darüber folgt nochmals Bändergneis bis Stollenmeter 4218
und darüber die mehrere hundert Meter mächtige Tonalitgneisdecke.
Die T o n a l i t g n e i s d e c k e bildet über dem eingangs genannten Bereich des
Maltatales ein WNW streichendes Gewölbe, in dessen erodiertem First offensichtlich
die Bildung des Antiklinaltales begann und sich in den unter dem Tonalitgneis liegenden
weicheren Gesteinen der Draxel- und Bändergneisserie leicht fortsetzte, während beiderseits die Steilflanken des harten und teilweise recht massigen Tonalitgneises eher stehenblieben oder in gewaltigen Bergstürzen (z. B. Hammerleiten) nachbrachen. Die Hauptfaltenachse und mithin auch die Tonalitgneisdecke tauchen flach nach WNW unter.
Der untere Teil der Tonalitgneisdecke besteht aus einheitlichem Tonalitgneis (mit
granodioritischen Partien, diskordanten Apliten, Pegmatiten und Quarzgängen usw.),
der obere Teil ist migmatisch mit Bändergneisen, Augengneisen, Granitaplitgneisen,
Granitgneisen, Metagraniten, pegmatoiden Massen und Schiefern verzahnt, so daß
feldgeologisch mitunter die Obergrenze der Tonalitgneisdecke schwerlich als Linie auf
der Karte durchziehbar ist (z. B. unter der Kattowitzer Hütte und am Rücken zwischen
Krumpen- und Mitterkar). Doch folgt stellenweise über der Tonalitgneisdecke wiederum
Granatglimmerschiefer als zwar nicht kontinuierlich durchzuverfolgender, aber sich
rosenkranzförmig in Schollen einstellender Leithorizont (Findelserie; siehe folgender
Absatz!). Im Berichtsjahr wurde der Tonalitgneis östlich vom Draxelnock kartiert,
wo er als ringsum erodierte Kappe auf der Draxelserie liegt (Blockgrat zwischen Draxelund Höhennock); ferner über der Draxelserie im Hinterkar bis P. 1833; ferner nördlich
der Malta zwischen Moar-Jagdhaus und Sattelhütte; ferner als zusammenhängender
Zug vom Steilhang unter der Melnik-Ochsenhütte bis zum Merzbach. Im Maltastollen
ist die Tonalitgneisdecke zwischen Stollenmeteer 4218 und 8010 vorzüglich aufgeschlossen, und zwar der untere Teil als kontinuierliche Tonalitgneispartie (Meter 4218
bis 7260) und der obere Teil als Tonalitgneis in migmatischem Verband mit Biotitgneisen, Biotitgranitgneisen, Augengneisen und mit jüngeren Apliten, Aplitgraniten,
Pegmatoiden und auch mit grobkörnigem Metagranit (Stollenmeter 7260 bis 8010).
Darüber folgen die Granatglimmerschiefer der Findelserie.
Schon im Aufnahmsbericht für das Jahr 1967 teilte ich mit, daß über dem Tonalitgneis die Granatglimmerschiefer des Vorderen Findelkarkopf-WSW-Grates und die
Bändergneise des Gipfels und des N-Grates dieses Berges und des Findelkares liegen.
Diese zentrale Schieferserie im Hangenden der Tonalitgneisdecke hat sich nunmehr
als Leithorizont erwiesen. Nach der genannten Lokalität nenne ich sie F i n d e l s e r i e . Im Berichtsjahr habe ich sie auch nördlich der Malta aufgefunden. An der
Felsrippe, die vom Eggarter-Melnik (P. 1932) zum westlichen Vorgipfel des SchoberEissigs zieht, stehen 10 m mächtige Granatglimmerschiefer im Hangenden des Tonalitgneises in Seehöhe 2070 m an. Im Maltastollen sind die Granatglimmerschiefer der
Findelserie von Stollenmeter 8010 bis 8205 kontinuierlich aufgeschlossen. Sie zeigen
intensive Durchbewegung, Spitzfalten und Boudinagen, gefältelte Granatquarzite,
gefaltete Quarzite, Granatparagneise und die chloritreiche Phyllonite. Bei Stollenmeter
8205 bis 8220 sind die Granatglimmerschiefer als Paläosom in migmatische Bändergneise eingebaut.
A 29
Im Melnikkar folgt über der Findelserie bzw. über dem Tonalitgneis ein Augengranitgneisband, das 150 m mächtig ist und sich mit abnehmender Mächtigkeit bis in die
Merz und in die S-Wände der Loibspitze verfolgen läßt. Es gehört dem sich hier vereinigenden H o c h a l m - R o t g ü l d e n - K e r n zu. Der Granitgneis baut den Grat
P. 2346 und die Kartreppe nördlich Melnik-Ochsenhütte bis Seehöhe 2080 m auf. Dort
liegt der Kalkmarmor der Silbereckserie (Marmorzug Nr. VI) diskordant auf diesem
Granitgneis.
Schwieriger und noch ungeklärt ist die Verbindung von Hochalm- und RotgüldenKern im Maltatal im Gebiet Gruberkopf, Schöneck und Langkarwände. Im nördlichsten
Abschnitt zeigt der Maltastollen (Stollenmeter 8220 bis nördliches Mundloch) eine recht
wechselhafte Serie von migmatischen Bändergneisen und Biotitgneisen mit Resten von
Granatglimmerschiefern und Biotit-Chlorit-Schiefern, die von Aplitgneisen und Aplitgranitgneisen durchdrungen wird, wobei sich auch größere Augengneiskörper, Biotitgranitgneise und recht massige mittel- bis grobkörnige Metagranite vom Typus Hochalmspitze einstellen.
Sorgfältig wurden die Marmorzüge I bis VI des Melnikkares im Maßstab 1 : 10.000
kartiert; ebenso die Silbereckserie im Ebenlanisch- und Lieserkar. Die Reste des alten
Bergbaues im Seekar südlich des Unteren Lanischsees wurden aufgenommen.
Die Amphibolite und Paragneise der S t o r z s e r i e zeigen in der W-Flanke des
Grates Winkelwand—Schober-Eissig eine um SE-Achse rotierte Liegendfalte mit Faltenschluß südlich der Winkel wand und 1,5 km langen Faltenschenkeln in nördlicher Richtung. Es handelt sich um eine spitzwinkelige Falte. Sie ist auch aus der Ferne gut wahrnehmbar, zum Beispiel vom Hammerleiteneck oder vom Gipfel der Hochalmspitze.
Einen prächtigen, 30 m hohen Endmoränenwall hat der spätglaziale GössgrabenGletscher westlich der Gössfälle am nördlichen und südlichen Talhang hinterlassen.
Eine morpholgisch undeutliche Endmoräne des spätglazialen Maltagletschers befindet
sich nördlich der Unteren Faller-Alm.
Das Blockwerk des Hammerleitenbergsturzes besteht aus Tonalitgneis. Der östliche
Teil des Bergsturzes ist älter und trägt Moränenreste mit Kerngneisgeschieben des hochglazialen Talgletschers (südöstlich der Oberen Feidlbauer-Alm und bei der Unteren
Melnik-Alm). Der westliche Teil ist sicher postglazial und trägt keine Moräne (nördlich
und nordöstlich Gmünder Hütte). Das Bergsturzareal ist trocken. Quellen finden sich
erst unterhalb 1400 m Seehöhe, wo der aus Bändergneis bestehende, anstehende Felssockel zu Tage tritt. Der Bergsturz südwestlich Anneman-Alm besteht vorwiegend aus
Tonalitgneis, ist trocken und wird bei der Anneman-Alm von 2 starken Quellen entwässert. Die Malta hat sich eine 60 m tiefe Schlucht unter dem würmeiszeitlichen, mit
Moräne bedeckten Talboden (nördlicher Talhang im Gebiet um den Hochsteg) eingeschnitten. Postglaziale Bergstürze bewirkten Flußverlegungen. So brandete der aus
dem S-Hang des Maltatales abgerissene Bergsturz der Kesselwand 50 m hoch gegen
den N-Hang auf und bewirkte dort das an seinem N-Ende befindliche alte Flußbett
südlich der Unteren Feidlbauer-Alm, das noch bei seiner Mündung 15 m über dem
heutigen Bett der Malta hängt.
A 30
8.
Aufnahmen 1970, im Gebiet von Eisenkappel, östlich der Vellach (213)
Von CHRISTOF EXNER (auswärtiger Mitarbeiter)
Im September und Oktober wurde das Gebiet des Tonalitgneises 1 : 10.000 kartiert.
Die petrographische Auswertung liegt noch nicht vor.
Die maximale Mächtigkeit des Tonalitgneises beträgt auf österreichischem Gebiet
550 m (1 km östlich St. Margarethen). Recht konstant streicht die Hauptschieferungsfläche des Tonalitgneises WNW. Das Einfallen ist steil S. Die Lineation des Tonalitgneises (Elongation der Hornblende und basischen Fische) taucht flach nach ESE ein.
Die S-Grenze des Tonalitgneises ist ein mechanischer Überschiebungskontakt mit
Harnischen und Myloniten. Auf den Tonalitgneis ist die südalpine Trias des KoschutaUschowa-Zuges aufgeschoben. Sie ist nicht metamorph. An der Überschiebung fällt die
Trias streckenweise so wie der Tonalitgneis nach S (Kupitz- und Rjewicatal), teils sitzt
sie dem Tonalitgneis diskordant, steil N-fallend auf (südlich und südwestlich Schuchar
sowie an der N-Flanke der Uschowa). Über dem Tonalitgneis und von diesem durch
einen 100 m breiten Schuttstreifen getrennt, folgen Werfener Mergel und mergelige
Kalke (mit Bivalven und Gastropoden) und Gastropodenoolith (E-Flanke des Rjewicatales). Darüber lagernder dunkelgrauer, kleingebankter Kalk mit weißen Spatadern
(Muschelkalkniveau) tritt westlich davon unmittelbar mit dem Tonalitgneis in mechanischen Kontakt (südlich Kaspiere, südlich Schuchar und im Kupitztal). Am UschowaN-Fuß steigen hell- bis dunkelgraue Dolomite wandbildend über dem aufschlußlosen
Hang auf, der mit Tonalitgneis-Lesesteinen bedeckt ist. Auf Grund dieser Lesesteine
zeigt sich, daß der Tonalitgneis bei der Staatsgrenze bis über 1300 m Seehöhe hinaufreicht.
Der N-Rand des Tonalitgneises ist ebenfalls ein tektonischer Kontakt. Der Tonalitgneis ist mylonitisch und stößt stellenweise diskordant gegen die nördlich angrenzenden
Phyllite, mit denen er tektonisch verkeilt und verschuppt ist, ab. Sehr gut ist dieser
tektonische Kontakt längs des noch frischen, erst im Jahre 1969 errichteten Güterweges von St. Margarethen zum Jurjoutz, und zwar an drei Stellen in den Seehöhen
1030, 1045 und 1073 m beobachtbar. Die Phyllite sind arg gequält und mylonitisiert.
Diese Phyllite gehören zur Serie der px-Schiefer (F.TELLER 1898). Die px-Schieferserie
beinhaltet außer den Phylliten auch Quarzite, Glimmerschiefer, Gneise und Kontakthornfelse. Die kontaktmetamorphen Hornfelse der px-Schiefer finden sich in zweierlei
Positionen: Erstens innerhalb der geschuppten px-Serie inmitten des Schieferpaketes,
ohne heute sichtbaren Kontakt mit einem Plutonit. Es ist durchaus möglich, aber nicht
erwiesen, daß ein Teil dieser Hornfelse durch das Tonalitmagma kontaktmetamorph
wurde und durch spätere Abscherung und Verschuppung in die heutige Position inmitten
der px-Schiefer gelangte. Zweitens befinden sich kontaktmetamorphe Hornfelse der
px-Serie am S-Rand des Eisenkappier Granitplutons mit noch gut erhaltener magmatischer Intrusionsstruktur, Migmatitbildung und Kontaktmetamorphose, verursacht durch
das Granitmagma.
A 31
9.
Aufnahmsbericht 1970 über Detailkartierung am Kitzbühler Horn
Von F. FEHLEISEN
Zwei Projekte, die im Aufnahmsjahr 1970 durchgeführt wurden, sollten mehr Licht
in die geologischen Verhältnisse des Raumes Kitzbühler Horn—Röhrerbühel bringen.
Eine umfangreiche Neuuntersuchung der alten Lagerstätte durch die Union Corp. Ltd.
und eine in Verbindung mit dem Bohrprogramm der Union Corp. Ltd. laufende Detailkartierung 1 : 10.000 der Nord- und Westhänge des Kitzbühler Horns durch die Geologische Bundesanstalt.
Im Gelände konnte innerhalb der Grauwackenphyllite eine Seriengliederung durchgeführt werden, und zwar wurden folgende Einheiten auskartiert.
1. Hangende graue Phyllite mit vereinzelt auftretenden Diabaseinschaltungen.
2. „Bunte Serie" bestehend aus violetten und grünen Phylliten in inniger Wechsellagerung. Auch hier treten Diabaseinschaltungen auf.
3. Liegende graue Phyllite in einer überaus monotonen Serie von unbekannter Mächtigkeit. Diabaseinschaltungen konnten hier nicht gefunden werden.
Der gesamte Schichtkomplex wurde zu einem flachwelligen Antiklinorium mit annähernd W-E streichenden Achsen gefaltet.
Die den Gipfel des Kitzbühler Horns aufbauenden Kalke — Dolomite und die am
N-Fuß auftretenden Buntsandsteine wurden nicht in die Bearbeitung einbezogen.
Ein etwas ausführlicherer Bericht soll in Kürze in den Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt erscheinen.
10.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf den Blättern Gföhl (20) und
Horn (21) sowie eine Vergleichsexkursion entlang der Thaya
Von GERHARD FUCHS
Mit der Aufnahme des östlichsten Moldanubikums im Bereiche Horn—Rodingersdorf
—Maria Dreieichen—Mold—E Gars—Freischling wurde die systematische Kartierung auf
Blatt 21 abgeschlossen. Der recht komplizierte Bau ist — nicht zuletzt wegen verbreiteter
Tertiärbedeckung — nur schwierig zu entziffern.
Im Bereich zwischen Rosenburg und Mold wurden kleinere isolierte Körper von
Gföhler Gneis entdeckt. Es handelt sich um Antiklinalkerne in den umhüllenden Paragneisen und Amphiboliten. Die Gföhler Gneis-Hauptmasse scheint in der Lamelle fortzusetzen, die 1 km N Breiteneich an der Bahn aufgeschlossen ist. Sie ist bloß durch
eine geringmächtige tektonische Folge von Phyllonit, Glimmerschiefer, Amphibolit
und Moravischem Kalk (Marmor) vom Bittescher Gneis getrennt. SSW Rodingersdorf
spaltet sich dieser Zug von Gföhler Gneis. Eine Lamelle zieht westlich des Eichberges
(452 m) vorbei bis zu den Straßenkurven W von Maria Dreieichen; die andere ist bis
W von Kleinmeiseldorf und weiter über Stockern, Gemeinde Berg, Küchel Mais zu
verfolgen und endet N E Mörtersdorf. Diese Gesteinszüge enthalten auch kleinere Körper von Granulit, die vom Gföhler Gneis nur unscharf abtrennbar sind. Die erwähnte
Spaltung des Gesteinszuges geht auf eine Antiklinale zurück, in deren Kern bei Maria
Dreieichen Bittescher Gneis und Moravischer Kalk ein tektonisches Fenster bilden. N N E
und SE Mörtersdorf sind zwei weitere Fenster aufgeschlossen.
Die Tatsache, daß Gföhler Gneis, Granulit, Rehberger Amphibolit, die Graphitquarzite usw. in die Glimmerschieferzone zu verfolgen sind, steht in Einklang mit
A 32
meinen Beobachtungen im Bereich von Brunn a. d. Wild, wo die Bunte Serie an die
Moldanubische Überschiebung stößt (Aufnahmsbericht 1970). Die verbreiteten GranatDisthenglimmerschiefer sind aus den normalen moldanubischen Paragneisen durch rückschreitende Metamorphose entstanden (im Sinne von F. E. SUESS). Dank ihrer Zusammensetzung blieben Gföhler Gneis, Granulit, Marmore, Amphibolite usw. weitgehend
verschont.
Wichtig ist die Beobachtung, daß im Räume östlich und südlich von Horn der Gföhler
Gneis seine Umgebung durch lagige Injektionen beeinflußt hat, mit ihr also primär
verbunden ist. Eine neuerliche Untersuchung des Gebietes Wegscheid—Krumau am Kamp
erbrachte dasselbe Ergebnis in bezug auf die Bunte Serie. Es ist meines Erachtens daher
nicht möglich, den Gföhler Gneis als Deckscholle auf autochthonem Untergrund zu
deuten.
Es wurde überdies in dem heuer aufgenommenen Gebiet erneut belegt, daß der Paragneis-Amphibolitkomplex östlich der Hauptmasse des Gföhler Gneises, wie im Bereich
Tautendorf, so auch im Gebiet Mühlfeld—Gars mit den Gesteinszonen eine Einheit
bildet, die in der gesamten Umrahmung des St. Leonharder Granulitmassivs den Gföhler
Gneis überlagern. Auch dies widerlegt die Deckschollennatur des hiesigen Gföhler
Gneises, steht aber mit meiner Annahme einer älteren Wurzelzone in Einklang (siehe
Bericht 1968, Verh. Geol. B.-A. 1969, A 26 bis A 28).
In der NW-Ecke von Blatt 20 waren noch einige Zwickel zwischen den Aufnahmen
von J. E. KUPKA (Truppenübungsplatz Allentsteig), G. MÜLLER (Göpfritzgebiet) und
L. WALDMANN (Geol. Spez. Karte, Blatt Litschau—Gmünd) zu kartieren.
Das Gebiet entlang des Truppenübungsplatzes von W Waiden über Höllgraben—
Merkenbrechts bis zum Thauabach baut sich aus dem Gneiskomplex von Dobra auf.
Dieser grenzt an einer tektonischen Linie an den Granulit von Göpfritz. Der DobraGneis von Allentsteig—Thaua setzt in den von WALDMANN ausgeschiedenen Spitzer
Gneisen bis in den Raum SW Thaya fort. Im Hangenden dieser Gneise folgen östlich
Quarzite, Arkosegneise, Paragneise und Marmore der etwas reduzierten Bunten Serie
(Scheideldorf—N Thaya)i Der von WALDMANN als Orthogneise aufgefaßte „Meireser
Granitgneis" gehört, wie Übergänge in Quarzit und Arkosegneis zeigen, als Paragestein
in diesen niveaugebundenen klastischen Horizont der Bunten Serie. Dieser ist im tieferen Bereich der Bunten Serie, also im Hangenden des Dobra-Gneises, weithin zu verfolgen.
Die Mylonite des Gebietes E Scheideldorf scheinen die Fortsetzung der Störung zu
markieren, die den Blumauer Granulit im S begrenzt.
Eine Exkursion entlang des gut aufgeschlossenen Thayatales sollte meine tektonischen
Vorstellungen überprüfen und abrunden.
Die Lagerung und Lithologie der Amphibolitkomplexe W und E der Gföhler
Gneis-Schüssel von Waidhofen zeigen, daß die Amphibolite unter dem Gföhler Gneis
zu verbinden sind. Kontaktbeobachtungen machen einen primären Verband sehr wahrscheinlich. Dies wird besonders im Bereich der Mischgesteine des Gebietes Karlstein—
Raabs—Kollmitzgraben deutlich. Lagige Wechsellagerung von Gföhler Gneis und
Paragneis bzw. Amphibolit sind hier häufig zu beobachten. Diese Serie erinnert stark
an die Gesteine des Bereiches Horn—Gars. Wie dort stecken auch hier konkordante
Intrusionen von Wolfshof er Granit in den Mischgesteinen (Hafner-Bach N von Raabs).
Ich vertrete die Ansicht, daß Gföhler Gneis, Granulite, Mischgneise und Mischamphibolite eine gewaltige in sich differenzierte Schubmasse bilden. Im W grenzt diese
A 3 Verhandlungen 1971
A 33
tektonisch an die Bunte bzw. Monotone Serie, im E an die Bunte Serie von Drosendorf.
Letztere bildet ein tektonisches Fenster. E Drosendorf ist der Gesteinsbestand der westlichen Deckscholle im Bereich Heinrichsreith—Stallecker-Feld aufgeschlossen. Die reduzierte Folge von Gföhler Gneis, Granulit, Mischgneis und Granatamphibolit usw. markiert, meiner Meinung nach, die Wurzelzone dieser tektonischen Einheit.
Die Graphitquarzitzüge in der Glimmerschieferzone sind mit den ebenfalls östlich
des Gföhler Gneiskörpers gelegenen Graphitquarziten des Raumes Unteres Kamptal
gut vergleichbar.
Die diesjährigen Beobachtungen fügen sich somit gut in das neue tektonische Bild
des Waldviertels und belegen dieses in bester Weise.
11.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf Blatt Aspang (106)
Von GERHARD FUCHS
Für die Übersichtskarte 1 : 200.000 wurden einige Lücken in den bisherigen Aufnahmen geschlossen. Südlich des Scheiblingkirchener Fensters finden wir ein weites
Glimmerschiefergebiet (Kienegg—Kaltenberg—Sonnberg—Prägart—Schauerberg—Edlitz
—Grimmenstein—Obersdorf). Diese Glimmerschiefer tauchen unter den Grobgneis
(porphyrischer Granitgneis).
Der Grobgneis baut folgendes Gebiet auf: Aspangberg—Königsberg—Thomasberg—
Sonnleiten—Winterhof—Tschudihof—Weghof—E Ransdorf, Tiefenbach—Straß—Thal
—Leben-Riegel—Gehring. In dem angegebenen Grobgneisgebiet sind immer wieder
Glimmerschieferzüge eingeschaltet. Deren Verfolgung bei der Kartierung ist sehr zeitraubend, da die Glimmerschieferzonen meist recht komplizierte Form haben, was immer
wieder Überraschungen bringt. Diese Beobachtung erklärt sich daraus, daß der Intrusionsverband von Granitgneis und Glimmerschiefer, der sicher bereits primär komplizierten Grenzverlauf hatte, im Zuge der alpidischen Orogenese in Falten gelegt und
zerschert worden ist. Grobgneislagen im Glimmerschiefer, Injektionen und Feldspatung
nahe dem Granitkontakt zeugen noch von dem Intrusionsverband.
Von besonderem Interesse erscheint eine Serie lichter plattiger Arkoseschiefer und
-gneise, serizitreicher Schiefer und seltener Konglomeratquarzite. Die feldspatreichen
Gesteine sind von stark tektonisiertem Grobgneis sehr schwer abzugrenzen. Die glimmerreicheren Schiefer machen anderseits die Grenzziehung gegen die Glimmerschieferserie oft recht schwierig. Die konglomeratischen Partien zeigen aber, daß es sich hier
nicht um eine verschieferte Mischgesteinszone handelt. Die Ausdehnung der Serie als
geologische Körper scheint eine ehemalige diskordante Überlagerung von Grobgneis
und Glimmerschiefer widerzuspiegeln. Ich fand die Serie im Bereich Wiesfleck—Höll—
W Ransdorf und im Gebiet Nestbauern-Riegel—Judenbauer—NW Straß sowie E und
SW Purgstall. Die offensichtlich jüngere Serie erinnert den Verfasser an die von ihm
beschriebene Serie von Steghof (Verh. G. B. A. 1962, A 24) und dürfte mit den „Porphyroidschiefern", die im Semmeringgebiet den Semmeringquarzit unterlagern, zu parallelisieren sein. Das Gebiet Königsegg—Kampichl—Kraxenberg besteht aus Grobgneis. Nur
E Zobern quert ein Glimmerschieferzug in NNW-SSE-Richtung das Tal. Eingeschaltete
Grobgneislagen zeigen die Zugehörigkeit zur Grobgneisserie. SE Zobern wird die
Grobgneisserie von Gesteinen der Sieggrabener Serie überlagert. Biotitgneise, Granatamphibolite, etwas Marmor und Pegmatite finden sich hier.
A 34
12.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf den Blättern Melk (54), Obergrafendorf (55)
und Spitz (37)
Von WERNER FUCHS
Im abgelaufenen Berichtsjahr konnte der Ostteil des Hügellandes zwischen Erlauf und
Melk im Bereich Zelking—St. Leonhard am Forst und der Eingang der Wachau beiderseits der Donau von der Pielachmündung bis Aggsbach Dorf bzw. von Hofamt bis
Grimsing geologisch begangen werden.
Das kristalline Grundgebirge westlich des Hiesberg-Klotzes, zwischen den Flüssen
Melk und Erlauf, ist nur unvollkommen exhumiert. Sein tiefgründiges, prächattisch
geschaffenes Erosionsrelief wird, nach Süden zu in immer stärkerem Maße, von wechselnd mächtigen, tertiären Sedimenten zugedeckt, die ihrerseits wieder Reste hochgelegener Altschotter der Donau tragen. Kohleschiefer an der Basis der großen Sandgruben
SW Zelking gehören dem P i e l a c h e r T e g e l an. Seine Hangendanteile, schmale,
grünliche, stark sandige Tonlagen, wechsellagern mehrmals mit dem weißen, feinkörnigen, reschen Quarzsand des darüber sich bis zu 25 m Mächtigkeit aufbauenden
Älteren M e l k e r S a n d -Komplexes. In den tief einschneidenden Racheln, die von
den Hochflächen zum Melktal hinabziehen, finden sich weitere gewaltige Vorkommen
dieses Sedimentes. Der ab etwa einer Linie Kröninghof—Anzenberg nach Süden den
Melker Sand in nahezu geschlossener Fläche auflagernde A q u i t a n - S c h l i e r verhüllt ein leichtes, während eines kurzfristigen Trockenfallens erosiv geprägtes Relief
des Sandkörpers. Die braunen bis grauvioletten, sandig-glimmerigen, teilweise etwas
mergeligen Tone und Tonschiefer führen häufig große, brotlaibförmige, graue Sandsteinkonkretionen. Oberflächennahe Anteile sind sehr verwittert und verrottet und oft
kaum mehr zuordenbar. W Zelking konnte auch noch über den Melker Sanden ein kleiner,
isolierter Erosionsrest des Älteren Schliers beobachtet werden. N W Rampersdorf treten
in schlechten Aufschlüssen feinkörnige, schluffige, glimmerige, graugelbe Sande und
grüngelbe Mergelplättchen auf, die hier in der weiteren Umgebung ein völlig allein
stehendes Relikt von M i o z ä n - S c h l i e r aufzeigen.
An den Rändern der mit mächtiger Lehmdecke versehenen Ebenheit W bzw. SW
Knocking beißen 1 bis 3 m dicke Schotter einer morphologisch bereits weitgehend aufgelösten Flur aus. Die fein- bis grobkörnigen Komponenten stellt fast ausnahmslos stark
ferritisierter Quarz. Die Basis des Schotterkörpers liegt in ungefähr 340 m Seehöhe,
was ca. 130 m relative Höhe vom gegenwärtigen Donauspiegel bedeutet. Auf dem
neu erschienenen, topographischen Kartenblatt Obergrafendorf 1 : 50.000 ist die Höhenangabe der Kuppe des Pöverdinger Waldes von vorher über 420 m auf jetzt etwas mehr
als 360 m reduziert worden. Deshalb könnte wahrscheinlich in Zukunft das hier vorgestellte, Schotter führende N i v e a u v o n K n o c k i n g mit der Gerolle ähnlicher Ausbildung aufweisenden Flur vom Pöverdinger Wald gleichgestellt werden.
105 m über dem Strom entwickelt, besitzt auch heute noch das R o s e n f e l d N i v e a u auf der stark überlößten und verlehmten, welligen Hochfläche E Knocking
und SE Röhrapoint beachtliche Verbreitung, dessen 3 bis 5 m mächtiger Schotterkörper
meist fein- bis mittelkörnige, teilweise ferritisierte Gerolle aus vorwiegend Quarz und
selten Kristallingesteinen birgt. Flächenmäßig geringere, vergleichbare Vorkommen gibt
es noch auf dem Eichberg N Mannersdorf, E Kröninghof und N W Höhenberg.
Südlich des Osterberges, im nach Norden ins Donautal schauenden Gehänge des
Hügellandes, finden sich erhalten gebliebene Überreste der
SchneiderbergT e r r a s s e , ca. 90 m über dem Hauptfluß gelegen. Ein weiteres fragliches VorkomA3»
A 35
men in entsprechender, aber viel zu südlicher Lage konnte N Diemling ausgeschieden
werden.
Unbedeutende, isolierte Relikte NW, W und N E Hub sowie S, E und N E Schönbühel
in etwa 75 bis 80 m Höhe über der Donau können mit der W a c h b e r g - F l u r
parallelisiert werden. Die bis zu 5 m mächtigen Schotterkörper mit fein- bis mittelkörnigen, teilweise ferritisierten Quarzkomponenten führen nicht selten kräftig rotbraun
gefärbtes, lehmig-sandiges Zwischenmittel.
Von besonderer Wichtigkeit sind die zwar flächenmäßig nicht mehr geschlossen vorliegenden, in 45 m relativer Höhe sich erstreckenden Gerölldecken N Hub und S und E
Schönbühel. Sie müssen dem N i v e a u N H o c h s t r a ß b e r g gleichgesetzt werden. Damit ist wohl jetzt jede Verbindung der Vorkommen vom Nordhang des Hochstraßberges mit den Schotterfluren des Stadtgebietes von Melk ausgeschlossen. In der in
Rekultivierung begriffenen Schottergrube unmittelbar östlich von Schönbühel, an der
Straße nach Gerolding, war der insgesamt vielleicht 7 m dicke Geröllkörper ungefähr
2,5 m hoch aufgeschlossen. Unter den vielfach ferritisierten, fein- bis mittelkörnigen
Komponenten dominiert Quarz, dann sind noch kristalline und auch kalkalpine, vereinzelt sogar Flyschgesteine anzutreffen. In größeren Abständen waren ca. 0,5 m tief
eingesenkte, klar abgegrenzte, mit Lehm und etwas eingewürgten Schottern gefüllte
Frosttaschen zu studieren. Die hängendsten Partien sind als Pechschotter entwickelt,
anthropogen stark gestört und ohne Deckschichten. Die tieferen, noch einsehbaren
Anteile des Aufschlusses sind etwas konglomeriert, wobei das Bindemittel kalkig ist!
Am linken Donauufer, von Hofamt bis über Grimsing hinaus, ist das L e h e n e r
N i v e a u mit wechselnd dünner Restschotterhaut verbreitet.
Davon durch einen deutlich niedriger gelegenen Sockel getrennt, kann sich infolge
der morphologischen Gegebenheiten nur sehr schmal ein weiteres Terrassenelement entfalten, das mit ungefähr 1 7 m relativer Höhe der F l u r S O r n d i n g vergleichbar
ist. Es findet sich SW der Ortschaft Grimsing, auf dem unmittelbaren Abfall der auffallenden Felsleiste und ist besonders schön im Aufschluß N E Grimsing geöffnet. Hier
liegen dem kristallinen Grundgebirge auf sehr flachem Relief 1 bis 2 m fein- bis selten
grobkörnige Schotter auf. Die Komponenten stellt in erster Linie wieder Quarz, es gibt
aber auch seltener solche kristalliner und sedimentärer Gesteine (rote Sandsteine).
Darüber folgen noch Lehm bzw. hangwärts 1 m mächtiges, grobes, altes Wildbachmaterial des nahen Grabens. In ähnlicher Position treten überdies geringe Schotterreste
beim Kloster Schönbühel auf.
Hochgelegene, wahrscheinlich mit 40 m Höhenlage (ihre Basis bei ca. 260 m Seehöhe)
dem D e c k e n s c h o t t e r zuordenbare E r l a u f s c h o t t e r konnten bei Harlanden festgehalten werden. Den Melker Sand-Sockel bedecken dort etwa 2,5 m dicke
Schotter, die zutiefst bis über 1 m durchmessende, kaum kantengerundete Kristallinblöcke der nächsten Umgebung führen. Daneben sieht man noch aus hohen Donauschotterarealen umgelagerte, grobkörnige, ferritisierte QuarzgeröUe. Danach erst folgen
reine, fein- bis mittelkörnige Erlaufschotter mit viel feinkörniger, etwas lehmiger Sandmatrix. Hangendpartien sind leicht konglomeriert.
Basisreste (siehe Erlauf-Terrassen oben) alter M e l k t e r r a s s e n , vornehmlich
von hochgelegenen Donauschotterfluren herrührende, ferritisierte QuarzgeröUe, können
allenthalben in 5 5 m H ö h e (W Weghof, N Arb und In der Hör N W Mannersdorf) und in 2 5 m H ö h e (Zelking, N W Mannersdorf und N W Arb) über der
heutigen Melk angetroffen werden.
Fossile Lokalschotter wurden bei Hof amt und Grimsing vermerkt.
A 36
13.
Bericht über Begehungen auf den Blättern Wien und Preßburg der österreichischen Karte 1 : 200.000
Von RUDOLF GRILL
Im Berichtsjahr erfolgte eine Reihe von Begehungen im Wiener Becken südlich der
Donau und seinen Randgebieten sowie im Bereich des Neusiedler Sees. Es standen dabei
solche Ausschnitte im Vordergrund, über die in neuerer Zeit keine einschlägigen zusammenfassenden Arbeiten veröffentlicht wurden. Der Verfasser führte die meisten Erhebungen gemeinsam mit Dr. W. FUCHS, einen Teil davon auch gemeinsam mit Dr. M. E.
SCHMID durch.
In der T r i e s t i n g - P i e s t i n g - B u c h t birgt die Stratigraphie der umfangreichen Schotter-Konglomeratserien noch manch offene Fragen. Am Waldrand W Holies
konnte in feinsandigen Mergeln eine individuenreiche marine Mikrofauna mit Elphidium
crispum gefunden werden. Diese Stelle liegt unweit südöstlich einer in den Jahren
1941/42 durchgeführten, vom Verfasser geologisch bearbeiteten Wasserbohrung, die
eine Endteufe von 161,10 m erreichte. Kalkkonglomerate und Kalksandsteine größerer
Mächtigkeit sind zwischen obertags und 18,60 m, zwischen 40 bis 58,30 m und 129,20 m
bis 143,85 m vertreten. Dazwischen wiegen zum Teil stark sandige Mergel vor. Sande,
Kies, Tonmergel mit Lignitstückchen, Mergel mit Kieseinlagen u. a. werden zwischen
143,85 m bis 158,10 m angegeben. Vom Kalkstein des Bohrmeisterprofils von 158,10 m
bis 161,10 m konnte keine Probe eingesehen werden. Es bleibt daher offen, um welches
Gestein es sich dabei handelt. Von obertags bis zu einer Tiefe von 121,0 m wurden
Proben für mikrofaunistische Untersuchungen entnommen. Sie erbrachten ziemlich
reiche marine Faunen des Badenien, die zonenmäßig allerdings nicht näher einstufbar
sind. In den Tiefen von 19,50 m bis 36,40 m fanden sich schöne Makrofossilien, hauptsächlich Turritellen, Natica, Anelila, die von Prof. Dr. R. SIEBER neu durchgesehen
wurden und für einen stratigraphischen Bereich obere Lagenidenzone bis tiefe Sandschalerzone sprechen. Die W Holies ausstreichenden Konglomerate sind also marin, wie
solche marine Konglomerate bei Lindabrunn, Wöllersdorf und anderen Orten in der
näheren Nachbarschaft bekannt sind. Paläontologische Hinweise für sarmatische Anteile
in der Füllung der Triesting-Piesting-Bucht konnten nicht gefunden werden. Hinsichtlich des pannonischen Alters der höheren Schotter-Konglomeratdecken liegen zunächst
die von F. BRIX mitgeteilten Daten vor (Beitrag zu den Erläuterungen zur Geologischen
Karte des Hohe-Wand-Gebietes).
Die an der Autobahn E H o l i e s ausstreichenden, seit langem bekannten Tonmergel
und Sande führen eine reiche Obersarmat-Mikrofauna, die Bildungen in der Sandgrube
N Holies eine Mittelsarmat-Mikrofauna.
Im Bereich des S t e i n f e l d e s konnte die bereits im vorjährigen Bericht mitgeteilte Zäsur im Aufbau des Schotterstoßes durch neue Beobachtungen weiter unterbaut
werden. Der lehmige Schotter in den Schottergruben W W i e n e r N e u s t a d t , der
den etwa 8 m mächtigen grauen, nur örtlich konglomerierten Hangend-Schotterstoß
unterlagert und unter dem ein Liegendschotterpaket mit Konglomerateinschaltungen
folgt, weist in der Grube Edlinger südlich der Straße nach Bad Fischau und in der
Grube Reiterer nördlich derselben sehr schöne Kryoturbationen auf, die vom Hangendschotter diskordant überlagert werden. Einige von Frau I. DRAXLER untersuchte weitere
Humusproben aus dem Bereich des lehmigen Schotters erbrachten wohl wieder verschiedene Pollen, ohne daß sich daraus aber eine stratigraphische Einstufung ableiten
ließe.
A 37
16km N E von diesen Profilen sind im Bereich der Straßengabelung N E B a h n h o f B l u m a u — S E T a t t e n d o r f mehrere Schottergruben, von denen die südlich der Straßengabel gelegene im Herbst 1970 ein prachtvolles Profil erschloß. Ein durch
Frosttaschen von mehreren Meter Tiefe und Breite gekennzeichnetes Paket von Liegendschottern wird mit scharfer Diskordanz von einem flach gelagerten Hangendschotterstoß überlagert. Der Liegendschotter gliedert sich seinerseits wieder in tiefere
braun gefärbte und höhere graue Schotter. Nicht ganz klar ist, ob man darin nur eine
alte Grundwassermarke zu erblicken hat oder ob zwei Generationen gestauchter Schotter vorliegen, in der Schottergrube im ganzen demnach drei verschiedenartige Schotter
vertreten wären.
Die neuen Beobachtungen erhärten also die bereits im letzten Aufnahmsbericht festgehaltene Annahme, daß der Steinfeldschotter eine stratigraphische Regionalgliederung
aufweist, die auf die Existenz nicht nur jungpleistozäner Ablagerungen hinweist.
Im Bereich des W ö l l e r s d o r f e r S c h o t t e r k e g e l s ergab das Studium der
umfangreichen Schottergrube Lang und Menhofer östlich Bad Fischau Daten, die von
regionalem Interesse sein könnten. Über sandigem, fossilleerem Jungtertiär, das ein
leichtes Relief zeigt, liegen geringe Erosionsrelikte von R o h r b a c h e r
Konglom e r a t . Darüber lagert ein Schotterstoß, der im ganzen eine Dreigliederung aufweist.
W. FUCHS hat ihn im Detail aufgenommen. Ein etwa 5 m mächtiges Liegendpaket
beginnt mit sehr groben Schottern, mit nicht selten gekritzten Gerollen. An einer Stelle
ist eine etwa 20 cm dicke, stark humose Lage entwickelt. Vereinzelt finden sich bis
1 m tief eingesenkte Eiskeile. Über den grobkörnigen Schottern folgen mittelkörnige,
unsortierte graue Schotter und darüber durch ein schwaches Erosionsrelief getrennt, etwa
1 m grobkörniger Schotter mit bald auskeilenden Lagen von Konglomerat und Schwemmsand und mit einem insgesamt fahlrotbraunen, sandigen Lehmzwischenmittel. Über
diesem Liegendpaket folgen, durch eine ebene, glatte Abrasionsfläche geschieden, 1 bis
2 m graue, mittel- bis feinkörnige sandige Schotter mit seltenen gekritzten Gerollen.
Ihre Oberfläche ist sehr stark kryoturbat gestaucht, wobei diese Frostbewegungen sehr
gut durch ein etwa 20 bis 50 cm dickes grobkörniges Schotterband mit intensiv rotem
Lehmzwischenmittel verdeutlicht wird. Schließlich folgt als Hangendpaket ein 2 bis 3 m
mächtiger grauer, mittel- bis grobkörniger Schotter mit viel Sand, der oberflächennah
leichte Kryoturbationen zeigt. Jüngere Deckschichten fehlen. Der gesamte Schotterwurf
fällt flach beckenwärts ein.
Bei Begehungen am Ostrand des Beckens wurden die Z i e g e l e i e n bei W a 1p e r s b a c h und E r 1 a c h näher studiert. In der Ziegelgrube Besta S Walpersbach
ist unten etwa 4 m hoch ein rötlichbrauner Lehm aufgeschlossen, über dem der etwas
feinsandige gelbgraue Löß folgt, der seinerseits wieder durch eine etwa 1 m mächtige
Lage von rotbraunem Lehm, im höheren Profilanteil durch eine blassere Verlehmungszone gegliedert ist. In der Ziegelgrube SE Erlach dürften die höheren Teile des Profils
abgetragen sein. In der Ziegelei Ohr S Erlach finden sich im oberen Teil des basalen
mächtigen Lehmkomplexes Einschaltungen von grobem, eckigem Lokalschutt, über
dem auf einem deutlichen Erosionsrelief der Löß folgt. Die solifluidale Natur des
Lehmkomplexes ist hier augenscheinlich. Im weiteren Bereich der letztgenannten Grube
finden sich im Liegenden der Lehm-Löß-Folge nicht ganz klare Schotterausbisse, die
vielleicht einer Terrassenleiste zugehören, die weiter nördlich S Eichbüchl am Fuße der
Rosalia beobachtet wurde, möglicherweise mit dem Ausstrich der Schotterbasis oberhalb der heutigen Talsohle. In Hanglage sind in diesem Bereich im übrigen rotbrauner
Lehm mit reichlich Einschaltungen von Solifluktionsschutt, wie in der Ziegelei S Erlach,
durchaus verbreitet.
A 38
Im S e e w i n k e l wurden zunächst die „ S e e w i n k e l s c h o t t e r "
studiert,
die durch zahlreiche Gruben gut aufgeschlossen sind. Sie weisen im ganzen gesehen
einen ziemlich gleichbleibenden Aufbau auf. Es ist ein vorwiegend fein- bis mittelkörniger Schotter, sehr gut bis örtlich auch nur ecken- und kantengerundet, mit Überwiegen der Quarzkomponente; der Anteil von Kalk und anderen Gerollen wechselt.
Häufig schalten sich Siltlagen ein, die in größerer Mächtigkeit und mit schöner Kreuzschichtung in der Schottergrube an der Westseite der Straße gleich nördlich Frauenkirchen
studiert werden könnnen. Den Donauschottern, als welche sie in der Literatur immer
wieder angesprochen werden, gleichen sie wenig. Vielleicht sind sie Raab-Ablagerungen.
In der großen Schottergrube an der Straße E Podersdorf, bei Kote 124 der österreichischen Karte 1 : 50.000, finden sich an der NE-Wand klare Froststauchungen, die
etwa 1,5 m tief in den Schotterstoß eingreifen. Etwa V2 m tiefe Frosttaschen sind in der
Schottergrube bei Kote 121 an der Straße N Wallern verbreitet. Eine überlagernde wenig
mächtige Lehmdecke ist in die Stauchungen einbezogen. In der großen aufgelassenen
Grube bei Kote 116 an der Straße SE der Ortschaft ist in die Taschen eine Oberlagerung
von etwa 30 cm fleckigem, grünlichem bis gelblichem Mergel mit einer nochmaligen
20 cm starken Schotterauflage miteingewürgt. 1 km SE davon war bei Kanal-Baggerarbeiten dieser gelblichgrüne Tonmergel etwa 2 m hoch aufgeschlossen und ist auch dort
mit den Schottern im Liegenden in zahlreichen Frosttaschen innig verwürgt. In den Tonmergeln fand sich hier eine Mikrofauna mit Chara Oogonien und Opercula.
Ein jungpleistozänes Alter aller dieser Schottervorkommen und der sie begleitenden
Mergel, wie es auch in der Literatur angenommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Wir
parallelisieren die Seewinkelschotter mit der echten Niederterrasse, nicht also etwa mit
der Praterterrasse, deren Inhalt sich ja als recht jung erwiesen hat. Ältere Partien der
Seewinkelschotter, wie sie von G. FRASL beschrieben werden, konnten bei unseren
Begehungen nicht erfaßt werden.
Wo gegen Westen, gegen den See zu, die Seewinkelschotter ausheben, fand sich ein
gutes Profil im Golser Kanal gleich östlich der Straße Weiden—Podersdorf. An der
Basis streicht ein gelber, glimmeriger, rescher Feinsand und Quarzkies und fein- bis
mittelkörniger, mäßig gerundeter Schotter aus. Darüber lagert mit scharfer Grenze eine
etwa 2 m mächtige Schichte von grünlichgrauem geschichtetem Mergel. Im Hangenden
folgt 1 m Kies bis Feinschotter. Wie in den Profilen SE Wallern und anderen Orten,
dürfen wir in den Mergeln, die sich im Profil des Golser Kanals den Schottern Zwischenschalten, Absätze eines Vorläufers des Neusiedler Sees aus dem Jungpleistozän sehen.
Gegen den Seedamm zu sind durch den Kanal wiederholt gelbe mergelige Sande aufgeschlossen, die auch den Hauptteil des Dammes in diesem Profil aufbauen. Nur die
Dammkrone selbst wird von einer maximal 1 m mächtigen Schichte von feinkörnigem
Schotter gebildet. Bei der neuen Häuserzeile am Seedamm N E Podersdorf, unweit der
Kläranlage, waren zur Zeit der Begehungen diese gelben, oberflächennahe weiß fleckigen mergeligen Sande mit einzelnen gröberen Lagen etwa 1 m hoch gut aufgeschlossen.
Sie sehen auf den ersten Blick oberpannonischen Ablagerungen nicht unähnlich. Schotter stellen sich hier erst weiter östlich ein. Sie konnten u. a. in einem Bauaufschluß am
Südrand der Ortschaft, bei den letzten Häusern an der Straße nach Illmitz, festgehalten
werden. An der Straße etwa 500 m N E Podersdorf halten sie bis zu einer Tiefe von
10 m an und werden von oberpannonischen Tonmergeln unterlagert, wie Erdöl-Schurfbohrungen ergeben haben. Im Profil von Podersdorf ist die Stufe zum See ganz offensichtlich ein Erosionsrand, mit dem die gelben mergeligen Sande zum Seeniveau absinken. Vielfach ist diese Stufe oberflächlich von etwas Flugsanden überkleidet. Südlich der
Podersdorfer Platte ist der Seedamm wesentlich niedriger und baut sich vorwiegend
aus feinkörnigen, den Seewinkelschottern nicht unähnlichen Schottern auf, die bis zum
A 39
Sandeck zu verfolgen sind. Noch weiter gegen SE jenseits der Darscho-Niederung im
Bogen des Neudegg sind kiesige Sande ganz gut aufgeschlossen. Auch für diesen gesamten
Bereich ergibt sich eher der Eindruck, daß im Seedamm ein Erosionsrand vorliegt und
nicht eine Nehrung mit dahinter gelegenen Haffs, wie vielfach in der neueren Literatur
vermutet wird.
Hinsichtlich der Gesamtanlage des Neusiedler See-Gebietes werden tektonische
Momente in der Literatur schon seit langem ins Treffen geführt. Vielleicht können in
dieser Hinsicht Überlegungen aus dem Kenntnisbereich des Marchfeldes etwas weiterführen. Dort kennt man heute pleistozäne Schotterwannen bis über 100 m Tiefe recht
genau. Die Sedimentation durch die Donau hielt dort mit der Absenkung Schritt.
Im Neusiedler See-Bereich mag der Schotterlieferant weniger ergiebig gewesen sein und
es kam zu Depressionen, die sich mit Wasser füllten.
14.
Bericht über quartärgeologische Arbeiten im Ennstal auf den Blättern
69 Großraming und 51 Steyr
Von DIRK VAN HUSEN (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Sommer 1970 wurden in Anschluß an die 1967 beendete quartärgeologische
Arbeit über das Ennstal zwischen Schladming und Großraming die Terrassen des unteren Ennstales bis zur Mündung in die Donau kartiert. Es standen dafür 10 Aufnahmstage zur Verfügung. Der Zweck der Arbeit war es, die in der vorhergegangenen großräumigeren Arbeit gewonnenen Ergebnisse und Anschauungen mit den gut bekannten
und gesicherten Terrassenabfolgen des Vorlandes zu verbinden und zu vergleichen.
Es zeigte sich, daß von den 4 Terrassen des Vorlandes nur die drei jüngeren in den
Alpenkörper zu verfolgen waren. Die Hoch- sowie die Niederterrasse können fast
von der Mündung in die Donau bis weit nach Süden verfolgt werden. Die Niederterrasse,
die vom Gesäuse an ungestört bis zur Donau durchzieht, ist ab Großraming zwei-, ab
Ternberg dreigeteilt. Die Entstehung und das Alter dieser Stufen sind sehr wahrscheinlich mit der Genese ähnlicher Terrassenstufen an der Donau (H. KOHL 1968) eng verknüpft.
Die Hochterrasse konnte vom Räume Weyer an verfolgt werden. Sie zeigt zwischen
Großraming und Losenstein in der Nähe des Gletscherendes ein größeres Gefälle als
alle anderen Terrassen und ist ab Ternberg wahrscheinlich erosiv zweigeteilt. Diese
Teilung ist dann bis Ernsthofen zu verfolgen. Beide Terrassen haben, wie das im Bereich
nördlich Steyr durch Bohrungen der Rohöl-Gewinnungs A. G. belegt ist, einen gleich
hohen Felssockel. Weiter südlich in den Alpen sind die Verhältnisse ähnlich, aber in der
Kartierung in dem recht engen Tal nicht mit absoluter Sicherheit nachzuweisen.
Der Felssockel der jüngeren Deckenschotter und diese waren über das ganze Gebiet
der Enns zu verfolgen. An der Grenze Kalkalpen/Flysch ist im Felssockel eine Höhenverstellung von rund 20 m zu beobachten, die auf eine Bewegung (Abgleiten nach N im
Sinne E. CLAR 1965) der nördlichen Kalkalpen im großen Interglazial zurückgeführt
wird, da die Hochterrasse darunter völlig ungestört durchzieht.
Bei der Zerstörung der Hoch- sowie der Niederterrasse fand die Enns an manchen
Stellen ihr altes Bett nicht wieder und legte epigenetische Durchbrüche an.
Neben einigen interessanten sedimentologischen Beobachtungen in der Niederterrasse
wurden auch solche über die Verwitterung der Terrassenkörper und die Bodenbildungen
auf diesen gemacht.
Die Ergebnisse dieser Kartierung sind in einer Arbeit, die in den Verhandlungen
der Geologischen Bundesanstalt erscheinen, niedergelegt.
A 40
15.
Bericht 1970 über Aufnahmen am Südrand des Toten Gebirges östlich von
Tauplitz auf Blatt Mitterndorf (97) und Blatt Liezen (98)
Von WERNER JANOSCHEK
In Ergänzung und Fortführung der Aufnahmen früherer Jahre im Gebiet zwischen
Stainach und Wörschach wurde das Aufnahmsgebiet nun nach Norden bis auf die Hochfläche des Toten Gebirges ausgedehnt. Als Arbeitsgrundlage diente hauptsächlich die in
einem Bürstenabzug vorliegende Karte des Toten Gebirges (Mittelblatt) vom D & ÖAV
im Maßstab 1 : 25.000.
Im Bereich der Juramulde des Hecherlstein—Bärenfeuchter Mölbing-Zuges konnten
einige ergänzende Beobachtungen gemacht werden. In den hangenden, meist hellen
und weicheren mergeligen Partien der Fleckenmergel konnten in den steilen Gräben
südlich und südwestlich der Gretlhütte einige kleine Fossilfundpunkte gefunden werden. Eine Bestimmung der Fossilien (Bivalven, Ammoniten) steht noch aus. In einem
dieser Gräben liegt zwischen 1260 und 1280 m Höhe über den fossilführenden Fleckenmergeln eine wenige Meter mächtige Serie von mürben, grünen und roten Sandsteinen
und Crinoidenkalken, dann folgen dunkelgraue, kieselige Schiefer. Die felsige Gipfelpartie des Hecherlsteines wird aus unregelmäßig wechselnden dünnbankigen bis massigen Oberalmer Kalken (bis Tressensteinkalken) gebildet, am Wandfuß findet man
vereinzelt kleine Linsen von meist rotem, dünnbankigem oder knolligem Kalk, bisweilen reich an Ammoniten, wie z . B . westlich des Gwöhnlisteines in 1070m Höhe in
einem steilen Graben nördlich des Gehöftes Egger. Weiter östlich, im Gebiet südlich der
Gnanitzalm, liegen die Oberalmer Kalke direkt auf dunklen Fleckenmergeln, erst am
Sonnwendköpperl schalten sich wieder kieselige Schiefer und verschiedene Jurakalklinsen
dazwischen. Diese Juramulde findet gegen Westen ihre Fortsetzung im Krahstein westlich
von Tauplitz, gegen Osten treten immer wieder Juraschichtglieder auf und lassen sich
wahrscheinlich bis gegen den Pyhrnpaß hin verfolgen, nur wird hier die Tektonik
komplizierter.
Das Gnanitz- und Grimmingbachtal markiert einen Bruch (Teil der Pyhrnlinie), der
den flach gegen Süden fallenden oder schwebend liegenden gebankten Dachsteinkalk
des Toten Gebirges von der Juramulde trennt. An dieser Störung sind vor allem
zwischen der Gnanitzalm und der Langpoltenalm verschiedene Juraschichtglieder, aber
auch ? Gosau und ? Werfener Quarzit eingeklemmt. Auch im Bereich des Sesselliftes
auf die Tauplitzalm finden sich in dieser Position Werfener Schichten und Gosaukonglomerat. Diese Störungslinie läßt sich im hier genannten Bereich kaum als südvergente Schuppengrenze deuten.
Die Mächtigkeit des gebankten Dachsteinkalkes scheint hier im Süden stark abzunehmen, daruntere folgt Hauptdolomit. Weiter im Osten, in den Ursprungsgräben
des Grimmingbaches an der Westflanke der Mölbinggruppe tritt Wettersteinkalk und
-dolomit auf, der am Sumpereck durch ein deutliches Band von „Lunzer Schichten"
vom hangenden Hauptdolomit getrennt ist. In der Umgebung des Jagdhauses Hanselhütte tauchen in tiefer eingeschnittenen Gräben diese „Lunzer Schichten" (dunkle Tonschiefer und Tonsteine, Grob- bis Feinoolith mit Fossilien, graue Sandsteine) fensterartig
unter dem Hauptdolomit auf. Wo dieses karnische Band fehlt, ist die Abgrenzung
zwischen Haupt- und Wettersteindolomit sehr schwierig.
Einige Aufnahmstage wurden auch verwendet, um im Ennstal zwischen Stainach und
dem Gesäuseeingang und im Paltental hydrogeologische Erhebungen durchzuführen.
A 41
Es wurde versucht, alle größeren Wasserversorgungsanlagen (ab etwa 1 1/sec Dauerleistung) zu erheben und zusätzliche Angaben über größere, noch ungenutzte Quellen
zu erhalten.
16.
Bericht über Kartierungsarbeiten auf Blatt Reichraming (69)
Von HEINZ A. KOLLMANN (auswärtiger Mitarbeiter)
Für Kartierungsarbeiten auf Blatt Reichraming standen im Jahr 1970 20 Aufnahmstage zur Verfügung. Da die topographische Spezialkarte noch nicht fertiggestellt ist,
wurde die Kartierung auf Luftbildern im Raum Brunnbach—Großraming fortgesetzt.
Die Gosauschichten wurden von tieferen Kreideanteilen abgetrennt. Innerhalb der
Gosauschichten überlagert eine wechselnd mächtige Schicht von Konglomerat, Feinbreccie und Kalkarenit die tieferen Teile diskordant. Die Diskordanz ist in zwei Steilstufen des südlich von Brunnbach vom Pleissabach abzweigenden Baches (Loibuerbach
der topographischen Karte) schön aufgeschlossen.
Die Nierentaler Schichten des Gebietes bilden eine Serie von Mergeln, Sandsteinen
und Feinbreccien. Blöcke der dünn gebankten Sandsteine und Feinbreccien treten im
nicht aufgeschlossenen Terrain als charakteristische Rollstücke hervor.
17.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Mautern (Blatt 37)
Von ALOIS MATURA
Anschließend an das im Vorjahr begangene Gebiet wurde die Kartierung in der
Nordwestecke des Kartenblattes abgeschlossen und bis etwa zur Linie Loiwein—
Reichau—Dürnstein ausgedehnt. Als Grundlage dienten die Arbeiten von F. BECKE,
L. KÖLBL und L. WALDMANN.
Das Gebiet in der Nordwestecke des Kartenblattes ist aus einer bunten Folge von
Paragneis, Marmor, Kalksilikatgneis, Quarzit, Amphibolit und Orthogneis aufgebaut.
Die Schieferung liegt generell 120/30.
Schon von L. KÖLBL und L. WALDMANN beschrieben, krümmt sich ein Granitgneis
am nordwestlichen Blattrand bei Kornberg in den Blattbereich. Ein weiterer Stoß führt
im Hangenden davon von Attenreith gegen N N W . Dazwischen Paragneise. L. WALDMANN bezeichnete diese Orthogneistypen sowie auch jene unweit nordwestlich Brauhaus
als Spitzer Gneise.
Es ist an dieser Stelle wohl angebracht, aus dem Überblick über das bisher kartierte
Gebiet kurz auf das Problem „Spitzer Gneis—Dobragneis" einzugehen. L. WALDMANN
hat 1938 (Vh, N r . 1—3, p . 44) „nach Übereinkunft mit A. MARCHET an Stelle der
Bezeichnung Granodioritgneis" (nach F. BECKE, gemeint jene bei Spitz an der Donau)
„den geologischen Namen Spitzer Gneis" eingeführt, als Sammelname einer, bestimmten
Gruppe von Orthogneisen granodioritischer, granitischer bis aplitischer Zusammensetzung. C H . EXNER verwendete bei den geologischen Aufnahmen beim Bau der Kampkraftwerke (also vor 1953) erstmals, aber nur vorübergehend, den Namen „Dobragneis" als Arbeitsbegriff. Mittlerweile sind im Zuge der fortschreitenden geologischen
Erforschung des Waldviertels auffallende Unterschiede zwischen jenen Granit- und
Aplitgneisen im Bereich der Dobrasperre gegenüber jenen Granodioritgneisen bei Spitz
bemerkt worden, Zweifel an der Zusammengehörigkeit dieser beiden Gesteinskörper
A 42
aufgekommen (G. FUCHS 1968, M. KHAFFAGY 1968) sowie der Name „Dobragneis"
des öfteren in Diskussionen und Schriften (M. KHAFFAGY 1968, G. FRASL 1970) verwendet worden. Für eine Lösung dieser Frage ist eine genaue Aufnahme des gesamten
in Frage stehenden Verbreitungsgebietes notwendig. Jener auf meinem Blatt liegende
Bereich ist schon auskartiert, daher die Möglichkeit für einen Beitrag zur Lösung dieses
Problems gegeben.
Die beiden tieferen Orthogneiszonen, von Kornberg und jene von Attenreith—
Hohenbort, mit einer Mächtigkeit von mehreren Meterzehnern, sind nach Norden bis
in das Hauptverbreitungsgebiet der „Dobragneise" verfolgbar (nach freundlicher Mitteilung von G. FUCHS). Ein Belegstück südlich von Attenreith erwies granitische Zusammensetzung dieser Gneise. Auch C H . EXNER besuchte Aufschlüsse des Attenreith—
Hohenborter-Zuges im Kremstal nördlich Eppenberg und wies auf die analoge Ausbildung mit den Orthogneisen im Kamptal hin, die er dann doch (Jb. 1953), in Anlehnung an L. WALDMANN, „Spitzer Gneise" nannte.
Jene schon erwähnten, vergleichsweise schmächtigen (nur mehrere Meter dicken)
Orthogneislagen in höheren Positionen (nordwestlich Brauhaus) haben, durch mehrere
Proben belegt, granodioritische bis leucoquarzdioritische, jedenfalls knaf-ärmere Zusammensetzung. Diese Züge treten von SW kommend schon bei Marbach an der Kl. Krems
in diesen Blattbereich ein und ziehen vorbei an Harrau, Gillaus und Albrechtsberg bis
in die Nähe von Brauhaus und von dort weiter gegen N N W . Neben dieser petrographischen Übereinstimmung mit den Orthogneisen bei Spitz fällt auch das enge Zusammengehen mit Quarziten und Aplitgneisen auf, ein Phänomen, das in der HabruckerFalte (Bericht Vh. 1969) ebenfalls zu finden ist. Überdies ergibt ein Vergleich mit dem
von G. FUCHS auskartierten nördlichen Nachbarblatt, daß die fragliche Granodioritgneis-Quarzit-Aplitgneis-Zone, schon auf meinem Blatt von etlichen Marmorzügen
und Graphitgneisen umgeben, nach Norden mitten in die bunte Paragesteinszone des
mittleren Kamptales hineinzieht.
Vorerst, bis auch jener westlich angrenzende Bereich auf Blatt Ottenschlag (betreut
von F. BOROVICZENY) auskartiert ist, kann somit festgehalten werden, daß die Granodioritgneise von Spitz eine auffallende Analogie mit jenen zuletzt behandelten Zonen
hinsichtlich der petrographischen Zusammensetzung und der Verbandsverhältnisse aufweisen. Diese Zonen hingegen, inmitten der Bunten Serie liegend und mit ihr weiter
gegen Norden verfolgbar, lassen einen räumlichen Zusammenhang mit den Orthogneisen beim Dobra-Stausee vermissen.
Über der marmorreichen Zone Marbach—Albrechtsberg—Scheitz liegt mit einigem
Abstand ein Zug von Kalksilikatgneis, der schon im Bericht, Vh. 1970, als Fortsetzung
der Hinterhauser Serie angesprochen wurde. Er ist von SW an Klein-Heinrichschlag
östlich vorbeiziehend bis etwa 300 m südlich von Eis verfolgbar und ist erst wieder in
Aufschlüssen im Bachbett des Gillausbaches etwa 300 m südöstlich von Gillaus zu finden,
von wo er gegen N E in das Tal der Gr. Krems weiterzieht und von dort knapp östlich
an Taubitz vorbei. Hier verliert sich dieser im südlichen Aufnahmsbereich so ungemein
brauchbare Leithorizont und ist nördlich des anschließenden Grabens, der von Lichtenau
gegen SE herunterführt, nur mehr in vereinzelten Lesesteinen zu finden. Im wesentlichen ist das Gleiche über den Verlauf dieses Zuges in diesem Abschnitt schon bei
L. LÖLBL und L. WALDMANN ZU finden. Versucht man nun die Lücke im Verlauf dieser
Zone zwischen Eis und Gillaus durch ein gedachtes Verbindungsstück zu überwinden,
so ergibt sich im Kartenbild eine auffallende, fürs erste störende Flexur mit einem fast
quer zum regionalen Streichen liegenden, NNW-weisenden Mittelteil im Ortsbereich
von Eis. Jedoch eine gleichsinnige, wenn auch gemäßigtere Verdrehung der Streichrichtung zeigt auch die marmorreiche Zone bei Gillaus. Hinzu kommt noch, daß die
A 43
relativ am stärksten aus der Streichrichtung rotierten Mittelteile der Flexur beider
Zonen im Kartenbild in einer Linie liegen. Auch die nordsüd-streichende Lage der
Schieferung mehrere hundert Meter im Liegenden dieses Abschnittes ist noch relativ
weit aus dem regionalen NNE-NE-Streichen gedreht. Das Kartenbild bietet somit den
Eindruck einer embryonalen Blattverschiebung. Dabei wäre an einer gedachten, steilen,
NNW-streichenden Fläche der nordöstliche Bereich gegenüber dem südwestlichen um
etwa 1 km nach N W geschoben worden.
Die amphibolitreiche Zone, nach einer Schiefergneiszone nur wenige hundert Meter
über den Kalksilikatgneisen, ist von dieser tiefgreifenden Flexur völlig unberührt
(Diskordanz?). Der Verlauf dieser Zone ist bei L. KÖLBL und L. WALDMANN schon
genau beschrieben. Sie führt von SW kommend nordwestlich St. Johann vorbei, über
den Zwickel, beiderseits Latzenhof vorbei, durch Felling und wurde vorerst bis südlich
Loiwein verfolgt. Summiert man die gemachten Beobachtungen, so fällt auf, daß in
dieser relativ breiten (ungefähr 1 km) Zone die vereinzelten Serpentinstöcke im Liegenden auftreten, darüber die bunten Hartensteiner Marmore. Die hangenden Bereiche
führen Lagen von granitischen Gneisen mit wechselndem Hornblende-Gehalt und stark
schwankender Mächtigkeit.
Durch eine schmale Zone von Schiefergneisen getrennt folgt darüber Dioritgneis. Er
ist identisch mit dem „körnigflaserigen Dioritschiefer" nach F. BECKE (1882), der auch
schon die Hauptpunkte seines Auftretens (Nöhagen, Grubtal, Seiberer, Dürnsteiner
Steinbrüche) erwähnte und das Gestein eingehend beschrieb. Auch bei L. WALDMANN
ist eine treffende Beschreibung des Nöhagener Vorkommens dieser Dioritgneise zu
finden. Sie sind wechselhaft ausgebildet und in zahlreiche meist nur wenige Meter starke
Lagen aufgegliedert, mit häufig cordierit-führenden Gneisen dazwischen. Ein Flügel
dieses Zuges zieht von ESE kommend durch Nöhagen und südlich daran vorbei bis
zu der waldfreien Anhöhe etwa 400 m südöstlich des Zwickel; der andere Flügel führt
von hier in das Kremstal hinab und endet gegenüber dem Kraftwerksgebäude mit
laxialem Abtauchen. Diese beiden Flügel scheinen eine Synklinale zu bilden mit
B r 070/20. Die gleiche Richtung herrscht hier in der Kleintektonik vor. Nach Süden
setzt sich diese Zone, zuerst von Nöhagen gegen SE laufend, nach einem Bogen westlich
Stixendorf vorbei in den nordwestlichen Teil des Pfaffenmais fort und weiter in das
Grubtal, den Seiberer nächst dem Bildstock in etwa 580 m querend hinab in das
Seibererbachtal. Schwerer kartierbar, weil hangparallel einfallend, sind analoge Dioritgneise auch südwestlich davon zu finden. L. WALDMANN erwähnte schon ein Vorkommen im Graben westlich Kollmitz. Schließlich halte ich auch jene Hornblende-BiotitGneise im Bereich des Eisenbahntunnels von St. Michael zu dieser Zone gehörig. Im
Raum Weißenkirchen—Dürnstein herrscht söhlige Lagerung der Schieferung vor. Es ist
daher nicht schwer, auch jene Dioritgneise, die heuer vom Ausgang des Schildbachgrabens, im Heudürrgraben, im Wenaheidegraben bis in das Pfaffental verfolgt werden konnten, als östliche Fortsetzung dieser Zone zu erklären. Ein Blick auf das
Kartenbild erweist den hohen Leitwert dieser Zone.
Im Zuge der bisherigen Kartierung wurde im Raum Mühldorf—Zwickel—Weißenkirchen eine Großfalte erkannt, über die schon in den vergangenen Jahren berichtet
wurde. Der Verlauf der vorhin beschriebenen Dioritgneise fügt sich widerspruchslos
in dieses Bild. Von jenem schon oben erwähnten Punkt 400 m südöstlich des Zwickels,
bei dem die Dioritgneiszone axial gegen SW auszuheben scheint, ziehen die Paragneisbegleiter der Dioritgneise in einer langen Zunge bis knapp über St. Johann hinaus
nach SW. Sie teilen den aufrechten Liegendschenkel der amphibolitreichen Zone von
ihrem inversen Mittelschenkel. Zu diesem gehören somit jene Amphibolite zwischen
St. Johann und südöstlich von Groß-Heinrichschlag. Sie ziehen von dort zuerst gegen
A 44
NE. Ein äußerer Amphibolitzug, der die Dioritgneiszone fast unmittelbar unterlagert,
beschreibt einen weiten Bogen nördlich um Maigen und Weinzierl herum und reicht
zwischen Weinzierl und Stixendorf bis in das Grubtal, quert den Schleiferbach, den
Seiberer bei der Seiberer-Hütte und führt weiter bis in den Osthang der Buschandlwand. Die inneren Amphibolit-Züge krümmen sich östlich Lobendorf in einem engeren
Bogen nach Süden zur Buschandlwand.
Über den Dioritgneisen folgt eine Zone von Paragneis mit ± episodischen Einlagerungen von Marmor, Amphibolit und Alkalisyenitgneis. Besonders im Raum Weißenkirchen sind diese Paragneise auffallend geädert, aplitisch durchtränkt, was schon seit
langem bekannt und beschrieben ist und zur Bezeichnung „Seiberergneis" führte. Ob
dieses Phänomen der auffallenden Durchaderung auf diese Paragneiszone beschränkt ist
oder aber diskordant zur Schieferung bzw. zu den regionalen Leitzonen liegt, kann ich
bisher nicht entscheiden.
Den Abschluß der gesamten Abfolge bilden im bisher begangenen Raum Weitenberg—
Sandl—Dürnsteiner Waldhütten der Gföhlergneis und seine immer vorhandene Unterlage. Es sind dies undeutlich grob gebankte, gneisartig gefügte, hornblende-reiche
Gesteine (Hornblendegneise bis Amphibolite), nicht selten mit Biotit; typisch, wenn
Amphibolit-Linsen oder -Schollen in einer schlierig gebänderten, leicht gewellten, amphibolitischen Grundmasse schwimmen. Keine Übergänge nach oben oder unten. Es kommen
wohl im Grenzbereich in den unterlagernden Paragneisen Linsen und Lagen dieser
Typen vor, im Kontakt zum Gföhlergneis nicht einmal das. Es ist merkwürdig, daß
der Gföhlergneis in Einzelfällen wohl durch biotit-reiche Schlieren eine hybride Natur
zeigt, im Kontaktbereich zu der immer präsenten amphibolitischen Unterlage dagegen
keinen amphibolitischen Einfluß aufweist.
18.
Bericht über die Aufnahmen im Jahre 1970 auf den Kartenblättern Lanersbach (149) und Zell am Ziller (150) der österreichischen Karte 1 : 50.000
Von GIULIO MORTEANI (auswärtiger Mitarbeiter)
Blatt 149 — Lanersbach
Im Schlegeisgrund wurden die untere Schieferhülle (Greiner Schieferserien) und die
südliche Meta-Tonalitserie im Reischbergkar, dem Furtschaglkar und dem Gebiet bei
„der Stiege" kartiert.
Im Reischbergkar ist eine Serie von zum Teil sehr fein gebänderten Hornblendegarbenschiefern aufgeschlossen. Die stoffliche Zusammensetzung dieser Garbenschiefer
schwankt in weiten Grenzen. Im großen gesehen kann eine südliche Serie von hellen
Garbenschiefern von einer nördlichen Serie von dunklen, sehr hornblendereichen
Garbenschiefern abgetrennt werden. Die Gesteinszusammensetzung einzelner Lagen
kann im cm- bis dm-Bereich zwischen hornblenditisch und aplitisch schwanken. Auch
der Karbonatgehalt der Garbenschiefer ist sehr unterschiedlich. Insgesamt bleibt er
jedoch sehr gering.
Bemerkenswert ist das Auftreten von paragonitführenden Garbenschiefern am W-Grat
des Großen Greiners. Eine mikroskopische Untersuchung des Paragonites zeigt, daß er
in der letzten Phase der Metamorphose nicht mehr stabil war. Er zerfällt bei Erreichen
der Almandin-Amphibolit-Fazies zu Plagioklas und einer noch nicht bestimmten feinen
Fülle (Korund?).
An der Grenze zwischen den Garbenschiefern und der südlich angrenzenden BiotitPlagioklas-Schieferserie (Furtschaglschiefer nach CHRISTA) tritt die Serpentinlinse des
A 45
Totenkopfes auf. Diese zeigt eine mächtige vertalkte Randzone, die schon von CHRISTA
beschrieben wurde.
An der Grenze der Biotit-Plagioklas-Schieferserie zu der südlich folgenden Amphibolitserie tritt bereichsweise ein Meta-Konglomerat stark wechselnder Mächtigkeit auf. Sehr
gut aufgeschlossen ist dieses Konglomerat im Furtschaglbach.
Die an die Biotit-Plagioklas-Schieferserie angrenzende Amphibolitserie führt kleine,
intensiv gefaltete und boudinierte Marmorlinsen mit Kalksilikatlagen.
Die Grenze zwischen der Amphibolitserie und der südlichen Meta-Tonalit-Serie ist
die Scharte zwischen dem Schönbichler Horn und der Furtschaglspitze. Der Kontakt ist
in seinem weiteren Verlauf nach Westen im Furtschaglkar meist scharf. Es fehlt der
breite Migmatitkontakt, wie er weiter im Osten an dieser Stelle des Profils typisch ist
(Oberer Zemmgrund, Stilluptal).
Die Gesteinszusammensetzung des südlichen Meta-Tonalitzuges ist im Schlegeistal
deutlich saurer als im Oberen Zemmgrund. Im Oberen Zemmgrund herrschen tonalitische bis dioritische Stoffbestände vor, während im Schlegeistal die Zusammensetzung,
besonders im nördlichen Teil der Serie, überwiegend granitisch ist.
Bemerkenswert ist im Gebiet Furtschaglkar—„Auf der Stiege" ein von Osten nach
Westen zunehmendes Versteilen der Achsen von 20 Grad auf 60 bis 70 Grad SWEinfallen. Die Achsenverteilung ist sowohl in den Biotit-Plagioklas-Schiefern (Furtschaglschiefer) wie auch in den Amphiboliten und den Meta-Tonaliten zu messen.
Im Zamser Grund und im Haupental wurde die streichende Fortsetzung nach Westen
der im Sdilegeisgrund in großer Mächtigkeit anstehenden Augen- und Flasergneisserie
und Greiner Schieferserien kartiert. Die Grenze der Augen- und Flasergneise gegen die
untere Schieferhülle verläuft vom Tuxer Joch über den Geier und den SW-Grat des
Kleinen Hochstellers. Diese Grenze ist im Gelände morphologisch sehr gut ausgeprägt.
Entlang des Kontaktes zur unteren Schieferhülle sind die Augen- und Flasergneise
in einer Tiefe von ca. 300 Meter quer zum Streichen stark vergneist. Die Vergneisung
nimmt kontinuierlich nach N W hin ab. Der Kontakt zwischen der unteren Schieferhülle
und den Augen- und Flasergneisen ist im Haupental und am Pfitscher Joch, wie schon
weiter im Osten auch, als tektonisdier Parallelkontakt ausgebildet. Er läßt keine Angaben
über das Alter der beiden Serien zu.
Die untere Schieferhülle (Greiner Schieferserie) beginnt im Haupental und Zamser
Grund am Kontakt zu den Augen- und Flasergneisen mit Konglomeraten und Serpentinlinsen. Als Gerolle in den Meta-Konglomeraten treten Meta-Aplite, helle Gneise,
Biotit-Plagioklas-Gneise und helle Augen- und Flasergneise auf. Bisher konnten keine
Gerolle tonalitischer Zusammensetzung gefunden werden. Auch in der Literatur fehlen
Hinweise auf solche Gesteine als Geröllkomponenten. Die Meta-Konglomerate keilen
im Sdilegeisgrund aus. Auf die beschriebenen Meta-Konglomerate und Serpentine folgt
nach Süden eine mächtige Serie von Garbenschiefern. Sie stellen die westliche Fortsetzung der im Reischbergkar und Großen Greiner anstehenden Garbenschieferserie (siehe
oben) dar. Im Südteil der Garbenschiefer tritt eine Serie von gelblich verwitternden
und reichlich pyritführenden, dünnplattigen, weißen Schiefern auf. Diese Schieferserie
keilt im Sdilegeisgrund aus.
Blatt 150 — Zell am Ziller
Auf Blatt Zell am Ziller wurde im Oberen Zemmgrund am Schwarzensteinsattel der
Kontakt zwischen dem südlichen Meta-Tonalitzug und den nördlich angrenzenden hellen Gneisen kartiert. Von dort kommend schwenkt die Grenze der Meta-Tonalitserie
nach N W und verläuft über den vorderen Teil des Roßrückens und des Saurüssels.
In den hellen Gneisen des Mörchners sind flach nach Norden einfallende s-Flächen
zu messen.
A 46
19.
Bericht über Aufnahmen auf Blatt Dornbirn 111
Von R. OBERHAUSER
Im Sommer und Herbst 1970 wurde die Kartierung auf den Blättern 111/4-N und
111/4-S im Dornbirner Achtal im Maßstab 1 : 10.000 weitergeführt und auf den Blättern 111/3-N und 111/2-S Ergänzungsbegehungen im Gebiet Unterklien—Steckenwegen
durchgeführt. Daneben wurde wiederum die schwierige Falte von Hohenems weiter
erforscht.
Die Kartierung des Dornbirner Achtales bis zur Wasserscheide zum Mellental auf
Blatt Dornbirn Süd ist damit dem Abschluß nahe. Lediglich das Gebiet Untersehren—
Obersehren—Hasengerach wurde noch nicht begangen. Dabei zeigte sich, daß nach
einer Unterbrechung von etwa 7 km der Flysch der Hohen Kugel im Gebiet von
Rudach—Müselalpe wieder erhalten blieb. Der Flyschsandstein beginnt am Grat Kobelalpe—Müselalpe auf etwa 1200 m und endet am Grat von der Kote 1319 der Müselalpe nach Nordwesten auf 1260 m. Er erstreckt sich in einer Breite von ca. 500 m nach
Osten. Es handelt sich um eine relativ dünne Flyschsandsteinplatte, welche allseitig
unterlagert wird von Oberkreide-Leimernmergeln mit Globotruncanen. Die WildflyschZone ist nur rudimentär ausgebildet. Der gesamte Flysch ist weitgehend in Blockwerk
zerfallen, stark verwachsen und oft von Moränen bedeckt, so daß er bisher wohl übersehen wurde. Die weitere Erstreckung des Vorkommens nach Osten soll heuter untersucht werden. Im Gebiet zwischen Hoher Kugel und Müselalpe gibt es nicht nur keinen
Flysch, sondern auch keine Elemente der Schuppenzone. Die Unterkreide kommt hier
viel großflächiger an die Oberfläche als erwartet und die Synklinalen sind stark ausgeräumt. Eine dichte Beprobung dieser Synklinalen in den Bachaufschlüssen ergab immer
wieder Amdener Schichten des Coniac bis Unter-Campan und etwas Wangfazies des
Ober-Campan-Maastricht in den Synklinalkernen. So finden sich Wangschichten in der
Gunzenach etwa auf 1040 m und weiterhin oberhalb der Gunzenmoos-Alpe durchlaufend bis zur Bachgabel im Laubach-Bach auf 1070 m. Den Laubach-Bach abwärts
folgt dann, nach Amdener Schichten ein bisher nicht bekanntes Unterkreidegewölbe mit
einem Schrattenkalkkern unter oberen Drusbergschichten, Gault und Seewerkalk, stirnend nahe der Straßenbrücke zur Kobelalp etwa auf 940 m. Diese Ausbildung von Drusbergschichten-Fazies über dem typischen Schrattenkalk findet sich in diesem Gewölbe
auch in jenem Bach, der von der Sattelalpe zur Dornbirner Ach führt, von 840 bis 900 m.
Komplizierte Verfaltungen wurden im meist stark überkippten Übergangsbereich
zwischen dem Unterkreide-Antiklinorium der Mörzelspitzkette und dem vorgelagerten
Synklinorium zwischen Wäldle-Alp und Laubachalp allenthalben angetroffen, ähnlich
wie im Südwesten zwischen Firstkette und dem gleichen Synklinalzug, dem Synklinorium Fraxern—Hohe Kugel.
Wiederum wurde die Falte von Hohenems besucht und wieder kommen neue Vorstellungen zur Klärung der komplizierten Verhältnisse. Wie geplant wurden die längs
der Straße nach Emsrütti anstehenden Mergel für mikropaläontologische und nannopaläontologische Untersuchungen durchgehend beprobt. Dabei konnten im Graben an
der Straße südöstlich Schloß Glopper Amdener Schichten sichergestellt werden, ebenso
straßenabwärts am Schloßberg in den bergseitigen Mergelaufschlüssen an der Straße
anschließend an den Schrattenkalkaufschhiß auf 550 m abwärts bis zur Brücke zum
Tugstein. Über dem Bach liegen hier Eozänmergel (vgl. Aufnahmsbericht 1970). Weiter
straßenabwärts kommen zunächst Drusberg-Schichten und Schrattenkalk an die Straße
und letzterer wird weiter straßenabwärts von Eozänmergeln unmittelbar überlagert.
Der Lagerplatz im Schuttabbau bringt wiederum eine Amdener Fauna. Bei der BeurteiA47
lung der einen Grünsandstein begleitenden Mergel an einem hier beginnenden Fußweg
zum Schloßberg widersprechen sich Nannobefund von H . STRADNER und Foraminiferenuntersuchung. STRADNER fand ausschließlich Oberkreide-Coccolithen, ich konnte
neben reichlich Globotruncanen einige Tertiärglobigerinen finden — also Umlagerungserscheinungen, von der Oberkreide ins Eozän. Die Deutung der Verhältnisse bleibt
also schwierig. Bei einer gemeinsamen Begehung mit W. RESCH wurde auch die Möglichkeit einer etwa im Streichen laufenden Störung diskutiert, welche das Gebirge
gegenüber der Hohenemser Falte absetzt und auch das Fehlen des Hangendschenkels
der höheren Unterkreide oberhalb Klien erklären könnte. Profilschnitte, die zur Zeit
für das Heimatbuch von Hohenems angefertigt werden, werden in diesem Sinne gezeichnet. Ähnliche Störungen mit Absenkung des Südostteiles gibt es ja auch am Kummenberg. Dabei bleibt aber die Möglichkeit einer Eozäntransgression weiter im Gespräch
und wird durch die massive Oberkreide-Umlagerung ins Eozän neu gestützt.
Durch neue Bemühungen scheint nun endlich auch der tektonische Aufbau des Schloßberges weiter erhellt zu werden. In den unter dem am Hang rasch ansteigenden Kieselkalk oberhalb des Steinbruches auftretenden Mergeln konnte W. FUCHS folgende Drusberg-Schichten belegende Mikrofauna bestimmen: Patellina subcretacea CUSHMAN SC
ALEXANDER, Ceratolamarckina austroalpina FUCHS, Conorboides glabra FUCHS, Gavelinella barremiana BETTENSTÄDT, Glomospirella gaultina (BERTHELIN), Lenticulina
(Astacolus) calliopsis (REUSS), Oberhauserina barremiana FUCHS, Lingulina corcula
MICHAEL.
Am Talrand weiter nach Südwesten findet sich ca. 400 m nordöstlich der Pfarrkirche
am Hangfuß im Schutt ein Großblock-ähnlicher steiler Kalkfelsen. Ein Dünnschliff
(71-53) erbrachte große Dictyoconiden und damit ist sowohl Schrattenkalk als auch
sein Anstehen in einer Liegendschenkelposition wie bei Klien bewiesen. Es steht ja
bergwärts darüber nur Kieselkalk und Valangien an. Steigt man im Wald aufwärts, so
findet man auf ca. 490 m die steil westfallende bis überkippte Altmannschicht mit
Belemniten, Muscheln und Seeigeln auf dem Kieselkalk angeklebt. Ein von unmittelbar
südlich des vorher erwähnten Schrattenkalkfelsens über die Burgwiese verlaufender
Bruch staffelt das vom Palast her steil ansteigende Hohenemser Gewölbe hier noch
einmal hinunter und trennt den Schloßberg in zwei auch morphologisch deutliche Teile.
Ein südwestlicher Teil mit der Burgruine hat über der Talebene nur den Faltensüdschenkel und die steil ansteigende Faltenachse aufgeschlossen, ein nordöstlicher Teil zeigt
ein im Kieselkalk fast ganz geschlossenes Gewölbe sich biegend vom inversen NordwestSchenkel über die Faltenachse zum steilen Südost-Schenkel. Weiter nach Nordosten folgt
dann das Durchbruchstal vor Schloß Glopper.
Im Schuttabbau-Aufschluß oberhalb Oberklien, wo ich 1969, S. A 42, Barreme
mikropaläontologisch belegen konnte, in einem Mächtigkeitsabstand vom inversen
Kieselkalk von ca. 25 m, liegt nun auch eine neue Faunen-Liste derselben Proben vor.
W. FUCHS bestimmte nun tiefes Mittelbarreme, im Anschluß an seine Bearbeitung der
Mikrofauna der unteren Drusbergschichten vom Ranzenberg, mit folgenden Formen:
Haplophragmoides rugosus CUSHMAN & WATERS, Dorothia kummi (ZEDLER), Dorothia
trochus (ORBIGNY), Trochammina sp., Lenticulina (Astacolus) planiuscula (REUSS),
Lenticulina (Astacolus) calliopsis (REUSS), Lenticulina (Astacolus) soluta FUCHS, Lenticulina (Lenticulina) gaultina (BERTHELIN), Lenticulina (Lenticulina) subalata (REUSS),
Lenticulina (Lenticulina) nodosa (REUSS), Lenticulina (Lenticulina) secans (REUSS),
Vaginulina kochii ROEMER, Globulina prisca (REUSS), Globulina exserta (BERTHELIN),
Spirillina minima SCHACKO, Turrispirillina subconica TAPPAN, Patellina subcretacea
CUSHMAN &ALEXANDER, Hedbergella
trifolia
A 48
ventriosa
FUCHS, Trocholina paucigranulata
FUCHS, Hedbergella
MOULLADE, Trocholina
sp.,
sp.,
Schackoina
Conorotalites
bartensteini (BETTENSTÄDT), progressiv, fGavellinella sp., vielkammerig, Ceratolamarckina austroalpina FUCHS, Epistomina sp., ?V'alvulineria sp., große, glatte Ostrakoden, skulpierte Ostrakoden (u. a. Protocythere), Seeigelstachel. Weitere 3 m unterhalb
wurden bestimmt: Haplophragmoides mgosus CUSHMAN & WATERS, Glomospira charoides (PARKER & JONES), Lenticulina (Lenticulina) pseudoatberia FUCHS, Lenticulina
(Lenticulina) sternalis (BERTHELIN), Lenticulina (Lenticulina) sp., Patellina subcretacea
CUSHMAN & ALEXANDER, Seeigelstachel.
Kartierungsmäßig ließ sich der inverse Kieselkalk in der Felswand oberhalb Unterberg nach Nordosten weiterverfolgen, wo er dann in der Steilwand vor der BreitenbergSchutthalde talwärts abzusteigen scheint.
Im weiteren Verlauf des Götzner Gewölbes nach Nordosten tauchen nun südlich der
Hinterberg-Alpe nördlich Ebnit ohne Vermittlung von Kieselkalk Valangien-artige
Kalke und Mergel auf mit typischen Austern-Luchamellen. Auch an der Ebniter Straße
auf ca. 710 m etwa 500 m südlich des Einlauf es des Staufensees gibt es Valangienähnliche Fazies ohne klare Abgrenzungsmöglichkeit zu den Drusbergschichten. Es erhebt
sich also die Frage, ob das im Staufenspitz-Gewölbe im Gebiet von Schuttannen beobachtete Fehlen des Kieselkalkes sich hier quer zum Streichen in das anschließende
Götzner-Gewölbe fortsetzt? Es soll versucht werden, ausgehend von gesicherten Fundpunkten, durch mikropaläontologische Untersuchungen diese Frage zu klären, wobei
allerdings der meist schlechte Erhaltungszustand der Mikrofauna in den Schlämmproben
die Arbeit schwierig machen dürfte.
Die Bemühungen von H . STRADNER um die Einstufung unserer Jungschichten erbrachte
für die typischen hellen Globigerinenschiefer, die an der Straße Laterns—Furx sofort
über dem Gault einsetzen, in höheren Partien Mitteleozän-Discoasteriden.
20.
Aufnahmsbericht 1970, Blatt Rechnitz (138)
Von ALFRED PAHR (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Berichtsjahr wurde die Südabdachung des Hirschenstein-Geschriebensteinzuges kartiert und auf der Nordabdachung Revisionsbegehungen vorgenommen.
Außerdem wurde besonders der Grenzraum der Blätter Oberwart und Rechnitz im
Bereich der Redinitzer Schiefer untersucht, um eine Vorstellung von den Lagebeziehungen
zwischen der Ost- undWesthälfte der Redinitzer Schieferinsel zu gewinnen, die zum
Teil beträchtliche Unterschiede in Serienbestand bzw. Fazies zeigen.
Die Nordabdachung des Rückens Hirschenstein—Geschriebenstein zeigt einen einförmigen Aufbau aus vorwiegend pelitischem Sedimentmaterial: Feinkörnige, gebänderte Quarzite (besonders schön erschlossen im Großen Steingraben), im benachbarten
Kleinen Steingraben tritt Wechsellagerung (im mm-Bereich) mit tonigem Material auf.
Hier kommt es auch infolge der größeren Mobilität der semitischen Zwischenlagen zu
starker Fältelung und Walzenbildung. Gegen das Hangende zu erfolgt ein allmählicher
Übergang in kalkige Phyllite. In diesem Serienabschnitt sind auch häufig Lagen von
Karbonatquarzit festzustellen (Osthang Salzriegel zum Gossbach, Nordabdachung des
Kleinen Hirschenstein, Pkt. 836 m).
Hervorzuheben ist die im Bereich S Lockenhaus bis zur Margarethen-Warte und auch
in einzelnen Lappen weiter südlich auftretende intensive Rotfärbung des Quarzits. Es
dürfte sich bei dieser Erscheinung aber kaum um einen stratigraphisch auswertbaren
Unterschied handeln, eher scheinen dafür Lösungsvorgänge in Frage zu kommen.
A 4 Verhandlungen 1971
A 49
Diese Gleichförmigkeit im Aufbau wird auch durch das bekannte Vorkommen von
Saussurit-Hornblendegabbro von Glashütten unterbrochen. Ein recht grobkörniger
Gabbro (der randlich auch feinkörnige Partien zeigt), steckt hier in dem erwähnten
Quarzit bzw. Quarzphyllit.
Ein wesentlich mannigfaltigeres Bild zeigt die Südabdachung. Hier tritt am Südrand
im Raum Rechnitz—Althodis—Podgoria ein breiter Grünschieferstreifen auf, darunter
N Marktbodis in zahlreichen Steinbrüchen aufgeschlossen eine bis 20 m mächtige Bank
von grauem Kalkserizitschiefer.
Im Zusammenhang mit dem Grünschiefer sind auch einige Serpentinvorkommen vorhanden, das bekannte, mit Asbestbildung verbundene Vorkommen W Rechnitz sowie der
größere Komplex des Großen Plischa (Pkt. 661) im westlichen Randbereich des Blattes.
Die Lagerungsverhältnisse im Bereich zwischen Rumpersdorf und Glashütten (westlicher Blattrand) werden durch den Serpentinstock von Kleiner und Großer Plischa
(Pkte. 683 und 661) beherrscht, die umgebenden Schiefer passen sich dem Umriß der
Intrusivmassen des Serpentins an. Es haben aber zweifellos auch horizontale Bewegungen in diesem Raum stattgefunden mit Schubrichtung nach N E bzw. ENE. Dies
wird klar durch das Einfallen der östlich des Serpentinstockes gelegenen Grünschiefer
unter den Serpentin. Auch die B-Achsen und Streichrichtung einzelner Kalkphyllitzüge
im Bereich östlich der Serpentinmasse (z. B. am „Bremsberg") lassen die Einengungstendenz in dieser Richtung erkennen.
Der aus dem Erdödy-Graben nach N N W gegen die Kleine Plischa hinaufziehende
Graben läßt diesen Bau im Detail gut erkennen (Kalkphyllit mit Grünschiefer und Serpentin verschuppt), aber auch im Raum nördlich und westlich Ober-Podgoria zeigt
sich immer wieder die starke Durchbewegung von Kalkphyllit und Serpentinschollen.
Im neuen Serpentinsteinbruch im Schwarzgraben, etwa 1 km vom Eingang entfernt,
tritt auch eine größere Bank von „Edelserpentin" (chloritischer Feinantigoritit) auf.
Bei Revisionsbegehungen im Raum W Glashütten wurden im Bereich des Grünschieferkomplexes Lagen mit zahlreichen Blasenhohlräumen und reichlicher Epidotbildung (Spilite?) gefunden.
21.
Bericht 1970 über Aufnahmen am St. Wolf ganger Schafberg und an der N-Seite
der Osterhorngruppe (Blätter 65, 94, 95)
Von BENNO PLÖCHINGER
Für die Fertigstellung der geologischen Karte des Wolfgangseegebietes 1 : 25.000 wurden noch einzelne Begehungen am St. Wolfganger Schafberg und an der Flysch-Kalkalpengrenze durchgeführt und vor allem die Aufnahmen an der N-Seite der Osterhorngruppe abgeschlossen.
Die auf der geologischen Karte der Schafberggruppe 1 : 75.000 von E. SPENGLER,
1911, als Plassenkalk verzeichneten Partien des S t . W o l f g a n g e r
Schafberg e s erwiesen sich teilweise als rhätisch-liasische Gesteine. So handelt es sich bei den
massigen Kalken der H o c h w ä n d , des B r e n n k o g e l s und der Erhebung
W des F e r i e n h o r t e s S t . W o l f g a n g nicht um Plassenkalk, sondern um
einen hellen, vom liasischen Crinoidenkalk durchzogenen Rhätkalk.
Demgegenüber können die Biomicrite und -sparite des F a l k e n s t e i n e s , des
V o r m a u e r s t e i n e s , des L u g b e r g e s und des B ü r g i s t e i n e s weiterhin
zum tithonen Plassenkalk gezählt werden. Die in der Folge angeführten Fossilien hat
mir Herr Dr. A. FENNINGER aus einer größeren Anzahl von Dünnschliffen bestimmt;
ich möchte mich hier herzlich dafür bedanken.
A 50
Der fast weiße, körnige Piassenkalk des Falkensteines führt Protopeneroplis striata
WEYNSCH., Thaumatoporella parvovesiculifera (RAINER), Dasycladaceen (Macroporella
oder Pianella) und Globochaeten, der Kalk des Vormauersteines und eine W des
Schwarzensees, an der Kote 962, von der großen Plassenkalkmasse des Lugberges
abgetrennte Teilscholle ebenso die Foraminifere Protopeneroplis striata WEYNSCH.
Bei den Flyschaufschlüssen am A l l g ä u w e g N d e s F u s c h l s e e s liegt nicht
mürbsandsteinführende Oberkreide vor, sondern, wie es mir Herr Dr. S. PREY bei einer
Exkursion freundlicherweise berichtigte, Oberkreide der Zementmergelserie. ENE- bis
NE-fallende, dunkelgraue, mergelige Sandsteine wechsellagern hier mit metermächtigen
Mergelschiefern. Obere bunte Schiefer sind im E-W verlaufenden Graben nächst der
Kote 743 aufgeschlossen.
Nach den bei Gehöft Wald W P l o m b e r g an den Zementmergeln ersichtlichen
Solmarken befindet sich das Hangende des steilgestellten Gesteines im N . Der Flysch
ist demnach am Kalkalpenrand stark zusammengeschoppt worden.
S d e s M i t t e r s e e s , der auch unter der Bezeichnung „Grünsee" bekannt ist,
ist im rhätisch-liasischen Gipfelkalk des Schafberges eine sicherlich zur altkimmerischen
Phase erfolgte Zerreißung und damit einhergehende Füllung mit buntem Mittelliaskalk
ersichtlich. Die dort aus der vertikalen Schichtfolge ablesbare, wahrscheinlich zur jungkimmerischen Phase erfolgte Ausbildung einer gegen N überkippten, liegenden Falte
scheint am ebenso von Crinoidenkalk durchzogenen, rhätischen Massenkalk des S p a rb e r g i p f e l s S S t r o b l eine äquivalente Erscheinung zu finden. Ein in etwa
1400 m Seehöhe in den hellen Massenkalken eingeschalteter, ammonitenführender
Klauskalk und ein wie dieser nur metermächtiger Radiolarit lassen sich mit dem E-W
streichenden Mittelliaskalk W der S t a d i m a n n a l m in Verbindung bringen und
als Kern einer jungkimmerisch angelegten, liegenden Falte deuten. Unmittelbar S davon
verläuft, parallel zu dieser Synklinale, eine im normal unterlagernden, norischen Plattenkalk ausgebildete, aufrechte Antiklinale. Sie ist von der Schartenalm aus gut zu überblicken.
Am E-Hang des S p a r b e r h o r n e s werden die genannten norischen bis mittelliasischen Ablagerungen mit ausgeprägter Diskordanz von mittelsteil SE-fallenden,
wechselfarbigen Oberalmer Kalken transgressiv überlagert. In dieses Gestein, das vorher als Liasspongienkalk angesehen wurde, schneidet die K l a m m d e s S t r o b l e r
W e i ß e n b a c h e s ein. Die mikropaläontologische Überprüfung dreier Dünnschliffe
durch Dr. W. FUCHS und Dr. R. OBERHAUSER erbrachte neben Formen der Gattungen
Valvulina, Textularia, Quinqueloculina, Ophthalmidium,
Glomospira,
Glomospirella
und Lenticulina die malmische Leitform Trocholina elongata (LEUPOLD) (det. R. OBERHAUSER.
Die Prüfung der vorwiegend sandigen Neokommergel, die zwischen Vitz/Berg
und dem Gelände N der Bleckwandhütte, am neuen F a h r w e g z u r S c h w ä r z e n e c k a l m , aufgeschlossen sind, führte zur Einsicht, daß sie gegen das Gehöft
Vitz/Berg von aptychenführenden Schrambachmergeln und diese, gegen das normal
Liegende, von verruschelten, dünnschichtigen Oberalmer Mergelkalken abgelöst werden.
Die sandigen Mergel können hier folglich nicht mehr, von den tirolischen Ablagerungen
getrennt, als fensterförmig zutagetretende, bajuvarische Ablagerung betrachtet werden.
Auch die sandigen Neokommergel an der V o r d e r l e i t e n h ü t t e , die im Schlämmrückstand die gleichen linsenförmigen Problematika wie die sandigen Mergel an der
Schwarzeneckalmstraße aufweisen, dürften, so gesehen, der zerschlissenen tirolischen
Rahmenzone des Strobler Klippen-(Ultrahelvetikums-)Flyschfensters zugehören.
Bei den Revisionsbegehungen an der B l e c k w a n d wurden die innerhalb der
wechselfarbigen Oberalmer Kalke liegenden fein- bis mittelkörnigen Barmsteinkalklagen
A4*
A 51
gesondert ausgeschieden. Die Schichtfläche der höchsten Barmsteinkalklage formt einen
Teil des Bleckwand-SW-Hanges. Aus dem Oberalmer Kalk im Liegenden dieser mächtigen Barmsteinkalkbank wurde am Steig von der Bleckwandhütte zur Niedergadenalm
in 1250 m Seehöhe ein gut erhaltenes Exemplar eines Usseliceras
(Subplanitoides)
schwertschlageri ZEISS gewonnen, eine Form, die nach A. ZEISS (1968, S. 71) vom
mittleren Unter-Tithon bis zum unteren Teil des oberen Unter-Tithon Verbreitung
findet.
Gegen SW werden die synklinal gelagerten, malmischen Sedimente der Bleckwand
von den triadischen Ablagerungen der
Schwarzeneckalm-Antiklinale
abgelöst. Als höchster triadischer Anteil dieser im achsialen Kern aus Hauptdolomit
aufgebauten Antiklinale sind die Kössener Schichten zu nennen. Das wasserstauende,
mergelreiche Sediment gibt zwischen der Schwarzeneckalm und der Wetzleralm Anlaß
zum Austritt von Quellen.
N der P i l z n e r a l m , wo sich in einem Wasserriß in schwarzen, weichen Mergelschiefern der Kössener Schichten dünne, boudinagenförmig zerrissene Mergellagen finden, erwiesen sich die erstgenannten als außerordentlich reich an Foraminiferen. Unmittelbar an der Almhütte ist den Kössener Mergeln eine 50 m lange, N-S streichende
Riffkalkknolle eingeschaltet, die neben Einzel- und Stockkorallen auch kleine Megalodonten führt.
WSW der H o f e r b a u e r n a l m sind im Graben vor einer Steilstufe die Malmbasisschichten aufgeschlossen. Sie lassen sich hier, wie vielerorts im Bereich der Nördlichen Osterhorngruppe, in die etwa 10 m mächtigen, roten Radiolarite und in die hangenden, grünlichgrauen, kieseligen Mergel gliedern. Im Radiolarit wurde gelegentlich
einer mit Mitgliedern der Universität Erlangen durchgeführten Exkursion ein Belemnites sp. gefunden.
Den sanft SSE-fallenden, dünnschichtigen, mergeligen Oberalmer Schichten ist unterhalb des W i n d k o g e l g i p f e l s (K. 1547) eine mächtige Barmsteinkalkbank eingeschaltet. Sie streicht über die T h o r h ö h e (K. 1482) zur H ö p l i h ü t t e , bildet
dort zwischen den Koten 1432 und 1525 eine Verebnung und streicht dann weiter in
den gegen N E abfallenden Steilhang der Kote 1533.
Gegen W fallen die jurassischen Ablagerungen des W i n d k o g e l s sanft zur Muldenzone des W i e s l e r h o r n e s ein. Der in ihnen eingeschnittene H ö ß k a r g r a b e n schließt etwa 50 m ENE seiner Gabelung sanft ESE-fallende, dm- bis 1h m
gebankte, etwas knollige, gelblichbraune Liaskalke und, 30 m davor, den bezeichnenden,
dm-gebankten, roten Radiolarit der tiefsten Malmbasisschichten auf. Knapp S davon
überlagern die dm-gebankten, grauen und grünlichgrauen, kieselig-plattigen Malmbasisschichten. Die bunten, ammonitenreichen, zum Teil crinoidenspätigen Liaskalke der
H ö ß k a r a l m zeigen sich von einem Plattenkalk unterlagert und von einem grauen,
kieseligen Mergelkalk überlagert; die Radiolartite dürften auf Grund einer schichtparallelen Übergleitung fehlen.
Am Weg von der S c h a f b a c h a l m zur P i l l s t e i n a l m quert der Steig an
der Z w ö l f e r h o r n - W - S e i t e in 1075m Seehöhe den von ENE kommenden
S a u b a c h g r a b e n . Im tieferen Grabenteil ist den Kössener Mergelkalken eine
etwa 10 m mächtige Lithodendronkalklage eingeschaltet, während im Graben über
dem Steig eine vom tiefen Lias über den Dogger reichende Schichtfolge vorliegt. Die
Serie wurde von Meter zu Meter studiert und in einem Mächtigkeitsprofil festgehalten.
Sie umfaßt 20 m mächtige, vorwiegend graue, mergelige Ablagerungen, zu welchen
± weiche, ammoniten- und molluskenführende Mergel, graue, sandige Plagiostomenkalke sowie Liashornsteinkalke zählen und etwa 10 m mächtige, vorwiegend bunte
Ablagerungen: Ziegelrote, schiefrig-sandige Kalke, bunte, kieselige Kalke, rote KnollenA52
Plattenkalke. Etwa 10 m mächtige, graue, sandige Kalke schalten sich zwischen den
genannten, sicher liasischen Ablagerungen und den wechselnd roten, sandigen und zum
Teil knollig-flaserigen Kalken ein, die auf Grund eines darin gefundenen Stephanoceras
cf. humphriesianum bereits dem Dogger zugehören dürften.
Zusätzlich zu der im Bericht des Vorjahres aus den bunten Kiesel- und Radiolaritschichten der Malmbasis angegebenen Mikrofauna und -flora kann nun mitgeteilt werden, daß die kieseligen, mit rotem Sandkalk wechsellagernden Kalke der L o i b e r sb a c h h ö h e neben den Radiolarien und Calpionellen auch die aus dem DoggerMalm-Bereich bekannten Pa/eotrix-Kalkfilamente führen und daß am B r e i t e n b e r g
eine im Hangendbereich der kieseligen Ablagerungen eingeschaltete Onko-bio-sparitLage Dasycladaceen, Protopeneroplis striata WEINSCH. und miliolide Foraminiferen
(det. FENNINGER) aufweist.
Bei der Revision der Aufnahme von Herrn Dr. W. FRISCH an der S-Seite des F a is t e n a u e r S c h a f b e r g e s ergaben sich Änderungen bei der Abgrenzung der einzelnen jurassischen Schichtglieder. Außerdem wurden neben dem Plattenkalk auch die
Kössener Schichten und die in deren Hangendniveau eingeschalteten Lithodendronkalklinsen zur Ausscheidung gebracht.
Ein E von F a i s t e n a u , an der Ostseite des S c h m i e d h o r n e s , vom Gehöft
Kesselmann ausgehender, neuer Fahrweg schließt an der Kehre in 820 m Seehöhe einen
sanft ENE-fallenden, bräunlichgrauen, gelegentlich rötlich gefärbten, mergeligen Liashornsteinkalk auf, dem graue bis grünlichgraue, weiche Mergel zwischengeschaltet sind.
In 860 m Seehöhe zeigen sich in der sanft NE-fallenden Serie die normal unterlagernden,
dünnbankig-knolligen Adneter Kalke.
Beim Bau der Wolfgangsee-Bundesstraße wurde E S t . G i l g e n der nördliche
Flügel der in WNW-ESE-Richtung streichenden Randsynklinale des Osterhorn-Tirolikums angeschnitten. W der F r a n z o s e n s c h a n z e erkennt man, daß es durch
Stockwerkbewegung zwischen dem Hauptdolomit und den Oberalmer Schichten zu
weitgehenden tektonischen Reduktionen gekommen ist: Der Plattenkalk ist nur mehr in
metermächtigen Linsen über dem ebenso bereits zerscherten Hauptdolomit erhalten
geblieben und die zu Glanzschiefern verwalzten, rhätischen, dunklen Mergel, die
ebenso weitgehend reduziert erscheinen, greifen tief in die Scherklüfte des Hauptdolomites ein. Als sicher dem Lias zugehörende, linsenförmig verwalzte und nur wenige
Meter mächtige Ablagerungen im Hangenden der genannten triadischen Schichtfolge
sind der graue Crinoidenkalk, der Enzesfelder Kalk und der Adneter Kalk zu nennen.
Das völlige Fehlen der kieseligen Malmbasischichten läßt darauf schließen, daß sich in
ihrem Niveau die bedeutende schichtparallele Übergleitung des Hangendstockwerkes
abgespielt hat.
22.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen am Anninger; Revision Schwechattal,
Blatt 58
Von BENNO PLÖCHINGER
Dem Auftrag, den Wiener Hausberg A n n i n g e r neu im Maßstab 1 : 10.000 aufzunehmen, kam ich um so freudiger nach, als sich das Gelände an jenes der inzwischen
erschienenen geologischen Karte des Schwechatal-Lindkogelgebietes anschließt. In 20 Aufnahmstagen konnte der Abschnitt Hinterbrühl—Gaaden—Gumpoldskirchen, vorerst
zum Teil weitmaschig, bearbeitet werden.
Die E-W streichende Anningermulde ist ein Teil der Lindkogel-Schuppe und ist, wie
schon H . KÜPPER in seiner 1927 erschienenen Anningerarbeit hervorgehoben hat, weiter
in Teilschuppen zu gliedern.
A 53
Die südliche Dachsteinkalkbegrenzung des steil SE-fallenden Jurakalkvorkommens
N des H a n g e n d e n s t e i n e s und die Geländeformung verweisen auf eine etwa
dem L a n g e n w e g parallel laufende E-W-Störung. Der Dachsteinkalk ist rotklüftig,
hellbräunlichgrau bis mattgrau, dünnbankig-plattig. Zwischen der Breiten Föhre und
dem Hangendenstein weist er gelegentlich die Rotfärbung eines Starhembergkalkes auf.
Das etwa 500 m lange wie breite Dachsteinkalkvorkommen im L i e c h t e n s t e i n s c h e n F o r s t ist an N-S streichenden Störungen zwischen dem S-fallenden Hauptdolomit der Koten 419 und 435 eingesenkt. Es liegt in der südlichen Verlängerung des
N-S streichenden Einbruchstreifens an der M e i e r e i , wo sich zwischen den Hauptdolomitrücken des Husarentempels und der Burg Mödling miozäne Breccien erhalten
haben.
Der sanft SE-fallende Hauptdolomit N Gasthof K r a u s t e L i n d e wird im
S normal von Dachsteinkalk überlagert. Am aufgelassenen Wh. K a i s e r g e r n d l fällt
er steil bis mittelsteil gegen SSE, während sich gegen die Kote 509 durch sanftes SSWFallen eine leichte, gegen S konvexe Flexur anzeigt. Das etwa Va km lange und bis
400 m breite E-W streichende Juravorkommen am V i e r j o c h k o g e l liegt in einer
gegen S geneigten Dachsteinkalkschüssel; der Dachsteinkalk des S des Anningerhauses
gelegenen kleinen Steinbruches fällt 50° gegen SSE unter die Juragesteine ein und
jener, welcher die Juragesteine des Vierjochkogels S des Kalenderweges unterteuft, zeigt
ein mittelsteiles bis steiles SSW-Fallen.
Der am A n n i n g e r h a u s in NE-SW-Richtung vorbeistreichende Dachsteinkalk
der V i e r j o c h k o g e l - S c h u p p e
ist gegen N W den Juraablagerungen der
parallel dazu verlaufenden E s c h e n k o g e l - S c h u p p e aufgeschoben. Die hellbraunen Dachsteinkalke sind gelegentlich oolitisch und lassen eine Triasinenführung
erkennen, so z. B. an der Kote 521, an der Querung des Sauluckenweges mit dem rot
markierten, über den Vierjochkogel führenden Weg und am Steinwandlgraben, zwischen 500 und 600 m Seehöhe.
Im höheren, rhätischen Niveau führt der Dachsteinkalk des V i e r j o c h k o g e l s
Thecosmilien, ist gelegentlich crinoidenspätig oder ist, wie W der W i l h e l m s w a r t e ,
in der Fazies des Starhembergkalkes entwickelt. Die Jurakalke sind grau, dicht, fein- bis
grobkörnig-sandig. In der konglomeratischen Fazies sind Resedimente zu erkennen. Im
dichten bis feinkörnigen Gestein tritt die Kieselsäure in Form von Hornsteinbändern
und -knollen auf, während sie im gröbersandigen bis konglomeratischen, biogenreichen
Sediment vorwiegend an Kieselspongien gebunden ist. Der Rücken des V i e r j o c h k o g e l s , auf dem an der Kote 649 der Fernsehsender steht, ist aus dem dichten, harten
Gestein aufgebaut; die leichter erodierbaren, grobsandigen Juraanteile formen dessen
N - und S-Flanke. Die konglomeratische Fazies zeigt sich am NW-Hang der Erhebung.
Am V i e r j o c h k o g e l wurde E der Kote 646 im sandigen Gestein eine ergiebigere Fossilfundstelle mit Riffkorallen, Bryozoen, Algen, Spongien und Hydrozoen
angetroffen. Herrn Dr. A. FENNINGER verdanke ich die Bestimmung folgender Faunenund Floren Vergesellschaftung von diesem Fundpunkt:
Foraminiferen: Protopeneroplis striata WEYNSCH., Trocholina elongata (LEUPOLD),
Pseudocyclammina sp.;
Hydrozoen: Cladocoropsis sp., Bauneia deangelesi (ZUFFARDI-KOMMERCI);
Coprolithen: Favreina sp.;
Algen: Griphoporella sp., Pianella ex gr. pygmea, Lithocodium sp. und Thaumatoporella parvovesiculifera (RAINERI).
Während nach Mitteilung Dr. FENNINGERS die Mikrofauna und -flora keine eindeutige Entscheidung zuläßt, ob es sich um Oberen Dogger oder um Oxford handelt,
sprechen die Hydrozoen für Oxford. Wahrscheinlich liegt Unter-Malm (Oxford) vor.
A 54
Im gelblichbraunen, hornsteinführenden Sandkalk N des Anningerhauses fand sich
eine kleine Brachiopodenform.
N des über das W e t t e r k r e u z führenden Weges befindet sich an der A n n i ng e r S - S e i t e die Grenze zwischen dem an der Wilhelmswarte (K. 674) gipfelbauenden, steil N-fallenden Dachsteinkalk und dem Hauptdolomitsockel. E des Roten
Kreuzes biegt er nahe des Wiener Beckenrandes in die NNE-Richtung um.
Der Etagenabbau der Gumpoldskirchner Schotterwerke, Ing. KOWALL, läßt in idealer
Weise eine mit dem Wiener Beckenrand parallel laufende, NNE-streichende und in sich
gefaltete Hauptdolomitaufwölbung erkennen, die N der Baytalstraße unter dem flankierenden Dachsteinkalk eintaucht. Man könnte auch von einem, dem Wiener Beckenrand parallel laufenden „Antiklinalaufbruch" sprechen, weil der Kontakt Hauptdolomit-Dachsteinkalk tektonisch ist.
N des B u t t e r g r a b e n s sieht man einen sanft NW-fallenden Hauptdolomit
unter einen steil WNW-fallenden, roten, kieselig-knolligen Liaskalk eintauchen, der
als ein nur wenige Meter langer Span zwischen dem Dolomit und dem Dachsteinkalk
erhalten geblieben ist. Auch der Dachsteinkalkzug, welcher an den Koten 368 und 359
die Hauptdolomitaufwölbung im Osten flankiert, zeigt zu dieser einen anormalen
Kontakt. Der Dachsteinkalk ist stark reduziert; ziemlich unvermittelt treten an der
Baytal-Nordseite die fossilreichen Kössener Schichten auf.
Dem Dachsteinkalk des Ostflügels der Aufwölbung lagern sich die Klastika des
Badenien an; den Dolomit-Kalk-Kontakt der W-Flanke überdecken die luckigen Breccien
des jüngeren Pannon.
WNW der Kote 416 liegen am N-Hang des B a y t a l e s Schotter angehäuft, die
mit H. KÜPPER (1927) als Denudationsreste mariner Strandbildungen angesehen werden können. Den fossilführenden Süßwasserkalken des Pannon, die H. KÜPPER S des
Maibründls fand, kann ein Vorkommen, das am Steig zwischen der Kote 416 und dem
gelb markierten Weg nach Thallern gelegen ist, angegliedert werden.
Nach der Vorlage der Geologisch-Geotechnischen Karte des S c h w e c h a t t a l —
L i n d k o g e l g e b i e t e s 1:10.000 und deren Erläuterungen (Geol. B.-A., 1970)
will der Berichterstatter, möglichst in Zusammenarbeit mit den interessierten Kollegen,
weitere Detailstudien im Kartenbereich durchführen. Der komplizierte tektonische Bau,
der gekennzeichnet ist durch die Ubereinanderlagerung zweier Schuppen der Göller
Decke, durch eine daraus fensterförmig emportauchende, wahrscheinlich vorwiegend
invers liegende Schollenreihe der Lunzer bzw. Sulzbachdecke und nicht zuletzt auch
durch die intensive junge Quertektonik, gibt immer noch Gelegenheit dazu.
Auch die neuerdings von A. TOLLMANN (Unsere Heimat, Jg. 42, Nr. 3, 1971, S. 120,
123—125) durchgeführten Studien entsprechen dem im Vorwort der Erläuterungen
ausgesprochenen Wunsch, daß die Karte als Unterlage für den weiteren Ausbau der
tektonischen Probleme dienen möge. Bedauerlich ist nur die falsche Interpretation,
wonach der Berichterstatter gemäß S. 38 f. und auf Tafel 2, Prof. 1 seiner Erläuterungen
den „Inhalt des Schwechattalfensters" als „aufrechte Serie" erblicken soll. Der betreffende
Satz S. 38/39 und der betreffende Profilabschnitt bezogen sich lediglich auf die Lagerung
der Fenstergesteine N d e r S t e i n l e i t e n , bei Schwechatbach Nr. 16. Im Profil
führte vielleicht eine zu wenig steil gezeichnete Störung zu diesem Mißverständnis.
Die Aufschlüsse E Schwechatbach 16, wo die Juragesteine und der Dachsteinkalk S
der Schwechat weiter gegen E streichen, als auf der Karte verzeichnet, geben ein anderes
Bild, wie die bisher in Betracht gezogenen Aufschlüsse W und S Schwechatbach 16 mit
ihrem sanft nördlichen Einfallen. Ein dort im Talgrund anzutreffender, dünnbankiger,
roter Jurahornsteinkalk (Radiolarit) liegt, abgesehen von den ± N-S streichenden
Falten, flach. Der wenige Meter höher auftretende kieselige, graue Crinoidenkalk und
A 55
der überlagernde Rhätkalk fallen sanft in südlicher Richtung ein. Daraus resultiert
auch für diesen Fensterteil eine inverse Lagerung, ganz äquivalent den Verhältnissen
an den Fensterteilen S der Schwechatschlinge W Sattelbach und zwischen Sattelbach und
Ungarstein N der Schwechat (B. PLÖCHINGER, 1971, S. 23, 39, 40). Es besteht somit
Übereinstimmung mit den älteren Darstellungen und mit der Auffassung A. TOLLMANNS
(1971, S. 124, Absatz 1).
Zwischen dem im Talgrund aufgeschlossenen Jurahornsteinkalk (Radiolarit) und dem
am Schwechatknie, SW „S" von „Sattelbach" anzutreffenden, sanft S-fallenden Dachsteinkalk zeigt sich, wie auch A. TOLLMANN (1971, S. 124) beobachtete, eine kleine,
sanft SSW-fallende Aptychenkalkpartie.
Bei einer Begehung des K a i s e r w a l d N E - T e i l e s verdankt der Verfasser
dem Herrn Dr. G. WESSELY wertvolle Unterstützung. Rund um die N-Seite des dort
W des H o l l e r g r a b e n s in NE-SW Richtung streichenden Rückens wird der für
die Fensterserie charakteristische graue, kieselige Crinoidenkalk von einem hellgrauen,
untergeordnet auch rötlichen, oberrhätischen Dachsteinkalk flach überlagert (siehe
Geologisch-Geotechnische Karte des Schwechattal—Lindkogelgebietes).
Am SE-Flügel einer inversen Antiklinale, die sich auch aus dem Kartenbild N W des
Rückens zu erkennen gibt (vgl. A. TOLLMANN, 1971, S. 124), liegt in einem SSE-NNW
Profil von unten nach oben folgende flach übereinander liegende, inverse Schichtfolge
vor: Tithon-neokome Aptychenschichten, ein insgesamt zirka 6—8 m mächtiger, in
seinem tektonisch Hangenden auf 1,2 m Mächtigkeit aufgeschlossener, sanft gegen SE
(120—145°/15—25°)-fallender, roter Jurahornsteinkalk (Radiolarit), ein 2,5 m mächtiger, sanft gegen SSE (160—170°/20—25°)-fallender, flaserig-knolliger, belemnitenführender Klauskalk, ein 5—6 m mächtiger, ± horizontal gelagerter, grauer, kieseliger
Crinoidenkalk und ein ± horizontal gelagerter oberrhätischer Dachsteinkalk. Darüber
folgen, von einem Hochstand gegen den S davon gelegenen Kamm des Rückens, sanft
NNW-fallende, dunkelgraue Kössener Mergelkalke mit deutlich gradierten, biogenreichen Oolitlagen. Nach der Dünn- und Anschliffuntersuchung, bei welcher Herr
Dr. F. BAUER behilflich war, gehören auch sie der inversen Serie zu.
Die obgenannten Ergebnisse unterstützen die in den Erläuterungen zur Karte des
Schwechattal—Lindkogelgebietes (1970, S. 6, 23, 25, 27 und Taf. I) vertretene Auffassung daß die obertriadischen Kalke und Dolomite des Kaiserwaldes zu e i n e m
großen Schwechattalfenster der Lunzer bzw. Sulzbachdecke gehören und dieses n i c h t
im Sinne A. TOLLMANNS (1966, 1971, S. 124) in ein größeres Fenster der PailsteinSchuppe mit triadischen Gesteinen und in ein kleineres Fenster der Sulzbachdecke mit
Juragesteinen („Kaiserwaldfenster") zerfällt.
23.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen im Flysch bei Unterach am Attersee
(Blatt 65, Attersee)
Von SIEGMUND PREY
Die Arbeiten im Mittel- und Westteil des H o c h p l e t t s p i t z z u g e s wurden in
zwei Wochen durchgeführt, wobei die wesentliche Mitarbeit von Dr. W. JANOSCHEK
(GB A) mit herzlichem Dank vermerkt werden muß !
Der etwa vom G r o ß e n H o l l e r b e r g nach Westen bis zum M o n d s e e reichende Bergzug ist teilweise durch neue Forststraßen mit guten Aufschlüssen erschlossen
worden. Schwierigkeiten bereiteten aber die oft bedeutenden Fehler der topographischen
Kartengrundlage. So kommen bisweilen wesentliche topographische Einzelheiten nicht
zum Ausdruck. Im Bereich des H ö b l i n g k o p f e s aber sind die Gipfel zum Teil
A 56
bis zu hundert Meter zu hoch eingetragen, weshalb dort flache Mulden im Kartenbild
als Täler mit steilen Hängen erscheinen.
Wie auch im Ostteil (Bericht 1969) besteht der Bergzug fast zur Gänze aus Zementmergelserie des Flysches in typischer Zusammensetzung aus Mergeln und Kalksandsteinbänken. Mergelreiche Anteile sind häufig. Die aus primitiven Sandschalern bestehenden Mikrofaunen sind ärmlich, mitunter sogar sehr arm, enthalten jedoch ab und zu
wenige zweikielige Globotruncanen. In der Rutschnische N N E
Höblingkopf
wurde ein stark berippter Inoceramus sp. gefunden, dessen Bestimmung noch aussteht.
Interessant ist das nicht sehr seltene Vorkommen von Zoophycos in mergelreichen
Schichten, z. B. an der F o r s t s t r a ß e westlich vom Westast des K a s b a c h e s
( N N E Koppenstein), oder in der erwähnten Rutschnische am H ö b l i n g k o p f . Eine
Einzelbeobachtung kann von der F o r s t s t r a ß e SSW K o p p e n s t e i n westlich
der Grabenrinne gemeldet werden.
In tektonischer Hinsicht ist die Faltenstruktur des Gebirges bemerkenswert. Im Norden und meist auch im Süden ist nämlich ein aufrechter Schichtstoß vorhanden, während vor allem in höheren Teilen der Südhänge und vielfach im Gipfelgebiet westlich
K o p p e n s t e i n und um den H ö b l i n g k o p f überkippte Lagerung verbreitet
ist, wobei mitunter recht flache Einfallswinkel vorkommen. Einzelne schmale Zonen
sind durch heftigere Faltung gekennzeichnet. In den R u n d b u c k e l n im Westen
wendet sich das Streichen nach WSW—SW und im Südteil gibt es stärkere Faltung.
Die auffallenden N N W gerichteten Furchen sind durch Querstörungen verursacht.
Nach Norden vervollständigt sich das Flyschprofil nach unten — allerdings bereits
außerhalb des Kartenausschnittes. Eine Zone älteren Flysches ist aber auch am südlichen
Hangfuß vorhanden, und zwar längs des M o n d s e e u f e r s zwischen I n d e r A u
(ESE Pichl-Auhof) und S e e . Glimmerige Mürbsandsteine vom Typus des Reiseisberger Sandsteins wechsellagern mit grünlichgrauen oder bunten Tonschiefern. Letztere
enthalten Sandsdialerfaunen der Mittelkreide, zum Teil mit Plectorecurvoides alte.rnans
oder auch Uvigerinammina jankoi. N — W N W R o c h u s p o i n t kommen schwarze
und graugrüne Tonschiefer mit dunklen Glaukonitquarziten des Gaultflysches neben
bunten Schiefertonen der Mittelkreide in spärlichen kleinen Aufschlüssen (oder Quarzite als Lesesteine in Rutschgebieten) unter Moränen und Bachschutt zum Vorschein.
Keine nennenswerten M o r ä n e n -Reste sind auf den eisgerundeten Felsbuckeln
im Westen und auf den Flyschbergen erhalten. Erst zwischen S e e und U n t e r a c h
erlangen Moränen größere Bedeutung und decken die älteren Flyschanteile größtenteils
zu. R u t s c h u n g e n sind ziemlich verbreitet. An einigen Stellen, z. B. K o p p e n s t e i n werden Rutschungen durch den Forststraßenbau in besorgniserregendem Ausmaß neu belebt.
24.
Bericht 1970 über geologische Untersuchungen im Wienerwald auf Blatt 58
(Baden)
Von
SIEGMUND PREY
Die Arbeiten des Jahres 1970 beschränkten sich auf eine geringe Anzahl von Tagen,
wurden aber durch Benützung des Dienstwagens wesentlich gefördert. Hauptgegenstand
war die Zone aus Mürbsandsteinen und Schiefern am Ostrand des Wienerwaldes
(„Oberkreide im Klippenraum" von G. GÖTZINGER).
Sehr guten Einblick vermittelte ein Bauaufschluß und einige Bohrungen im Bereich
des in Neuaufbau begriffenen S c h a f b e r g b a d e s im 18. Wiener Gemeindebezirk.
Er zeigte glimmerige Mürbsandsteine in Wechsellagerung einerseits mit schluffigen
A 57
Lagen, die praktisch ohne Fauna sind, anderseits mit graugrünen, zum Teil auch roten
Schiefertonen, deren Sandschalerfaunen durch das Vorkommen von Plectorecurvoiden
gekennzeichnet sind. Gegen Nordwesten schließen Schiefertone und Tonmergel von grüngrauer, olivgrüner, selten roter Farbe an, in denen vereinzelt neben Plectorecurvoiden
Thalmanninella ticinensis und Ticinella roberti gefunden wurden.
Diese gesamte Serie streicht gegen Südwesten weiter, auch mit gleichartigen Faunen.
Neue Aufschlüsse sowie die alten Steinbrüche (soweit sie noch zugänglich oder wenigstens erkennbar sind) wurden registriert. Die Gliederung ist am G a l l i t z i n b e r g
und im R o s e n t a l besser zu erkennen. In den mit einigen alten Steinbrüchen
besetzten Osthängen des H a l t e r t a l e s konnte das Einfallen der von bunten Schiefern überlagerten Mürbsandsteine unter überkippte, nach der Fauna hohe Kahlenberger Schichten beobachtet werden. Die Grenze der Mittelkreideserie gegen die westlich anschließenden Kahlenberger Schichten, die sicherlich meistens tektonisch ist, aber
wahrscheinlich ursprünglich zusammengehörige Serien trennt, kann durch die obersten
Osthänge des S a t z b e r g e s in die Hänge 250 m E J u b i l ä u m s w a r t e , 300 m E
H e u b e r g und zum Schloß N e u w a l d e g g , dann auf den S c h a f b e r g und
etwa längs des U t o p i a w e g e s in den P ö t z l e i n s d o r f e r P a r k verfolgt
werden.
Eine andere Begehung führte in die Gegend von P u r k e r s d o r f . Zwischen den
am M ü h 1 b e r g bei Weidlingau auf geschlossenen Sieveringer Schichten (mit Sandschalerfaunen mit Rzehakina epigono) im Süden und den Kahlenberger Schichten
WSW U n t e r - P u r k e r s d o r f
im Norden streicht ein Gesteinszug durch, der
im Südteil (bei D e u t s c h w a l d fast zur Gänze) aus schwarzen und graugrünen
Tonschiefern mit grünlich dunklen oder dunkelgrauen Quarzitbänken und im Nordteil
aus vorwiegend roten Tonschiefern besteht. Während die Faunen der ersteren, bestehend
aus einigen Sandschalern und fraglichen Plectorecurvoiden und vielen oft pyritisierten
Radiolarien, denen des Gaultflysches entsprechen, zeigt eine ca. 500 m WSW der
Straßenabzweigung Unter-Purkersdorf am Weg entnommene Probe roter Schiefer,
deren Fauna durch Dendrophryen und seltene zweikielige Globotruncanen gekennzeichnet wird, deutliche Beziehungen zu den Oberen bunten Schiefern.
25.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen im Gebiet von Windischgarsten auf
den Blättern 98 (Liezen) und 99 (Rottenmann)
Von
SIEGMUND
PREY
Im Jahre 1970 wurden Kartierungsarbeiten im oberen B o d i n g - und Z i z e 1 sb a c h g r a b e n , am I m i t z b e r g sowie Ergänzungen und glazialgeologische Untersuchungen im Süd- und Westteil des Beckens von Windischgarsten bis ins S t o d e r t a 1
ausgeführt.
Am Z e i t s c h e n b e r g (NW Hengstpaß) konnten an Forststraßen verschiedene
Varianten der Gutensteiner Kalke und mannigfache Faltenstrukturen studiert werden.
Im Hangenden folgen Reiflinger Kalke. Im Grenzbereich der beiden sind schmale bis
einige Meter mächtige tuffitische Lagen vorhanden. Der Nordteil des Kalkklotzes
grenzt im Norden und Osten an Lunzer Schichten, während vom Südteil eine Fortsetzung gegen Südosten ausgeht.
Die Lunzer Schichten im Norden tauchen selbst wiederum unter die Opponitzer Kalke
des L a n g f i r s t ein, die durch den Bau einer Forststraße gut aufgeschlossen sind.
Interessant sind hier die unregelmäßig rundlichen oder ellipsoidischen bis fast kugeligen
A 58
weißlich anwitternden und manchmal einem Tennisball nicht unähnlichen Hornsteinknollen. Die Aufschlüsse zeigen aber auch, daß in den Kalken eine Lage von Lunzer
Schichten mit Tonschiefern und dünnen Sandsteinlagen eingeschaltet ist, die prompt zu
Rutschtendenz Anlaß gibt.
Vom H a s l e r s g a t t e r gegen Nordosten und Osten erstreckt sich das große Hauptdolomitgebiet nördlich vom L a n g f i r s t im Quellgebiet des S c h a f - und Z i z e 1 sb a c h g r a b e n s . Die neuen Forststraßen ermöglichen das Studium des durch Faltung
mit öfter nach Osten einfallenden Faltenachsen gekennzeichneten Innenbaues.
Auch in der Ost- und Nordflanke des I m i t z b e r g e s sind durch neue Forststraßen
gute Aufschlüsse geschaffen worden. Man sieht, daß der Nordteil des Berges oben von
WSW einfallenden Gutensteiner Kalken aufgebaut wird. Die Rinnen folgen Störungsstreifen, die mitunter auch Kluftbreccien aufweisen. An der O s t f l a n k e des N o r d o s t k a m m e s stehen Rauhwackenbreccien und Rauhwacken mit grünen Tonschieferlagen bis knapp zur oberen Forststraße bei 1070 m Höhe hinauf an, scheinen aber durch
einen Bruch von den westlich anschließenden Gutensteiner Kalken getrennt zu werden.
Von hier ab gegen Westen nehmen sie tiefere Teile der Nordhänge ein. Gutensteiner
Basisschichten konnten hier nirgends entdeckt werden.
Neue Forststraßen in der Nordwestflanke der G r . P y h r g a ß in rund 1000m
Höhe zeigten E-NE B a n d i , daß die Werfener Schichten auch hier von Rauhwacken
überlagert werden. Große Strecken schließen gegen Süden nur Quartär auf. Etwa dort,
wo der markierte Weg zur H o f a 1 m die Straße kreuzt, erreicht man den anstehenden
Dachsteinkalk, der örtlich rote Aderung oder rotgeaderte Breccien enthält.
Von Interesse dürfte auch die Beobachtung der besonders großen Rutschfreudigkeit
der verwitterten Nierentaler Schichten am Nordhang des W u h r b a u e r
Kogels
sein, die gefährlich durch die Planierungsarbeiten für eine Schipiste und die damit verbundene Entfernung des Waldbodens belebt wird. Auch am Südhang beginnen im
planierten Bereich der westlichen Schiabfahrt, wo der Untergrund aus Gaultflysch und
Cenomanschiefern besteht, die ersten Rutscherscheinungen.
Im ä u ß e r e n S t o d e r t a l nördlich G a u s r a b wurden die Kössener Schichten
durch weitere Funde von Lumachellen besser gesichert. Der Kössener Kalkzug ist einige
hundert Meter breit und besteht aus zwei durch sanftes Wiesengelände getrennten Zügen.
Übrigens wurden gehäufte Blöcke solcher Kalke weiter südöstlich oberhalb L e g e r und
bei M e i r r i e g e l gefunden, deren Beziehung zu den Gosauschichten noch näher untersucht werden muß.
Was die p l e i s t o z ä n e n B i l d u n g e n betrifft, ist das Vorkommen von Gehängebreccien nordwestlich oberhalb P r i e 1 e r in Hinterstoder auf der Kante östlich
des Grabens in ca. 800 m Höhe deshalb erwähnenswert, weil verfestigter eckiger Gehängeschutt mit Blöcken nahe dem aufgelockerten Dachsteinkalkfels der Unterlage nach oben
in grobes und häufig gerundetes Bachgeröll übergeht. Auch hier bieten Aufschlüsse an
einer neuen Forststraße guten Einblick.
N W G r . P y h r g a ß werden die Flanken ebenfalls in großen Flächen von teilweise verfestigten Gehängeschuttmassen bedeckt. Der würmeiszeitliche Lokalgletscher
aus dem kleinen Kar dieser Flanke lagerte die Hauptmasse seiner Moränen in 900 bis
1000 m Höhe ab. Im Bereich der Forststraße erkennt man ein Zungenbecken. Knapp
darunter beginnen die Moränen des Hauptgletschers. Nordwestlich der Karstquelle des
T r a t t e n b a c h e s ist noch ein Stück eines Randwalles erhalten.
Sichere ältere Moräne liegt auf der Hangschulter östlich vom I m i t z b e r g , nördlich
der alten Lindner Hütte. Gegen Westen wird sie von den Blockmassen aus Gutensteinerkalk vom Imitzberg her zugedeckt. Die Moränennatur war wegen des vielen lokalen
Materials vor dem Straßenbau nicht mit völliger Sicherheit zu erkennen. Ein anderer
A 59
Rest mit einer für Fernmoräne bezeichnenden Geröllgesellschaft liegt auf einem sanften
Sattel ca. 1200 m W N W Z e i t s e h e n b e r g.
Im Räume der ENE Haslersgatter gelegenen M a i r a 1 m liegt über dem jungen
Taleinschnitt ein älter-eiszeitlicher Talboden, der mit erratischem Material bestreut ist,
dessen Charaktergestein der weiße Wettersteinkalk des Sengsengebirges ist. In den Seitentälern gibt es Moränenreste, die einem älteren Gletscher zugeordnet werden müssen.
Das Endmoränengebiet des Hauptgletschers im T e i c h l t a l zwischen der E i s e n b a h n b r ü c k e und der T e i c h l b r ü c k e wurde genauer begangen. Leider ist
eine kartenmäßige Trennung von Moränen und Schottern meist nicht möglich. Häufig
wird man von Schottermoränen sprechen können. Im östlichen Teile zeigen Wallformen
und Toteiswannen Rückzugshalte und nachfolgenden Eiszerfall an.
Von den würmeiszeitlichen Gletschern des S t o d e r t a l e s scheinen die Gletscher
der P r i e 1 g r u p p e die Schlucht des S t r o m b o d i n g nicht mehr durchflössen zu
haben, denn in und unterhalb derselben beginnen bereits die Schotterterrassen. Der
Gletscher aus der D i e t l h ö l l dürfte sogar schon bei den Dolomithügeln südlich vom
S c h i e d e r w e i h e r geendet haben. Zwischen ihm und der im Tal des S t e y r U r s p r u n g s gelegenen Gletscherzunge wurde der Zwischenraum mit Moränenschutt
vollgefüllt. Schöne Endmoränen liegen vor der Mündung des S t e g e r g r a b e n s, die
von einem Talgletscher nicht mehr gestört sind.
26.
Bericht 1970 über geologische Aufnahmen in den Karawanken bei Ferlach auf
Blatt 211 (Windisch-Bleiberg)
Von
SIEGMUND PREY
Im Jahre 1970 wurden nach zehnjähriger Pause die geologischen Aufnahmen in den
Karawanken in Dauer von drei Wochen wieder aufgenommen. Im Vordergrund stand
das Problem der grauen Dolomite, die mit mehr spärlichen dunklen Kalken verbunden
sind und dem Verfasser aus der Gegend beiderseits des Bodentales bekannt sind. Es
ging dabei um die Frage, ob sie permisch oder mitteltriadisch sind. Jetzt soll versucht
werden, dieses Problem mit Hilfe von Mikrofazies oder Conodonten zu klären.
Von den betreffenden Vorkommen befindet sich eines im Gebiete des G r . R a i n
westlich des B o d e n t a l e s und zwei liegen östlich desselben etwa östlich B o d e n b a u e r . Nach den neuen Begehungen ist es allerdings wahrscheinlicher, daß es sich um
Muschelkalk handelt. Es hat sich nämlich gezeigt, daß im L o i b 11 a 1 südlich S t.
L e o n h a r d auf wahrscheinlich wirklichen Bellerophondolomiten als Vertreter der
Seiser Schichten ziemlich mächtige dunkle Plattenkalke mit eingestreuten feinoolithischen
Bänken und vereinzelt Muschelbrut liegen und darüber die bunte Entwicklung der
Campiler Schichten. Diese Plattenkalke fehlen aber im Bodental zwischen den fraglichen
Dolomiten und den bunten Werfener Schichten. Anderseits sieht man E B o d e n b a u e r ,
daß diese Dolomite von bunten Werfener Schichten unterlagert werden. Auch darüber
liegen bunte Werfener Schichten — im tieferen Hang 500 m SSE Bodenbauer sind die
Plattenkalke darunter gerade noch sichtbar ;— auf denen in den Kammregionen sodann
sicherer Muschelkalk aufliegt. Das Eintauchen der fraglichen Dolomite des G r . R a i n
unter die bunten Werfener Schichten am markierten Weg zur Ogrisalm müßte nach diesen
Befunden eher als überkippte Falte mit bunten Werfener Schichten im Kern und Muschelkalk an der Nordflanke gedeutet werden.
Sichere Bellerophondolomite liegen N W O g r i s sowie im Loibltal bei S t . L e o n h a r d und nördlich davon, wo auch rote tonige Grödener Schichten vorkommen. Westlich von hier bestehen die Westhänge des. L o i b l t a l e s bis in Höhen um 1500 m aus
A 60
Werféfier Schichten. Im Kämmgebiet Verden sie von Kalken und Dolomiten des Muschelkalkes überlagert. 500 m nördlich S t . L e o n h a r d zeigt eine Einschuppung bunter
Werfenef Schichten zwischen Beilerophondolomite beträchtliche Störungen an.
Öer Gipfel der K o s m a t i t z a besteht aus einem Sockel von Muschelkalk mit viel
bankigen aschgrauen Dolomiten, darüber dem unteren Riffkalk, der bedeckt wird von
Vulkaniten mit Tuffen und Agglomeraten im Liegenden und feinkörnigen Laven im
Hangenden. Die auf der Schuttrampe unterhalb der Riffkalkwand vorkommenden
Bröckchen von Laven erwiesen sich als Gehängeschutt, der interessanterweise, und zwar
nordöstlich vom Gipfelmassiv, auch an Stellen liegt, an die sie bei der heutigen (jungen)
morphologischen Gestaltung nicht mehr gelangen könnten.
Das Vulkanitareal der O g r i s a 1 m wird im Süden durch einen Riegel aus liegendem
Riffkalk abgegrenzt, auf dem gegen Süden neuerdings Vulkanite aufliegen. Etwas tiefer
am Hang scheint der Riffkalk verschwunden zu sein, was aber eher durch größere
Absackungen der Vulkanite zu erklären sein wird.
Als Hangendes der Vulkanite sind die Riff kalke des G a i s b e r g e s ( K o s i a k )
aufzufassen. An sie grenzt im Süden — am S t i n z e n w e g gut zu sehen — mit steilstehender Störung eine ziemlich flach südfallende Serie von wulstigen bis knolligen
mergeligen Plattenkalken mit häufig grünlichen Bestegen sowie seltenen dunkelgrauen
Mergel- und hellen Tuffitlagen. Sie fällt gegen Süden unter die Kalke der B j e 1s c h i t z a ein, in deren basale Riff kalke sie rasch übergeht. Die vor allem im reichlichen
Schutt versuchte Fossilsuche ist bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Es steht daher noch nicht
fest, ob es sich noch um Wengener oder Cassianer Schichten, oder schon um Raibler
Schichten handelt.
Bei kurzen Begehungen im L o i b 11 a 1 wurden interessante Strukturen an der
Straßenböschung südlich R a i d e n w i r t beobachtet. Massige hellbraungraue bis graue,
örtlich ein wenig fleckige Kalke werden als unregelmäßige Schollen von dünnplattigen
Kalken mit dünnen Schieferlagen umgeben, die heftig verfaltet und an der Grenze
öfter zu Quetschschiefern geworden sind. An einer Stelle begleitet ein eigenartiger dunkler Dolomit den Kalk. Bei der südöstlichen Kehre östlich des von der Straße benützten
Grabens stößt so ein Riffkalkmit einer Mylonitzone an graue Dolomite, die anisisch sein
können. Zur stratigraphischen Stellung sind derzeit nur Vermutungen zu äußern, aber
vielleicht ist es eine als Schwächezone stärker beanspruchte Region des Auskeilens der
unteren Riffkalke in einer Beckenfazies. Die Ausläufer des unteren Riffkalkes SSW
S e l e s c h n i k sind örtlich rot gefärbt.
Im Moränenbereich nördlich vom G a s t h a u s S e r e i n i g im Bodental haben
genauere Begehungen ergeben, daß die sicherlich würmeiszeitlichen Moränen des Bodentalgletschers im Räume von W i n d i s c h B l e i b e r g auf bereits zertalte geschichtete
Schotter und Staubeckensedimente abgelagert worden sind, die am Ostrand sogar bis
südlich R e p i t z, also etwa 800 m taleinwärts noch deutlich zu erkennen sind. Diese
Schotter enthalten neben Karawankenmaterial auch in sehr geringer Anzahl Gerolle von
Gesteinen, die in der Umgebung nicht bekannt oder nur sehr spärlich vertreten sind:
Phyllit, Lyditbreccie, quarzitisches Quarzkonglomerat der Auernigschichten, Kokkalk,
altpaläozoischer Bänderkalk, Quarzgerölle, Grünschiefer. Verhältnismäßig häufig sind
Sandsteine der Hochwipfelschichten. Erwähnenswert sind gerundete Blöcke älter-eiszeitlicher Gehängebreccien. Das Material ist z. T. von Westen gebracht worden und wahrscheinlich in einem vom Draugletscher nicht durchflossenen Winkel abgesetzt worden.
Am Fuße des G a i s b e r g e s (unterhalb vom Stinzenweg im Nordhang) zieht sich
ein breiteres Feld von lokalem Moränenschutt entlang, mit Wallformen und tiefen
Wannen im unteren Teil. Das Gebilde könnte allerdings auch als Bergsturz angesehen
werden, eventuell unter Mitwirkung von Schnee oder Eis. Die topographische Karte ist
A61
hier ein wenig fehlerhaft, so daß eine richtige Einzeichnung des Schuttfeldes, das im
Bereich des markierten Aufstiegsweges gelegen ist, nicht gelingt.
27.
Bericht 1970 über die Aufnahmen im unteren Zillergrund und im Tuxbachüberleitungsstollen (Blatt 150, Zell am Ziller, und 149, Lanersbach)
Von P. RAASE (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Sommer 1970 wurden im unteren Zillergrund petrographische Feldarbeiten durchgeführt, und es wurde der Tuxbachüberleitungsstollen zwischen Schlegeisspeicher und
Hintertux übersichtsmäßig petrographisch aufgenommen.
Das Gebiet des unteren Zillergrundes im Viereck Mayrhofen—Ahornspitze—Hochsteinflach—Brandberger Kolm wird zum größten Teil von porphyrischen Gneisen und
Schiefern eingenommen, die durch 1 bis 5 cm große, idiomorphe oder gerundete Kalifeldspäte in einer feinkörnigen Plagioklas-Biotit-Muskovit-Quarz Grundmasse gekennzeichnet sind. Nach mikroskopischer Untersuchung enthalten die porphyrischen Kalifeldspäte häufig zahlreiche, annähernd idiomorphe, mikrolithengefüllte Plagioklaseinschlüsse, die nach den Wachstumsflächen des Kalifeldspats orientiert sind. Dies deutet
nach G. FRASL (1954) auf ein Wachstum im schmelzflüssigen Zustand hin. In wenigen
relativ massigen Kalifeldspat-reichen Gesteinen im Bereich südöstlich des Brandberger
Kolms enthält auch das Grundgewebe zwischen den Kalifeldspat-Großkristallen hypidiomorphe Plagioklase (1 bis 4 mm 0 ) und zwickelfüllenden Quarz, was ebenfalls auf
magmatische Bildung des Gesteins hinweist. Die meisten porphyrischen Gneise und Schiefergneise zeigen jedoch mikroskopisch starke Deformationserscheinungen der mikrolithengefüllten Plagioklase, der Kalifeldspäte, Quarze und Biotite sowie tauernkristalline Umkristallisations- und Rekristallisationserscheinungen aller Minerale. Das ursprünglich magmatische Gefüge wird dabei weitgehend verwischt. Beständigste Relikte sind
die orientierten Plagioklaseinschlüsse in Kalifeldspat-Großkristallen. Die porphyrischen
Gneise sind demnach als tauernkristallin überprägte Porphyrgranite anzusehen. Sie
setzen sich in ENE-streichender Richtung bis ins Wimmertal, nach SW in den Tuxer
Hauptkamm fort und werden dort von O. THIELE (1951) bzw. W. FRISCH (1969)
in ähnlicher Weise gedeutet. Die s-Flächen und B-Achsen in den Porphyrgranitgneisen
schwenken von 60 bis 90° im Westteil des Arbeitsgebietes auf 70 bis 95° im östlichen
Teil um. Das Einfallen der s-Flächen beträgt im gesamten Gebiet 70 bis 90° nach N,
seltener nach S, das Abtauchen der B-Achsen erfolgt mit 10 bis 30° nach W.
Die Nordgrenze der Meta-Porphyrgranite wird durch die Hochstegenkalklage gebildet und verläuft im Arbeitsgebiet von Hochstegen über Brandberg (wenige Meter nördlich der Kirche) bis 200 m südlich des Brandberger Kolms. Der Kontakt ist auch bei
besten Aufschlußverhältnissen durch eine 1 m breite Zerrüttungszone verdeckt. Unmittelbar südlich dieser Grenzzone folgen zum Teil graphitreiche Phyllonite, die nach
ca. 4 m allmählich in Porphyrgranitgneise übergehen. Im Stockachbach wurde wenige
Meter nördlich vom Kontakt im Hochstegenkalk eine Lage Chloritoid-führenden
Phyllonits angetroffen. Der Hochstegenkalk selbst enthält dort reichlich Phlogopit.
Der nördliche Teil des Meta-Porphyrgranits bis zur Linie Äußerer Falk—Wirtshaus
Alpenrose ist durch posttauernkristalline Deformation aller Minerale außer Calcit
gekennzeichnet. Im südlichen Teil überdauerte die hier an Intensität zunehmende
Tauernkristallisation die tektonischen Bewegungen. Epidot-führende Gesteine enthalten
in diesem Bereich Albite mit Oligoklassäumen, nahe dem Hochstegenkalk dagegen nur
reine Albite. Der südliche Teil des Meta-Porphyrgranits ist insbesondere an den unteren Talhängen südöstlich Wirtshaus Klaushof nur wenig porphyrisch ausgebildet. Hier
A 62
sind auch migmatische Strukturen zu beobachten, und man findet Gage von hellem
kleinkörnigem Granit bis Aplitgranit, die gleichfalls tauernkristallin überprägt sind.
Diese kleinkörnigen Meta-Granite machen mitunter den größten Anteil des Gesteins
aus. Im Nößlachbruch nördlich Häusling wurde innerhalb dieser migmatischen Zone
auch eine ca. 100 m mächtige Lage eines biotitreichen mittelkörnigen, fast massigen
Meta-Granodiorits angetroffen, der eine gewisse Verwandtschaft zu den Meta-Tonaliten
erkennen läßt, aber wesentlich Kalifeldspat-reicher ist. Die Südgrenze des ± porphyrischen Meta-Granitzuges wird im Osten durch die Linie Häusling—Auf der Röte gegen
die Gesteine der Schönachmulde gebildet, im Westen reichen die granitischen Gesteine
bis unmittelbar südlich des Trenkners und nördlich der Ahornspitze. Im Tapenkar,
Mitterkar und Steinkar sowie am Trenker sind kleinkörnige migmatisierende MetaGranite eingeschaltet. Der Name „Trenknermulde" von E. KUPKA (1953) für die
Gesteine der unteren Schieferhülle im Räume südlich Häusling und im Schönachtal
sollte daher fallengelassen und statt dessen die Bezeichnung „Schönachmulde" nach
O. THIELE (1951) beibehalten werden. Am Nordabfall der Ahornspitze treten nochmals
Meta-Porphyrgranite auf, die aber überwiegend schiefrig ausgebildet und stark tauernkristallin regeneriert sind. Der Gipfel der Ahornspitze selbst besteht dagegen aus
phyllitischen Gneisen und Glimmerschiefern, die Geröll-führend sind und insbesondere
kleine Graphitschiefer-Schmitzen enthalten. Sie werden als Meta-Grauwacken gedeutet
und zu den Gesteinen der Schönachmulde gerechnet. Sie bilden gleichfalls im Osten
des Arbeitsgebietes auf der Röte den Nordrand der Schönachmulde. Auf der Röte
steht der Meta-Porphyrgranit in diskordantem Kontakt zu einer schmalen Lage von
Graphitphylliten. Trotz tektonischer Einregelung der Kontaktfläche beträgt der Diskordanzwinkel oft mehr als 40°. Die Schieferungsflächen streichen im Granitgneis wie im
Graphitphyllit ca. 90° und stehen seiger. Auf Grund des großen Diskordanzwinkels
dürfte es sich wahrscheinlich um einen Intrusivkontakt handeln. Die Gesteine der
Schönachmulde sollten danach älter als der Porphyrgranit des Tuxer Kerns sein.
Der Hauptteil der Gesteine der Schönachmulde im Höhenbergkar und im Raum
südlich Häusling besteht aus einer Wechsellagerung von Quarzphylliten bis MuskovitQuarziten mit phyllitischen Gneisen (Muskovit-Korngröße ca. 0,1 mm). Die Quarzphyllite sind meist völlig feldspatfrei, mitunter enthalten sie aber granoblastischen
Kalifeldspat. Die phyllitischen Gneise sind makroskopisch durch weiße, cm-dm-lange
Linsen oder Flatschen charakterisiert, die mikroskopisch erkennbar überwiegend aus
feinstkörnigem Albit bestehen. Es ist meist ein granoblastisches Gefüge unverzwillingter
Albite, in manchen tauernkristallin weniger stark regenerierten Gesteinen enthalten
die weißen Linsen dagegen lamellar verzwillingte, radial verwachsene Albitleisten,
wie sie nur in vulkanischen Gesteinen vorkommen. Größere Albitlinsen enthalten oft
auch idiomorphe, komplex verzwillingte Albite. Die im Grundgewebe vorhandenen
Albite haben dagegen eher gerundete Kornformen. Der vulkanische Anteil der Gesteine
kann mitunter beträchtlich werden, wechselt aber stark; die Gesteine werden deshalb
als tuffitische Gneise bezeichnet. Die tuffitischen Gneise, wechsellagernd mit Quarzphylliten, sind im Zillergrund und noch im Bodengrund ca. 1,5 km mächtig anstehend,
enden aber bereits im Grünkar und Mittelkar östlich des Trenkners. Südlich des Trenkners, der aus granitischen Gesteinen besteht (siehe oben), verzahnen sich die tuffitischen Gneise mit Granat-führenden Phylliten bis Glimmerschiefern, Grauwackengneisen, Graphitphylliten bis -quarziten und selteneren Hornblende-Garbenschiefern.
Diese Gesteine ziehen zusammen mit den Quarzphylliten südlich der Ahornspitze in
ca. 800 m Mächtigkeit nach Westen.
Der Tuxbachüberleitungsstollen zwischen Schlegeisspeicher und Hintertux (6,8 km
Länge) durchschlägt quer zum Schichtstreichen (NW-SE) eine wechselvolle Serie von
A 63
verschiedenen granitischen Gneisen, migmatischen Bändergneisen bis zu schwach metamorphen Gesteinen der unteren Schieferhülle. Am Schlegeisstausee und Stollenmundloch bis ca. 550 m in Richtung Hintertux steht eine relativ homogene Serie von AugenFlasergranitgneisen an. Es sind helle Zweiglimmer-Granitgneise, die zum Teil durch
cm-große Kalifeldspate ein augig-flasriges Gefüge erhalten, oft sind es aber auch gleichmäßig mittelkörnige Gneise, die fast massig werden können. Sie sind netzartig von
mm-cm-dünnen glimmerreichen Scherflächen durchzogen, deren Richtung bis ca. 30°
zum normalen s geneigt sein kann. Diese Scherflächen weisen auf eine intensive postgranitische Deformationsphase hin. Von 550 bis 600 m stehen dunklere, biotitreichere
Augengneise an, die dann von kleinkörnigen Granit-Granodioritgneisen abgelöst werden.
Letztere bilden bis ca. 3400 m den Hauptanteil des Gesteins. Bis ca. 1500 m sind sie
relativ homogen, enthalten aber m-20 m-mächtige Biotit-Amphibolitlagen und Schollen, die von kleinkörnigem Granit durchädert sind. Außerdem kommen Schollen von
dunklem Augengneis vor. Dagegen bildet ein heller grober Granitgneis, der dem Augengranitgneis ähnlich sieht, Adern und Schlieren im kleinkörnigen Meta-Granit. Noch
jünger sind Aplit- Pegmatit und Quarzadern. Von 1500 bis 2200 m wechsellagern die
kleinkörnigen Granitgneise im m- bis 100 m-Bereich mit dunklen biotitreichen Kalifeldspat-Augengneisen. Vorherrschend sind konkordante Kontakte, nicht selten aber dringt
der kleinkörnige Meta-Granit auch diskordant in den Augengneis ein. Lagen von BiotitAmphiboliten und Schollenmigmatiten sowie jüngste Aplit-, Pegmatit- und Quarzadern
sind weiterhin vorhanden. Von 2200 bis 2800 m treten Augengneise nur noch untergeordnet auf; stattdessen beginnen metatekte, feinkörnig gebänderte Gneise mit aplitoiden und pegmatoiden Mobilisaten.
Die Bändergneise werden von dem kleinkörnigen Granit durchdrungen. Zwischen
2800 und 3400 m ist ein ziemlich gleichförmiger heller kleinkörniger Granitgneis bis
Aplitgranit anstehend, der nur gelegentlich von schmalen Biotit-Amphibolitlagen unterbrochen wird. Der Granitgneis enthält hier, wie auch bereits weiter im Süden, häufig
cm-dm-große dunkle Flecken, Linsen oder Schmitzen. Sie sind nicht selten von hellen
feldspatreichen Säumen umgeben und bestehen nach mikroskopischer Untersuchung
überwiegend aus Muskovit, Quarz und Biotit. Von 3400 bis 4000 m sind überwiegend
metatekte Bändergneise anstehend. Sie sind meist feinkörnig, enthalten zum Teil Kalifeldspataugen-reiche Lagen, Biotit-reiche Lagen und aplitoide und pegmatoide Mobilisate. Aplit-, Pegmatit- und Quarzgänge durchkreuzen die Bändergneise. Kleinkörnige
Granitgneise sind noch bei 3500 m vorhanden, treten weiter nördlich jedoch kaum noch
auf. Die Bändergneise sind intensiv verfaltet und zerschert, Quarzadern können ptygmatische Fältelungen zeigen. Eine Deformation erfolgte jedoch nicht allein während der
migmatischen Erweichung, sondern es ist noch eine jüngere tektonische Phase festzustellen. Während dieser zweiten Bewegungsphase reagieren die hellen Metatexite nahezu
als starre Körper, denen sich glimmerreiche Lagen mit weichen Verfaltungen anschmiegen. Man findet sogar helle Metaxit-Schollen von gebänderten Biotitschiefern fluidal
umgeben. Die zweite Bewegungsphase, zu der auch die erwähnten Scherflächen im
Augengranitgneis gerechnet werden, wird nach mikroskopischen Untersuchungen an
den Beginn der Tauernkristallisation gestellt und von dieser überdauert. Auch stärkst
deformierte Biotitschiefer sind im Korngefüge nahezu vollständig rekristallisiert.
Zwischen 4000 und 4500 m erfolgt ein allmählicher Übergang der metatekten Bändergneise zu tuffitischen Gneisen, Grauwackengneisen und Glimmerschiefern der unteren
Schieferhülle. Bis 4200 m sind zunächst Muskovit-Gneise anstehend, deren prämetamorpher Zustand infolge zu intensiver tauernkristalliner Metamorphose noch unsicher
ist. Nach Norden zu lassen sich in zunehmendem Maße sedimentäre Reliktstrukturen
erkennen. Von 4500 bis 5270 m sind zum überwiegenden Teil typische tuffitische
A 64
Gneise anstehend, die den oben kurz beschriebenen Gesteinen der Schönachmulde im
Bereich südlich Häusling makroskopisch und mikroskopisch sehr ähnlich sind. Kennzeichnend sind vor allem die weißen Linsen und Lagen, die auch hier überwiegend aus
feinstkörnigem Albit bestehen. Die Gneise zeigen häufig eine Bänderung im mm-dmBereich. Diese sedimentäre Bänderung mit einem Schichteinfallen von 40 bis 80° SE
wird von einer steil nach N W einfallenden Schieferung überlagert. Dadurch werden
die hellen Lagen zu Linsen- oder Knollen-ähnlichen Gebilden zerschert. Auch sind
südvergente Verfaltungen der Bändergneise zu beobachten.
Von 5270 bis 5990 m sind Porphyrgranitgneise von ähnlicher Ausbildung, wie sie
bereits aus dem Bereich des unteren Zillergrundes beschrieben wurden, anstehend. Es
fehlen jedoch posttauernkristalline Deformationserscheinungen. Die recht intensiven
tektonischen Bewegungen, die bis zur Verschieferung des Porphyrgranits geführt haben,
wurden von der Tauernkristallisation überdauert. Die Kontakte zu den Gesteinen der
unteren Schieferhülle sind im Süden und auch im Norden vermutlich tektonischer Natur
oder zumindest intensiv tektonisch überprägt.
Von 5990 m bis zur Stollenmündung auf der Tuxer Seite sind wiederum tuffitische,
oft fein gebänderte, zum Teil auch quarzitische Schiefergneise anstehend. Die sedimentären Strukturen sind hier noch besser erkennbar als im südlichen Teil der Schieferhülle.
Dies ist durch die im nördlichen Bereich deutlich schwächere tauernkristalline Metamorphose erklärbar, die in Epidot-führenden Gesteinen nur zur Bildung von Albit, im
Süden dagegen zu Oligoklas geführt hat. Bei 6300 bis 6400 m wurden auch geröllführende Lagen und insbesondere bunte Tuff-Konglomerate mit Albitit- und EpidotAlbitit-Geröllen von ganz ähnlicher Art, wie von O. THIELE (1951) aus der Schönachmulde und von F. KARL (1962) südlich der Wildalm beschrieben, vorgefunden.
Auf Grund der guten Vergleichbarkeit der tuffitischen Gneise im Tuxer Hauptkamm mit denen der Schönachmulde und der Habachmulde und auf Grund des im
Stollen beobachteten kontinuierlichen Übergangs in Metatexite, dürften die tuffitischen
Gneise paläozoischen Alters sein, wenn Metatexis und Porphyrgranitintrusion als
variskisch angesehen werden. Das von V. HOCK (1969) angenommene permotriadische
Alter der Gesteine östlich des Spannagelhauses wird damit sehr in Frage gestellt.
Den Tauernkraftwerken danke ich für die Erlaubnis zum Besuch des Stollens.
Herrn Dr. K. MIGNON danke ich für die freundliche Unterstützung und interessante
Informationen. Für die finanzielle Unterstützung der Arbeit sei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gedankt.
28.
Bericht über Aufnahmen im Bereich Zell Mitterwinkel—Zell Pfarre,
österreichische Karte 1 : 50.000/212 Zell Pfarre
Von GEORG RIEHL-HERWIRSCH (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Rahmen von Kartierungsarbeiten im weiteren Bereich von Zell Pfarre standen für
Aufnahmen von Perm-Trias Profilen für das Jahr 1970 10 Aufnahmstage zur Verfügung. Begehungen wurden in Zell Mitterwinkel im Hainschgraben und auf Güterwegen
SW „Puschelz" (W Zell Pfarre, E Ausläufer des Grünberg-Kammes) sowie im „Bösen
Graben" S Zell Pfarre durchgeführt. Die begangenen Profile liegen alle im S-Stamm.
Ergänzungen ergaben sich durch die Aufnahmen von cand. phil. F. KUNZ (Profil S
„Koschiel" im oberen Freibachgraben SE „Puschelz").
Eine schematische Schichtfolge zeigt ganz grob die unten angeführte Abfolge:
10. Werfener Kalke und Schiefertone, stark braun verwitternd.
9. Helle, z. T. mittelgraue Dolomite, lokal bituminös.
A 5 Verhandlungen 1971
A 65
8. Helle, rote, gebankte Sandsteine („Permoskythsandsteine" G. RIEHL-H., 1965).
7. Rote, tonig-sandige Schichten mit Schüttungen von Karbonatgesteinskomponenten.
Grobschüttungen von Blöcken (mehrere m 3 ). Die Komponenten bestehen vorwiegend
aus perm. Karbonatgesteinen, z. T. metamorphen Kalken!
6. Rote Tone mit helleren Kalken, Fusulinen und Algen führend.
5. Helle Kalke von wechselnder Mächtigkeit.
4. Schwarze, z. T. sandige Tonschiefer.
3. Stark braun verwitternde, sehr fossilreiche Tongesteine (vorw. Algen u. Bryozoen).
2. Schwarze Kalke mit Bellerophonten. In diesen Kalken fanden sich sichere Zellienkalke (oberer Pseudoschwagerinenkalk, freundl. Mitteilung F. KAHLER).
1. Schwarze, z. T. sandige Tonschiefer.
Schwermineralproben (G. WOLETZ) und Conodontenproben aus der Grobschüttungslage
(H. SCHÖNLAUB) wurden weitergegeben.
Die angelaufenen Untersuchungen zeigen sehr schön eine Verzahnung der terrestrischen
Unterrotliegend-Ablagerungen im N-Bereich (Christophberg-Magdalensberg G. RIEHLHERWIRSCH, 1965) mit marinen Entwicklungen im S.
Eine Fortsetzung der Untersuchungen für das Jahr 1971 ist geplant.
29.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Großsiegharts (7)
Von SUSANNE SCHARBERT
Die geologischen Aufnahmen konnten im großen und ganzen in der Kartierungssaison
1970 zu Ende gebracht werden.
W der Linie Eibenstein—Primersdorf sind in der Bunten Serie verhältnismäßig
mächtige Quarzite anzutreffen, die vermutlich wegen ihrer Kompaktheit und Sprödigkeit dicklinsige Körper bilden, unähnlich den übrigen Gliedern dieser sedimentären Serie
(Marmore, Amphibolite, feinkörnige Paragneise), die oft zu schmalen Bändern ausgedünnt sind. Eine markante lithologische Grenze wird durch das Auftreten eines N N W streichenden Granitgneiszuges (Gföhler Gneis) hervorgerufen, der konkordant der Bunten Serie aufliegt. In ihm steckt, ebenfalls konkordant, ein Zug aus basischen Gesteinen,
der von der Haidlmühle an der Deutschen Thaya nach N bis Großau auch morphologisch gut zu verfolgen ist. Seine petrographische Zusammensetzung ändert sich in der
Streichrichtung, wobei auch typisches Paramaterial (Marmorband, Paragneisschmitzen)
darin vorkommt. Über dem oben erwähnten Orthogneiszug liegt die Serie der BiotitPlagioklasgneise und Amphibolite, die durch primäre stoffliche Unterschiede ein recht
unruhiges Aussehen erhält, wobei eine beginnende Migmatisierung eine Homogenisierung dieses Gesteinskomplexes einleitet. Neben noch homogenen Amphiboliten mit
Pyroxengneiseinschaltungen beobachtet man Biotitamphibolite und dunkle Dioritgneise,
selten Silikatmarmorlinsen (bei Weikertschlag), Migmatite mit Amphibolitschollen,
hauptsächlich aber Plagioklasgneise mit Feldspataugen, -linsen und -Zeilen. In dieser
Serie treten Granataplit- und Aplitgneise mit Intrusivkontakt auf (Hafnerbach, Zunftmühle) und ein weiterer Zug von Gföhler Gneis (zwischen Hahn- und Reismühle E
Liebnitz). W Kollmitzgraben streicht diese Serie in N W Richtung mit SW Einfallen,
in der Umgebung von Raabs verflacht der Komplex, die Gesteine liegen mitunter söhlig
und fallen noch weiter nördlich und westlich (Hadermühle an der Mährischen Thaya,
Obergrünbach) nach N W ein. N Weikertschlag streicht die Serie wieder N-S und fällt
nach W ein. Sie bildet die Unterlage des Gföhler Gneises, dessen Grenze durch die
wechselnde Streichrichtung der Nachbargesteine weit nach E bogenförmig ausholt (Linie
Karlstein—Thuma—Rossa—Oberndorf) und unterlagert ihn auch im W (Fratres,
A 66
Wieshof). An der Basis der Gföhler Gneises liegt ein dünnen Band von Granulit (Karlstein, Oberndorf) und Pyroxengneis (Karlstein, SE und N E Rossa). Geringmächtige
Lamellen von Gföhler Gneis sind im Kontaktbereich im Nebengestein eingeschlichtet
(im E bei Karlstein, im W bei der Radimühle). Im Hauptkörper des Gföhler Gneises
brechen eine Anzahl kleiner Serpentinitkörper an die Oberfläche, in deren unmittelbarer Umgebung der Gneis stark ausgewalzt und verschiefert ist und mitunter eine
Anreicherung an Granat zeigt. Diese Varietäten sind auf der Geologischen Spezialkarte,
Blatt Drosendorf, als Granulite ausgeschieden. W und SW des Buchberges bei Waldkirchen sind helle aplitische Gneise anzutreffen, deren Stellung zum E angrenzenden
Gföhler Gneis noch nicht geklärt ist.
30.
Bericht über die Neukartierung des Perms bei Zöbing (Blätter 21 und 38)
Von OTMAR SCHERMANN
Die tiefsten der Kartierung zugänglichen Teile des Perms von Zöbing finden sich im
Gebiet N bis N E der Kampbrücke Zöbing sowie am Südrand nach N E bis zur Ruine
Falkenstein. Es sind graue bis schwarze sowie bunte, i. w. rotviolette und grüne Tonschiefer mit wechselndem Feinsand- und Glimmergehalt ± Pflanzenresten. In diesen
Schichten finden sich vereinzelt etwas mergelige dunkelgraue, schwarze und bräunliche
Kalke mit oft reichlich weißen Kalzitadern. Die Mächtigkeit der Kalke liegt etwa im
Meterbereich.
Eine weitere Lage rotvioletter Tonschiefer tritt in einer Arkosefolge am SE-Abhang
des Heiligensteines auf, quert etwa 300 m E Kote 360 die Straße und läßt sich noch ein
Stück weiter nach N E verfolgen. Südlich und östlich Zöbing treten weitere, bis 20 m
mächtige Lagen von dunklen Schiefern mit Arkosen zusammen auf, können aber bei den
gegebenen Auf Schluß Verhältnissen nicht weiter verfolgt und eingeordnet werden; ihr
Anteil am Aufbau der nicht pelitischen Schichtfolge ist eher klein.
Als interessanter Fund ist ein Stück Glanzkohle anzusehen, gefunden in einem tiefen
Hanganriß, etwa 300 m östliche der Kampbrücke in Zöbing.
Die Hauptmasse der permischen Gesteine besteht aus Arkosen und Brekzien — die
Anwendung des Begriffes Grauwacke verbietet der sehr spärliche Tongehalt. Es sind
dm- bis m-bankige, grünliche oder violettrote Gesteine; als Sonderfall besonders der
grünen Brekzien können die Komponenten violettrot gefärbt sein. Meist sind die Gesteine mürb, seltener hart. Ihr gegenseitiges Verhältnis besteht, soweit das im Gelände
festzustellen ist, im wechselnden Angebot der groben Komponenten und nicht in anderen
Parametern, wie z. B. Gefälle.
Dementsprechend geht die eine Gesteinsvarietät auf kurzem Wege in die andere über,
weiter verfolgbare Leithorizonte sind eher selten, was die Analyse des Innenbaues
ungemein erschwert.
Die Zusammensetzung der bis 90 cm großen groben Komponenten ist recht einheitlich: zu mehr als 9 5 % besfehen sie aus Granulitgesteinen. Unter den sozusagen akzessorischen Gesteinen finden sich: Gföhler Gneis, Granitgneise und Aplitgneise, Gangquarz,
Quarzite, Amphibolite; außerdem wurden — leider stark angewittert — je ein Stück
eines feinkörnigen Ganggesteins und eines, einem Bitteschen Gneis ähnlichen Gesteins
gefunden. Hervorzuheben ist, daß der Geröllinhalt in keinem Zusammenhang mit den
heute unmittelbar benachbarten Gesteinen des kristallinen Rahmens steht.
In der Grundmasse von Berkzien und Arkosen findet sich oft auch reichlich Feldspat,
mit bis zu 15 mm großen Körnern. Feldspäte in solchen Korngrößen sind aus GranulitA5*
A 67
gesteinen nicht bekannt, das Herkunftsgebiet des Sedimentmaterials muß also wesentlich
anders zusammengesetzt gewesen sein als die in den Klastika vorliegenden Komponenten
andeuten, das heißt, unter den Bedingungen der permischen Verwitterung sind die
nichtgranulitischen Gesteine vergrust, nach Biotitlagen und Spaltflächen größerer Mineralkörner zerfallen, während die Granulitgesteine nur stückigen Zerfall zeigen.
Genetische Hinweise geben besonders die Brekzien mit ihrem Erscheinungsbild, wie
es heute noch in ariden Klimabereichen auftritt; es sind diese Brekzien am ehesten als
Sedimente von Schichtfluten zu interpretieren. Jede einzelne Bank entspricht einem
solchen Ereignis; der vermutlich schon in der Verwitterungszone spärliche Feinsandund Tongehalt bildet die oberste Begrenzung der in sich sonst nicht klassierten Bank.
In diesen obersten Zonen finden sich auch vereinzelt Strömungsmarken (flute casts), die
eine Strömung von W nach E anzeigen.
Als Sonderfall der sedimentären Entwicklung tritt eine flyschartige Wechsellagerung
von Arkosen mit Tonschiefern auf (ca. 650 m E Kampbrücke, wenige Meter N der
Weggabel), die nicht näher untersucht und daher auch nicht gedeutet wurde.
Im Bereich des Heiligensteines sind die permischen Sedimente in Seehöhen über 340 m
tiefgründig kaolinisiert: in einem 7 m tiefen künstlichen Aufschluß zeigt der Zersetzungsgrad an der Basis noch keine sichtbare Abnahme, so daß auf eine größere Tiefe der
Kaolinisierung geschlossen werden darf.
Die kristallinen Nebengesteine der permischen Sedimente sind im Norden Granulite
und Serpentinite, im SW-Abschnitt des Südrandes sind es verschiedene Paragneise und
Amphibolite, im NE-Abschnitt im wesentlichen Gföhler Gneis.
Die Ränder des Grabens werden im Norden nach Osten bis zum Wolfsgraben, im
SW bis in das Straßer Tal von Myloniten begleitet. Weiter im N E fehlen beiderseits
Beobachtungen dieser Mylonite, was eine Folge der unbefriedigenden Aufschlußverhältnisse sein wird. Die Grabenränder selber werden im S durch eine durchlaufende
SW-NE-Linie gebildet, im Norden sind ein E-W-Bruch, durch eine mehr oder weniger
N-S verlaufende Störungslinie geteilt, und ein SW-NE streichendes Linear als Grabenrand verwendet.
Die permischen Schichten zeigen bei allgemeinem S- bis SE-Fallen eine Neigung um
40°; am nördlichen Bruchrand ist eine Versteilung auf 75°—80° zu beobachten; nicht
so deutlich sind die Verhältnisse im Süden: hier gibt es wohl am Rand auch bis zu 67°
nach Norden fallende Flächen, doch überwiegt eine allgemein flachere Lage der südfallenden Schichten. (Auf den komplizierten Innenbau soll in diesem Zusammenhang
nicht eingegangen werden!) Demnach ist das Perm von Zöbing — das ist das wichtigste
Ergebnis dieser Neukartierung — ein kleiner, postsedimentär grabenförmig eingesenkter
Teil einer ehemals ausgedehnteren Sedimentdecke auf dem Kristallin der Böhmischen
Masse, deren Reste vom Autor auch bei Pulkau, Unternalb und Niederfladnitz beobachtet werden konnten und für deren Ausdehnung weiter nach W sichere Anzeichen
vorliegen.
31.
Bericht über die Aufnahmen auf Blatt 37, „Mautern"
Von OTMAR SCHERMANN
Die Grenze des Granulitgebietes vom Dunkelsteiner Wald gegen die südlichen Nebengesteine ist recht komplex. Sie verläuft von Schönbühel nach NE, 300—500 m östlich
der Donau, etwa parallel zur Diendorfer Störung. Die Granulite sind kakiritisiert bis
mylonitisiert. Etwa bei der Kote 385 der alten topographischen Karte 1 : 25.000 schwenkt
sie nach Osten um, wo sie halbwegs zwischen Dürnberg und Wolfstein den WolfsteinA68
graben erreicht. Hier wird sie an einer N-S verlaufenden Störung um 350—400 m nach
N versetzt bis etwa Wolfstein, von wo sie dann mit NE-Streichen weiter nach N E
verläuft.
Entsprechend der Komplexheit des Verlaufes sind auch die Elemente dieser Grenzlinie zusammengesetzt. Der Grenzverlauf entlang der Donau ist als eine Parallelstörung
zur Diendorf er Störung aufzufassen mit gleicher Verschiebungstendenz: SE-Flügel nach
NE. Der W-E verlaufende Abschnitt zeigt, besonders im Graben W Binderberg, eindeutig ein U n t e r l a g e r n des Granulites durch die Gesteine der Bunten Serie, im
Gegensatz zu den Feststellungen im Bereich Goldegg—Hohenegg. Der Abschnitt im
Wolfsteingraben ist ebenfalls durch eine Störung bedingt, über deren Charakter zur
Zeit keine Aussagen gemacht werden können. Der Abschnitt von Wolfstein nach N E ist
wieder durch kakiritisiertem Granulit markiert, es muß also hier eine weitere Blattverschiebung parallel zur Diendorfer Störung angenommen werden.
Innerhalb der hellen Granulite treten untergeordnet Serpentinite, z. T. mit Pyrop
oder Diallag, auf, vereinzelt auch Pyroxengranulite. Interessant ist das Auftreten
eines allerdings nur punktweise beobachteten, diskondant eingeschalteten feinkörnigen
Aplitgneises mit wenig Biotit. Dieses Gestein ist im Aussehen identisch den + parallel
den Marmoren eingeschalteten Biotitaplitgneisen E Schönbühel.
Die Rahmengesteine des Granulites bestehen im Räume Schönbühel—Berging—
Hohenwart, und zwar südlich des Hochkogels, aus mächtigen Marmoren, denen die
oben erwähnten Biotitaplitgneise eingeschlichtet sind; Gneise und Aplite treten stark
zurück. Anders sim Gebiet Hochkogel — Granulit, wo sich reichlich Amphibolite finden, etwas Schiefergneis und mittel- bis grobkörnige Aplite, die zwar oft stark zerdrückt sind, jedoch niemals verschiefert angetroffen wurden. Marmorlagen fehlen auch
in diesem Gebiete nicht, treten aber an Zahl und Mächtigkeit stark zurück.
Die selbe Gesteinsgesellschaft wiederholt sich in der gleichen Abfolge im NE-Abschnitt
des begangenen Bereiches N E Wolfstein. Die oben angenommene Blattverschiebung ist
also in ihrem Streichen zu verlängern, aus dem Räume Berging kommend über Wolfstein
in Richtung Windhof. Sie durchtrennt den Verband der Rahmengesteine ebenso wie
deren Grenze zum Granulit und verschiebt die SE-Scholle nach N E . Beim gegenwärtigen
Stand des Wissens kann der Betrag der Verschiebung nur sehr ungefähr abgeschätzt
werden und dürfte dieser im Bereich um oder über 1 km liegen.
32.
Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt 94 (Hallein)
Von MAX SCHLAGER (auswärtiger Mitarbeiter)
In der westlichen Osterhorngruppe wurden die noch fehlenden Teile *) des als Siedlungsgebiet Gaißau genannten Mörtelbachtales kartiert.
Geologisch kann man das Kartierungsgebiet durch zwei große Brüche begrenzen, die
nord- bis nordnordostwärts durchschneiden: den Hohenschneidbergbruch im Norden
und den Eckwald-Hochzill-Wurmwinkelbruch im Süden. Letzterer wurde im Bericht 1963
(Verhandlungen 1964, Heft 3, Seite A 44—45 beschrieben). Den Hohenschneidbergbruch
erwähnte ich zuletzt im Bericht 1968 (Verhandlungen 1969, Heft 3, Seite A 6 1 ; dort
findet man auch Zitate früherer Angaben die diese große Störung betreffen). Seine
*) Der Streifen längs Mörtelbadi und alter Gaißaustraße wurde schon im Jahre 1958 durch
meinen Sohn Wolfgang Schlager aufgenommen und ist in der Karte 1 : 10.000 von Adnet und
Umgebung dargestellt.
A 69
Sprunghöhe wurde im Mörtelbach auf 750 m geschätzt. Eine Betrachtung des geologischen Kartenbildes im Großen zeigt aber, daß auch eine erhebliche Seitenverschiebung an
ihm stattfindet. Ihr bedeutendes Ausmaß erkennt man am besten aus dem Verlauf der
morphologisch so eindrucksvollen Oberjurastufe östlich der Salzach. Man kann sie vom
Mühlstein (1053 m) über Eberstein (770 m) und Oberalmberg (722 m) zum Adneter
Riedl (Heuberg 556 m) verfolgen, wo sie ihre tiefste Lage erreicht, was einer ähnlichen
Depression am Westrand des Salzachtales entspricht, in der die Hallstätterschollen des
Dürnberges eingebettet sind. Am Südende des Riedls bei Waidach, verschwinden die
Oberalmerschichten der Stufe unter quartärer Nagelfluh; gleichzeitig aber nimmt der
Hohenschneidbergbruch bei Waidach seinen Ausgang und verläuft gegen den Mörtelbach,
wo auf der Höhe des linken Hanges in seinem Südflügel, 5,5 km nach N E verschoben,
mit dem Ascher Köpfl (Kote 929 der Karte 1 : 25.000) die Oberjurastufe wieder einsetzt und dann südwärts, immer auf der Höhe des linken Gaißauhanges bleibend, über
Krispl (927 m), Spumberg (1144 m), Knoglberg (1353 m) zum Schienken (1649 m) und
Schmittenstein (1696 m) ansteigt.
In der Ostumrahmung der Gaißau liegen zwischen den beiden erwähnten Brüchen
von N nach S folgende Erhebungen: Ochsenberg (1483 m), Eibleck (1517 m), Kallersberg (1408 m), Grünsattel (1247 m) und Spielberg (1428 m). Diese Berge gehören in der
gewählten Aufzählungsfolge zu einer stratigraphischen Serie die von Hauptdolomit
über Plattenkalk und Kössener Schichten, Lias und tiefmalmische Tauglbodenschichten
bis zu den Tiefen Oberalmerschichten des Spielberges reicht. Die Trias-Jura-Grenze ist
durch den Südteil des breiten Grünsattels markiert.
Ungefähr in der Mitte zwischen den genannten Grenzbrüchen schiebt sich noch ein
dritter, größerer Bruch ein, der vom Unterascher am linken Gaißauhang nach Jaglau
am rechten Hang mit Gesamtrichtung N N E verläuft. Er ist durch folgende Befunde
festgelegt: Im Mörtelbach und an der Gaißaustraße südwärts fortschreitend kommt man
aus den im Norden vorherrschenden Juragesteinen plötzlich in Kössener Schichten;
dabei stehen bei Km 10,6 der neuen Gaißaustraße beiderseits eines aufschlußlosen
Streifens von 20 m Breite einander gegenüber: Radiolarit im Nordflügel und eine KalkMergel-Wechsellagerung eines Niveaus 30 m unter dem Hauptlithodendronkalk im Südflügel; daraus kann man die Absenkung des Nordflügels mit 120—130 m berechnen.
Am linken Mörtelbachhang endet die auffallende Felsstufe des 8—10 m mächtigen Hauptlithodendronkalkes an mehreren Bewegungsflächen die 305/60—70° fallen; den weiteren
Bruchverlauf am linken Hang verhüllen Moränen, doch waren 1958 an der alten Straße
nach Krispl 250 m W „Krispl Hsr. 770" der Karte 1 : 25.000 mehrere Bewegungsflächen
mit Fallen 310—320/60—70° mit dazwischenliegenden Zertrümmerungszonen in den
tiefen Oberalmerschichten zu sehen die sich gut in die Bruchzone einfügen würden,
jedoch konnte eine entsprechende kräftige Verstellung des 1. Barmsteinkalkes am Hang
oberhalb nicht beobachtet werden.
I n R i c h t u n g J a g l a u verläuft die Bruchzone zunächst verborgen unter der
rechten Moränenterrasse, SE Jaglau durch eine mit Moräne ausgekleidete Grasmulde
und trennt hier eine durch die ötzfläche E oberhalb Jaglau herabziehende, mehrere Meter
mächtige, S-fallende Bank eines Lithodendronkalkes von dem im Wäldchen an der
Besitzgrenze Jaglau-Wörndl anstehenden S bis SW fallenden Plattenkalk. Von Jaglau
zieht der Bruch, zunächst durch Moräne verhüllt, weiter in Richtung Kernreiterbach
und dessen rechten Seitengraben der vom Eibleck südlich der Hütte Kote 1088 herabkommt und in rund 730 m Höhe mündet. In diesem Seitengraben verschafft glücklicherweise ein neuer Forstweg unter Moräne so günstige Aufschlüsse, daß man Bewegungsflächen mit Fallen 310/85° sieht, die einen Plattenkalk im N W und Hauptdolomit im
SE trennt. Diese Merkmale entsprechen ganz dem Jaglau-Bruch. Dieser Bruch beeinflußt
A 70
auch die Aufschlußreihe im Kernreiterbach, wo oberhalb der neuen Straßenbrücke beim
Karrer unter mächtiger block- und schlammreicher Moräne Hauptdolomit angeschnitten
ist und weiter bachaufwärts, gegen den erwähnten rechten Seitengraben hin, KalkDolomit-Wechsellagerung den Übergang zum Plattenkalk anzeigt; bachaufwärts vom
Jaglau-Bruch setzt aber neuerdings Hauptdolomit ein und der Übergang zum Plattenkalk wiederholt sich höher oben nochmals.
Der eben beschriebene Bruch erzeugt zusammen mit den beiden Grenzbrüchen 3 Teilschollen.
D i e n ö r d l i c h s t e S c h o l l e d e r G a i ß a u . Sie zeigt im Mörtelbach und
an der Gaißaustraße hauptsächlich den jurassischen Anteil ihrer Schichtfolge, während
die liegenden Kössener Schicht fast ganz unter der rechten Moränenterrasse verborgen
bleiben mit Ausnahme kleiner Aufschlüsse, z. B. des Lithodendronkalkes E Jaglau, eines
gleichen Gesteins am linken Hang des Karrergrabens ( = Unterlauf des Kernreiterbaches)
unmittelbar N Plainlehen (Kote 693). Die zu dieser Scholle gehörige HauptdolomitPlattenkalk-Grenze ist von der Mündung des rechten Seitengrabens im Kernreiterbach
über die „Adlaseben" genannte große ötzfläche E oberhalb Karrer und weiter nordwestwärts durch die Walknerötz in Richtung auf das Sattelgut (749 m) zu verfolgen,
wo der durch den Walknergraben verlaufende Hohenschneidbergbruch sie abschneidet.
Die Kalke nahe Walkner sind wohl schon dem höheren Plattenkalk zuzurechnen, da sie
durch stärkere Fossilführung auf den Übergang zu den Kössener Schichten hinweisen.
Am linken Hang des Walknergrabens unterhalb Sattelgut ist der Plattenkalk im SEFlügel des Hohenschneidbergbruches geschleppt und fällt lokal gegen N E .
Die
Aufschlüsse
im
Mörtelbach und
straße.
an
der
neuen
Gaißau-
Da die Kartierung des Mörtelbaches und der alten Gaißaustraße durch meinen Sohn,
außer in Form der Kartendarstellung auf Blatt Adnet 1 : 10.000 nie publiziert wurde,
soll das hier, ergänzt durch die Aufschlüsse an der neuen Straße, nachgeholt werden,
damit nun eine vollständige geologische Übersicht über die Gaißau vorliegt.
Die am Hohenschneidbergbruch herabgeschleppten Bänke des Hauptdolomits treten
am rechten Mörtelbachufer in Kontakt mit etwas grauen Rhätmergeln, die aber wenige
Meter höher von Hornsteinknollenkalk des Lias überlagert werden. Die neue Straße
schneidet die Bewegungsfläche des großen Bruches sehr schön an; sie fällt 150/65° und
ist an einem Hauptdolomit ausgebildet der zum Teil als Algenrhythmit mit MillimeterFeinschichtung entwickelt ist. Auf dieser Bewegungsfläche liegen stark verdrücktte Platten,
die aber bald von normal entwickeltem Hornsteinknollenkalk abgelöst werden, dessen
Anschnitte etwa 120 m bis zu einem Waldrand zu verfolgen sind und dort durch dünnschichtigen roten Knollenkalk von 3 m Mächtigkeit überlagert werden, wobei an der
Grenze wieder die charakteristischen gelbbraunen Hornsteine auftauchen; im Hangenden
liegen noch lose Blöcke einer 1 m mächtigen Knollenbrekzie. An einer von Moräne ausgekleideten grasigen Mulde endet diese Schichtfolge, wahrscheinlich durch einenNNW
streichenden Bruch abgeschnitten; im gehobenen Ostflügel stehen, in einem Wäldchen
oberhalb eines Schuppens verborgen, wieder Hornsteinknollenkalke an. Diese kann man
dann, von aufschlußlosen und Moränenstrecken unterbrochen, bis zu dem herrlichen
Liasaufschluß bei Km 10,8 der neuen Gaißaustraße verfolgen. Dieser Liasaufschluß
wurden von WENDT, unter Nachweis von Toarcium und Aalenium in den hängendsten
Teilen, 1969beschrieben („Die Typlokalität der Adneter Schichten"; Kolloquium über
den mediterranen Jura, Budapest 1969). Im Herbst 1970 hatte ich das Vergnügen, Herrn
Professor HUCKRIEDE (Marburg/Lahn) den Aufschluß zu zeigen, wobei die hier bis 25 cm
mächtige Grenzschicht zum Radiolarit und ihre Vergleich mit dem Tauglgebiet im
A 71
Mittelpunkt des Interesses stand. HUCKRIEDE wird über die von ihm erzielten interessanten Ergebnisse demnächst berichten.
Am l i n k e n U f e r d e s M ö r t e l b a c h e s ist am Harnisch des Hohenschneidbergbruches der liegende Rhätmergel nicht zu sehen, sondern nur Rassischer Hornsteinknollenkalk, der wenige Meter höher von Rotkalk und weiter von Radiolarit und Tauglbodenschichten überlagert wird. Die Gesteine des linken Ufers scheinen also tektonisch
etwas tiefer zu liegen, was zur Annahme eines in der Längsrichtung des Baches 320°
verlaufenden Bruches geringer Sprunghöhe veranlaßt; eine Annahme, die weiter südlich
auch durch am linken Ufer auftauchende, saiger stehende Rhätkalke bewiesen wird. Das
Radiolaritband des linken Hanges sinkt, der Lagerung entsprechend, stellenweise von
Quartär unterbrochen, südwärts allmählich ab, erreicht SW der Gaißauhöfe das Niveau
des Baches und wird hier durch einen N E streichenden Bruch abgeschnitten, in dessen
Südflügel in ca. 30 m breitem Streifen rote Liaskalke hochkommen, die auch an der Mündung eines steilen linken Seitengrabens aufgeschlossen sind und in diesem von Radiolarit
und Tauglbodenschichten überlagert werden, während im höchsten Grabenteil (NW der
Ascherhöfe) an einer kleinen Störungszone sich tiefe Oberalmerschichten einstellen. Im
Mörtelbach sind aufwärts vom N E streichenden Bruch am linken Ufer südfallende
Kössener Schichten aufgeschlossen, die dem schönen Liasaufschluß an der Straße gerade
gegenüber liegen. Doch wird im Mörtelbach, noch bevor man den Unterascher-JaglauBruch erreicht, eine weitere Kamplikation durch einen W-E-Bruch hervorgerufen, der
am linken Ufer die Kössener Schichten mit Radiolarit in Kontakt bringt, wobei auch
eine kleine Scholle von Lias-Rotkalk eingeklemmt ist, während er am rechten Hang am
Jaglau-Bruch endet.
Die
Scholle
z w i s c h e n dem U n t e r a se h e r - J a g 1a u - B r u c h
dem E c k w a l d - J o c h z i l l - B r u c h .
und
Wichtigstes stratigraphisches Element, leitend für das Verständnis des geologischen
Baues dieser Scholle, ist der H a u p t l i t h o d e n d r o n k a l k ; diese Bedeutung verdankt die massige, 8—10 m mächtige Kalkbank dem Umstand, daß sie am besten der
Glazialerosion widerstand und daher den Geologen durch den ganzen rechten, reichlich
mit Moräne bedeckten Hang hindurchleitet, während die anderen Gesteinsserien erodiert,
von Moräne zugedeckt wurden und nur stellenweise auftauchen. An der neuen Gaißaustraße ist das Gestein, unterlagert von 30 m Kalk-Mergel-Wechsellagerung, prächtig
angeschnitten und wird jedem Besucher des schönen Tales sofort auffallen, zumal es im
Mörtelbach N Gaißau-Säge ( = Abzweigung der Spielbergstraße) eine Schlucht verursacht.
Meinem Sohn, WOLFGANG SCHLAGER, delang es 1958 durch eine Detailaufnahme des
damals noch nicht so schön aufgeschlossenen Profils die Schichten 100—111 des klassischen Kendlbach-Profils von SUESS & MOJSISOVICS (1868) zu erkennen. Von der Straße
aus sieht man die Wandstufe dieses Kalkes auch am linken Hang ca. 120 m talauswärts
ziehen, bis sie dann von den Bewegungsflächen des Unterascher-Jaglau-Bruches abgeschnitten wird.
Im Mörtelbach und an der Gaißaustraße folgen über dem Hauptlithodendronkalk
noch 17 m graue Kalkplatten, dann nochmals eine 15 m mächtige Wechsellagerung von
Kalkbänken mit mächtigen Schiefermergeln und schließlich bei der Straßenkurve knapp
N Gaißau-Säge (Steg 672 der Spezialkarte) eine 6—7 m mächtige, stufenbildende Folge
wellig-schmalfugig geschichteter grauer Kalkbänke die ich als „Riesenknolligen bituminösen Kalk" deute.
Nach einer durch Bachschotter bedingten Aufschlußlücke (Kleiner Aufschluß grauer
Rhätmergel am linken Ufer) in der bei dem beobachteten Fallwinkel von 150/15° 60 m
hängendste Kössener Schichten Platz fänden, folgt 150 m S Gaißau-Säge am linken
A 72
Ufer eines Mörtelbachknies ein Lias-Aufschluß, der bei südwestlichem Einfallen vom
Liegenden zum Hangenden erschließt: Hornsteinknollenkalk (von dem nur 2 m sichtbar
sind); 1,5—2 m Übergangsschicht aus gelblichgrauem Kalk mit roten Hornsteinknollen;
3 m dünnschichtiger roter Knollenkalk mit reichlich Tonflasern; 1,4 m mächtige Bank
ziemlich feinkörniger (Haselnuß- bis Nußkorn) roter Knollenbrekzie; darüber 3 m
Rutschmasse aus dunkelgrauem Radiolarit vermischt mit vermutlich in sein Liegendes gehörenden roten Blöcken feinschichtig-toniger Gesteine die analog anderen Profilen dem
Oberlias entsprechen dürften sowie Krinoidenkalk. Der Aufschluß ist ganz von Moräne
umhüllt und findet auch kein Gegenstück am rechten Hang, wo bunt zusammengesetzte
Moräne mit großen Rhätkalk-Blöcken und kantigem Lias-Rotkalk unter Bewuchs zu
liegen scheint.
Weiter talaufwärts bis zum Sagwirt ist der Mörtelbach, begleitet von Alluvialflächen,
zwischen Moränenhänge eingeschnitten. Erst beim Ponauhäusl S Sagwirt, wo ein Straßenast zur neuen Schule aufwärts abbiegt und ein anderer in Richtung Unterpremm, Vierthaler und Ois anzusteigen beginnt, zeigen sich Aufschlüsse in S- bis SW-fallenden Tauglbodenschichten, die das hängendste Schichtglied dieser Scholle im Mörtelbach darstellen,
da sie unmittelbar südlich von dem durch Moräne und Vegetation verdeckten EckwaldHochzill-Bruch abgeschnitten werden; in dessen Südflügel liegen Kössener Mergel die
den Rutschhang oberhalb des im Talgrund gelegenen Hofes Bernau verursachen, der
die Straße bedroht da die mächtige block- und schlammreiche Moräne der rechten
Terrasse auf den Mergeln allmählich abgleitet; die dabei entstehenden Hangzerreißungen
greifen bis zum Terrassenrand unterhalb Pillgrub empor. Der im Bericht 1963 als
Anhaltspunkt für den Eckwaldbruch erwähnte „Lithodendronkalk gegenüber der Mündung des Untersgrabens" liegt 200 m S Bernau.
V e r f o l g u n g des M ö r t e l b a ch - P r o f i 1 s ü b e r d e n r e c h t e n
der G a i ß a u bis zum ö s t l i c h e n B e g r e n z u n g s k a m m
Hang
Der Hauptlithodendronkalk zieht aus dem Mörtelbach, im Gelände als bewaldete
Felsstufe hervortretend, zum Grünsattel empor; dabei quert er die alte Gaißaustraße,
die über die rechte Moränenterrasse verläuft, zwischen Wörndl (722 m) und Golegg
(hier in einem alten kleinen Steinbruch aufgeschlossen), ist am Nordrand der Felder von
Ober Grünweg (942 m), an der Kehre der Spielbergstraße noch schön aufgeschlossen,
wird dann aber durch einen kleinen 310° streichenden Bruch unterbrochen; seine Spur
verliert sich vorübergehend in dem nassen Rutschhang (Moräne über Rhätmergeln) am
linken Hang des Kernreiterbaches, taucht aber wieder auf am neuen Güterweg zur Eibleckalm, ca. 200 m nach dessen Eintritt in den Wald; von hier läßt er sich als schuttreicher
Riedl durch Waldland zum breiten Grünsattel (1247 m) verfolgen, wo er 100 m nördlich
des Jägerkreuzes ein kleines Köpfl bildet, in dessen hängendsten Kalkplatten ich die
Auswitterung eines Choristoceras fand. Vom Sattel südostwärts absteigend, an einem
kleinen NE-streichenden Bruch etwas versetzt, erreicht er, erst durch Wald, dann durch
Grasland, den Kessel der Wurmwinkelalm oder Grünalm (ca. 1150m); dabei ist die
Kalkplatte in einzelne Schollen zerlegt, deren Schichtköpfe durch die Baumgruppen
markiert sind, welche die Karte 1 : 25.000 darstellt. Der ebene Aufschüttungsboden der
Grünalm wird von dem Kalk nahe dem Waldrand, südlich der beiden Almhütten, umgangen. Hier sind die Aufschlüsse lückenhaft, da eine starke Verschüttung durch Wildbachkegel eintritt und es ist nicht immer möglich die einzelnen isolierten Kalkwändchen
auf den Hauptlithodendrokalk und den in seinem Hangenden zu erwartenden „Riesenknolligen bituminösen Kalk" aufzuteilen. Am Osthang des Grünalmkessels ziehen die
Kalkbänke nordostwärts hinauf bis ca. 1230 m Höhe und werden 200 m südlich des
A 73
Jagdhauses Kote 1181 vom Wurmwinkelbruch abgeschnitten und gegen den Hauptdolomit des Wiesenhörndls verworfen; die Kalkbänke sind ostwärts gegen einen herrlichen, am Hauptdolomit entwickelten Harnisch mit Fallen 300/70° hinaufgeschleppt,
der Dolomit unter dem Harnisch aber ist in schmale, brettartige Lamellen zerlegt. Eine
zweite Stelle an der die offenbar stark verbeulten Bewegungsflächen des Wurmwinkelbruches schön zu sehen sind erreicht man auf kleinem Steig ca. 120 m N E Jagdhaus in
einer steilen Felsrinne; hier ist ein grauer, wohl als Plattenkalk anzusprechender Kalk
durch Harnische mit Fallen 270/67° vom Hauptdolomit getrennt. Die Suche nach einem
zum Hauptlithodendronkalk parallel verlaufenden Liasband im Südteil des Grünalmkessels blieb erfolglos. Wildbachkegel breiten sich aus und abseits der Gräben besteht
eine starke Überstreuung mit Platten tiefer Oberalmerschichten die von einer aus diesem
Gestein bestehenden brüchigen Wandstufe stammt, die den Verbindungskamm SpielbergWieserhörndl ostwärts bis zu der durch den Wurmwinkelbruch erzeugten Scharte krönt,
weiter ostwärts aber durch die Hauptdolomitbänke des Wieserhörndls ersetzt wird.
Lediglich in 1245 m Höhe fand ich in einer Grabenflanke einen kleinen Aufschluß SSEfallender Kieselplattenkalke der Tauglbodenschichten die in das Hangende des Lias
gehören.
T r i a s g e s t e i n e im L i e g e n d e n des H a u p t l i t o d e n d r o n k a l k e s
re e h t e n G a i ß a u h a n g
am
Die mergelreiche Serie unmittelbar unter dem Lithodendronkalk tritt wenig in
Erscheinung, die tieferen Lithodendronkalkbänke schauen gelegentlich heraus. An der
Nordfront der Stufe des Hauptlithodendronkalkes deutet ein Streifen feuchten Graslandes und kleiner Plaiken den Durchzug einer Mergelzone an. Die Oberfläche der
rechten Moränenterrasse reicht bis zur neuen, in der Karte 1 : 25.000 noch nicht dargestellten Straße Wörndl-Karrer bzw. der von ihr abzweigenden Straße nach Jaglau
empor und hier fehlen Aufschlüsse ganz. E dieser Straße hebt sich der Hang etwas steiler
empor und in ihm schauen zwischen Ober- und Unterwörndl einige dickere S- bis
SW-fallende Kalkbänke hervor die durch grasige Mulden in denen man Mergel vermuten kann getrennt sind. In der steileren ötzfläche N E Oberwörndl herrscht unruhiges
Rutschgelände mit gelegentlichen Mergelausbissen in Abrißnischen. Der schon erwähnte
Plattenkalk in dem Wäldchen zwischen Wörndl und Jaglau fällt südwestwärts, also
unter die eben beschriebene Zone ein. An Gesteinen sieht man graue und bräunliche
Kalke in Bänken von 1/2 bis 3/4 m, die durch undeutliche Schichtfugen plattig unterteilt
sind, gelegentlich schaltet sich auch eine dolomitische Schicht ein oder eine Bank zeigt
dolomitische Partien. Das Liegende dieses Plattenkalkes muß der Hauptdolomit sein, der
im Kernreiterbach im Südostflügel des Jaglaubruches einsetzt; seine Bänke fallen SW
und man kann sie aufwärts bis zur Brücke eines neuen Forstweges verfolgen, der von
Jaglau über den linken Grabenhang hereinkommt und zwischen Waldrand und dieser
Brücke die Grenze zwischen Dolomit und Plattenkalk aufschließt. Der Übergang der
beiden Gesteine ist durch Wechsellagerung von Kalk und Dolomit charakterisiert, aber
auch durch besondere Gesteinstypen ausgezeichnet, die durch Reichtum an mit Kalzitdrusen ausgekleidete Hohlräume, zellige Verwitterung und blaugraue sandige Bänke,
die bei Verwitterung sich rot und gelbbraun verfärben, auffallen; auch stellen sich
Schiefermergelbänder zwischen den Bänken ein. Ähnlich buntfarbig, sandig-tonige
Gesteine fand ich in dem gleichen stratigraphischen Niveau weit entfernt, jenseits des
Wiestales, an dem neuen Güterweg von Seeleiten zum Gimpel. Gleich außerhalb des
Waldrandes in der Richtung Jaglau schneidet der Forstweg ein Paket blaugrauer, fossilführender Kalke an, das schon in den NW-Flügel des Jaglaubruches gehören muß. In
dem Waldlappen der oberhalb des Forstweges aus dem Kernreiterbach gegen SW vorA74
stößt, zieht ein S-fallender Lithodendronkalk gegen N E und durch die südostwärts
anschließende Grasfläche ziehen parallel dazu einige schlecht aufgeschlossene Mergelzonen. Zwischen dem Lithodendronkalk und den beschriebenen Aufschlüssen am Forstweg bleibt nur wenig Platz für einen geringmächtigen Plattenkalk. Der Streifen Lithodendronkalk-Mergelbänder zieht aufwärts in die linke Flanke des Kernreiterbaches hinein
und auch die Dolomit-Plattenkalk-Grenze erreicht oberhalb der neuen Forststraßenbrücke
in 875 m das Bachbett dem sie bis etwa 935 m folgt; dann aber steigt sie durch die
rechte Grabenflanke empor, so daß der Oberlauf des Kernreiterbaches schon in fossilreiche Kössener Schichten zu liegen kommt, quert den neuen Güterweg zur Eibleckalm
zwischen 1170 und 1180, zieht in die Südflanke des Kallersberges hinein, steigt jenseits
zum Nordteil des Grünalmkessels hinab und erreicht in der Gegend des Jagdhauses 1181
den Wurmwinkelbruch. Der neue G ü t e r w e g z u r E i b l e c k a l m quert die Zone
der Kössener Schichten in der Nähe der Abzweigung des Weges zum Grünsattel, dann
den Plattenkalk und schließlich noch dessen Übergangszone zum Hauptdolomit in der
Platten mit reichlich Auswitterungen von Rissoen häufig sind; eine Abzweigung des
Weges erschließt den Südhang des Kallersberges. Ein Profil von hier über den Grünsattel
(1247 m) zum Spielberg (1428 m) quert die Trias-Jura-Grenze, ist aber leider im
Abschnitt der tieferen Kössener Schichten nicht so gut aufgeschlossen wie das im Bericht
1964 beschriebene Profil im Hennergarten (Verhandlungen 1965, Seite A 44); die beiden
tieferen Lithodendronkalke I und II können sowohl im Sattel als auch am Westrand
des Grünalmkessels nur schlecht identifiziert werden. In dem angegebenen Profil ergeben
sich unter Zugrundelegung eines aus mehreren Messungen errechneten mittleren Fallwinkels von 35° folgende Mächtigkeiten: Plattenkalk 38 m (Näherungswert, wegen der
unscharfen Untergrenze!); Kössener Schichten bis Liasbasis 180m; Lias (Hornsteinknollenkalk + Rotkalk) ca. 30 m; Radiolarit -f- Tauglbodenschichten ca. 150m; Übergangsschichten 70 m; Tiefe Oberalmerschichten ca. 120 m. Bei den südlichsten Spielbergalmen und im anschließenden Wald stellen sich einzelne Barmsteinkalkbänke ein, die an
der Basis meist fein konglomeratisch sind, nach oben aber feinkörniger werden, also eine
Gradierung aufweisen. Ihr stratigraphisches Niveau über der Oberalmer-Basis ist aus
folgenden Gründen schwer anzugeben: der Fallwinkel der Oberalmerschichten verflacht
nach S immer mehr; zwischen den Koten 1428 und 1328 quert das Profil eine Faltungszone mit Faltenachsen, die teils flach NW, teils SE fallen. Nach dem Verlauf der
Gesteinsgrenzen an der NW-Flanke des Spielberges dürften die Barmsteinkalke etwa
200 m über der Oberalmer-Basis liegen, könnten also im Vergleich mit dem Standardprofil in der Trattberggruppe in das Nievau Bo gehören. Die weitere Fortsetzung des
Profils über die „Gitzen" gegen den Ebner schneidet wieder tiefe Oberalmerschichten, die
bis gegen 1000 m hinabreichen.
V e r f o l g u n g d e r S c h i c h t e n im H a n g e n d e n des H a u p t l i t h o d e n d r o n k a l k e s über den r e c h t e n H a n g der G a i ß a u bis zum Grünsattel und Spielberg
Die Aufschlüsse in den rhätischen Hangendschichten konzentrieren sich auf einen
kleinen Bach der aus der Vereinigung zweier von Grünweg und Oberthal kommender
Quelläste entsteht und bei Gaißau-Säge in den Mörtelbach mündet. In ihm findet man
hinauf bis zur Brücke der Spielbergstraße nahe Golegg Aufschlüsse in grauen, flach
knolligen Kössener Kalken; oberhalb der Brücke werden die Aufschlüsse spärlicher.
Auf den ersten Lias-Aufschluß stößt man in 850 m Höhe an der Vereinigung der beiden
Quelläste. Es sind alle Gesteinstypen vertreten die vom Aufschluß am linken Mörtelbachufer beschrieben wurden, die liegenden Hornsteinknollenkalke sogar in einer Mächtigkeit von 6—8 m; eine N-S streichende Störung bringt die Schichten etwas in UnordA75
nung. Den nächsthöheren Lias-Aufschluß bietet ein Bächlein zwischen Unter- und
Obergrünweg in 880—940 m Höhe. Hornsteinknollenkalk und Ubergangsschicht sind
vertreten, Rotkalk und Knollenbrekzie nur in losen Stücken anzutreffen.
Bessere LiasaufSchlüsse gibt es innerhalb des Waldrandes bei Kote 1083; es dominiert
der Hornsteinknollenkalk, Rotkalk und Knollenbrekzie auch hier nur in losen Stücken;
Fallen unter 20° SW. Die Liasstufe zieht ostwärts wobei sie höher wird bis schließlich
ca. 200 m östlich der Kote 1083 der Hornsteinknollenkalk eine 15—20 m hohe Felsstufe bildet die sehr brüchig ist und einen breiten Schuttstreifen an ihrem Fuß erzeugt.
Noch weiter ostwärts wird die Stufe wieder niedriger und aufschlußloser Waldboden
trennt sie von dem Lias-Aufschluß an dem Steig der über den steilen Riedl vom Jägerkreuz im Grünsattel zum Spielberg emporklimmt. Auch hier bildet der Hornsteinknollenkalk an der steileren Ostflanke des Riedels ein ca. 20 m hohes Wandl, die Rotkalke
sind anscheinend nur schmächtig entwickelt; weiter aufwärts folgt Radiolarit, der
ebenfalls an der Ostflanke ein ca. 15 m hohes Wandl erzeugt, in dem man das Fallen
mit 200/15—20° messen kann. Weiter aufwärts kommt man in Tauglbodenschichten,
ebenfalls in kleinen Wändchen an der Ostflanke sichtbar; offene Klüfte verkünden ihr
allmähliches Abgleiten. Es herrschen blaugraue und grünlichgraue Kieselplattenkalke
mit Schiefermergel-Zwischenlagen vor; dickere Brekzienbänke wurden nicht beobachtet;
Fallen 190/40°. Oberhalb 1300 m wird die Ostflanke sehr steil, die Kieselplattenkalke
fallen hier 160/45. Die Übergangszone zu den Oberalmerschichten ist dadurch charakterisiert, daß die Platten kalkreicher werden, aber noch reichlich Schiefermergel-Zwigchenlagen haben; die Verwitterungsfarbe der Platten wird immer heller grau, im
Gegensatz zur dunklen An Witterung der kieselreichen Gesteine. In ca 1380 setzen die
tiefen Oberalmerschichten ein, für die Mergelkalke kennzeichnend sind, die schichtparallel reichlich mit Hornsteinbändern durchsetzt sind. Der gleiche Gesteinstyp ist in
diesem Niveau auch in der Trattberggruppe herrschend. Die Hangneigung nimmt hier
zu und ostwärts entwickelt sich das schon erwähnte brüchige Wandl. Gegen den Spielberggipfel zu gehen die Gesteine in normale Oberalmerplatten über.
Tauglbodenschichten
an der W e s t f l a n k e
des
Spielberges
Will man die tiefmalmischen Tauglbodenschichten über die Westflanke des Spielberges verfolgen, so muß man sich größtenteils mit dem mächtigen Verwitterungsmantel
und dem Gekrieche zufrieden geben, da tiefe Gräben fehlen. Aufschlüsse mit der Möglichkeit der Gesteinsbeobachtungen und Lagerungsmessung sind selten. Ein schöner Aufschluß im basalen Radiolarit ist im Hangenden des beschriebenen Liasbandes, am Eintritt der Spielbergstraße in den Wald SW Kote 1083, zu sehen. Tauglbodenschichten mit
Bänken feiner Brekzie zeigen sich im Oberthalbach in ca. 900 m Höhe. Kleine Aufschlüsse mit Lagerung entstanden an dem neuen Güterweg von Oberthal nach Hareben.
Etwas Einblick gewährt auch der Graben der von Hareben zum Wolferl (Bauerhof an
der südlichen Kehre der Spielbergstraße nahe Kote 792). Jedoch sind überall in der
Umgebung von Hareben Spuren von Absetzbewegungen erkennbar. Die südlichsten
Ausläufer der Gesteinszone findet man nahe dem Eckwald-Hochzill-Bruch; z. B. im
Hochzillgraben, wo Brekzienbänke bis 50 cm Dicke eingeschlossen sind und diese Gesteine
bis 1075 m emporreichen; der Korndurchmesser der Brekzienkomponenten geht bis 5 cm.
Weitere Aufschlüsse südlich Holztratten und Schneidstadl im kleinen Graben am Nordrand des Waldes; schließlich zwischen Ponauhäusl und Bernau, wo wir sie schon bei
Besprechung des Mörtelbachprofiles erwähnten.
Die G r e n z e z w i s c h e n T a u g i b o d e n - u n d O b e r a l m e r s c h i c h t e n
quert die Spielbergstraße in rund 1100 m ca. 350 m N E Kote 1104; von da zieht sie in
Richtung Hareben hinab. Es sei bemerkt, daß man die Übergangszone zwischen beiden
Gesteinen nur dort kartenmäßig ausscheiden kann, wo gute Aufschlüsse sind wie z. B.
A 76
am Nordabfall des Spielberges, nicht aber im bewachsenen Gelände. Die Moränenwälle
in der Gegend von Hareben und Ebengut verhindern eine weitere genaue Verfolgung
der Grenze.
Wenn aber auf der „Gitzen" die tiefen Oberalmerschichten bis 1000 m herabreichen,
südlich davon im Hochzillgraben die Tauglbodenschichten bis 1075 m hinaufreichen, so
muß man das einem der Eckwald-Hochzillstörung parallelen, aber unter Vegetation
verborgen bleibenden Bruch zuschreiben. Zwischen diesem und dem Hauptbruch sind die
Tauglbodenschichten bis auf 1220 m E Spielbergalm emporgeschleppt, wie man allerdings
hauptsächlich aus losen Trümmern schließen muß, die man im Nordflügel des HochzillWurmwinkelbruches bis über die Kote 1178 hinaus verfolgen kann.
Q u a r t ä r . Wallartige Moränen wurden aus der Gegend von Hareben und Ebengut
schon in einer Höhe von rund 900 m erwähnt; z. T. sind sie mit Hangschutt vermengt.
In ihrer Höhenlage entsprechen sie ganz gut den Ufermoränen, die im Bericht 1968 an
der neuen Straße nach Krispl bis ca. 850 m hochreichend gemeldet wurden, sie bilden
sicher einen Stand des Gaißaugletschers ab. Weiter im Norden wurden mächtigere
Moränen bei Fletz (853 m) beobachtet; weniger mächtige reichen bis zum Sattel 934 E
Sendelberg empor.
Nachtrag zur südlichen
Gaißau
Ich unternahm zusammen mit meinem Sohn, Dozent Dr. WOLFGANG SCHLAGER, Begehungen, die dem Studium der Brekzienbänke in den Tauglbodenschichten dienten. Zur
stratigraphischen Orientierung wurden dabei auch Vorkommen des ca. 140 m über dem
Lias liegenden oberen Radiolarits registriert. Zu den im Bericht 1963 (Verhandl 1964,
Seite A 43) zitierten Vorkommen ist folgendes hinzuzufügen: Dieses Radiolaritband und
die in seinem Hangenden auftretende dicke Bank von graurotem, grün geflecktem Kieselmergel ist auf einem großen Teil des Weges vom Ladenbergsattel (1253 m) über die
Westflanke des Bergköpf eis zum Sattel 1293 einigermaßen erkennbar; die Aufschlüsse
enden erst etwa 300 m N Kote 1293, dauern also im ganzen etwa 600 m an.
Weitere Vorkommen dieses Radiolarit-Niveaus entdeckten wir im Schmittengraben
(in der Karte 1 : 25.000 Hochleitengraben genannt), und zwar in der linken Flanke eines
Lawinenkessels, unterhalb Kote 1036, in rund 1000 m Höhe; ferner in einem rechten
Seitengraben unter dem Schmittesteig (der von der Zisterbergalm zur Kote 1195 führt)
in rund 1200 m Höhe; die größere Höhenlage hier entspricht der Sprunghöhe des
Schmittenbruches der zwischen den beiden Vorkommen durchschneidet.
33.
Geologische Aufnahmen 1970 auf Blatt Lanersbach 149 und Blatt Zell am
Ziller 150
Von OSKAR SCHMIDEGG
Im Sommer 1970 wurden die Aufnahmen im Bereich der G r a u w a c k e n z o n e
von Lanersbach (Zillertal) weiter fortgesetzt. Es konnten die in die Bündner Schiefer
eingeschuppten, langgestreckten Züge von Quarzphyllit mit den sie begleitenden Grauwackenschiefern, die von mir 1969 erstmals als solche kartiert wurden, weiter nach
Westen verfolgt werden, bis sie in den im Westen herrschenden Kalkphyllit auskeilen
bzw. untertauchen.
Vom ausgedehnten Areal des Innsbrucker Quarzphyllites (Gebiet Weertal usw.) zweigt
wie schon B. SANDNER, 1913, zeigte, unter dem Mesozoikum des Hippold und der
A 77
Eiskar Sp. nach S ein Ast ab, der sich in der Torspitze zu einer mächtigeren E-W-Walze
aufwölbt. Von dieser setzt sich weiter nach S ein schmales Band über die Torseen und
über den von der Torwand nach E zum Ramsjoch ziehenden Grat (Zinten) fort. Es ist
typischer Quarzphyllit der unmittelbar unter dem Tarntaler Mesozoikum auf eintönigem Kalkphyllit liegt.
Dieses Paket aus Tarntaler Mesozoikum — Quarzphyllit — Kalkphyllite überdeckt
damit in flacher Lagerung die vorwiegend steil stehenden flach nach W eintauchenden
Schuppen aus hauptsächlich Grauwackenschiefern, mit Synklinen von Bündner Schiefern
dazwischen. Anschließend an den Quarzphyllit folgen von N nach S (s. auch Aufnahmsbericht 1969):
1. Die stark verschuppte Serie der Hoarbergerkar A. — Graue Sp. verschwindet in
den Rutschhängen der Geisel A., ist aber östlich der Valruck A. am S-Rand des Quarzphyllites nochmals in Form von Tuxer Phylliten und bunten Phylliten zu erkennen.
2. Die auch von der Horbergerkar A. kommende über den Lämmerbichl streichende
Gesteinsfolge von Quarzphyllit mit hellen Phylliten, Quarziten und Grünschiefern keilt
ebenfalls an der Geisel A. aus. Durch einen schmalen Streifen von Quarzphyllit (Ausläufer der Wang Sp.) getrennt folgt
3. der Grauwackenzug des Rotkopf mit mächtigen Quarziten, auch Grünschiefern, der
in der Fortsetzung nach W auch noch mit Quarziten den Rücken der Hennensteigen aufbaut, bis er am Wegübergang Nasse Tux-Vallruck A., also noch fast 200 m unter den
Quarzphylliten der Torspitz, die flach drüber streichen, auskeilt.
4. Die Grauwackenschuppe, der das Magnesitlager angehört, streicht über Schöneben
zur Talgabelung Torbach-Geisel Bach, wo die Tuxer Phyllite in steiler Stellung gut
in den Bachklammen erschlossen sind, weiter in das Torbach-Tal (hier großenteils durch
Moränen und Rutschung verdeckt) und tauchen schließlich am Talschluß (an der Bachgabelung unter der Nassen Tux A.) unter die Kalkphyllite unter. Diese Schuppe besteht
aus glimmerreichen Tuxer Phylliten, in die häufig sdiiefrige Konglomerate eingelagert
sind.
5. Die südlichste Schuppe paläozoischer Gesteine, die die unterste Klamm des Niklas
Baches (bei Vorderlanersbach) quert, baut den Rücken Gemais—Latten A. auf. Sie
gabelt sich weiter nach W in zwei Äste, von denen der nördliche W der Waldhütte eine
mächtige Grünschieferlage enthält und über den Sattelkopf in das Egger Karl (N der
Grüblspitze) zieht, wo er unter die mächtigen Kalkphyllite der „Ramsen" (Rücken N
Ramsjoch) untertaucht. Der südliche schmälere Ast zieht über die Grüblspitze in die
Nordhänge der Juns A., wo er wahrscheinlich ausspitzt. Auch er enthält Grünschiefer
und über dem Gipfel der Grüblspitze ziehen weiß anwitternde Arkosen.
Auch nach Osten taucht diese Schuppe unter und steht damit wenigstens kartenmäßig
nicht im Zusammenhang mit den übrigen Grauwackenschiefern. östlich Vorderlanersbach verschwindet sie zunächst unter Moränen und dann wahrscheinlich noch vor den
Rötlbach auch unter die hier von Quarzitlagen durchsetzten Bündner Schiefer.
G e b i e t des u n t e r e n H o a r b e r g
Tales
Wenn auch die Grenze Quarzphyllit—Bündner Schiefer hier nicht unmittelbar erschlossen ist, konnte sie doch annähernd festgelegt werden. Sie biegt von der Einsattelung 500 m W N W des Penken in NE-Richtung ab in die mit Schutt und Moränen
bedeckte Talweitung der Mittertrett und Tappen A. Erst bei der Brücke in Höhe 1500 m
stehen wieder Bündner Schiefer an, die hier lotrecht stehen und N 80° E streichen. Die
Grenze muß also schon oberhalb den Bach überschritten haben. Sie zieht dann zum
Sidan Bach, den sie oberhalb Mühltal erreicht und schwenkt in die Ostrichtung um.
Sie ist wahrscheinlich, wie auch weiter im Osten (im Gerlosgebiet bis Pinzgau) eine steilA78
stehende Störung, die hier die Grauwackenzone mit der Magnesitlagerstätte schräg abschneidet.
östlich von ihr bauen die mesozoischen Serien das Gebiet des Penken auf. Auch hier
wurden einige Begehungen durchgeführt, dabei bestätigte der neue Forstweg in dem
früher sehr unübersichtlichen und unerschlossenen Waldgebiet W der Trias der Grubenwand, daß dieses durchwegs von Bündner Schiefern mit einzelnen Quarziten gebildet
wird.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Serie der Grauwackenschiefer zunächst
mit ihrer Unterlage den Quarzitphylliten verfaltet ist. Beide zusammen sind mit den
wohl tektonisch aufliegenden Bündner Schiefern (meist als Kalkphyllite) an vorwiegend
ungefähr E-W streichenden Flächen verschuppt.
Die B-Achsen sind, wie schon im Vorjahre berichtet wurde, vorwiegend W N W gerichtet, mit etwa 20° Einfallen. Sie stimmen daher vielfach nicht ganz mit der Richtung
der Gesteinszüge überein. Im Höhenrücken Grüblspitz—Latten A. bis hinüber zu den
Torseen herrscht wie auch im Gebiet des Penken die ENE-Richtung mit flachem Einfallen nach Ost.
Eine zusammenfassende Veröffentlichung ist nach einigen ergänzenden Aufnahmen
mit Kartenskizze beabsichtigt.
34.
Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt Großraming (69)
Von W O L F G A N G SCHNABEL
Da die topographische Neuauflage des Blattes 69 noch aussteht, kann mit dessen
systematischer geologischer Kartierung noch nicht begonnen werden. Die auf diesem
Blatt vorgenommenen Untersuchungen erfolgten im Rahmen der Bearbeitung eines geologischen Führers und beschränken sich auf die Umgebung des Buchdenkmals.
Im besonderen war zu klären, inwieweit die Detailkartierung von LÖGTERS (1937)
und die darin gedeuteten Profile dem derzeitigen Stand unseres Wissens über diesen Raum
noch entsprechen.
Bei den bisherigen Revisionsbegehungen hat sich herausgestellt, daß die von LÖGTERS
entworfenen Profile durch den Granitscherling und die Klippenserien heutigen Ansprüchen größtenteils noch gerecht werden. Revisionsbedürftig ist die Stratigraphie der
Klippenhülle deshalb, weil LÖGTERS die mikropaläontologischen Hilfsmittel noch nicht
so einsetzen konnte; seine als „Unterkreideschichten der Flyschklippenzone" gedeuteten
Serien stellen in den meisten Fällen die Buntmergelserie dar, welche zwischen die
geschuppten Klippen eingeschaltet ist, und zwar genau in dieser Art, wie dies LÖGTERS
für die Unterkreideschichten beschreibt: „Weiterhin ist es sehr auffallend, daß sie oft
gerade vor den einzelnen Jura-Klippen liegen, eine Tatsache, die wohl dahin zu deuten
ist, daß die weichen Unterkreidemergel ein ideales Schmiermittel für die Überschiebung
darstellen . . . "
Einzelne dieser Serien wurden detailliert beprobt. Der Buntmergelzug, welcher den
Denkmalgranit unmittelbar nördlich begrenzt und welcher am Zufahrtsweg schön aufgeschlossen ist, ist mit seinem Globotruncanenreichtum in die höchste Oberkreide einzustufen. Der umfangreiche und mächtige Klippenzug, welcher sich südlich des Denkmales
erstreckt, weist ebenfalls im Hangenden, in den Südgehängen der Gräben mit den alten
Kohlenbergwerken, mächtige Buntmergelserie mit Sandschalerreichtum und Reussella
szajnoche GRZYB. auf (siehe auch ROSENBERG, G. (1965): Randkalkalpines aus den
Weyrer Bögen. Verh. Geol. B.-A. 1965/1—2, S. 2—8).
A 79
35.
Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt Ybbsitz (71)
Von WOLFGANG SCHNABEL
Im Zuge der Neuaufnahme der Blätter Ybbsitz (71) und Mariazeil (72) im Maßstab 1 : 50.000 (Neuauflage des Blattes Gaming—Mariazell 1 : 75.000 von BITTNER U.
PAUL) obliegt es mir, den auf diese Blätter entfallenden Klippen- und Flyschbereich in
der Umgebung von Ybbsitz und Gresten zu bearbeiten. Die Arbeiten im Klippenbereich
der Umgebung von Ybbsitz beschränken sich dabei auf eine Überarbeitung der Kartierung von G. LAUER (Mitt. Ges. d. Geol. u. Bergbaustud. 19, 1970), der Klippenbereich
um Gresten und die Flyschzone nördlich des Urnbaches und im Raum Grestener Hochkogel sind völlig neu aufzunehmen.
Im Jahre 1970 lag das Hauptgewicht der Arbeiten auf einer Neukartierung der
Flyschzone N des Urnbaches und im Gebiet des Grestener Hochkogels sowie auf einigen
Revisionsbegehungen in den Klippen N Ybbsitz. Neben den geologischen Aufnahmsarbeiten und den stratigraphischen Einstufungen lag ein wesentlicher Gesichtspunkt auf
der Ausdeutung sedimentologischer Beobachtungen wie Strömungsrichtungen und Mineralführungen.
Das Katastrophenunwetter im Herbst 1970 hat in den Gräben N Ybbsitz gute Neuaufschlüsse geschaffen, welche es gestatten, die Vielzahl kleiner Grestener Klippenvorkommen, wie sie von TRAUTH U. a. immer wieder dargestellt wurden, noch weitgehender wie dies schon LAUER vorgenommen hat, zu vereinfachen. So existiert in den
S-Gehängen N von Ybbsitz gegen die Kleine Ybbs herab nur eine stratigraphisch
umfangreiche, langgestreckte Grestener Klippe mit einer Schichtfolge von Grestener
Oberlias-Doggerfazies („Grestenerartige Fazies" des Dogger) über grobklastische Einschaltungen (? Neuhauser Schichten) mit unscharfem Übergang in Zeller Schichten und
in roten, gebankten Hornstein mit Lagen von gröberklastischen Einlagerungen von
Hornstein als Intraklast und reichlich v u l k a n o g e n e n Komponenten (Ungestörte,
fast lückenlose Aufschlüsse durch diese Klippenserie im Grabensystem W Größing).
Besondere Bedeutung kommt nach den schwerwiegenden Aussagen von LAUER (Transgression von tiefen Flyschschichten direkt auf Grestener Klippen) dem Kontakt von
Klippengesteinen zu deren Hülle zu. Die oben erwähnte Klippe ließ trotz relativ guter
Aufschlüsse bisher keinen klaren Schluß in dieser Hinsicht zu. Die eben erwähnte Klippe
N Ybbsitz weist in ihrer s ü d l i c h e n Begrenzung ausschließlich Kontakte zu tiefen
Flyschschichten auf (Gault, Bunte Schiefer mit eingefaltetem Reiselsberger Sandstein),
wobei einzelnen Partien der bunten Flyschschiefer die gröberklastischen Bänke von Sandsteinen und Kalksandsteinen auf einigen Metern Mächtigkeit völlig fehlen. Die so
ausgebildete reine bunte Pelitfazies weist dann die lithologischen Merkmale der Buntmergelserie auf, die reiche Foraminiferenführung allerdings fehlt. Der n ö r d l i c h e
Kontakt dieser Klippe ist gekennzeichnet durch eine intensive Zerscherungszone, in
welche bunte Mergel mit auffallend reichem Gehalt an agglutinierenden Foraminiferen
eingeschaltet sind, also Buntmergelserie nach den bisherigen Erfahrungen.
Der Fall eines direkten Transgressionskontaktes von Flysch auf Klippen wäre also
nur dann denkbar, wenn sich die beiden Faziestypen von bunten Flyschschiefern und
Buntmergelserie in diesem Raum verzahnen würden, was der Verfasser für denkbar hält,
da in der einwandfrei nachgewiesenen Buntmergelserie, welche die Klippen bei Gresten
begleiten (s. u.), andererseits wieder bunte Pelite mit ärmerer Fauna nachgewiesen wurden.
Die Tatsache aber, daß die oben beschriebene Klippe N Ybbsitz gerade im Norden
von den auffallend foraminiferenreichen bunten Peliten (wenn auch sichtbar tektonisch
A 80
zerwalzt) begleitet wird und diese Beobachtung ja in den Klippen bei Waidhofen vom
Verfasser ebenfalls gemacht wurde (Abscherung der Buntmergelserie im S der Klippen
und Anhäufung derselben im N) legt doch eher den Schluß an eine „Substitution de
Couverture" auch im Ybbsitzer Bereich nahe.
Zur Frage einer eventuellen Verzahnung von Flysch, wie er uns heute im Norden der
Klippenzone vorliegt und von Klippenhüllgesteinen ist das vorläufige Ergebnis der
Schwermineralanalysen aufschlußreich, welche für den Reiselsberger Sandstein im
K l i p p e n r a u m höhere Chromitgehalte (bis 4 % des Gehaltes an durchsichtigen
Schwermineralen) ergeben haben, wohingegen der Reiselsberger Sandstein der F l y s c h z o n e nördlich des Klippenraumes gänzlich chromitf rei ist. Abschließend muß erwähnt
werden, daß die Klippenhülle der Grestener Klippen im Gebiet um Ybbsitz nach den
bisherigen Befunden in etlichen Punkten von den bisher bekannten Hüllserien verschieden ist. Insofern ist den Beobachtungen von LAUER beizupflichten.
Im Räume W Gresten (Gräben hinter Schloß Stiebar und Oberlauf des Grestenbaches
gegen die Ybbsitzerhöhe) konnten neue Grestener Klippenvorkommen erstmals vollständig auskartiert werden. Sie weisen einwandfrei eine Hülle aus B u n t m e r g e l s e r i e auf, ebenso wie die klassischen Klippenvorkommen in der Umgebung von
Waidhofen/Ybbs. In diesem Zusammenhang ist das bisherige Ergebnis der Auswertung
der Gefügedaten zu sehen, welche die bisherigen Vermutungen hinsichtlich des axialen
Gefälles klar beweisen, da von Waidhofen/Ybbs gegen Ybbsitz zu die Faltenachsen
gegen E einfallen, weiter gegen E zu bis Gresten aber wieder ansteigen. Diese Aussage
gilt sowohl für den Klippenraum als auch die nördlich anschließende Flyschzone und
das Ybbsitzer Klippen- und Flyschgebiet ist somit als Region ausgeprägter Tiefenlage
anzusehen. Inwieweit N-S verlaufende Bruchstrukturen diese Gegebenheiten noch verstärken, muß noch geklärt werden.
Nördlich des Urnbaches im Gebiet weit gefalteter Flyschschichtfolgen finden wir
wesentlich vereinfachte tektonische Verhältnisse vor. Im Räume Wiesberg und weiter
gegen E in der Umgebung des Grestener Hochkogels konnten die von PREY (1950:
Perneckerkogel; 1957: Rogatsboden) und vom Verfasser (1970: Waidhofen/Ybbs) auskartierten Schichtfolgen nachgewiesen werden. So bildet der Wiesberg eine E-W streichende Mulde, welche aus einer Schichtfolge von Gault, Unteren Bunten Schiefern,
Reiselsberger Sandstein, Oberen Bunten Schiefern, dünnbankigen Zementmergelbasisschichten und Zementmergelserie besteht. Im Gebiet des Grestener Hochkogels sind etwas
höhere Schichtglieder vertreten (Reiselsberger Sandstein, Obere Bunte Schiefer, Zementmergelserie und Mürbsandsteinführende Oberkreide), deren Lagerung und Strukturen
noch eingehender geklärt werden müssen.
Als wesentliche Neuerkenntnis kann das bisherige Ergebnis der Auswertung der Fließmarken angeführt werden. Es wurden in den tieferen Flyschserien (Gault und Reiselsberger Sandstein) Strömungsrichtungen v o n W e s t e n g e g e n O s t e n rekonstruiert, hingegen weist die an Strukturen besonders reiche Mürbsandsteinführende
Oberkreide Richtungen von O s t e n g e g e n W e s t e n auf. Dies zeigt, daß im
Niederösterreichischen Flyschbereich gänzlich andere Strömungsverhältnisse herrschten
wie etwa in Bayern (HESSE, 1964) und im Meridian von Salzburg, deren Richtungen
mit den in Bayern gemessenen übereinstimmen (Unveröff. eigene Beobachtungen).
Für die nächste Kartierungssaison ist die Überprüfung der sogenannten kalkalpinen
„Deckschollenklippen", das Studium der Verhältnisse an der Grenze KlippenraumFlyschzone und die noch verbleibenden auszukartierenden Restgebiete der Flyschzone
am Kartenblatt 71 in Aussicht genommen.
A 6 Verhandlungen 1971
A 81
36.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf den Blättern Weitra (18) und Zwettl (19),
N-Hälfte
Von BERND SCHWAIGHOFER (auswärtiger Mitarbeiter)
Auf Blatt Weitra wurde die östliche Hälfte bearbeitet. Dieses Gebiet wird eindeutig
von Weinsberger Granit beherrscht, der allerdings an zahlreichen Stellen von Feinkorngranit und vereinzelt auch von Eisgarner Granit durchschlagen wird.
Auch an diesen Aufbrüchen konnnte sehr oft das gleiche Erscheinungsbild festgestellt
werden, über das schon früher mehrmals berichtet wurde (Bericht 1966, 1969), nämlich
die gegenseitige chemische Beeinflussung der verschiedenen Granite. So etwa in dem
aufgelassenen Steinbruch unmittelbar südlich der Kapelle von Nondorf, wo ein dunkelgrauer, nicht sehr typischer Eisgarner Granit abgebaut wurde. Bei Annäherung an
den ebenfalls im Bruch aufgeschlossenen hangenden Weinsberger Granit werden auch
hier wieder im Eisgarner die Kalifeldspäte eindeutig größer, dagegen konnte im Gegensatz zu anderen Aufschlüssen bezüglich der Biotitführung kein Übergang beobachtet
werden. Es herrscht hier sogar ein besonders krasser Gegensatz zwischen dem sehr
dunklen, biotitreichen Weinsberger Granit und dem wesentlich helleren Eisgarner.
Dieser Granit tritt hier in der Umgebung von Albrechts, Nondorf und Großhöbarten
noch an mehreren Stellen auf, und zwar dort, wo der Albrechts Bach und der Elex Bach
tiefere Einschnitte ins Gelände erzeugten. Hier ist das Gebiet von zahlreichen Störungen
durchzogen, die sich nicht nur in einer stellenweise sehr starken Gesteinszerlegung und
oft auch in dem Aufdringen von Pegmatitgängen, sondern auch morphologisch bemerkbar
machen. So dürfte die mit etwa 100 m unverhältnismäßig breite Talaue von Großhöbarten sicher mit den gleichen NNW-SSE verlaufenden Störungen zusammenhängen,
die entlang des Elex Baches den Eisgarner Granit und den Feinkorngranit oft intensiv
zertrümmern bzw. zur Ausbildung schöner Harnischflächen geführt haben. Nördlich von
Albrechts dürfte die heutige Geländeoberfläche schleifend mit der Grenze Weinsberger/
Eisgarner verlaufen, da hier zwar eindeutig der Weinsberger Granit überwiegt, aber
doch immer wieder auch Partien von Eisgarner zu Tage treten.
Wesentlich häufiger sind die Aufbrüche von Feinkorngranit, wobei festgestellt werden
konnte, daß diese, besonders was die größeren Durchbrüche betrifft, z. T. mit den tektonischen Strukturen des Gebietes übereinstimmen.
Der wahrscheinlich größte durchgehend aufgeschlossene Bereich von Feinkorngranit
im Weinsberger in diesem Gebiet findet sich am SW-schauenden Hang des ZwettlbachTales E und SE von Jagenbach. Dieser Feinkorngranit, der hier stellenweise einen ziemlich aplitischen Charakter annimmt, ist fast durchgehend über eine Länge von ca. 1,5 km
aufgeschlossen, z. T. mylonitisiert und schwach vergrünt. Die Klüfte, die den Granit
zerlegen, zeigen die gleiche Streichrichtung wie der ganze Zug des Feinkorngranits,
nämlich NW-SE. Damit in Übereinstimmung findet sich eine weitere intensive Zerlegungszone, diesmal allerdings im Weinsberger Granit, etwas weiter N W , unmittelbar
S von Staudenhof; auch hier zeigen die Klüfte die gleiche Hauptstreichrichtung. Das
gleiche gilt für einen weiteren Zug von Feinkorngranit, der ungefähr parallel zu dem
Scheitel zwischen Kolmberg und Lekeberg und damit ebenfalls NW-SE verläuft.
Die gleiche tektonische Richtung kommt aber auch morphologisch sehr gut zum Ausdruck. Es scheint, als ob bereits wesentlich weiter im N der unwahrscheinlich geradlinig
verlaufende SW-Abfall des Eichberges zum Lainsitz-Becken damit in Zusammenhang
steht. Diese Störungsrichtung wird dann bei Ulrichs unterbrochen durch eine Linie, die
A 82
NNE-SSW verläuft und damit die gleiche Richtung aufweist wie die altbekannte Vitiser
Störung im E einerseits bzw. die weiter im W verlaufende Störungslinie von Harmanschlag zwischen Nebelstein und Wachberg andererseits. N W von Wetzeis setzt dann
wieder die NW-SE-Störungslinie ein und führt über Zizzelhof, Weidenhöfe, Pichlhof,
Staudenhof bis nach Jagenbach. Hier mündet der von W kommende Zwettl Bach in
diese Richtung ein und das bis hierher recht unregelmäßig verlaufende Bachbett zeigt
ab Jagenbach einen ziemlich geradlinigen NW-SE-Verlauf, also ebenfalls mit der Störungsrichtung übereinstimmend.
In der gleichen Streichrichtung verläuft auch ein Aufschluß von Gneisen am Auberg
auf Kote 625, die bis jetzt das einzige in diesem Gebiet aufgefundene metamorphe
Gestein sind. Sie finden sich zuerst in dem kleinen Graben N W vom Auberg, streichen
direkt über die Kote und ziehen dann nach SE in Richtung Jagenbach. Es handelt sich
um ein perlgneisartiges, sehr biotitreiches Gestein, das einen relativ frischen Eindruck
macht, ein Befund der sich auch unter dem Mikroskop noch wesentlich erhärten läßt:
die Biotite sind zwar häufig zu Chlorit -f- Fe-Oxyd entmischt, löschen aber gerade aus
und zeigen somit keine postkristalline Deformation.
Ein makroskopisch sehr ähnliches, also ebenfalls perlgneisartiges Gestein findet sich
im Weinsberger Granit nördlich von Nondorf. Ein großer Granitblock ist hier so durchgespalten, daß in seinem Zentrum eine ca. 50 cm lange und 25 cm breite Gneiswalze sichtbar wird; durch die dunklen biotitreichen Lagen wird eine sehr intensive Faltung bis
Kleinfältelung nachgezeichnet, wobei es offenbar vor allem in den Faltenkernen zu einer
außerordentlich starken Quarzneubildung gekommen ist — man findet bis 3 mm große,
z. T. idiomorphe Kristalle.
Der zweiten bedeutenden Störungsrichtung dieses Gebietes, nämlich der NNE-SSWRichtung entspricht der seit alters bekannte Quarzgang von Albrechts. Auf unserem
Kartenblatt ist dieser Milchquarzgang über eine Länge von 50 m fast durchgehend
aufgeschlossen. Die heute noch erhaltene Mächtigkeit schwankt zwischen 5 bis 10 m,
doch wurde bekanntlich der Gang in früheren Zeiten zur Gewinnung von Schottermaterial intensiv abgebaut, so daß heute eigentlich nur mehr kümmerliche Reste davon
vorhanden sind.
Ein weiteres Ganggestein, das mit SW-NE-Streichen den nördlichsten Teil des
Kartiergebietes durchzieht, ist ein Granitporphyr, der zum ersten Mal auf Kote 613
E von Hörmanns bei Weitra, dann in einem länger aufgeschlossenen Zug am W-schauenden Hang des Albrechts Baches und schließlich nach der vorhandenen Literatur auch
noch auf dem nördlich anschließenden Blatt Gmünd (5) auftritt.
Wie auf dem im E angrenzenden Kartenblatt Zwettl finden sich auch hier z. T. recht
ausgedehnte Schotterfluren, so z. B. N W von Ulrichs in einer Höhe von etwa 500 m
mit zahlreichen rötlichen Quarzschottern. W von Nondorf liegt ebenfalls in einer Höhe
von 560 m eine Quarzschotterflur, und zwar nur auf der Kulmination eines nach E verflachenden Riedels.
Auf dem Kartenblatt Zwettl wurde die Kartierung vor allem im Gebiet des Rastenberger Granodiorits fortgesetzt. Dabei erhärtete sich, was bereits im Bericht 1969 angedeutet werden konnte. Im Gegensatz zum südlichen Abschnitt (siehe C H . EXNER: Zur
Rastenberger Granittektonik im Bereich der Kampkraftwerke [Südliche Böhmische
Masse] — Mitt. Geol. Ges., Wien 61, 1969) überwiegt hier ein meist heller Feinkorngranit. Der Rastenberger Granodiorit dagegen tritt vor allem an den Rändern des
Komplexes auf, so daß man annehmen kann, daß hier in diesem Gebiet die heutige
topographische Oberfläche mehr oder weniger schleifend mit der petrographischen Grenze
A 83
* A»
Granodiorit/Feinkorngranit zusammenfällt. Innerhalb des Feinkorngranits gibt es eine
Reihe von Variationsmöglichkeiten, die sich vor allem in einem sehr unterschiedlichen
Glimmergehalt dokumentieren.
Mengenmäßig stark zurücktretend findet man innerhalb des Rastenberger Komplexes auch noch einige kleinere Dioritkörper, so z. B. an der Bahnlinie zwischen Vitis
und Schwarzenau direkt S von Kote 552 oder etwa 500 m E von Großkainraths unmittelbar nördlich der Straße zur Eisenbahnstation Bernschlag.
Bezüglich des Alters der jüngsten morphologischen Veränderungen, besonders der
jungen Talformungen, ergibt sich ein Anhaltspunkt in einem neuen Aufschluß, der
unmittelbar W von Wolfenstein zur Gewinnung von Straßenbaumaterial aufgefahren
wurde. Abgebaut werden hier Schiefergneise und Quarzitgneise, die im Einflußbereich
der Vitiser Störung liegen und daher stark zerstört sind bzw. überhaupt oft sandig
zerfallen. Im Zersatz des intensiv zerlegten Schiefergneises tritt nun eine mehr oder
weniger deutliche Verlehmungszone auf: feuchter, nicht knetbarer, lehmiger Feinsand,
rötlichbraun gestreift; darüber und außerdem in einzelnen selbständigen kleinen Linsen
ein gelblichbrauner Feinsand bis Kies.
Die senkrecht dazu verlaufende W-E-Talung ist sicher jünger als die Verlehmungszone,
da diese mehr oder weniger horizontal verläuft und dann frei in die Luft ausstreicht.
37.
Bericht über geologische Aufnahmen im Jahre 1970 auf den Blättern 69 Großraming und 70 Waidhofen
Von HERBERT SUMMESBERGER (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Jahre 1970 sttanden 20 Aufnahmstage zur Verfügung, die zur Gänze dazu verwendet wurden, auf den angegebenen Blättern der österreichischen Karte 1 : 50.000
ungestörte lithologische Abfolgen aufzusuchen, zu vermessen und zu beproben. Diese
Arbeit bildete die sinngemäße Fortsetzung des 1969 begonnenen Programmes und
konzentrierte sich in erster Linie auf Schichtfolgen des Jura.
Folgende Lokalitäten wurden besucht:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
Schartenbauerweg
Schönlehen Süd
Steinbruch Scharrer (Hintstein im Ennstal)
Losenstein: Profil am linken Ennsufer
Güterweg Trattenbach: 8 Profile z. T. ähnlicher Abfolgen, die westlichsten Punkte
auf Blatt 68 Kirchdorf
Wendbachmündung bei Trattenbach
Waidhofen : Staumauerbereich des E-Werkes
Forstweg Oberplaißa (Almkogel—Katzenhirn)
Arracher Steinbruch
Steinbruch Kronsteiner (Pechgraben)
Durch die Vermessung dieser an Güterwegen teilweise sehr gut aufgeschlossenen
Profile konnte die Kenntnis der Schichtfolge innerhalb der Weyerer Bögen erheblich
erweitert werden. Bemerkenswert ist der rasche Fazies Wechsel.
A 84
Dem Profil Oberplaißa (Katzenhirn) kommt infolge seiner Länge und Aufgeschlossenheit eine Schlüsselposition zu. Hier liegen über und in einem zerklüfteten Relief von
Plattenkalk — Kössener Schichten fehlen wahrscheinlich erosiv — Kalzitrasen und rote
Kalke des Lias. Daraus gehen Fleckenmergel (40—50 m) hervor, die an der Basis noch
Rotfärbung aufweisen. Konkordant folgen 36 m grauen Hornsteinkalkes und 22,5 m
graubraunen, grobgebankten Kalkes. 17 m roten Ammonitenknollenkalkes bilden den
Abschluß der Juraschichtfolge.
38.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Großsiegharts (7)
Von O T T O THIELE
Die Übersichtskartierungen im Südteil des Kartenblattes Großsiegharts ( = Südwestteil der Geologischen Karte 1 : 75.000, Blatt Drosendorf) wurden fortgesetzt.
Es wurden einige Querschnitte durch die Gföhlergneismasse des Sieghartser Berges,
Predigtstuhls usw. gelegt. Dieser Gföhlergneiskomplex zeigt entlang seines Ostrandes
meist mittelsteiles bis steiles Westfallen bei N N E bzw. SSW gerichteten B-Achsen.
Gegen das Innere zu verflachen die Einfallswinkel zusehends, bei stärker streuenden
B-Achsenlagen. Im Räume von Riegers und dann wieder weiter im Süden bei Matzles
tauchen gegen Westen unterhalb des Gföhler Gneises Granatamphibolite auf, im Bereich
dazwischen reicht der Gföhler Gneis bis an den westlichen Kartenblattrand. östlich von
Göpfritzschlag, wo WALDMANN, 1931, Granulit verzeichnete, wurde an dessen Stelle
straff geschieferter Gföhler Gneis gefunden.
Weiters wurde die Fortsetzung der markanten Mylonitzone, die von der AllentsteigScheideldorfer Straßengabel gegen Weinpolz in das Kartenblatt hereinzieht (siehe
Vorjahresbericht), gesucht, doch könnte man den Eindruck gewinnen, daß diese gegen
Norden aufsplittert. Es finden sich einerseits Mylonite entlang des Nordrandes der
granuli tischen Serie von Blumau (NW Breitenfeld, am Waldrand W der Bahn; N Schönfeld, N W des Müllablageplatzes; N W Eilends, im Wald N Romansfeld). Andererseits
ist auch, wie schon durch WALDMANN bekannt, entlang des Ostrandes des Gföhler
Gneises vom Predigtstuhl eine Zone verstärkter Kataklase zu verfolgen (SW Großsiegharts, Steinbrüche beim Sportplatz und Waldbad; Karlstein, Aufschlüsse unterhalb
des Schlosses und bei der Kirche). Schließlich zeigt auch der Südwestrand des Predigtstuhler Gföhlergneises Spuren verstärkter Kataklase (Lesesteine N und N E Weinpolz).
Leider sind in dem extrem schlecht aufgeschlossenen Gelände die direkten Verbindungen
nicht verfolgbar, doch scheint mir, vor allem auch angesichts des sehr flachen Einfallens
der Bändermylonite E Scheindeldorf, folgende Deutung am wahrscheinlichsten: Die
Mylonite E Scheindeldorf, die, wie schon WALDMANN annimmt, die Fortsetzung der
Mylonite darstellen, die die „Blumauer Granulitmasse" im Süden und Südosten begrenzt,
verbinden sich mit den Myloniten des Nordwest- und Nordrandes der Blumauer Masse.
Sie bilden dabei — soweit erschlossen — stets das Liegende der „Blumauer Granulitmasse". Die Zone starker Kataklase am Ostrand des Predigstuhler Gföhlergneises
dürfte sich hingegen in die mylonitische Zone N und N E Weinpolz verbinden und an
der Basis der Gföhlergneismasse verbleiben. Nach dieser Auffassung hätten diese mylonitischen Zonen den Charakter von mehr oder minder flach liegenden Bewegungsbahnen
am Grunde größerer tektonischer Einheiten. Sie wären in bezug ihrer tektonischen
Genese von den bekannten Mylonitzonen entlang der Horizontalseitenverschiebungen
(wrench faults) wie Vitiser Störung usw. zu trennen.
A 85
39.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Lanersbach (149)
Von O T T O THIELE
Die Kartierungen für das Kartenblatt 1 : 50.000, Nr. 149 (Lanersbach) wurden fortgesetzt sowie einige Vergleichsbegehungen, vor allem in die anschließenden Blatten 148
(Brenner) und 150 (Zell am Ziller) unternommen.
Wie schon im Vorjahr skizziert, treten im Profil vom Steinernen Lamm zur Hohen
Warte über der jüngsten Serie der parautochthonen Schieferhülle, der Kaserer Serie,
Quarzphyllite bis phyllitische Glimmerschiefer mit Granitgeröllen auf. Sie dürften in
unserem Raum das älteste Schichtglied des von Süden her fernüberschobenenSchieferhüll-Deckensystems sein. Über diesen konglomeratischen Schiefern, die ich für paläozoisch
halte, folgen, geringmächtig und eng verschuppt, schmutzig braune Glimmermarmore
und heller Quarzit, darüber wenige Meter hellgrauer Dolomit vom Typus eines Triasdolomits und darauf relativ mächtige Folgen von grauen bis graugelben, teils kalkigen,
teils kalkfreien Metaarkosen bis Metatonsandsteinen, Schwarzphylliten mit Einschaltungen von Kalkphylliten, eventuell wenig Serizit-Chloritschiefer, an einer Stelle auch
Hornblende-Chloritschiefer. In den tieferen Bereichen des Profils herrschen die Metaarkosen, gegen oben die Schwarzphyllite. Beginnend mit dem Fuß der Hohen Warte
folgen mächtigere, oft sandstreifige Kalkphyllite bis Kalkglimmerschiefer. — Das Profil
dürfte keine ungestörte stratigraphische Abfolge darstellen, denn knapp unterhalb des
Kammes sind am Ostfuß der Hohen Warte Späne von hellgrauem Dolomit und Dolomi tschlierenkalk (Trias?) zu finden, im Schutt darunter auch Blöcke von gelblichen
Arkosegneisen mit bis kindskopfgroßen Granitgeröllen. Letztere dürften wieder am
ehesten als Paläozoikum zu deuten sein, denn weiter im Südwesten, im Venn-Tal (NW
Venn), sind in ähnlicher Position die gleichen geröllführenden Arkosegneise aufgeschlossen, überlagert von 2—4 m (?) Triasdolomit und von Kalkphylliten. Hier wie dort
könnte man also die Konglomeratgneise und hellen Dolomite als paläozoisch-triadische
„Scheider" zwischen einer tieferen, sand- bzw. arkosereicheren, und einer höheren, mehr
kalkigeren Schuppe der Schieferhüll-Decke auffassen.
Über zwei Wochen Aufnahmezeit wurden dem Studium des von der österreichischen
Tauernkraftwerke A. G. quer zum regionalen Streichen angelegten Tuxer Stollens zwischen Schlegeis und Kunerbach (Hintertux) gewidmet. Neben geologisch-petrographischen Aufnahmen und Beprobungen wurde hier auch hydrologische Daten gesammelt
sowie mittels U-V-Lampe eine Untersuchung auf Scheelitführung durchgeführt. Über
die Ergebnisse dieser Arbeiten wird zur gegebener Zeit gesondert berichtet werden. Vorläufig sei nur ein ganz grobes Stollenprofil mitgeteilt. Von 0 m (Schlegeis) bis ca.
4280 m sind verschiedene Arten Metagranite, Granitgneise, leukokrate Gneise, Bändergneise und Migmatite aufgeschlossen, vereinzelt auch kleinere Vorkommen von Metadiorit. Von 4280 m bis etwa 5270 m durchörtert der Stollen überwiegend Hellglimmer
führende, feinkörnige, seltener auch biotitführende, fein- bis mittelkörnige Gneise, die
einerseits dem Höllensteingneis einschließlich der Knollen- und Geröllgneise, anderseits
den Gesteinen der Schönachmulde entsprechen, das heißt, das Verbindungsglied beider
Gesteinsserien darstellen. Zwischen 5270 m und 6000 m ist der obertags im Grierer Kar
achsial gegen Westen abtauchende „Porphyrgneis" des Ahornkernes im Stollen erschlossen. Darüber folgen bis zum nördlichen Mundloch grünliche Hellglimmergneise mit
wechselndem Quarz/Feldspatgehalt, darinnen eingeschaltet des öfteren Geröll- bzw.
Knollengneise, insgesamt also wieder Äquivalente des Höllensteingneises (samt Begleiter). — Zwischen den nördlichen Höllensteingneis-Äquivalenten und den „Porphyrgneisen" des Ahornkerns besteht eine deutliche (tektonische) Diskordanz: in ersteren
A 86
herrscht 30 bis 50°iges Nord- bzw. Nordwestfallen vor, im darunter liegenden „Porphyrgneis" hingegen mittleres bis steiles Süd- bzw. Südostfallen. Gleiches Südfallen
herrscht auch in den südlich an den Ahornkern anschließenden Schönach-Mulde-Äquivalenten vor, während weiter im Süden die tektonischen Verhältnisse zu wechselhaft sind,
um in kurzen Worten charakterisiert werden zu können. Hier treten offenbar in zunehmendem Maße voralpiner Strukturelemente mit hinzu.
Der Bauleitung der österreichischen Tauernkraftwerke A. G. (Zemmkraftwerke) und
ihrem Geologen Herrn Dr. K. MIGNON sei für Unterstützung bei den Stollen-Begehungen
bestens gedankt.
40.
Aufnahmsbericht über das Kartenblatt Neumarkt (Nr. 160)
Von ANDREAS THURNER (auswärtiger Mitarbeiter)
Im Sommer 1970 wurden Begehungen am Nordabfall des Rückens Bocksruck—
Haberer, im N des Gföllergrabens ( = Gföllerriegel) ; Kontrollbegehungen zu beiden
Seiten des Möschitzgrabens, am Südwestabfall des Kammes Kalkriegel—Striemetzriegel
und am Nordwestabfall des Rückens Perchauereck—Scheifling durchgeführt.
1. D i e N o r d a f ä l l e d e s R ü c k e n s B o c k s r u c k — H a b e r e r
Diese Abfälle bestehen zum größten Teil aus Granatglimmerschiefern, die 25—35° S
bis SE fallen. Pegmatitkörper sind an vielen Stellen vorhanden. Auffallend mächtige
Linsen stellen sich am Nordabfall des Bocksbühels zwischen 1400—1500 m Höhe ein.
Bemerkenswerte Abänderungen treten am östlichen Teil der Nordabfälle über dem
Gehöft „Irregger" auf. Es erscheinen von 1210 m Höhe bis 1280 m graue bis gelbliche
Marmore mit 30—35° SE-Fallen, die stellenweise gefaltet sind und schmale Lagen von
Granatglimmerschiefer und Amphibolit enthalten. Sie stehen gegen E mit den Marmoren von südlich Oberzeiring im Zusammenhang. Gegen W nimmt die Mächtigkeit
ab und einzelne Linsen mit Dolomit Marmor sind am Holzbringungsweg vom „Irregger"
gegen W in 1210 m Höhe mit 30° SW-Fallen aufgeschlossen. Die mächtigen Marmore
westlich Oberzeiring sinken daher nicht, wie man vermutet, gegen W ab, sondern keilen
westlich „Irregger" aus.
2. D e r G f ö l l e r r i e g e l (westlich Oberzeiring) erhebt sich zwischen Gföllerund Zeiringergraben. Der größte Teil besteht aus Granatglimmerschiefern, die vereinzelt Staurolithe führen. Es herrscht meist 30—40° S- bis SW-Fallen. Pegmatitkörper
sind locker verteilt, nur oberhalb „Kaufmann" um 1500 m Höhe stellen sich größere
Anhäufungen ein, die mit auskeilenden Marmoren verbunden sind. Am Ostabfall
stecken in den Granatglimmerschiefern von 1475—1385 m Höhe, von 1330—1300 m
Höhe und im Sattel westlich P. 1289 10 m mächtige Marmore mit 30—50° SW-Fallen.
Gegen S gehen sie aufgesplittert in mehreren Lagen rasch zu Ende. Die oberste Lage
ist am Nordabfall bis über „Kaufmannalm" noch zu erkennen (Begehungen sind noch
notwendig).
Am untersten Ostabfall, am Eingang in den Zeiringer Graben, stehen mit 30/250°
Fallen Biotitamphibolite an.
Längs des Gföllergrabens verläuft eine Bruchstörung, die jedoch besonders im Raum
Oberzeiring zu erkennen ist; sie steht mit der Niederen Tauern-Südrand-Störung in
Verbindung.
3. K o n t r o l l b e g e h u n g e n a n d e n H ä n g e n d e s M ö s c h i t z g r a b e n s
(St. Peter ob Judenberg)
A 87
Durch mehrere neue Forstaufschließungswege wurden teilweise neue Aufschlüsse geschaffen. Am Ostabfall des Mittereggerköpfls zwischen 1300 und 1400 m Höhe ziehen
zwei Lagen von Amphibolit durch, die mit denen am Ost- und Nordabfall von P. 1481
in Verbindung stehen und oberhalb „Schönthaler" auskeilen. Schmale Lagen konnten
im Raum „Schönthaler"—„Angerer" beobachtet werden. Die Verbindung dieser Lagen
im Streichen bereitet wegen der schlechten Aufschlüsse oft Schwierigkeiten.
Vom „Brunner" im Möschitzgraben führt ein Weg über die Lippenbaueralm, Lippenbauer Jagdhaus und weiter gegen E. Er schließt hauptsächlich pegmatitisierte Granatglimmerschiefer auf. Unter dem Jagdhaus steckt in ihnen eine 3 m mächtige Marmorschuppe. Westlich vom Jagdhaus und südlich vom Graben stehen mehrere schmale
Amphibolitlagen an. Am Weg in den Steigbachgraben ist in 1430 m Höhe ein mannigfaltiges Profil mit Amphiboliten, Marmor, Pegmatit und Granatglimmerschiefern mit
45° N 10° E aufgeschlossen. Die Schichten konnten teilweise gegen E und W verfolgt
werden. Der Marmor vom Kalkriegel ist am Ostabfall bis 1520 m Höhe erkennbar.
Auf der Ostseite des Möschitzgrabens haben neue Güterwege einige gute Aufschlüsse
geschaffen. Nördlich „Brenderer" stellen sich am NW-Abfall von 960—1020 m und von
1080 m bis 1020 m Höhe Amphibolite mit 30° S- SE-Fallen ein, sie bilden verhältnismäßig kurze Linsen. Am NW-Abfall zur Miesbacher Hütte stecken in den Granatglimmerschiefern von 1120—1140 m Höhe 30° SSE-fallende Amphibolite, die gegen S
und N weiterstreichen. Am flach ansteigenden Rücken fallen in 1200 m Höhe 50 m
breite gelbliche Marmore (40/150° Fallen), bei 1210 m Höhe 30 m breite und bei 1230 m
Höhe 20 m mächtige Amphibolite auf. Die Marmore stellen nur eine kurze Schuppe dar.
Am Nordabfall des Kapitzberges schließt ein Weg in 1255 m Höhe, der in den nördlichen Graben führt, ein mannigfaltiges Profil mit Amphiboliten, Glimmerschiefern und
Marmoren mit 30—40° SE-Fallen auf. Die Verbindung mit dem Amphibolit am Kamm
N E vom Kapitzberg ist noch nicht sicher nachgewiesen.
Ein tiefer gelegener Weg schneidet in 1070 m Höhe in dem Talzwiesel südlich der
Miesbacher Hütte Amphibolite und Biotitamphibolite mit 20° S-Fallen an.
Vom Hauptgüterweg, der vom Möschitzgraben über „Brunner" zur Talheimer Hütte
führt, zweigen nach N und S neue Wege ab, die hauptsächlich Granatglimmerschiefer
mit schmalen Lagen von Amphibolit aufschließen. Die schlechten Aufschlüsse im Wald
ermöglichen jedoch keine sichere Verbindung im Streichen.
Die Wege gegen S gewähren gegen den Möschitzgraben zu einen guten Einblick in die
Marmorserie, die vom Rücken südlich Kapitzberg zum Graben mit 40—60° N-Fallen
hinabzieht. Auch westlich vom Möschitzgraben stehen noch schmale Marmorlagen an,
die jedoch durch einen Bruch getrennt sind.
Die Begehungen am Rücken östlich Möschitzgraben haben gezeigt, daß die Fortsetzung
des Aufbaues vom Rücken westlich des Grabens vorliegt. Es ist eine flache Großmulde
erkennbar.
Der Nordflügel zeigt wieder die Teilung in ein unteres Stockwerk mit schmalen
Marmor- und Amphibolitlagen, auch der Granitgneis bei der Frobein- und Steiner
Hütte kann noch dazugestellt werden. Das obere Stockwerk besteht hauptsächlich aus
pegmatitisierten Granatglimmerschiefern mit Pegmatitlinsen und schmalen Amphibolitlagen. Eine Besonderheit stellt der Marmorzug südlich Kapitzberg von 1560 m bis
1618 m Höhe dar. Im Räume „Brunner" Kapitzberg schwenkt das Nordfallen in Südfallen um.
4. D i e S ü d w e s t a b f ä l l e d e s R ü c k e n s K a l k r i e g e l — S t r i e m i t z riege1
Diese Hänge werden hauptsächlich von pegmatitisierten Granatglimmerschiefern mit
30—40° N - bis NW-Fallen aufgebaut. Pegmatitlinsen stellen sich locker verstreut in
A 88
allen Lagen ein. Nordöstlich vom Forsthaus im Feßnachgraben sind nördlich und südlich
von diesem Graben, der von N E kommt, drei große Pegmatitkörper zu erkennen, die
30—40 m hohe Felsen bilden. Auch am Kamm südlich der Talheimer Hütte auf P. 1811
findet man Pegmatitanhäufungen. Schmale, 20—40 m mächtige Amphibolitlagen sind
besonders am Südwestabfall des Striemitzriegels erkennbar; die Verbindung mit denen
am Rücken ist noch nicht geklärt.
Ein Problem stellt noch die Westgrenze der Schiefergneise dar. Die Südgrenze verläuft vom Nordrand der Marmore am Kalkriegel gegen N W bis in den Saugraben
(meist N—NW-Fallen). Die genaue Grenze ist jedoch nicht genau zu erkennen.
5. D e r R ü c k e n S c h e i f l i n g — P e r c h a u e r - E c k b i s 1 8 0 0 m H ö h e
Der größte Teil dieses Rückens besteht aus Granatglimmerschiefern, die locker verstreut Pagmatitlinsen enthalten. Es überwiegt 20—30° N bis N 20° E-Fallen. Sie bilden
den Südflügel der großen Mulde. Zahlreiche größere Pegmatitkörper sind am Kamm
bei 1710 und 1741 m Höhe und an den Nordabfällen von 1710 zu beobachten. Eine
auffallend starke Blocküberstreuung von Pegmatit fällt am Nordabfall der Wenzelalpe
von P. 1691 bis 1520 auf. Was davon wirklich anstehend ist, ist nicht ersichtlich.
Schmale Amphibolitlagen stecken in den untersten Steilabfällen in den Granatglimmerschiefern. Breitere Lagen stehen südlich Perchauer-Eck an, die am Ostabfall bis zum
Gehöft „Fasch", am Westabfall bis ca. 1500 m Höhe zu verfolgen sind, dann vom
Sattel südlich Hochtratten gegen W bis zum Gehöft „Geigl" reichen. Die Fortsetzung
gegen E ist nicht ersichtlich. Quarzite fallen am Weg vom „Geigl" gegen N von 1130 m
Höhe auf. Es überwiegt 30° N - 30° E-Fallen.
Am Weg von Perchau über „Maier in Gestein" über dem W abfallenden Rücken von
P. 1651 steckt in 1340 m Höhe ein ca. 100 m breiter Marmor mit Biotitschiefer und
40° N - 340° E-Fallen, der Faltungen aufweist. Etwas südlicher (westlich Wenzelalm)
in 1455 m Höhe ist eine ca. 40 m breite Schuppe aus Marmor mit 5 m Amphibolit aufgeschlossen. Die Verfolgung im Streichen bedarf noch einer Untersuchung.
Schmale Marmorlagen konnten am Nordwestabfall übern Jägerwirt in 1140m Höhe
und nördlich „Elisser" (Westabfall des Perchauer-Ecks) in 1130m Höhe beobachtet werden. Nördlich davon blieben in 1170 m Höhe Sande mit Gerollen erhalten.
41.
Bericht über Aufnahmen im Semmeringsystem zwischen Göstritz und
Kranichberg, Blatt 105 — Neunkirchen
Von A. TOLLMANN (auswärtiger Mitarbeiter)
Die Kartierung im Semmeringgebiet wurde im Sommer 1970 im Raum zwischen
Göstritz und Raach fortgesetzt. Der Abschnitt östlich von Raach bis Tachenberg,
Kranichberg und Rams wurde zum Zweck der Ausfertigung des entsprechenden Abschnittes der Karte 1 : 200.000 übersichtsmäßig kartierend miterfaßt.
Der g e o l o g i s c h e A u f b a u des Gebietes ist nicht so wie der westlich anschließende Abschnitt von durchgehenden Gesteinszügen beherrscht, die Streifen sind
stärker zerrissen, zu Schollen geformt, aus der generellen Streichrichtung abschnittsweise
stark abgelenkt und geknickt, ferner im Osten auf die älteren permomesozoischen Schichtglieder beschränkt. Hier gewinnt auch die Glimmerschiefer-Basis der Haupteinheiten
rasch an Bedeutung. Trotz dieser Zerrissenheit konnten die Haupteinheiten, die aus dem
engeren Gebiet des Semmering bekannt sind, weiterverfolgt werden. Die Großgliederung
ist trotz des Schollenbaues dank der Fortsetzung einiger charakteristischer Gesteinstypen
und bestimmter verfolgbarer geologischer Leitlinien durchschaubar.
A 89
In s t r a t i g r a p h i s c h e r H i n s i c h t ist im untersuchten Abschnitt eine Serie
vom Glimmerschiefer und Grobgneis bis zum rhätischen, fossilführenden Keuper vorhanden. Hinzu kommen miozäne Blockschotter und junge Hangbrekzien.
Die G l i m m e r s c h i e f e r , z. T. mit phyllitischem Habitus, zeigen uniformen
Charakter. Sie erscheinen zunächst in einem Nordzug, der sich an der Linie Syhrnthal—
Kranichberg rasch gegen Osten verbreitert und das Mesozoikum überlagert. Der südliche Zug an der Basis der Sonnwendstein-Otter-Zone reicht von N Ottertal über Egg
nach Tachenberg. Er wird N Ottertal von Grobgneis begleitet, der hier zwar nirgends
ansteht, aber wohl aus dem Untergrund und nicht dem östlich folgenden MiozänBlockschutt stammt.
Der A l p i n e V e r r u c a n o (Perm) erreicht im Raum N Raach ganz enorme
Ausdehnung und Mächtigkeit. Er besteht in der Hauptmasse aus vorwiegend hellgrauen,
quarzitischen Schiefern, erscheint z. T. grünlich, z. T. durch oxydiertes Eisen gelblich und
rostig verfärbt. Grüne phyllitische Schiefer begleiten die quarzitischen Typen. Seltener
treten im sicheren Verband auch weiche, silbrige, talkig anfühlbare, zu Rutschungen
neigende Serizitschiefer auf, die mit dem Habitus einer weichen schmierigen Masse sehr
an Keupergesteine erinnern, aber nicht deren violette und bunte Färbung aufweisen.
Ausgezeichnete Aufschlüsse, die all die genannten Variationen des Alpinen Verrucano
zeigten, waren in 600 m Länge durch den Abschnitt der neuen Straßentrasse ESE vom
Schloß Wartenstein gegeben. In südlicherer Zone ist der Alpine Verrucano seltener; er
wurde z. B. noch in der Unterlage des Quarzites von Rams gefunden.
Einschaltungen von P o r p h y r o i d e n innerhalb dieses Alpinen Verrucano sind
auch im untersuchten Abschnitt nicht selten. Man trifft sie — meist nur im Schutt —
etwa im Sockel der Grasbergschuppe 500 m SW Kote 1078, in der Fortsetzung dieser
Einheit 400 m SW und oberhalb der Straße unmittelbar SE von Schloß Wartenstein,
400 m E N E des Schlosses, SW von Grabl und SW und S des Raachberges — an letztgenannter Stelle, 150 m ESE der Häusergruppe „Auf der Höhe", als Härtlingsrippe
in Erscheinung tretend.
Das Skyth ist durch S e m m e r i n g q u a r z i t vertreten, der mit geringerer Mächtigkeit das Hangende des nördlichen Verrucano-Zuges bildet (z. B. E Wartenstein, E
Grabl, S Syhrnthal usw.). Er liegt als geschichteter, meist grusig zerfallender, verwitterter heller Quarzit vor. Große Mächtigkeit hingegen erreicht er im Südrandgebiet des
Semmeringsystems N des Trattenbach-Otterbaches. An der Basis des Gr. Otter erscheint
der Semmeringquarzit, durch Baryt vererzt und im Stollen N W Steinbach derzeit darauf
beschürft, in besonderer Mächtigkeit auf der SE- bis Ostseite. Die scheinbare Gesamtmächtigkeit beruht hier allerdings z. T. darauf, daß sich hier 1 km N W Ottertal zwei
basale Quarzitzüge vereinen. Zufolge der grusigen Zersetzung wird der Quarzit seit
alters vielfach in Steinbrüchen zur Sandgewinnung abgebaut, derzeit in der größeren
Sandgrube W Brandstatt und im Raum 1 km N W Ottertal sowie in mehreren kleineren
Brüchen NW, N , N E und E von Rams.
Die tiefanisische R a u h w a c k e bildet überwiegend lange, meist morphologisch als
Kulissen in Erscheinung tretende Züge mit ungefährer Ost-West-Orientierung. Es treten
ocker, gelbliche, rötliche und graue, gelegentlich auch feinbändrige Typen auf (Grasberg).
Die Rauhwacken dominieren im Raum des Grasberges, in der Region Schanzkapelle,
Schlagl-Raach, treten ferner auch noch bei Sonnleiten und N W Tachenberg auf. Im
letztgenannten Abschnitt ist die Rauhwacke am linken Hangfuß des Syhrnbaches in fünf
heute stilliegenden kleinen Steinbrüchen (L. Piringer) in den Dreißigerjahren zu Werkstein abgebaut worden. Vor etwa 15 Jahren wurde hier ein noch heute offenstehender
Probestollen auf Kaolin in die Rauhwacke geschlagen, naturgemäß ohne Erfolg.
A 90
Das nächstjüngere Schichtglied, der a n i s i s c h e K a l k , schwankt in bezug auf
Mächtigkeit und Verbreitung außerordentlich. Am besten ist er im nördlichen Zug, der
Probst-Schuppe, entwickelt, wo auf der Grasberg-NE-Seite, auf dem Raachberg und im
Raum Syhrnthal weiße, z. T. grobkörnige Kalktypen hervorstechen. Im Syhrnthal wird
der flach nach N E unter die Glimmerschiefer fallende Aniskalk in einem großen Steinbruch abgebaut. Neben weißem Marmor trifft man allgemein bläulichgrau, rosa und
hellbraune Varietäten, auch gebänderte und dolomitische Partien an.
Im Abschnitt Kranichberg, Rams, Goldberg werden die Aniskalke das dominierende
Triasgestein, das fast ausschließlich die bereits in Schollen zerrissenen, im Glimmerschiefer steckenden Sedimentgesteinszüge repräsentiert. Im SE-Sockel des Gr. Otter
kommt dieser Kalk einerseits N Brandstatt in der zutiefst liegenden Ottertaler Schollenzone zutage, andererseits schalten sich am SE-Hang einzelne Kalkzüge in den basalen
Teilen des dunklen Anisdolomites zwischen 920 m und 1020 m in der tektonisch darüberlagernden Sonnwendstein-Otter-Mulde ein. Diese Kalke zeigen einen eigenen, durch
Dolomit-Netzadern gekennzeichneten Typus, gehen allmählich in den überlagernden
Dolomit und auch in die etliche Meter mächtigen zwischengeschalteten Dolomitpartien
über und enthalten lokal reichlich Kleincrinoiden-Trochiten.
Der a n i s i s c h - l a d i n i s c h e D o l o m i t überlagert im allgemeinen den Aniskalk. Heller Dolomit geringerer Mächtigkeit stellt sich im Nordrandzug ein (ProbstSchuppe und südlichere Schuppen): Grasberg, Wartensteiner Raum, Raachberggipfel usw.
Dunkler, geschichteter, oft feinstgebänderter oder auch linsig-flatschiger, z. T. brekziöser,
wohl anisischer Dolomit baut in enormer Mächtigkeit, allerdings wohl tektonisch verdoppelt, die Masse des Gr. Otter auf, dominiert also ebenso wie weiter im Westen in der
Südzone. Sonderausbildungen des Anisdolomites sind vererzte Züge wie der grobkristalline, graue, brekziöse, dunkelbraun anwitternde, durch Eisenerz schwere Dolomit
700 m N W Ottertal oder aber brekziöse, rauhwackige Typen wie E Wartenstein.
Schichtglieder der K e u p e r s e r i e treten E des Grasbergsattels einzig nur mehr in
der Region N E Schlagl auf. Der wohl norische Keuperanteil aus Serizitschiefern mit
eingeschalteten Linsen und Zügen eines gelblich verwitternden, hellen, Schieferschmitzen
enthaltenden Dolomites steht am Weg 700 m ENE Schlagl an. Er unterteuft den südlich
davon mit S- bis SE-Fallen anschließenden 800 m langen, schieferigen, dunkelblaugrauen
Kalkzug N E Schlagl, der nach der lithologischen Entwicklung, dem lokalen Reichtum
an Crinoiden und Lumachelle eindeutiges Rhät repräsentiert — wohl das östlichste
Vorkommen des Semmeringsystems. Schliffproben haben einen spärlichen Foraminiferengehalt erwiesen (R 133).
Ausgedehnter als bisher angenommen ist die Verbreitung des m i o z ä n e n B l o c k s c h o t t e r s , der das Becken von Ottertal-Kirchberg zu beiden Seiten des Otterbaches in teils bedeutender Mächtigkeit erfüllt. Die Serie besteht aus lokalem Schuttmaterial, in dem Glimmerschiefer und gelegentlich Grobgneis herrscht. Das völlig unverfestigte Zwischenmittel ist lehmiges Material, das bei Vorherrschen sumpfige Abschnitte
verursacht. Die Komponenten und Blöcke sind teils gut, teils schlecht gerundet. Bei
schlechter Zurundung und den meist ungünstigen Aufschlußverhältnissen kann bei absoluter lokaler Dominanz einer Komponentenart eine Schwierigkeit in der Abgrenzung
zum anstehenden Untergrundgestein gleicher Art auftreten. So dehnt sich das miozäne
Blockschotterareal gegenüber dem bisher bekannten Verbreitungsgebiet über den Höhenzug Egg-Rams auf Kosten der Glimmerschiefer weiter nach Norden aus und erfüllt auch
noch den Hauptteil des dreieckigen Raumes zwischen E Dobler, S Greuth, S TachenbergSüdrand, W Kranichberg und N der Triasschollenreihe, die die Kuppen zwischen Dobler
und Rams formiert. N u r untergeordnet tauchen auch innerhalb dieses Dreieckes GlimmerA91
schiefer und Quarzit des Untergrundes auf. Die besonders mächtige miozäne Verschüttung W Goldberg ist durch das akzentuierte Relief mit gegen S hinablaufenden Rücken
und Mulden, das nirgends den Sockel anschneidet, erkennbar. Im Nordteil dieses Bekkens, 600 m N W Goldberg, besteht der Blockschotter ausschließlich aus Grobgneis und
zeigt auf Riesenblöcken mit 2 m Durchmesser abschnittsweise ideale Zurundung.
Unter den Jungbildungen sei noch auf die wohl q u a r t ä r e B r e k z i e hingewiesen, die in zahlreichen Resten zwischen 600 und 750 m Höhe auf der Nordabdachung
des Semmeringsystems hier erhalten ist — so z. B. E und W unterhalb Schloß Wartenstein, E vom Grashof, besonders mächtig und durch zwei Steinbrüche erschlossen aber
700 m SW Ungerhof am Grasberg-Nordhang. Die polymikte Brekzie enthält Lokalschutt (Kalk, Dolomit, Rauhwacke usw.) als Komponenten, die faust- bis kopfgroß
werden, selten darüber. Sinter verkittet die Bestandteile.
Die t e k t o n i s c h e G l i e d e r u n g läßt sich mit dem bekannten Bild W dieses
Abschnittes (vgl. Taf. 1 bei A. TOLLMANN ,1964, MGGW. 57, H . 1) wie folgt parallelisieren.
1. Im Norden folgt südlich des mittelostalpinen Alpinen Verrucano-Streifens, der
im Talgrund bei Weißenbach verdeckt und nur zeitweise bei Aufgrabungen sichtbar
durchstreicht, steil einfallend die sich gegen Osten verbreiternde phyllitische G l i m m e r s c h i e f e r z o n e , die Fortsetzung des Kernes der S c h o t t w i e n e r
Antiklin a l e , die dann an der Syhrnthal-Tachenberg-Kranichberg-Schräglinie weit gegen SE
vorgreift.
2. Die im Süden folgende P r o b s t - S c h u p p e reicht mit komplizierter weiterer
interner Gliederung über die Grasberg-Nordseite und den mächtigen Aniskalkzug des
Grasberg-Ostkammes über Schloß Wartenstein, die Kulisse N W Grabl zum Rachberg
und nach Syhrnthal. Von hier leitet eine Aniskalk-Schollenreihe bis zu und über Schloß
Kranichberg nach SE weiter. Auf der gesamten Erstreckung, im Norden als auch im
Osten, fällt der Mitteltriaszug unter die davorliegenden, angrenzenden Glimmerschiefer
ein, von lokalen Rückkippungen (Grasberg-NW, Grubhof) abgesehen. Das Mesozoikum
taucht ebenso unter das große Glimmerschieferareal E des Syhrnbachtales ab. Die Basis
dieses Zuges bildet im W der phyllitische Glimmerschieferstreifen, der S des Grasberggipfels durchstreicht, weiter im E die ausgedehnte Alp. Verrucanozone SE Wartenstein
und S des Raachberges.
3. Die G r a s b e r g s c h u p p e reicht als zweite, südlichere Kalkrippe des Grasbergstockes von W herein, im S wiederum vom Alpinen Verrucano begleitet. 500 m N W
Schlagl schwenkt sie nach N E um und keilt vorübergehend aus. Die Mitteltrias erscheint
als Dolomitrippe im Verrucano-Areal 400 m S Schloß Wartenstein wieder und endet
dann gegen E. Der unterlagernde Alpine Verrucano vereinigt sich dadurch mit jenem der
nördlichen, höheren Einheit im Raum N von Raach.
4. Die K e u p e r m u l d e d e s G ö s t r i t z e r R a u m e s läßt sich gegen E bis
600 m N W der Schanzkapelle verfolgen. Dann ist sie ausgequetscht und erscheint im
Osten nur mehr in der erwähnten Nor-Rhät-Serie N E Schlagl.
5. Die rauhwackenreichen Mitteltriaszüge der S c h a n z k a p e l l e lassen sich als
morphologische Kulisse über den Nordrand von Schlagl bis in die Ortschaft Raach verfolgen, wo sie gegen Osten enden. Das die Basis dieses Zuges bildende Permoskyth, das
letztlich die Fortsetzung des S t u h l e c k - A n t i k l i n a l k e r n e s
darstellt, erscheint in Spuren im Westen des untersuchten Abschnittes zuerst SW der Schanzkapelle
in Form von Alpinem Verrucano, Porphyroid und Semmeringquarzit, wird mächtiger
A 92
im Südteil Schlagls und läßt sich weiterhin bis über den Abschnitt S Raach verfolgen,
wo es sich wiederum mit der großen Alpinen Verrucano-Masse der höheren Einheiten
im Bereich Sonnleiten verbindet.
6. Die S o n n w e n d s t e i n m u l d e setzt ununterbrochen im Otterzug fort, der
ebenfalls eine riesige Muldenfüllung bildet, von S her zusammengeklappt und am
Gipfelkamm über der verdoppelten Mitteltriasdolomitmasse wiederum unteranisische
Rauhwacken (Gr. Otter) und Semmeringquarzit (Mitterkogel—Wiesenhöhe S des
Kammes) führend. An der Basis wird dieser Zug im Westen durch den vererzten Semmeringquarzit N vom Trattenbach begleitet. 1,3 km E von Raach endet dieser mächtige
Triasdolomitzug auf der Südseite des Sonnleitengrabens 650 m W Kote 665 mit einem
Rauhwackensporn und es kommt hier die an der Basis vom Raachtal N Ottertal an
gegen N E ziehende Glimmerschiefer-Basalzone dieser Einheit entlang des Sonnleitengrabens gegen E in Kontakt mit der großen vereinigten Sonnleitener-Raacher Alpinen
Verrucano-Masse der höheren Schuppen.
7. Zutiefst schließlich erscheint über der Wechselschiefer-Kuppel noch eine schmale,
sehr unregelmäßige Schollenzone, deren Mitteltrias 800 m N W Otterttal ganz im Semmeringquarzit steckt. Diese zerrissene O t t e r t a l e r S c h o l l e n z o n e ist zunächst
von Brandstatt gegen N N E in Richtung Raachtal durch Anisdolomit, Erzdolomit,
Rauhwacke, Aniskalk und lokal mächtigen Semmeringquarzit vertreten. Ihre NWGrenze ist im Süden der Sandgrube W Brandstatt durch einen schön erschlossenen steilen
Bruch mit Harnisch (Einfallen 120/85°) und Kluftletten markiert. Die Scholle endet
im Norden nach 1,1 km aufgeschlossener Länge mitten im Semmeringquarzit. Die nächstfolgende Scholle, aus Aniskalk bestehend, liegt genau N Ottertal und weist mit ihrem
Streichen von 110° bei steiler Schichtstellung auf Querdrehung. Als Ostfortsetzung dieser
Schollenzone kann man die aus dem miozänen Blockschottergebiet im Raum Dobler,
Egg bis Rams herausragenden Züge aus Aniskalk und Semmeringquarzit betrachten.
Betreffs der tektonischen Konfiguration im SE-Teil des untersuchten Raumes ist noch
hervorzuheben, daß im Gebiet S Rams trotz partieller Blockschotterverhüllung eine der
großen Wechselkuppel im Norden vorgelagerte
Längsaufkuppelungszone
zu verspüren ist, da die Serien N Rams einheitlich mäßig steil gegen Norden fallen,
östlich von Rams flach lagern und der große, durch eine neue Forststraße gut erschlossene anisische Kalkmarmorlappen im S von Rams durchwegs SSW bis SW einfällt und
damit den Südteil des Gewölbes bildet.
Ferner ist ein wiederholtes A b k n i c k e n der W-E verlaufenden Züge auffällig.
So schwenken mehrere Gesteinszüge mit stark gegen N vorspringender Zacke 500 m
SW Wartenstein aus, kommt es zu einem weiteren Knick bei Grabl, tritt längs des
Syhrntales nach einem Knick ein besonders auffälliges SE-Schwenken der Gesteinszüge
in Erscheinung und sind auch im weiteren Raum von Ottertal solche Knicke in der
Streichrichtung vorhanden. Die bereits W des genannten Ortes SW-NE streichenden
Züge schwenken N der Ortschaft direkt in N-S-Richtung ein. Besonders die im Glimmerschiefergebiet isoliert aufragende Muschelkalkrippe mit 020° Streichen betont morphologisch auffällig diese Querrichtung. Ob die Ursache dieser Knicke in Quereinengung, Verdrehung oder anderen abweichenden Bewegungen liegt, blieb noch unklar.
A 93
42.
Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Hartberg (136) und Blatt
Oberwart (137)
Von R. WEINHANDL
Die geologischen Aufnahmen des Blattes Hartberg wurden im heurigen Sommer im
östlichen Teile dieses Kartenblattes fortgesetzt. Zur Kartierung gelangten zunächst die
durch Erdbewegungen beim Bau der neuen Umfahrungs-Autostraße Friedberg-Hartberg entstandenen Aufschlüsse und die dem östlichen Wechselkristallin angrenzenden
Tertiärablagerungen bei Stögersbach und Schlag-Burgfeld. Im südöstlichen Teile des
Blattes wurde das Hügelland beiderseits der Lafnitz und des Stögersbaches begangen.
Auf Blatt Oberwart ist bei Neutrassierungen von Straßen und Anlegung von Güterwegen reichliches Probenmaterial angefallen, wobei Revision und Ergänzungen durchzuführen waren.
Hartberg:
Die neue Umfahrungsstraße zweigt nördlich von Friedberg nahe dem Hochfeld
(Wiesenhöf) von der Wechsel-Bundesstraße ab. An der linken Straßenseite bis etwa
Dirnegg wurden vorwiegend jüngere Schotter aus schlecht gerundetem Wechselkristallin
und grobe quarzitreiche Blockschotter mit zwischengelagerten grauen bis braunen Sanden
angetroffen (Friedberger Schotter). Dieser Schotterkomplex, der einige 100 m weiter
nach Osten zu verfolgen ist, liegt direkt der Sinnersdorfer Serie auf. Westlich der Straße
bei Dirnegg ist das Grundgebirge in den tief eingeschnittenen Hohlwegen aufgeschlossen
und zum Teil auch bei Straßenarbeiten aufgeschürft. Hier überlagern die Friedberger
Schotter das Grundgebirge. Südlich von Dirnegg verläuft die Straße im Sinnersdorfer
Konglomerat, das durch reichliches Auftreten von Granitgneisgeröllen beträchtlicher
Mächtigkeit ausgezeichnet ist. Im Räume von Hochstraß südlich Friedberg sind ausschließlich glimmerig-sandige Lehme von lichter, gelblicher bis blaugrauer Färbung aufgeschlossen, welche die Neigung besitzen, zu lößähnlichen Steilhängen abzubrechen. Ein
solcher Aufschluß befindet sich beim Bahnhof Pinggau-Friedberg. Die Schotter, die sich in
diesen Lehmen eingeschaltet finden, bestehen überwiegend aus Quarz, daneben spielen
noch die lichten Orthogneise und Semmeringquarzite eine Rolle. Im Gebiet von
Dechantskirchen und Rohrbach wurden bei Brückenbauten und Geländeeinschnitten
speziell bei der Übersetzung des Stögersbaches und des Limbaches mächtige, sandige,
mit Pflanzenresten belegte Tonmergel erschlossen, die östlich Dechantskirchen in tieferen
Lagen (bei Fundamentgraben für die Brücke) eine beachtliche sarmatische Mikrofauna
ergeben haben (WEINHANDL, V., 1966). Die Schotterüberlagerung ist anfangs südlich
Hochstraß noch beträchtlich, nimmt aber nach Südwesten zusehends an Korngröße und
Mächtigkeit ab. In Rohrbach tritt die Straße in das Lafnitztal ein. Nordöstlich der
Ortschaft Lafnitz wurde für den Straßenbau eine große Sand-Schottergrube angelegt.
Es sind hier in einer Mächtigkeit von 6—10 m gelbbraune sarmatische Sande mit Feinschottereinlagen aufgeschlossen; unterlagert wird diese Serie (an der Ostseite des Aufschlusses) von 10° nach ESE einfallenden Tegeln. Diese Schichtfolge bildet die südliche
Fortsetzung des Rohrbacher Sarmates (Hl. Brunn) und kann in einem schmalen Streifen
bis südlich Neustift verfolgt werden. Die Trasse überquert nun die Lafnitz und schneidet
südlich der Ortschaft Lafnitz die Sande und Schotter eines nach Südosten reichenden
Sarmatlappens an. Bis Hartberg verläuft nun die Straße in pannonischen Tegeln und
Sanden. Bemerkenswerte Aufschlüsse in grauen-feinsandigen Tegeln befinden sich in
den Einschnitten östlich von Grafendorf und an der linken Straßenseite nordöstlich
Penzendorf bei Hartberg. Hier ist grau-grüner, stark sandiger gut geschichteter, flachA94
gelagerter Tegel mit bis 5 cm mächtigen Feinsandeinlagen ca. 8 m aufgeschlossen. Alle
in diesem Räume untersuchten Tegel sind fossilfrei.
Die tieferen pannonischen Schichten, die südwestlich Hochstraß im Räume Stögersbach-Dechantskirchen-Rohrbach zur Ablagerung kamen, werden diskordant von einem
jüngeren Schotter-Sandkomplex mit untergeordneten Tegellagen, dem Friedberger
Schotter, überdeckt, welcher von Südosten vorgreift und bis ans Kristallin des Wechselostabfalles heranreicht. Westwärts reichen diese groben Schotter, die vornehmilch aus
dem nahen Wechselkristallin stammen, bis in die Mulde von Vorau. Der Bereich von
Schlag-Burgfeld wird von diesem Schotterkomplex bedeckt; er reicht von den Höhen
bis unter die Sohle des tief eingeschnittenen Lafnitztales und bildet eine mit Grobschotter
tief verschüttete Erosionsrinne. Das nachmiozäne Alter dieser Schotter wird durch seine
diskordante Lagerung bestimmt. N W von Rohrbach erscheinen am linken Gehänge der
Lafnitz hart neben dem großen Eisenbahnviadukt mächtige Geröllschichten. Hier kann
man deutlich ein flaches diskordantes Übergreifen der Schotter über geneigte sarmatische
Schichten erkennen. Dieselbe Diskordanz ist SE von Neustift in einem Hohlweg festzustellen. Die groben Schotter ruhen hier unmittelbar diskordant den liegenden Tegeln des
unteren Pannon auf. In der Geröllzusammensetzung zeigen die in das höhere Pannon
gestellten Schichten der Friedberger Schotter gegenüber den Sinnersdorfer Konglomeraten
eine deutlich Änderung an. Jene zeichnen sich durch das Auftreten grober, quarzitreicher
Schotter aus, die mächtige Quarzeinschlüsse aufweisen. Es stellen sich schon Gesteine
der Wechselserie ein, die stets von Serizitschiefern und Quarziten begleitet werden,
während die Sinnersdorfer Konglomerate fast ausschließlich grobklastische Granit-Gneiskomponenten aus dem in der Miozänzeit weit nach Osten verlaufenden Masenbergstock
führen. Die Friedberger Schotter erreichen am kristallinen Saum eine Höhe über 650 m,
sind stets söhlig gelagert oder nur gering nach E geneigt. Von einer Störung kann kaum
gesprochen werden. Auch die Anlagerung an das Grundgebirge kann als ursprünglich
bezeichnet werden. Sie füllen ein älteres Relief auf.
Im südöstlichen Teil des Kartenblattes wurden die nach SE streichenden Hügelzüge
zwischen Lafnitz und Lungitzbach einerseits und Lafnitz-Stögersbach andererseits begangen. Die Ablagerungen an der Basis sind in Form von hellgrauen Tonmergeln und
Feinsanden ausgebildet, die dem tieferen Pannon zuzurechnen sind. Darüber liegen
diskordant in einer Höhe um 500 m jungpliozäne Terrassenschotter. Es sind gut gerundete Flußschotter, die sich durch großen Quarzreichtum auszeichnen und meistens (wenn
nicht bereits abgetragen) mit einer rostbraunen, ungeschichteten Lehmschichte überdeckt
werden.
Die diluvialen Terrassen lassen sich gesteinsmäßig kaum von den jungpliozänen
Terrassen unterscheiden. Sie ziehen meistens in einer Seehöhe von 400 m westlich der
Gewässer dahin und bilden somit die asymmetrischen Täler. In unserem Falle wären
sie ca. 50 m über dem heutigen Lafnitztalboden anzusetzen.
Oberwart:
Die bei Geländegrabungen für den Bau der Güterwege von Oberschützen (E Sixtina)
— Wiesfleck und Willersdorf — Wiesfleck entstandenen künstlichen Aufschlüsse erbrachten zwar keine neuen Erkenntnisse, ergänzten jedoch die bereits bestehenden geologischen Aufnahmen. Im Waldweg östlich Willersdorf nächst dem Waldwiesenberg
(501 m) sind Sinnersdorfer Schotter — Konglomerate einmalig erschlossen.
Infolge reger Bautätigkeit im Bereiche Buchenschachen—Allhau—Wolfau im Stegersbachtale konnten in zahlreichen neuen Aufschlüssen wertvolle Proben gesammelt werden.
Vor allem aber war es möglich, im östlich anschließenden Höhenrücken die Verbreitung
der Terrassen präziser auszuscheiden.
A 95
Dritter Teil : Spezielle Berichte
Lagerstätten: SCHERMANN, BAUER & SCHERMANN
Chemie: PRODINGER
Paläontologie: SIEBER
Bericht über die untertägige Uranprospektion im Bergbau Mitterberg
Von OTMAR SCHERMANN
Über Auftrag der Mitterberger Kupferbergbau-Ges. m. b. H . wurde von der Geologischen Bundesanstalt in den Monaten April und Mai 1970 eine untertägige Uranprospektion durchgeführt. Das Arbeitsteam bestand aus O. SCHERMANN, D. SOMMER und
P. WALSER, der im zweiten Arbeitsabschnitt von A. MATURA vertreten wurde.
Die Untersuchung erstreckte sich über das gesamte einigermaßen zugängliche Grubengebäude. Anomal hohe Strahlungswerte wurden ausschließlich in dem „Violette Schiefer"
(Bunte Knollenschiefer nach J. BERNHARD) genannten Schichtpaket gefunden, wobei in
zweierlei Gesteinen eine Vererzung mit Uran (ist aus chemischen Analysen bekannt; der
Anteil von Th ist nicht bekannt) aufgefunden wurde :
a) P e 1 i t e
Dem Violetten Schiefer sind Zentimeter- bis metermächtige Lagen bis Linsen von
dunklem, tonreichem Material eingelagert, oft so Kohlenstoff-reich, daß die Bezeichnung
Graphitschiefer gerechtfertigt ist. Die Meßwerte am tonigen Material betragen durchwegs
ein mehrfaches des Background-Wertes, die Maxima liegen oberhalb des instrumentellen
Meßbereiches von 2 MRH. Die Verteilung der Strahlungsintensität innerhalb einer
solchen Lage ist unregelmäßig bezüglich deren Umgrenzung, Maxima folgen meist
Klüften. Ein Sonderfall sind die Verhältnisse an der „Fossilbank", wo eindeutig festgestellt werden konnte, daß höhere Strahlungswerte nur an der Liegendgrenze auftreten.
Das Uran hältige Mineral ist zur Zeit noch nicht bekannt, diesbezügliche Untersuchungen sind im Gange. Uranmineralien, die bei Betrahlung mit UV-Licht fluoreszieren, sind
äußerst selten und treten nur als erdiger Anflug auf manchen Klüften auf und geben die
Floreszenzf arben von Autunit und, selten, Meta-Autunit.
b)
Psammite
In den Quarzschiefern der „Violetten Schiefer" finden sich limonitische Linsen von
wenigen Zentimetern Dicke und selten mehr als 15 cm Länge. Sie folgen durchwegs dem
sedimentären s, welches in den begangenen Bereichen das Schieferungs-s mit Winkeln bis
zu 75° schneidet. Einzig auf diese Linsen ist die anomale Strahlungsstärke beschränkt.
Sie wurden wegen ihres Aussehens „rostfleckige Quarzite" genannt und sind im Stollen
jederzeit wiedererkannt worden, bevor noch das Szintillometer auf die überraschend
hohe Strahlung ansprach (bis 1,6 MRH). Eine Bindung dieser Linsen an einen bestimmten stratigraphischen Horizont konnte nicht festgestellt werden.
Im Auflicht ist nur reichlich Pyrit und Limonit in diesen Linsen zu erkennen; das
Uran dürfte an eine organische Substanz gebunden sein oder es tritt in sehr kleinen, mit
den gegebenen Hilfsmitteln nicht mehr auflösbaren Mineralien auf; Untersuchungen
darüber sind im Gange. Fluoreszenzerscheinungen wurden nicht beobachtet.
A 96
Genese
Aus dem Studium der radiometrischen Detailaufnahmen und dem allgemeinen Erscheinungsbild ergibt sich folgendes genetisches Modell: Stark verdünnte Uranlösungen migrieren in den Sedimenten entsprechend deren Durchlässigkeit (daher besonders in den
Quarzsandsteinen). Bestimmte, sedimentär vorgegebene, chemisch von ihrer Umgebung
abweichende Stellen fällen Uran. Das dadurch entstandene Konzentrationsgefälle führt
hierauf zu weiterer Zufuhr von U-hältigen Jonen, bis alles greifbare Uran verbraucht
oder die Ausfällungskapazität erschöpft ist. Die Migrationsrichtung läßt sich feststellen:
V o n u n t e n n a c h o b e n . Die „Fossilbank" hat eindeutig als Stauhorizont fungiert
und ist praktisch nur an der Unterseite vererzt. Schwieriger ist es, Aussagen über die
Herkunft der Lösungen zu treffen. Sicherlich kommen sie nicht vom Erzgang, da dieser
jünger ist als die Schieferung und demnach in vom Gang ausgehenden Rissen als den
Migrationswegen höhere Strahlungswerte gefunden werden müßten, was tatsächlich
nicht der Fall ist. Die Uranvererzung der Sedimente ist demnach älter als die Gangvererzung.
Offen bleibt noch die Frage nach der Herkunft des Urans. Nach Erachten desVerfassers
kommt es aus dem Sediment selbst, kaum aus dessen primärem Wassergehalt. Wenn man
nämlich, an Hand der wenigen bisher vorliegenden Daten, den primären Urangehalt des
Sedimentes abschätzt, und zwar ausgehend von der Voraussetzung, alles Uran wäre an
relativ wenigen Stellen (nämlich Linsen in den Quarziten und in tonigem Material), konzentriert worden, so kommt man auf Werte von etwas unter 1 ppm. Dies paßt wohl
zusammen mit den Durchschnittswerten von Sandsteinen, ist aber viel zu hoch für mögliche primäre Sedimentwässer. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß das Gewicht der
Sedimentwässer im Porenraum der Gesteine nur einen Bruchteil des Gewichtes ihrer
Trägergesteine ausmacht.
Von allgemein geologischem Interesse ist noch ein Fund rhythmischer Sedimentation zu
erwähnen in Form eines graded bedding im „Violetten Schiefer". Der Fundpunkt liegt
ca. 25 m unterhalb des „Grünen Werfener Schiefers". Die Gradierung von Feinsand
und Ton ist gut ausgebildet, ein Zyklus umfaßt jeweils 0,5—7 cm. Die Gesamtmächtigkeit dieses Schichtpaketes liegt bei etwa 0,5 m.
Über eine Pechblende-Gold-Paragenese aus dem Bergbau Mitterberg, Salzburg
(ein Vorbericht)
Von
F. K. BAUER und O. SCHERMANN
In diesem Vorbericht werden Ergebnisse von Untersuchungen an radioaktivem Haldenmaterial vorgelegt, welches aus zur Zeit nicht zugänglichen untertägigen Abbaugebieten entstammt. Die Arbeiten waren so eingeteilt, das O. SCHERMANN die Geländearbeit
und die Dünnschliffuntersuchung machte und F. K. BAUER die Anschliffe herstellte und
untersuchte.
Bei der Bemusterung der Josephi-Halde fanden sich Gesteine, die radioaktives Material
enthielten. Es waren zwei Gruppen zu unterscheiden: a) „rostfleckige Quarzite", wie sie
auch im heutigen Grubenrevier gefunden werden; b) Material aus einem Erzgang. Das
Letztgenannte wird im Mittelpunkt dieses Berichtes stehen.
Das Gangmaterial (lit. b) ist seit Jahrzehnten den Atmosphärilien ausgesetzt und deshalb etwas angewittert; anstehend wurde es bis jetzt nicht gefunden, doch lassen Fundort
und Information aus dem Bergbaubetrieb schließen, daß es aus dem E-W-streichenden
Hauptgang stammt. In den aufgesammelten Handstücken sind zu erkennen: Kupferkies,
Pyrit, etwas Arsenkies, manchmal Nickelblüte und Kobaltblüte, Karbonate und Quarz,
durchwegs Mineralien, die sich auch im Fördergut des heutigen Tiefbaues finden. DaneA 7 Verhandlungen 1971
A 97
ben aber tritt Uranpechblende auf und in dieser millimeterdick Bleche und Drähte von
Freigold. Ausnahmsweise kann Gold auch außerhalb der Pechblende in bis zu 3 mm
großen Körnern gefunden werden.
Das in den Gesteinen der Gruppe lit. b auftretende Uranerz liegt in Form nieriger
Knollen vor mit Durchmessern von 1—2 cm. Es sind' erzmikroskopisch zwei Gruppen
von U-Erzen zu unterscheiden: I. Uranpechblende mit reichlichen Goldgehalten; IL Uranpechblende mit einem einige mm großen Kern eines Minerals, über das erst weitere
Untersuchungen Klarheit bringen werden. Das genannte „Kernmaterial" zeigt deutliche
Umbildungserscheinungen ähnlich dem bei RAMDOHR abgebildeten Nasturan, besonders
gegen den Rand zu; mit der Umbildung verschwinden die häufigen, kleinen Einschlüsse
von Gangart. In der Reflexion zeigen sich drei Abstufungen von Hellgrau: Der frische
Kern zeigt die hellste der Reflexionsstufen, die beiden anderen sind fleckig verteilt. Das
Kernmineral ist nur vereinzelt von Rissen durchzogen, seine Strahlungsintensität ist
gering verglichen mit der umgebenden Pechblende.
Die Grenze zur umgebenden Pechblende ist durchwegs scharf, folgt aber keiner kristallographisch definierten Form. Verdeutlicht wird die Grenze noch durch den Unterschied
in der Festigkeit, indem Risse in der Umgebung an der Grenze enden und Gold entlang der Inhomogenitätsgrenze eindringt; im Kernmaterial fehlt Gold fast vollständig.
Die umgebende Pechblende ist frisch, aber kataklastisch stark beansprucht. Entsprechend dem höheren Reflexionsvermögen zeigt sich ein noch helleres Grau als das Kernmineral. Umsetzungserscheinungen fehlen, ebenso Anzeichen von Zonenbau. Feldspäte
zeigen, wenn sie an die Pechblende grenzen, stets einen schmalen Reaktionssaum, welcher
immer fehlt, wenn das Kernmineral mit Plagioklas in Kontakt kommt.
Es ist für die Genese wahrscheinlich bedeutsam, daß diese Assoziation Kernmineral—
Pechblende—wenig Gold immer in Handstücken mit Karbonat und hohem Feldspatgehalt auftritt. Charakteristisch für diese Gesteine sind auch Hohlraumfüllungen, bestehend aus einer bis drei Zonen von rhythmisch gefälltem Pyrit, mit Karbonat wechsellagernd, im Inneren mit fächerförmig struiertem Karbonat gefüllt. Ebenso werden
Bruchstücke von Pechblende mit dem wie aus einem Gel ausgefällt erscheinenden Pyrit
ummantelt.
Für die Gesteine der Gruppe II wurde in Dünn- und Anschliffen folgende Kristallisationsfolge erkannt: 1. Feldspat, 2. „Kernmineral", 3. Pechblende, teilweise sich überschneidend mit 4. mittel- bis grobkörnigem Karbonat, 5. meist rhythmischer Pyrit, etwas
Kupferkies, 6. Hohlraumkarbonat (Pkt. 5 und 6 mit Wiederholungen), 7. Gold, z. T.
noch mit und gefolgt von Karbonat.
In den Gesteinen der Gruppe I ist die Pechblende durchwegs größer, stark mit Rissen
durchzogen, oft mylonitisiert. Feldspat, immer mit Reaktionssaum gegen die Pechblende,
ist nur in geringen Mengen vorhanden. Zusammen mit der Pechblende tritt reichlich
Gold auf, meist in Form von etwa 1 mm dicken Drähten, die mit oft nur 0,01 mm
dünnen Blechen untereinander verbunden werden. Nicht selten ist Bleiglanz unmittelbarer Begleiter von Gold. Kleine Goldkörnchen finden sich auch im Reaktionssaum der
Feldspäte, meist zusammen mit Pyrit.
Neben dem Uranpecherz tritt in Gesteinen der Gruppe I noch „kohlige Substanz"
(nach RAMDOHR) vielfach als Thucholith beschrieben, auf. Thucholith entsteht dadurch,
daß Uranpecherz von vagabundierenden Kohlenwasserstoffen umhüllt und verdaut wird.
Die kohlige Substanz findet man als schmalen Saum, der das Uranerz in nicht zusammenhängenden kleinen Linsen umgibt.
Das Gefüge ist teilweise filzartig. Bei höherer Vergrößerung lassen sich kleine verästelte Stäbchen und auch maschenartige Strukturen erkennen. Anisotropie und Reflexionspleochroismus sind sehr deutlich. Als Füllmasse tritt schwarze kohlige Substanz und
A 98
auch Karbonat auf. Eingelagert sind häufig sehr kleine Goldkörnchen mit einem Durchmesser von 3—4 X 10—3 mm.
In den untersuchten Anschliffen der Gruppe I konnten noch folgende Erzmineralien
festgestellt werden: Pyrit, Kupferkies, Markasit, Magnetkies und Fahlerz.
Pyrit bildet größere Aggregate und ist teilweise idiomorph erhalten. Gelegentlich ist
Kupferkies aufgewachsen. Eine Zonierung wurde nicht beobachtet. Pyrit ist meist durch
eine starke Kataklase gekennzeichnet.
Kupferkies enthält eine Reihe von kleinen Täfelchen und Lamellen von Magnetkies.
Sehr häufig findet man in ihm auch Markasit. Diese beiden Mineralien, Magnetkies und
Markasit, charakterisieren den sie einschließenden Kupferkies als Hochtemperaturbildung
im Sinne J. BERNHARDS.
Fahlerz ist häufig und tritt in Verbindung mit Kupferkies auf. Es enthält eine Reihe
von kleinen Einschlüssen von diesem und von Magnetkies.
Es stellt sich noch die Frage nach der Einordnung der Uranerze in das von J. BERNHARD aufgestellte Vererzungsschema. Das Auftreten von Hochtemperaturkupferkies
mit Markasit und Magnetkies zusammen mit Fahlerz und Gold macht eine Zugehörigkeit
der Uranvererzung zur zweiten Vererzungsgeneration wahrscheinlich.
Anhang
Während der Drucklegung des Manuskriptes wurden die Geländearbeiten fortgesetzt und brachten Untersuchungen weitere Teilergebnisse.
a) Rollstücke im Bach, der zwischen Trolboden und Hahnbalzboden in Richtung Buchmais fließt, konnten nach oben verfolgt werden bis in die Pingenreihe, die bei ca. 6540 m
Seehöhe den Bach quert. Uranerzstücke fanden sich östlich des Baches direkt in den
kleinen Pingen. Westlich vom Bach konnten Uran führende Gesteine, in denen Pechblende(Gold)stücke zu jenen mit mehr oder weniger reinem Brannerit etwa im Verhältnis 65 : 35 stehen, in eine keltische Bergehalde bis 25 m vom Bach hineinverfolgt werden. Als Uran bringender Gang konnte also dieses Liegendtrum des Mitterberger Hauptganges lokalisiert werden. U-vererzte Nebengesteine wurden hier nicht gefunden.
Das Probenmaterial aus der Bergehalde war recht frisch, außer es lag im Absickerungsbereich eines Wasseraustrittes. Die Uranerze aus den Pingen waren allesamt erdig zerfallen und eingebettet in ebenfalls erdige, limonitische Massen der Fe-karbonatischen
Gangart. Es darf angenommen werden, daß die beobachtete intensive Zersetzung nicht
in der Zeit seit dem Abbau (ca. 3000 Jahre) erfolgte, sondern daß es sich um Material
der an sich nicht sehr stark entwickelten Oxydationszone handelt, für deren Vorhandensein jedenfalls sichere Beweise vorliegen.
b) Das metamikte „Kernmineral" konnte mittels Elektronenmikrosonde als Brannerit
identifiziert werden.
c) Röntgenographische Untersuchungsergebnisse über das als Pechblende angesprochene Material liegen zur Zeit nicht vor, doch hat neues Probenmaterial gezeigt, daß
diese Pechblende ein Produkt rhythmischer Ausfällung darstellt. Das ist zwar im Anschliff nicht zu bemerken, weil Einschlußzonen fehlen, doch zeigen manche Außenseiten
Anwadisstreifen von 1—3 mm Stärke, manche Bruchstücke durch selektive Verwitterung
Anwadhszonen von 0,5—4 mm Dicke. Eine mögliche spätere Umkristallisation der Pechblende wird durch die subradialen Risse, die als Schrumpfungsrisse angesehen werden,
angedeutet. Auch finden sich in manchen nierigen Pechblenden bis 0,4 mm große Uraninitkristalle.
d) Einen für die Einordnung des Brannerits in das BERNHARDSche Vererzungsschema
bedeutenden Fund machte der Markscheider J. ZOLLER: Er fand bis 17 mm große
Aggregate von zerbrochenem Brannerit in einem „zerbrochenen bis mylonitisiertem
A 7»
A 99
Gangtyp" (J. BERNHARD) auf der 3. Sohle, nahe dem Westschacht (Hauptgang), der nach
BERNHARD nur Mineralien der Vererzungsgeneration I und II führt. Wegen der häufigen
Assoziation Pechblende/Brannerit, im Handstück wie im Streupräparat zu beobachten,
kann auch für einen Teil der Pechblende wenigstens aus dieser Beobachtung allein geschlossen werden, daß ihre Bildung in diese Vererzungsphase fällt. Eine, jedenfalls
makroskopisch, an Brannerit freie Pechblende mit reichlich Gold kann auch Klüfte, die
jünger sind als die Pechblendeknollen, füllen ; auch Klüfte im Brannerit.
Die selektive Bindung des Goldes (nach Analysen des Labors der Mitterberger Kupferbergbau Ges. m. b. H. mit einem Silbergehalt von ca. 10%) an die Pechblende — die
drei bekannten Ausnahmen können als Verdrängungserscheinungen gedeutet werden —
geht offensichtlich auf eine chemisch-physikalische Eigenschaft des sich entwässernden
und/oder umkristallisierenden Pechblendegels zurück. Ob es sich dabei um Adsorption
oder um eine Fällung handelt, ist zur Zeit nicht geklärt.
e) Ein etwa 1 cm mächtiger Gang mit Brannerit, der ursprünglich für sedimentär gehalten wurde weil er im ss liegt, soll hier noch erwähnt werden. Er tritt im RupertiStollen bei 605 m auf, fast 150 m horizontaler Länge vom Hauptgang entfernt und
führt neben Pyrit und Arsenkies, die beide auch in das Nebengestein migriert sind, neben
Brannerit Quarz, vermutlich kohlige Substanz, Turmalin (aus dem Nebengestein?), Rutil
und wenige Mikrometer große Kristalle von Fluorit, die trotz ihrer geringen Größe
noch eine blaßviolette Eigenfarbe zeigen als Folge der radioaktiven Bestrahlung. Reichlich Rutil findet sich übrigens neben Apatit und Turmalin in winzigen Kristallen in den
Plagioklasen U-hältiger Haldenstücke.
Jahresbericht des Chemischen Laboratoriums
Von WILHELM PRODINGER
In der Berichtszeit wurden 17 Tone, 3 Montmorinminerale, 1 Silikatgestein (Esboit)
und 1 Roterde analysiert. Ferner kamen 10 Quarzite zur Untersuchung, wobei nur SiOä,
AI2O3 und F e 2 0 3 bestimmt wurden.
Weiters wurden 6 Wasserproben aus dem Tuxer Stollen der Zemmkraftwerke, Zillertal, Tirol, untersucht.
A. T o n e
Die 17 zur Analyse eingesandten Tonproben entstammen folgenden Fundpunkten:
1
2
3
4
5
Krummnußbaum:
Krummnußbaum:
Mursberg:
Doppi:
Dross 2:
Grube Wienerberger
Tongrube Rath
O. G. Walding (Schmidinger)
Nord
Südwand-West, ca. 2,80 m, dunkle Einlagerungen ca. 1 dm?
Teilweise limonitische Einlagerungen
6 Dross:
Südwand, dunkle Schicht ca. 2 dm stark. Etwa 2 m über
Tagbausohle
7 Dross:
Südwand, lichtgrauer Ton gegen Osten. Wandhöhe ca.
2,5 m
8 Obenberg/Schwertberg: Tonprobe 1, braun
9 Obenberg/Schwertberg: Tonprobe 2, silbrig
10 Fa. Puffer:
Ziegelton
11 Fa. Puffer:
weißer Hangendton, 1 m mächtig
12 Klein Pöchlarn:
SW-Ecke des Tagbaues, anstehend
13 Klein Pöchlarn :
Probe vom Tonlager
A 100
14
15
16
17
Pulgarn:
Zwickledt-Wernstein:
Freinberg/Passau:
Freinberg/Passau:
SÌO 2
TiO a
Al 2 O s
Fe203
CaO
MgO
K20
Na20
Glühverl.
1
2
80,16
80,03
0,30
0,30
13,14
11,63
0,24
2,09
0,17
0,19
Spuren Spuren
1,63
2,14
0,42
0,16
4,01
4,11
100,07
Si02
Ti02
A1 2 0 3
Fe203
CaO
MgO
K20
Na20
Glühverl.
östlich Bachufer
Ziegelwerk Paschi u. Co.
40—100, Probe 1
105—130, Probe 2
3
37,97
1,40
21,03
5,83
0,87
1,10
0,50
0,50
31,30
100,65
100,00
4
5
62,69
51,04
0,57
1,10
21,59
25,97
4,18
4,30
Spuren
1,40
Spuren
0,07
0,48
0,46
0,46
0,41
9,87
15,78
99,91
Glühverl.
8
69,67
0,50
12,86
6,86
0,54
1,06
1,80
0.47
6,85
9
48,70
0,40
26,26
8,53
0,28
0,63
2,06
0,10
12,34
100,55
99,76
99,61
100,30
11
70,84
0,15
15,71
3,62
0,51
0,98
2,34
1,05
5,42
12
73,56
0,30
14,71
3,21
0,23
0,28
0,89
Spurer L
6,54
13
67,04
1,00
17,90
3,69
0,37
0,25
0,34
0,10
8,91
14
65,51
0,67
1[5,12
5,39
1,29
1,45
1,62
0,82
7,63
15
40,99
0,35
12,86
4,77
13,77
4,45
2,11
0,84
19,55
16
54,57
0,70
22,65
7,03
0,41
0,47
0,50
0,50
13,67
17
58,19
0,58
22,65
5,62
0,30
0,40
0,50
0,50
12,09
99,84
100,62
99,72
99,60
99,50
99,69
100,00
100,00
B.
P2OB
7
51,78
0,40
26,77
4,26
0,61
0,65
0,49
0,05
14,75
10
66,11
0,50
16,04
5,14
0,74
1,10
2,11
0,93
7,17
Einsender: Dipl.-Ing. KURT NEUWIRTH
Si02
Ti02
A1 2 0 3
Fe203
FeO
MnO
CaO
MgO
K20
Na20
100,00
6
48,43
0,42
26,75
6,77
0,48
0,78
0,66
0,14
16,12
Analytiker: W. PRODINGER
Montmorin-Minerale
Gniebingberg 1
57,08%)
0,66%
20,60%)
3,17%)
1,05%,
0,04%,
4,46%)
1,24%)
6,58°/o
2,80%)
0,37%)
1,41%)
Gniebingberg 4
54,15%
0,90%
15,03%
5,50%
2,03%
0,09%
7,18%
3,90%
3,21%
2,59%
0,34%
4,53%
99,46%
99,45%
Einsender: Prof. Dr. H . HERITSCH, Graz
Gniebingberg K
39,08%
Spuren
23,77%
0,52%
0,98%
n.b.
2,08%
13,45%
0,00%
0,21%
n.b.
20,36%
100,45%
Analytiker: W. PRODINGER
A 101
C.
Silikatgesteine
iboit (Scholle in Weinsbei •ger Granit),
äuslern b. Groß Gerungs
SÌO 2
60,13%
Ti02
0,90%
A1 2 0 3
20,57%
Fe203
1,24%
FeO
3,29%
MnO
Sp.
MgO
2,08%
CaO
3,54%
Na20
5,53%
K20
1,65%
P2O5
0,00%
H20+
1,49%
H200,19o/o
Roterde
28,90%
0,75%
16,10%
30,05%
0,51%
0,36%
3,90%
2,06%
0,08%
1,81%
1,50%
13,16%
SÌO 2
Ti02
A1 2 0 3
Fe203
FeO
MnO
MgO
CaO
NaaO
K20
P2O5
Glühverl.
99,180/o
100,61%
Analytiker: S. SCHARBERT
Analytiker: S. SCHARBERT
Einsender: O. THIELE
Einsender: Prof. H . WIESENEDER
Quarzite
SÌO 2
Al 2 O s
Fe203
Steiersberg 1 -\-2
89,30%
5,40%
1,05%
HA2 + 3
90,45%
5,34%
1,050/»
Einsender: Direktor Dr. A. W. RUTTNER
Penk 1 + 2
HA 4
92,83%
3,68%
1,00%
92,87%
3,55%
1,01%
Analytiker: W. PRODINGER
Quarzsandproben:
1 Krampelbauer 0,3—0-1
2
3
4
5
6
Krampelbauer 1—3
Schreiberhuber 0,3—0,6
Schreiberhuber 1—3
Pötsch 0,3—0,6
Pötsch 1—3
SiO a
AI 2 O 3
Fe 2 O s
1
91,740/0
5,470/0
0,40%
2
89,34o/o
9,640/o
0,320/o
Einsender: Berghauptmannschaft
A 102
3
87,17%
1,91%
5,62%
Salzburg
4
85,630/o
8,300/o
0,40%
5
89,89%
5,52%
0,32%
Analytiker:
6
85,98%
9,01%
0,32%
W. PRODINGER
D.
Wässer
6 Wasserproben aus dem Tuxer Stollen der Zemmkraftwerke, Zillertal, Tirol.
Station (m) 1530:
dGH° 2,9
dKH° 0,4
d N K H 0 2,5
CaO 23 mg/1
MgO 3 mg/1
Station (im) 1808:
dGH° 2,2
dKH° 0,4
d N K H ° 1,8
CaO 22 mg/1
MgO 1 mg/1
Station (m) 4232:
dGH° 2,50
dKH° 0,8
d N K H 0 1,7
CaO 21 mg/1
MgO 4 mg/1
Station (m) 5167:
dGH° 5,9
dKH° 0,8
d N K H ° 5,1
CaO 27 mg/1
MgO 23 mg/1
Station (m) 5509:
dGH° 2.2
dKH° 1,1
d N K H ° 1,1
CaO 20 mg/1
MgO 1 mg/1
Station (m) 6005:
dGH° 4,1
dKH° 0,6
d N K H ° 3,5
CaO 40 mg/1
MgO 1 mg/1
Einsender: Dr. O. THIELE, Geol. B.-A.
Analytiker: W. PRODINGER
A 103
Bericht 1970 über paläontologisch-stratigraphische Untersuchungen in geologischen Kartierungs- und Arbeitsgebieten von Vorarlberg, Kärnten und
Steiermark
RUDOLF SIEBER
Die diesjährige Geländetätigkeit vollzog sich im Zusammenhang mit Kartierungsarbeiten und im Hinblick auf eine geologische Gesamtdarstellung einzelner Bundesländer (Vorarlberg, Tirol und Kärnten).
Im U n t e r k a r b o n von Nötsch bei Bleiberg in Kärnten wurden abschließende
Fossilaufsammlungen und Bemusterungen an den Lokalitäten Hermsberg und Lerchgraben ( = Thorgraben) durchgeführt. Besondere Beachtung fanden die wenig berücksichtigten Bivalvenbestände. Diese kommen namentlich in den Tonschiefern der
hangenden, oberen Straßenaufschlußteile von Hermsberg vor und lassen eine bezeichnende Epi- und Endofauna erkennen (vgl. Exkursionsführer des 7. Karbonkongresses Krefeld 1971). Im Lerchgraben ist sie weniger gut ausgebildet. Sie hebt sich
deutlich von der Vergesellschaftung der Brachiopoden, Bryozoen und Korallen ab, in
welcher die in der ersteren seltenen Aviculopecten- und anderen Arten mehr auftreten.
Es zeigt sich ein Verhalten, wie es auch von anderen Vise-Lokalitäten bekannt ist. Die
Bivalvenfauna unterscheidet sich stratigraphisch einerseits von der des Oberdevons
{Pinna flabelliformis u. a.) und andererseits von der des marinen Oberkarbons (Tomritsch,
Karnische Alpen) und des Perms, so daß die höheren Teile der besuchten Profile einem
Hangendanteil entsprechen, was für die Beurteilung der Lagerungsverhältnisse von
Wichtigkeit ist. Ein fazieller Unterschied liegt gegenüber den Conodonten führenden
Kalkanteilen der Hochwipfelschichten, aber auch gegenüber ausgeprägten Riffbildungen
fernerer Gebiete vor. Mit dem Unterkarbon der Veitschalpe und der weiteren Grauwackenzone wurden Vergleiche angestellt (vgl. vorherige Jahresberichte).
Im M e s o z o i k u m konnten besonders in Vorarlberg stratigraphische Ergebnisse
erzielt werden. Zwecks Vergleich mit anderen Kartierungsgebieten Österreichs wurde
das Ladin-Riff der Arlbergkalke O Lech (W Rüfi-Kopf) besucht und die überlagernde
Folge studiert. Am Formarin-See konnte das Hauptdolomit-Rätprofil im Bereich der
Freiburger Hütte und gegen die Rote Wand zu begangen werden. Es ließ sich eine
Fossilfolge beobachten, in welcher Rätelemente, wie Rhätavicula contorta, bereits in
den Plattenkalken aufscheinen. Es handelt sich nur um die höchsten Teile dieser
Schichten; ähnliche Verhältnisse ließen sich kürzlich auch in anderen Kartierungsgebieten
an der Rätfauna beobachten. Die Untergrenze des Rats scheint unmittelbar unter den
Kössener Mergeln zu verlaufen, unterhalb welcher Bivalvenlumachellen vom Typus
der höher anzutreffenden zu finden sind. Eine Durchquerung des Muschelkalkprofiles
gegen Dalaas, welche zwecks Bemusterung des anisischen Fundgebietes Mostrinalpe
vorgesehen war, konnte wegen Schlechtwetter nicht durchgeführt werden. Die unter
der eben genannten Bezeichnung gehenden neueren Fossilfunde {Beyrichites reuttensis
u. a.) stammen jedoch aus diesem Gebiet und nicht von südlich des Klostertales.
In der Kreide von Vorarlberg wurden Einstufungen im Zusammenhang mit Kartierungen und mit Straßenbauarbeiten vorgenommen. Bemustert wurde das Gebiet der
Alpe Kobel und der Ebniter Straße; am Weg zum Hohen Knopf (Kt. 1000, O Straße
Ebnit) konnten Fixpunkte für Gault (Alb) besonders durch Inoceramus concentricus
und für Barréme (Apt) im Schrattenkalk durch Requienia cf. ammonia (renieri) gewonnen werden. Ferner gelang am Autobahndurchbruch des Kummenberges (KumaBerg) bei Götzis (Oberrand des Steinbruches) die Festlegung des Altmannhorizontes.
Durch Begehungen im Osten des Landes wurde das fazielle Auftreten charakteristischer
Faunen verfolgt (Didamskopf u. a. Lok.).
A 104
In der M i o z ä n m o l a s s e
Vorarlbergs wurden in Fortführung vorjähriger
Arbeiten besonders die stratigraphisch höheren Profilteile am Pfänder, im Sägebachgraben (Wirtatobel) und gegen Fatima und Geserberg verfolgt. Eine Bemusterung
erfolgte u. a. vom Pfänder S nach Fluh auch über den Gehrentobel, vom Pfänder über
den Ringelberg zum Sägebach (Wirtatobel), ferner von hier nach O über Geserberg bis
Hirschbergalpe sowie in den über und unterhalb des von Brittenhütten bis zur gedeckten
Brücke des Sägebaches führenden Fahrweges (Brittenweg) liegenden Aufschlüssen. An
mehreren Stellen wurden Proben entnommen, die Mikrofossilien enthielten, so bei
Bregenz, Bungalow-Schießstätte, und am Brittenweg (Ostracoden). Wesentliche Einstufungen konnten durch Makrofossilien, besonders Pectinidae vorgenommen werden.
Pecten herrmannseni und P. cf. helvetiensis u. a. ergaben für die Anteile der Hauptfossilstelle (Sägebach, Wirtatobel) ein unterhelvetisches Alter. Pecten herrmannseni
kennzeichnet Unterhelvet und stellt durch seine Verbreitung nach O bis Oberösterreich
eine Verbindung zum Ottnangien her. Aus Sandsteinen und Mergeln des Kusterberges
konnten nahe Gebhardsberg-Burg (gegen Kanzele), Lebensspuren und Ostreen geborgen
werden; ferner liegt von hier P. hornensis vor, so daß der Unterschied zu Burdigal gut
erkennbar ist. In den höheren Teilen der oben angeführten Profile zeigt sich ein Verschwinden der unterhelvetischen Hauptfauna; hingegen konnten Ostreen besonders in
der Nagelfluh bei der Brittenwegbiegung (N, Seitenbach, ck. Kt. 800, vor Weg nach
Grasreute. Vgl. BLUMRICH, 1930) und an der Straße über Fatima nach Geserberg
(Wegabzweigung, etwas vorher) gesammelt werden. Diese Punkte reichen jedoch nicht
bis an die Mergel heran, die den durch Landschnecken und Mikromammalier als Torton
gekennzeichneten entsprechen. Eine genaue Festlegung der Tortongrenze ist noch notwendig. Vergleichsstudien wurden im benachbarten Allgäu (Steinbruch Siebers bei
Langen, Harbatshofen, Eistobel), an Materialbeständen und Profilen in St. Gallen als
auch im Typusgebiet des Helvets bei Bern (Schweiz) angestellt. Die Untersuchung zahlreicher neuer Aufschlüsse in letzterem wird Möglichkeiten abschließender Einstufungen
und Parallelisierungen auch in der Vorarlberger Miozänmolasse ergeben.
In der „Vorarlberger Naturschau" (Dornbirn) erfolgte eine Prüfung der für die
Stratigraphie Vorarlbergs charakteristischen und leitenden Fossilien, deren Ergebnis in
der geologischen Gesamtdarstellung des Landes Vorarlberg verwertet werden wird.
Im T e r t i ä r der Steiermark wurde nach der Überprüfung der miozänen Pectinidae
in den Tertiärsammlungen des Landesmuseums „Joannneum" und des Geologischen
Institutes der Universität in Graz die Bemusterung wichtiger Lokalitäten des südwestund süd- bzw. untersteirischen Tertiärs besonders im Hinblick auf die Ermittlung von
Typuslokalitäten der Pectinidae vorgenommen. Außer einer Reihe bekannter Fundpunkte zwischen Wildon und Spielfeld konnten neue Fundpunkte gefunden und besucht
werden. Bemerkenswert ist ein langer Wasserleitungsgraben am Kainberg bei Leibnitz,
durch welchen das reichliche Vorkommen von P. fuchsi, von Vertretern der Chlamys
albina-Gruppe und anderer Faunenelemente der Leithakalk- und Sandfazies über eine
weite Strecke (Ing.-Weitenauer-Straße, oberer und tieferer Teil) verfolgt werden konnte.
Ferner sind zu nennen in der S-Umgebung von Spielfeld das Fundgebiet des Platsch
(N Gut Deutscher u. a. Lok.) sowie die Aufschlüsse der Straßenverbreiterung beim
Grenzzollhaus. Die Typuslokalitäten der Ch. albina-Gruppe konnten im wesentlichen
alle gefunden werden. Die derzeit auf jugoslavischer Seite gelegenen von Ober-Täubling
(Z. Duplek) SO Maribor und St. Egidi (Sentilj) waren gleichfalls zu verfolgen. Vertreter
der erwähnten Pectengruppe, die gut von der Art P. latissimus zu unterscheiden sind,
wurden an mehreren neuen Punkten nachgewiesen (Retznei,Kainberg). Insgesamt gehen
sie über einen als Untertorton zu bezeichnenden Bereich nicht hinaus; P. leythajanus
findet sich in höheren und östlichen Fundstellen. Die die stratigraphisch wichtigen
A 105
Pectinidae betreffenden Beobachtungen sollen in einer die österreichischen Arten dieser
Gruppe umfassenden Revisionsarbeit verwertet werden. Aus neuen Aufschlußstellen des
steirischen Schliers sowie dem Tertiär S Mureck konnten Proben entnommen werden,
die dem helvetisch-tortonen und höher tortonen Profilbereich angehören. — Zum
Vergleich wurden Fundgebiete besonders der Leithakalkfazies im östlichen Niederösterreich und im nördlichen Burgenland aufgesucht, wobei zahlreiches neues Fundmaterial namentlich an Pectinidae eingebracht wurde.
A 106
Geologische Literatur Österreichs 1970
(mit Nachträgen aus früheren Jahren)
Abele, Gerhard: Der Bergsturz im Almtal
im Toten Gebirge. — Mitt. österr.
Geogr. Ges. 112, 120—124, Wien 1970.
Adam, Hans: Ein fossiler Knochentumor
aus der Schlenkendurchgangshöhle in
Salzburg. 1969 s. Ehrenberg, Kurt.
Agiorgitis, G.: K/Rb-, Ca/Sr- und K/TiVerhältnisse in basaltoiden Gesteinen
der Ostalpen und benachbarten Gebiete.
G. Agiorgitis, E. Schroll u. Erika Stepan.
— Tschermaks Miner. u. Petrogr. Mitt.
14, 285—309 (1970), Wien 1970.
Anderle, Nikolaus: Bericht 1969 über geologische Aufnahmen auf Blatt Arnoldstein (200) und Villach (201). — Verh.
Geol. B.-A. 1970, A 17—A 18, Wien
1970.
Anderle, Nikolaus: Stratigraphische und
tektonische Probleme im Bereich des
österreichischen Anteiles der Westkarawanken zwischen Rosenbach und Thörl
unter Berücksichtigung der alpinen
Orogenese. "— Geologija Razprave in
Porocila. 13, 116—132, Ljubljana 1970.
Auer, Alfred: Die Schoberwiesbärenhöhle
bei Grundlsee im Toten Gebirge (Kat.N r . 1624/81). — Die Höhle 21. 154 bis
158, Wien 1970.
Bachmann, Alfred: Silicoflagellaten aus
dem
oberösterreichischen
Egerien
(Oberoligozän). (Mit 3 Abb. u. 7 Taf.)
— Verh. Geol. B.-A., 1970, 275 bis
305, Wien 1970.
Bachmayer, Friedrich. — Die Fauna der
altpliozänen Höhlen- und Spaltenfüllungen bei Kohfidisch, Burgenland
(Österreich). (Mit 13 Taf., davon 9
Stereotaf.) Von F. Bachmayer & R. W.
Wilson. — Ann. Naturhist. Mus. Wien.
74, 533—587, Wien 1970.
Bachmayer, Friedrich. — Univ. Prof. Dr.
h. c. m u h . O. Kühn (Nachruf). (Mit
einem Bildnis) Von F. Bachmayer &
H. Zapfe. — Ann. Naturhist. Mus.
Wien. 74, 671—672, Wien 1970.
Bauer, Franz: Aufnahmsbericht 1969 zur
Kartierung von Hoch- und Klein-Obir.
(Kartenblätter 203/212). — Verh. Geol.
B.-A. 1970, A 19—A 20, Wien 1970.
Bauer, Franz K.: Zur Fazies und Tektonik
des Nordstammes der Ostkarawanken
von der Petzen bis zum Obir. — Jahrb.
Geol. B.-A. 113. 189—246, Wien 1970.
Bauer, K. Franz: Geologisch-tektonische
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Kalkalpen. — Steir. Beitr. z. H y d r o logie, 21, 193—214, Graz 1969.
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Zentralzone der Ostalpen. — Anz. d.
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(Mit 3 Tab. u. 4 Abb.) — Geologija
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A 107
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By Daniel Bernoulli & Hugh C. Jenkyns. With 2 Fig. and 6 PI. — Verh.
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Bertie, Heiner: Kurze Mitteilung über ein
NNE-SSW-streichendes Lineament zwischen Lechtal und Klosters. Mit 1 Abb.
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Wien 1970.
Bertoldi, Gerhard: Zur Fluoreszenz der
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bis 294, Leipzig 1968.
Turnovsky, Kurt: Anleitung zur biostratigraphischen Auswertung von Gesteinsschliffen (Microfacies Austriaca). 1970
— s. Papp, Adolf.
Unger, Heinz J.: Detaillierte geologische
Ausnahme des Walchengrabens bei Oeblarn (Ennstal) und des Niederoeblarner
Grabens bis zum Ernestine-Stollen. —
Archiv, f. Lagerstättenforsch, i. d. Ostalpen, 9, 131—139, Leoben 1969.
Unger, Heinz J.: Der Schwefelkiesbergbau
Rettenbach
(Oberpinzgau/Salzburg).
— Archiv f. Lagerstättenforsch, i. d.
Ostalpen, 9, 35—64, Leoben 1969.
Unger, Heinz J.: Die Schwefelkieslagerstätte Bernstein (Burgenland, Österreich). 1969 — s. Feuerbach, M.
A 120
Verhoeve, Dirk: Identification of the
Benthonic Foraminifera of the „Badener Tegel", early Tortonian, at Soos
near Baden, Austria, illustrated by some
scanning electron microscope photographs. — Bull, de la Soc. beige de Geologie, de Paleont. et d'Hydrologie 79.
1970, 1—96, Brüssel 1970.
Vogeltanz, Rudolf: Sedimentologie und
Paläographie eines eozänen Sublitorals
im Helvetikum von Salzburg (Österreich). — Verh. Geol. B.-A. 1970, 373
bis 451, Wien 1970.
Vollmayr, Theodor: Führer zur Exkursion in die Allgäuer Faltenmolasse am
21. Juni 1970 — s. Lemcke, Kurt.
Vornatscher, Josef: Koenien-Funde und
Temperaturen in Alpenhöhlen. — Die
Höhle, 21. 1970, 167—169, Wien 1970.
Waldmann, Leo: Bericht 1969 über geologische Aufnahmen auf dem Blatte
Spitz (37). — Verh. Geol. B.-A. 1970,
A 72—A 73, Wien 1970.
Watznauer, Adolf: Zur Quarzgefügeregelung in Bewegungszonen. — Monatsber.
d. Deutschen Akad. d. Wiss. zu Berlin,
12. 1970, 207—219, Berlin 1970.
Weber, Franz: Die refraktionsseismischen
Messungen im Murtal zwischen Peggau
und Eggenfeld (Mittelsteierlark) und
ihre Bedeutung für die hydrogeologische Erforschung der quartären Schotterbecken. — Steirische Beitr. z. H y d r o geologie, 21. 1969, 5—25, Graz 1969.
Weinhandl, Rudolf: Bericht 1969 über
Aufnahmen auf Blatt Hartberg (136).
— Verh. Geol. B.-A. 1970, A 73—A 75,
Wien 1970.
Weissensteiner, Gernot: Neue Mineralfunde aus dem Bereich der Kor- und
Saualpe, Steiermark bzw. Kärnten. —
Der Karinthin, 63, 183—186, Klagenfurt 1970.
Weninger, Heinz: Die österreichischen
Flußspatvorkommen — Übersicht und
genetische Stellung. — Carinthia II, 79,
73—97, Klagenfurt 1969.
Wenty, Karl: Erdgeschichtliches aus Klingfurth. — Unsere Heimat, 41. 1970, 189
bis 190, Wien 1970.
Wieden, Paul: Neue Wege der Trockenaufbereitung von Kaolin der Lagerstätten Mallersbach und Nieder-Fladnitz ( N ö . ) . — Montan-Rundschau 18,
121—126, Wien 1970.
Wieseneder, Hans: Der Eklogitamphibolit
vom Hochgrößen, Steiermark. — Mitteilungsbl. Abt. f. Min. am Landesmus.
Joanneum. 1969, 156—164, Graz 1969.
Wieseneder, Hans: Ein Latit-Tufit in der
Laaer Serie („Helvet") des Wiener Bekkens. Von H . Wieseneder & S. Scharbert. (Mit 6 Abb.) — Tsch. Min. u. Petr.
Mitt. F. 3, 14, 159—167, Wien/New
York 1970.
Willgalis, A.: Beobachtungen zur Dolomitdiagenese im Alpinen Muschelkalk.
1970 — s. Kubanek, F.
Wilson, Robert W.: Die Fauna der altpliozänen Höhlen- und Spaltenfüllungen
bei Kohfidisch, Burgenland (Österreich).
1970 — s. Bachmayer, Friedrich.
Woletz, Gerda: Zur Differenzierung der
Kalkalpinen Unterkreide mit Hilfe der
Schwermineralanalysen. — Verh. Geol.
B.-A. 1970, A 80—A 81, Wien 1970.
Zankl, Heinrich: Das Steinerne Meer —
geologischer Zeuge einer tropischen
Flachsee. 1969 — s. Speckmann, P.
Zapfe, Helmuth: Beiträge zur Paläontologie der nordalpinen Riffe. Die Fauna
der Zlambach-Mergel der Fischerwiese
bei Aussee, Steiermark (exkl. Coelenterata und Mikrofossilien). Berichtigung.
— Ann. Naturhist. Mus. Wien. 74, S.
657, Wien 1970.
Zapfe, Helmuth: Univ. Prof. Dr. Dr. h. c.
mult. O. Kühn. 1970 — s. Bachmayer,
Friedrich.
Zapfe, Helmuth: Prof. Georg Rosenberg
1897—1969. (Nachruf) — Ann. Naturhist. Mus. Wien. 74, 675—681, Wien
1970.
Zemann, Anna: Die Kristallstruktur des
Polyhalits, K2Ca 2 Mg(S04). 2 H 2 0 . 1970
— s. Schiatti, M.
Zemann, Josef: Die Kristallstruktur des
Polyhalits, K 2 Ca2Mg(S04). 2 H2O. 1970
— s. Schiatti, M.
Zemann, Josef: Felix Karl Ludwig Machatschki f- (Nachruf) (Mit Bildnis). —
Ann. Naturhist. Mus. Wien. 74, 673 bis
674, Wien 1970.
Zötl, Josef: Zur Frage der Herkunft des
Gasteiner Thermalwassers. 1969 — s.
Job, C.
Zötl, Josef: Vergleichende Markierungsversuche an Hangwässern in einem
Bergsturzgelände. 1969. — s. Job, C.
A 121
INHALTSVERZEICHNIS
Hefte 1—4
Berichte und Aufsätze
ANDERLE, N . : Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf Blatt Arnoldstein (200) und
Villach (201)
BACHMANN, A. : Silicoflagellaten aus dem Eggenburgien von Ernstbrunn, N ö . Mit 3 Tafeln und 2 Tabellen
BAUER, F. K.: Aufnahmsbericht 1970 über die Kartierung auf Blatt Mariazeil (72) . .
BAUER, F. K.: Bericht 1970 zur Kartierung des Ostkarawanken-Südstammes (213/1,
212/2)
BAUER, F. K. & SCHERMANN, O.: Über eine Pechblende-Gold-Paragenese aus dem Bergbau Mitterberg, Salzburg (Vorbericht)
BECK-MANNAGETTA,P.: Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Wolfsberg (188) und
Deutschlandsberg (189)
BOROVICZÉNY,F.: Bericht über die geologischen Aufnahmen auf Blatt Ottenschlag (36)
BOROVICZÉNY, F.: Bericht über die geologischen Aufnahmen auf Blatt Partenen (169)
und Mathon (170) im Jahre 1970
CERNAJSEK, T. : Die Entwicklung und Abgrenzung der Gattung Aurila POKORNY (1955)
im Neogen Österreichs (Vorbericht)
ERKAN, E.: Siehe EXNER, C H . & ERKAN, E
EXNER, C H . : Aufnahmen 1970 auf Blatt Muhr (156) und Vergleichsbegehungen auf Blatt
Spittal an der Drau (182)
EXNER, C H . : Aufnahmen 1970 im Gebiet von Eisenkappel, östlich der Vellach (213) . .
EXNER, C H . & ERKAN, E. : Authigene Plagioklase in Kalkgeröllen der Gosauschichten bei
Puchberg am Schneeberg ( N ö . ) . Mit 1 Abb
A 20
552
A 21
A 22
A 97
A 24
A 27
A 27
571
153
A 28
A 31
153
FAUPL, P., FISCHER, R. & SCHNABEL, W.: Programm zur Berechnung sedimentologischer
Parameter aus verfestigten klastischen Gesteinen. Mit 2 Abb
FEHLEISEN, F. : Aufnahmsbericht 1970 über Detailkartierung am Kitzbühler Horn . .
FENNINGER, A. : Bericht über detailstratigraphische Aufnahmen der oberkarbonen Auernigschichten im Räume Naßfeld (Karnische Alpen)
648
A 32
633
FENNINGER, A., FLÜGEL, W., HOLZER, H.-L. & SCHÖNLAUB, H . P. : Bericht über detail-
stratigraphische Aufnahmen im Oberkarbon des Waschbüchel-Profiles (Karnische
Alpen). Mit 1 Abb
FISCHER, H . : Erstes Profil aus dem Bereich des Älteren Deckenschotterniveaus im Räume
von Haag, N ö . Mit 3 Abb
FISCHER, R. : Siehe FAUPL, P., FISCHER, R. & SCHNABEL, W
637
528
648
FLÜGEL, E., HOMANN, W. & TIETZ, G. F. : Litho- und Biofazies eines Detailprofils in
den Oberen Pseudoschwagerinen-Schichten (Unter-Perm der Karnischen Alpen)
Mit 6 Abb. und 4 Tabellen
FLÜGEL, H . W. : Zur paläogeographischen und geotektonischen Stellung des Südanatolischen Paläozoikums. Mit 1 Abb
63
FLÜGEL, H . W. : Siehe FENNINGER, A., FLÜGEL, H . W., HOLZER, H.-L. & SCHÖNLAUB, H . P .
637
FREY, M. & NIGGLI, E.: Untersuchungen über die Metamorphose mesozoischer Sedimentgesteine der Schweiz
FRY, N . & FYFE, W. S. : On the Significance of the Eclogite Facies in Alpine Metamorphism. With 3 Figures
FUCHS, G.: Zur Tektonik des östlichen Waldviertels ( N ö . ) . Mit 2 Abb
FUCHS, G.: Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf den Blättern Gföhl (20) und
Horn (21) sowie eine Vergleichsexkursion entlang der Thaya
FUCHS, G.: Bericht 1970 über geologische Aufnahmen auf Blatt Aspang (106) . . . .
10
255
257
424
A 32
A 34
A 123
FUCHS, G. & GUPTA, V. J. : Palaeozoic Stratigraphy of Kashmir, Kishtwar and Chamba
(Panjab Himalayas). With 3 Fig. and 1 Plate
FUCHS, W.: Bericht 1970 über Aufnahmen auf den Blättern Melk (54), Obergrafendorf (55) und Spitz (37)
F Y F E , W . S.: Siehe FRY, N .
& FYFE.W. S
GALLITELLI, P. & SIMBOLI, G. : Penological and Geochemical Research on the Rocks of
Predazzo and Monzoni (North Italy). With 13 Figures
GRILL, R. : Bericht über Begehungen auf den Blättern Wien und Preßburg der österreichischen Karte 1 :200.000
GUPTA, V. J. : Contribution t o the Lower Palaeozoic Stratigraphy of Western Nepal
GUPTA, V . J . : Note on the Age of the Kalhel Limestone, Chamba Dist., H . P. . . .
GUPTA, V . J . :
Siehe
FUCHS, G.
& GUPTA, V. J
68
A 35
257
326
A 37
643
646
68
HOHENEGGER, J. & LOBITZER, H . : Die Foraminif eren-Verteilung in einem obertriadischen Karbonatplattform-Becken-Komplex der östlichen Nördlichen Kalkalpen
(Dachsteinkalk — Aflenzer Kalk im südlichen Hochschwabgebiet, Stmk.). Mit
4 Abb. und 3 Tafeln
458
HOLZER, H . : Nachruf
228
gehalten für E. TSCHERNIG
HOLZER, H.-L. : Siehe FENNINGER, A., FLÜGEL, H . W., HOLZER, H.-L. SC SCHÖNLAUB, H . P.
HOMANN, W.: Siehe FLÜGEL, E., HOMANN, W. & TIETZ, G. F
HUSEN, D. VAN : Zum Quartär des unteren Ennstales von Großraming bis zur Donau.
Mit 2 Beilagen
HUSEN, D. VAN: Bericht über quartärgeologische Arbeiten im Ennstal auf den Blättern
69 Großraming und 51 Steyr
JÄGER, E. : Die Geschichte des alpinen Raumes, erarbeitet mit radiometrischen Altersbestimmungen
JANOSCHEK, W. : Bericht 1970 über Aufnahmen am Südrand des Toten Gebirges östlich
von Tauplitz auf Blatt Mitterndorf (97) und Blatt Liezen (98)
KLOB, H . : Der Freistädter Granodiorit im österreichischen Moldanubikum. Mit 18 Abb.
und 13 Tabellen
KODSI, M. G. : Korallen aus dem Unterdevon der Karnischen Alpen. Mit 4 Abb.,
2 Tabellen und 4 Tafeln
KODSI, M. G. & SIEHL, A. : Numerische Klassifikation von Fenestella-Fragmenten aus
der Bank s des Auernig (Oberkarbon; Karnische Alpen). Mit 5 Abb. und 2 Tab.
KOLLMANN, H . A. : Bericht über Kartierungsarbeiten auf Blatt Reichraming (69) . . .
KRYSTYN, L. : Stratigraphie, Fauna und Fazies der Klaus-Schichten (Aalenium-Oxford)
in den östlichen Nordalpen. Mit 1 Abb. und 3 Tafeln
KÜPPER, H . : Quartäre Tektonik im Untergrund des Schwarzatales bei Ternitz, N ö .
Mit 2 Fig
KÜPPER, H., MÜLLER, G. SC Mitarbeiter: Zur Geologie des Gebietes nordöstlich von
Göpfritz a.W., N ö . Mit 3 Abb
Lo ACKER, H . : Berg- und Grundwasserverhältnisse im Illgebiet. Mit 3 Abb
LOBITZER, H . : Siehe HOHENEGGER, J. & LOBITZER, H
LUKAS, W. : Eine tektonisch-genetische Untersuchung der Lagerstätten des Groß- und
Kleinkogls, Brixlegg. Mit 3 Abb
MATURA, A.: Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Mautern (Blatt 37)
MORTEANI, G. : Gliederung und Metamorphose der Serien zwischen Stillupptal und
Schlegeistal (Zillertaler Alpen, Nordtirol). Mit 8 Abb
MORTEANI, G.: Bericht über die Aufnahmen im Jahre 1970 auf den Kartenblättern
Lanersbach (149) und Zell am Ziller (150) der österreichischen Karte 1 : 50.000
MÜLLER, G. : Siehe KÜPPER, H . , MÜLLER, G. & Mitarbeiter
A 124
637
10
511
A 40
250
A 41
98
576
609
A 42
486
522
393
441
458
208
A 42
287
A 45
393
NEMEC, D. : Das Quarzgefüge in einer Falte moravischen Quarzites bei Korouzne (Westmähren). Mit 1 Abb
149
NiGGLi, E. : Siehe FREY, M. & NIGGLI, E
255
OBERHAUSER, R. : Bericht über Aufnahmen auf Blatt Dornbirn (11)
A 47
OSTADAL, R. : Nachruf gehalten von L. WALDMANN
224
PAHR, A.: Aufnahmsbericht 1970, Blatt Rechnitz (138)
A 49
PAPP, A. & SCHMID, M. E. : Zur Entwicklung der Uvigerinen im Badenien des Wiener
Beckens. Mit 3 Abb. und 3 Tabellen
47
PAPP, A., STEININGER, F. & RÖGL, F.: Bericht über die Ergebnisse der 3. Sitzung der
Arbeitsgruppe Paratethys des Commitee Mediterranean Neogene Stratigraphy
1970 in Wien
.
59
PLÖCHINGER, B. : Neue Aufschlüsse in den tektonischen Fenstern am Wolfgangsee.
Mit 3 Abb
450
PLÖCHINGER, B.: Bericht 1970 über Aufnahmen am St. Wolf ganger Schafberg und an
der N-Seite der Osterhorngruppe (Blatter 65, 94, 95)
A 50
PLÖCHINGER, B. : Bericht 1970 über geologische Aufnahmen am Anninger, Revision
Schwechattal, Blatt 58
A 53
PREY, S. : Bericht 1970 über geologische Aufnahmen im Flysch bei Unterach am Attersee
(Blatt 65, Attersee)
A 56
PREY, S.: Bericht 1970 über geologische Untersuchungen im Wienerwald auf Blatt 58
(Baden)
A 57
PREY, S.: Bericht 1970 über geologische Aufnahmen im Gebiete von Windischgarsten
auf den Blättern 98 (Liezen) und 99 (Rottenmann)
A 58
PREY, S.: Bericht 1970 über geologische Aufnahmen in den Karawanken bei Ferlach
auf Blatt 211 (Windisch-Bleiberg)
A 60
PRODINGER, W. : Jahresbericht des Chemischen Laboratoriums
A 100
RAASE, P . : Bericht 1970 über die Aufnahmen im unteren Zillergrund und im Tuxbachüberleitungsstollen (Blatt 150, Zell am Ziller und 149, Lanersbach)
RAITH, M. : Seriengliederung und Metamorphose im östlichen Zillertaler Hauptkamm
(Tirol, Österreich). Mit 8 Abb
RIEHL-HERWIRSCH, G. : Bericht über Aufnahmen im Bereich Zell Mitterwinkel—Zell
Pfarre, österreichische Karte 1 : 50.000/212 Zell Pfarre
R Ö G L , F . : Siehe PAPP, A., STEININGER, F. & R Ö G L , F
A 62
163
A 65
59
ROST, F. : Die alpinotypen Ultramafitite und ihre Bedeutung für den Tiefgang der
alpinen Orogenese. Mit 9 Abb
RUTTNER, A. W. : Bericht über die Tätigkeit der Anstalt
266
A I
SCHARBERT, S. : Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Großsiegharts (7)
A 66
SCHERMANN, O. : Bemerkungen zu J. H . SIDDIQIS Hercynit-Bronzit-Hornblendefels
.
.
SCHERMANN, O. : Bericht über die Neukartierung des Perms bei Zöbing (Blätter 21
und 38)
S C H E R M A N N , 0 . : Bericht über die Aufnahmen auf Blatt 37, „Mautern"
SCHERMANN, O. : Bericht über die untertägige Uranprospektion im Bergbau Mitterberg
146
A 67
A 68
A 96
SCHERMANN, O. : Siehe BAUER, F. K. & SCHERMANN, O
A 97
SCHLAGER, M.: Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt 94 (Hallein) . . . .
SCHMID, M. E. : Eine neue Uvigerina aus der Oberen Lagenidenzone (Badenien) des
Wiener Beckens (Foraminifera, Uvigerinidae). Mit 2 Phototafeln
A 69
SCHMID, M. E.: Siehe P A P P , A. & SCHMID, M. E
SCHMIDEGG, O.: Geologische Aufnahmen 1970 auf Blatt Lanersbach 149 und Blatt
Zell am Ziller 150
SCHNABEL, W.: Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt Großraming (69) . .
SCHNABEL, W.: Bericht 1970 über geologische Arbeiten auf Blatt Ybbsitz (71) . . . .
SCHNABEL, W.: Siehe FAUPL, P., FISCHER, R. & SCHNABEL, W
SCHÖNLAUB, H . P . : Stratigraphische Untersuchungen im Paläozoikum der West- Karawanken. Mit 3 Abb
43
47
A 77
A 79
A 80
648
624
A 125
SCHÖNLAUB, H . P . :
Siehe
FENNINGER, A.,
FLÜGEL, H . W.,
HOLZER, H.-L.
K
SCHÖN-
LAUB, H . P
637
SCHWAIGHOFER, B. : Bericht 1970 über Aufnahmen auf den Blättern Weitra (18) und
Zwettl (19), N-Hälfte
SIDDIQI, J. H . : Ein Hercynit-Bronzit-Hornblendefels vom Mosingtal (Spitz, N ö . ) . .
SIEBER, R.: Bericht 1970 über paläontologisch-stratigraphische Untersuchungen in geologischen Kartierungs- und Arbeitsgebieten von Vorarlberg, Kärnten u. Steiermark
SIEHL, A.:
Siehe
SIMBOLI, G.:
KODSI, M. G.
& SIEHL, A
A 82
143
104
609
Siehe GALLITELLI, P . & SIMBOLI, G
326
STEININGER, F . : Siehe PAPP, A., STEININGER, F. & RÖGL, F
59
SUMMESBERGER, H . : Bericht über geologische Aufnahmen im Jahre 1970 auf den Blättern 69 Großraming und 70 Waidhofen
A 84
THIELE, O.: Ein Cordierit-Kugeldiorit aus dem westlichen Waldviertel ( N ö . ) . Mit
10 Abb. und 3 Tabellen
THIELE, O . : Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Großsiegharts (7)
THIELE, O.: Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Lanersbach (149)
THURNER, A.: Aufnahmsbericht über das Kartenblatt Neumarkt (160)
409
A 85
A 86
A 87
TIETZ, G. F.: Siehe FLÜGEL, E., HOMANN, W. & TIETZ, G. F
AIO
TOLLMANN, A. : Betrachtungen zum Baustil und Mechanismus kalkalpiner Überschiebungen. Mit 12 Abb
TOLLMANN, A. : Bericht über Aufnahmen im Semmeringsystem zwischen Göstritz und
Kranichberg, Blatt 105 — Neunkirchen
TSCHERNIG, E. : Nachruf
gehalten von H . HOLZER
358
A 89
228
VOGELTANZ, R. : Scolicien-Massenvorkommen im Salzburger Oberkreide-Flysch. Mit
einem Beitrag von H . STRADNER. Mit 4 Abb
WALDMANN, L. : Nachruf gehalten für R. OSTADAL
1
224
WEINHANDL, R.: Bericht 1970 über Aufnahmen auf Blatt Hartberg (136) und Blatt
Oberwart (137)
WIESENEDER, H . : Gesteinsserien und Metamorphose im Ostabschnitt der österreichischen
Zentralalpen. Mit 1 Abb
WUNDERLICH, H . G. : Die Ostalpen-Geotraverse im DFG-Schwerpunktprogramm „Geodynamik des mediterranen Raumes"
ZANETTIN, B. : Recent Geological Investigations in Southern Tyrol—Alto Adige, Eastern
Alps. Wit 1 figure
A 94
344
238
315
Buchbesprechungen
FÖRSTER, H . : Petrographische und tektonische Untersuchungen in den südlichen Stubaier
und westlichen Zillertaler Alpen (O. THIELE)
FLÜGEL, H . & HERITSCH, H . : Das Steirische Tertiär Becken. 2. Auflage (P. BECK-MANNAGETTA)
230
KNOBLOCH, E. : Tertiäre Floren von Mähren (I. DRAXLER)
KRÜGER, C H . : Vulkane
233
232
(P. BECK-MANNAGETTA)
657
Naturgeschichte Wiens, Band 1, 1970 ( H . K Ü P P E R )
NEUGEBAUER, J.: Alt-paläozoische Schichtfolge, Deckenbau und Metamorphose-Ablauf
im südwestlichen Saualpenkristallin (Ostalpen) (P. BECK-MANNAGETTA) . . . .
231
RICHTER, M.: Vorarlberger Alpen (R. OBERHAUSER)
235
655
SCHÖNENBERG, R.: Das variszische Orogen im Räume der Südost-Alpen (P. BECK.
.
.
.
655
SCHWARZBACH, M. : Berühmte Stätten geologischer Forschung (B. PLÖCHINGER) .
MANNAGETTA)
.
.
.
232
Geologische Literatur Österreichs 1970
mit Nachträgen aus früheren Jahren
A 126
107
Mitteilung der Schriftleitung
an die Autoren
Die Geologische Bundesanstalt hat die Möglichkeit, in ihren beiden Zeitschriften
die angebotenen Manuskripte nach Umfang und Inhalt zu gliedern.
Das JAHRBUCH ist vor allem abgerundeten regionalgeologischen Arbeiten aus
Österreich und angrenzenden Gebieten vorbehalten. Die Tafelbeilagen werden
auf das Notwendigste beschränkt; sie sollen handliche Größe haben, keinesfalls
dürfen sie das Format 115 X 82 cm überschreiten. Nur fallweise kann Mehrfarbendruck verwendet werden — dabei kann meist eine stärkere Verkleinerung in Kauf
genommen werden. Paläontologische Arbeiten werden in das Jahrbuch aufgenommen, solange sie nicht als umfangreiche Monographien ein eigenes Heft beanspruchen.
In den VERHANDLUNGEN sollen kürzere aktuelle Berichte und neue Beobachtungen möglichst rasch erscheinen. Daneben finden allgemein interessierende
Artikel und Arbeiten über spezielle Fachgebiete (Paläontologie, Petrographie,
Lagerstätten u.dgl.) darin Aufnahme. Gelegentlich sind auch Kurzfassungen von
Dissertationen unterzubringen. Druckfertige Manuskripte samt reproduzierfähigen
Textabbildungen können in der Reihenfolge des Einlangens zum Druck für die
Verhandlungen angenommen werden. Arbeiten, die Faltbeilagen oder Kunstdrucktafeln enthalten, müssen jedoch bis zu einem geeigneten Zeitpunkt zurückgestellt
werden, da die für das Beifügen solcher Tafeln zusätzlichen Buchbindearbeiten
das Erscheinen der Hefte verzögern würden. Sind in einem Heft mehrere Arbeiten
mit Beilagen aufgenommen worden, so werden schließlich alle Beilagen gesammelt an den Schluß des Heftes gestellt. Den Sonderdrucken werden die Tafeln
nur beigelegt. (Sonderwünsche erfordern lange Wartezeiten und Mehrkosten.)
Die ABHANDLUNGEN - in Quart-Format - werden fallweise für Monographien
mit großen Fossiltafeln oder umfangreichen Kartenbeilagen das geeignete Publikationsorgan sein.
A 128
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