2008 03 Passivhaus „Lodenareal“ Energy Globe Tirol 2008 Tourismusbetriebe Neues Informationspaket Tirol A++ Eco Wörgl Eine Stadt setzt auf A+ Energie Perspektiven Tirol Die Zeitung von Energie Tirol Liebe Leserinnen und Leser, Jahresende ist immer auch eine Zeit des Bilanzierens, in der man auf Vergangenes zurückschaut und in die Zukunft blickt. Aus Sicht der Energieffizienz hat sich 2008 in Tirol gewaltig viel getan. Dazu gehört die Einführung des Energieausweises. Tirol hat dabei gemeinsam mit Vorarlberg österreichweit eine Vorreiterrolle einnehmen können. Der Energieausweis ermöglicht Bauherren eine Einschätzung der Energieeffizienz ihres Gebäudes auf einen Blick und trägt so zur Beschleunigung innovativer Bautechnik bei. 2008 war aber auch ein Jahr des Passivhauses in Tirol. Sowohl im öffentlichen Bereich als auch durch einzelne Wohnbauträger wurden bemerkenswerte Projekte realisiert oder gestartet. Ein Beispiel dafür ist die Errichtung der österreichweit derzeit größten Passivhaus-Wohnanlage „Lodenareal“ durch die Neue Heimat Tirol (siehe Bericht Seite 3). Dass das Thema Energie unter den Fingernägeln brennt, hat auch die Veranstaltung „Energie Zukunft Tirol“ im Innsbrucker Landhaus gezeigt, die bereits Wochen vorher ausgebucht war. Das Besondere dabei war die Breite und Vielfalt der innovativen Projekte und Initiativen aus Tirol, die sowohl aus dem Wirtschafts-, Gemeinde- als auch aus dem Landesbereich vorgestellt werden konnten. Ich wünsche allen LeserInnen der Energie Perspektiven Tirol schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Ihr DI Bruno Oberhuber Geschäftsführer Energie Tirol Richtig heizen mit Holz Neben dem Verkehr wird die Luft im Winter zusätzlich stark mit Schadstoffen aus dem Hausbrand beeinträchtigt. Wie zur Verbesserung der Luftqualität beigetragen und gleichzeitig Geld gespart werden kann, ist jetzt in dem neuen Info-Falter des Landes nachzulesen. Neben den zehn wichtigsten Regeln für das Heizen mit Holz finden sich im Falter auch Informationen zur erforderlichen Holzqualität für einen effizienten und umweltfreundlichen Abbrand. Der Informationsfalter „Heizen mit Holz“ kann auf Ihrem Gemeindeamt bzw. bei Energie Tirol angefordert werden. Frische Luft in Klassenzimmern Gute Luft ist eine wichtige Voraussetzung für Konzentration und deswegen gerade in Klassenzimmern unabdingbar. Die herkömmliche „Pausenlüftung“ im Winter, in Schulen neben belebten Straßen auch im Sommer, ist dafür keinesfalls ausreichend. Nach kurzer Zeit ist je nach Anzahl der SchülerInnen bereits dicke Luft angesagt. Deshalb sind Schulneubauten und auch Schulsanierungen 2 ohne den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nicht mehr zeitgemäß. Als Ergebnis eines Forschungsprojektes unter der Leitung der FH Kufstein Tirol in Kooperation mit Energie Tirol und weiteren Einrichtungen liegt jetzt ein Planungsleitfaden mit Qualitätskriterien für Klassenzimmerlüftungen vor. Mehr Informationen dazu unter www.komfortlüftung.at Spritsparen leicht gemacht Im Rahmen der Initiative klima:aktiv mobil fördert das Lebensministerium seit kurzem ein Spritspar-Training für Fahrzeug-LenkerInnen. Durch richtiges Fahrverhalten können bis zu 15 Prozent Treibstoff gespart und damit ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen geleistet werden. Das erste Spritspartraining in Tirol haben im Oktober die Stadtwerke Wörgl gemeinsam mit einer Fahrschule für ihre Bediensteten angeboten. Insgesamt sieben TeilnehmerInnen absolvierten das Training und zeigten sich davon begeistert. Die Stadt Wörgl erhofft sich dadurch jährlich eine Verringerung von drei Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids. Energie Perspektiven Tirol | 03 / 2008 Energy Globe Tirol 2008 Auszeichnung für größtes Passivhaus Österreichs 354 Mietwohnungen errichtet die Neue Heimat Tirol derzeit auf dem Innsbrucker „Lodenareal“. Für den österreichweit größten Passivhaus-Wohnbau wurde Geschäftsführer Klaus Lugger Anfang Oktober der Energy Globe Tirol verliehen. LHStv. Anton Steixner und Bruno Oberhuber bei der Verleihung des Energy Globes an Klaus Lugger von der Neuen Heimat Tirol. Der Startschuss für den Massivbau mit einer Wohnnutzfläche von 26.000 m2 fiel im Winter vergangenen Jahres. Die direkt am Innufer gelegene Wohnanlage verfügt über eine hochwertige Gebäudehülle sowie innovative Passivhaustechnik. Höchster Passivhaus-Standard Das Projekt Passivhaus „Lodenareal“ ist darauf ausgerichtet, den strengsten PassivhausStandard zu erreichen. Höchste Dämmwerte und beste Verglasungsqualität verstehen sich da von selbst. So weisen die Passivhausfenster inklusive Rahmen einen U-Wert von 0,78 W/m2K auf. Außerdem verfügt das Gebäude über eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Zur Vorerwärmung bzw. Vorkühlung der Luft werden zwei Grundwasserbrunnen eingesetzt. Der Warmwasserbedarf sowie der niedrige Heizwärmebedarf des Gebäudes werden mit einer 1.000 m2 Solarfläche sowie einer Pelletsanlage gedeckt. Beitrag für den Klimaschutz LHStv. Anton Steixner betonte anlässlich der Verleihung des Energy Globes nicht nur den innovativen Charakter der Anlage, sondern strich vor allem auch die Bedeutung für den Klimaschutz hervor: „Ich freue mich sehr, dass der Energy Globe Tirol an ein Projekt gegangen ist, das über Tirol hinaus Beachtung findet. Der Heizenergiebedarf liegt beim ‚Lodenareal‘ nur mehr bei einem Fünftel vergleichbarer Bauten nach Baustandard. Für den Klimaschutz bedeutet das die enorme Einsparung von jährlich ca. 500 Tonnen an Treibhausgasen.“ Bruno Oberhuber, Geschäftsführer von Energie Tirol, verdeutlicht die hohen Energieeinsparungen nochmals durch absolute Zahlen. Oberhuber: „In Heizöl dargestellt, wird der Passivhaus-Wohnbau im Vergleich zu einem Gebäude nach Baustandard statt 180.000 Liter nur mehr 36.000 Liter Heizöl im Jahr verbrauchen.“ Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit Für Preisträger Klaus Lugger steht neben der nachhaltigen Wirkung für den Klimaschutz vor allem die Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit seiner Kunden im Mittelpunkt. Lugger: „Durch den geringen Energieverbrauch sind unsere Kunden weitgehend unabhängig von Preissprüngen auf den Energiemärkten. Die zukünftigen Bewohner des ‚Lodenareals‘ müssen sich über steigende Heizkosten keine Sorgen mehr machen.“ Der Energy Globe Der vom Energiesparverein Oberösterreich ins Leben gerufene Energy Globe Award wird jährlich als regionaler, nationaler, kontinentaler und internationaler Preis vergeben. Mit dem Energy Globe werden nachhaltige und Ressourcen schonende Projekte und Initiativen gewürdigt. Die Projekte zeichnen sich durch einen besonders sparsamen Energieeinsatz und durch die innovative Nutzung erneuerbarer Energieträger aus. Bauträger: Neue Heimat Tirol PlanerInnen: Architekturwerkstatt din a4 ZT GmbH, Innsbruck teamk2 [architects] ZT GmbH, Innsbruck Wohnungsanzahl: 354 Mietwohnungen Wohnnutzfläche: 26.000 m2 Bruttogeschoßfläche: 35.000 m2 Heizwärmebedarf: 8 kWh/m2a Bauweise: Massivbauweise Fassade: 26 cm (U-Wert: 0,12 W/m2K) Flachdach: Warmdach 30 cm (U-Wert: 0,11 W/m2K) Boden zu Erdreich: 26 cm (U-Wert: 0,11 W/m2K) Fenster: Uw: 0,78 W/m2K (inklusive Rahmen) Haustechnik: Wohnraumlüftungsanlage mit insgesamt 18 semizentralen Lüftungsanlagen in jedem Treppenhaus; Luftvorwärmung im Winter bzw. Abkühlung im Sommer erfolgt mittels Grundwasser; die 1.000 m2 Solaranlage deckt den Warmwasserbedarf zu 50 Prozent; Restenergiebedarf über Pelletsanlage für Warmwasser und Fußbodenheizung. 3 Fotos: Stadtgemeinde Wörgl Der Um- und Zubau des Kindergartens Mitterhoferweg sowie die Aufstockung der Volksschule 1 und 2 wurden in Passivhaus-Standard ausgeführt. Wörgl: Eine Stadt setzt auf A+ Gebäudedaten Im März dieses Jahres hat die Stadt Wörgl einen weitreichenden Entschluss gefasst: Alle neu errichteten Gebäude sollen mindestens die Effizienzklasse A+, Sanierungen die Klasse A erreichen. Mit dem Um- und Zubau des Kindergartens Mitterhoferweg sowie der Aufstockung der Volksschule 1 und 2 wurden 2008 bereits zwei Projekte in Passivhaus-Standard realisiert. Außenwand: Holzbau mit Hinterlüftung (größter Flächenanteil), U-Wert: 0,12 W/m2K (5 cm Mineralwolle, OSB-Platte, 24 Riegel mit Dämmung dazwischen, 6 cm Steinweichfaserplatte) Die bemerkenswerten Mindeststandards für kommunale Gebäude werden durch eine Verpflichtung zum Einsatz von erneuerbaren Energieträgern wie Biomasse, Solarthermie und Wärmepumpe ergänzt. Aber auch eine weitgehende Tageslichtnutzung, der Einsatz von Fotovoltaik sowie die Verwendung ökologischer Baumaterialien sind vorgesehen. Bis 2025 energieautark Die Zielformulierungen im Gebäudebereich sind Teil des Energieprogramms „Wörgl ist unsere Energie“. Bis 2025 will die Stadt mit diesem Programm – den Verkehrsbereich ausgenommen – energieautark werden. Bürgermeister Arno Abler: „Wir wollen, dass Wörgl in 20 Jahren mehr Energie aus lokalen Ressourcen produziert als verbraucht wird. Damit soll ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Wertschöpfung der eigenen Energieproduktion soll so weit wie möglich an die Bevölkerung refundiert werden.“ Kindergarten Mitterhoferweg Mit dem Kindergarten Mitterhoferweg wurde 2008 zum bereits bestehenden Kindergarten ein Modellkindergarten mit 744 m2 Nutzfläche in Passivhaus-Standard zugebaut. Die sehr gut gedämmte Gebäudehülle und eine bedarfsgeregelte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgen für den geringen Heizwärmebedarf von 14,8 kWh/m²a. Der Warmwasserbedarf wird mit einer 42 m2 Solaranlage gedeckt, die auch zur Unterstützung der Pelletsheizung eingesetzt wird. Mit einer 33 m2 Fotovoltaikanlage wird schließlich 5 kWp Strom produziert. 50 Tonnen weniger Treibhausgas Die Mehrkosten gegenüber den gesetzlichen Mindestbestimmungen liegen bei 15 bis 20 Prozent. Mit dem Zubau verfügt die Gesamtimmobilie mit einer Nutzfläche von 1.384 m2 über einen Heizwärmebedarf von 30 kWh/m²a. Bürgermeister Arno Abler: „Mit der Pelletsheizung und der Solaranlage werden 76.000 kWh Wärme aus erneuerbarer Energie gewonnen. Damit können im Jahr 50 Tonnen des klimaschädigenden Kohlendioxids eingespart werden.“ Kindergarten Mitterhoferweg Fußboden zu Erdreich: U-Wert: 0,16 W/m2K (Wärmebrückenentschärfung durch Schaumglasschotter unter Fundamentplatte) Dach (verschiedene Aufbauten): U-Wert: 0,125 W/m2K (Bogendach – flächenmäßig größter Anteil 38 cm Sparren mit Dämmung) Fenster: Uw: 0,86 W/m2K Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Pelletsheizung, Wärmeverteilung über Fußboden und Wandheizung, 40 m2 Solaranlage, 33 m2 Fotovoltaikanlage Aufstockung Volksschule Außenwand: U-Wert: 0,12 W/m2K (unterschiedliche Konstruktionen, bspw. 33 cm Holzriegel mit Dämmung dazwischen) Dach: U-Wert: 0,12 kWh/m2a (41 cm Sparren mit Dämmung dazwischen) Fußboden über Außenluft: U-Wert: 0,07 W/m2K Holz-Alu-Fenster: Uw: 0,85 W/m2K Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Nachheizung der Lüftung erfolgt über die Heizanlage, Heizung über bestehendes Mikronetz mit Gasbrennwerttechnik (alle Gebäude des Plichtschulzentrums werden damit versorgt) 4 Energie Perspektiven Tirol | 03 / 2008 Die Veranstaltung „Energiekosten senken!“ in der Wirtschaftskammer Innsbruck war gut besucht. Im Bild vlnr: Richard Stöckl, Bruno Oberhuber und Baumeister Hermann Jenewein. Tourismusbetriebe: Neues Informationspaket Tirol A++ Eco „Energiekosten senken!“ hieß es Ende September auf Veranstaltungen in ganz Tirol für Tourismusbetriebe. Die gemeinsame Initiative Tirol A++ Eco von Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Energie Tirol lockte dabei mehr als 200 interessierte UnternehmerInnen an. Die steigenden Energiepreise treffen die Tourismusbranche hart. Denn gerade in Hotels und Beherbergungsbetrieben ist der Energieverbrauch für Warmwasser und Heizung besonders hoch. Schätzungen zufolge liegen die Energiekosten in Beherbergungsbetrieben im Durchschnitt bei 6 Prozent des Umsatzes – Tendenz steigend. Die Veranstaltungsreihe „Tourismusbetriebe: Energiekosten senken!“, die Ende September von Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Energie Tirol gestartet wurde, stieß deswegen nicht von ungefähr auf hohes Interesse: Auf den insgesamt fünf Informationsnachmittagen in den Bezirken Reutte, Schwaz, Innsbruck, Kufstein und Landeck konnten mehr als 200 BesucherInnen begrüßt werden. Richtig dämmen und sparsam heizen In Impulsreferaten stellten Energie-ExpertInnen die besonderen Anforderungen im Tourismusbereich vor und informierten über ein breites Spektrum an möglichen Einsparungsmaßnahmen. Hinweise zum Einsatz von Solarenergie und Biomasse standen ebenso auf dem Programm wie Tipps zum richtigen Dämmen und zum Fenstertausch. Auch vorbildlich realisierte Beispiele von thermischen Sanierungen, Solaranlagen, Pellets- und Hackschnitzelheizungen wurden präsentiert. Förderungen und Energie-Check Neben technischen Fragen beantworteten die ExpertInnen auch Fragen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit. Zudem wurde das Förderangebot von Bund und Land für Energiesparmaßnahmen vorgestellt. Auf regen Zuspruch stieß der Energie-Check, der von der Wirtschaftskammer Tirol den Tourismusbetrieben im Rahmen der Informationsreihe kostenlos angeboten wurde: Mehr als 40 UnternehmerInnen nehmen diesen in Anspruch und wollen genauer über das Einsparpotenzial in ihrem Betrieb sowie die Umsetzung möglicher Maßnahmen Bescheid wissen. Gelungener Mix aus Theorie und Praxis Die Informationsnachmittage waren nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Mischung aus Theorie und Praxis erfolgreich. „Den Mix aus Grundsatzwissen und Praxisbezug durch das Vorstellen von konkreten Beispielen finde ich sehr zielführend“, meinte ein Teilnehmer. Aufgrund des großen Erfolgs sind demnächst weitere Eco-Veranstaltungen geplant. Auch bei diesen wird das Thema Energiesparen in Tourismusbetrieben im Vordergrund stehen. Energie-Check Tourismus – jetzt anmelden ! Auch nach der Veranstaltungsreihe „Tourismusbetriebe: Energiekosten senken!“ besteht für interessierte Betriebe die Möglichkeit, einen EnergieCheck durchführen zu lassen. Dieser bringt eine Erstabschätzung des Einsparpotenzials und eine Impulsberatung zu möglichen Maßnahmen. Gemeinsam mit Energie-ExpertInnen werden die Verbrauchsdaten erhoben und mittels eines Benchmark-Tools mit Kenndaten aus der Tourismusbranche verglichen. Für Hotels, Gaststätten und Beherbergungsbetriebe ist der Energie-Check Tourismus kostenlos. Einfach bei der Wirtschaftskammer Tirol melden, Termine werden laufend aufgelegt. Energie-Check Tourismus Wirtschaftskammer Tirol Wirtschaftsrecht und Umwelt Ing. Richard Stöckl Meinhardstraße 14, 6020 Innsbruck Tel.: 0590905-1414 E-Mail: [email protected] www.wko.at/tirol/tiz 5 Komfortlüftungsanlagen Gesund, komfortabel und energieeffizient Niedrigenergie- und Passivhäuser setzen den Einbau von Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung voraus. Wegen der hohen Behaglichkeit kommen sie zunehmend auch bei Sanierungen zum Einsatz. Ausführliche Informationen sowie praktische Hinweise für Bauherren sind jetzt in der neuen Broschüre von Energie Tirol zu finden. Neben geringem Energieverbrauch und Heizkosteneinsparungen spricht vor allem der hohe Wohnkomfort für den Einbau einer Wohnraumlüftungsanlage. Behaglichkeit und ausgezeichnete Raumluftqualität wird dabei durch die ständige Zufuhr von vortemperierter Frischluft ermöglicht. Die Luft wird, je nach gewähltem System, leise und kaum wahrnehmbar über Öffnungen im Boden oder aus der Decke zugeführt. Saubere Raumluft ohne Fensterlüftung Nicht nur die ständig hohe Raumluftqualität, die ganz ohne Fensterlüftung erreicht werden kann, spricht für Wohnraumlüftungsanlagen. Lüftungsanlagen kommen speziell AllergikerInnen zugute, da die frische Luft mittels Filter von Staub, Pollen und Sporen gereinigt wird. Dabei werden auch Schadstoffe, Gerüche und überschüssige Feuchtigkeit laufend abgeführt. Lästige Zuglufterscheinungen können aufgrund der geringen Strömungsgeschwindigkeiten ausgeschlossen werden. Wohnraumlüftungsanlagen helfen außerdem, Bauschäden durch Schimmelbildung zu vermeiden. oder bspw. die Möglichkeit des Einbaus eines Erdwärmetauschers zur Erwärmung der Außenluft. Auch den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Lüftung und Heizsystem ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Fachgerechte Ausführung Damit eine Wohnraumlüftung zur „Komfortlüftung“ wird, sind eine fachkundige Ausführung und ein sachgerechter Einbau von entscheidender Bedeutung. Besonders zu achten ist dabei auf die zugeführten Luftmengen, die Strömungsgeschwindigkeit, auf den Filter sowie auf die individuell passende Wahl des Lüftungsprinzips. In der neuen Lüftungsbroschüre wird auf die entscheidenden Punkte genau eingegangen: Die erforderlichen Luftmengen für unterschiedlich genutzte Räume sind ebenso angeführt, wie die verschiedenen Filtertypen, die richtige Größe des Verrohrungssystems Zusammenarbeit erforderlich Wesentliche Voraussetzung für ein gutes Gelingen, sind sich die Autoren der Broschüre einig, ist das Zusammenwirken aller planenden und ausführenden Unternehmen. Und – je früher die Entscheidung für den Einbau einer Lüftungsanlage fällt, desto einfacher und kostengünstiger lässt sie sich umsetzen. Weitere Vorteile und wichtige Hinweise finden interessierte Bauherren in der Broschüre „Komfortlüftungen – gesund, komfortabel und energieeffizient wohnen“. Die Publikation ist über Energie Tirol erhältlich. Vorteile auf einen Blick Komfortlüftungsanlagen sorgen durch ständige Frischluftzufuhr für hohe Raumluftqualität, 7 6 5 1 8 filtern die Frischluft von Staub, Pollen und Sporen, auch Fliegen und Mücken bleiben draußen, 4 entlasten AllergikerInnen durch den Einsatz spezieller Pollenfilter, 3 2 1 2 3 4 5 6 7 8 6 Außenluftansaugung das zentrale Lüftungsgerät Geräteschalldämpfer Zuluftleitung Verteilung durch Überströmöffnungen Abluftleitung Telefonie-Schalldämpfer Steuerung führen Schadstoffe, Gerüche und überschüssige Feuchtigkeit ab und helfen, Schimmelschäden zu vermeiden, schützen vor Außenlärm und bieten einen erhöhten Einbruchsschutz, Außenluft Zuluft Abluft Fortluft TelefonieSchalldämpfer sparen Energie und machen Niedrigenergie- und Passivhäuser erst möglich, sichern den Werterhalt eines Gebäudes. Energie Perspektiven Tirol | 03 / 2008 Energieberatung: Fehler vermeiden und Kosten sparen Fotos: Michael Gasser Wer eine unabhängige Energieberatung in Anspruch nehmen will, ist bei den ExpertInnen von Energie Tirol bestens aufgehoben. Die Energieberatungseinrichtung des Landes bietet in ganz Tirol eine produktund firmenneutrale Beratung zu energiesparendem Bauen und Sanieren an. Die BeraterInnen, die über eine umfassende Ausbildung zu energie- und haustechnischen Fragen verfügen, stehen für Telefonauskünfte und Sprechstunden-Beratungen kostenlos zur Verfügung. Zu einem Unkostenbeitrag von 90 Euro können auch Vorortbesuche vereinbart werden. Ziel der Energieberatung Grundlegendes Ziel der Beratungen ist, durch eine sorgfältige und fachkundige Planung maximale Energieeinsparungen zu erreichen und den Wohnkomfort zu steigern. Auf Grundlage der individuellen Bedürfnisse, aber auch basierend auf dem zur Verfügung stehenden Budget, werden im Beratungsgespräch Empfehlungen erarbeitet. Dabei ist speziell in der Sanierung auf die Abfolge der zu setzenden Maßnahmen besonderes Augenmerk zu richten. Fehler vermeiden Ein Beispiel: Eine zentrale Fehlerquelle stellt die Überdimensionierung von Heizanlagen dar. Nämlich dann, wenn es unterlassen wurde geplante Dämmmaßnahmen oder beispielsweise einen beabsichtigten Fenstertausch in der Heizbedarfsberechnung zu berücksichtigen. Die richtige Abfolge der Sanierungsschritte ist von zentraler Bedeutung für ein gutes Gelingen. Mehrkosten und auch Nachteile beim Wohnkomfort können so vermieden werden. Sanierungsberatung Vor allem bei Sanierungen ist eine VorortBeratung zu empfehlen. Ausgehend von den speziellen Anliegen und Wünschen der Kunden verschafft sich der/die EnergieberaterIn bei einem Rundgang um und durch das Gebäude einen Überblick über die bauliche Situation und die vorhandenen haustechnischen Anlagen. In einem ausführlichen Gespräch werden Möglichkeiten und Fragestellungen zu einzelnen Sanierungsmaßnahmen angesprochen. Gerade in der Sanierung sind oft Kompromisse erforderlich und praktische Vorschläge und Tipps von großem Vorteil. Die Beratung konzentriert sich auf die Beurteilung der wichtigsten Gebäudeteile wie Außenwand, oberste Geschoßdecke bzw. Dach, Kellerdecke und auf die Dämmwirkung und Dichtheit der Fenster. Dazu kommt die Überprüfung der Heizungsanlage und der Warmwasseraufbereitung. Ergebnis des Rundgangs ist ein schriftliches Kurzprotokoll, in dem alle Punkte noch einmal aufgelistet werden. Auf Wunsch führt Energie Tirol auch die Berechnung des Heizwärmebedarfs durch. Sie bildet die Grundlage für den Bezug des Ökobonus, der erhöhten Sanierungsförderung des Landes. 1. Reihe vlnr: Robert Traunmüller, Sepp Rinnhofer, Sigrid Sapinsky, Bruno Oberhuber / 2. Reihe vlnr: Karin Melser, Ursula Falschlunger, Christian Melichar / 3. Reihe vlnr: Matthias Wegscheider, Robert Valentini, Alexandra Ortler, Roland Kapferer, Michael Braito Neubauberatung Neubauberatungen werden meist in einer der regionalen Energieberatungsstellen durchgeführt. Dabei geht es vor allem darum, einen möglichst hohen energietechnischen Stand zu erreichen und die Planungen so zu optimieren, dass das Gebäude der Kategorie A, A+ oder A++ des Energieausweises entsprechen wird. Der Vorteil für den Bauherrn: höhere Fördergelder, niedrige Heizkosten und eine hohe Behaglichkeit. 7 Weiterbildungskurse Energieausweis Ausbildungsinitiative Photovoltaik Energie Tirol bietet in Zusammenarbeit mit den Bildungseinrichtungen WIFI und BFI Energieausweis-Kurse in den nächsten Monaten in Innsbruck und Kitzbühel an. Dabei werden die Methoden, Normen und Grundlagen des neuen Regelwerkes in Modulen vermittelt. Die Inhalte reichen von den rechtlichen Rahmenbedingungen über die Ermittlung des Heizwärmeund Heizenergiebedarfs bis hin zum Energiebedarf für Kühlung, Lüftung, Befeuchtung und Beleuchtung eines Gebäudes. Die Ausbildungsinitiative Photovoltaik ist ein gemeinsames Angebot des Zentrums für Erneuerbare Energien der Tiroler Zukunftsstiftung, der Wirtschaftskammer Tirol und des WIFI Wirtschaftsförderungsinstituts Tirol. Die drei verschiedenen Ausbildungsschwerpunkte können unabhängig voneinander besucht werden und richten sich an ElektrotechnikerInnen, InstallateurInnen, PlanerInnen, ArchitektInnen, MitarbeiterInnen im Verkauf bzw. in öffentlichen Institutionen und Behörden sowie an Lehrlinge. Weiters ist der Grundlagenkurs auch für Privatpersonen geeignet. Kompaktkurse (Module 1, 2, 3 und 6) 26. - 30. Januar 2009 9.00 - 17.00 Uhr 9. - 13. Februar 2009 9.00 - 17.00 Uhr 16. - 20. März 2009 9.00 - 17.00 Uhr 20. - 24. April 2009 9.00 - 17.00 Uhr 11. - 15. Mai 2009 9.00 - 17.00 Uhr 25. - 29. Mai 2009 9.00 - 17.00 Uhr BFI WIFI BFI WIFI WIFI BFI Innsbruck Innsbruck Innsbruck Kitzbühel Innsbruck Innsbruck Kosten 1.200 Euro Aufbaukurse Nicht-Wohngebäude 16. - 18. Februar 2009 9.00 - 17.00 Uhr 2. - 4. März 2009 9.00 - 17.00 Uhr 23. - 25. März 2009 9.00 - 17.00 Uhr 30. März - 1. April 2009 9.00 - 17.00 Uhr BFI WIFI BFI WIFI Innsbruck Innsbruck Innsbruck Innsbruck Informationsabend zur „Ausbildung zum/-r zertifizierten PhotovoltaiktechnikerIn und -planerIn“ 9. Dezember 2008, 18.00 Uhr, Zentrum für Erneuerbare Energien der Tiroler Zukunftsstiftung, Schwaz Ausbildungsschwerpunkt 1 „Grundlagen der Photovoltaik“ 20. April 2009, WIFI Innsbruck Kosten: 159 Euro Ausbildungsschwerpunkt 2 „Zertifizierte/-r PhotovoltaiktechnikerIn und -planerIn“ 14. - 23. Januar 2009, WIFI Schwaz und Zentrum für Erneuerbare Energien der Tiroler Zukunftsstiftung, Schwaz Kosten: 1.400 Euro (exkl. Prüfungsgebühr) Kosten: WIFI 750 Euro, BFI 720 Euro Ausbildungsschwerpunkt 3 „Photovoltaik für MonteurInnen“ 16. - 17. März 2009, HTL Bau & Kunst, Innsbruck Kosten: 392 Euro Weiterbildung zum/-r „Zertifizierten KomfortlüftungsinstallateurIn“ Anmeldung, Kontakt und Information: WIFI der Wirtschaftskammer Tirol, Patrick Pallhuber Egger-Lienz-Straße 116, 6020 Innsbruck Tel. 05 90 905-7271, Fax 05 90 905-7500 E-Mail: [email protected] Der Kurs besteht aus vier Modulen. Insgesamt fünf Kurstage sind dafür vorgesehen (Einführungsmodul, Aufbaumodul und Praxismodul je ein Tag, Grundmodul zwei Tage). Die Module sind unabhängig voneinander buchbar. Termine für das Einführungsmodul: 22. Januar 2009 in Kufstein 5. Februar 2009 in Innsbruck Die Termine für die restlichen Module werden nach Vereinbarung festgelegt. Kosten: Einführungsmodul: 250 Euro exkl. Mwst. Grundmodul: 600 Euro exkl. Mwst. Aufbaumodul: 300 Euro exkl. Mwst. Praxismodul: 300 Euro exkl. Mwst. Weitere Auskünfte erhalten Sie bei DI Roland Kapferer, Energie Tirol, Tel. 0512 / 58 99 13, E-Mail: [email protected] Zertifizierungskurse für InstallateurInnen Die Nutzung erneuerbarer Energieträger gewinnt rasant an Bedeutung. Energie Tirol bietet in Kooperation mit weiteren Institutionen ein hochwertiges Weiterbildungsprogramm für planende und ausführende ProfessionistInnen an. Weiterbildung zum/-r „Zertifizierten WärmepumpeninstallateurIn“ 5 Kurstage, 2. - 6. Februar 2009, Schwaz Prüfungstermin: 26. Februar in Wien Anmeldeschluss: 14 Tage vor Kursbeginn Kosten: 1.874 Euro exkl. Mwst. Impressum Energie Tirol Südtiroler Platz 4 | A - 6020 Innsbruck Tel. +43 / (0) 512 /58 9913 | Fax DW 30 E-Mail: [email protected] www.energie-tirol.at Medieninhaber und Herausgeber: ENERGIE TIROL, Südtiroler Platz 4/3, 6020 Innsbruck Tel. 0 512 / 58 99 13 , Fax DW 30, E-Mail: [email protected] Für den Inhalt verantwortlich: DI Bruno Oberhuber Redaktion: ENERGIE TIROL, Innsbruck Beratung: context, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Hall i. T. Gestaltung: Christian Waha + Elke Puchleitner, Innsbruck Titelbild: NEUE HEIMAT TIROL Druck: Druckerei Aschenbrenner, Kufstein Dezember 2008 Sponsoring-Post | Verlagspostamt: 6020 Innsbruck | GZ 02Z031602 S