ENDOKRINOLOGIE HYPOTHYREOSE 169 Ursachen der

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ENDOKRINOLOGIE
HYPOTHYREOSE
Ursachen der (subklinischen) Hypothyreose:
• endogen
o Hashimoto Thyreoiditis
o post partum Thyreoiditis
o subakute Thyreoiditis
• exogen
o unzureichende L-Thyroxingabe bei hypothyreoten Patienten
o Radiojodtherapie
o Schilddrüsenoperation
o Medikamente ( z.B. Thyreostatika, Lithium)
Subklinische Hypothyreose: Prävalenz der subklinischen Hypothyreose: bei Frauen
über 60 Jahre um die 20 % ! Übergang der subklinischen in eine manifeste
Hypothyreose: 2,5 % der Patienten pro Jahr (bei gleichzeitigem Nachweis von TPOAntikörpern 4 % der Patienten pro Jahr). Indikationen für eine Substitutionstherapie
bei subklinischer Hypothyreose - siehe Flussschema. Im Zweifelsfall pro
kostengünstige und nebenwirkungsarme Substitutionstherapie.
Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine chronische autoimmune Thyreoiditis und
häufigste Ursache für eine Hypothyreose. Frauen sind etwa 5 bis 10 mal häufiger
betroffen als Männer. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Lebensalter.
Riskofaktoren bei entsprechender Prädisposition sind Medikamente wie z.B. Jodid,
Amiodaron, Interferon. Die post-partum-Thyreoiditis ist eine Sonderform der
Hashimoto Thyreoiditis. Aufgrund der hohen Funktionsreserve der Schilddrüse
müssen etwa 90 % des Gewebes zerstört sein, bevor eine manifeste Hypothyreose
auftritt; dementsprechend kann bei der Hashimoto Thyreoiditis eine meist über viele
Jahre dauernde noch euthyreote Erkrankungsphase vorliegen, bevor diese langsam
in eine Hypothyreose mündet.
Diagnose der Hashimoto Thyreoiditis:
• Klinik: Bei der Hashimoto Thyreoiditis kann sowohl eine kleine atrophische
Schilddrüse (häufigste Form in Deutschland) als auch eine diffuse Struma
vorliegen. Normalerweise ist die Hashimoto Thyreoiditis asymptomatisch.
Gelegentlich assoziierte Autoimmunerkrankungen sind z.B. Morbus Addison,
Diabetes mellitus Typ 1, Vitiligo, perniziöse Anämie (polyglanduläres
Autoimmunsyndrom).
• Labor: TPO-Ak und Tg-Ak positiv.
• Sonographie: Diffus echoarmes Muster.
• 99mTc-Pertechnetat-Szintigraphie: typischerweise global stark verminderter
Uptake. Bei typischer klinischer Konstellation Szintigraphie nicht notwendig!
Therapie: Eine kausale Therapie der autoimmunen Thyreoiditis steht nicht zur
Verfügung. Glucocorticoide sind nicht indiziert. Bei manifester Hypothyreose oder
subklinischer Hypothyreose Substitutionstherapie mit L-Thyroxin. Therapieziel: im
unteren Normbereich gelegenes basales TSH (0,5 – 2,0 µU/ml).
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HYPOTHYREOSE
ENDOKRINOLOGIE
fT4 normwertig
fT3 normwertig
subklinische Hypothyreose
fT4
fT3 normwertig oder
manifeste Hypothyreose
Substitutionstherapie
L-Thyroxin
Dosisanpassung
Schwangerschaft
Östrogensubstitution
Therapieziel
TSH im Normbereich (0,5 - 2,0 µU/ml)
Kontrolle TSH, fT4
nach 3 Monaten und dann jährlich
TSH > 4,0 µU/ml
Screening Schilddrüsenfunktion - TSH basal
Frauen > 35 Jahre alle 5 Jahre
Männer > 65 Jahre alle 5 Jahre
Schwangerschaft im 1. Trimenon
TSH > 4,0 µU/ml
Evaluation
Medikation (Thyreostatika, Lithium, Jodid, Amiodaron, Interferon)
Operation, Radiojodtherapie
TPO-Ak
SD-Volumen / -Echomuster
Autoimmunerkrankungen, Entbindungen
TSH > 10 µU/ml
nein
Kinderwunsch? Schwangerschaft?
Infertilität? ovulatorische Dysfunktion?
TPO-Ak positiv? Struma?
hohes LDL-Cholesterol?
( mindestens ein Kriterium erfüllt )
ja
Substitutionstherapie L-Thyroxin
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