divergentes Denken

Werbung
Proseminar Differentielle Psychologie, LV 200111
The Roots Of Creative Genius
Nach Hans J. Eysenck „Genius“ Kapitel 7
Referat von: Jelena Markovic (0175089) und
Thomas Block (0606792)
INHALT
1.
Grundlagen
2.
Kreativität und Psychotizismus
3.
Overinclusion und der Assoziationsgradient
4.
Latente Inhibition und Psychotizismus
5.
Kreativität und genetische Veranlagung
6.
Neurophysiologie der Kreativität
7.
Kortikales Arousal und Kreativität
8.
Hemisphärische Lateralität
GRUNDLAGEN
Kreativität
„Kreativität ist die Fähigkeit Werke zu schaffen, die
sowohl neuartig, als auch angemessen sind“
(Handbook of Creativity)
„...die Fähigkeit, produktiv zu denken und die Ergebnisse dieses Denkens (v.a.
eine originelle Verarbeitung existierender Informationen) zu verwirklichen,
etwa in Form einer Erfindung oder eines Kunstwerkes.
Der kreative Mensch zeichnet sich durch weitgehende Selbstständigkeit und
Weltoffenheit aus, desgleichen durch geistige Flexibilität, unkonventionellen
Denkstil und hohe Frustrationstostoleranz.
Die verschiedenen Stadien der Kreativität sind: Aufspüren von Problemen oder
von Mängeln, Lücken und Unstimmigkeiten (z.B. in theoretischen oder
praktischen Systemen); Definieren entsprechender Problem- und
Fragestellungen; Formulieren von Hypothesen und Suche nach Lösungen
(einschließlich Überprüfung auf Richtigkeit, Neuartigkeit, und
Brauchbarkeit); Mitteile der gewonnenen Erkenntnisse sowie Fleiß und
Energie, diese gegenüber bereits etablierten Vorstellungen durchzusetzten.“
(Meyers kleines Lexikon der Psychologie)
Schizophrenie
Endogene Psychosen, die durch eine Reihe
charakteristischer tiefgreifender Störungen
von Persönlichkeitsbereichen
gekennzeichnet sind.
1. Störungen des Ich - Bewusstseins
2. Denkstörung
3. Störung des Gefühls
4. Wahrnehmungsstörungen
Denkstörung
Die logische Ordnung des Denkens ist aufgelöst, die
Intelligenz jedoch nicht beeinträchtigt. Das Denken wird
sprunghaft,
zerfahren;
Begriffsverschiebungen,
Begriffsverschmelzungen und Wortneuschöpfungen
treten auf.
Wahrnehmungsstörungen
Nebensächliches erscheint übergewichtig, oft bedrohlich auf die eigene Person bezogen.
Eigene Gedanken werden oft als Stimmen gehört
(akustische Halluzination). Auch andere Halluzinationen
(z.B. Einbildung von Strahlen getroffen zu werden) und
Wahnideen (Verfolgungs-, Größenwahn), auch Antriebsund
Bewegungsstörungen
wie
Stupor
(völlige
bewegungslose Körperstarre) oder katatore Erregung
(sinnloses Umsichschlagen, unwillkürlich steeotype
Bewegungen) treten auf.
Aus: Meyers kleines Lexikon, Psychologie
Kreativität und Psychotizismus
Zusammenhang zwischen P und Kreativität
- als Merkmal
- als Leistung
Kausaltheorie der Verbindung von:
- Kreativität und biologischen Mechanismen
- genetischer Basis der Kreativität und kreativem
Verhalten
> Mehrere Richtungen der Theorieüberprüfung
1.Richtung > Untersuchung psychoseanfälliger
Personen
Heston (1966): untersuchte in Pflegefamilien großgezogene
-
Nachkommen schizophrener Mütter
Die Hälfte davon zeigte psychosoziale Unfähigkeit
Die andere Hälfte entwickelte sich zu ideenreichen erfolgreichen
Erwachsenen mit künstlerischen Fähigkeiten
Karlsson (1970): fand unter Verwandten schizophrener Personen mehr
kreative Individuen
McNeil (1971): untersuchte das Auftreten psychischer Krankheiten bei
-
höchst kreativen adoptierten Kindern und ihren biologischen Eltern
Fand pos. signifikante Korrelation zw. Erkrankungen und dem
Kreativitätsgrad der Kinder
> Psychotizismus ohne Psychose ist das wesentliche Element bei der
Umsetzung des Merkmals Kreativität von Potenzial in die Leistung
2. Richtung: Korrelation zw. P und Kreativität
Kidner (1978): testete Studenten, Krankenschwestern und Lehrer mittels
EPQ (beinhaltet eine P Skala) und:
1) acceptance of culture scale 2) „creativity“ und „originality“ Tests
3) 2 IQ Tests
4) education scale
> Faktorenanalyse ergab 2 Faktoren: Originalität und Sozialisation
> Korrelationen: P mit Kreativitätstests .16 bis .33, mit Kulturakzeptanz -.23
L mit Kreativitätstests -.18 bis -.30, mit Kulturakzeptanz .44
- Personen mit hohen P Werten originell und unsozial
- Personen mit hohen L Werten weniger originell und sozial sind
In einem anderen Experiment testete er noch zusätzlich mittels
„adjective relevance test“ (Wörter zu Kategorien zuordnen) die Fähigkeit
metaphorisch zu denken > assoziative Bearbeitung bei hohem P
ungewöhnlich wie bei psychotischen Patienten
Woody u. Claridge (1977): testeten 100 Oxford Studenten mittels EPQ
und Wallach-Kogan Kreativitätstests in Bezug auf 2 Variablen:
„originality“ und „fluency“ > r .6 bis .7 zw. P und Originalität
negative Korrelation zw. L und Kreativität
Merten (1992): testete normale, schizophrene und manisch-depresive
Menschen auf Wortassoziativität in 4 Bedingungen:
1) free association
3) usual responses
2) individual response condition
4) response choice
Ergebnisse: normale Menschen mit hohen P Werten geben mehr
ungewöhnliche/originelle Antworten, ähnlich wie psychotische, können jedoch im
Gegensatz zu psychotischen Angemessenheit beurteilen
> sind sich bewusst individuellere Antworten zu geben als die Mehrheit
Eysenck: Bildung von originellen Antworten ist mit der Relevanzkontrolle
verbunden
Mertens Modell aktiver Bestandteile seiner Hypothese:
> Schizophrene Personen und die mit hohem P haben eine pathologisch
schwachen Komparator, der Assoziationen durchlässt, die generell nicht
akzeptabel sind
Resultate einer Studie in der WA und Barron-Welsh Art Scale verwendet
wurden:
Schluss:
Divergentes Denken und ungewöhnliche Antworten korrelieren mit P
3. Richtung: Korrelation zw. P und Kreativität höherer
Ordnung
Eysenck und Castle (1970): fanden, dass Kunststudenten
introvertierter und neurotischer sind als Nicht-Kunststudenten
- N in positiver Beziehung zur kreativen Arbeit in der Kunst aber in
negativer Beziehung zur Arbeit in der Wissenschaft > emotionale
Beteiligung
- N nicht mit der Kreativität an sich verbunden sondern mit ihrer Richtung
- I für hohe kreative Leistung charakteristisch
Götz und Götz (1979): testeten 337 profesionelle Künstler
- Fanden dass männliche Künstler introvertierter und neurotischer als nicht
Künstler sind, bei Frauen hingegen gibt es keinen Unterschied
> Begründung: extrovertierte Frauen trauen sich eher in der riskanten
Kunstwelt Karriere zu machen
Overinclusion und der
Assoziationsgradient
- Kreativität basiert auf einem flachen
Assoziationsgradient und weitem
Assoziationshorizont > Warum?
- Die Antwort könnte in der Natur psychotischen
Denkens sein
Cameron (1947): erwähnt „Overinclusion“ > Übergeneralisation von
Konzepten und Begriffen
- Aufnahme irrelevanter Elemente in Konzepte
- Unfähigkeit konzeptuale Grenzen aufrecht zu erhalten
- Probleme werden zu umfangreich um sie lösen zu können
Payne et al (1959): reformulierten Camerons Theorie
- Bildung von Konzepten als Resultat diskriminativen Lernens
- Inhibition ein aktiver Prozess > Unterdrückung irrelevanter
Informationen
- „Overinclusion“ als Störung dieses Prozesses
- extremer Grad an Reizübergeneralisation
- Bei normalen Menschen ein Filtermechanismus für Hemmung
irrelevanter Reize zuständig um effiziente Informationsverarbeitung zu
ermöglichen > Overinclusiveness als Störung des Filtermechanismus
Rappaport (1945): wies auf 2 Typen formaler Denkstörung hin
- Auflockerung der Konzeptspanne > schizophrene Menschen schließen
Objekte in Gruppen ein, in die sie nicht genau hingehören
- dieses Phänomen ist auch bei normalen Menschen beobachtbar und
kann als Kreativitätsgrundlage gesehen werden
- Overinclusion mit Sortierungstests gemessen > Aufgabe, Objekte zu
dazugehörigen Gruppen zu sortieren die korrekt/sinnvoll sind
McConaghy und Clancy (1976): untersuchte familiäre Übertragung
der Overinclusion bei schizophrenen und nicht-schizophrenen
Menschen und zeigte, dass sie mit der Kreativität verbunden ist.
Latente Inhibition und
Psychotizismus
- 2 Konzepte der Rolle des Hemmstoffs von fernen
Assoziationen, beide gleichermaßen mit
Psychotizismus verbunden
> Negatives Priming und latente Inhibition
Konzept der latenten Inhibition : experimentelles Paradigma in der
Erforschung der Selektivität der Informationsverarbeitung
- angewandt für die Beurteilung von möglichen kreativen Störungen
- Balance zw. Weiterverarbeitung aufgabenrelevanter und Hemmung
aufgabenirrelevanter Stimuli > bei schizophrenen Personen
die Hemmung gestört, verursacht Overinclusion
- beim klassischen Konditionieren > wenn CS von UCS gefolgt,
übernimmt initialisierende Eigenschaft der UCR > LI als
Erhöhungsschwierigkeit dieser Eigenschaft bezeichnet
Konzept des negativen Primings:
- Stroop Farbenbenennungsaufgabe > Benennung der Farbe des grün
geschriebenen Wortes ROT (verlangsamte Reaktion)
- generelle Aussagen: vermittelnde und hemmende Prozesse an der
selektiven Aufmerksamkeit auf relevanten Informationsinput beteiligt
- Ausmaß an kognitiver Inhibition mit negativem Priming gemessen
- flacher Assoziationsgradient bei kreativen Menschen ist das Resultat
mangelnder kognitiver Inhibition
- Das Fehlen des negativen Primings oder latenter Inhibition bei der
Ausgrenzung des zerstreuten Assoziationisten (flacher
Assoziationsgradient) trägt zu Symptomen psychotischer Kognition bei
und sind das Hauptmerkmal der Kreativität
> die fehlende Verbindung zw Psychopathologie und Genie
-
Kreativität die auf dem flachen Assoziationsgradient basiert reicht nicht
alleine aus um kreative Leistung zu erzeugen, die Fähigkeit
unbrauchbare Assoziationen aussondern zu können benötigt
-
Kognitive Inhibition ist bei kreativen Menschen vermindert, daher der
Assoziationsgradient flach und Kriterien für die Relevanz niedriger
> Overinclusion tritt auf
Direkte Beweise der Theorie benötigt > basiert auf den Befunden über den
Psychotizismus und seiner korrelativen Verbindung zur Kreativität.
Kreativität und genetische
Veranlagung
Grundannahmen Eysencks
 Training hat kaum einen Einfluss auf kreative Leistungen
 Intelligenz als Bestandteil kreativen Genies ist in gewissen Maßen
erblich
 Geschlechtsunterschiede sind von großer Bedeutung (kreative Genies
sind fast ausschließlich Männer)
 Persönlichkeitsmerkmale, die in Zusammenhang mit kreativem Genie
stehen, sind in hohem Maße durch genetische Faktoren bestimmt
Stammbaumanalysen
 BRAMWELL (1948) wiederholte Galtons Studie zur Erblichkeit von
Genialität in Bezug auf Kreativität
 Nur Richter häuften sich innerhalb von Familien
 „contrary to the assumptions of Galton [...] creative
achievers did not usually have children who also
achieved“
 Waller (1993) schlussfolgert daraus, dass Erblichkeit nur eine
untergeordnete Rolle in der Determination von Kreativität spielt
Zwillingsstudien
Um die Rolle von genetischen Faktoren im Zusammenhang mit Kreativität
zu bestimmen, führt Eysenck mehrere Zwillingsstudien an.
 Nichols (1964) erforschte divergentes Denken in insg. 10 Studien an
eineiigen und zweieiigen Zwillingen
 Korrelationen von .61 bei eineiigen und .50 bei zweieiigen
Zwillingen
 Eysenck korrigiert den sys. Messfehler -> rund ein
Viertel der phänotypischen Varianz lässt sich durch
genetische Faktoren erklären
Waller (1993) untersuchte 157 ein- und
zweieiige, getrennt aufwachsende
Zwillingspaare
 Signifikante Korrelationen bei den
vermuteten Persönlichkeitsmerkmalen
 Korrelationen von .54 bei eineiigen
Zwillingen -> schätzungsweise 54%
phänotypischen Varianz kann durch die
genetische Varianz erklärt werden
 Entgegen der Erwartungen Eysencks
entspricht die Varianz bei zweieiigen
Zwilligen -.06
 Erklärung mit dem Konzept der
„Emergenesis“:
Genetische Varianz nicht
additiv sondern synergetisch
 Menschliche Eigenschaften nicht durch
einzelne Gene sondern durch
Geneinheiten determiniert
Genetik mit Lykken (1992)
 Genom = Sammlung aller in 46 Chromosomen gespeicherten Gene
 75% der menschlichen Gene sind monomorph und bei allen
Menschen gleich
 25% der menschlichen Gene sind polymorph und
verantwortlich für individuelle Unterschiede
 Ein Merkmal kann durch die Summe der Gene bestimmt
werden -> Additives Modell (z.B. bei der Körpergröße)
 Ein Merkmal kann durch das Zusammenspiel der einzelnen
Gene bestimmt werden -> Konfigurales Modell (z.B. bei der
Augenfarbe)
 Polymorph und konfigural determinierte Merkmale werden nur von
eineiigen, jedoch nicht von zweieiigen Zwillingen geteilt
 Konfigurale Vererbung wird „Emergenesis“ genannt
„an emergent trait might be a property of a configuration of independent
traits that are themselves in part genetically determined“
 Schlussfolgerung: Galtons familiäre Anhäufungen müssen als
umweltbedingte Einflüsse angesehen werden.
Neurophysiologie der
Kreativität
Grundannahme
Wenn genetische Einflüsse tatsächlich eine Rolle spielen, dann müssen
physiologische bzw hormonelle sowie enzymische Strukturen und
Substanzen eine vermittelnde Rolle zwischen der DNA und dem
Verhalten einnehmen
Laut Eysenck größtenteils spekulativer Exkurs
Ansatz
Wieder bei der Schizophrenie:
Wenn Kreativität und Schizophrenie den gleichen Ursprung haben, kann
die Suche nach den kog. Fehler und dessen neurophysiologische
Ursachen Aufschluss über die Wurzeln kreativen Genies geben
Der kognitive Fehler
 Nach GRAY (1991):
 Schwäche im Einfluss von bereits gesammelten
Erinnerungen bzw von vorherigen Input auf die aktuelle
Wahrnehmung
 Unfähigkeit für kog. Prozesse nur die Reize auszuwählen,
die im Kontext vorangegangener Situationen relevant sind
 Nach PATTERSON (1987):
 Fehler im Automatismus, mit welchem frühere Erlebnisse
wieder in Verbindung mit dem aktuellen Stimulus gesetzt
werden
 GOUGH (1976):
Die kreativsten Individuen sind nicht die
mit den einzigartigen Antworten, sondern
diese mit leicht weniger einzigartigen
Assoziationen
 Kurvenlineare Regression vom Einfluss vergangener Erfahrungen
auf Originalität
 Zu viel führt zu Starrheit, steifem Verhalten, Mangel an
Flexibilität etc
 Zu wenig führt zu Abnormalitäten wie in Schizophrenie
Automatische Prozesse, Aufmerksamkeit und
Bewusstsein
 GRAY´s (1991) Konzeot der OVERATTENTION
 Eine Schwäche im automatischen Hemmungsprozess zuständig
für die bewusste Aufmerksamkeit führt zum Eindringen von
normalerweise nicht berücksichtigten Informationen ins
Bewusstsein
 Störung kognitiver Leistungen
 Erinnert an OVERINCLUSION, UNDERATTENTION,
UNDERINCLUSIVENESS
 Studie von DYKES und McGHIE (1976)
 3 Testgruppen: 1. Hochkreative Erwachsene
2. Genauso intelligente nicht kreative
Erwachsene
3. Nicht-paranoide, schizophrene
Erwachsene
 Ergebnis: GR 1+3 beachteten ein breiteres Spektrum an
verfügbaren Input als GR 2
 Schädlicher Effekt bei GR3
 GR1 fähig Input ohne Leistungsdefizit zu verarbeiten
Neuronale (Dys-) Funktionen
 Dopamin-Schizophrenie-Hypothese nach GRAY (1991)
 Es besteht ein Zusammenhang zwischen den psychotischen
Wirkungen und der Blockierung von Dopamin-Rezeptoren
bei neuroleptischen Drogen
 Indirekte Dopaminagonisten wie Kokain steigern
Psychotisches Verhalten
 Berichten zufolge besteht eine erhöte Anzahl von DopaminRezeptoren in den Gehirnen schizophrener Menschen
 TIERVERSUCHE zeigten, dass Phänomene wie die LATENTE
INHIBITION und EXTINKTION durch Amphitamine
ausgeschaltet und durch neuroleptische Dopamin-Rezeptor
blockierende Drogen gesteigert werden
 GRAY (1991) fand heraus, dass Schädigungen im Gehirn die selben
Effekte, wie Amphetaminbehandlungen haben können
 Unterbrechungen des Subiculo-Accumbens haben den
selben Effekt
 Läsionen im Hippocampus führen ebenfalls zur Störung von LI,
Extinktion etc
Auf der Suche nach genetischen Determinanten von
Dopaminlevels und einer Verbindung zu P
 NOBLE (1992) fand eine signifikante Verbindung zwischen dem
polymorphen Dopaminrezeptor-Gen (DRD2) und Alkoholismus
 Eysenck sieht im Alkoholismus die Verbindung zum
Psychotizismus
 Studie mit 2189 amerik. Individuen nach UHL (1993):
 Die meisten ernsten Fälle von Drogenmisbrauchenden haben eine
drei mal so hohen Wahrscheinlichkeit, das DRD2-Gen aufzuweisen,
wie nicht Drogenabhängige
 Ursache dafür im dopamergic reward system of the
mesocortcoachic pathway
--> Es besteht eine direkte Verbindung zwischen dem DRD2-Gen,
Schizophrenie und Psychotizismus
 Mittels Single Positron Emission Tomography (SPET) wurden
Dopamin-Bindungen in den Hirnfurchen gemessen
 Diese Messungen ergaben negative Korrelationen mit
Psychotizismus in der linken (r=-0.75) und der rechten (r=-0.75)
Basalen Ganglia
 Andere Persönlichkeitsmerkmale ergaben keine Korrelationen
 Dopamin scheint direkt an Psychotizismus gebunden zu sein
 Solomon et al. (1980) zeigten, dass Serotonin vermindernde
Substanzen sich negativ auf LI auswirken
 It seems likely that dopaminergic over-activity and serotogenic
under-activity jointly and severally constitute the basic causes of
schizophreniform cognition
 Weitere Studien ergaben, dass „in humans, P is indeed related to
functioning of the serotonin system“
 Annahme einer kurvenlinearen Verbindung zwischen der DopaminSerotonin-Balance und kognitivem Verhalten
Transmitter und Persönlichkeit
 Theorie nach STEIN (1978):
 Dopamin kontrolliert die Fähigkeit sich Neuem zu nähern und es zu
erforschen
 Coccaro (1989) berichtet von starken Korrelationen zwischen
Irritierbarkeit, aggressivem Verhalten (Anzeichen für hohe P-Werte)
und Serotonin-Agonisten
 Cloninger und Zuckermann (1991) vermuten die Ursache für die
Suche nach Neuem und sensationsgierigem Verhalten in der
Dopaminkonzentration
Kortikales Arousal und
Kreativität
"Arousal ist eine durch ankommende sensorische Impulse
ausgelöste, auf den Bahnen der Formatio reticularis des
Hirnstamms vermittelte, allgemeine Aktivierung des Cortex
mit dem Effekt gesteigerter Aufmerksamkeit oder Wachheit."
(nach Fröhlich, 1987)
 Die Hull‘sche Theorie (Hull, 1943)
 Hull postulierte ein „Verhaltensgesetz“, welches besagt,
dass dominante Reaktionen auf bestimmte Reize durch
einen DRIVE noch dominanter wird
-> Ansteigen des Assoziationsgradienten
 Ein hohes Arousal bewirkt eine Aufmerksamkeitsbeschränkung
und so ein Ansteigen des Assoziationsgradienten
 Niedrige kortikale Erregung ist mit ungerichteter
Aufmerksamkeit, flachen Assoziationshierarchien und „primary
process thought“ verbunden
 Beeinträchtigt ein hohes Arousal Kreativität?
 Maddi und Andrews (1966)
 Kreative Menschen sind ängstlicher als unkreative
 Kreative Menschen zeigen ein höhere Level von „resting
arousals“ als nicht kreative
 Kreative Menschen Neigen zur Introversion
 Introversion ist verbunden mit hohen Levels von Arousal
(Widerspruch!)
 Götz und Götz (1979)
 Künstler neigen zu hohen Neurotizismuswerten
 Erklärung von Martindale (1975):
 Niedriges Arousal nur während der Ausführung kreativer
Aufgaben
 Vermutet, dass kreative Menschen variabler in ihren
Arousals sind und extremere Schwankungen zeigen
 Bestätigt von Goodwin und Jamison (1990)
 Hoch-kreative Menschen neigen zwischen Stadien
exzessiver Energie und exzessiver Apathie und Depression
zu Schwanken
 Effekt des P?
Conditions of low arousal give rise to creative ideas
 Auch Psychotizismus scheint klar mit niedrigem Arousal
verbunden zu sein
 Physiologische Mediatoren: Dopamin und MAO (Monoamin
Oxidase)
 Schizophrenie sind durch einene niedrigen Drive (Hull)
charaterisiert ->widerlegt durch Eysenck
-> Zusammenhang zwischen Arousal und Kreativität sehr
wahrscheinlich aber bis jetzt noch nicht ausreichend belegt
Hemisphärische Lateralität
There has been a good deal of speculations linking righthemisphere functioning with creativity and giftedness
generally.
Methoden: EEG, bildgebende Verfahren
1995 noch nicht ausgereift genug
Alle bisherigen Studien betreffend Kreativität von
minderer Qualität
Weniger direkte Methoden: Händigkeit, dichotisches
Hören, Augenbewegungsmessungen, AIP ratio
Positive Ergebnisse nur bei den letzten beiden
Verfahren -> Dominanz der rechten Hemisphäre
 O‘Boyle und Benbow (1990) verglichen begabte mit
durchschnittlich begabten Kindern in im dichotischen Hören
 Begabte hatten eine Tendenz zum
rechtshemisphärischen Vorteil
 Katz (1986) fand
 rechtshemisphärische Dominanz bei Architekten und
 linkshemisphärische Dominanz bei Mathematikern und
Wissenschaftlern
 Das Auftreten von links- oder rechtshemisphärischer
Dominanz könnte von der Art der Kreativität abhängen
 Martindale (1984) ging der Frage nach, ob bei kreativen
Menschen hemisphärische Asymmetrie
 bei der Inspirations- UND bei der Ausarbeitungsphase bzw
 bei kreativen UND nicht kreativen Prozessen gleich auftritt
 Rechtshemisphärische Akt. in beiden Phasen aber nicht
bei nicht-kreativen Prozessen
Zurück zur Schizophrenie
Wenn hemisphärische Unterschiede mit Kreativität und
Schizophrenie in Verbindung stehen würde, wäre das eine starke
Verbindung zwischen Psychotizismus und Kreativität.
 Active Syndrome
 Erscheint in Verbindung mit Einbußen in den Funktionen der
rechten und Unversehrtheit der linken Hemisphäre
 Passive-withdrawn syndrome
 Erscheint in Verbindung mit Einbußen in den Funktionen der
linken und Unversehrtheit der rechten Hemisphäre
>>> Kontrast zwischen den verschiedenen Typen der
Schizophrenie
Weitere Annahmen
Die linke Hemisphäre ist für rationales Denken, die rechte für
emotionale Entscheidungen zuständig
 Taggart, Kroeck und Escoffner (1991)
 Studie mit 284 weiblichen und 270 männlichen Studenten
 Korrelationen:
 Intuition: -.48 links, .42 rechts
 Fühlen: .50 links, -.42 rechts
 Urteilen: .45 links, -.44 rechts
Nyborg (1991):
 Erforschte Persönlichkeit und Verhalten von berühmten
Wissenschaftlern
 Besonderes Augenmerk: Personen sind nicht sehr
interessiert an Frauen, heiraten spät, haben weniger Kinder,
leben stabile, einsame Leben, neigen zur Androgynie
(androgyn= griechisch für männlich und weiblich vereint)
 Entwickelte das General Trait CovarianceAndrogen/Estrogen Modell der Entwicklung
 Basiert auf der Annahme, dass
Geschlechtsdrüsenhormone Effekte auf Körper und
Gehirn haben
 Hormone sorgen dafür, dass aus einem
geschlechtsneutralen Fötus ein Mann, eine Frau
oder „irgendwas dazwischen“ wird
Hormontypen
 Nach Nyborg




A5 -> Mann mit hohem Testosteronspiegel
A2 -> Mann mit niedrigem Testosteronspiegel
E5 -> Frau mit hohem Östrogenspiegel
E2 -> Frau mit niedrigem Östrogenspiegel
 Kreative Menschen häufen sich im A2 Bereich
 Nach Bem (1974)




High Male Scales
High Female Scales
High Male and high Femal Scales -> Androgyn
Low Scales -> Undifferentiert
 Kreative Menschen haben hohe Werte in beiden Skalen
Der Einfluss von Medikamenten auf Kreativität
Wenn P so stark mit Kreativität zusammenhängt, wirkt sich die
medikamentöse Behandlung der P-Werte auch negativ auf die
Kreativität aus?
 Durch den kurvenlinearen Verlauf kann es sogar zu
Kreativitätssteigerungen kommen.
 Jamison (1993) berichtet von kreativen Individuen, die ihre
Medikamentation aufgrund von einem Zusammenbruch ihrer Kreativität
abbrachen
 Judd (1977) fand keinen Effekt von kurzzeitiger Lithiumbehandlung auf
kreative Leistungen
 Schou (1979)
 57% Kreativität stieg, 23% meldeten eine Leistungsmilderung, 17%
stoppten den Lithiumkonsum
VIELEN DANK FÜR EURE
AUFMERKSAMKEIT!
Wir wünschen noch einen
schönen und kreativen Montag!
Herunterladen