Atemnot Was ist Atemnot? Atemnot ist das Leitsymptom vieler

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Atemnot
Was ist Atemnot?
Atemnot ist das Leitsymptom vieler Erkrankungen von Lunge, Atemwegen und Herz
und muß ernstgenommen werden. Immer, wenn die Atmung als erschwert empfunden
wird, sprechen wir von Atemnot. Ein Lungengesunder kann seine Atmung erheblich
steigern, z.B. bei körperlicher Belastung und bei Aufenthalt in großer Höhe, ohne dass
Luftnot empfunden wird. Das Spektrum subjektiv empfundener Luftnot reicht von
Angstzuständen bis hin zu schwerem Herzversagen oder Erschwerung der Atmung im
Asthmaanfall.
Was sind die wichtigsten Ursachen von Atemnot?
1. Asthma, Verengung der Atemwege bei chronischer Bronchitis: Entzündungen,
Verkrampfungen und Vernarbungen der Atemwege können zu hochgradiger Luftnot,
bereits in Ruhe, führen. Meist sind typische Atemgeräusche (Giemen und Pfeifen) zu
hören.
2. Lungenfibrose: Vernarbungen im Lungengewebe machen die Lungen vermindert
dehnbar, steigern die Atemarbeit und führen zu Sauerstoffmangel und schwerer
Luftnot. Meist besteht trockener Reizhusten. Mit dem Stethoskop hört man typische
Rasselgeräusche.
3. Lungenentzündung: Die schwere Entzündung des Lungengewebes bedingt eine
verminderte Sauerstoffaufnahme. Der Sauerstoffmangel führt meist zur
Bläulichverfärbung der Lippen und der Haut (Zyanose). Die Diagnose wird in der Regel
durch ein Röntgenbild gesichert.
4. Lungenembolie: Der Verschluß großer Lungengefäße führt zur Belastung der
rechten Herzkammer, zum Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut und oft zu
schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Problemen. Ursache ist meist eine Thrombose der
Beinvenen, die oft schwer zu diagnostizieren ist.
5. Neuromuskuläre Erkrankungen: Lähmungen der Atemmuskulatur bei einer
Vielzahl von Nerven- und Muskelerkrankungen (Beispiel Kinderlähmung) führen oft zu
unklarer Luftnot, wobei Lungen und Herz selbst völlig gesund sind. Bei Verdacht sind
zusätzliche neurologische Untersuchungen notwendig.
6. Herzerkrankungen: Herzmuskelschwäche und Herzklappenfehler führen zu
verminderter Pumpleistung des Herzens mit der Folge einer mangelhaften
Sauerstoffversorgung der Organe. Belastungsluftnot ist ein gängiges Symptom einer
Herzerkrankung und oft schwer von Luftnot infolge einer Lungen-/Bronchialerkrankung
abzugrenzen.
7. Angst: Angstzustände, Schmerz, Streß und psychische Störungen können ebenfalls
zu subjektiv empfundener Luftnot führen, ohne dass die objektiven Meßparameter
irgendeine Auffälligkeit zeigen. Wir sprechen in diesem Fall von einem
Hyperventilationssyndrom.
8. Weitere Krankheiten: Es gibt eine Vielzahl von Lungen- und Bronchialkrankheiten,
die mit Luftnot einhergehen wie
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Einengung von Luftröhre und Bronchien durch vergrößerte Lymphknoten, Fremdkörper, Tumor,
Stimmbandlähmung, Schilddrüsenvergrößerung
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Hochdruck im Lungenkreislauf
Pneumothorax (Luftansammlung im Rippenfellraum mit Kompression der Lunge)
Wasseransammlung im Rippenfellraum
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Deformierungen des Brustkorbs
viele seltene Lungenerkrankungen, die ärztlicher Abklärung bedürfen.
Blutarmut
Was ist zu tun, um die richtige Diagnose zu stellen?
Eine genaue Analyse der Lungenfunktion (Spirographie, Bodyplethysmographie,
Blutgasanalyse) deckt in der Regel die der Luftnot zugrundeliegende Störung auf. Zur
genauen Diagnose sind Anamnese (Befragung) und genauere Untersuchung
unverzichtbar. Zusätzliche Untersuchungen wie Röntgen, evtl. Computertomographie,
Laboruntersuchungen, Bronchoskopie und andere Spezialuntersuchungen können
notwendig werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
Eine Behandlung kann erst erfolgen, wenn die Ursache der Luftnot ermittelt worden ist.
Behandlungen der Bronchialverengung, Bekämpfung der Entzündung, Auflösung von
Thromben, Beseitigung der Herzschwäche sowie psychosomatische Betreuung können
die Grundkrankheit beeinflussen und das Luftnotgefühl beseitigen oder lindern. Bei
chronischen Erkrankungen können Sauerstoffgabe und Rehabilitationsmaßnahmen
hilfreich sein. Sauerstoff kann per Nasensonde zugeführt werden. Neue mobile
Systeme der Sauerstoffversorgung (Flüssigsauerstoff) gestatten eine
Sauerstofftherapie auch unterwegs und bei körperlicher Belastung. Bei
schwerwiegenden Erkrankungen, z.B. bei Erschöpfung der Atemmuskulatur kann eine
Maskenbeatmung hilfreich sein. Maßnahmen zur medikamentösen Dämpfung der
Luftnot, etwa mit Psychopharmaka, sind nur nach ärztlicher Rücksprache erlaubt.
Was müssen Sie beim Auftreten von Luftnot tun:
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Suchen Sie Ihren Arzt auf. Nur er kann abschätzen, ob sich hinter dem
Symptom Luftnot eine ernstzunehmende Erkrankung verbirgt.
Vermeiden Sie Panik und körperliche Anstrengung.
Überlegen Sie selbst, ob Ihre Lebensweise (z.B. Übergewicht, Rauchen) mit
Ihren Beschwerden zusammenhängen könnte.
Sind Luftnot mit Husten und Auswurf, mit Blauverfärbung der Lippen, mit
Fieber, mit Blutdruckabfall und schnellem Puls oder mit Schmerzen im Brustkorb
verbunden, darf keine Zeit verstreichen, um die Ursache der Luftnot
auszuklären.
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