IV. Bibliografie - Universität Potsdam

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Universität Potsdam
Institut für Romanistik
Linguistisches Kolloquium WiSe 07/08
Dozentin: Prof. Dr. G. Haßler
Referentin: Anja Hennemann
11.12.07
Das Zusammenspiel der linguistischen Domänen Evidentialität und Deixis
am Beispiel des Spanischen
I.
Evidentialität und epistemische Modalität – zwei sich überschneidende
sprachwissenschaftliche Bereiche?
I.1.
Was für mich (bisher) ein idealer Lexikoneintrag zur Evidentialität gewesen wäre
Evidentialität [engl. evidence „Beweis“, „Beleg“, von lat. evidentia „Ersichtlichkeit“].
Strukturelle Dimension der Grammatik, deren Werte von Konstruktionstypen ausgedrückt
werden, die die Quelle der Informationen kodieren, die ein Sprecher weitergibt; es ist die
sprachliche Markierung der Herkunft des Sprecherwissens (→ epistemische Modalität). Als
primäre Informationsquelle gilt im Allgemeinen die eigene Anschauung; weitere wichtige
Informationsquellen sind das Hörensagen (→ Quotativ) und die Deduktionsfähigkeiten des
Sprechers (→ Inferential). Im Dt. wird E. nur peripher zum Ausdruck gebracht als spezielle
Gebrauchsweise eines Verbmodus und gewisser Modalverben (Konjunktiv des
Präsensstammes als Quotativ [...]; wollen und sollen als Subjekt- bzw. 3. Person-QuotativMarkierung [...]; muss und dürfte als starke bzw. schwache Inferential-Kennzeichnung [...].
Im engeren Sinne konzentriert sich E. auf die morphologischen Ausdrucksmittel, welche die
Quelle der Information kodieren; E. im engeren Sinne beschränkt sich auf die Untersuchung
von Sprachen mit echten evidentials. Im weiteren Sinne umfasst E. nicht nur die Nennung der
Informationsquelle, sondern auch (damit einhergehende) validative Einstellungsbekundungen
(→ epistemische Modalität), die nicht morphologisch, sondern auch mit Hilfe anderer
sprachlicher Formen ausgedrückt werden; E. im weiteren Sinne kann auch in Sprachen ohne
grammatikalisierte evidentials untersucht werden
(sozusagen: Bußmann 2002: 206 in Zusammenarbeit mit Volkmann 2005: 79 / 453).
Die Nennung der „validativen Einstellungsbekundung“ im Zusammenhang mit Evidentialität
im weiteren Sinne lässt bereits verlauten, dass für Linguisten, die als Anhänger eines eher
weiteren Evidentialitätsbegriffs bezeichnet werden können, die Trennung von Evidentialität
und epistemischer Modalität oft kaum möglich ist. Die Sprachwissenschaftler mit einer
(teilweise enorm) engen Auffassung von Evidentialität sind demnach der anderen
Haupttendenz zuzuordnen.
I.2.
Kontrastiver Überblick über verschiedene Definitionen von Evidentialität
E. im
Aikhenvald
de Haan
Nuyts
Volkmann
Chafe
E. im
engeren
↓
↓
↓
↓
↓
weiteren
Sinne________________________________________________________________Sinne
Diese Skala ergibt sich meines Erachtens wie folgt: Aikhenvald ist eine Vertreterin einer
dermaßen engen Definition von Evidentialität, dass sie einerseits nur Sprachen mit echten
evidentials untersucht und andererseits auch keine Überschneidung von epistemischer
1
Modalität und Evidentialität zugeben will. Sie fasst ihren ganz persönlichen
Evidentialitätsbegriff also sowohl grammatisch als auch semantisch sehr eng. Der nächste auf
der Skala ist de Haan, da er (wenigstens) germanische Sprachen, also Sprachen ohne
spezifische Evidentiale, hinsichtlich ihrer evidentiellen Ausdrucksformen untersucht und
dementsprechend seinen grammatischen Evidentialitätsbegriff entschieden weiter fasst als
Aikhenvald. Er darf sich auf der Skala allerdings nicht weiter rechts einordnen, da er eine
Verbindung zwischen Evidentialität und epistemischer Modalität teilweise ganz und gar zu
leugnen versucht. Ich würde ihn somit als Vertreter einer „mittleren“ Definition von
Evidentialität bezeichnen. Nuyts untersucht erstens evidentielle Markierungen im Englischen,
Deutschen und Niederländischen und streitet nicht die gelegentliche Überlappung von
epistemischer Modalität und Evidentialität ab. Daher gehört er zu den Vertretern einer
weiteren Definition von Evidentialität (in grammatischer und semantischer Hinsicht). Sowohl
mit den Untersuchungen zu Modaladverbien und –adjektiven als auch mit denen zu den
mental state predicates zeigt Nuyts, dass hier beim epistemischen bzw. subjektiven Gebrauch
eine evidentielle Dimension eindeutig mitschwingt. Was aber bemerkenswert ist, ist, dass er
sich oft um eine Trennung beider sprachwissenschaftlicher Domänen bemüht, weshalb er auf
der Skala nicht unbedingt weiter rechts einzuordnen ist. Volkmann ist eine Linguistin, die
ganz klar die epistemische Modalität als den Berührungspunkt von Modalität und
Evidentialität bezeichnet – eine sehr vernünftige Haltung, wie ich finde. Denn validative
Einstellungsbekundungen eines Sprechers werden nicht umsonst als epistemisch modalisiert
bezeichnet: Die Einstellung, die ein Sprecher zu einem Sachverhalt hat, steht in
Abhängigkeit zu seinem Wissen, was wiederum von der Art des Erwerbs dessen, also
von der Informationsquelle, abhängig ist. Chafe steht berechtigter Weise am rechten Ende
der Skala, sagt er doch in seinem Aufsatz „Evidentiality in English Conversation and
Academic Writing“, dass er den Evidentialitätsbegriff in seinem weitesten Sinne nutzen
möchte. Für die Untersuchung des Englischen fasst er seinen Begriff von grammatischer
Evidentialität weit (logisch, da es eine Sprache ohne echte evidentials ist) und den Begriff von
semantischer Evidentialität „enorm weit“, da er Evidentialität im Prinzip mit der
Sprechereinstellung zum Wissen erklärt.
Exkurs zum Begriff der Origo:
Deixis [griech., “das Zeigen”].
(1) Vorgang des Zeigens, Verweisens mittels Gesten oder sprachlicher Ausdrücke auf
Situationselemente.
(2) Eigenschaft bzw. Funktion sprachlicher Ausdrücke, die sich auf die Person-, Raum- und
Zeitstruktur von Äußerungen in Abhängigkeit von der jeweiligen Äußerungssituation bezieht […].
Man spricht insofern auch von personaler, lokaler und temporaler D. […] D. gilt als Bindeglied
zwischen Semantik und Pragmatik, insofern als die Referenz deiktischer Ausdrücke nur aus der
jeweils pragmatisch situierten Sprechsituation heraus ermittelbar ist. So lassen sich den isolierten
Aussagen: Ich habe Hunger. Hier ist es schwül. Heute ist Vollmond. keine Wahrheitswerte zuordnen,
da ihre Interpretation davon abhängig ist, von wem, wann oder wo sie jeweils geäußert werden […]
(Bußmann 2002: 149-150).
Deixis „connects all language use to situations; it is a language universal that orients the use
of language with respect to a particular time, place, and person“ (Galbraith 1995: 21).
Deiktika können nur dann korrekt interpretiert werden, wenn der Bezug zum Ich-Hier-Jetzt
gegeben ist, was den Koordinaten-Nullpunkt der Origo darstellt. Das Origo-Konzept stammt
von Karl Bühler; er unterschied das Zeigfeld der Sprache von deren Symbolfeld und nannte
den Koordinaten-Nullpunkt der sich zwei schneidenden Achsen des Zeigfeld Origo. Damit ist
die Origo das Deiktische Zentrum, von dem ausgehend Deiktika interpretiert werden.
2
II.
Ist es wirklich richtig, das Konzept der Deixis bei der Definition von
Evidentialität unerwähnt zu lassen?
Es gibt Aufsätze und Bücher zum Evidentialitätsbegriff; es gibt noch mehr
Veröffentlichungen zur Deixis. Allerdings sind bis heute äußerst wenige Werke erschienen,
die die Interaktion beider linguistischen Kategorien thematisieren. Während de Haan sich in
seinen anderen Aufsätzen hauptsächlich darum bemüht, den Leser von der ganz und gar nicht
engen Beziehung zwischen Evidentialität und epistemischer Modalität zu überzeugen, setzt er
in „Encoding Speaker Perspective: Evidentials“ einen anderen Schwerpunkt – auch wenn er
wieder gleich im ersten Satz das unterschiedlich beschriebene Verhältnis von epistemischer
Modalität und Evidentialität anspricht: Der Schwerpunkt dieses Artikels „is to argue that
evidentiality is a deictic category, not a modal one“ (1). Seiner Meinung nach haben
evidentielle Markierungen vorwiegend die Aufgabe, die Relation zwischen Sprecher und dem
von diesem beschriebenen Sacherhalt auszudrücken (1). Hierzu geht de Haan zunächst noch
einmal auf die Unterscheidung von direkter und indirekter Evidenz ein, um dann folgende
These aufzustellen:
[1]
[evidentials] are used to denote the relative distance between the speaker and the action. A
speaker will use an indirect evidential to state that the action takes/took place outside the
speaker’s deictic sphere, whereas the use of a direct evidential shows that the action takes or
took place within that deictic sphere (2).
Am Ende dieses Aufsatzes beschreibt de Haan Evidentialität – die bis dahin eine eigene
sprachwissenschaftliche Kategorie darstellte – sogar als eine deiktische (Sub-)Kategorie:
[2]
I propose to add evidentiality to the category deixis as an example of propositional deixis. An
evidential grounds an action or event with respect to the speaker; just as a demonstrative
grounds an object with respect to the speaker. In other words, the relation between a
proposition and an evidential is analogous to the relation between a noun (phrase) and a
demonstrative (29).
Demnach ordnet er Evidentialität der Art der Deixis zu, mit der auf eine Aussage bzw. einen
Sachverhalt gezeigt oder verwiesen wird. Demonstrativpronomen verhielten sich schließlich
genauso zu Nomen wie Evidentiale zu einem Sachverhalt – beide auf den Sprecher bezogen
betrachtet.
Über die bedingungslose Zuordnung der Evidentialität zur Kategorie Deixis sollte man
allerdings noch einmal in Ruhe nachdenken.
Im Einzelnen macht de Haan in „Encoding Speaker Perspective: Evidentials“ folgende
Aussagen zur Interaktion beider linguistischer Domänen:
[3]
Anderson and Keenan (1985: 259) start their article on deictic marking in a typological
framework with the following definition: “Following standard usage, we consider as deictic
expressions […] those linguistic elements whose interpretation in simple sentences makes
essential reference to properties of the extralinguistic context of the utterance in which they
occur.” Although Anderson and Keenan do not discuss evidentiality, this definition covers
evidential usage as well. Their usage makes crucial reference to the extralinguistic context.
[…] As with deictic expressions like demonstratives, evidentials have as deictic center the
speaker of the utterance (6).
[4]
There are two past tenses in Komi, usually referred to as the First and Second Past tense. The
Second Past tense is used to denote indirect evidence. […] The use of the First Past […] marks
direct evidence while the use of the Second Past on the verb […] shows that the speaker was
3
not present at the act of doing. Thus, the different uses mark different deictic distances
between speaker and action. […] consequently the choice of evidentiality, is motivated by
deictic forces (7-9).
[5]
The next language we will consider is Sanuma, a Yanomami language spoken in Brazil and
Venezuela […]. Visual evidentiality is expressed by a mix of spatial and temporal deictic
morphemes. […] In the past, an action or event is located with respect to its temporal distance
from the present […], while in the present, actions are located with respect to the position of
the speaker […], i.e. spatially (12-13).
[6]
Although the inferential is usually grouped with the quotative to form the category of indirect
evidentiality […], it is in fact a hybrid direct/indirect evidential category, because the speaker
is aware of the evidence for the action. […] In a deictic view […]. When inferentials are
grouped with (kinds of) direct evidence, the deictic presence of the speaker to the result of the
action is highlighted. This places the speaker in the sphere of the action and the fact that the
action itself may not have been witnessed becomes unimportant. When inferentials are kept
separate the fact that there is a temporal separation between the action and the speaker is
brought to the forefront [indirect evidence] (16-20).
[7]
The difference between the (a) and the (b) sentences is that the (a) sentences show the hearing
of the singing, while the (b) sentences mark the hearing of the report of the singing.
(a)
(b)
(a)
(b)
I hear Sally sing.
I hear that Sally had sung.
I heard Sally’s singing.
I heard of Sally’s singing.
There are then differences and similarities between the role of the speaker in both cases and
this can be reflected in the coding of the evidential. In the case of the (a) sentences the speaker
serves as the experiential center of the act of hearing, but in the (b) sentences he is the
recipient of the act of somebody else’s report. In other word, the deictic relation between the
speaker and the action is closer in the (a) sentences than in the (b) sentences (21).
(Konstruiertes) Beispiel aus dem Spanischen:
(1) Yo vi que don Juan le engañó a María Teresa.
(2) María Teresa me contó que había engañado por don Juan.
(3) Se dice que don Juan le engañó a María Teresa.
Das Ereignis (dass don Juan María Teresa betrogen hat) geschah in (1) innerhalb des
Deiktischen Zentrums des Sprechers; daher wird der direkte Evidentialitätsmarkierer Yo vi
gebraucht. Das Ereignis in (2) und (3) hat außerhalb der Sprecher-Origo stattgefunden.
Während der Sprecher in (3) durch Se dice das Hörensagen (indirekte Evidentialität) als seine
Informationsquelle markiert, weiß der Sprecher, der Satz (2) äußert, von dem Ereignis, weil
María Teresa ihm davon erzählte. Somit ist auch die Phrase María Teresa me contó ein
Markierer der indirekten Evidentialität. Dennoch erscheint er in diesem Kontext “direkter” als
Se dice, weil die Informationsquelle eine Person ist, die selbst Teil des dargestellten
Sachverhalts ist.
Ein weiterer Aufsatz, der die Beziehung von Deixis und Evidentialität thematisiert, wurde
1971 von Roman Jakobson geschrieben. In “Shifters, Verbal Categories, and the Russian
4
Verb”, wo er unter der gleichnamigen Kapitelüberschrift “attempts to classify verbal
categories”, sagt er:
[8]
Any verb is concerned with a narrated event. Verbal categories may be subdivided into those
which do and those which do not involve the participants of the event. Categories involving
the participants may characterize either the participants themselves […] or their relation to the
narrated event […]. Categories abstracting from the participants characterize either the
narrated event itself […] or its relation to another narrated event […]. For categories
characterizing only one narrated item […] the term DESIGNATORS will be used, while those
categories which characterize a narrated item […] with respect to another narrated item […]
will be termed CONNECTORS. […] Both designators and connectors may characterize the
narrated event (procès de l’énoncé) and/or its participants either without or with reference to
the speech event (procès de l’énonciation) […] or its participants […]. Categories implying
such a reference are to be termed SHIFTERS; those without such a reference are NONSHIFTERS (Jakobson 1971: 133-134).
Wenn Jakobson also die „verbal categories which characterize a narrated event (and/or its
participants) with reference to the speech event“ shifters1 nennt, setzt er Evidentialität und
Deixis in Beziehung zueinander.
In ihrem Aufsatz „Epistemische Modalität und Evidentialität und ihre Bestimmung auf
deiktischer Grundlage“ geht Fr. Haßler auf den deiktischen Charakter der Evidentialität ein.
Sie zeigt hier, dass gerade die Deixis als ein Kriterium der Abgrenzung von Modalität und
Evidentialität dienen kann. Ich möchte an dieser Stelle nur einige Aussagen aufgreifen:
[9]
Evidentialität ist eng mit zwei Momenten verbunden: einerseits mit der Referenz auf die
Informationsquelle und andererseits mit der epistemischen Haltung des Sprechers. In diesem
Sinne erscheint es gerechtfertigt, Evidentialität als ein deiktisches Phänomen zu betrachten,
insofern die Evidentialitätsmarkierer auf Elemente des außersprachlichen Kontextes
verweisen, nämlich auf die Informationsquelle und auf den Sprecher, der Zugang zu ihr hat
(6).
[10]
Die Deixis impliziert eine Perspektivierung vom Standpunkt des Sprechers aus, die der Hörer
ausgehend von seiner eigenen diskursiven Position reinterpretieren muss. Dieser Begriff der
impliziten Perspektivierung im Deixiskonzept erlaubt eine Unterscheidung von epistemischer
Modalität und Evidentialität (7).
[11]
Während unter Modalität monologisch die epistemische Haltung des Sprechers oder des
Autors gefasst wird, beziehen wir unter Evidentialität auch die Herstellung einer Referenz des
Hörers oder Lesers zur Informationsquelle ein [...] (7).
[12]
Evidentialität [ist] ein grundlegendes Merkmal von Sprachen, das seinen Platz eher in der
Perspektivierung als in der epistemischen Modalität findet. Evidentialität ist nicht nur eine
Referenz auf eine Informationsquelle, sondern auch ein deiktisches Phänomen, das sich auf
den Sprecher, der die Äußerung konzipiert hat, und auf seine komplexe Beziehung zur
Information und ihren Quellen bezieht. Während die epistemische Modalität die Einstellung
des Textproduzenten hinzufügt, setzt die Evidentialität die Herstellung eines Bezugs zur
Quelle des Wissens durch den Rezipienten und damit eine Beurteilung der Glaubwürdigkeit
voraus (9).
1
Was Jakobson und auch Jespersen shifters nennen, nennt Russel egocentric particulars, Peirce indexicals,
Reichenbach token-reflexives, Husserl occasional terms und Bühler deictics (Galbraith 1995: 20).
5
2006 wurde von Wachtmeister Bermúdez Evidencialidad. La codificación lingüística del
punto de vista veröffentlicht, womit er gleich im Titel seiner Arbeit deutlich macht, dass er
der Evidentialität ihren Platz in der Perspektivierung zuweist:
[13]
La deixis es un mecanismo de referencia particular que remite al contexto de enunciación y
orienta la información respecto del yo, el aquí y el ahora. Un deíctico es pues un elemento
lingüístico que no representa simplemente un objeto o un estado de cosas sino que sólo puede
interpretarse en relación con el contexto extralingüístico ligado al acto de enunciación. [...] La
evidenicalidad puede en este sentido pensarse como un fenómeno deíctico, dado que los
marcadores evidenciales son índices que apuntan a elementos del contexto extralingüístico, a
saber: la fuente de información y el participante (típicamente el hablante) que tiene acceso a
tal fuente (25).
[14]
[...] una posible solución a los problemas de las diferentes caracterizaciones del dominio de la
evidencialidad [...] sería desarrollar una caracterización del dominio de la evidencialidad que
•
•
•
•
mantenga la distinción entre evidencialidad y modalidad epistémica a partir de la
misma caracterización deíctica de la evidencialidad,
al reconocer la naturaleza deíctica de la evidencialidad reconozca asimismo el lugar
central de ésta en la conformación del sistema lingüístico,
reconozca el carácter no discreto de las magnitudes evidenciales,
alcance una adecuación descriptiva al no dejar fuera de la clasificación valores
evidenciales como el acceso a la fuente de información ni incluir significados no
evidenciales como la modalización del acierto formulativo (28).
[15]
La deixis espacial puede describirse en términos de tres magnitudes: puntos de referencia (uno
de los cuales, el centro deíctico, típicamente el hablante, desde donde se concibe la
perspectiva, es de vital importancia), distancia (lejos/cerca) y dirección. Una expresión
deíctica como aquí puede definirse como “cerca del punto de referencia representado por el
hablante” mientras que venir puede definirse como “moverse hacia la posición definida por el
hablante” (28).
[16]
La deixis evidencial puede también describirse en términos de esos tres conceptos: puntos de
referencia, distancia y dirección. [...] Los puntos de referencia serían los participantes con (o
sin) acceso a la fuente (esto es, la magnitud acceso a la información), la distancia a la fuente
de información estaría representada por el continuo entre información personal ↔ información
ajena (fuente de información) y la dirección (de acceso) a la información sería la forma
(sensorial ↔ cognitiva)[2] en la que se llega a la información (modo de acceso a la
información) (29-30).
Modo de acceso a la información: Cognitivo ↔ Sensorial
Fuente de información3: Ajena ↔ Personal
Acceso a la información: Universal ↔ Privativo
(vgl. S. 30; vgl. auch Frawley 1992).
Dirección „Richtung“ erklärt sich hier wie folgt: Was Wachtmeister Bermúdez sensorial und cognitivo nennt,
bezeichnet Frawley (1992) „auf das Deiktische Zentrum zukommend“ bzw. „vom Deiktischen Zentrum
ausgehend“.
3
Auf Seite 23 sagt Wachtmeister Bermúdez Folgendes zum Begriff „fuente de información“:
2
La noción de fuente de información [...] no debe entenderse de forma absoluta. Cuando el hablante
expresa una calificación evidencial no necesariamente está informando acerca de la fuente [...], sino más
bien está enfatizando un aspecto de un fenómeno complejo, muchas veces con un objetivo discursivo.
Un ejemplo trivial sería el caso de alguien que ve y oye que una persona determinada está entrando por
la puerta. El hablante puede decir tanto „lo veo entrar“ como „lo oigo entrar“.
6
III.
Mögliche Untersuchungsbereiche
•
Semantik/Pragmatik – Construction Grammar (Croft 2001, Fillmore 20074)
[17]
[La] división entre evidenciales léxicos y gramaticales y entre lenguas que marcan léxica o
gramaticalmente la evidencialidad es [...] una simplificación. Por un lado, la naturaleza
gramatical de una forma lingüística es siempre una cuestión de grado [...]; esto es, no es
posible trazar una clara línea divisoria entre gramática y léxico. Por lo tanto, muchas de las
formas lingüísticas que se consideran léxicas son, en mayor o menor grado, gramaticales, y
viceversa (Wachtmeister Bermúdez 2006: 2)
[18]
[N]o sólo los morfemas tienen significado, sino también las construcciones lo poseen, y
muchas veces el significado de las construcciones gramaticales [...] es de carácter evidencial
[...] (Wachtmeister Bermúdez 2006: 3).
•
Sprechakttheorien; Kommunikationswissenschaft (Diskursregeln)
[19]
[...] hemos definido la evidencialidad como un fenómeno deíctico, de naturaleza no discreta,
expresión del punto de vista del hablante y fundamentado en el contexto de enunciación y en
la relación del hablante con el oyente y con la escena que conceptualiza (Wachtmeister
Bermúdez 2006: 39).
•
Kognitionswissenschaft (Wann und warum tendiert der Sprecher dazu, was wie zu
kennzeichnen?)
[20]
The prevailing view in current research is that of evidentiality being a grammatical category to
be analysed separately from other evidential strategies. The present study challenges this view
as it attempts to broaden the perspective on how evidential meanings, expressed by various
grammatical means, fit into an overall picture of human cognition and communication
patterns. The theoretical framework adopted is that of Cognitive Grammar, which, it is argued,
is particularly suited for investigating evidentiality, in particular due to the central role given
to perspective […] (Wachtmeister Bermúdez 2006: Abstract).
[21]
La lingüística cognitiva no ve las categorías como compartimentos estancos, como conjuntos
cerrados de miembros definidos claramente por condiciones necesarias y y suficientes […]
sino como entidades de límites difusos, con zonas centrales y periferia y zonas de transición
[…]. Una categoría posee elementos o miembros más característicos, llamados prototipos, y
miembros más periféricos, que suelen constituir un paso gradual hacia otra categoría […]
(Wachtmeister Bermúdez 2006: 11).
[22]
La perspectivización es central al estudiar el significado desde el enfoque de la G[ramática]
C[ognitiva], dado que [...] para la GC significado es conceptualización y, a su vez, la
conceptualización se concibe metafóricamente en términos de percepción visual, por lo cual el
punto de vista desde el cual se conceptualiza la escena descrita es de vital importancia
(Wachtmeister Bermúdez 2006: 43).
IV.
Bibliografie
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Studies in Evidentiality, Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company, 1-31.
4
Vollständige Buchtitel: Croft, William (2001): Radical Construction Grammar und Fillmore, Charles (2007):
Construction Grammar.
7
Bühler, Karl (1990): Theory of Language. The Representational Function of Language. (Translated by Donald
Fraser Goodwin). Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.
Bußmann, Hadumod (32002): Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.
Chafe, Wallace und Johanna Nichols (1986): “Introduction”, in: Wallace Chafe / Johanna Nichols (Eds.),
Evidentiality: The Linguistic Coding of Epistemology, New Jersey: Ablex Publishing Corporation, vii-xi.
Chafe, Wallace (1986): “Evidentiality in English Conversation and Academic Writing”, in: Wallace Chafe /
Johanna Nichols (Eds.), Evidentiality: The Linguistic Coding of Epistemology, New Jersey: Ablex Publishing
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De Haan, Ferdinand: „The Relation between Modality and Evidentiality”, in: Linguistische Berichte.
→ Quelle: http://www.u.arizona.edu/~fdehaan/papers/boulder.pdf (14.12.2006)
De Haan, Ferdinand: „Encoding Speaker Perspective: Evidentials”, in: Language diversity and Linguistic
theories symposium proceedings.
→ Quelle: http://www.u.arizona.edu/~fdehaan/papers/boulder.pdf (14.12.2006)
De Haan, Ferdinand: „Evidentiality and Epistemic Modality: Setting Boundaries”, in: Southwest Journal of
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→ Quelle: http://www.u.arizona.edu/~fdehaan/papers/boulder.pdf (14.12.2006)
Fillmore, Charles J. (1997): Lectures on Deixis. Stanford: CSLI Publications.
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Nuyts, Jan (2001): Epistemic Modality, Language, and Conceptualization. A Cognitive-Pragmatic Perspective.
Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.
Volkmann, Gesina (2005): Weltsicht und Sprache. Epistemische Relativierung am Beispiel des Spanischen.
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Wachtmeister Bermúdez, Fernando (2006): Evidencialidad. La codificación lingüística del punto de vista. Tesis
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→ http://www.diva-portal.org/diva/getDocument?urn_nbn_se_su_diva-806-2__fulltext.pdf
(27.11.07)
8
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