Eine experimentelle Studie über die Effekte repräsentationaler

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Eine experimentelle Studie über die Effekte repräsentationaler
Führung auf kollaborative Lernprozesse
Suthers, Hundhausen
Die Bedeutung sozialer Prozesse und repräsentationaler Hilfen fürs Lernen ist gut etabliert,
auch wenn bisher nur wenige experimentelle Studien sich um die Kombination dieser Faktoren
gekümmert haben. Die Forschung dieses Artikels evaluiert den Einfluss von Tools für die
Konstruktion von Repräsentationen von Beweismodellen auf kollaborative Lernprozesse und
Ergebnisse. Teilnehmerpaare arbeiteten mit einer von 3 Repräsentationen (Graphik, Matrix,
Text), während sie komplexe wissenschaftliche Probleme und Probleme der öffentlichen
Gesundheit erforschten. Die abhängigen Messungen schlossen folgendes ein: (a) den Inhalt der
Äußerungen der Teilnehmer und repräsentationalen Aktionen und das Timing dieser Äußerungen
und Aktionen im Hinblick auf die Zugänglichkeit von Informationen. (b) einen Multiple-ChoiceTest der Fähigkeit, die Daten, Hypothesen und Beweisbeziehungen abzurufen, (c) die Inhalte eines
geschriebenen Aufsatzes. Die Ergebnisse zeigen, dass repräsentationale Darstellungsarten
signifikante Effekte auf die Interaktionen der Lernenden haben und sich hinsichtlich ihres
Einflusses auf die nachfolgende kollaborative Benutzung des Wissens, das manipuliert wird,
unterscheiden können. Zum Beispiel führten Graphik- und Matrix-Benutzer früher dargebotene
Informationen mehr als Text-Benutzer aus. Repräsentationen und die Diskussion von
Beweisbeziehungen war, wie vorausgesagt, quantitativ am größten für Matrix-Benutzer, auch wenn
dies auf Kosten exzessiver Betrachtung und Revision unwichtiger Beziehungen geschah. GraphikBenutzer waren möglicherweise in ihrer Betrachtung mehr auf Beweise fokussiert, und die Arbeit,
die in der Graphik-Repräsentation getan wurde, hatte den größten Einfluss auf die Inhalte der
Aufsätze. Obwohl die Arbeit auf die erste Benutzung von Repräsentationen in einem Laborsetting
limitiert ist, zeigt sie, dass repräsentationale Führung kollaborativen Lernens wert ist, untersucht zu
werden, und viele Linien zukünftiger Forschung vorschlägt.
Einleitung
Die Wichtigkeit sozialer Prozesse beim Lernen ist gut etabliert, die Wichtigkeit repräsentationaler
Hilfen für individuelles Verstehen und Problemlösen auch, aber nur wenige Studien haben sich
bisher um die Kombination dieser Faktoren gekümmert: die Rolle repräsentationaler Hilfen bei der
Unterstützung von Gruppenlernprozessen.
Die Forschung dieses Artikels kümmert sich um die Frage, wie man repräsentationale Systeme
gestalten könnte, die kollaborative Lernprozesse wie Diskurs auf eine positive Art leiten und
unterstützen könnte.
Frühere Arbeiten von Suthers et al. zu Belvedere (Netzwerkumgebung für die kollaborative
Konstruktion von Beweis-Maps) schlug vor, dass der representational bias von Tools wie Belvedere
die Diskussion von Schülern beeinflussen könnte. Andere Forscher untersuchten andere Systeme,
die Wahl von Repräsentationen für diese Systeme basierte aber generell nicht auf systematische
Vergleiche der Effekte von Repräsentationen auf kollaboratives Lernen.
Suthers und Kollegen unternahmen eine Klassenzimmerstudie repräsentationaler Effekte, die im
Schlussfolgerungsteil dieses Artikels diskutiert wird.
Rollen externaler Repräsentationen bei kollaborativem Lernen
Die Forschung zeigte, dass die Wahl von Repräsentationen die Wahrnehmung eines Individuums
eines Problems und deshalb die Leichtigkeit einer Lösungsfindung beeinflussen kann.
Man könnte fragen, ob es reicht, von dieser Arbeit zu extrapolieren und repräsentationale Effekte
auf Gruppen durch die Aggregation von Effekten auf Individuen vorherzusagen. Die Autoren
glauben, dass die Benutzung von Repräsentationen durch verteilte Kognitionen zusätzliche
emergente Phänomene beinhalten könnte. Externale Repräsentationen spielen mindestens 3 Rollen,
die einzigartig für Situationen sind, in denen eine Gruppe geteilte Repräsentationen als Teil einer
konstruktiven Aktivität konstruieren und manipulieren:
1. Die Initiierung von Verhandlungen über Bedeutung
Ein Individuum, das eine geteilte Repräsentation modifizieren oder etwas hinzu fügen will, kann
eine Verpflichtung fühlen, Zustimmung von den Gruppenmitgliedern zu bekommen.
2. Als repräsentationaler Stellvertreter zu Zwecken gesturaler Deixis dienen
In den Köpfen der Teilnehmenden entsteht eine reichere Bedeutung der Komponenten einer
gemeinsam konstruierten Repräsentation. Diese Komponenten können als einfacher Weg gelten,
sich auf soeben entwickelte Ideen zu beziehen, wodurch diese Bezugnahme eher durch gesturale
Deixis vereinfacht wird als durch verbale Beschreibungen. Die konzeptionelle Komplexität wird
vereinfacht.
3. Grundlage für implizit geteiltes Bewusstsein bereit stellen
Gruppengedächtnis, das die Teilnehmenden an frühere Ideen erinnert und vielleicht als Agenda für
zukünftige Arbeit dient. Individuelle Arbeit profitiert auch von einem externalen Gedächtnis, aber
im Gruppenfall denkt man dann zusätzlich daran, dass die anderen eventuell etwas zu meckern
haben. Es wird dann schwieriger, Implikationen früherer Ideen zu ignorieren, wenn man implizit
weiß, dass auch die Gesprächspartner durch die Repräsentationen an sie erinnert werden können.
Repräsentationale Leitung
Repräsentationale Darstellungsarten können sich darin unterscheiden, welche Informationen sie
ausdrücken können, welche sie salient machen und welche Verstehensprozesse sie fördern. Die
Autoren sagen, dass die Arten, auf die ein kollaborativ gebildetes repräsentationales Artefakt die
soeben diskutierten Rollen (1-3) spielen können, von der Expressivität und Salienz von
Informationen der Notation abhängt. Die Lernenden benutzen repräsentationale Werkzeuge, um
Stellvertreter für ihr emergierendes Wissen in einem überdauernden visuellen Medium zu
konstruieren, das alle sehen können. Die repräsentationale Führung ihres gewählten Tools begrenzt,
welches Wissen im geteilten Kontext ausgedrückt werden kann, und macht einiges dieses Wissens
zugänglicher und zum Diskussionsthema. Darum könnten die kognitiven und sozialen
Anstrengungen von Repräsentationen von den Begrenzungen und der Zugänglichkeit ihrer
Notationen vorhergesagt werden. Dieser repräsentations-spezifische Einfluss wurde
repräsentationaler Fehler genannt, oder repräsentationale Führung.
Überblick über die Studie
Pärchen von Collegestudenten erforschten ein Problem im Bereich öffentliche Gesundheit. Die
Autoren maßen den Einfluss von Repräsentationstools auf die Aktivität der Teilnehmer und die
Gespräche, die sich um Beweisbeziehungen und ihre nachfolgende Elaboration drehten.
4 Spezifische Hypothesen:
H1: Ontologischer Fehler der Repräsentationen beeinflusst die Benutzung von epistemologischen
Konzepten. Autoren sagen vorher, dass Teilnehmer, die Graphiken oder Matrizen konstruierten,
Ideen eher als „Hypothesen“ und „Daten“ klassifizieren würden als die, die Textdokumente
bildeten.Von diesen wird nämlich verlangt, dass sie die Behauptungen und Beziehungen
kategorisieren.
-> wurde nicht bestätigt!
H2: Sagte vorher, dass die Teilnehmer, die die Matrizen bildeten, mehr über Beweisbeziehungen
reden würden als die Teilnehmer, die Graphiken bildeten, und diese beiden Gruppen würden mehr
über Beweisbeziehungen reden als Teilnehmer, die Textdokumente bildeten.
Diese Vorhersage wurde gemacht, weil die Repräsentationen von Beweisbeziehungen nicht
zugänglicher als sonst irgendwas in einer textlichen Repräsentation ist. Im Gegensatz dazu
repräsentieren Graphiken Beziehungen mit einem expliziten Objekt (Link), deshalb muss man
solche Links konstruieren, und Matrizen zwingen zu allen möglichen Relationen mit einem leeren
Feld.
-> wurde nicht bestätigt, denn Matrizen führten zu mehr solchen Diskussionen als Graphiken
gleichwertig mit Text
H3: Sagte vorher, dass die Teilnehmer, die Matrizen konstruieren, mehr über früher repräsentierte
Informationen elaborieren als die, die Graphiken konstruieren, und dass beide dieser Gruppen mehr
als die elaborieren würden, die Textdokumente konstruierten.
Diese Vorhersage wurde gemacht, weil die Notationen sich in a) Zugänglichkeit der Information
und b) dahingehend unterscheiden, ob sie Betrachtungen der Beziehungen zwischen neu und früher
repräsentierten Informationen vorschlagen. Von einem pädagogischen Standpunkt aus helfen
Repräsentationen, die Elaborationen zu früher repräsentiertem Wissen fördern, den Teilnehmern,
dieses Wissen mit ihrem existierenden Wissen zu integrieren, was zu einer besseren Merkfähigkeit
führt. Die Ergebnisse bestätigten einige der Vorhersagen, abhängig davon, was elaboriert wurde.
Das Ergebnismuster suggeriert, dass die Qualität von Graphikbenutzern am höchsten ist.
-> teilweise bestätigt, denn Qualität der Elaborationen bei Graphik am besten, aber nicht quantitativ
am meisten
H4: Sagte vorher, dass diese Prozessunterschiede zu signifikanten Unterschieden in den
Lernergebnissen und nachfolgenden Produkten der Erhebung führen würden. Spezifisch: die, die
Matrizen bildeten, würden sich an mehr Daten, Hypothesen und Beweisbeziehungen erinnern als
die, die Graphen bildeten, und die, die Graphen bildeten, würden sich an mehr Daten, Hypothesen
und Beweisbeziehungen erinnern als die, die Textdokumente bildeten.
Diese Vorhersage wurde gemacht, weil Repräsentationen, die die erhöhte Betrachtung von
Beweisbeziehungen fördern, zu mehr Elaboration führen. Diese sollte dazu führen, dass man sich an
mehr erinnert und die früheren Infos besser nutzt.
-> nicht signifikant
Design
uV: Software (Graphik, Matrix, Text)
aV: Äußerungen und Repräsentationen, Wiedererkennen im Multiple Choice, Wiedergabe in
Aufsätzen
Teilnehmer
60, Hawaii
Materialien





3x Software (graph (=Concept Map), Matrix, text)
Siehe Abbildungen im Text (rechts Infoseiten, in allen drei Bedingungen gleich, links
jeweilige Bearbeitungsmöglichkeit)
Weiterklicken  nächste Seite, keine Möglichkeit zurückzugehen
Sequenz der Infoseiten gleich gehalten (ähnliche Bedingungen für alle + Tn mussten alles
aufschreiben, was ihnen wichtig erschien)
Texte:
o 1) Gründe für Dinosauriersterben
o 2) ALS-PD (neurologische Krankheit, die Symptome von Parkinson und Demenz
vereinigt, was historisch vor allem auf den Guam-Inseln vorkam).
Aufgabe
Nach Vorbereitung bekamen die Teilnehmer ein Leitbild, das erklärte, dass die sich für eine
imaginäre Feldreise nach Guam vorbereiten sollten, indem sie einen Hintergrundartikel über die
ALS-PD-Krankheit studierten, mit dem ultimaten Ziel der Entdeckung des Grundes für die
Krankheit. Sie würden dieses Ziel erreichen, indem sie eine Reihe von Hypothesen formulieren
sollten, die den Grund betreffen, und Daten für und gegen diese Hypothesen evaluieren. Die
Teilnehmer wurden instruiert, dass das Fenster auf der rechten Seite Hintergrundforschung
präsentieren würde,eine Seite auf einmal. Sie wurden instruiert, die Informationen auf jeder Seite zu
belegen, indem sie das Software-Tool im linken Fenster benutzen, und dass sie nicht berechtigt sein
würden, eine Seite noch mal anzuschauen. Schließlich wurde ihnen gesagt, dass sie nach Lesen der
Infos einen kurzen Multiplechoicetest ablegen würden, der ihre Bekanntheit mit den präsentierten
Informationen testen sollte, und dann mit ihren Partnern arbeiten sollten, um einen Aufsatz zu
schreiben, der die Ergebnisse ihrer Forschung zusammenfasst.
Inhalt:
a) kurzer Paragraph, der jede Hypothese beschreibt und Zusammenfassung der Beweise dafür und
dagegen
b) zusammenfassender Paragraph, der die Hypothesen identifiziert, von denen sie dachten, dass sie
von den Beweisen am besten unterstützt würden
Die Teilnehmenden
Gedächtnisaufgabe.
leisteten
ihre
Arbeit
eher
als
Problemlösungsaufgabe
Ablauf
 Einführung in die Studie
 10 Minuten Einführung in die Software (Vorlesen + Demonstration)
 12 Minuten Aufwärmproblem (keine Verbindung zu Problem in der Studie)
 Hauptproblem (ALS-PD): soviel Zeit, wie nötig für alle 15 Infoseiten
 Nach letzter Seite noch zusätzliche Zeit zur Bearbeitung in Dyaden möglich
 20 Minuten Multiple Choice Posttest
 30 Minuten gemeinsame Essayerstellung mit Word
Datensammlung und Transformation..
Gewinnung von Sitzungsdaten
Video, Logs, alles transkribiert, codiert.
denn
als
Codierung von Lernsitzungssegmenten
1) Beweisbeziehungen
2) Epistemische Klassifikation
3) Reflektion
4) Beweis
5) Gespräche über das Tool
6) Domänengespräche
7) aufgabenbezogen
8) nicht aufgabenbezogen
Zusätzlich wurden Themensegmente mit vier Modifizierungskategorien kodiert, je nachdem ob sie
- Verbal oder repräsentational
- neu eingeführt oder wiederholt
- konzeptionell oder Tool-basiert waren
Codierung von Informationsitems
Beispiele für Referenzdatenitems, Hypothesen und Beweisbeziehungen:
- Alle ALS-PD-Patienten in Guam zwischen 1947 und 1952 waren Eingeborene aus Guam
- Aluminium ist das dritthäufigste im Überfluss vorkommende Element auf der Erde und viele
Plätze haben einen aluminiumreichen Boden. Ein Experte behauptet, dass ALS-PD in Guam nicht
einfach durch das Ausgesetztsein von Aluminium verursacht werden kann
- Beim Studieren der Familiengeschichten von Umatac fand ein Genetiker keine definitiven
typischen Muster für eine genetische Krankheit
Codierung von Elaborationen
Verschiedene Analysen befassen sich mit dem Ausmaß, in dem alternative Repräsentationen die
Teilnehmer dazu ermutigen, früher repräsentierte Items wieder anzuschauen und zu elaborieren.
Weil die Autoren sich vor allem für Elaborationen interessierten, die eher von den Repräsentationen
der Teilnehmer angetrieben wurden als von den Informationsseiten der Autoren, operationalisierte
die Analyse Elaboration als jede Bezugnahme auf ein Item, das stattfand, während die Teilnehmer
eine Informationsseite anschauten, die der Seite folgte, die sie bei der ersten Repräsentation des
Items sahen. Eine Bezugnahme könnte jede der folgenden 4 Formen annehmen:
- Explizite verbale Bezugnahme auf das Item
- Implizite verbale Bezugnahme auf das Item durch den repräsentationalen Stellvertreter des Items
- Verbale oder repräsentationale Formulierung von oder Bezugnahme auf eine Beweisbeziehung,
die das Item beinhaltet (im Fall von Datemitems und Hypothesen)
- Eine repräsentationale Veränderung (z.B. die Veränderung einer Beweisbeziehung von „+“ zu „-“
oder Veränderung des Wortlauts eines Items)
Das Zählen der Posttests
Jeder der Fragen hatte 4 mögliche Antworten und eine „Keine der oben genannten“. Es gab einen
Punkt für jede korrekte Antwort und ein halber Punkt wurde abgezogen für jede falsche Antwort.
Es war aber nicht möglich, am Ende weniger als 0 Punkte zu haben.
Die Codierung und das Scoring der Aufsätze
Die Datenitems, Hypothesen und Beweisbeziehungen in den kollaborativen Aufsätzen wurden
gezählt. Danach wurde jede Beweisbeziehung hinsichtlich ihrer Beweisstärke, inferentielle
Schwierigkeit und inferentielle Spanne gescored.
Ergebnisse und Diskussion
Datenkategorie
Messung(en)
Hypothesen
Zusammenfassung der Ergebnisse
Lernsitzung
1) Aktivitäten und Basiszählungen
Gespräche
Keine signifikanten Unterschiede in Zeiten
der Aufgabenbearbeitung oder Quantität von
Aktivitäten oder Gesprächen
Epistemologische
Klassifikationen
H1
Keine
signifikanten
Unterschiede
in
Benutzung theoretischer und empirischer
Kategorien
Beweisbeziehungen
H2
Matrixbenutzer kümmerten sich eher um
Beweise
H2
Verschiedene
Unterschiede
bestehen
hinsichtlich Quantität und Abdeckung von
Daten, Hypothesen und präsentierten
Beweisbeziehungen
Repräsentierte
Daten H2
und
Hypothesen
miteinander verbinden
Die Matrix-Benutzer repräsentierten mehr
der zugänglichen Beweisbeziehungen
3)
Elaboration Wieder anschauen von H3
repräsentierter Items Daten und Hypothesen
Die Elaboration war größer bei strukturierten
Repräsentationen als bei Text. Keine
zeitlichen Unterschiede wurden gefunden.
Wieder anschauen von H3
Beweisbeziehungen
Die Elaboration war in allen Gruppen
niedrig, aber größer bei Matrix wegen
wiederholtem
Wiederanschauen
und
Modifizierung von Relationen
Basiszählungen
Die Textbenutzer schrieben über mehr
Hypothesen als die anderen Gruppen
2) Repräsentation der Basiszählungen
Items
Ergebnismessungen
Aufsätze
RepräsentationsAufsatz-Überlappung
Posttest
H4
Die Arbeit, die mit den Repräsentationen
gemacht wird, hat den größten Einfluss auf
den Aufsatzinhalt in der Graphik
Inferentielle
Qualität H4
von Beweisbeziehungen
Trends in der vorhergesagten Richtung
waren nicht signifikant
Posttestwerte
Keine Unterschiede wurden gefunden
Allgemeine Diskussion
H4
- Graphikbenutzer repräsentierten die wenigsten Items. Text- und Matrixbenutzer repräsentierten
mehr Hypothesen, als aus den Materialien ableitbar waren und Matrixbenutzer hatten mehr
Beweisbeziehungen als die Autoren in ihrer Analyse (H2).
- Das exzessive Beweisen der Matrix für die Betrachtung aller möglichen Beweisbeziehungen
brachte die Teilnehmenden dazu, Beweisprobleme mehr zu diskutieren und repräsentieren als
Benutzer anderer Repräsentationen (H2).
- Benutzer von visuell strukturierten Beziehungen schauten sich früher diskutierte Ideen öfter als
Textbenutzer an (H3). Die Matrixbenutzer schauten frühere Daten und Hypothesen hauptsächlich
an, um die Matrixzellen auszufüllen, die sie verbanden.
- Das Wiederanschauen von Beziehungen war selten außer für die Matrixbenutzer, die oft ihre
Beziehungen modifizierten (H3).
- Die repräsentationale Arbeit, die von den Graphikbenutzern getan wurde, hatte einen geringfügig
größeren Einfluss auf den Inhalt ihrer Aufsätze als die repräsentationale Arbeit, die von Benutzern
von Text oder Matrix geleistet wurde (H4).
Die Autoren nehmen diese Ergebnisse als Existenzbeweis dafür, dass die Wahl repräsentationaler
Notation für kollaborative Lernanwendungen signifikante Effekte auf die Interaktionen der
Lernenden haben können (H2 und H3) und sich hinsichtlich ihres Einflusses auf die nachfolgende
kollaborative Benutzung des manipulierten Wissens unterscheiden können (H4). Spezifisch: visuell
strukturierte und beschränkte Repräsentationen können Leitung für kollaboratives Lernen bieten,
das durch einfachen Text nicht hervorgebracht wird. Jedoch ist nicht alle Leitung gleich und mehr
ist nicht notwendigerweise besser. Zum Beispiel ist es möglich, die Betrachtung irrelevanter
Beziehungen zu überbeweisen.
Jedoch sollten die hier beschriebenen Effekte nicht als deterministisch verstanden werden. Experten
profitieren von den Anforderungen einer Repräsentation, ohne davon fehlgeleitet zu werden.
Angemessene Instruktion und Erfahrung kann den Lernenden helfen, ähnliche „Sophistikation“ bei
der Benutzung von Repräsentationen zu entwickeln. Jede Repräsentation hat ihre Vor-und Nachteile
und kann für eine gegebene Anwendung die beste Wahl sein.
Die Autoren spekulieren, dass die Graphik am sinnvollsten für das Gewinnen und Verbinden von
Daten durch die Relationen sein wird, die ihr Einschließen motivierten und Matrix am sinnvollsten
fürs nachfolgende Abchecken, dass keine wichtigen Beziehungen falsch gemacht wurden und für
die Suche nach Beweismustern sein wird.
Lehrimplikationen
Die Klassenzimmerumgebung unterscheidet sich in vielen Aspekten vom Labor, vielleicht vor
allem dadurch, dass es viele Schülergruppen gibt, die an ihren Projekten arbeiten und ihre Arbeit
gegenseitig untersuchen und ein Lehrer herum geht, um diese Aktivitäten zu überwachen und zu
leiten. Als Ergebnis wird es zusätzliche Konversationen geben, die auf diese Repräsentationen
zentriert sind. Die Autoren erwarten, dass repräsentationale Notierungen diese Konversationen auch
beeinflussen. Lehrer sowie Peers anderer Gruppen haben wahrscheinlich nicht an den
Verhandlungen teilgenommen, die Repräsentation mit Bedeutungen für die versorgen, die sie
gebildet haben. Nichtsdestotrotz würde eine Repräsentation, die den konzeptionellen Inhalt und das
Potential für zukünftige konstruktive Arbeit zugänglich macht, besser das Coaching zwischen den
Gruppen und dem Lehrer unterstützen als die, die das nicht taten. Darum gestalteten die Autoren die
Version von Belvedere, um schnelle Überblicke zu erleichtern.
Andere Unterschiede, die im Klassenzimmer erwartet werden, sind 1) ein höher strukturierter
Schüler-Computer-Anteil, 2) weniger begrenzter Zugang zu Informationen und möglicherweise 3)
mehr Zeit für die Aufgabe.
Eine größere Gruppengröße kann in sozialen Effekten wie mehr Engagement von einigen der
Individuen resultieren. Obwohl diese Probleme aus Gründen auftreten, die mit den
Repräsentationen nicht verbunden sind, können visuell zugängliche Repräsentationen denjenigen,
die nicht nah am Bildschirm sind, ermöglichen, ihre Aktivitäten besser zu leiten und kommentieren
als dies mit textlichen Repräsentationen möglich ist.
Repräsentationale Aspekte, die den Zugang zu Informationen nicht begrenzten oder kontrollierten,
wurden von den Autoren in ihrer Pilotstudie vorgeschlagen,. Jedoch neigten einige Schüler dazu,
die Materialien zu durchsuchen, bevor sie anfingen, das bereitgestellte Modellierungstool zu
benutzen. Unter ähnlichen Umständen im Klassenzimmer kann repräsentationale Führung kein
Faktor sein, bis die Schüler angefangen haben, das Tool zu benutzen.
Eine Steigerung der Zeit für die Aufgabenbearbeitung verlangt Lehrplanänderungen und würde von
einer Blockplanung profitieren. Mit mehr Zeit für die Aufgabenbearbeitung würden die Autoren
gern untersuchen, wie die Benutzung von Repräsentationen bei den Lernenden sich über die Zeit
verändert.
Ein paar Beweise, dass repräsentationale Führung eine Rolle im Klassenraum spielt, wird von Toth
et al. (2002) geliefert. Diese Klassenraumstudie beinhaltete größere Gruppen, die unbegrenzte
Benutzung von Repräsentationen und mehr Zeit für die Aufgabenbearbeitung. Die Studie verglich
zwei Arten von Leitung für die Befragung: Die graphischen Repräsentationen von Belvedere von
Beweisbeziehungen und Einschätzungsrubriken. Die Assessmentrubriken waren Diagramme auf
Papier, die detaillierte Kriterien für Fortschritt in Datensammlung, Evaluation gesammelter
Informationen, Qualität der Berichte und Qualität von Peer-Präsentationen beinhalteten. Die
Rubriken wurden den Schülern zu Beginn der Studie mit expliziten Instruktionen gegeben, die ihre
Benutzung während der Aktivität betrafen, um die Erhebung zu leiten. Ein 2 * 2 – Design kreuzte
Graphik (Belvedere) mit Text (Microsoft Word) – Beindungen mit Rubrik- vs. nicht-Rubrik –
Bedingungen, verteilt zwischen vier neunten Klassen, die ca. 2 Wochen an jedem der drei
Befragungsprobleme arbeiteten.
Signifikante Ergebnisse wurden für die epistemologische Kategorisierung der Daten (H1, die in
dieser Studie nicht signifikant war) und die Anzahl an Rückschlüssen erzielt, die in Form von
Beweisbeziehungen berichtet wurde. Die Kombination von Graphiken und Rubriken resultierte in
einer größeren Anzahl an Rückschlüssen im Vergleich zu allen anderen Bedingungen; die
Benutzung von Graphiken oder Rubriken allein resultierte nicht in einer signifikant besseren
Leistung im Vergleich zu den Textgruppen. Interessanterweise war diese Interaktion hauptsächlich
darauf zurückzuführen, dass die Graphik/Rubrik-Schüler signifikant mehr inkonsistente Relationen
aufzeichneten. Also scheint es einen synergistischen Effekt zwischen effektiven Repräsentationen
und Leitlinien für ihre Benutzung zu geben, vor allem im Hinblick auf Beachtung diskrepanter
Beweise. Die Rubriken ermutigen die Schüler, nicht bestätigende und bestätigende Informationen
zu suchen und aufzuzeichnen und Belvedere bietet explizite repräsentationale Hilfsmittel dafür.
Zukünftige Arbeit
lass ich mal weg
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