S. 385

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Interaktion in Dyaden
Def.: Kleingruppe = eine Gruppe deren Mitgliederzahl niedrig genug ist, sodass
alle Mitglieder sich einander persönlich kennen und die Möglichkeit direkter
Interaktion haben. z.B. eine Schulklasse
Def.: Dyade = die kleinste Form einer Gruppe, sie besteht aus zwei Personen.
Eine Kleingruppe ist aus mehreren Dyaden zusammengesetzt, wobei jede Person an
allen Dyaden beteiligt ist.
Bsp.: Vier Personen, A, B, C, D arbeiten in einer Referatsgruppe zusammen, so
entsteht eine Gruppe aus sechs Dyaden, denn jeder interagiert mit jedem: (A,B), (A,C),
(A,D), (B,C), (B,D), (C,D).
Typen von Interaktionssequenzen
Def.: Interaktionssequenzen sind z.B. Gespräche, Verhandlungen, Diskussionen.
Dabei beeinflusst jede Verhaltensweise des einen Interaktionspartners die folgende
Reaktion des anderen Partners. Dessen Reaktion beeinflusst wiederum die nächste
Reaktion des ersten Partners.
Die einzelnen Verhaltensschritte in Interaktionen sind nicht nur Reaktion auf das
Verhalten des Anderen, sondern werden auch durch eigene Absichten bestimmt.
Jeder Interaktionsschritt wird durch innere und äußere Faktoren determiniert.
In Abhängigkeit von den relativen Anteilen innerer und äußerer Faktoren
unterscheiden Jones/Gerard vier Grundtypen von Interaktionssequenzen:
1) Pseudokontingenz (innere Verhaltensdeterminanten):
 Die Verhaltensschritte beider Partner werden durch eigene Pläne
(selbstproduzierte Stimuli) bestimmt.
 Lediglich die zeitliche Gliederung des Verhaltens wird durch soziale Reize
gesteuert (wenn A aufhört zu sprechen, beginnt B zu sprechen)
 Bsp.: Rollenspiele wo die Texte für die Personen schon vorgegeben sind.
2) Asymmetrische Kontingenz (innere Determinanten für A und äußere für B)
 A richtet sich nach seinen eigenen Plänen und wird kaum durch die Reaktionen
von B beeinflusst.
 B richtet hingegen sein Verhalten in erster Linie nach A aus.
 Bsp.: wenn B keine bestimmten Pläne und Absichten hat, wenn B sich nicht
durchsetzen kann weil es Machtunterschiede gibt oder wenn A unnachgiebig
ist.
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Interaktion in Dyaden
3) Reaktive Kontingenz (äußere Determinanten für A und B)
 A und B reagieren aufeinander und verfolgen dabei keine eigenen Pläne. Beide
Partner handeln spontan und haben keine Ziele, die sie während der Interaktion
erreichen wollen. Sie reagieren lediglich auf das Verhalten des anderen.
 Bsp.: nette Unterhaltungen, wo man von einem Thema zum nächsten springt.
4) Wechselseitige Kontingenz (äußere und innere Determinanten für A und B):
 A und B handeln beide nach eigenen Plänen, gleichzeitig aber auch
situationsangepasst. Jeder hat die Absicht bestimmte Ziele zu verwirklichen
(z.B. den anderen überzeugen). Die einzelnen Verhaltensschritte werden auf die
Reaktion des Partners abgestimmt.
 Bsp.: Diskussionen
Interaktionsmodell von Argyle und Kendon zur Beschreibung
wechselseitiger Kontingenz
Der zentrale Gedanke in diesem Modell ist die Betrachtung von Interaktionen als
soziale Fertigkeiten.
Wahrnehmung
(Vergleich von Istund Sollwert)
Motiv
(Pan, Ziel)
Übersetzung
Verhalten
(Motorik)
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Änderung in der
Außenwelt
(Situation)
Interaktion in Dyaden
Motivation (Pläne):
 Die meisten sozialen Interaktionen entstehen aufgrund bestimmter Motive. Es
kann ein Anreiz sein, den Partner zu überzeugen, zu erheitern oder von ihm
möglichst positiv bewertet zu werden.
 Solche Interaktionsziele können als Pläne aufgefasst werden, die
Zielhierarchien beinhalten.
 Als oberstes Ziel kann ein allgemeines Streben nach sozialer Anerkennung
vorliegen. Diesem sind bestimmte Motive untergeordnet – z.B. von bestimmten
Personen positiv bewertet zu werden.
 Wird ein Teilziel erreicht, so wird zum nächsten übergegangen.
Wahrnehmung:
 Das Verhalten des Interaktionspartners wird wahrgenommen und interpretiert.
 Als Interaktionsteilnehmer muss man wissen, welche Reize besondere
Aufmerksamkeit verdienen (z.B. Blickdauer und Blickrichtung).
 Genauso wichtig ist es zu wissen, dass Handlungen die nicht zu positiven
Konsequenzen führen oder mit viel Aufwand verbunden sind, mehr
Rückschlüsse über den Handelnden zulassen als belohnte Handlungen.
Übersetzungsprozesse:
 Die ursprünglichen Pläne und die Wahrnehmung des Interaktionspartners
führen gemeinsam zu Übersetzungsprozessen.
 Der Plan, dem anderen gefallen zu wollen und die Wahrnehmung, dass dieser
Intelligenz für eine wertvolle Eigenschaft hält, resultiert in der Absicht, den
Eindruck eines besonders intelligenten Menschen zu erwecken. Diese Absicht
wird in motorische Reaktionen übersetzt.
 Die Übersetzungsprozesse laufen mehr oder weniger bewusst ab.
Motorik:
 Die Ergebnisse der Übersetzungsprozesse werden durchgeführt. Voraussetzung
dafür ist, dass die geplanten Verhaltensschritte verfügbar bzw. gut gelernt und
eingespielt sind.
 Die von den Übersetzungsprozessen geplante Motorik kann dabei genau wie die
Motivation als Planhierarchie aufgefasst werden.
Rückmeldung und Korrekturen:
 Bei Interaktionen ist der Vergleich von Ist- und Sollwert sowie die daraus
resultierenden Plan- und Verhaltenskorrekturen von großer Bedeutung.
 Stellt man fest, dass das Gespräch bisher nicht zielführend war (an Stelle von
Lob tritt beim Partner ein abgewandtes, gelangweiltes Gesicht auf), so muss das
Verhalten und evtl. Teilziele geändert werden.
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Interaktion in Dyaden
Warum scheitern Interaktionsprozesse?
 Beeinträchtigung der Wahrnehmung des Partners durch falsche Interpretation
seiner Handlungen oder dem Beobachten irrelevanter Reize.
 Störung des Vergleichs von Ist- und Sollwerten.
 Mangelhafte Übersetzungsprozesse (man weiß was zu tun ist, aber man weiß
nicht wie es getan werden soll).
 Störung der Motorik durch Erregung und Überaktivierung/Nervosität.
Selbstdarstellung in sozialen Interaktionen
Viele Menschen sind bemüht, einen guten Eindruck bei ihren Interaktionspartnern zu
hinterlassen. Sie steuern beispielsweise ihr Verhalten dorthin gehend, was sie für
passend oder günstig halten. Andererseits gibt es Personen, die ihr Verhalten dadurch
nicht abhängig machen und machen sich auch wenig Gedanken darüber, ob sie einen
positiven Eindruck hinterlassen.
SNYDER entwickelte einen Fragebogen-Test, der die individuellen Unterschiede in
Motivation und Fähigkeit zur vorteilhaften Selbstdarstellung erfasst, die
„Selbstüberwachungsskala“ (Self-monitoring-scale). Es zeigte sich, dass Personen,
deren Motivation und Fähigkeit zur günstigen Selbstdarstellung aus beruflichen
Gründen (z.B. Schauspieler, Politiker) einen höheren Punktewert in der
Selbstüberwachungsskala erreichten als eine Versuchsgruppe von Studenten.
 SNYDER nimmt an, dass Personen mit einer starken
Selbstüberwachungstendenz in jeder Situation fragen, „was diese Situation von
ihnen verlangt“ – d.h. welche Verhaltenweisen angemessen wären, um einen
„günstigen Eindruck“ zu hinterlassen. Wie machen sie das? - Sie „stellen sich
eine Person vor“, welche möglichst gut zur gegebenen Situation passt und
„imitieren“ diese.
o Personen mit geringer Selbstüberwachungstendenz orientieren sich nicht an
„prototypischen“ Personen, sondern an „ihrem Selbstbild“!
 Personen mit hoher Selbstüberwachungstendenz richten sich nach der
jeweiligen Situation, daher ist ihr Verhalten NICHT KONSTANT und werden
auch häufiger den Einstellungen widersprechen.
o Personen mit geringer Selbstüberwachungstendenz orientieren sich an ihrem
KONSTANTEN SELBSTBILD und ihr Verhalten wird situationsabhängig sein
und meistens mit den Einstellungen übereinstimmen.
In manchen Situationen kommt ein selbstüberwachendes Verhalten zur Wirkung, z.B.
in neuen, unvertrauten Situationen und Interaktionen mit wichtigen Personen. Hier ist
man motiviert, sozialen Hinweisreizen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Das
eigene Verhalten wird bewusst und situationsangepasst KONTROLLIERT!
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Interaktion in Dyaden
Diese nun erwähnten Hypothesen wurden in mehreren Untersuchungen überprüft und
bestätigt.
1. DE BONO und HARNISH:
Starke Selbstüberwacher sind vor allem an Mitteilungen interessiert, die von
SYMPATHISCHEN und BEKANNTEN Sendern stammen, wie z.B. von
öffentlichen Ämtern.
Während schwache Selbstüberwacher eher an Mitteilungen von EXPERTEN
interessiert sind, z.B. von Wissenschaftlern.
Daher sollten starke Selbstüberwacher Mitteilungen von sympathischen
Sendern auf dem zentralen Weg und Mitteilungen von Experten nur heuristisch
verarbeiten, und bei den schwachen Selbstüberwachern umgekehrt.
2. SNYDER und DE BONO:
Starke Selbstüberwacher werden von Werbestrategien beeinflusst, die das
Image eines Produktes betonen und die darauf hinweisen, dass durch den Kauf
und Besitz des Produktes man an „Ansehen gewinnt“.
Den schwachen Selbstüberwacher überzeugen die „Vorzüge eines Produktes“.
3. SNYDER, BERSCHEID und MATWYCHUK:
Abschließend ist noch zu erwähnen, dass dem starken Selbstüberwacher das
Aussehen eines Menschen wichtiger ist als für schwache Selbstüberwacher. Das
gilt für Beziehungen und den beruflichen Bereich, z.B. bei der Entscheidung, ob
ein Bewerber eine offene Stelle erhalten soll oder nicht.
Von sozialer Wahrnehmung zu sozialer Realität
Interpersonelle Meinungen:
 sind häufig Vorurteile
 aus diesen können wahre Urteile werden
 können selbsterfüllende Prophezeiungen sein:
aus sozialer Wahrnehmung (Meinung/Vorurteil über Person)
wird
soziale Realität
A
Verhaltensbestätigung
der Vorurteile von A
B
A = Beobachter
B = Stimulusperson
hat bestätigte Meinung über B
und geht entsprechend dieser mit
B in Interaktion
Reagiert auf bestätigende
(erwartete) Art
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Interaktion in Dyaden
Experimentelle Demonstration von Snyder Tanke und
Berscheid (1974)
sowie WORD u. COOPER (1974)
sowie CURTIS u. MILLER (1986)
3 Bedingungen für die Verhaltensbestätigung von Vorurteilen :
- Beobachter A muss ein stabiles Vorurteil haben, dass er mit großer
Gewissheit für richtig hält.
- B muss dazu gebracht werden Handlungen auszuführen die das Vorurteil
bestätigen.
- A betrachtet das neue Verhalten von B als Ausdruck einer Dispositionund diese Disposition als Teil des Selbstbildes.
Vorurteile und Stereotypien sind änderungsresistent
Gründe dafür:
 selektive Wahrnehmung und Gedächtnis:
- bestätigende Informationen werden als gut wahrgenommen und gemerkt.
- Einstellungsdiskrepante Infos werden vergessen.
 selektive Informationssuche
 Attributsverzerrungen
- bestätigendes Verhalten wird auf Disposition von B zurückgeführt.
- diskrepantes Verhalten auf Situationsfaktoren attribuiert.
 Tendenz zur Vermeidung von negativ bewerteten Personen
Wiederlegungsmöglichkeit eingeschränkt.
Entstehung von Bestätigung der personellen Meinung im
Verhalten:
.) lernpsychologische Faktoren
VERHALTEN VERSTÄRKUNG EXTINKTION
Freundliche
Person
Positiv
Lob + Zuwendung
Negativ
Aggressive
Person
wird entschuldigt
oder ignoriert
abgewertet
Positiv
Negativ
wenigstens negative
Aufmerksamkeit
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Interaktion in Dyaden
.) A ist bemüht seine Meinung zu prüfen
Untersuchung Snyder und Swann 1978b
Die Annahme Snyders dass A seine Hypothesen vorwiegend auf konfirmatorische
(=bestätigende) Weise prüft wurde KRITISIERT:
- Fehler beim Versuch der Hypothesenprüfung:
keine diagnostischen Fragen zur Verfügung (= Fragen bei denen
Bestätigung und Widerlegung der Hypothese möglich ist)
- Präferenz für hypothesenentsprechenden Fragen ist nicht universell
auf die auslösende Situation
beschränkt (d.h. nur von A
beeinflusst)
-
FRAGE: Ist die Verhaltensbestätigung
auf andere Situationen
übertragbar (d.h. auch von
B abhängig)
Hier bietet die Untersuchung von Snyder und Swann
(1978a) eine wichtige Einsicht:
 Verhaltensbestätigung ist nur dann von Dauer wenn die Zielperson glaubt das
betreffende Verhalten sei Ausdruck ihrer Disposition und NICHT Reaktion auf
Situationsfaktoren.
 aus Verhalten wird nur dann auf Disposition geschlossen, wenn es keine
ausreichenden äußeren Ursachen für das Verhalten gibt.
Untersuchung von Swann und Ely (1984)
Verhaltensbestätigung trat nur auf wenn:
- A eine sichere Hypothese hatte
- B ein unsicheres Selbstbild hatte
Verhandlungen über IDENTITÄT (nach Swann 1987):
- der Beobachter A will eine Verhaltensbestätigung herbeiführen.
- die Stimulusperson B will aber ihr Selbstbild bestätigen und möchte dass
A sie so wahrnimmt wie sie sich selbst sieht.
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Interaktion in Dyaden
THEORIEN SOZIALER TAUSCHPROZESSE
Interaktionen in Dyaden und größeren Gruppen werden hauptsächlich durch
antizipierte und bereits erlebte Konsequenzen determiniert. Belohnte Verhaltensweisen
häufen sich, bestrafte werden seltener. Jede Verhaltensweise des einen
Interaktionspartners ist entweder ein positiver, ein negativer oder ein neutraler Reiz für
den anderen Partner. So sind Interaktionsprozesse auch als Austausch positiver und
negativer Reize zu sehen.
Unter anderem arbeiteten THIBAUT und KELLEY mit diesem Ansatz:
Jeder Interaktionspartner kann aus verschiedenen Verhaltensalternativen mit
unterschiedlichem Wert wählen. Ob die gewählte Alternative „Lohn“ oder „Kosten“
bedeutet, ist für jeden Partner individuell verschieden. Der Zusammenhang Verhalten
– Wert ist am besten in einer Wertematrix (= Ergebnis-, Auszahlungs-, Payoffmatrix)
zu veranschaulichen.
Der Wert jeder Alternative setzt sich aus inneren und äußeren Faktoren zusammen.
Dies sind der Wert des Verhaltens selbst sowie die Konsequenzen desselben.
Identisches Verhalten mit ebenfalls identischen Konsequenzen kann einen ganz
individuellen Wert haben. Dies führen THIBAUT und KELLEY auf den Einfluss des
sogenannten Vergleichsniveaus (comparison level) zurück. Bei diesem Mittelwert aus
erlebten positiven und negativen Reizen spielen knapp zurückliegende Eindrücke die
bedeutendste Rolle. An diesem Standard werden momentane Erlebnisse gemessen. Je
größer die relative Häufigkeit positiver Erlebnisse, desto höher das Vergleichsniveau.
So steigt auch der persönliche Anspruch an die Gegenwart. An häufige negative
Konsequenzen gewöhnt man sich mit der Zeit und man wertet schon mäßig positive
Reize als sehr wertvoll. Die Entscheidung über die Fortdauer einer Interaktion wird
unter Berücksichtigung des Vergleichsniveaus für Alternativen gefällt. Dies wiederum
ist der Mittelwert erhaltener Belohnungen und Strafreize. Die Attraktivität einer
Beziehung wird also primär von dessen durchschnittlichen Nutzen sowie dem
Vergleichsniveau und dem Vergleichsniveau für Alternativen bestimmt.
Beispiel:
W.... Ergebnisse einer Beziehung
Cl.....Vergleichsniveau
Cl(Alt)...Vergleichsniveau für Alternativen
 W>Cl(Alt)>Cl  sehr attraktive Beziehung
Je näher W und Cl(Alt) aneinander liegen  größere Unabhängigkeit
 W>Cl>Cl(Alt)  attraktive Beziehung aber Abhängigkeit, Alternativen sind
indiskutabel
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Interaktion in Dyaden
 Cl(Alt)>W>Cl unattraktive Beziehung + starke Abhängigkeit =
„unfreiwillige Beziehung“ (Thibaut+Kelley)
Einstellungsähnlichkeit, Interessenskonflikte, Normen:
Ähnliche Einstellungen resultieren im Normalfall in weitgehend reibungslosen und
erfreulichen Interaktionen. Bei einem Interessenskonflikt ist die Aufstellung einer
sozialen Norm notwendig. Dies ist eine verbindliche Verhaltensvorschrift für gewisse
Situationen. Sie soll die Konsequenzen für alle Beteiligten optimieren.
Macht und Einfluss
Das Streben nach Macht ist eines der wichtigsten sozialen Motive. Macht ist deshalb
so stark begehrt, weil sie viele Vorteile mit sich bringt. Beispielsweise hat der
Mächtige mehr Verstärker zur Verfügung, was ihn wiederum befähigt stärkeren
Einfluss auf schwächere Personen auszuüben. Macht ist sozusagen ein Spezialfall von
Kontrolle und weist eine inverse Beziehung auf, was heißt: je mehr Macht Person A
gegenüber B hat, desto weniger Macht hat B über A. In Anbetracht dessen können wir
erkennen, dass Macht eine 2-fache Funktion hat: der Mächtige übt Kontrolle aus und
verhindert dadurch gleichzeitig, dass er kontrolliert wird.
In diesem Sinne unterscheiden THIBAUT & KELLY 2 Typen der Macht:
1) Ergebniskontrolle (Schicksalskontrolle):
B
B1
A1
 Wenn A Verhalten A1 wählt ist das
Ergebnis für B positiv, gleichgültig ob B B1
oder B2 wählt.
 Wenn A hingegen A2 wählt hat B in jedem
Fall mit einer negativen Konsequenz zu
rechnen. Die Ergebnisse für B werden voll
und ganz von A bestimmt. (noch kein
Einfluss auf das Verhalten von B)
B2
+
+
-
-
A
A2
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Interaktion in Dyaden
2) Verhaltenskontrolle
B1
A
A1
A2
B2
-
+
+
-
 Wenn hier nun A das Verhalten A1
wählt, gibt es für B eine Option die
positive Konsequenzen nach sich zieht.
Um seine Ergebnisse zu optimieren
muss B B2 wählen. (A kann das
Verhalten von B kontrollieren)
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