Konzept_Geronto_2010 - AWO Roth

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KV Roth-Schwabach
AWO Pflegeheim
Heidenheim
QM-Handbuch
Stationäre Pflege
Aufbau und Organisation
Konzept für die Gerontopsychiatrischen Station
Inhaltsverzeichnis:
1.
Einleitung
2.
Räumlichkeiten
3.
Zielgruppe
4.
Präsenzprinzip
5.
Präsenzzeiten
6.
Pflegemodelle
6.1 Liliane Juchli
6.2 Erwin Böhm
6.3 Tom Kitwood
7.
Personal
7.1 Gerontopsychiatrische Fachkraft
7.2 Gerontopsychiatrische Präsenzkraft
8.
Arztvisiten
9.
Qualitätssicherung
9.1 Fortbildungen
9.2 Pflegevisiten
9.3 Teamgespräche und Fallbesprechungen
Bearbeiter
B. Göller, SL
H.-R Kopatschek SL
M. Schmidt PDL
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Paul Vath
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Stationäre Pflege
Aufbau und Organisation
Konzept für die Gerontopsychiatrischen Station
1.
Einleitung
Das Konzept für die gerontopsychiatrische Station ist ein Teil unseres Haus- und
Pflegekonzeptes. Den Aufbau einer Geronto-Station sehen wir als dynamischen
Prozess. Wir wollen gute räumliche und inhaltliche Rahmenbedingungen für die
Betreuung gerontopsychiatrisch veränderter Menschen schaffen und uns dann von
den Bedürfnissen der Bewohner und den Erfahrungen der Mitarbeiter in der weiteren
Entwicklung leiten lassen. In der ersten Aufbauphase wird eine Mischform von fester
Wohngruppe und hausintern - stationsübergreifender Geronto-Tagespflege
angeboten, bei flexibler, d. h. zielgruppenorientierter und somit
stationsübergreifender Durchgängigkeit der Bewohner bzw. Besucher. Bewohner
erhalten weiterhin ihre Grundpflegeleistungen auf ihren Heimstationen durch die
entsprechende (Geronto-) Bezugspflegekraft und halten sich zu den Kernzeiten im
Geronto-Wohnbereich auf.
2.
Räumlichkeiten
Die Station für gerontopsychiatrisch veränderte Bewohner befindet sich auf der
Ebene Gartengeschoß. Sie bietet Platz für 18 Personen in neun Doppelzimmern und
verfügt über ein Stationsbad mit moderner Pflegebadewanne. Außerdem befindet
sich eine Pflege-Insel für drei Schwerstpflegebedürftige in diesem Bereich. Zentral
und unmittelbar neben dem Aufzug gelegen befindet sich der Präsenzraum, das
Kernelement der Geronto-Einheit. Er ist ausgestattet mit einer milieutherapeutisch
gestalteten Wohnküche und hat einen direkten Zugang zur Terrasse und in den
ruhigen Garten. Auf der Ebene ebenfalls zentral gelegen sind das Stationszimmer
und eine kleine Sitzecke direkt neben der Treppe. Im zweiten Flügel des
Gartengeschosses liegt ein geräumiger Multifunktionsraum, in dem neben
Beschäftigungsangeboten durch den Sozialdienst auch Gottesdienste,
Fortbildungen, Angehörigentreffen u. ä. abgehalten werden. Die Station wurde bis
03/09 komplett renoviert (Naßzellen, Fußboden, Ausleuchtung…) um der speziellen
Arbeit mit Dementen gerecht zu werden.
3.
Zielgruppe
In der gerontopsychiatrischen Abteilung sollen Menschen aufgenommen werden, die
aufgrund einer gerontopsychiatrischen Veränderung eine besondere Betreuungsform
benötigen, aber nicht aufgrund eines Unterbringungsbeschlusses geschlossen
untergebracht werden müssen. Eine Unterteilung nach Schweregrad der Demenz
findet nicht statt. Ziel ist es, gerontopsychiatrisch veränderte bzw. demente
Bewohner mittelfristig auf dieser Station zusammenzuführen.
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Die Belegung der Station mit den oben beschriebenen Menschen soll nicht sofort mit
der Eröffnung der Station durchgeführt werden. Da sich der Großteil der bereits im
der Einrichtung lebenden Betroffenen seit langem in ihren jetzigen Zimmern
eingelebt haben, würde
es zu großer Unruhe und Verwirrung kommen, wollte man diese Menschen auf einen
Schlag in die neue Einheit umziehen. Die Belegung soll durch Neueinzug und durch
normale Fluktuation stattfinden. Bis dahin werden die im Hause lebenden Dementen
täglich auf ihren Bereichen abgeholt und in die Präsenzgruppe geführt.
Nicht aufgenommen werden Menschen:
 nach Langzeitaufenthalten in der Psychiatrie (besonders mit forensischem
Hintergrund)
 mit schweren psychischen Störungen
 die jünger als 60 Jahre alt sind.
4.
Präsenzprinzip
Gerontopsychiatrisch veränderte Menschen benötigen eine besondere Umgebung
und eine besondere Zuwendung. Wir wollen sie in ihrer Individualität, Identität und
Selbstbestimmung achten und fördern. Dies erfordert ein gut abgestimmtes
methodisches Instrumentarium, damit aktivierende, fördernde Pflege mit einem
therapeutischen Ansatz gelebt werden kann. Dabei steht die Orientierung an einem
ganzheitlichen Menschenbild stets im Vordergrund. Jede Person wird als Einheit von
Körper, Geist und Seele verstanden, mit all ihren körperlichen sowie psychosozialen
Bedürfnissen und ihrer ganz besonderen Lebensgeschichte, ihren Vorlieben,
Abneigungen und ihren individuellen Entwicklungsmöglichkeiten.
Dabei richten wir uns nach dem Normalitätsprinzip, d. h. es wird eine Aufhebung der
Trennung der Funktionsbereiche Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft angestrebt.
Es soll vielmehr ein multiprofessionelles Team entstehen, das gemeinschaftlich diese
Normalität der Bewohner ermöglicht. Dazu gehört auch, dass Präsenzkräfte keine
"trennende" Berufskleidung und keine Namensschilder tragen und dass sie als Teil
der Gruppe an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen.
Ebenso gehört dazu, dass ein Teil der Mahlzeiten von diesen Menschen in der
Küche zubereitet wird und die Küche bzw. das Geschirr anschließend gemeinsam
gereinigt / gespült wird.
Ergänzend zum Normalitätsprinzip setzen unsere Pflegekräfte verschiedene
therapeutische Methoden ein:
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 Milieutherapie (Individuelle Einrichtung und Gestaltung der Zimmer nach
Vorgabe oder Geschmack der Bewohner; eine betont wohnliche Atmosphäre
in den Gemeinschaftsräumen)
 Tiere als Therapie/Hauskatzen (das Kuratorium Deutsche Altenhilfe begrüßt
den zunehmenden Einsatz von Tieren in der Pflege, da nachweislich gerade
dementiell Erkrankte hiervon spürbar profitieren)
 Basale Stimulation (es sollen möglichst alle Sinne der Bewohner
angesprochen, also "stimuliert" werden; z. B. wirken Kochgerüche nicht nur
appetitanregend, sondern aktivieren gleichzeitig Gedächtnisinhalte, über die
therapeutisch gezielt gesprochen werden kann).
5.
Präsenzzeiten
Im Rahmen der Präsenzzeit von 07:00 - 21:45 Uhr begleiten wir unsere Bewohner
auf Basis des Normalitätsprinzips. In dieser Zeit sind besonders ausgebildete
Pflegefach- und auch Pflegehilfskräfte als Präsenzkräfte die Begleiter und
Ansprechpartner der betroffenen Menschen. Sie bieten ein auf die Bewohner
abgestimmtes strukturiertes Tages- und Wochenprogramm an, z. B.
Zeit
Aktion
Team
Schicht
6.00
Ab 6.30h
Übergabe
Kaffeekochen
GP für Frühaufsteher
Start Präsenzkraft
Info Übergabe
Eindecken
Frühstückstisch
Start Frühstück für
Frühaufsteher aus
Beständen/Kühlschrank
Reinigungsarbeiten
AP/APH
AP/APH
F
F
GFK/GHK
F
7.30h
Sensibel, ruhig,
bewohner- u.
bedarfsorien-tiert
HaWi
Ab 7.30h
Andienung Frühstück
aus Küche,
Heißgetränke in
Wärmebehälter
Frühstücksangebot bis
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HaWi
F
GFK/GHK
F
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10.15
Ca. 10.00h
ca.10.30h
GP bis ca. 10.15h
Abdecken großer
Frühstückstisch,
Vorspülen Geschirr,
Befüllen Geschirrspüler
Tischreinigung
Fußbodenkehren
10.1511.30h
Ab 11.30h,
ca 11.45h
10-MA
Gehtraining, Therapien
Spaziergänge
Toilettengänge
Zwischenmahlzeit
Vor- u. Zubereitung
Suppe/ Mittagessen
oder
Kuchen/Kaffeetrinken
Eindecken des
Mittagstisches
Mittagessen
Andienung der
‚Hauptgänge durch
Küche
Ab ca
12.00h
Ab ca.
13.00h
AP/APH
F
BW
(GFK/GHK)
F
GFK/GHK
AP/APH
(Angehörige)
F
BW
(GFK/GHK)
F
BW
(GFK/GHK)
F
HaWi
F
BW, AP/APH
GFK/GHK
BW
(GFK/GHK)
Mittagessen,
Abdecken, Geschirr
vorspülen, in
Geschirrspüler
Gemeinsam
BW/PK
F
Zeit
Aktion
Team
Schicht
Ab ca. 13.15h
Tischreinigung,
Bodenreinigung
Mittagsruhe
Kaffeetisch
decken
Start
Spätschicht
Übergabe vom
Frühdienst
Start
BW
(GFK/GHK)
F
Ca. 13.00h –
Ca.14.30h
13.30h
14.30h
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(BW)
GFK/GHK
F
AP/APH
F/S
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Schichtende
F AP/APH
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Ab ca. 14.30h
Bis 15.30h
Ab ca. 15.00h
Bis ca. 15.30
16.30h
Ab 17.00h
Ca 18.30
Spätschicht
Info Übergabe
Kaffeetrinken
Kaffeetrinken
10-MA
Gehtraining,
Therapien
Spaziergänge
Toilettengänge
Radio hören
Obst schälen
etc.
Kaffeetisch
abdecken,
Geschirr
vorspülen,
Geschirrspüler
füllen,
Tischreinigung,
Bodenreinigung
Vorbereitung
kleines warmes
Abendessen
(Rühreier,
Bratkartoffeln
etc.)
Tischeindecken
Abendessen
‚Hauptgänge’
durch Küche
Abendessen
GFK/GHK
BW, AP/APH
GFK/GHK
GFK/GHK
AP/APH
(Angehörige)
Gemeinsam
BW/PK
Schichtende
F GFK/GHK
S
BW
(GFK/GHK,
AP/APH)
S
BW
(GFK/GHK,
AP/APH)
S
HaWi
S
BW, AP/APH
GFK/GHK
S
S
Aktion
Team
Tischabdecken,
Geschirr
vorspülen,
BW
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S
GFK/GHK
Ende
Abendessen
Zeit
F/S
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Ab ca 18.30h
Geschirrspüler
füllen,
Tischreinigung,
Bodenreinigung
19.30h
Abendrunde
Mit
Gesprächen,
Liedern,
Geschichten,
Beten
Nachmahlzeit –
SnackBanane
etc.
Ab ca. 20.00h Zu Bett gehen/
bringen
21.30
Ruhe zur Nacht
21.45
Übergabe
22.00h
Schichtende
(GFK/GHK,
AP/APH)
S
GFK/GHK
S
AP/APH
(GFK/GHK)
AP/APH
GFK/GHK
AP/APH
GFK/GHK
S
S
S
S
Legende:
GFK = Gerontopsychiatrische Fachkraft
GHK = Gerontopsychiatrische Hilfskraft
AP
= Altenpfleger
APH = Altenpflegehelfer
GFK = qualifizierte Präsenzkraft
GHK = Präsenzkraft
10-MA = 10-Minuten-Aktivierung
HaWi = Hauswirtschaft
BW
= Bewohner
Der Personalbesatz der einzelnen Schichten bezieht sich nur auf die Qualifikation
der PK, nicht auf den numerischen Personaleinsatz!
Die Jahresstruktur wird bestimmt von den Jahreszeiten und den dazu gehörigen
Jahresfesten und Feiern. Feste und Veranstaltungen der Zielgruppe "Geronto"
werden entsprechend dem segregativen Ansatz einer Geronto-Einheit den
spezifischen Bewohnerinteressen vor dem jeweiligen Lebenshintergrund organisiert.
Hier liegt der Schwerpunkt vor allem auf regional-kulturellen Traditionen, die den
Lebensgewohnheiten der meisten Bewohner entsprechen.
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Die Präsenzkräfte wollen aber auch die Teilnahme an den gemeinsamen
Veranstaltungen im Hause möglich machen und werden sich hier mit dem
Sozialdienst absprechen. Für das Klientel der Geronto-Station ist hier von einer
Teilnahmezeit zwischen 30-40 Minuten zu den Kernelementen der Veranstaltungen
auszugehen. (
6.
Pflegemodelle
Die pflegerisch-therapeutische Arbeit ist mit folgenden Modellen unterlegt.
6.1 Liliane Juchli
Das Pflegemodell der 12 ATL von Nancy Roper wurde in Deutschland von Liliane
Juchli aufgenommen, überarbeitet und bekannt gemacht; anschließend wurde es
zur Grundlage der pflegerischen Ausbildung. Juchli will mit der Aufgliederung in zwölf
Aktivitäten des täglichen Lebens ein umfassendes Modell des Lebens aufzeigen, mit
dessen Hilfe alle Besonderheiten eines (pflegebedürftigen) Menschen dargestellt
werden können; hierbei werden alle Fähigkeiten, Möglichkeiten, Wünsche und
Vorlieben erfasst, aber auch alle Abneigungen, Einschränkungen und eben auch alle
aktuellen Pflegeprobleme. Ziel des Modells war es, eine ganzheitliche Sichtweise auf
den pflegebedürftigen Menschen sicherzustellen, um eine bedürfnisorientierte und
aktivierende Pflege zu ermöglichen.
Wegen seiner großen Verbreitung in Deutschland und damit auch der Vertrautheit
mit seinen Begrifflichkeiten wurde das Modell als Grundlage für die
grundpflegerische Arbeit in unserer Einrichtung ausgewählt.
Die 12 ATL in unserer Einrichtung sind:
 Sich pflegen
 Sich kleiden
 Sich als Frau oder Mann fühlen
 Sich bewegen
 Vitale Funktionen aufrechterhalten
 Schlafen und Ruhen
 Essen und Trinken
 Ausscheiden
 Kommunizieren
 Für eine sichere Umgebung sorgen
 Sich beschäftigen
 Soziale Bereiche
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Die alleinige Anwendung der ATL im gerontopsychiatrischen Bereich birgt jedoch die
Gefahr einer starken Betonung der somato-medizinischen Versorgung und einer
Vernachlässigung der psycho-sozialen Ebene.
Da aber bei gerontopsychiatrisch veränderten Menschen körperliche
Einschränkungen eher nachrangig sind, fließen in diesem Bereich Ansätze des
Modells von Erwin Böhm, Tom Kitwood und anderen in die Arbeit ein.
6.2 Erwin Böhm
Professor Erwin Böhm, Begründer des psychobiographischen Pflegemodells, hat
einen ganzheitlichen Ansatz für die Pflege und Betreuung dieser Zielgruppe
geschaffen.
Sein Modell fördert ein vertieftes Pflegeverständnis durch die intensive
Auseinandersetzung mit der Biographie der Betroffenen. Insgesamt wird die
Professionalität und Kreativität der Pflege gefördert. Der Umgang mit den alten
Menschen wird dadurch zielgerichteter und differenzierter.
Wir würden viele verhaltensauffällige alte Menschen besser verstehen, wenn wir
wüssten, was sie wirklich meinen und was sie bewegt! Wir müssen Menschen
verstehen lernen und dieses Verstehen in die Pflege miteinbeziehen.
Die Selbstständigkeit, die soziale Kompetenz der Senioren soll so lange wie möglich
erhalten bzw. gefördert werden. Unter Selbstständigkeit ist aber nicht vorrangig der
Körper gemeint, sondern der Geist und die Psyche, also selbstständig denken,
fühlen und natürlich selbst entscheiden oder mitentscheiden dürfen.
Pflegeziel ist die Wiederbelebung der Altersseele!
Ein Mensch, der keine Lust mehr zum Leben hat, der hat auch keine Lust mehr seine
Beine zu bewegen. „Vor den Beinen muss die Seele bewegt werden“.
Viele Verhaltensauffälligkeiten unserer Patienten müssen als biographisch bedingt
und nicht in erster Linie als dementielle Veränderungen gesehen werden.
Wir müssen Ziele finden, die zum Aufleben, also zur Vigilanzsteigerung beitragen.
Vigilanzsteigerung ist einer der wesentlichen Impulse bei Patienten im Rückzug.
Pflegeziel ist aber auch die Belebung der Pflegenden durch fachliches Niveau!
Man geht davon aus, dass das Altern ein regredierender Prozess der Seele/Psyche
ist. Der Mensch fällt, wenn der geistige Abbau beginnt, zurück in
Prägungsphänomene der ersten 25 – 30 Lebensjahre. Für die Pflege heißt das:
alles, was die Prägung eines Menschen mit sich gebracht hat, wird mit
zunehmenden Alter und Abbau wieder mehr von Bedeutung und Wichtigkeit!
Wollen wir alte Menschen im Verhalten, beim Handeln und beim Erzählen verstehen,
müssen wir uns überlegen; was hat den Menschen geprägt? Was erlebte der
Mensch in seiner Kinder- und Jugendzeit? Aus welchem Da-Heim, aus welcher
Heimaterde kommt er? Was war und ist sein Normalitätsprinzip (was ist und war
“Normal“ für ihn)?
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Wir müssen den psychobiographischen Hintergrund des Lebens erforschen
und beachten.
Viele Verhaltensmuster lassen sich so erklären, und wir können Betagte besser
verstehen. Moderne psychogeriatrische Pflege muss vor allem am Gefühlsleben des
alten Menschen orientiert sein. Die psychogeriatrische Pflege nach Böhm
berücksichtigt uralte Gewohnheiten und die sehr persönliche Art, wie diese
Menschen mit dem Leben fertig geworden sind (in der Fachsprache spricht man hier
von sogenannten Copings oder Lebensbewältigungsstrategien).
Gerade bei einem Umgebungswechsel oder einer Übersiedelung ins Altenheim kann
so eine Belastungssituation entstehen und stellt für den Betagten sehr oft eine
enorme Überforderung dar. Sie können sich die neue Umgebung nicht merken, sie
nicht akzeptieren, fallen weiter zurück, regredieren, denn früher war man
DAHEIM und nicht im HEIM!
Sie können sich hier nicht identifizieren, müssen sich auf einmal mit einem
wildfremden Menschen ein kleines Zimmer teilen, es ist nichts mehr da, was man
von früher her kennt.
Wenn ich aber nicht weiß, wo ich bin und was ich da überhaupt soll, dann kann ich
mich auch nicht richtig benehmen, weil ich die Situation ja gar nicht erfasse!
Es gilt also, die folgenden Inhalte detailliert in Erfahrung zu bringen:
 Daheim
 Herkunftsfamilie
 Milieu
 Beruf
 Freunde
 Hobbies und Aktivitäten
 Werte und Gefühle
 Lebensereignisse
 Soziale Geschichte
 Folklore und Alltagsgewohnheiten
 Copings
 Vorlieben und Abneigungen
 Ängste und Sorgen
 Lebensleistung
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Darauf aufbauend kann aktivierende Pflege sinnvoll geplant werden.
Aktivierende Pflege ist ein Pflegeansatz, der, integriert in der Grund- und
Behandlungspflege, versucht, weitgehendst die Eigenständigkeit und die
Eigenverantwortlichkeit zu erhalten. Es betrifft daher in der Umsetzung die
Einstellungshaltung der Pflegeperson.
Reaktivierende Pflege nach Böhm ist ein Impuls zur Wiederbelebung der
Altersseele. Dieser Impuls ergibt sich nach der Interpretation der singulären
thymopsychischen Biographie. Reaktivierende Pflege heißt aber auch wieder
aufrufen, was einmal aktive Funktion war.
Wir sollten nur gewohnte Abläufe und bekannte Handlungen von unseren Patienten
verlangen. Reaktivierende Pflege ist nicht die Durchführung einer aktivierenden
Pflegemethode, die nur auf einem ideologischen Focus beruht (weil es so war, soll
es wieder so sein, oder weil er einmal sein Bett gemacht hat, soll er es wieder selber
machen); reaktivierende Pflege ist vielmehr die fachspezifische Pflegeforschung, die
in erster Linie vor jeder somatischen Mobilisation und Aktivierungspflege, die
Reanimation der Seele setzt.
6.3 Personenzentrierter Ansatz nach Tom Kitwood
Der personenzentrierte Ansatz wurde von Tom Kitwood, einem englischen
Sozialpsychologen, in den Jahren 1987 bis 1995 entwickelt. Im Mittelpunkt seiner
Überlegungen steht ganz eindeutig der demente Mensch als Person. Im Gegensatz
zu vielen anderen Konzepten ist Kitwoods Auffassung einer optimalen Betreuung
weniger vom Versuch beherrscht, in irgendeiner Weise auf den Betreuten
einzuwirken. Optimale Betreuung in seinem Sinne zeigt eher die Tendenz, das
komplette "Rundherum", insbesondere die Pflegebeziehung, so auf den Betreuten
auszurichten, dass dieser möglichst wenig durch sein "Betreutwerden" beeinträchtigt
und das Wohlbefinden der Betreuten und der Betreuenden gesteigert wird.
Kitwood stellt die Hypothese auf, dass eine personenzentrierte Pflege den Prozess
einer Demenzerkrankung positiv beeinflussen kann. "In einem optimalen Kontext von
Pflege und Fürsorge wird jedes Fortschreiten der neurologischen Beeinträchtigung,
das bei einer nichtunterstützenden Sozialpsychologie potentiell extrem schädigend
sein kann, durch positive Arbeit an der Person ... kompensiert." (Kitwood, 2000, S.
103). Der Erhalt des Personseins stellt für ihn das oberste Ziel einer qualitativ
hochwertigen Demenzpflege dar.
Eine Grundvoraussetzung dafür ist die Befriedigung von Bedürfnissen dementer
Menschen, da "ein Mensch ohne dessen Befriedigung nicht einmal minimal als
Person funktionieren kann." (Kitwood, 2000, S. 121).
Unter die demenzspezifischen Bedürfnisse fasst er eine Gruppe von Bedürfnissen,
die sich nicht klar voneinander trennen lassen, sondern kooperativ funktionieren.
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Das Bedürfnis nach Liebe stellt dabei ein allumfassendes Bedürfnis dar, welches
von dementen Menschen deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Demenzerkrankte
zeigen "oft ein unverhülltes und beinahe kindliches Verlangen nach Liebe." (Kitwood,
2000, S. 121).
Ein zweites Bedürfnis ist das Bedürfnis nach Trost, das infolge von starken
Verlusten, z.B. der Verlust von Fähigkeiten oder des bisherigen Lebensstils, bei
dementen Menschen besonders stark ausgeprägt ist.
Die Demenzerkrankung löst außerdem Gefühle der Angst und der Unsicherheit bei
der betroffenen Person aus. Um ein Sicherheitsgefühl zu erhalten, ist das Bedürfnis
nach einer primären Bindung bedeutend. A
Als viertes Bedürfnis nennt Kitwood das Bedürfnis nach Einbeziehung. Darunter
versteht er das Bestreben der dementen Person, sich als Teil einer Gruppe zu
fühlen, das sich z.B. in "aufmerksamkeitheischendem Verhalten", wie Unruhe oder
Schreien, äußert.
Ein weiteres Bedürfnis ist das nach Beschäftigung, d.h. danach, etwas Sinnvolles zu
tun, "eine Art von Projekt zu haben." (Kitwood, 2000, S. 124). Ausdruck findet dieses
Bedürfnis beispielsweise in Form von Hilfsbereitschaft oder Aktivität der dementen
Menschen.
Das sechste Bedürfnis dementer Menschen ist das nach Identität. Durch die
Krankheit Demenz wird das Identitätsgefühl stark bedroht, so dass der Wunsch nach
identitätserhaltenden Maßnahmen besonders ausgeprägt ist.
Die Befriedigung der genannten Bedürfnisse ermöglicht es dem dementen
Menschen, sich als Person wahrzunehmen und positive Gefühle (sich wertvoll und
geschätzt zu fühlen) zu erleben (vgl. Kitwood, 2000, S. 121-125).
Laut Kitwood hängt die Pflegequalität in der Demenzbetreuung primär von der
Qualität der Pflegebeziehung und der Interaktionsfähigkeit des Pflegepersonals ab.
Positive Interaktion ist in seinen Augen "die wahrhaft heilende Komponente der
Pflege." (Kitwood, 2000, S. 195). Kitwood führt unterschiedliche Arten der positiven
Interaktion auf, die im Folgenden dargestellt werden (vgl. Kitwood, 2000, S. 133137):
· Anerkennen: Der demente Mensch wird als Person anerkannt, dies kann verbal
(z.B. jemanden grüßen) oder nonverbal (z.B. durch Blickkontakt) zum Ausdruck
gebracht werden.
· Verhandeln: Der demente Mensch wird direkt nach seinen Wünschen und
Bedürfnissen gefragt und diese werden im Betreuungsalltag berücksichtigt.
· Zusammenarbeiten: Der demente Mensch erhält die Möglichkeit, sich aktiv an der
Pflege und Alltagsbeschäftigungen zu beteiligen (z.B. Haushaltsarbeiten,
Körperpflege).
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· Spielen: Der demente Mensch hat die Möglichkeit, an nicht zielgerichteten
Aktivitäten teilzunehmen, die die Spontaneität und den Selbstausdruck fördern.
· Timalation: Interaktionen mit Hilfe von Aktivitäten, welche die Sinne ansprechen
(z.B. Massage, Aromatherapie).
· Feiern: Interaktion, bei der in geselliger Stimmung ein Gefühl der Nähe und
Gleichheit zwischen Betreuten und Betreuern aufkommt.
· Entspannen: Demente Menschen können oft nur in Gesellschaft oder bei
Körperkontakt entspannen.
Drei weitere Interaktionsformen sind psychotherapeutisch ausgerichtet. Dazu zählen:
· Validation: Die subjektive Realität und die Gefühle einer Person werden anerkannt
und die Kommunikation findet auf der Gefühlsebene statt.
· Halten: Das Schaffen einer Atmosphäre, die einer Person den Halt und die
Sicherheit bietet, auch negative Emotionen auszudrücken.
· Erleichtern: Handlungen einer dementen Person unterstützen, aber nur soweit, wie
es notwendig ist.
Die folgenden Interaktionsarten sind Beispiele für Interaktionen, die von dem
dementen Menschen ausgehen:
· Schöpferisch sein: Die demente Person bietet spontan eine Interaktion an (z.B.
singen, tanzen).
· Geben: Die demente Person bringt ihre persönliche Beziehung zu einer
Betreuungskraft zum Ausdruck (z.B. Zuneigung, Dankbarkeit).
Der von Kitwood entwickelte Ansatz der personenzentrierten Pflege stellt die
Einzigartigkeit der Person in den Mittelpunkt, und der Erhalt und die Stärkung des
Personseins ist sein oberstes Ziel in der Betreuung dementer Menschen. Die aus
diesem Konzept resultierende Grundhaltung gegenüber Demenz und dementen
Menschen und die "positive Arbeit an der Person" bilden die Basis für den Wandel
der "alten" in eine "neue" Pflegekultur
6.4 Integratives validierendes Arbeiten nach Nicole Richard
Die Integrative Validation ist eine Methode für den Umgang und die Kommunikation
mit Menschen mit Demenz. Sie basiert auf einer gewährenden und wertschätzenden
Grundhaltung.
Demenzkraknke Menschen leben oft in ihren Erinnerungen. Sie handeln wie zu einer
Zeit, als sie jung und tatkräftig waren, als sie ihre Pflichten erfüllt haben und stolz
waren auf ihre Arbeit.
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Wichtig ist, dies zu erkennen, den alten Menschen beim Nacherleben und
Nachempfinden seiner gefühlsmäßigen Erinnerungen zu begleiten und damit seine
Lebensleistung zu würdigen und sein Selbstwertgefühl zu erhalten.
Ziel der integrativen Validation ist es, einen Zugang zur Realität des alten dementen
Menschen zu finden, um ihn besser verstehen zu können. Dazu bietet die IVA eine
Methodik zur Gesprächseröffnung mit dementen alten Menschen, die sich
ausschließlich an ihren Gefühlen und Antrieben orientiert. Diese Methodik ist leicht
zu erlernen und bietet für die Betreuenden eine hilfreiche Handlungsorientierung. Die
Ergebnisse aus den Gesprächen können über die Dokumentation für zukünftige
Begegnungen und für den Austausch im Team oder mit pflegenden Angehörigen
nutzbar gemacht werden.
→ "Weg vom Inhalt - hin zum Gefühl" lautet hier das Motto.
7.
Personal
7.1 Gerontopsychiatrische Pflegefachkraft
In der oben genannten Fortbildung werden die neuesten Erkenntnisse aus der
gerontologischen Forschung vermittelt, um demetiell Erkrankten die bestmögliche
Betreuung und Versorgung anbieten zu können.
Das Pflegeheim Heidenheim hat zum Ende Februar 2009 drei Pflegefachkräfte zur
gerontopsychiatrischen Fachkraft ausbilden lassen (Grund- und Aufbaukurs).
7.2 Gerontopsychiatrische Präsenzkräfte
Ebenso wie für Pflegefachkräfte gibt es auch für Pflegehilfskräfte spezielle
Fortbildungsangebote für den Umgang mit und die Begleitung von Dementen. Drei
ausgewählte Pflegehilfskräfte des Pflegeheims haben 2008 eine entsprechende
Fortbildung "Gerontopsychiatrie für Präsenzkräfte in Wohngruppen und innovativen
Betreuungsformen" absolviert.
8.
Arztvisiten
Die ärztliche und fachärztliche Versorgung ist zu jeder Zeit sichergestellt:
 ortsansässige Allgemeinmediziner visitieren wöchentlich und kommen in
Notfällen umgehend in die Einrichtung
 bei notwendigen Überweisungen zu fachärztlichen Untersuchungen werden die
Bewohner in die jeweiligen Praxen begleitet
Bearbeiter
B. Göller, SL
H.-R Kopatschek SL
M. Schmidt PDL
Freigabe (HL/QB)
Paul Vath
Version
1.1
Datum
17.02.2010
Seite
14 von 16
KV Roth-Schwabach
AWO Pflegeheim
Heidenheim
QM-Handbuch
Stationäre Pflege
Aufbau und Organisation
Konzept für die Gerontopsychiatrischen Station
 Fachärzte wie Urologen oder Zahnärzte kommen bei Bedarf auch in die
Einrichtung
 Die neurologische/psychiatrische Versorgung erfolgt über die Ambulanz des
BKH Ansbach; der Psychiater visitiert 14-tägig und ist im Notfall telefonisch
erreichbar.
9.
Qualitätssicherung
Die Sicherung der Qualität ist durch das Qualitätsmanagement der Einrichtung
festgeschrieben. Qualitätsbeauftragte der Einrichtung ist die Heimleitung.
In der gerontopsychiatrischen Abteilung kommen folgende qualitätssichernde
Maßnahmen zum Einsatz:
9.1 Fortbildungen
Die Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Pflegefachkraft beinhaltet u. a. die
Durchführung einer Projektarbeit. Im Rahmen dieser Projektarbeit wird von einem
unserer Mitarbeiter eine Fortbildungsreihe "Geronto am Mittwoch" für die Kollegen im
Haus abgehalten. Hierbei wird die Zielsetzung und Entwicklung der Geronto-Station
ebenso vorgestellt wie auch neueste pflegetheoretische Erkenntnisse und
Erfahrungen aus der modernen Dementenbetreuung.
9.2 Pflegevisiten
Die Pflegevisiten durch die Pflegedienstleitung erfolgen wöchentlich zu festgelegten
Zeiten. Sie sind vor allem bewohner- und ergebnisorientiert ausgelegt, d. h. es wird
das Ergebnis der Pflege und hier vor allem die Zufriedenheit der Bewohner mit der
pflegerischen Versorgung betrachtet. Darüber hinaus wird die Pflegedokumentation
untersucht bzgl. Vollständigkeit, Aktualität und Aussagekraft (d. h., ist der
Pflegeverlauf und die Entwicklung des Bewohners korrekt dargestellt). An der
Pflegevisite nimmt neben der PDL eine Pflegefachkraft teil, mit der etwaige Mängel
besprochen werden. Die Pflegevisite und deren Ergebnis werden dokumentiert.
9.3 Teamgespräche und Fallbesprechungen
Die Teamgespräche und Fallbesprechungen dienen dazu, einheitliche
Vorgehensweisen bei den einzelnen Bewohnern zu vereinbaren, Meinungen
auszutauschen und die jeweils anstehenden Aktivitäten zu planen und zu
Bearbeiter
B. Göller, SL
H.-R Kopatschek SL
M. Schmidt PDL
Freigabe (HL/QB)
Paul Vath
Version
1.1
Datum
17.02.2010
Seite
15 von 16
KV Roth-Schwabach
AWO Pflegeheim
Heidenheim
QM-Handbuch
Stationäre Pflege
Aufbau und Organisation
Konzept für die Gerontopsychiatrischen Station
koordinieren. In der Diskussion können unterschiedliche Sichtweisen, aber auch
Zielvorstellungen ausgetauscht und nach der besten Möglichkeit für den Bewohner
gesucht werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert, in die Pflegeplanung
übernommen und die festgelegten Maßnahmen durchgeführt. Die Wirksamkeit der
Maßnahmen wird u. a. in der Pflegevisite kontrolliert.
Bearbeiter
B. Göller, SL
H.-R Kopatschek SL
M. Schmidt PDL
Freigabe (HL/QB)
Paul Vath
Version
1.1
Datum
17.02.2010
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