Pädagogisches Konzept

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Pädagogisches Konzept
der
Kindertagesstätte St. Nikolaus Ottbergen
mit den beiden Betriebsstätten
Kindergarten St. Nikolaus
Wöhler Str. 7
31174 Schellerten-Ottbergen
Kindergarten St. Stephanus
An der Kirche 5a
31174 Schellerten-Dinklar
Träger: Katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen
31174 Schellerten-Ottbergen, Nikolausweg 5
Präambel
Die Kindertagesstätte St. Nikolaus in Trägerschaft der Katholischen Pfarrgemeinde erfüllt seine
Erziehungs-. Bildungs- und Betreuungsaufgabe auf der Grundlage des katholischen Glaubens.
Das vom christlichen Glauben geprägte Verständnis von Mensch und Welt bestärkt uns,




jedes einzelne Kind anzunehmen wie es ist und sein Leben leben zu lassen,
ihm Anerkennung und Geborgenheit zu geben,
ihm Freiheit und Selbständigkeit zu ermöglichen,
es zur Menschlichkeit und zu einem Leben in Gemeinschaft zu befähigen.
Unser Kindergarten ist somit ein Angebot für alle Familien, die die christlich fundierte
Ausrichtung unserer Arbeit und die Anbindung an unsere Pfarrgemeinde grundsätzlich
akzeptieren. Auf dieser Basis und mit entsprechender Toleranz sind Kinder aller Nationen,
Konfessionen und Religionen herzlich willkommen.
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Inhaltsübersicht
1. Christlichen Glauben leben
2. Unsere Kindertagesstätte stellt sich vor
2.1 Kindertagesstätte der Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen
2.1.1 Kindergarten in Ottbergen
2.1.2 Kindergarten in Dinklar
2.2 Einzugsgebiet
2.3 Lebenssituation der Kinder
2.4 Zusammensetzung der Kindergartengruppen und Betreuungszeiten
3. Pädagogische Zielsetzung
3.1. Befähigung zur Selbständigkeit
3.2. Befähigung zur Mitmenschlichkeit
3.3. Befähigung zur Toleranz
3.4. Förderung des Sozialverhaltens
3.5. Stärkung des Selbstbewusstseins
3.6. Fertigkeiten fördern
3.7 Bildungsziele in Lernbereichen und Erfahrungsfeldern (Orientierungsplan vom Kultusministerium
Niedersachsen)
4. Pädagogischer Ansatz nach Mater Schörl
4.1. Biographie Schörl
4.2. Nachgehende Führung
4.3. Raumteilverfahren und Spielmaterial
4.4. Spielzeiten
5. Methoden zur Erreichung unsere Ziele
5.1. Tagesablauf Kindergarten
5.2. Tagesablauf Grundschulkinder
5.3. Besonderheiten im Tagesablauf
5.4. Bedeutung des Freispiels
5.5. Bewegungserziehung / Bewegungskindergarten (DABESI)
5.6. Religionspädagogik
5.7. Förderung der Vorschulkinder
5.8. Altersübergreifende Familiengruppe
6. Altersübergreifende Gruppen
7. Aufgabenbereiche
7.1. Träger
7.2. Personal
7.3. Fortbildung
8. Zusammenarbeit
8.1. Zusammenarbeit mit den Eltern
8.2. Pädagogischer Beirat
8.3. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
9. Schlusswort
Anlage: Aktuelles Ornigram
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1. Christlichen Glauben leben
Der christliche Glaube ist die Grundlage der Pädagogik in der Kindertagesstätte St. Nikolaus
Ottbergen. Im täglichen Umgang mit den Kindern leben die Erzieherinnen christliche
Grundhaltungen vor. Damit bieten sie eine Orientierungshilfe zum christlichen Glauben. Jedes
Kind wird als einmaliger Mensch mit seinen Stärken und Schwächen angenommen wie es ist.
Die Erzieherinnen sehen ihren pädagogischen Auftrag vorrangig darin, alltägliche Situationen,
Ereignisse und menschliche Erfahrungen wie Trauer, Glücklichsein, Krankheit und Angst ernst
zu nehmen und bewusst mit den Kindern zu leben. Somit lernen sie den mitmenschlichen
Umgang mit Freude, Glück, Geborgenheit, Freundschaft und Gemeinschaft, aber auch mit
Auseinandersetzungen, Streit, Unsicherheit, Mitleid, Schwachheit und Schuld. Deshalb ist
christliche Erziehung als Hilfe zur Entfaltung des Kindes zu verstehen. Sein Vertrauen in Gott
und ins Leben wird gefestigt und somit seine Bereitschaft und Fähigkeit zu sozialem Verhalten
geweckt und gefördert. Für die Erzieherinnen ist es wichtig, den Kindern die Bedeutung der
christlichen Feste nahe zu bringen. Sie bieten den Kindern Orientierung und Höhepunkte im
Jahreskreis.
Ein besonderes Anliegen der religiösen Erziehung ist, dass die Kinder sich selbst als einen Teil
der Schöpfung entdecken. Es werden Möglichkeiten geschaffen, sich mit Tieren und Pflanzen
vertraut zu machen. Was Kinder auf diese Weise lieb gewinnen und respektieren, sind sie bereit
zu schützen und zu pflegen. So wird in Hinführung zur Natur auch das Empfinden und
Bewusstsein der eigenen Verantwortung ihr gegenüber geweckt und gefördert.
Christliche Erziehung im Kindergarten hat die Aufgabe, den Kindern eine bejahende Einstellung
zum Leben und zu sich selbst zu vermitteln, in der Hoffnung, dass die Kinder die christlichen
Wertvorstellungen übernehmen und Verantwortung dafür tragen.
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2. Unsere Kindertagesstätte stellt sich vor
2.1 Kindertagesstätte der Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen
Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen betreibt seit 1984 den Kindergärten St. Nikolaus in
Ottbergen. Im Jahr 2008 wurde die Pfarrgemeinde von der politischen Gemeinde Schellerten
beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand St. Stephanus Dinklar die Trägerschaft
für einen eingruppigen Kindergarten in Dinklar als Außenstelle zu übernehmen.
2.1.1 Kindergarten in Ottbergen
Der Kindergarten St. Nikolaus Ottbergen befindet sich seit 1946 in einem mehrmals umgebauten
alten Bauernhaus in der Wöhler Straße 7. Nach umfangreichen Baumaßnahmen 1986 und 2003
bietet das Gebäude in 3 Gruppenräumen 75 Kindern Platz. Zwei kleine Mehrzweckräume
ermöglichen individuelle Zusatzangebote. Eine freistehende beheizbare 50 qm große Halle wird
von allen Gruppen als Turnhalle genutzt
Das Außengelände des Kindergartens bietet auf 1390 qm ausreichend Platz zum
Experimentieren mit Sand, Holz und Wasser.
2.1.2 Kindergarten St. Stephanus in Dinklar
Das Nebengebäude des Pfarrhauses St. Stephanus in Dinklar wurde 2008 von der Gemeinde
Schellerten zum Kindergarten umgebaut. Hier finden 25 Dinklarer Kinder ein Platzangebot, ein
Mehrzweckraum ermöglicht individuelle Gruppenteilung. Der Mehrzweckraum kann aber auch
bei Bedarf als zusätzliche Kleingruppe genutzt werden. Das großzügige Außengelände, mit
altem Baumbestand, bietet vielseitige Möglichkeiten des Freispiels.
2.2 Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet des Kindergartens umfasst folgende Dörfer der Gemeinde Schellerten:
Bettmar, Dinklar, Farmsen, Ottbergen, Wendhausen und Wöhle. In der Betriebsstätte Dinlar
werden vorrangig die Kinder aus Dinklar aufgenommen. Kinder aus den anderen Dörfern der
Gemeinde Schellerten können nur aufgenommen werden, wenn noch freie Plätze vorhanden
sind.
2.3 Lebenssituation der Kinder
Die Schellerter Ortsteile bestehen aus einem alten Ortskern und Neubaugebieten mit
überwiegend jungen Familien. Zugezogene haben es in dieser ländlichen Umgebung schwer,
Kontakt zu finden. Erste Kontakte entstehen oft erst im Kindergarten. Die meisten der
aufgenommenen Kinder kommen aus einer traditionellen Familie mit ein bis zwei Kindern.
Zunehmend entwickeln sich jedoch neue Formen des Zusammenlebens. Immer häufiger gibt es
Alleinerziehende oder Paare, die in eheähnlichen Gemeinschaften zusammen leben.
Situationen wie Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen oder Krisen in der Partnerschaft
bedeuten für die Kinder eine große Belastung. Mütter verbinden immer häufiger Familien- und
Berufsleben miteinander. Um das zu erleichtern bietet der Kindergarten St. Nikolaus erweiterte
Öffnungszeiten und eine Grundschulkinderbetreuung mit Mittagessen bis 15.00 Uhr an. An den
Nachmittagen nehmen Kinder verstärkt familienergänzende Angebote der örtlichen Vereine,
aber auch von Veranstaltern aus Hildesheim an.
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2.4 Zusammensetzung der Gruppen und Betreuungszeiten
2.4.1 Kindergarten St. Nikolaus Ottbergen
Im Kindergarten St. Nikolaus in Ottbergen gibt es zurzeit folgende Gruppen:
1 altersübergreifende Vormittagsgruppe
für Kinder von 2 Jahren bis zur Einschulung ,
1 Ganztagsgruppe für Kinder
von 3 Jahren bis zur Einschulung,
1 altersübergreifende Ganztagsgruppe
für Kinder von 2 Jahren bis zum Ende der Grundschulzeit (Familiengruppe). In dieser Gruppe
sind zusätzlich zu den Kindergartenkinderern auch eine begrenzte Anzahl Grundschulkinder.
Die Grundschulkinder kommen an Schultagen nachmittags und können an schulfreien Tagen
auch vormittags kommen.
Der Kindergarten ist montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet. Die Kernzeit der
Vormittagsgruppen ist von 8 - 12 Uhr. Je nach Bedarf können die Kinder den Früh- bzw. den
zeitlich gestaffelten Spätdienst nutzen.
2.4.2 Kindergarten St. Stephanus Dinklar
In Dinklar befindet sich eine weitere Ganztagsgruppe für Kinder von 3 Jahre bis zur
Einschulung. Der Kindergarten ist montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet.
2.4.3. Pädagogisch betreutes Mittagessen für Grundschulkindern an Schultagen
Grundschulkinder können im Kindergarten Dinklar und Ottbergen nach Abschluss eines
Betreuungsvertrages für Grundschulkinder an Schultagen von 13.00 - 14.00 Uhr an einem
pädagogisch betreuten Mittagessen teilnehmen. Die Teilnahme am pädagogisch betreuten
Mittagessen kann auch vertraglich auf bestimmte Wochentage beschränkt werden.
2.4.4 Grundschulkinder in der Altersübergreifenden Ganztagsgruppe von 2 Jahren
bis zum Ende der Grundschule (Familiengruppe)
Alternativ zum pädagogisch betreuten Mittagessen an Schultagen kann im Kindergarten
Ottbergen eine durchgehende Betreuung in der altersübergreifenden Ganztagsgruppe für Kinder
von 2 Jahren bis zum Ende der Grundschulzeit (Familiengruppe) angemeldet werden. In dieser
Familiengruppe werden die Schulkinder an Schultagen von 13.00 bis 15.00 Uhr und in den
Ferien und an schulfreien Tagen von 8.00 bis 15.00 Uhr zusammen mit Kindergartenkindern in
einer Gruppe betreut. Dabei werden sowohl gemeinsame Angebote für alle Kinder auch als
auch altersspezifische Angebote gemacht (Siehe Konzept für Altersgemischte Gruppen 6).
2.4.5. Ferienbetreuung
Beide Kindergärten sind bis auf die Weihnachtsferien durchgehend geöffnet. In den
Sommerferien werden die Kinder in bedarfsgerechten Feriengruppen zusammengefasst. Soweit
Plätze frei sind können Grundschulkinder auch tageweise oder wochenweise in den
Sommerferien betreut werden.
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3. Pädagogische Zielsetzung
3.1 Befähigung zur Selbständigkeit
Die Kinder erlangen durch das gemeinsame Tun in der Gruppe sowie das eigenständige
Nachmachen und Ausprobieren Erfolgserlebnisse, diese verleihen Sicherheit. Nur wer sicher in
seinem Handeln ist, hat den Mut dieses einzusetzen. Wer auf diese Weise seinen Platz
innerhalb der Gruppe gefunden hat, ist auch bereit seine Selbständigkeit in Eigenständigkeit
umzuwandeln.
3.2 Befähigung zur Mitmenschlichkeit
Die Kinder erfahren, dass der christliche Glaube Grundstein für das Miteinander ist. Er beinhaltet
nicht nur die Nächstenliebe und die Hilfsbereitschaft, sondern auch das Zuhören, das Verstehen
und das Mitfühlen. Durch das Interesse am anderen wächst die gegenseitige Zuneigung und
das Verständnis. In dieser Atmosphäre können die Kinder Gefühle äußern und zulassen sowie
die der anderen nachempfinden.
3.3 Befähigung zur Toleranz
Durch das Vorleben der Erzieherinnen im Sinne des christlichen Menschenbildes lernen die
Kinder, sich mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und sich so anzunehmen wie sie
sind. Unterstützt wird dieses durch Aufgreifen bestimmter Situationen und der Zuhilfenahme von
themenbezogenen Büchern und Spielen. Sie erfahren, dass sowohl sie als auch andere
Menschen respektvoll behandelt werden möchten.
3.4 Förderung des Sozialverhaltens
Die Kinder erfahren durch das Spiel in kleinen und großen Gruppen, wie notwendig
Kommunikation untereinander ist. Sie entdecken, dass sie dadurch von anderen angenommen
und akzeptiert werden. Durch das Gefühl, in der Gruppe verstanden und angenommen zu sein,
wächst bei Kindern das Wir-Gefühl und der Gemeinschaftssinn. Durch Teilen, gegenseitiges
Helfen und gemeinschaftliches Erleben findet dieses seinen Ausdruck.
3.5 Stärkung des Selbstbewusstseins
Die Kinder lernen im Gruppengeschehen ihre Meinung zu äußern und zu vertreten. Sie lernen,
dass sie so Veränderungen im Umgang mit anderen im Spielgeschehen herbeiführen können.
Im allgemeinen Gruppengeschehen sowie im Spiel übernehmen sie verschiedene Rollen und
lernen so, Verantwortung für sich und andere zu tragen.
3.6 Fertigkeiten fördern
Die Kreativität und Fantasie der Kinder wird durch lange Freispielphasen und
abwechslungsreiches Spielmaterial angeregt. Die Fein- und Grob-Motorik wird durch freie und
geleitete Bastel- und Spielangebote ebenso gefördert wie durch die regelmäßige Bewegung auf
dem Freigelände und in der Turnhalle.
3.7 Bildungsziele in Lernbereichen und Erfahrungsfeldern
Orientierungsplan für Bildung und Erziehung (Nds. Kultusministerium)
Die Bildungsbereiche in der Kindertagesstätte sind vom Nds. Kultusministerium im
Orientierungsplan für Bildung und Erziehung festgeschrieben. In der Kindertagesstätte St.
Nikolaus werden zu bestimmten Themen Angebote gemacht, die die Lern - und
Erfahrungsfelder des Orientierungsplanes einbeziehen. Die Auswahl der Themen richtet sich
nach den momentan vorhandenen Interessen der Kinder, nach Jahreszeiten und nach Festen.
Der Bildungsplan und eine Kurzfassung für Eltern können im Kindergarten eingesehen werden.
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4. Pädagogischer Ansatz nach Mater Schörl
4.1 Biographie Schörl
Das Team der Kindertagesstätte St. Nikolaus arbeitet angelehnt an die Pädagogik Mater
Margarete Schörls. Mater Schörl wurde 1912 in Wien geboren. 1924 trat sie dem Orden der
Englischen Fräulein in Krems bei. Das Leben ist dort nach jesuitischen Regeln ausgerichtet.
Bereits 1945 wurden dort Räume für einen Kindergarten zur Verfügung gestellt. Mater Schörl
beobachtete das Spiel der Kinder und richtete ihre Pädagogik danach aus. Bald vermittelte sie
ihre Erkenntnisse in Vortragstätigkeit. Sogar Professoren kamen in ihren Kindergarten. Mit 70
Jahren gab sie auch ihre Kurstätigkeit auf. 1991 starb Mater Schörl in St. Pölten.
4.2 Nachgehende Führung
Für Schörl und auch für die Erzieherinnen im Kindergarten St. Nikolaus Ottbergen steht am
Anfang das Annehmen des Kindes, so wie es ist. Für Schörl bedeutet Erziehung „Nachgehende
Führung“. Dieser Begriff stammt von dem Pädagogen Friedrich Fröbel (1782-1852). Das
„Nachgehen“ bezeichnet den psychologischen Teil. Die Erzieherinnen beobachten, wie es dem
Kind geht und was es braucht. Führung ist der pädagogische Teil. Die Erzieherinnen werden
aufgrund dieser Beobachtung tätig, indem sie das Kind unterstützen. Die nachgehende Führung
beachtet die Einmaligkeit jedes Kindes. Sie ist das Gegenteil von Massenlenkung.
Oberstes Erziehungsziel von Mater Schörl ist die Mitmenschlichkeit. Die Kinder, die in der ersten
Zeit nebeneinander leben und spielen, werden zum Miteinander geführt. Das Erziehungsziel ist
erreicht, wenn sie später auch füreinander da sind, also soziales Verhalten erlernt haben. Mater
Schörl sieht es als wichtigste Aufgabe der Erziehung an, sich Zeit für das Kind zu nehmen, um
ihm zuhören zu können, aber auch um es zu beobachten und aus seinem Verhalten zu
erkennen, was es braucht. Pädagogisches Arbeiten heißt darum für die Erzieherinnen des
Kindergartens St. Nikolaus auf der Grundlage des christlichen Glaubens mit dem Kind zu leben.
Das bedeutet, jedes einzelne Kind mit seinen Schwächen und Stärken anzunehmen, ihm
Anerkennung, Freiheit und Selbständigkeit zu ermöglichen und es durch Zuwendung und Liebe
zu Menschlichkeit zu befähigen. Die Erzieherinnen begleiten und fördern jedes Kind gemäß
seiner Entwicklung und Begabung.
4.3 Raumteilverfahren und Spielmaterial
Ein weiteres Merkmal der Pädagogik Schörls ist das Raumteilverfahren. Dies ist eine
sozialpädagogische Methode der Spielführung. Der Raum ist aufgeteilt in Bauplatz,
Puppenwohnung, Leseecke, Maltisch und Kuschelecke. Die Aufteilung kann variieren. Es kann
zum Beispiel auch eine Verkleidungsecke oder eine Werkbank aufgebaut werden.
Spielen ist das Wichtigste im Leben der Kinder. Sie haben im Spiel die Möglichkeit, ihre
augenblickliche Lebenssituation zu bewältigen, sich mit der Umwelt auseinander zusetzen und
sie zu begreifen. Das Raumteilverfahren dient der Absicht, dieses Spiel in seinen vollen Werten
zu sichern. Es fördert das soziale Verhalten. Spontanes Gesellen in kleinen Spielgruppen, aber
auch allein zu spielen ist möglich. Das Bedürfnis der Kinder sich zurück zu ziehen und
unbeobachtet spielen zu können wird akzeptiert und ernst genommen. Das Raumteilverfahren
löst die Masse auf, denn Großgruppen von mehr als sechs Personen sind eine Belastung für
Kinder und produzieren unerwünschtes Sozialverhalten.
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Bei der Beschaffung der Spielmaterialien werden die entwicklungsbedingten Situationen der
Kinder, ihre Interessen, Neigungen und Begabungen berücksichtigt. Es wird auf Bildungs- und
Spielwert geachtet. Außerdem wird Material bevorzugt, das in der Handhabung nicht stark
vorgeformt, sondern offen ist, denn das Kind möchte sich selber Dinge schaffen. Es wird Wert
darauf gelegt, dass das Spielmaterial stets gepflegt und in Ordnung ist. Die Kinder werden darin
unterwiesen, wie sie mit den Dingen umzugehen haben. Das Material wird öfter verändert und
ausgetauscht um den Kindern neue Anregungen zu geben. Es herrscht kein Überangebot an
Spielzeug, denn je mehr vorhanden ist um so flüchtiger gehen die Kinder damit um. Weniger
Material fordert Phantasie und Nachdenken heraus. Über den Umgang mit dem angebotenen
Material lernt das Kind auszuwählen, Entscheidungen zu treffen, etwas zu verändern,
Verantwortung zu tragen und wertzuschätzen.
4.4 Spielzeiten
Kinder brauchen einen Tagesrhythmus, der ihnen Sicherheit und Ordnung bietet. Deshalb ist der
Vormittag in der Kindertagesstätte St. Nikolaus in zwei „Spielzeiten“ aufgeteilt. Während der
ersten Spielzeit findet schwerpunktmäßig Freispiel statt (siehe 5.2). In dieser Zeit wird auch
gefrühstückt und der Bewegungsraum genutzt. Es können auch geleitete Bastelangebote
beginnen die in der zweiten Spielzeit fortgesetzt werden können. Aufräumen geschieht ohne
große Organisation. In der Regel stellen die Kinder nach einem Spiel die Sachen an den dafür
bestimmten Platz zurück, um etwas Neues zu beginnen.
Im Stuhlkreis wird gesungen und gespielt, Geschichten werden erzählt und Gespräche geführt.
Oft bezieht sich der Stuhlkreis auf Themen, die gerade im Rahmenplan (siehe 5.3) behandelt
werden. Je nach Interesse der Kinder kann der Stuhlkreis von zehn Minuten bis zu einer halben
Stunde dauern.
Danach schließt sich die zweite Spielzeit an, die, wenn es möglich ist, im Freien stattfindet.
Durch das gut strukturierte Außengelände (siehe 2.2) und Spielmaterialien wie Roller, Dreiräder,
Bälle, Reifen, Schaukel, Stelzen, Pferdeleinen u.s.w. können die Kinder ihren Wunsch nach
Bewegung nachkommen. Sandspielzeug und Naturmaterialien stehen ebenfalls zur Verfügung
und können frei genutzt werden. An warmen Sommertagen wird ein Bassin aufgebaut und es
kann geplanscht werden.
Kinder leben im Hier und Jetzt
Kinder leben in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Die Vergangenheit belastet sie nicht, die
Zukunft kümmert sie nicht. Das spielende Kind vergisst alles um sich herum; es ist ganz bei der
Sache. Das Spiel ist sein „Ernst des Lebens“.
Niemals sind Kinder schöner, anmutiger, liebevoller als beim Spielen. Spielend lebt das Kind
vor Gottes zeitloser Gegenwart, spielend taucht es ein in die vorausgenommene Ewigkeit.
Aus: Adalbert L. Balling.
In den Augen der Kinder wohnt der Himmel.
Herder Sonderband
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5. Methoden zur Erreichung unserer Ziele
5.1 Tagesablauf
Zeit
Ort
Teilnahme/Aktivität
7.30
bis 8.00
8.00
bis 10.30
In einem
Gruppenraum
In allen
Gruppenräumen
10.30
bis 11.00
In allen
Gruppenräumen
11.00
bis 11.45
In allen
Gruppenräumen oder
auf dem
Außengelände
In allen
Gruppenräumen oder
auf dem
Außengelände
In einem
Gruppenraum oder
auf dem
Außengelände
In einem
Gruppenraum
Frühdienst für alle dafür angemeldeten Kinder.
Die Kinder werden im Freispiel betreut.
Ankunft der Kinder. Gegen 9.00 Uhr sollten alle Kinder im
Kindergarten sein. Es beginnt die erste Spielzeit mit dem Freispiel.
Die Kinder können bestimmen, wann und mit wem sie frühstücken
möchten. Im täglichen Wechsel wird der Bewegungsraum von allen
Gruppen benutzt.
Nun findet der Stuhlkreis statt. Hier werden Spiele gespielt,
Gespräche geführt und Themen aus verschiedenen Sachbereichen
be- und erarbeitet.
Es beginnt die zweite Spielzeit mit dem Freispiel.
11.45
bis 12.00
12.00-13.00
12.1513.00
13.00 –
15.00
In einem
Gruppenraum oder
auf
dem Außengelände
Abholzeit für alle Kinder, die nicht für den Spätdienst angemeldet
sind.
Spätdienst für alle dafür angemeldeten Kinder. Es gibt die
Möglichkeit, die Kinder für eine halbe Stunde oder für eine Stunde
anzumelden. Sie werden im Freispiel betreut.
Pädagogisch betreuter Mittagstisch. Das Essen wird von einem
Bringdienst angeliefert. Die Kinder haben Mitspracherecht bei der
Auswahl der Gerichte.
Pädagogische Betreuung im Freispiel bis zur Abholung
5.2 Tagesablauf Grundschulkinder pädagogisch betreutes Mittagessen
13.00 –
14.00
In einem
Gruppenraum oder
auf
dem Außengelände
Pädagogisch betreuter Mittagstisch. Das Essen wird von
einem Bringdienst angeliefert. Die Kinder haben Mitspracherecht bei
der Auswahl der Gerichte, anschließend Möglichkeit zum Freispiel.
5.2 Tagesablauf Grundschulkinder in der Familiengruppe
In den
Ferien
8.00- 13.00
13.00 –
14.00
14.00 –
15.00
In einem
Gruppenraum oder
auf dem
Außengelände
In einem
Gruppenraum oder
auf
dem Außengelände
Hausaufgabenraum,
Gruppenraum oder
auf dem
Außengelände
Teilnahme am Ablauf der Familiengruppe mit zusätzlichen altersgemäßen Angeboten
Pädagogisch betreuter Mittagstisch. Das Essen wird von
einem Bringdienst angeliefert. Die Kinder haben Mitspracherecht
bei der Auswahl der Gerichte, anschließend Möglichkeit zum
Freispiel in der Familiengruppe.
Unter pädagogischer Aufsicht haben die Kinder die Möglichkeit ihre
Hausaufgaben zu erledigen. Danach haben sie die Möglichkeit
zum Freispiel mit den Kindern der Familiengruppe.
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5.3 Besonderheiten im Tagesablauf
Feste und Feiern durchbrechen den Alltag. Wenn ein Kind Geburtstag hat, findet in seiner
Gruppe eine Feier statt. Im Wechsel mit der Grundschule wird jährlich ein Sommerfest
ausgerichtet oder ein Ausflug für die gesamte Einrichtung unternommen. Es gibt Feste, die
gruppenintern gefeiert werden und Feste, bei denen die Eltern und Gäste eingeladen werden.
Das Brauchtum wird gepflegt, indem kirchliche und jahreszeitliche Feste z. B. Ostern,
Erntedank, St. Martin, St. Nikolaus, Weihnachten und Fasching gefeiert werden.
5.4 Bedeutung des Freispiels
Das Freispiel ist Mittelpunkt und Schwerpunkt des Kindergartenalltags. In der Freispielsituation
entscheiden die Kinder selbst über Spielpartner, Spielart, Art und Dauer des Spiels. Es
ermöglicht ihnen Spielpartner und Spielmöglichkeiten in der eigenen Gruppe oder auch
gruppenübergreifend zu finden.
Der Erzieherin bietet das Freispiel die Möglichkeit, einzelne Kinder und die gesamte
Gruppensituation zu beobachten. Es ist für sie die Grundlage, aktuelle Interessen und
Bedürfnisse der Kinder zu erkennen. Die Erzieherin hat die Aufgabe, ein abwechslungsreiches
Spielangebot bereit zu stellen, aus dem die Kinder je nach Interesse auswählen können. Sie ist
Beobachterin und Begleiterin, hilft, fördert und vermittelt. Sie achtet auf das Einhalten von
Regeln und Absprachen und ist so eine Orientierungshilfe für die Kinder. Durch das Freispiel soll
erreicht werden, dass
 die Kinder Freude am Spiel haben,
 die Kinder im Spiel ihre momentane Lebenssituation bewältigen können,
 Persönlichkeit und Selbständigkeit der Kinder gestärkt werden,
 soziale Verhaltensweisen eingeübt werden,
 Ausdauer, Kreativität und Konzentration gefördert werden,
 Erfahrungen gesammelt und Fertigkeiten erlernt werden,
 Gemeinschaft positiv erlebt wird,
 die Kinder über gemeinsames Spiel Freundschaften schließen.
5.5 Bewegungserziehung / Bewegungskindergarten ( DABESIA )
Der Wunsch nach Bewegung ist ein elementares Bedürfnis der Kinder. Sie erleben ihren Körper,
indem sie laufen, klettern, hüpfen und springen. Sie spüren Kraft und Schnelligkeit, Ausdauer
und Beweglichkeit. Die Bewegung steigert ihr körperliches Wohlbefinden. Mit Hilfe der
Bewegung erschließen sich die Kinder ihre Umwelt. Sie erleben Größe und Weite, Härte und
Gewicht. Sie begreifen Gegenstände und ihre Eigenschaften und erkennen ihre eigenen Stärken
und Schwächen. Die so gewonnenen Eindrücke wirken sich positiv auf die geistige Entwicklung
aus und Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein werden gestärkt. Eine Einschränkung des
kindlichen
Bewegungsdranges
würde
eine
Einschränkung
des
natürlichen
Entwicklungsverlaufes bedeuten. Darum gibt es im Kindergarten St. Nikolaus Angebote, in
denen das Bedürfnis nach Bewegung primär berücksichtigt wird.
5.5.1 Bewegungsraum
Jeden Tag von 9.00 – 11.30Uhr kann der Bewegungsraum in Ottbergen an festgelegten Tagen
von den einzelnen Gruppen des Kindergarten in Ottbergen genutzt werden. Jeweils sechs
Kindern stehen Matratzen, Schaumstoffwippe und große Schaumstoffbausteine zur Verfügung,
die zur Bewegung herausfordern, Nach den Gesichtspunkten der Bewegungserziehung (siehe
5.4) können Kinder im Bewegungsraum Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren und ihre
Grenzen kennen lernen. In dieser Zeit findet kein angeleitetes Spiel statt. Die Erzieherinnen
unterstützen und helfen, wenn die Kinder es wünschen.
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5.5.2 Turnen
Jede Gruppe hat einmal in der Woche einen „ Turntag“, dafür wird in Ottbergen die Halle auf
dem Außengelände genutzt und in Dinklar der Kleingruppenraum. Mit altersgemäßen Spielen
und Übungen werden Bewegungsabläufe, die Wahrnehmung und die Begriffsbildung
weiterentwickelt. Der Turntag trägt auch dazu bei, soziale Verhaltensweisen zu erwerben.
Die Kinder lernen
 auf kleinere oder unsichere Kinder Rücksicht zu nehmen
 sich allein an- und auszuziehen und anderen dabei zu helfen
 eigene Bedürfnisse aufzuschieben, aber auch eigene Ideen einbringen zu können.
Die Aufgaben der Erzieherinnen sind vielschichtiger als beim freien Bewegen im
Bewegungsraum. Sie bereiten das Turnangebot vor und setzen Ziele. Die Übungen bauen
aufeinander auf und bedürfen der Wiederholung. Dennoch handelt es sich nicht um Einüben und
Erreichen bestimmter Leistungen. Die Kinder sollen sich mit Freude bewegen und dadurch
Körperbeherrschung und Selbstsicherheit erlangen.
An zwei Tagen in der Woche wird die Turnhalle zusätzlich zum freien Bewegen genutzt.
5.6 Religionspädagogik
Kindertagesstätten sind wie Seismographen, die Wandlungsprozesse und Lebensumbrüche von
Familien über die Kinder als erste wahrnehmen können. Es gibt immer häufiger Scheidungen,
Arbeitslosigkeit und Armut. In eine solche Situation kann heute jeder kommen. Plötzlich fehlen
den Familien Ziele und Perspektiven. Kinder und Eltern müssen sich nun neu orientieren und
den Sinn des Lebens wieder entdecken und definieren. In dieser Zeit können die religiösen
Erfahrungen Inhalte und Werte bieten, die das Vertrauen in Gott und ins Leben festigen und die
Persönlichkeit stärken. Für Kinder ist es wichtig, dass ihnen diese Werte und Inhalte nicht nur
erzählt und erklärt werden. Daher bieten wir im Kindergarten die „Ganzheitliche
Religionspädagogik“ nach Franz Kett an; das heißt den christlichen Glauben mit allen Sinnen
erfahren, begreifen und verstehen. Religionspädagogik ist ein fester Bestandteil im christlichen
Kindergartenalltag. Sie umfasst sowohl situationsbedingte als auch biblische Geschichten und
Handlungen, die das Gewissen des Kindes ansprechen und seine Entscheidungsfähigkeit
fördern, damit es sich aus eigener Überzeugung für das Gute entscheiden kann. Lebensbilder
und Erzählungen von Heiligen können hierbei ein Anstoß sein. Religionspädagogik heißt aber
vor allem aktiv am christlichen Glauben teilzuhaben. Aus diesem Grund haben auch
gemeinsame Gebete und Gottesdienste zu unterschiedlichen Gelegenheiten wie zu
Geburtstagen oder christlichen Festen ihren festen Platz im Kindergartengeschehen. Nur was
Kinder erfahren, können sie begreifen, leben und weitergeben.
5.7 Förderung der angehenden Schulkinder (Brückenkinder)
Alle Kinder werden von ihrem Kindergarteneintritt bis zur Einschulung durch eine ganzheitliche
Förderung auf die Schule vorbereitet. Zu Beginn des Einschulungsjahres beginnen jedoch
verschiedene Exkursionen, Ausflüge und Aktionen, die ausschließlich für die Großen bestimmt
sind.
Im Laufe des Kindergartenjahres beginnen wir mit dem Würzburger Trainingsprogramm, das
aus über 50 Spielen besteht, die Wissenschaftler der Universität Würzburg für den Kindergarten
entwickelt haben. Das Programm dauert 20 Wochen, in denen täglich 15 Minuten gespielt
werden. Dieses Training lenkt die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Struktur der gesprochenen
Sprache, auf den Klang der Wörter beim Reimen, auf Wörter als Teile von Sätzen, auf Silben als
Teile von Wörtern und letztendlich vor allem auf die einzelnen Laute, die Phoneme. Die so
erlangte phonologische Bewusstheit ist die wichtigste Vorläuferfertigkeit für das Lesen- und
Schreibenlernen.
Um den Kontakt zur Grundschule und zu ihren Inhalten zu unterstützen, führen wir außerdem
ein „book-buddy-Projekt“ durch. Den Brückenkindern wird von Drittklässlern einmal pro Woche
(ab den Osterferien) etwas vorgelesen und sie werden dann gemeinsam zu dem Buch arbeiten,
malen und spielen. Diese Aktion beginnt jeweils nach den Osterferien.
Die Kinder der Grundschule veranstalten vor allen Ferien Foren, zu denen die Brückenkinder
eingeladen werden.
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6. Altersübergreifende Gruppen
6.1 Ziele der altersübergreifenden Gruppe:
Aufgrund veränderter Strukturen und Lebenssituationen von Familien und Kindern wie die
Berufstätigkeit beider Elternteile, die Alleinerziehende-Familie oder auch die EinzelkinderFamilie werden familienunterstützende Angebote durch die Kindertagesstätte immer
notwendiger. Dazu zählen wir die Betreuung, Bildung und Erziehung für Kinder von 2 Jahren bis
zum Ende der Grundschulzeit.
In dieser Altersmischung finden Kinder bei uns einen familienähnlichen Ansatz, der die
Beziehung der Kinder untereinander intensiviert. Die Grundschulkinder wurden schon als
Kindergartenkinder in unserer Einrichtung betreut und so bieten wir einen vertrauten Rahmen,
der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Erworbene Beziehungen können über einen langen
Zeitraum erhalten werden und die Kinder machen bei diesem Angebot geschwisterliche
Erfahrungen.
Jüngere Kinder erhalten durch das Vorbild der Älteren vielfältige Anregungen für ihre
Entwicklung (z. B. im Sprachbereich oder in der Entwicklung des Sozialverhaltens). Sie finden
bei den älteren Kindern Trost und Hilfe. Die Eingewöhnung im Kindergarten und der Abschied
von den Eltern fällt ihnen leichter.
Die älteren Kinder entwickeln Hilfsbereitschaft, Verantwortungsgefühl, Rücksichtnahme und
Einfühlungsvermögen für Kleinere und Schwächere.
Alle Kinder haben die Möglichkeit andere Gruppen zu besuchen und Kontakte mit Gleichaltrigen
aufzubauen. Damit können sie sich noch zusätzliche Entwicklungsanregungen holen.
Um den Bedürfnissen der Kinder einer altersübergreifenden Gruppe entgegen zu kommen ist
aus pädagogischer Sicht eine Reduzierung der normalen Gruppenstärke (normal 25 Kinder)
erforderlich. Deshalb belegen in altersübergreifenden Gruppen Kinder unter drei Jahre jeweils
zwei Plätze und jedes Schulkind jeweils anderthalb Plätze.
6.2 Aufnahme von Kindern unter drei Jahren
Die Erzieherinnen sind durch entsprechende Fortbildungen, die sich mit der Entwicklung dieser
Altersgruppe und den sich daraus ergebenen pädagogischen Konsequenzen beschäftigt, für die
Betreuung von Kinder unter 3 Jahre qualifiziert. Der Gruppenraum ist entsprechend strukturiert
und eine besondere Auswahl an Spielmaterial ist vorhanden. In einem separaten Waschraum ist
eine Wickelmöglichkeit vorhanden. Bei Bedarf können die Kinder auch Mittagsruhe halten. Bei
der pädagogischen Planung von Angeboten wird diese Altersgruppe besonders berücksichtigt.
Dadurch werden die Kinder gemäß ihrer Entwicklung gefördert.
6.3 Aufnahme von Grundschulkinder in der altersübergreifenden Familiengruppe
Grundschulkinder werden an Schultagen nachmittags und in den Ferien und an schulfreien
Tagen ganztags in der altersübergreifenden Familiengruppe betreut. Ein motiviertes
Kindergartenteam bietet im Rahmen des Betreuungsangebotes Projekte an, wobei die
unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse von Kindergarten- und Schulkindern
berücksichtigt werden. Für die Schulkinder gibt es altersentsprechende Angebote im Bereich
Werkstatt, Bewegung, Basteln, Experimente und Exkursionen. An Schultagen besteht die
Möglichkeit unter Aufsicht im Schularbeitsraum die Schularbeiten zu erledigen. Allerdings ersetzt
die Aufsicht durch eine Erzieherin keinen Nachhilfeunterricht.
Es besteht aber auch genügend Zeit zum Toben mit anderen Kindern oder selbstvergessenen
Spielen. Wir möchten damit den Schulkindern einen notwendigen Ausgleich zu dem inzwischen
sehr anstrengenden Leistungsbereich Schule und die oftmals verplante „Freizeit“ bieten.
Da alle Räume unserer Einrichtung und auch unser Außengelände in das Betreuungskonzept
mit einbezogen werden, ist für jede Altersgruppe Spiel und Bewegung ebenso möglich wie
konzentriertes Arbeiten und Rückzug.
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7. Aufgabenbereiche
7.1 Träger
Die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Ottbergen ist Rechtsträger des Kindergartens.
Vertreten wird die Kirchengemeinde durch den Kirchenvorstand. Dem Kirchenvorstand obliegt
die Gesamtverantwortung für den Kindergarten in allen Belangen. Er trifft
Grundsatzentscheidungen über die pädagogische und religiöse Ausrichtung des Kindergartens.
Nach Anhörung der Leiterin und des päd. Beirates beschließt der Kirchenvorstand den
jeweiligen Haushaltsplan und die Höhe der Elternbeiträge. Einen klar definierten
Aufgabenbereich hat der Kirchenvorstand an einen Kindergartenausschuss delegiert. In diesem
Ausschuss sind drei Vertreter der Pfarrgemeine St. Nikolaus Ottbergen und zwei Vertreter der
Pfarrgemeinde St. Stephanus Dinklar.
7.2 Personal
Dem Team gehören eine Gruppenleitung und eine Zweitkraft je Gruppe an. Die Leiterin des
Kindergartens ist in ihrer Leitungsfunktion tätig. Bei Ausfällen des Personals springt zunächst die
Leiterin ein. Für längere Ausfälle (z. B. Urlaub) ist eine pädagogische Fachkraft abrufbar. Drei
Raumpflegerinnen sorgen für einen sauberen Kindergarten und über die Mittagszeit ist die
Küche mit einer Hauswirtschafterin besetzt. Eine Rendantin kümmert sich um die Finanzen.
7.2.1 Leiterin
Die Leiterin führt den Kindergarten im Auftrag des Trägers und übt Hausrecht aus. Sie trägt die
Gesamtverantwortung für den Ablauf des Betriebes, überwacht die Einhaltung von dienstlichen
Verpflichtungen und koordiniert die Arbeit. Die Aufnahme und Abmeldungen von Kindern, sowie
sämtliche Verwaltungsaufgaben werden von der Leiterin zeitnah ausgeführt.
Die Leiterin ist verantwortlich für die Darstellung des Kindergartens in der Öffentlichkeit, die
Zusammenarbeit von Kindergarten und Pfarrgemeinde, Behörden, Ämtern, Schulen, anderen
Kindergärten und der Fachberatung des Caritasverbandes.
7.2.2 Erzieherin
Die Erzieherin als Gruppenleitung ist zuständig für die Gestaltung des Gruppenalltages. Das
beinhaltet die Organisation des Tagesablaufes, das Planen didaktischer Einheiten und das
Reflektieren des Tuns. Fachlich und dienstlich sind ihr Zweitkräfte und Praktikanten der Gruppe
unterstellt. Sie arbeitet mit der vorgesetzten Leiterin zusammen.
7.2.3 Zweitkräfte
Jede Gruppe hat eine Erzieherin oder Kinderpflegerin als Zweitkraft. Die Zweitkraft arbeitet mit
der Gruppenleitung in den oben genannten Bereichen (siehe 7.2.2.) pädagogisch und
organisatorisch zusammen. Auch bei gruppenübergreifenden Aufgaben, die im Interesse der
gesamten Einrichtung liegen, können sie eingesetzt werden.
7.3 Fortbildung
Alle Mitarbeiterinnen nehmen an regelmäßigen Dienstbesprechungen, monatlichen Leiterinnenbzw. Erzieherinnenkonferenzen und an 2 Planungstagen teil. Fortbildung wird darüber hinaus
durch regelmäßige Seminare und Fachliteratur ermöglicht.
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8. Zusammenarbeit
8.1 Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen im Kindergarten ist für das Wohl des Kindes
unerlässlich. Nur so ist es möglich, die momentane Lebenssituation des Kindes zu erfassen und
einzuschätzen. Die Elternarbeit bietet vielseitige Chancen und Möglichkeiten.
Zur Elternarbeit gehören:
 Anmelde- und Aufnahmegespräche
Es entsteht ein erster Kontakt zwischen Eltern und Kindergarten.
 Gesamt- und Gruppenelternabende
Organisatorische und fachspezifische Inhalte werden erörtert.
 Funktionen im Elternbeirat
Aus jeder Gruppe werden Elternvertreter gewählt, die die Interessen der Eltern vertreten und
im pädagogischen Beirat stimmberechtigt mitwirken.
 Eltern- Kind-Aktionen
Dazu gehören Schnuppernachmittage, Ausflüge und Feste.
 Geplante Elterngespräche
 Die Erzieherinnen stehen den Eltern bei individuellen Fragen und Problemen zur
Entwicklung des Kindes beratend zur Seite.
 Tür- und Angelgespräche
Aktuelle Informationen über das Kind werden zwischen Mitarbeiterinnen und Eltern
ausgetauscht.
 Mithilfe bei besonderen Aktivitäten, Festen und Ausflügen
Mit der Unterstützung der Eltern können größere Unternehmungen geplant und durchgeführt
werden.
 Regelmäßige Informationen durch Aushänge am „Schwarzen Brett und Elternbriefe.
 Serviceleistungen wie die Organisation eines Fototermins, Buchausstellung, eines Erste
Hilfe Kurses sowie eine kostenlose Zeitschrift.
8.2 Pädagogischer Beirat
Die Eltern wählen zu Beginn jedes neuen Kindergartenjahres Vertreter für den Elternrat. Dieser
bildet zusammen mit den Vertretern des Trägers, des Kindergartenpersonals, des
Pfarrgemeinderates und der Grundschule den pädagogischen Beirat. Wichtige Entscheidungen
des Trägers erfolgen im Benehmen mit dem päd. Beirat. Das gilt insbesondere für die
Aufstellung und Änderung der Konzeption für die pädagogische Arbeit, die Öffnungs- bzw.
Schließzeiten und die Grundsätze für die Aufnahme von Kindern. Darüber hinaus kann der
pädagogische Beirat Vorschläge zur Verwendung der Haushaltsmittel und zur Regelung der
Elternbeiträge machen.
8.3 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Gute und vielseitige Kontakte zu anderen Institutionen sind sehr wichtig. Im Rahmen der
Zusammenarbeit bestehen Kontakte zu anderen Kindergärten, der Gemeinde Schellerten, zu
den Pfarrgemeinden, zur Fachberatung des Diözesancaritasverbandes, zum Jugend-, Sozialund Gesundheitsamt, zur Grundschule, zu den Fachschulen für Sozialpädagogik, zur Polizei,
zur Feuerwehr, zum Krankenhaus und der politischen Gemeinde. Von großer Bedeutung ist die
Zusammenarbeit mit den Grundschulen, um den Kindern einen guten Übergang in die Schule zu
ermöglichen.
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10.
Schlusswort
Die dargestellte Arbeit unseres Kindergartens wird stets im Wandel sein. Die Ursachen hierfür
sind in familiären und gesellschaftlichen Situationen begründet. Auch rechtliche Vorgaben gilt es
zu beachten und umzusetzen.
Das Mitarbeiterteam wird weiterhin im Gespräch über Erziehungs-, Lebens- und Glaubensfragen
sein und Inhalte hinterfragen, doch die Werte der Pädagogik im Kindergarten St. Nikolaus sind
beständig:
„Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts“
Friedrich Fröbel (1782-1852), Begründer des ersten Kindergartens
Ottbergen, 25. Mai 2010
Für das Team der Kindertagesstätte St. Nikolaus Ottbergen
gez. Regina Jahns
Leitung des Kindergartens
Gez. Pater Werner Schlepphorst OFM
Pfarrer und Vorsitzender des Kirchenvorstandes
gez. Thomas Schrader Wilhelm Stümpel
Mitglieder des Kirchenvorstandes
Literaturhinweis
Gesprächsnotizen und Kursmitschriften:
Schörl, M. Führungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten
Kursangebote des Caritasverbandes e.V. der Diözese Hildesheim
Leitlinien für Träger, Leiterinnen und Erzieherinnen in kath. Tageseinrichtungen für Kinder,
Verband der kath. Tageseinrichtungen für Kinder Diözese Hildesheim
„Von der Elternarbeit zur Kundenpflege“;
Frank Jansen, Peter Wenzel, Don Bosco Verlag 1999
Von Tageseinrichtungen für Kinder in katholischer Trägerschaft
Zentralverband kath. Kindergärten und Kinderhorte Deutschlands e.V.
Religionspädagogische Praxis
Franz Kett, RPA-Verlag, verschiedene Jahrgänge
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Organigramm der Kindertagesstätte St. Nikolaus Ottbergen
Kindertagesstätte St. Nikolaus
Träger: Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen
Kirchenvorstand
Kindergartenausschuss:
St. Stephanus Dinklar
Vorsitzender:
Pater Werner Schlepphorst
Wilhelm Stümpel (Vorsitz)
Andreas Stanitzok
Annegret Hartmann
Thomas Schrader
Hannelore Hols
Reinigungskraft:
Hausmeister:
Rendantin
Stellvertretung: Jeweils Dienstälteste Erzieherin
Angela Stümpel
Leitung vor Ort: Susanne
Aselmeier
Franz-Josef Schrader
Vertretungskraft
Anne-Kathrin
Grotefendt-Beck
G
Stand: 1.4. 2010
Vorsitzender:
Pater Werner Schlepphorst
Leiterin: Regina Jahns
Kindergaren St. Stephanus
Dinklar (An der Kirche 5a)
Cornelia Juadjur
Kirchenvorstand
St. Nikolaus Ottbergen
Kindergarten St. Nikolaus
Ottbergen (Wöhler Str. 7)
Leitung vor Ort: Regina Jahns
Stellvertretung: Dienstälteste
Erzieherin
Reinigungskräfte:
Marianne Philipps
Karin Göring
Küchenhilfe: Tatyana Radeva
Hausmeister: Monika Dikhoff
Rabengruppe
(Dinklar)
Teddygruppe
(unten)
Igelgruppe
(mitte)
Mäusegruppe
(oben)
Susanne Aselmeier
Agnes Hoffmann
Sonja Schrader
Isabelle Wittenberg
Rita Wildschütte
Julia Hartmann
Monika Dikhoff
Monika Ehbrecht
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