zf-aggression

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Aggression
Definition Formen von Aggression
„Verhalten, das anderes Lebewesen schädigt/verletzt, welches diese Behandlung vermeiden will“.
Formen: -körperlich (=Gewalt), verbal
-spontan / reaktiv
-interpersonal/intergruppal
-instrumentell (Motivation eigtl.: anderes Ziel erreichen); feindselig (neg.Gef. zum Ausdr. bringen)
Messung aggressiven Verhaltens
-Laborexperiment: Paradigmen, in denen Verhalten gezeigt werden kann, das von der Absicht geleitet ist, einer
anderen Person zu schaden, ohne dass der Zielperson tatsächlich Schaden zugefügt wird (leichte Stromstöße,
Hand in kaltes Wasser, scharfe Saucen…) Maß: Grad der Aussetzung der Zielperson mit aversiven Stimuli.
-natürliche Kontexte: -Verhaltensbericht (Problem: soziale Erwünschtheit)
-Einschätzungen durch Dritte
-Archivdaten (Kriminalstatistik)
Psychologische Ansätze: Frustrations-Aggressions-Hypothese
Außer den biologischen Ansätzen gibt es auch psychologische Erklärungsweisen von Aggression.
Frustrations-Aggressions-Hypothese:
-ursprünglich: jede Frustration führt zu Aggression (=jede Aggression ist eine Folge von Frustration).
-aber: Frustration führt auch zu Traurigkeit, Verzweiflung oder Depression! Und: vieles anderes zu Aggr.!
-hemmende Faktoren: Angst vor Bestrafung, Unerreichbarkeit der die Frustr. auslösenden Person
Aggressionsverschiebung: unschuldige Person, die leichter zugänglich / weniger bedrohlich ist, wird Opfer
Fazit: Nur eingeschränkt gestützt, trotzdem populär.
Psychologische Ansätze: Rolle aggressiver Hinweisreize
Aufbauend auf Frustr-Aggr-Hypothese.
-aggressive Hinweisreize: Merkmale der Situation, die die Aufmerksamkeit des Handelnden auf die Möglichkeit
einer aggressiven Reaktion lenken (z.B. Bilder kämpfender Menschen, Namen berühmter Boxchampions)
-Berkowitz&LePage: Waffeneffekt-Studie. VP wurden stark/schwach frustriert. Dann Milgram-artiger Versuch
VP schockten bei starker Frustration viel mehr (mehr Stromstöße), wenn neben Generator Waffe lag!
-gut belegt ist: dass aggressives Hinweisreize aggressives Verhalten fördern
-aber: auch bei nicht frustrierten Personen sind aggr.Hinweisreize ein Priming aggr.bezogener kogn. Schemata!
Das kognitiv-neoassoziationistische Aggressionsmodell
Erweiterung der Frustrations-Aggressions-Hypothese zu einem allg.theoretischen Modell
-Zus.h. zw. negativem Affekt (durch aversive Stimuli wie Frustration, Schmerz, Lärm) und aggr.Verhalten
-aversive Stimuli unspezifische negative Gefühle zwei unmittelbare Reakt.: Kampf und Flucht (fight/flight)
-schneller automatischer Bewertungsprozess spezifischere emotionale Zustände (Ärger oder Furcht)
-elaborierter, kontrollierter Bewertungsprozess spezifischer, verfestigter emotionaler Zustand: Ärger/Furcht
bei Ärger: aggressive Reaktion.
Psychologische Ansätze: Theorie der Erregungsübertragung
-physiologische Erregung in einer Situation kann zu mehr Aggression in Folge von Provokation/Frustration
führen, und zwar in einer davon völlig losgelösten Situation (z.B. physiologische Erregung wg. Sportwettkampf)
-Erklärung: zeitlich langsamer Abbau, Resterregung in späterer Situation, deren man sich nicht bewusst ist,
Fehlattributtion auf Ereignis in neuer Situation!
Also wenn spätere Provokation, Risiko einer aggr.Reakt. erhöht, wenn noch physiologisch erregt, weil die
Frustration dann auf aktuelles Ereignis anstatt auf zurückliegendes attribuiert wird
Psychologische Ansätze: Lernerfahrungen
Mechanismen:
1.direkte Verstärkung (direktes Lernen): Belohnung für aggr.Verhalten (durch: Erreichen eines Ziels, soziale
Anerkennung – z.B. wenn Eltern ihr Kind loben, dass es sich zur Wehr setzt). Konditionierung.
2.stellvertretende Verstärkung: Modell-Lernen/Lernen durch Nachahmung:
Dazu klassische Studie von Bandura, Ross&Ross: Kinder beobachteten erwachsenes Modell (aggressiv oder
nicht aggressiv gegenüber Clownfigur; belohnt oder nicht belohnt) mehr aggr.Verhalten, wenn das Modell (der
Erw.) aggressiv war und außerdem vorallem dann, wenn er dafür belohnt worden war.
Wenn nicht belohnt, führen Kinder Aggression in ihrer Spielsituation nicht aus, aber wenn sie dazu aufgefordert
wurden, konnten sie die Aggression adäquat nachahmen! Also hat auf jeden Fall eine Aneignung stattgefunden!
Kinder lernen aggressives Verhalten also dadurch, dass sie es vorgeführt bekommen.
Geschlechtsunterschiede
Hypothese: Männer öfter gewalttätig als Frauen. Kriminalstatistiken: 8:1, ebenso Metaanalysen der
psychologischen Literatur.
Aber: nur mittelgroßer Effekt! Für verbale Aggression geringerer Unterschied als für körperliche!
-Relationale Aggression (auf Beziehung bezogen): Frauen mehr Gewalt als Männer! (Soziale Manipulation,
Schädigung sozialer Beziehungen).
Situative Einflüsse auf aggressives Verhalten
-Alkoholkonsum: -selbst in moderaten Mengen mehr aggressives Verhalten
-Metaanalysen exp. Studien: signifikanter Effekt, aber beträchtl. Individuelle Unterschiede!
-..z.B. dispositionale Empathie.
-Erklärung nach Aufmerksamkeitshypothese: Alkohol verringert Aufmerksamkeitskapazität,
dadurch keine umfassende Einschätzung situativer Hinweisreize (Informationsverarbeitung),
stattdessen Beachten salienter Hinweisreize legen diese aggr.Reaktion nahe? aggr.Verh.
-Temperatureinflüsse: -Hitzehypothese: Hitze unangenehmneg.affektive Err.Einfluss auf Verarbeitung
sozialer Stimuli höhere WS für aggressives Verhalten
-Ansatz geografischer Regionen: Vergleich der Gewaltverbrechen in heißeren / kühleren
Regionen. Aber: liegt vielleicht an sonstigen Merkmalen des Landes, z.B. Arbeitslosigk.!
-Zeitspannenansatz: Vergleich innerhalb einer Region im Sommer/Winter..
-Laborexperimente: systematische Variation der Raumtemperatur. Inkonsistente Befunde.
(denn wenn sehr heiß: oft wieder weniger Aggr., evtl. wegen Erschöpfung)
-Konsum v.Mediengewalt: -Überblicksarbeiten: eindeutiger Befund: Gewalt in Medien erhöht WS aggr.Verh.
-eher kleine Effektstärke, aber: bedeutsam, da große Anzahl v. Medienkonsumenten!
-Mechanismen: -Zugänglichkeit aggressiver Gedanken und Gefühle (oft sind
Aggressoren in Filmen auch Sympathieträger)
-soziale Lernprozesse
-Habituation
-indirekter Effekt: Entw. eines feindseligen Attributionsstils.
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