Kinder und Uhren dürfen nicht ständig

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Kinder und Uhren dürfen nicht ständig
aufgezogen werden,
man muss sie auch gehen lassen.
Jean Paul
Pädagogische Konzeption
des Evangelischen Kindertagesstätte Steckemännchen
Haiger - Allendorf
1
Inhalt:
1. Vorwort
Warum eigentlich eine Konzeption?
2. Grußwort
Pfarrvikar Michael Böckner
3. Bausteine der Konzeption
1.
2.
3.
4.
Unsere Einrichtung stellt sich vor
Der sozialpädagogische Erziehungs – und Bildungsauftrag
Kindheit gestern – Kindheit heute
Der Situationsansatz
- Waldprojekt
- das Kindergartenparlament
- Religionspädagogik
- Kinder unter Drei
- Die KITA in Bewegung
5. Zusammenarbeit mit Eltern
6. Zusammenarbeit mit dem Träger des Kindergartens
4. Nachwort
5. Das Kindergarten A – B – C
2
Vorwort
Warum eigentlich eine Konzeption?
Mit dieser Konzeption, die von allen Mitarbeiterinnen des evangelischen Kindergartens in HaigerAllendorf gemeinsam erarbeitet wurde, haben wir uns eine Grundlage für unsere pädagogische Arbeit
geschaffen.
Hier werden für uns Mitarbeiterinnen die pädagogischen Hintergründe und Ziele für das tägliche
Zusammenleben mit den Kindern in unserer Einrichtung formuliert.
Darüber hinaus dient die Konzeption der Darstellung der Arbeit (in Inhalt, Form und Zielsetzung) nach
außen.
Durch sie wird Eltern, dem Träger und neuen Kolleginnen die Möglichkeit gegeben, unsere Einrichtung
kennen zulernen.
Diese Konzeption ist die Richtlinie unserer heutigen und zukünftigen Arbeit, die sich immer wieder an
den gesellschaftlichen Veränderungen orientieren muss.
Allendorf, im Februar 2000
3
„Und sie brachten die Kinder zu ihm, damit er sie anrühre .“
( Markusevangelium , Kap. 10, Vers 13 )
Liebe Eltern ,liebe Erzieherinnen, liebe Kirchengemeinde,
ich möchte den Erzieherinnen des Evangelischen Kindergartens Allendorf meinen Dank für die vielen
intensiven Stunden der Arbeit an dieser Konzeption aussprechen. Dahinter steht nicht nur graue
Theorie, sondern viele praktische Erfahrungen über viele Jahre. Ich wünsche mir, dass diese Konzeption sowohl für die Kinder als auch für Sie als Eltern und für die Erzieherinnen zur hilfreichen Orientierung dienen kann.
Ich möchte der pädagogischen Konzeption des Evangelischen Kindergartens einen Bibelvers
voranstellen, der viel Hilfreiches für die Erziehung von Kindern für Zuhause und in einem evangelischen
Kindergarten zu sagen hat : „ Und sie brachten Kinder zu ihm , damit er sie anrühre „
(Markusevangelium, Kapitel 10, Vers 13).
1. Und „sie“ brachten Kinder zu ihm. Mit „sie“ können sowohl Sie als Eltern, aber auch die
Erzieherinnen gemeint sein. Sie als Eltern haben entschieden, Ihre Kinder täglich zum
Evangelischen Kindergarten in Allendorf zu bringen. Weil es ein evangelischer Kindergarten ist,
kommen Ihre Kinder dadurch immer wieder mit dem Glauben an Jesus Christus in Berührung. Den
wichtigsten Beitrag können Sie aber in Ihrem Zuhause leisten, indem Sie Ihre Kinder im Gebet
Jesus Christus bringen. Auch die Erzieherinnen helfen durch das Erzählen biblischer Geschichten ,
Ihre Kinder zu Jesus Christus zu bringen.
Eltern und Erzieherinnen arbeiten Hand in Hand mit diesem Ziel.
2. Und sie „brachten“ Kinder zu ihm. „Bringen“ deutet darauf hin, dass Ihre Kinder noch Hilfestellung
brauchen. Kinder brauchen Führung, sie müssen „gebracht“ werden. Dabei darf ihnen nichts
aufgezwungen werden. Sie dürfen nicht manipuliert werden. Sie müssen aber die Möglichkeit
haben, von Jesus Christus angerührt zu werden. Deshalb werden sie „gebracht“.
3. Damit er sie „anrühre“. Jesus Christus rührt an, das ist keine Vereinnahmung, sondern eine
Einladung zum Leben im Glauben. Er engt nicht ein, umklammert nicht, sondern rührt an, er wird
spürbar. Wer von Jesus Christus berührt wird, ist angerührt. Wer von ihm angerührt ist, der lernt
Gott und die Menschen lieben. Der lernt mit Gott und den Menschen zu leben. Das ist mein Wunsch
für den Evangelischen Kindergarten Allendorf, dass dieser für die Kinder, die Eltern und die Erzieherinnen ein ermutigender Ort der Berührung mit Jesus Christus und mit anderen Menschen ist.
Ihr
Pfarrvikar Michael Böckner
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Baustein 1
Unsere Einrichtung stellt sich vor
Evangelischer Kindergarten Steckemännchen
Hosrain 6b
35708 Haiger
Telefon : 02773/3939 Fax: 02773/ 741914 e-mail kindergarten @christen-allendorf.de
Eingang
Windfang
Die im Hosrain befindliche Einrichtung öffnete am 9.5.1976 ihre Pforte.
Die Trägerschaft hat die Evangelische Kirchengemeinde Allendorf.
Der Kindergarten hat derzeit eine Kapazität von 90 Plätzen. Diese sind in vier altersgemischte Gruppen
(blaue, gelbe, rote und grüne) aufgeteilt.
Eine dieser Gruppen arbeitet integrativ, d.h. mit Kindern, die behindert oder von Behinderung bedroht
sind. Die Gruppenstärke wird durch die Anzahl der Integrationskinder bestimmt.
In zwei Gruppen können bis zu 25 Kinder, in der vierten Gruppe bis zu 1o Kinder, von 2 Jahren bis
knapp über 3 Jahre betreut werden.
In der Tagesstätte wird ein Mittagessen angeboten. Es besteht eine altersübergreifende Nachmittagsgruppe für 20 Kinder und eine weitere für 25 Kinder von 3 – 6 Jahren.
Öffnungszeiten:
Regelkindergarten: 7:30 – 13:30 ( 68 €)
Ganztagesplatz ohne Mittagessen: 7:30 – 13 Uhr und 14 – 16:30 Uhr (108€)
Ganztagesplatz mit Mittagessen: 7:30 – 16:30 Uhr (108€)
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Die Leiterin der Einrichtung ist Frau Birgit Brunotte, ständig bestellte vertretende Leiterin ist Frau Ilona
Schmitt.
Außer der Kinderbetreuungszeit ist im Dienstplan der Erzieherinnen kinderfreie Arbeitszeit
vorhanden (siehe Diagramm).
EA
VB
KB
Blau
Rot
Gelb
Kinderbetreuungszeit
:Vorbereitungszeit
:Zusammenarbeit mit Eltern
Der Beginn des neuen Kindergartenjahres richtet sich nach dem Schuljahresanfang. Zu diesem Datum
werden die neuen Kinder aufgenommen. Sind danach noch freie Plätze vorhanden, können Kinder auch
jeweils zum 1. eines Monats aufgenommen werden.
Anmeldeschluss für das kommende Kindergartenjahr ist der 31.3. des laufenden Jahres.
Die Aufnahme der Kinder erfolgt nach Kriterien, die vom Kindergartenausschuss erarbeitet wurden.
1. Alter des Kindes
2. Alleinerziehende Eltern werden bevorzugt.
3. Abweichungen davon müssen durch den Ausschuss genehmigt werden.
Die Schließungstage unserer Einrichtung werden durch einen Kalender, den jede Familie erhält,
rechtzeitig bekannt gegeben . In den Sommerferien bleibt der Kindergarten geöffnet, wenn es der
Personalschlüssel zulässt
Die Gruppenräume und die sich unmittelbar anschließenden Waschräume sind in der jeweiligen
Gruppenfarbe gestaltet. Für die Kinder der Nestgruppe wurde Platz im Roten Waschraum geschaffen
und Handtuchhalter sowie Zahnputzleiste in angepasster Höhe installiert.
Die Gruppenräume haben unterschiedliche Schwerpunkte , diese sind zur Zeit :
Blaue Gruppe : Baubereich,
Rote Gruppe : Rollenspielbereich
Gelbe Gruppe : Kreativbereich ,
Grüne Gruppe : Nestgruppe
Den Kindern stehen außer dem der Mehrzweckraum für Bewegung und Freispiel , der große Flur für
Rollenspiele mit wechselnden Angeboten und das Frühstückscafe´ zur Verfügung.
Jedes Kind hat seine Stammgruppe , kann aber während des Tagesablaufes in andere Räume
wechseln.
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Tagesablauf
7:30 – ca. 8:30 Uhr
Die Kinder werden im Frühdienst in der Roten Gruppe betreut.
ca. 8:30- ca. 11:00 Uhr
In dieser Zeit stehen den Kindern alle Räume zur Verfügung. Sie können Ihren Spielraum selbst wählen
und das Angebot in den Gruppenräumen, Flur und Mehrzweckraum nutzen. Lediglich die Nestgruppe
bleibt den jüngsten Kindern vorbehalten.
Die Erzieherinnen arbeiten nach einem bestimmten Zeitrhythmus (Rotationsplan) in den
unterschiedlichen Räumen.
In dieser Zeit hat auch das Frühstückscafe´ in der Küche geöffnet.
ca. 11:00 – ca. 12:00 Uhr
Die Kinder gehen in ihre Stammgruppe, in der spezifische Angebote (Turnen, Geburtstage,
Projektaktivitäten, Kindertreff, Spaziergänge ) stattfinden.
12:00 – 13:30 Uhr
In dieser Zeit können die Kinder vom Kindergarten abgeholt werden.
Je nach Wetterlage wird möglichst das Außengelände genutzt. Auch der Verbindungsweg zur
Mehrzweckhalle kann unter Aufsicht ins Spiel einbezogen werden. Bei schlechtem Wetter suchen sich
die Kinder im Haus ihren Spielraum aus.
Damit die Erzieherinnen vom Abholen des Kindes informiert sind, sollen die Eltern oder / und Kinder
sich beim Kindergartenpersonal verabschieden.
Der Tagesablauf richtet sich nicht nach starren Regeln, sondern ist flexibel durch unterschiedliche
Situationen ( z.B. Jahreszeiten, spezielle gemeinsame Aktivitäten, Schulprojekt...)
Trotzdem müssen die Kinder einige wichtige Regeln beachten, welche das soziale Miteinander und den
organisatorischen Ablauf gewährleisten.
Die wichtigsten Regeln sind:
- bei Verlassen der Stammgruppe sich bei einer Gruppenerzieherin abmelden und in dem
vorhandenen Abmeldesystem ( Magnetwand ) umhängen.
- bevor das Kind in eine andere Gruppe wechselt, soll es sich in seiner Stammgruppe wieder
ummelden.
- die
Kinder haben Zugang zu allen Materialien in der Gruppe, bis auf Sachen im
Erwachsenenbereich.
- persönliche Dinge bewahren die Kinder in ihrem Eigentumsfach auf.
Funktionsbereiche als Spiel – und Erfahrungsräume für Kinder
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Gruppenräume:
Spiel – und Beschäftigungsraum für die Kinder mit variierenden und
situationsorientierten Angeboten ( Puppenbereich, Mal – und Kreativtisch - Knete, Wasserfarben, Stifte,
Scheren, Kleber, Bücherregal, Spieleschränke, Kuschelsofa, persönliche Eigentumsfächer) .
Der Gruppenraum bietet sich für die jeweiligen Gruppenmitglieder als besonderer Treffpunkt für
Kommunikation, Rückzugsmöglichkeiten und Vertrautheit an.
Waschräume: Grenzen an die Gruppenräume an.
Sie verfügen über jeweils zwei Toiletten, drei Waschbecken, Regale für Zahnputzzeug und Handtücher,
sowie über ein Wirtschaftsbecken.
Garderoben: Sie verfügen über Haken, die mit entsprechenden Symbolen für jedes Kind versehen sind
und Schuhbänkchen.
Halle: Papierschränke (verschiedene Sorten), Materialregal ( Naturmaterial, Farben, Stifte usw. ),
Spieltische, Podest, Ausstellungsvitrine
Raum für gruppenübergreifende Angebote, Feste, Elternabende, gruppenübergreifender Treffpunkt.
Windfang: Infotafel, Schaukasten, Broschürenregal
Mehrzweckraum: Turngeräte ( Kletterwand, Rutsche, Turnbank, Matten, Gerätewagen) ,
Matratzenschrank
Raum zum Turnen, für Feste, Musik hören (Musikanlage ), Dias – und Filme zeigen
Verdunklungsmöglichkeit ), Möglichkeiten für großräumige Spiele ( Rollwagen, Pedalo ) Raum zum
Rennen, Hüpfen, Toben, Ballbad ,angrenzend Abstellkammer, mittags Ruheraum.
Das großzügige Außengelände wird unabhängig von den Jahreszeiten mit geeigneter Kleidung genutzt:
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Baumhaus für Kinder ab 5 Jahren
Wellenrutsche
Tipi als Treffpunkt für das wöchentlich stattfinde Parlament der Vorschulkinder und für
spezielle Angebote ( vorlesen, religionspädagogische Angebote)
Große Sandspiellandschaft mit Brunnenpumpe und Wasserlauf
Vier Schaukeln, eine Nestschaukel mit Kletternetz
Pferdestall (überdachter Pavillon)
Arena( vertieftes Rondell mit kleinen Bänken)
Naturnaher Sandkasten
Zwei große Ball- und Spielwiesen
Kletterlandschaft mit Rutsche
Holzhütten für Materialien
Fahrzeuge aller Art und für jedes Alter
Direkter Zugang zum Bolzplatz
Baustein 2
Der sozialpädagogische Erziehungs- und Bildungsauftrag
Die Arbeit in der KITA gewinnt aufgrund der in den letzten Jahren gewonnenen pädagogischen
Erkenntnissen und der veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse immer mehr an Bedeutung.
Die gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit mit Kindern in unserer Einrichtung sind im Kinder- und
Jugendhilfegesetz ( KJHG) und in den Leitlinien der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
(EKHN) festgeschrieben.
Die Basis für die Arbeit mit Kindern bietet das KJHG, das alle grundlegenden Aufgaben umfasst, aber
genügend Raum für individuelle Arbeit in jeder Einrichtung lässt.
Von besonderer Bedeutung sind im § 1 die Artikel 1 bis 3. Als konkrete Hilfestellung und Leitlinie steht
der § 22, 1 bis 3 zur Verfügung.
§1
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(1) Jeder Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer
eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und zuvörderst obliegende
Pflicht. Über ihre Bestätigung wacht die staatliche Gemeinschaft Jugendhilfe soll zur Verwirklichung
des Rechts nach Absatz 1 insbesondere
1. ..... junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen,
soziale Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.
2. .....Eltern und anderer Erziehungsberechtigte bei der Erziehung zu beraten und unterstützen.
3. .....Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen.
4. .... dazu beizutragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien,
sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu schaffen.
§ 22
Grundsätze der Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen
(1) In Kindergärten, Horten und anderen Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages
oder ganztags aufhalten ( Tageseinrichtungen ) soll die Entwicklung des Kindes zu einer
eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.
(2) Die Aufgabe umfasst die Betreuung , Bildung und Erziehung des Kindes.
Das Leistungsangebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder
und ihren Familien orientieren.
(3) Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben sollen die in der Einrichtung tätigen Fachkräfte und anderen
Mitarbeiter mit den Erziehungsberechtigten zum Wohl der Kinder zusammenarbeiten. Die
Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der
Tageseinrichtung zu beteiligen.
Auf diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Kindergartenkinder keine isolierten Techniken oder
isoliertes Wissen erwerben sollen ( keine angeleiteten Beschäftigungen ohne Zusammenhang ). Durch
Grundqualifikationen sollen die Kinder vielmehr in die Lage versetzt werden, sich mit den ständig
wandelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinandersetzen zu können.
Unsere familienergänzenden Erziehungs- und Bildungsziele
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Handlungsfähigkeit, das heißt: eigenständig geplante Handlungen durchführen können.
Praktische Fähigkeiten entwickeln, täglich anfallende Handlungen selbstständig erledigen
können (Frühstück zubereiten, anziehen, Toilettengang, Umgang mit verschiedensten
Materialien und Spielsachen).
Soziale Fähigkeiten: Dazu gehört zum Beispiel Selbstständigkeit und Selbstbestimmung,
Problemlösungswissen und Konfliktlösungsverhalten, Solidarität und
Gemeinschaftsfähigkeit, Integration von Kindern mit Behinderung und Migranten.
Emotionale Fähigkeiten: Zum Beispiel den Umgang mit Freude, Zorn oder Trauer lernen.
Kognitive Fähigkeiten: Dazu gehören: Das Verstehen und Umsetzen im
naturwissenschaftlichen und sprachlichen Bereich, zuhören und sich äußern können.
Motorische Fähigkeiten: Vielfältige Angebote zur Entwicklung der Grob- und Feinmotorik
( im Außengelände, Turnen, Malen, Schneiden, Basteln zum Anregen und Weiterentwickeln
der Bewegungsplanung des Körpers.
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Vermittlung religionspädagogischer Inhalte
Erschließung neuer Erfahrungsmöglichkeiten, das Kennen lernen anderer Menschen,
Räume und Spielmaterialien und neue Lebensbereiche erfahren.
 Unterstützung bei der Entwicklung von Schulfähigkeit
 Lernen und gezielte Förderung durch Bewegung und Sinneswahrnehmung
 Durchführung verschiedener Projekte, deren Inhalte aus Interessen und Bedürfnissen der
Kinder resultieren. Dabei soll die Situation des einzelnen Kindes Berücksichtigung finden
Darüber hinaus bieten uns die Leitlinien der EKHN von 1978 eine Bereicherung und Präzisierung des
Erziehungsauftrages im KJHG,
Zielvorstellungen
Die Arbeit in der Evangelischen KITA soll
(1) Die Erfahrung und Probleme von Kindern und Eltern aufgreifen und so bearbeiten, daß konkrete
Hilfen für gegenwärtige und zukünftige Situationen angeboten werden. Dabei sollen wesentliche
Elemente christlicher Überlieferung, vor allem das Verhalten und die Verkündigung Jesu als Hilfe
zum Verstehen und Handeln eingebracht werden.
(2) In einer Atmosphäre der Offenheit den Kindern ermöglichen, sich selbst anzunehmen, spontan und
voller Interesse zu handeln, Fehler machen zu dürfen , Angst auszusprechen und abzubauen,
selbstständiger zu werden.
(3) Kinder zu befähigen, sich anderen zuzuwenden , andere einfühlend zu verstehen, Vorurteile zu
überwinden, sich zu entscheiden, Entscheidungen anderer zu respektieren, sich miteinander zu
vereinbaren , gemeinsam zu reden, zu handeln, zu spielen, Konflikte zu lösen oder zu ertragen.
(4) Kinder zu ermutigen, Fragen zu stellen, Vorerfahrungen einzubringen und religiöse Vorstellungen
aufzunehmen.
(5) Kindern über die Gestalt Jesu den Zugang zu biblischen Inhalten eröffnen.
(6) Kindern ermöglichen, am Leben Erwachsener, insbesondere der Eltern , der Kirchengemeinde und
des Gemeinwesens, teilzunehmen.
§2
Organisationsformen
Aus der Präambel und den Zielvorstellungen ergeben sich folgende Konsequenzen :
(1) Grundsätzliche Offenheit für alle Kinder des Einzugsbereiches, wobei die sozialen und
gesundheitlichen Verhältnisse der Kinder besonders mitbedacht werden sollen. Uneingeschränkte
Aufnahme von Kindern verschiedener Konfessionen, Rassen, Religionen und Weltanschauungen.
(2) Die Konzeption des Kindergartens sollte im Aufnahmegespräch dargestellt und in der begleitenden
Elternarbeit diskutiert werden. Hier hat insbesondere der Kindergartenausschuss seine Aufgabe.
(3) Aufnahmebedingungen und Tageseinteilungen sollten nicht nach starren Regeln, sondern nach den
Bedürfnissen der Kinder und Eltern ausgerichtet werden
(4) Ein vielfältiges Materialangebot und eine möglichst flexible Nutzung der Kindergartenräume
unterstützen die eigenständige Entwicklung der Kinder.
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Baustein 3
Kindheit gestern – Kindheit heute
Veränderte Lebensbedingungen haben dazu geführt, dass Kinder neuartige Formen des aktiven
Umgangs mit ihrer Lebenswelt entwickeln (müssen . Straße und Wohnumgebung stehen dabei nur
noch eingeschränkt als Erlebnisräume zur Verfügung.
Je nach Lebensbedingungen der Familie und regionalen Angeboten stehen für Kinder verschiedene
Lebens- und Betreuungsorte nebeneinander: Familie, Kindergarten, Spielkontakte in anderen Familien
und auf extra geschaffenen Spielplätzen, organisierte Spiel- und Lerngruppen, Betreuung im
erweiterten Verwandtenkreis oder Nachbarschaftshilfe.
Diese Bereiche sind jedoch sehr stark von Erwachsenen und deren pädagogischen Vorstellungen
geprägt und schränken die Möglichkeiten der Kinder zur Selbstbestimmung und–regulierung zusammen
mit Gleichaltrigen ein.
Heute ist die relative Bedeutung der Wohnung als Lebensraum gestiegen. Früher wurde mehr draußen
( z. B. Garten, Haus, Scheune, Arbeitsplatz der Eltern) gespielt, vorhandene Materialien (Knöpfe, alte
Kleider...) wurden zum Spielzeug umfunktioniert. Es gab weniger vorgefertigtes Spielmaterial.
Um bessere Voraussetzungen für das Spiel als Erfahrungs- und Experimentierfeld der Kinder zu
schaffen, muss unsere gesamte Wohnumwelt verändert bzw. den Bedürfnissen der Kinder angepasst
werden.
Denn die Wohnumwelt, d. h. die Wohnung und familiäres Umfeld, ist für die gesunde körperliche,
seelische und soziale Entwicklung ein wichtiger sozialer Verkehrsraum, in dem die Kinder andere
Kinder und Erwachsene treffen.
Im öffentlichen Raum erfahren sie vielfältige Anregungen und können soziale Strukturen
nachvollziehen.
Sie erleben Formen des Eigentums und des Besitzes, die sie im engeren Bereich ihrer Familienumwelt
so nicht erleben können.
Die Kinder benötigen diese wichtigen Erfahrungen mit Erwachsenen, mit formaler und persönlicher
Kontrolle, im Umgang mit anderen Kindern, in Wahrnehmung sozialer Ungleichheit und in der
Wahrnehmung wichtiger sozialer Verhaltensweisen.
Alles das ist Voraussetzung für eine aktive und wache Teilnahme am sozialen Leben des
Gemeinwesens und damit auch der Entfaltung der eigenen sozialen und psychischen Fähigkeiten.
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Veränderte Kindheit in einer veränderten Umwelt
Erziehung als helfende Beziehung
Die Eltern-Kind –Beziehung in den ersten Lebensjahren ist entscheidend dafür, dass das Kind
Lebensmut entwickeln kann. Das Vertrauen, dass Bezugspersonen wiederkehren und die gefühlvolle
Zuwendung schafft Sicherheit und macht die Welt vertrauenswürdig.
Wenn das Kind ein sicheres und vertrauensvolles Verhältnis zur Familie hat, kann es sich angstfrei auf
neue Situationen, z. B. Kindergarten, einlassen.
Wenn Kinder in ihren Eigenarten angenommen werden, entwickeln sie Wertschätzung für sich selbst.
Wertschätzung entsteht dann, wenn die Eigenheiten und Besonderheiten eines jeden Kindes erkannt
und akzeptiert werden .
Überforderung, Bloßstellungen sind hemmend für eine angstfreie Beziehung..
Es ist Aufgabe der Erziehenden, das Selbstwertgefühl des Kindes zu festigen.
Vertrauen entsteht durch Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit.
Eigenständigkeit
EIGENSINN ?? ----- EIGENER SINN !!!
Kinder müssen sich ausprobieren dürfen, etwas selber machen können. Dies geschieht im Spiel,
Fantasie wird entwickelt, Ängste werden verarbeitet, die Welt wird entdeckt.
„Spielen können“ ist die wichtigste Voraussetzung für Lernen, Arbeiten und Kreativität .
„Überfütterung“ (mit Medien, Spielen, Essen) führt dazu, dass spontane kindliche Aktivität passiver
Erwartungshaltung weicht.
Sicherheit durch Grenzen
Aus Fürsorge für die Kinder heraus entstehen Grenzen, die den Kindern ihrem Entwicklungsstand
entsprechend, gesetzt werden müssen.
Kinder brauchen überschaubare Grenzen, um sich in diesem abgesteckten Raum bewegen und
orientieren zu können.
Kinder können generell Grenzen dann akzeptieren, wenn ihnen die Notwendigkeit verdeutlicht wird ( z.
B. eigene Schwächen schützen, Gefahren abwenden) – Grenzen als Leibwächter des Kindes.
Es liegt in der Verantwortung des Erwachsenen, beim Überschreiten durch konsequentes Handeln
Grenzen deutlich zu machen. Dies setzt bei Erziehenden Beständigkeit voraus.
Absprachen mit Kindern müssen gerade von Seiten der Erwachsenen eingehalten werden.
Erziehung ist eine helfende Beziehung, Begleitung und Unterstützung –nicht Vorschriften machen,
sondern ERMUTIGEN.
Was sollten Kinder von unserer helfenden Beziehung erwarten dürfen ?
Dass sie sich auf uns verlassen können.
Dass wir ihnen Vertrauen schenken und sie uns vertrauen dürfen.
Dass wir Erzieherinnen und Erzieher sind, die die Anliegen der Kinder ernst nehmen
Dass wir jedes Kind in seiner Individualität annehmen
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Wer bin ich?
Neben der Persönlichkeit, die jeder Mensch bei seiner Geburt mitbringt, sind viele Kriterien für seine
Entwicklung bestimmend:
- Personen in seiner Umgebung
- Lebensbedingungen/Lebensumstände
- Religiöse Grundlagen
- Raum für Erfahrungen von Gefühlen und eigenem Willen
- Möglichkeit der Erfahrung für das Kind, dass da, wo es Hilfe braucht, der Erwachsene ihm zur Seite
steht, damit es seinen eigenen Weg finden kann.
Kindern, die ein positives Bild von sich haben, fällt es oft leichter, eigene Bedürfnisse ohne
Verlust/Verlustängste, zurückzustellen.
Kinder, die sehr angepaßt erzogen werden, haben oft Schwierigkeiten, sich zu orientieren,
Entscheidungen zu treffen und ihren eigenen Weg zu finden.
Bei aller Wertschätzung, die Kindern entgegen gebracht wird (du darfst......., du kannst........, du bist
.............,) sollten sich die Erwachsenen nicht so einschränken, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse nicht
mehr erkennen, wahrnehmen und in Anspruch nehmen.
Bei allem Selbstbewusstsein soll ein Kind lernen, Rücksicht und Toleranz zu üben und andere in
ihrem Anderssein zu akzeptiere .
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Die tragfähige Beziehung
Was braucht eine tragfähige Beziehung ?
Eine tragfähige Beziehung ist auf Dauer angelegt.
Kinder brauchen dafür :
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Wärme und Zuwendung
Rechte und Pflichten auf Gegenseitigkeit
Als Persönlichkeit ernst genommen zu werden
Strukturen (Regeln-Grenzen) / Sicherheit
Verlässliche vertrauensvolle Beziehung
Tragfähige Beziehung - was bedeutet das ?
Jeder Mensch braucht das Gefühl, willkommen und angenommen zu sein.
Dies geschieht durch tägliches Engagement in dem wir :
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zuhören, beobachten und uns einfühlen, uns auf das Kind einstellen und es ernst nehmen
situationsorientiert reagieren und uns interessieren
dem Kind Bereitschaft und Verständnis zur Kooperation anbieten
seine schöpferischen Fähigkeiten zulassen und fördern, durch Angebote verschiedener
Materialien, Werkzeuge, durch aufzeigen von Lösungswegen und Alternativen
das Selbstwertgefühl des Kindes stärken ( durch Lob und Anerkennung)
Regeln vermitteln und erklären , bzw mit den Kindern erarbeiten
Eine ausgewogene Mischung aus Zuwendung und Struktur ermöglicht eine tragfähige
Beziehung.
Von der Spielfähigkeit zur Schulfähigkeit
Kindgemäßes Lernen im Vorschulalter
Kinder wollen die Welt wahrnehmen, mit all` ihren Sinnen erobern und mit diesen tätig sein. ( Die
Sinne: schmecken, riechen, fühlen, sehen und hören). Kinder wollen sich frei bewegen, körperlebendig
sein und körpersicher werden.
Kinder wollen selbstständig mit den Dingen der Welt handeln dürfen, sich ausprobieren, neues erproben
und dabei Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln. Kinder wollen spielen, selbstbestimmt und
hingebungsvoll, allein und mit anderen.
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Das Spiel ist für das Kind die altersgemäße Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, z. B. sich
Wissen anzueignen und zu lernen, soziale Kontakte knüpfen, Probleme lösen, schöpferisches Tun zu
entfalten, ihre eigenständige Persönlichkeit entwickeln.
Ein ideales Erfahrungsfeld ist das Freizeitlager in
Oberndorf, wo die dreitägige Schulkinderfreizeit
alljährlich im Frühsommer stattfindet. Viele Kinder
erleben hier zum ersten Mal eine längere Trennung
vom Elternhaus.
Der Geist ist nicht eine Scheune die man
füllt, sondern ein Feuer, das man nährt.
...das heißt : Impulse geben
 weniger vorgefertigtes Spielzeug, Materialien aus der Lebenswelt der Kinder und aus der Natur
bereitstellen (möglichst mit den Kindern organisieren )
 Werkzeuge in kindgemäßer Größe, aber trotzdem der Realität entsprechend anbieten.
 Möglichst Material zur Verfügung stellen mit dem Kinder vielfältig und kreativ umgehen können
(Ton, Salzteig, Wasser, Sand, Speckstein)
Das Materialangebot soll wechselweise zur Verfügung stehen – weniger ist mehr!
... das heißt:
wir müssen uns die Zeit nehmen, die Kinder zu beobachten ,Beobachtungen dokumentieren
und im Team über die Entwicklung des Kindes austauschen, Folgerungen treffen und
ausführen, Geduld für das kindliche Wiederholungsbedürfnis aufbringen und zuhören
können.
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Baustein 4
Der kindzentrierte Situationsansatz
Die Grundlage der pädagogischen Arbeit in unserem Kindergarten ist der kindzentrierte
Situationsansatz.
Die Grundprinzipien des Situationsansatzes in der Umsetzung mit Kindern in Stichpunkten
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Der Bezug zu Lebenssituationen von Kindern
Verbindung von sozialem und sachbezogenem Lernen
Altersmischung
Mitwirkung von Eltern und anderen Erwachsenen
Balancierte Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Kindern
Gestaltung von Räumen, ihre Ausstattung und Nutzung (Öffnung nach innen)
Mitwirkung von Kindern an der Gestaltung von Situationen
Gemeinwesenorientierung (Öffnung nach außen)
Integration behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder
Interkulturelle Erziehung
Übergang zur Schule
Teamarbeit – persönliche und fachliche Qualitäten /Qualifikationen der Erzieherinnen
Fachberatung und Fortbildung
Exemplarisch wollen wir dies durch die Vorstellung des „ Waldprojektes“ verdeutlichen :
Die Idee dazu entstand auf Grund der Beobachtungen und Gespräche mit Kindern. Einen letzten
Anstoß gab der Aufenthalt im Freizeitlager Oberndorf, in der Lust und Liebe der Kinder beim Aufenthalt
in der Natur uns Erzieherinnen selbst so anregten, dass sich zwei Mitarbeiterinnen entschlossen, zum
nächstmöglichen Zeitpunkt ein Waldprojekt in Angriff zu nehmen.
Vorbereitungen:
 die begleitenden Erzieherinnen nehmen an einer Fortbildung zu Thema (Waldtage im Kindergarten)
der Fachschule für Sozialpädagogik in Dillenburg teil.
 Informationen durch einen Erfahrungsbericht per Video
 Informationen durch das Landesjugendamt
 Gespräch mit dem Gesundheitsamt und Förster
 Besprechung im Team
 Aussuchen des Waldgebietes
 Informationen an Eltern in Form eines Elternabends mit Video
 Kinderkonferenz zum Thema
 Information an den Träger
 Mitteilung an die Presse
Auflagen:
 Mitführen eines Verbandkastens
 Mitführen eines Handies und eines Wasserkanisters
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Bedingungen für die Kinder
 wetter-und wasserfeste Kleidung
 Trinkflasche
 Rucksack
Anschaffungen:
 Sitzkissen
 Lupen-und Becherlupen
 Schaufeln, Eimer,
Spaten
 Naturführer
 Fachbücher
 Bollerwagen
Unkosten für die Eltern: 5 € pro Kind
Zielsetzungen :
 Gemeinschaftserlebnis, Stärkung des „Ich“ und „wir“ –Gefühls
 Stärkung der Wahrnehmungen im taktil-kinästhetischen Bereich, des Gleichgewichtssinns
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der Grob-und Feinmotorik
Sinnesschulung
Kognitive Weiterentwicklung
Fantasie und Kreativität anregen
Bezug zur Natur herstellen
Überwindung von Ängsten
Ruhe finden und erleben
Grenzbereiche erweitern
Beobachten
Durchführung :
Als Einstieg war geplant, eine längere zusammenhängende Zeit im Wald zu verbringen
(10 Tage) . Daran sollten sich weitere Wald -und Schultage und die Freizeit in Oberndorf anschließen.
Erfahrungsbericht
Entgegen unserem theoretischen Wissen gab es doch Tage, an denen es im Wald nass und
ungemütlich ist. Die stellten wir in den beiden ersten Projekttagen fest. Zwar waren die
Kinder sehr motiviert und aufgeschlossen, doch leider mussten wir dann, als auch noch Schnee und
Regen dazu kamen, im Interesse der Kinder das Projekt für drei Tage unterbrechen.
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Aber dann wurde das Wetter besser und wir konnten unser geplantes Projekt wie folgt fortsetzen.
An unserem Ziel angekommen setzten wir und in den Kreis, sangen unser Begrüßungslied und
frühstückten ausgiebig. Dann folgte die Einstimmung auf die Aktivitäten des Tages, zum Beispiel eine
Geschichte, Vorstellung des Beobachtungsmaterials ( Lupenbecher etc.).
Im Laufe der Zeit haben sich zwei Schwerpunktthemen entwickelt:
Zum einen das Entdecken und Beobachten von Pflanzen und Kleintieren, zum anderen wurde die
Kreativität und Fantasie der Kinder geweckt.
Sie staunten über wetterbedingte Veränderungen im Wald, sie sahen und hörten den Wind in den
Bäumen und freuten sich über die Sonnenstrahlen.
Mit den Lupenbechern konnten sie die Insekten in ihrer Vielfalt genau betrachten.
Angeregt durch eine Geschichte besuchten wir das Zwergenland und entdeckten ein
Zwergenwohnhaus, aus dem bei genauerem Hinhören sogar ein Schnarchen zu hören war.
Ein umgestürzter Baum wurde zum Piratenschiff.
Am Ende des Waldtages versammelten wir uns zum Abschlusskreis, sangen unser Abschiedslied und
erzählten von unseren Erlebnissen und Beobachtungen.
Reflexion
Der Spiel- und Erfahrungsraum Wald, mit all seinen Möglichkeiten, erfüllte größtenteils unsere
Erwartungen und Ziele.
Die Mehrheit der Kinder war offen für neue Entdeckungen und Spiele.
Erstaunt hat uns die Kondition der Kinder, die mit jedem Tag zunahm. Sie konnten die beachtliche
Strecke gut bewältigen. Doch es gab auch Kinder, die einerseits Angst hatten,
vor allem vor Kleintieren und Insekten, und andererseits den täglichen Weg und die damit verbundene
Anstrengung ablehnten.
Besonders positiv entwickelte sich der Gemeinschaftssinn und der Zusammenhalt in der Gruppe.
Gegenseitiges Unterstützen, gemeinsames Handeln und Entwickeln von Spielmöglichkeiten haben die
Kinder gestärkt und in ihrer sozialen Entwicklung weitergebracht.
Es gab zahlreiche Kontakte über die Gruppengrenzen hinweg, es haben Kinder miteinander gespielt,
die vorher kaum Kontakt hatten.
Das Einhalten der für die Kinder neuen Regeln war kaum ein Problem. Sie konnten sich gut auf die
fremde Situation umstellen, sie wurden aufgeschlossen und sensibel.
Es war zu beobachten, dass die Kinder von Tag zu Tag sicherer wurden und den Wald von Mal zu Mal
neu entdeckten.
Auch für die begleitenden Erzieherinnen waren die Waldtage und die damit verbundene andere Art der
Arbeit und des Zusammenseins mit den Kindern eine wertvolle Zeit.
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Beteiligung der Kinder an der Planung und Gestaltung des pädagogischen Alltags.
Das Kindergartenparlament als zentraler Ort der Kommunikation
Seit dem 12.10.1999 trifft sich einmal wöchentlich an einem
festgelegten Tag das Kindergartenparlament im Tipi des
Kindergartens.
Als Parlamentarier gelten alle Kinder, die im Sommer in die Schule
kommen.
Begleitet wird das Parlament von zwei Erzieherinnen.
Aus ihrer Mitte wählen die Kinder in „ geheimer“ Wahl (die Kinder
flüstern den Namen ihrer Kandidaten der Protokollantin ins Ohr) ,
einen Vorstand.
Die Kandidaten werden vorgeschlagen bzw. stellen sich selbst zur
Wahl. Eine Wahlperiode dauert ca. 8 Wochen.
Dem Vorstand gehören zwei Kinder und eine Erzieherin an. Eine
weitere Erzieherin fungiert als Protokollantin.
Die Sitzungen sind für alle Parlamentsmitglieder verbindlich, d.h.
sie sind zur Teilnahme verpflichtet.
Bei Abstimmung gelten Mehrheitsbeschlüsse.
Die Parlamentsglocke
ruft die Kinder zu den Sitzungen
Das Parlament ist die Folge der im Team entstandenen Überlegungen, wie Kinder an Entscheidungen,
der Planung und Gestaltung des pädagogischen Alltags im Kindergarten beteiligt werden können.
Mittwochs in der Zeit von 11 – 12 Uhr treffen sich Kinder und Erwachsene im Tipi. Hier werden aktuelle
Begebenheiten besprochen, Regeln und Absprachen verhandelt und bei Interessenskonflikten nach
Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Kinder lernen, ihre Bedürfnisse zu äußern, eigene Wünsche
benennen und mitzuteilen, zuzuhören und verstehen, was der/die andere meint und sich verständlich
mitzuteilen.
Sie nehmen an der Planung und Gestaltung von Festen und Ausflügen teil, sie erfahren, dass sie mit
ihren Äußerungen, Wünschen und Gefühlen ernst genommen werden.
Die ErzieherInnen beobachten das Verhalten der Kinder im Umgang miteinander, sie ermutigen die
Kinder und bieten Hilfestellung in allen benötigten Bereichen an.
Weitere Ziele sind folgende Regeln: ( im Parlament erarbeitet)
- Alle werden angehört und dürfen ausreden (Toleranz)
- die Redereihenfolge wird eingehalten( Kinder und Erwachsene melden sich, wenn sie etwas zu
sagen haben)
- alle Vorschläge werden diskutiert
- Kinder lernen, ihre Vorschläge zu begründen ,andere Vorschläge zu hinterfragen und die eigenen
Meinung zu vertreten, Mehrheitsbeschlüsse und Niederlagen zu akzeptieren.
Dieser Lernprozess fordert Kindern aber auch den begleitenden Erwachsenen viel Geduld ab.
Zur Einhaltung dieser Regeln sind Kinder und Erwachsene verpflichtet.
Die Entscheidungen des Parlaments sind für das ganze Haus bindend.
Nach Absprache findet eine öffentliche Parlamentssitzung statt, an der interessierte Kinder,
Erzieherinnen und Eltern als passive Gäste teilnehmen können.
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Aufnahme von Kindern unter drei Jahren
1. Erweiterung des Betreuungsangebotes
2. Was brauchen die Kinder unter Drei
3. Wie werden Kinder unter Drei aufgenommen
 Anmeldung
 Zusage
 Aufnahmegespräch
4. Eingewöhnungsphase in der KITA
 Rolle der Eltern
 Bezugserzieherin
 Berliner Modell
5. Der Tag in der KITA
 Räumlichkeiten
 Materialangebot
6. Vorbereitung der Mitarbeiterinnen
 Fortbildung
 Literatur
1. Erweiterung des Betreuungsangebotes
Es ist erklärter politischer Wille, dass für Kinder unter drei Jahren Betreuungskonzepte entwickelt
werden. Für uns in Allendorf ist auf Grund der Anmeldungen ein großer Bedarf erkennbar
geworden. In unserer Einrichtung stehen seit 2007 fünft Plätze für Kinder U3 zur Verfügung, als
Regel und/oder Ganztagesplatz. So wird Eltern, vor allem Alleinerziehenden ein früherer
Wiedereinstieg in den Beruf ermöglicht.
2. Was brauchen Kinder unter drei Jahren
Das Ankommen, das Eingewöhnen und eine sichere Beziehung zu den
Erzieherinnen ist wesentlich verantwortlich für die gesamte KITAzeit. Je jünger
Kinder sind, um so wichtiger sind für sie positiver Bindungen, sie sind darauf
angewiesen.
Nur Kinder, die eine sichere Bindung erfahren haben ( im Elternhaus und in der KITA), sind in der
Lage, kreativ, ausdauernd und konzentriert zu spielen.
Wir ErzieherInnen stehen dem Kind in belastenden Situationen zur Seite und geben ihm Halt.
Wir dienen den Kindern als sichere Basis und schaffen ihnen optimale Voraussetzungen um in
einer vertrauensvollen und geschützten Atmosphäre ihre Umwelt zu erforschen und ihrer
Neugierde nach zu gehen.
Ohne Bildung bleibt die Bildung auf der Strecke !
3. Wie werden Kinder unter 3 Jahren aufgenommen ?
Bei der persönlichen Anmeldung erhalten die Eltern einen ersten Einblick in die Arbeit der
Einrichtung. Sie lernen bei einen Hausrundgang die verschiedenen Räume kennen, es findet eine
erstes persönliches Gespräch statt.
Über die Aufnahme jedes Kindes entscheidet der Kindergartenausschuss.
Die Eltern werden schriftlich über den Aufnahmetermin unterrichtet. Ein individuelles
Aufnahmegespräch wird von der Mitarbeiterinnen vereinbart., darin geht es um das gegenseitige
kennen lernen und um die Lebenssituation des Kindes.
4. Eingewöhnungsphase in der KITA
Die Aufnahme der neuen Kinder findet gestaffelt statt. Wie empfehlen, die Kinder während der
Eingewöhnungsphase nur stundenweise zu bringen, denn die Kinder müssen noch keinen ganzen
Vormittag in der Einrichtung „ durchhalten“. Mit den Eltern wird abgesprochen, wie lange das Kind
in der Einrichtung bleibt.
21
Für das Kind sind verlässliche Absprachen wichtig, So soll die Bezugsperson nicht
„wegschleichen“, sondern sich kurz, aber mit der Zusage des Abholens verabschieden. An den
klaren Abschied koppelt das Kind bald das Vertrauen auf die Rückkehr. Diese immer wieder
kehrende Situation gibt dem Kind innere Orientierung , Vertrauen und eine wichtige Struktur im
Tagesablauf. Wichtig ist, dass das Kind an die ErzieherInnen übergeben wird, nicht der Mutter
(Vater) „entrissen“ wird.
Die KITA erwartet zur Entwicklung einer tragfähigen Bindung die aktive Mitarbeit der Eltern .Die
Eingewöhnung kann nur zusammen mit der primären Bezugsperson des Kindes gelingen, da
diese das Vertrauen des Kindes besitzt und es am besten kennt.
Alle am Eingewöhnungsprozess Beteiligten müssen bereit sein, sich soviel Zeit für das Kind zu
nehmen, wie es für diesen Prozess braucht.
Die Aufnahme in die KITA bedeutet für das Kind Stress, den es am besten mit der primären
Bezugsperson von zu Hause bewältigen kann. In dieser Zeit wendet sich die konstante
Bezugserzieherin dem Kind behutsam zu.
Nach /während der Aufnahmezeit finden in der KITA keine aufwändigen Veranstaltungen statt –
die volle Aufmerksamkeit der ErzieherInnen gilt den Kindern.
Fehlzeiten wie Fortbildungen oder Urlaub werden möglichst vermieden.
Die BezugserzieherIn baut einen engen Kontakt zu den Eltern auf, sie steht konsequent für Kind
und Eltern zur Verfügung und kann somit eine gute Grundlage für eine Vertrauensbasis legen.
Er/sie macht sich allerdings nicht unentbehrlich, da die ständige Anwesenheit nicht möglich ist.
Deshalb ist auch der Kontakt zu anderen ErzieherInnen wichtig.
Die Eingewöhnung fördert weiterhin
 Zur Selbstregulation können Schnuller, Schnuffeltuch, Kuscheltier mitgebracht werden
 Täglicher KITAbesuch
 Die Bezugsperson, die das Kind während der Eingewöhnungszeit begleitet, soll das Kind
loslassen können
 Der Trennungsschmerz muss zugelassen werden, weinen ist erlaubt, trösten kann
erfahren werden.
Das sogenannte „ Berliner Modell“ ist ein bundesweit anerkanntes Eingewöhnungsmodell und hat
sich für die Eingewöhnung für U3 bewährt.
Wir sehen es nicht als starre Vorlage an sondern übernehmen es als Orientierungsrahmen.
(siehe Anhang)
5. Der Tag in der KITA
Bei der ersten Aufnahme von Kinder U3 sind wir den Vorgaben der EKHN gefolgt und haben in
eine bestehende Gruppe zu 15 Regelkindern fünft U3 aufgenommen.
Dies erwies sich für alle Beteiligten als sehr ungünstig, so dass wir uns im Team für die
Einrichtung eine Nestgruppe im Container entschieden haben. In dieser Gruppe sind insgesamt
10 Kinder untergebracht – 5 U3 und 5 knapp über drei.
Bei der Einrichtung wurde folgendes bedacht – verändert:
 Neuer Fußbodenbelag
 Altergerechte Spielmaterialien ( weniger ist mehr)
 Freiflächen auf dem Boden
 Spiegel
 Geschützte Wickelmöglichkeit
 Kuschel-Ruheecke
 Schutz für die Heizkörper
 Klemmschutz an der Türe
In der Gruppe arbeiten zwei ErzieherInnen. Neben einer festen Struktur brauchen gerade die Kleinen
ein großes Maß an Offenheit und Flexibilität. Je jünger die Kinder, um so mehr muss auf ihre
individuellen Bedürfnisse eingegangen werden.
Rituale sind wichtig und müssen ein fester Besthandteil des Tages sein.
22
Während des Ankommens und Begrüßens richtet die/der ErzieherIn ihre ganze Aufmerksamkeit
(Blicke, Berührungen direkte Ansprache, dem Kind eigene Rituale) dem Kind. Eine deutliche
Übernahme des Kinder von den Eltern zur/m ErzieherIn ist wichtig.
Danach haben die Kinder Zeit, die Umwelt im freien Spiel zu entdecken. Die ErzieherInnen halten
Angebote bereit. Die KITA arbeitet mit teiloffenen Gruppen, für die U3 Kinder gilt, dass sie zunächst im
geschützten Gruppenraum bleiben um sich dort mit Regeln vertraut zu machen.
Priorität hat aber die Bindung an die Bezugserzieherin. Wechselt diese bei der Rotation den
Gruppenraum, können bei Bedarf „ ihre „ Kinder mitgehen. Haben die Kinder genügen Sicherheit
erreicht, können sie in andere Gruppen wechseln.
Wichtig dabei ist eine Übergabe an die MitarbeiterInnen der betreffenden Gruppe. Damit ist dann auch
die Weitergabe/Übernahme der Verantwortung geklärt.
Umwelterkundungen, Alltagsherausforderungen wir Essen, Trinken, Frühstückssituation, an- und
Ausziehen etc erleben die Kinder als ganzheitliche Lernerfahrung. Hier gilt, wie in unserem gesamten
Konzept die These: So viel Hilfe/ Unterstützung wie nötig – soviel Selbstständigkeit wie möglich.
Bei Gesprächs- und Spielkreisen reicht für die Kleinen eine gemeinsame Viertelstunde aus. Die
Erzieherinnen teilen die Kinder in interessenbezogene Kleingruppen auf.
Bei gutem Wetter wird das Außengelände genutzt.
Die MitarbeiterInnen der KITA haben sich intensiv durch Fortbildungen und diverse Literatur auf die
Arbeit mit den Kindern U3 vorbereitet.
Bezeichnung der
Phase
Grundphase
Anzahl der
Tage /
empfohlene
Stundenzahl
3 Tage / 1 –
2 Stunden in
Begleitung
eines
Elternteils
Verhalten der
Eltern
Verhalten der
Erzieherin
Besonderheiten
Weitere
Vorgehensweise
Volle
Aufmerksamkeit
fürs Kind
Vorsichtige
Kontaktaufnahme
ohne Drängen
erster
Trennungsversuch
nach 4 Tagen,
wenn Montag = 4.
Tag 
Trennungsversuch
erst am 5. Tag
Kind gleichmütig,
weiterhin interessiert
oder lässt sich leicht
trösten  Trennung
auf max. 30 Minuten
ausdehnen
Beobachtung der
Interaktion zw.
Eltern und Kind
Verabschiedung
Kein Trennungsdurch Eltern
versuch in den ersten einige Minuten
drei Tagen
nach Ankunft im
Gruppenraum 
verlässt den
Raum, bleibt aber
in der Einrichtung
 Zeichen für
Verkürzung der
Eingewöhnungsphase:
Kind versucht
Belastungssituationen
ohne Eltern zu lösen;
sucht wenig Blick –
oder Körperkontakt
zu den Eltern (~ 6
Tage
Eingewöhnungszeit)
Kind verstört oder
lässt sich nicht trösten
 Bindungsperson
sofort wieder zurück
holen
 längere
Eingewöhnungsphase:
häufiger Blick- oder
Körperkontakt mit
Eltern, heftiges
Verlangen nach den
Eltern  nächster
23
Bezeichnung der
Phase
Anzahl der
Tage /
empfohlene
Stundenzahl
Stabilisierungsphase Ab dem 4.
Tag
Verhalten der
Eltern
Verhalten der
Erzieherin
Besonderheiten
Mutter hilft nur
noch, wenn das
Kind die
Erzieherin noch
nicht akzeptiert
Übernimmt
Versorgung des
Kindes
Eltern noch
immer in der
Einrichtung,
können bei Bedarf
jederzeit geholt
werden
Bietet sich als
Spielpartnerin an
Ggf. füttern und
wickeln
Reagiert immer
häufiger auf Signale
des Kindes
Schlussphase
Eltern nicht mehr
in der
Einrichtung, aber
jederzeit
erreichbar, weil
die neue
Beziehung zur
Erzieherin
vielleicht noch
nicht tragfähig
genug ist für bes.
Belastungssituationen
Trennungsversuch
erst nach einigen
Tagen
Weitere
Vorgehensweise
Lässt sich das Kind
von der Erzieherin
trösten kann die
Trennungszeit
ausgeweitet werden
Lässt sich das Kind
nicht trösten, sollte
die Mutter wieder am
Gruppengeschehen
teilnehmen. Erneuter
Trennungsversuch am
7. Tag
Eingewöhnung
beendet, wenn sich
das Kind nach dem
Weggang der Eltern
trösten lässt und in
guter Stimmung
weiterspielt
(Erzieherin = sichere
Basis)
Die KITA in Bewegung
Die Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung von Kindern
Ausreichende Bewegungsaktivitäten stellen im Kindesalter die Grundlage für die gesamte
Persönlichkeitsentwicklung dar.
Bewegung wirkt sich positiv auf die körperliche und motorische, aber auch auf die psychosoziale und
geistige Entwicklung eines Kindes aus.
Eine große Bedeutung für die Entwicklung der Motorik hat dabei der Zeitraum der ersten zehn bis zwölf
Lebensjahre. In dieser Zeit finden wichtige Entwicklungsprozesse statt, die durch Bewegung unterstützt
werden und die grundlegend für das ganze Leben sind.
Ziele:
Kraft
Wer gut ausgebildete Muskeln hat, verfügt über einen leistungsfähigen Stütz- und Bewegungsapparat,
der vor Verletzungen und Haltungsschäden schützt!
Um die Kräftigung zu verbessern, sind alle Bewegungen gut, die gegen die Erdanziehungskraft oder
den Widerstand eines Partners arbeiten.
24
Beweglichkeit
Gute Beweglichkeit ist Voraussetzung dafür, dass Bewegungen sicher und fließend ausgeführt werden
können.
Koordination
Koordination ist eine wichtige Grundlage um rhythmische und komplexe Bewegungsabläufe präzise
auszuführen. Die Koordination setzt sich aus einzelnen Fähigkeiten, wie Gleichgewichts-, Orientierungsund Reaktionsfähigkeit zusammen.
Diese Fähigkeiten bilden die Grundlage für mehr Bewegungssicherheit, sowie Gefühl für den eigenen
Körper und fördern das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein des Kindes.
Ausdauer
Ausdauer macht den Körper widerstandsfähiger gegen Ermüdung, körperliche Belastungen werden
leichter bewältigt und der Körper erholt sich schneller.
Durch kindgemäße Bewegungsangebote kann die Ausdauerleistung gezielt gefördert werden.
Seit dem Jahr 1998 findet in unserer Kita die Kooperation mit der Hessischen Sportjugend und dem TV
Haiger unter dem Motto: „Mehr Bewegung in den Kindergarten“ statt.
Unsere Bewegungsangebote:
-Sporthalle der Grundschule
-1x wöchentlich vormittags zwei altersspezifische Gruppen
-1x wöchentlich nachmittags eine altersgemischte Gruppe
-Bewegungsraum
-von 9 - 11Uhr freie Bewegungszeit
-1x wöchentlich Angebot für die 2-3 jährigen
-Außengelände
-Kletterlandschaft mit Rutschbahn und Schaukel
-Bolzplatz zum Fußballspielen
-Sandlandschaft mit Wasserpumpe
-Kletterbaum
-verschiedene Fahrzeuge
-Spaziergänge
-Waldtage
25
Religionspädagogik im Situationsansatz
Der Situationsansatz orientiert sich an der Lebenssituation der Kinder.
Für eine evangelische Einrichtung reichen sozialpädagogische Angebote und Ziele nicht aus.
Themen wie z. B. „Wer passt auf mich auf?“, „Tod“, „Geburt“ usw., berühren Grundfragen des
Glaubens. Hier ist es notwendig, christliche Überzeugungen und Traditionen kindgerecht zu vermitteln.
Der Kindergarten ist ein Freiraum für religiöse erste Schritte und erste Erfahrungen.
* Für Erzieherinnen heißt das, kindliches Verhalten in konkreten Situationen möglichst
mehrdimensional, mehrschichtig wahrzunehmen um durch ihr Angebot den Spielraum der Erfahrungen
zu öffnen und zu erweitern.
Dazu gehört das vermitteln biblischer Geschichten, die in ihren Inhalten die Lebensthemen der Kinder
aufgreifen, traditionelle, christliche Feste gemeinsam feiern, gemeinsame Gebete und Gottesdienste.
Es kann jedoch nicht so sein, dass wir uns in einem abgesonderten Bereich mit der Frage beschäftigen
„Wie bringe ich einem Kind Religion und Tradition bei?“.
Vielmehr soll unsere gesamte Arbeit von Religion „durchdrungen“ sein.

Der evangelische Kindertagesstätte ist ein lebendiger Ort der Gemeinde, er ist ein Ort der
Gemeinschaft für Menschen aller Kulturen und Religionen. Er bietet die Möglichkeit des Kennen
Lernens, schafft Grundvoraussetzungen für Toleranz und Verständnis untereinander.
Im Kindergarten entfalten sich die Grundfunktionen des kirchlichen Lebens:
Gemeinschaft
- die Gemeinschaft der Kinder untereinander, der Eltern unter sich, der Familien und der
Gemeinde.
Diakonie
- für einen gewissen Zeitraum die Kinder betreuen und zu erziehen, ihnen Geborgenheit geben,
soziale Ausgrenzungen zu überbrücken und soziale Verantwortlichkeit zu üben.
- Hilfestellung anbieten – Kindern und Eltern.
Als Ansprechpartner und Vermittler in schwierigen Situationen zur Verfügung zu stehen.
Spiritualität
-
Gemeinsam beten, feiern, singen.
Zur inneren Ruhe finden, meditieren.
Gottesdienste feiern – mit allen Sinnen erleben.
Begegnung mit der biblischen Tradition
-
biblische Geschichten der Lebensrealität der Kinder entsprechend vermitteln und durch das
Ansprechen aller Sinnen –erzählen, spielen, singen …, „greifbar“ machen
26
Gottesdienste für Kinder in der Kirche mit
Glockenläuten und Pfarrer im Talar sind
regelmäßiger und wichtiger Bestandteil der
religionspädagogischen Arbeit. Die
dokumentieren die Zugehörigkeit des
Kindergartens zur Kirchengemeinde.
Die Evangelische KITA ist angstfreier Lernort des Glaubens und der Geborgenheit.
Er vermittelt Kontakte zum Evangelium und ein Gefühl des Angenommenseins mit dem Wissen
„Ich bin nicht allein“.
Diese Ausführungen beruhen auf den Leitlinien der EKHN von 1978
§ 4 (1) Im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung des Kleinkindes ist der Kindergarten bemüht,
seine pädagogische Aufgabe in verschiedenen Arbeitsformen des Kindergartens wahrzunehmen.
(2) Situationsbezogene, religionspädagogische Angebote im engeren Sinn sollen die unterschiedlichen Vorerfahrungen , die die Kinder auch im religiösen Bereich mitbringen, aufnehmen und durch neue Erfahrungen erweitern. Religiöse Erziehung im Kindergarten
muss dem Verständnis der Kinder angemessen geschehen, sie soll nichts vermitteln, was
später zurückgenommen werden muss, sie setzt einen Anfang, rechnet aber dabei mit einer
Weiterführung durch Elternhaus, Schule oder Gemeinde.
(3) Beispielhafte Inhalte und Arbeitsformen :
 Gespräche, die den Kindern helfen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und ihre Meinungen
auszutauschen
 Rollenspiele, in denen die Kinder Gehörtes und Erlebtes umsetzen können
 Betrachten von Bildern, Fotos, Dias, Filmen
 Gemeinsames Gestalten zu unterschiedlichen Themen mit den verschiedensten Materialien.
 Erzählen biblischer Geschichten (vorrangig Jesu- Geschichten), bei denen ein Bezug zum
Leben der Kinder sichtbar wird.
 Gebete, in denen die Kinder lernen, ihre eigenen Erfahrungen auszusprechen oder die sie in
formulierte Glaubenserfahrungen anderer einbeziehen.
 Lieder, die dem Verständnis der Kinder entsprechen
 Gemeinsames Feiern
 Durchführen und vorbereiten von Aktionen mit anderen oder für andere, z.B.
Familiengottesdienste, offenen Tage im Kindergarten, Besuche in Altenheimen und ähnlichen
Einrichtungen.
27
Baustein 5
Zusammenarbeit mit Eltern
Zum Wohle des Kindes ist eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieherinnen
wichtig.
Das bedeutet, die Eltern werden in die Arbeit mit einbezogen, nach ihren Möglichkeiten und
Fähigkeiten.
Information und Austausch über das einzelne Kind
findet im Aufnahmegespräch, in Elternsprechtagen,
durch Besuche zu Hause, Einzelgespräche nach
Bedarf und Tür und Angelgespräche statt.
Themenbezogene Elternabende bieten die
Möglichkeit Eltern über pädagogische Inhalte, Erziehung und die Entwicklung der Kinder im
Allgemeinen zu informieren.
Dazu werden externe Fachleute, wie z.B. Schularzt, Logopädin , Medienberater der EKHN etc.
eingeladen.
Gemeinsame Aktivitäten wie:
Feste, Ausflüge, Bastelangebote, Kleiderbörse, Gottesdienste, Zelten für Väter und Kinder, Abende für
Väter – Mütter –Eltern usw. werden angeboten .
Ebenso ist eine aktive Zusammenarbeit bei der Verwirklichung von Projekten wichtig, wie zum Beispiel
bei der Gestaltung des Außengeländes.
Es besteht die Möglichkeit, dass Eltern sich mit ihren Ideen und Fähigkeiten in den Kindergartenalltag
einbringen können.
Uns ist es wichtig, dass sich die Eltern in unserer Einrichtung akzeptiert- und wohlfühlen.
28
Exemplarisch für die Zusammenarbeit mit Eltern listen wir im Folgenden die Aktivitäten der
Jahre 2005 und 2006 auf :
Zusammenarbeit mit Eltern
2005
Januar
Februar
März
April
Mai
Elternsprechtage Vorschulkinder
Elternsprechtage
Arbeitseinsatz Außengelände
Vater-KindJuni
Zelten,Schultütenbasteln
Juli
Aufnahmegesspräche
September Wahl der Elternvertreter
Oktober
Laternenbasteln
November
Dezember
Laternenfest, Weihnachtsmarkt
Weihnachtsgottesdienst
2006
InfoAbend Pep4Kiks
Elternsprechtage Vorschulkinder
Elternsprechtage
Festgottesdienst ,Sommerfest
Vater-Kind-Zelten
Schultütenbasteln
Kartoffelbratfest der Kirchengemeinde
Wahl der Elternvertreter+ Infoabend
Elternabend mit Laternenbasteln,
Laternenfest
Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeier
Im Laufe des Jahres fanden darüber hinaus, je nach Bedarf, mehrere Einzelgespräche mit Eltern statt.
Die Arbeitszeit der Erzieherinnen für die Zusammenarbeit mit Eltern ist im Dienstplan unter
kinderfreier Arbeitszeit, mit wöchentlich 0,5 - 1,0 Stunden verankert, je nach wöchentlicher Arbeitszeit..
Über diese Stunden wird für jede Mitarbeiterin ein Elternarbeitszeitkonto geführt.
Dies bietet die Möglichkeit einer flexiblen und abwechslungsreichen
Zusammenarbeit mit Eltern.
29
Gestaltung der
Baustein 6
Zusammenarbeit mit dem Träger des
Kindergartens, der Evangelischen
Kirchengemeinde Haiger- Allendorf
Grundlage für die Zusammenarbeit mit dem Träger der
Einrichtung sind die „Leitlinien für die Arbeit in den evangelischen Kindergärten im Bereich der Ev.
Kirche in Hessen und Nassau „ vom 20.2.1978.
Unerlässlich für eine positive Zusammenarbeit sind :
- gemeinsame Planung und Reflexion im organisatorischen und pädagogischen Bereich
- gegenseitige Ergänzung und Unterstützung
Unter diesen Gesichtspunkten steht die Arbeit besonders mit den abgesandten Mitgliedern des
Kirchenvorstandes und des Pfarrers im Kindergartenausschuss.
Wichtig ist, dass sich Pfarrer und Kirchenvorstand engagiert und gerne an der Kindergartenarbeit
beteiligen.
Darüber hinaus ist der Kirchenvorstand Arbeitgeber des gesamten Kindergartenpersonals.
Grundlagen dafür sind : a. der Dienstvertrag , die Dienstanweisung und weitere Anlagen
b. die „ Leitlinien für die Arbeit in den Ev. Kindergärten im
Bereich der EKHN von 1978 „
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
1. Evangelische Regionalverwaltung: Ausführendes Organ des Kirchenvorstandes ( bei
Abrechnungen aller Art wie Beiträge, Personalkosten, Haushaltsplan)
2. Stadtverwaltung : Zuständig für Haus und Grundstück, Kostenbeteiligung auf Grund des
Vertrages zwischen Kirchengemeinde und Stadt.
3. Sozialamt : Kostenübernahme bei sozialschwachen Familien, Ansprechpartner bei Integrationsmaßnahmen zusammen mit dem
4. Jugendamt : Aufsichtsbehörde, Ansprechpartner bei schwierigen Familiensituationen, Anbieter von Fortbildungsveranstaltungen in näheren Umkreis .Aufsichtsbehörde,
zuständig für Freigabe der Plätze einer Einrichtung,§ 8a (Kindeswohlgefährdung)
Zuteilung von Geldern, Genehmigung und Bezuschussung von Baumaßnahmen
5. Erziehungsberatungsstelle und Kinder-und Jugendpsychatrie : Beratende Funktion
bei auffälligen Kindern.
6. Frühförderstelle : Familien -und kindergartenergänzende Institution für behinderte Kinder
und für Kinder, die von Behinderung bedroht sind.
7. Deutsche Blindenstudienanstalt (BLISTA): Familien -und kindergartenergänzende Maßnahmen
für blinde und sehbehinderte Kinder.
8. Schulen : Kindergartenkinder betreffend :Vorklasse, Grundschule, Förderschulen
Auszubildende betreffend: Förder-Haupt-Realschulen, Gymnasien, Berufs -und Fachschulen
9.Fachberatung :Diakonisches Werk. Ansprechpartner für Fragen der gesamten Arbeit,
10.Andere Kindergärten: Austausch, Arbeitsgemeinschaften, Besuche
11.Fortbildungsinstitute :Fortbildungen im pädagog. Bereich ( AfW Darmstadt, Lebenshilfe, LDK..)
12.Gesundheitsamt und Schularzt
( diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)
Der Kindergartenausschuss
Im Kindergarten besteht ein Kindergartenausschuss, der bis zum ersten Oktober des jeweiligen
Kindergartenjahres gebildet wird.
30
Die Amtszeit beträgt ein Jahr, auf Antrag kann sie auf zwei Jahre verlängert werden. Diesem müssen
alle Eltern des Kindergartens zustimmen.
Der Kindergartenausschuss setzt sich wie folgt zusammen:
Gewählte Mitglieder:
- zwei Elternvertreter aus jeder Kindergartengruppe
- zwei Vertreterinnen der Mitarbeiterinnen des Kindergartens
Geborene Mitglieder:
- die Kindergartenleiterin
- der Pfarrer
Zwei Abgesandte des Kirchenvorstandes.
Zwei Abgesandte der Stadt Haiger.
Der Kindergartenausschuss berät über alle den Kindergarten betreffende Angelegenheiten.
Er hat den Auftrag, die Arbeit im Kindergarten zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen
Kindergarten und Eltern zu fördern.
Er kann Anträge stellen und Empfehlungen aussprechen.
Insbesondere gehört werden muss er bei:
a. Der Beratung von Grundsatzfragen der Erziehung.
b. Der Festlegung der Höhe der Beiträge der Erziehungsberechtigten.
c. Der Einstellung von pädagogischem Personal.
d. Der Planung baulicher Maßnahmen, der Beschaffung von Inventar.
e. Der Festlegung der Kriterien der Aufnahme der Kinder.
f. Der Festlegung der Öffnungszeiten und der Ferien.
g. Bei der Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Eltern.
Beschlüsse des Kindergartenausschusses sind Empfehlungen an den Kirchenvorstand. Soweit der
Kirchenvorstand ( Träger) schriftliche Anträge und Empfehlungen nicht berücksichtigt, hat er seine
Entscheidung schriftlich als Anlage zum Sitzungsprotokoll zu begründen.
Dies gilt nicht bei Personalentscheidungen.
Der Kindergartenausschuss tritt nach Bedarf, mindestens jedoch zweimal jährlich zusammen.
Die Ausschussmitglieder haben über die ihnen in dieser Tätigkeit, bekannt gewordenen
Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt auch für die Zeit nach Beendigung ihrer
Amtszeit.
31
Nachwort
Die vorliegenden Seiten sind eine Zusammenfassung vieler Schriftstücke und Arbeitspapiere, die in
zwei Jahren erarbeitet und immer wieder neu durchdacht, aktualisiert und überarbeitet wurden.
Unser Dank gilt der Fortbildnerin Ute Emrat, die uns begleitet hat, Anstösse gegeben hat und uns
Wegweiserin war.
Dem Kirchenvorstand, der die Notwendigkeit dieser Arbeit akzeptiert und finanziert hat.
Den Eltern unserer Kindergartenkinder, die auf die erforderlichen Schließungstage mit Verständnis
reagiert haben.
An der kontinuierlichen Konzeptionsarbeit haben teilgenommen :
Birgit Brunotte
Uta Hain
Nicole Jaindl
Katrin Reichel
Sigrun Schmidt
Ilona Schmitt
Weiterhin haben mitgearbeitet :
Ursula Bender
Tanja Hardt
Julia Kloidt
Corina Lepper
Bianca Schneider
Überarbeitet und aktualisiert im August 2006, August 2007, März 2009,Juli 2010
Silke Becker
Julia Betz
Birgit Brunotte
Uta Hain
Uwe Häuser
Katrin Reichel
Sigrun Schmidt
Ilona Schmitt
Susanne Schol Hartmann
Tanja Thielmann
Veronique Altmannsberger
Yvonne Kleber
Vicky Apostolidou
32
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