Km/ DS/ Atmung und Gefühlsmuster

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DS/ Atmung und Gefühlsmuster
Verschiedene Gefühlsmuster durch Atmung und Körperhaltung ausdrücken
1. Lachmuster ( Freude / Glück)
Atem: Schnelles, abruptes, tiefes Einatmen durch die Nase. Stoßweises,
stufenartiges Ausatmen durch den Mund. Auspressen der letzten Luft. Die Luft
schnell einziehen lassen, tief atmen. Nach dem Ausstoßen mittlere
Atempause.
Körper: gelöst, frei, locker, auch in den Schultern, etwas schwankend, eher nach
hinten oben, auch wieder vor, bis auf den Boden fallend.
Gesicht: Mund breit. Wangen breit hochgezogen. Lippen etwas gespannt. Obere
Zahnreihe entblößt.
Augen: Schmal, klein, etwas gekniffen, leuchtend.
Stimme: Beim Lachen stoßweise, kollernd, kaskadenhaft von hoch bis mittel, mit z.T.
harten Stimmschlüssen, bis japsend. Bei Freude-Glück offen, mittelhoch, frei
fließend, weiche Einsätze.
Artikulation: Beim Lachen schnappend, zupackend, mittelhart bis undeutlich. Bei Freude
mittelstark, genau, aber nicht pointiert.
Sprechweise: Beim Lachen: -wortweise, oft herausplatzend, oft auf Restluft, beim Einatmen
in Falsetthöhe.
2. Neutralmuster (Wachsein / Ausgeglichenheit)
Atem: Langsame gleichmäßige Tiefatmung, je 15 Sekunden ein und aus. Einatmen
durch Nase, Ausatmen durch leicht geschürzten Mund, feines Ausblasen.
Kleine Atempausen.
Körper: Aufrecht, breitbeinig, Füße parallel. Arme, Beine und Rumpf in minimalem
Muskeltonus. Arme mit geschlossenen, gefalteten Händen über Kopf führen.
Gesicht: Entspannt, fein belebt, nicht schlaff. Lippen wenig offen oder unverspannt
geschlossen beim Einatmen. Das Gesicht reiben.
Augen: Blick geradeaus, offen. Die Lider unverspannt, wach.
Stimme: Indifferenzlage, drucklos, hauchig nasal, lange Töne, leise Bögen, weiche
Einsätze.
Artikulation: Nur andeutend, ohne jeden Druck. Zunge auf Zungengrund. Mund etwas
geschürzt.
Sprechweise: Inhalt- und gefühlsfreie Töne. Statt Sinnsprechen lockeres Lallen/ Summen.
3. Wutmuster (Zorn / Aggression)
Atem: Stoßartig-ruckweises, heftiges Aus- und Einatmen durch die Nase: rein-raus-reinraus. Tiefe Atmung, große Amplitude. Kurze Atempausen.
Körper: Tendenz vorwärts, gespannte Muskulatur in Armen, Beinen, Rumpf. Hände
zu Fäusten gepresst, auch Hals-Nacken gespannt.
Gesicht: Lippen zusammengepresst, Wangen gespannt.
Augen: Schmal, gepresste Lider. Augen stechend, auf Punkt fixiert.
Stimme: Mittlere Lage bis hoch. Stossweise harte Einsätze, gepresst, leise unterdrückt
bis sehr laut, krächzend bis schreiend.
Artikulation: Hart, gepresst, schleudernd, gehackt, bellend. Sprechweise: SilbenEinzelwortweise herausgestoßen. Höchstens Kurzsätze.
4. Angstmuster (Schrecken)
Atem: Kurzes. schnelles Hineinreißen der Luft durch den Mund, dann Atemstopp,
danach mehrmaliges kurzes Einziehen. Weitgehend Hochatmung.
Körper: Zurückweichend, plötzliches Anspannen der Arm-, Bein- und
Rumpfmuskulatur. Starres Verharren oder plötzliches Lösen und Wegrennen.
Gesicht: Mund weit offen, Lippen gespannt, ebenso Wangen u. Hals
Augen: Weit aufgerissen, starr, ruckartige Kopf- oder Augapfel-Bewegungen.
Stimme: Hoch, gepresst, bei Einatmung Falsett, Kehlkopfkrampf.
Artikulation: Gepresst, Vokale verknappt, z.T. ohne Schlusskonsonanten.
Sprechweise: Stockend, unvollständige und Einwortsätze. Lange Pausen, dann
Wortschwall
5. Trauermuster (Weinen / Depression)
Atem: Zuckend-stufenweises, volles Einatmen durch die Nase, Einschniefen.
Langsames, etwas stöhnendes Ausatmen durch den wenig geöffneten Mund.
Tiefe Atmung.
Körper. Unverspannt, schwer, etwas nach vorn hängend. Muskulatur schlaff. Kopf
und Schultern hängend. Körper eingefallen, nach unten gezogen.
Gesicht: Schlaff, entspannt. Hängende Wangen. Lippen unverspannt. Augenbrauen in
der Mitte ob der Nasenwurzel leicht hoch- und zusammengezogen, ohne die
Augenlider mitzuziehen.
Augen: Lider entspannt. Augen halb geschlossen. Blick nach unten, hei sich
bleibend.
Stimme: Entspannt, schlaff, tief. Beim Ausströmen klagend, leicht nach innen
gerichtet, gelegentlich aufschluchzend, dann Kopfstimme, auch wimmernd,
auch nasal- gaumig.
Artikulation: Schlaff, weich, ungenau, besonders bei Heulen, Plärren, Schluchzen, Lallen.
Sprechweise: Schlaff-entspannt, z.T. in langen Fäden und Tonbögen, oft abfallend.
6. Erotikmuster (Sexualität / Sinnlichkeit)
Atem: Weiches-gleichmässiges Ein- und Ausatmen durch den offenen Mund.
Leichtes Geräusch., kaum keuchend. Tiefes Atmen. Bei vergrössertem
Engagement steigende Atemfrequenz und -tiefe.
Körper: Weich, unverspannt, im Hüft- und Beckenbereich leicht bewegt. Auch Kopf
macht kleine Bewegungen. Männer leicht vor-, Frauen leicht zurückgebeugt.
Gesicht: Mund bildet liegendes 0. Lippen und Wangen unverspannt.
Augen: Halb geschlossen, ohne Druck, «Schlafzimmerblick».
Stimme: Hauchig ausströmend bis keuchend, tief, leicht nasal.
Artikulation: Weich, zerdehnte Vokale, ohne Druck.
Sprechweise: Weich strömende, kurze Sätze. Längere Pausen, Füllwörter.
7. Zärtlichkeitsmuster ( Freundschaft / Kindsliebe)
Atem: Ruhig-tiefes Einatmen durch wenig offenen Mund. Ebensolches, aber
doppelt so langes Ausatmen.
Körper. Entspannt, der Kopf leicht zur Seite geneigt. Streicheln von Armen und
Oberkörper. Aktives Annähern.
Gesicht: Etwas verbreiterter Mund, kleines Lächeln, unverspannt.
Augen: Wenig verkleinert, ohne Druck, leuchtend.
Stimme: Tief bis mittel, melodiös, ruhige Bögen, leise bis mittellaut, drucklos.
Artikulation: Weich, aber genau, sorgfältig.
Sprechweise: Fließend, druckfrei, lange Bögen, viele Füllwörter und -laute.
Aufg. (in Gruppen zu je 4 Schülern)
„Das geht so nicht.“
„Das halte ich nicht aus.“
Wählt einen der beiden Sätze und probiert, ihn in jedem Gefühlsmuster glaubwürdig zu sprechen.
Präsentiert anschließend euer bestes Ergebnis dem Kurs.
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