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Ferien vom Ich
Die Urlaubsidee aus den 50er Jahren ist wieder da!
Machen Sie „Ferien vom Ich“!
Lassen Sie Ihre Vergangenheit hinter sich und genießen sie drei Wochen
Erholung pur auf Burg Vischering im Münsterland.
Sie werden begeistert sein! Melden Sie sich noch heute an!
Diese Annonce fiel Ingrid an diesem Morgen direkt ins Auge, als sie nach einem
anstrengenden Nachtdienst zu Hause am Frühstückstisch bei einer Tasse Kaffee in der
Zeitung blätterte.
Ach ja, die Vergangenheit hinter sich lassen, wenn das mal so einfach wäre.
In letzter Zeit wünschte Ingrid sich oft, sie könnte die letzten zwei Jahre ungeschehen
machen. Dann wäre sie jetzt nicht so einsam, wie sie es ist. Seit Monaten schon schiebt sie
Dienste ohne Ende, um nicht nach Hause gehen zu müssen. Wie oft hat sie gerade in den
letzten Wochen bereut, dass sie sich damals von Gernot getrennt hatte. Dass das ein großer
Fehler gewesen ist, wurde ihr schon kurz nach ihrem Auszug aus der Villa bewusst. Zwar
hatte sie ihre Wohnung gemütlich eingerichtet und hatte auch nette Nachbarn, aber so richtig
zuhause hatte sie sich dort noch nie gefühlt. Es graute Ingrid jedes Mal bei Dienstschluss
erneut davor, in ihre Wohnung zu gehen, denn dort war sie der Einsamkeit hoffnungslos
ausgeliefert. Selbst so einem schönen Spätsommertag wie heute konnte sie nichts Positives
abgewinnen. Also schob sie, so oft es ging, mehrere Dienste hintereinander, auch wenn ihr
das mittlerweile gesundheitlich schon sehr zusetzte. ‚Vielleicht sollte ich wirklich mal ‚Ferien
vom Ich’ machen.’, grübelte Ingrid, während sie den Frühstückstisch abräumt. Je länger sie
grübelt, desto verlockender erscheint ihr die Idee.
Am nächsten Morgen marschiert Ingrid direkt in das Büro von Frau Marquardt und beantragt
ihren Jahresurlaub. „Drei Wochen! Oberschwester, muss das denn sein?“ „Ja, Frau
Marquardt, das muss sein. Außerdem macht Schwester Yvonne ihre Sache doch prima. Also
ist doch alles geregelt.“ Widerwillig genehmigt Sarah Marquardt den Urlaubsantrag. Zum
ersten Mal seit Wochen ist Ingrid wieder fröhlich, die Aussicht auf die bevorstehenden
‚Ferien vom Ich’ erleichtern ihr ihren schweren Dienst heute sehr. Als sie ein paar Minuten
Zeit erübrigen kann, greift sie im Schwesternzimmer zum Telefon und holt die Anzeige aus
der Zeitung hervor. Nach einem letzten Überlegen wählt sie entschlossen die darauf
vermerkte Telefonnummer und meldet sich für einen dreiwöchigen Aufenthalt an.
Gernot ist für diesen Abend mit Günther verabredet, sie wollen sich mal wieder ein Bierchen
gönnen und haben sich in der „Kümmel-Apotheke“ verabredet. Pünktlich steht Gernot vor
dem Tisch, an dem Günther bereits auf ihn wartet. „Hallo, Günther.“ „Gernot, hallo! Was ist
denn mit dir los? Bist du krank?“ „Krank? Nee, wieso?“ „Weil du das erste Mal seit Jahren
wieder pünktlich zu einer unserer Verabredungen erscheinst.” „Ach, weißt du, Günther,
zuhause fällt mir einfach die Decke auf den Kopf.“ Aufmerksam blickt Günther seinen Freund
an. „Hast du nicht bald Urlaub?“ „Ja, davor graut mir jetzt schon. Drei Wochen alleine
sein…“ „Da hab ich hier genau das richtige für dich, alter Junge.“ Günther reicht Gernot
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einen Zeitungsausschnitt. „Ferien vom Ich.“, liest Gernot halblaut. „Das ist genau das, was
du brauchst, Gernot, glaube mir.“ Gernot faltet den Zeitungsausschnitt zusammen und steckt
ihn achtlos in seine Hemdentasche. Dann unterhalten sie sich über das bevorstehende
Golfturnier und spät am Abend kehrt Gernot in seine Villa zurück. Als er sich umziehen will,
um ins Bett zu gehen, hört er ein Knistern aus seiner Hemdentasche. Er zieht den
Zeitungsausschnitt hervor und liest die Anzeige noch einmal sehr genau. ‚Ferien vom Ich’,
denkt er. ‚Ich glaube, Günther hat Recht. Genau das könnte ich brauchen.’
Seine Gedanken gehen zurück in die Zeit, als Ingrid noch mit ihm zusammen in der Villa
lebte. Das Haus kommt ihm jetzt immer so groß, kalt und leer vor. Ingrid hatte es verstanden,
mit Kleinigkeiten eine wohlige Atmosphäre in die Räume zu zaubern, auch wenn es sich
dabei manchmal nur um einen Strauß Wiesenblumen handelte, denn sie während eines
gemeinsamen Spazierganges gepflückt hatte. Bei dem Gedanken an Ingrid zieht sich sein
Herz schmerzvoll zusammen. Ingrid – er liebte sie, auch wenn sie nicht mehr zusammen
waren. Er vermisst sie jede Minute seines Lebens. Und er erhofft sich im Stillen, dass er
irgendwann einmal den Mut haben würde, auf sie zuzugehen, um ihr klar zu machen, dass
ihre Trennung damals ein Fehler gewesen war. Genau so ein Fehler, wie der, dass er nie die
Anstrengung unternommen hatte, um Ingrid und ihre Liebe zu kämpfen. Wenn er Ingrid in
der Klinik begegnet, hat er gerade in den letzten Wochen oft das Verlangen verspürt, sie
einfach in seine Arme zu nehmen und festzuhalten, versagt es sich aber, weil er Ingrid nicht
verschrecken will. Ob sie ihn noch liebt? Sie ist immer freundlich zu ihm, ja. Aber an ihr
Innerstes lässt sie ihn nicht mehr heran. Sie hat die Tür zu ihrem Herzen für ihn verschlossen.
Aber er muss gerade diese Tür öffnen, wenn er wieder mit Ingrid zusammen sein will.
Am nächsten Morgen, bevor er in die Klinik fährt, meldet Gernot sich für einen dreiwöchigen
Aufenthalt unter dem Motto ‚Ferien vom Ich’ an.
Die Wochen bis zum Urlaub vergehen für Ingrid und Gernot wie im Flug. Die Tage sind bis
obenhin voll gestopft mit Arbeit. Und so voll gestopft, wie die Tage sind, so einsam und lang
sind die Nächte der beiden.
An ihrem letzten Arbeitstag vor dem Urlaub trifft Ingrid auf ihrem Heimweg im Foyer der
Klinik mit Gernot zusammen, der fröhlich summend auf dem Weg zu seinem Auto ist. „Du
hast aber gute Laune. Hast du im Lotto gewonnen?“, fragt sie ihn. „Nein, Ingrid…“, lacht er,
„…ich habe ab heute drei Wochen Urlaub. Daher meine gute Laune.“ „Fährst du weg?“
„Ja, die ganzen drei Wochen. Ich muss mal raus aus dem Ganzen hier. Und wenn ich nicht
wegfahre, hat mich die Klinik doch bald wieder am Wickel. Aber das kennst du ja.“ „Zur
Genüge.“, stöhnt Ingrid. Sie erinnert sich an die Zeiten, als Gernot oft mitten im Urlaub zu
einer wichtigen OP gerufen wurde und sie ihre gemeinsamen Unternehmungen hinten
anstellen mussten. „Ich wünsche dir einen schönen Urlaub, Gernot. Erhol dich gut.“ „Danke,
Ingrid.“ Er legt ihr kurz die Hand auf den Arm und sieht sie an. Gerne würde er sie jetzt an
sich ziehen und küssen, aber wie würde sie reagieren? Also lässt er es lieber.
Ingrid fährt mit dem Bus nach Hause und packt die letzten Sachen in den Koffer. Früh am
nächsten Morgen steigt sie in den Zug nach Münster. Dort angekommen, wartet schon ein
Pferdefuhrwerk auf sie, ganz stilecht wie in den 50er Jahren. Der Kutscher verlädt ihr Gepäck
und dann geht es über die Landstraßen bis zur Burg Vischering. Dort wird sie herzlich in
Empfang genommen und man führt sie direkt auf ihr Zimmer. „Der Herr Doktor kommt dann
nachher hier bei Ihnen vorbei. Bitte warten Sie hier und verlassen Sie Ihr Zimmer nicht.“
Ingrid wundert sich zwar, was da wohl auf sie zukommt, aber sie freut sich auch, endlich aus
der Klinik-Tretmühle heraus zu sein und Urlaub zu haben.
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Als der Arzt dann zu ihr kommt, erklärt er ihr, wie die ‚Ferien vom Ich’ funktionieren. „Also,
Sie bekommen zuerst einmal einen anderen Namen, das heißt, alle hier haben nur einen
Vornamen. Das Wichtigste ist, den anderen Miturlaubern seinen wahren Namen unter keinen
Umständen während des Aufenthaltes hier zu nennen. Denn wir wollen ja erreichen, dass Sie
in diesen drei Wochen lernen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Es tragen hier auch
alle die gleiche Kleidung, damit jegliche Standesunterschiede ausgelöscht sind. Hier sind alle
gleich. Jeder hat Pflichten zu übernehmen, die er in seinem ‚normalen’ Leben nie hätte. Bei
uns ist das zum Beispiel die Arbeit draußen auf den Feldern. Jetzt, zur Zeit der Heuernte, ist
dort allerhand zu tun. Zweimal in der Woche sehen wir uns dann, um über Ihre Erfolge oder
Misserfolge zu diskutieren. Und jeden zweiten Abend findet eine gemeinsame Veranstaltung
statt – entweder grillen wir am Lagerfeuer oder wir gehen im nahe gelegenen See baden. Zum
Abschluss veranstalten wir jedes Mal ein großes Tanzvergnügen. Lassen Sie sich einfach
überraschen und genießen Sie die Zeit hier. Haben Sie noch Fragen?“ Ingrid verneint. Der
Doktor lässt ihr noch einen genauen Zeitplan für die erste Urlaubswoche da und verabschiedet
sich dann.
Ingrid liest sich zunächst einmal den Zeitplan genau durch.
Ihr Name:
Minna
Ihr Zeitplan für die erste Woche:
1. Tag
Allgemeines Bekanntmachen mit den anderen Urlaubern (denken
Sie an Ihren neuen Namen!)
anschließend gemeinsames Abendessen
1 Stunde zur freien Verfügung
allgemeine Bettruhe ab 21.00 Uhr
2. Tag
Wecken um 5 Uhr
Frühstück um 5.30 Uhr
Aufbruch zur Feldarbeit um 6.15 Uhr
Mittagspause 12 Uhr bis 13 Uhr
Feldarbeit bis 16.00 Uhr
18.00 Uhr gemeinsames Abendessen
danach (bis zur Bettruhe um 21.00 Uhr) gemütliches
Beisammensein auf unserer großen Terrasse
Für die übrigen Tage ist der Ablauf der gleiche!
Am Sonntag erhalten Sie Ihren Zeitplan für die zweite Woche.
„Minna“, lacht Ingrid. So wurden früher die Hausmädchen, die bei ihren Großeltern auf dem
Gut gearbeitet hatten, gerufen. „Also gut, dann Minna.“
Zur selben Zeit, als Ingrid ihren Zeitplan studiert, sitzt Gernot in seinem Zimmer mit dem
Doktor zusammen und bekommt die gleichen Erklärungen, die auch Ingrid vorhin schon
bekommen hat. Als der Doktor wieder weg ist, nimmt Gernot sich seinen Zeitplan vor. „Ihr
Name: Johann.“, grinst Gernot. Er stellt sich vor den Spiegel. „Hallo, Johann. Schön dich
kennen zu lernen.“
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Pünktlich zu der auf dem Zeitplan angegebenen Zeit erscheinen sowohl Ingrid als auch
Gernot im großen Saal. Da sie aus verschiedenen Richtungen kommen, sehen sie sich nicht.
Es sind mindestens vierzig Leute im Raum. Dann erscheint der Doktor und bittet alle, Platz zu
nehmen. Er gibt noch eine Hinweise zu den Gepflogenheiten des Hauses und erklärt allen
noch einmal die Wichtigkeit, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Ingrid blickt
sich im Saal um und nimmt ihre Miturlauber in Augenschein. Als sie sich ein wenig nach
hinten dreht, glaubt sie, zu träumen. Dort hinten sitzt tatsächlich Gernot. Wie kommt er
hierher? Ist er ihr etwa nachgefahren? Aber es weiß doch keiner, dass sie hier ist. Es kann also
nur ein Zufall sein? Oder Schicksal? Tausend Fragen schießen Ingrid in diesem Moment
durch den Kopf. Gernot, der sich mit einem Mal beobachtet fühlt, hebt den Kopf und blickt in
die Richtung, in der er den Beobachter vermutet. Ein unbändiges Strahlen tritt in seine Augen,
als er Ingrid sieht, die noch immer unverwandt in seine Richtung starrt. Ihre Blicke versinken
trotz der relativ großen Entfernung ineinander. Damit hat Gernot nun wirklich nicht
gerechnet, ausgerechnet hier auf Ingrid zu treffen. Insgeheim freut er sich riesig, dass er
seinen Urlaub nun mit ihr verbringen wird, auch wenn das nie so geplant war. Ein glückliches
Lächeln huscht über sein Gesicht, das auch Ingrid nicht verborgen bleibt. Gernot scheint sich
ehrlich zu freuen, sie hier zu sehen. In seinem Blick liegt so viel Zärtlichkeit, dass Ingrid ein
wohliger Schauer über den Rücken läuft. Ob vielleicht doch noch alles gut werden würde
zwischen ihnen? Hatten sie vielleicht doch noch eine reelle Chance? Hatte das Schicksal die
Weichen für einen totalen Neuanfang gestellt? Ingrid beschließt in diesem Moment, die Dinge
so zu nehmen, wie sie kommen. Doch insgeheim wünscht sie sich in diesem Moment nichts
sehnlicher, als in Gernots Arme zu sinken und seine Berührungen auf ihrer Haut zu spüren.
Die Zeit wird zeigen, ob es jemals wieder so weit kommen wird, dass er ihr derart nah
kommt.
Nach und nach erheben sich alle von ihren Stühlen und beginnen Gespräche mit ihren
Miturlaubern. Minna-Ingrid steht noch ein wenig verloren herum. Da sieht sie Gernot-Johann
auf sich zu kommen. In seiner Hand hält er ein Glas Wein für sich und eines für Ingrid.
„Hallo, ich bin der Johann.“, stellt er sich vor. „Und wer bist du?“ „Ich heiße Minna.“ Sie
schaffen es tatsächlich, ihre Rollen perfekt zu spielen und weder über die Vergangenheit noch
über die Klinik ein Wort zu verlieren. Beide genießen es, dass sie hier so völlig unbefangen
miteinander umgehen können. Sie tun tatsächlich so, als hätten sie sich hier und jetzt in
diesem Moment erst kennen gelernt. Das bereitet beiden viel Spaß.
Gegen 21 Uhr wird zur Nachtruhe geläutet und alle ziehen sich in ihre Zimmer zurück. In
dieser Nacht liegen Ingrid und Gernot noch lange wach. Beide denken darüber nach, dass
alles zwischen ihnen irgendwie neu ist. Ingrid überlegt, wie sie es anstellen kann, GernotJohann für sich zu gewinnen und Gernot grübelt darüber nach, welche Taktik er am besten
anwendet, um Ingrid-Minna zu erobern.
Früh am nächsten Morgen wird geweckt. Im Frühstücksraum treffen Ingrid und Gernot
wieder aufeinander. „Guten Morgen, Minna! Hast du gut geschlafen?“ „Guten Morgen,
Johann! Ja, danke, ich habe recht gut geschlafen. Und du?“ „Danke, ich auch.“ „Ist es dir
recht, wenn wir uns an einen Tisch setzen, Minna?“, will Gernot wissen. Ingrid hat überhaupt
nichts dagegen. Während des Frühstücks unterhalten sie sich über den bevorstehenden Tag.
Immer wieder schaut Ingrid zu Gernot hinüber. Fesch sieht er aus in seiner Jeans und dem
Holzfällerhemd und es fällt ihr verdammt schwer, jetzt nicht an ihre gemeinsamen
glücklichen Tage und vor allen Dingen Nächte zu denken. Doch auch Ingrids Erscheinung
wird genauestens begutachtet. Das einfache Kleid aus grobem Leinen mit der dunkelblauen
Schürze darüber sieht an ihr einfach umwerfend aus, befindet Gernot. Auch er muss sich
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mächtig zusammenreißen, um seine Gedanken nicht in die Zeiten ihres Zusammenlebens
abdriften zu lassen. Aber – das wissen beide – die Vergangenheit ist hier tabu. Und das ist
auch ganz gut so.
Die Feldarbeit ist ziemlich anstrengend, aber bei der ausgelassenen Stimmung fällt das
keinem so richtig auf. Erst, als sie am späten Nachmittag zurückkehren, bemerkt Ingrid, wie
sehr ihre Arme und Beine schmerzen. Sie beschließt, vor dem Abendessen schnell noch ein
Bad zu nehmen und verschwindet direkt nach der Ankunft auf dem Hof in ihrem Zimmer.
Gernot, der sie während der ganzen Rückfahrt ständig beobachtet hat, schüttelt traurig den
Kopf. Den ganzen Tag hatte sich keine Gelegenheit ergeben, mit Ingrid zu reden. Vielleicht
heute nach dem Abendessen.
Als Ingrid zum Abendessen herunterkommt, sitzt Gernot schon am Tisch und wartet auf sie.
Als er sie auf sich zukommen sieht, huscht ein glückliches Lächeln über sein Gesicht.
Während des Essens unterhalten sie sich über den arbeitsreichen Tag. „Kommst du nachher
zum alten Brunnen? Dort wird heute Abend am Lagerfeuer gesungen.“, will er von ihr
wissen. „Eigentlich bin ich ziemlich müde…“, versucht Ingrid sich zu entschuldigen. „Bitte!“
Ein flehender Ausdruck tritt in seine Augen. Dieser Dackelblick – ‚nein, Ingrid, denk daran,
hier bist du Minna und nicht Ingrid. Und er ist Johann und nicht Gernot. Ingrid fällt es
schwer, sich zur Ordnung zu rufen. „Also gut, ich komme.“ „Ich freue mich sehr.“, erwidert
Gernot leise mit rauer Stimme. Der Klang seiner Stimme jagt Ingrid wohlige Schauer über
den Körper.
Später dann am Lagerfeuer erklingen zünftige Lieder, die alle kennen und begeistert
mitsingen. Gernot hat es so eingerichtet, dass er direkt neben Ingrid zu sitzen kommt. Auf der
anderen Seite von Ingrid hat gerade ein Baum von einem Kerl Platz genommen, muskulös,
braungebrannt und ziemlich jung. Gernot schätzt ihn auf Anfang Vierzig. Argwöhnisch
beobachtet er Ingrids Unterhaltung mit ihrem Nachbarn. Immer, wenn Ingrids glockenhelles
Lachen an Gernots Ohr dringt, steigt eine gewaltige Eifersucht in ihm hoch und er wünscht
sich so sehr, dass er der Grund für Ingrids Lachen wäre. Aber Ingrid scheint sich
ausschließlich für den ‚Muskelmann’, wie Gernot ihn nennt, zu interessieren. Wütend starrt
Gernot in das Lagerfeuer. Als er wieder aufblickt, ist Ingrid verschwunden. Auch der Mann
neben ihr ist verschwunden. Betrübt senkt Gernot den Kopf. Wieder einmal hatte er Ingrid
nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdiente. Und so hatte sie ihn wieder einmal
verlassen. Gernot steht auf und geht auf sein Zimmer. Ohne sich auszuziehen, schmeißt er
sich der Länge nach rückwärts auf sein Bett und legt die Arme in den Nacken. Grübelnd starrt
er an die Decke. Er verflucht sich dafür, sich heute Abend nicht genug um Ingrid bemüht zu
haben. Das war schließlich auch damals einer der Gründe dafür gewesen, dass Ingrid sich von
ihm getrennt hatte. Er hatte sich nie wirklich um sie bemüht und ihre Anwesenheit als etwas
Selbstverständliches angesehen. Auch hatte er versäumt, ihr wenigstens ab und zu einmal zu
zeigen, dass er sie liebte und vor allen Dingen wie sehr er sie liebte. Immer hatte Ingrid hinter
seiner Arbeit in der Klinik und seinem Golfclub zurückstehen müssen.
Am Ende dieser schlaflosen Nacht hat Gernot einige wichtige Entscheidungen getroffen, die
nicht nur seinem Leben, sondern hoffentlich auch dem von Ingrid zu einer glücklichen
Wendung verhelfen…
Früh ist Gernot am nächsten Morgen schon auf den Beinen. Fertig angezogen läuft er bereits
eine Stunde vor dem Wecken in seinem Zimmer auf und ab. Er kann es kaum noch abwarten,
Ingrid am Frühstückstisch zu begegnen. Als es endlich Zeit ist, hinunterzugehen, läuft Gernot
schnellen Schrittes die Treppen hinunter, um ja als Erster unten im Frühstücksraum zu sein.
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Eine Viertelstunde später taucht Ingrid in der Tür auf, und hinter ihr… - „Der Muskelmann!“,
entfährt es Gernot leise und die Eifersucht kocht in ihm hoch. Ingrid kommt auf den Tisch zu,
an dem Gernot auf sie wartet und setzt sich zu ihm. „Guten Morgen!“ „Guten Morgen! Du
warst aber gestern Abend sehr früh verschwunden.“ „Ja, ich war noch ein wenig spazieren
und bin dann schlafen gegangen.“ Auch, wenn er nichts dergleichen gesagt hat, kann Ingrid
Gernot ansehen, wie eifersüchtig er ist. Das löst tief in ihrem Herzen ein solch großes
Glücksgefühl aus, dass Ingrid es kaum beschreiben kann. Das ließe ja vermuten, dass er sie
immer noch liebt. Und nichts anderes wünscht Ingrid sich, seit sie ihm hier begegnet ist,
mehr. Still lächelt Ingrid vor sich hin. „Woran denkst du gerade?“, fragt Gernot leise. Ingrid
sieht ihn einen Moment lang an und antwortet ihm dann. „Ich denke an die Zukunft. Es hat
vielleicht wirklich so manchen Vorteil, wenn man die Vergangenheit einfach hinter sich lässt.
Ich für meinen Teil will es auf jeden Fall versuchen.“, sagt sie bedeutungsvoll. Gernot glaubt,
nicht richtig gehört zu haben. Gibt Ingrid ihrer beider Liebe vielleicht doch noch eine zweite
Chance? Die Art, wie sie diesen Satz eben ausgesprochen hat und wie sie ihn dabei angesehen
hat, lässt ihn vermuten, dass Ingrid ihn immer noch liebt. Nichts Schöneres kann er sich im
Moment vorstellen, und er beißt glücklich lächelnd in sein Brötchen.
Auch die nächsten Tage sind wieder angefüllt mit Feldarbeit. Jeden Tag versucht Gernot,
Ingrid spüren zu lassen, dass er sie liebt. Manchmal findet Ingrid, wenn sie nach der
Feldarbeit auf ihr Zimmer kommt, eine Wiesenblume auf ihrem Kopfkissen oder ein
vierblättriges Kleeblatt, dass Gernot auf ein Stückchen weißes Papier geklebt hat auf ihrem
Tisch. Sie genießt es, von Gernot so umworben zu werden. Ab und zu gestattete sie sich
heimlich doch einen Vergleich mit der Vergangenheit. Früher wäre ihm so etwas niemals in
den Sinn gekommen. Doch jetzt – er scheint tatsächlich beschlossen zu haben, das
Vergangene vergangen sein zu lassen.
Am Samstag setzt Gernot sich während der Mittagspause ein wenig entfernt von den anderen
auf die Wiese und lehnt sich mit dem Rücken an einen Heuballen. Der Duft des frisch
gemähten Heus und die hoch am Himmel stehende Sonne lassen ihm bewusst werden, dass er
schon seit Ewigkeiten keinen ganzen Tag mehr an der frischen Luft verbracht hat. Genussvoll
atmet er die nach Heu duftende Spätsommerluft ein und schließt die Augen. „Möchtest Du?“
Gernot blinzelt gegen die Sonne. Vor ihm steht Ingrid und hält in ihren Händen zwei große
Tassen wundervoll duftenden Kaffee. Sie reicht ihm eine davon. „Danke.“ Mit einer
einladenden Handbewegung deutet er neben sich. „Setz dich doch zu mir, I… äh, Minna.“
Wortlos setzt Ingrid sich neben ihn. „Die erste Urlaubswoche ist morgen schon um.“,
versucht Gernot, die Verlegenheit, die zwischen ihnen entstanden ist, zu überspielen. „Ich
habe diese erste Woche sehr genossen. Endlich mal Zeit für mich selber zu haben, ist etwas
sehr Schönes, wie ich feststellen konnte.“ „Ja, du hast Recht. Wenn man einmal wirklich Zeit
für sich selbst hat, dann lernt man eine ganze Menge über sich und die Fehler, die man
gemacht hat. Ich habe beschlossen, nur noch in der Gegenwart und für die Zukunft zu leben
und um mein Glück zu kämpfen.“ Bei diesen Worten tastet seine Hand suchend nach Ingrids
und als er sie gefunden hat, hält er sie fest in der seinen. Beide genießen diese zärtliche
Berührung sehr. So sitzen sie eine ganze Weile nebeneinander, bis die Mittagspause zu Ende
ist. Gernot erhebt sich und streckt Ingrid seine Hände hin, um sie zu sich hochzuziehen. Als
Ingrid wieder auf ihren Füssen steht, zieht Gernot sie noch ein Stück näher zu sich heran und
haucht ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange. „Johann!“, flüstert Ingrid grinsend. „Was
machst du denn da?“ „Ach, Minna, das weißt du doch genau.“, grinst Gernot zurück. „Nein,
was denn? Ich kann mich an Vergangenes so gar nicht mehr erinnern.“, lacht sie. Bevor
Gernot noch irgendetwas tun kann, was ihre Gefühle noch mehr in Wallung versetzt, entzieht
Ingrid ihm ihre Hände und läuft schnell zu den anderen zurück. Gernot bleibt noch einen
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Moment allein zurück und kostet das wundervolle Gefühl aus, Ingrid soeben so dicht bei sich
gespürt zu haben. Dann macht auch er sich wieder an seine Arbeit.
Als Ingrid an diesem Abend auf ihr Zimmer kommt, findet sie auf ihrem Kopfkissen nur
einen kleinen Zettel vor. Sie erkennt sofort Gernots Schrift. „Liebe Minna…“, liest sie
halblaut, „…komm doch bitte nach dem Abendessen zum alten Brunnen. Dort werde ich auf
dich warten. Johann.“ Wieder und wieder liest Ingrid die Zeilen. Ihr Entschluss ist längst
gefallen. Sie wird auf jeden Fall zum Brunnen hinuntergehen, denn es ist für sie schon seit ein
paar Tagen klar, dass sie Gernot und sich auf jeden Fall eine neue Chance geben wird. Sie ist
nur gespannt, was er dazu beitragen wird.
Nach dem Abendessen macht Ingrid sich auf den Weg zu dem alten Brunnen. Die anderen
Urlaubsgäste haben sich heute im großen Saal versammelt, um einem Diavortrag über die
Schönheiten der Natur zu lauschen. Am alten Brunnen wird sie schon sehnsüchtig erwartet.
Als Gernot sie auf sich zu kommen sieht, eilt er ihr raschen Schrittes entgegen. „Schön, dass
du da bist – Minna.“, schmunzelt er. „Hallo, Johann!“ „Gehen wir ein Stück spazieren?“
Ingrid willigt nur zu gerne ein. Eine ganze Zeit gehen sie schweigend nebeneinander her, als
Gernot plötzlich bemerkt, wie sich Ingrids Hand in seine schiebt. Sanft drückt er Ingrids Hand
und blickt zu ihr hinüber. Wie konnte er sie damals nur gehen lassen? Aber, so ruft er sich
jetzt ins Gedächtnis, ich habe beschlossen, die Vergangenheit als abgeschlossenes Kapitel zu
betrachten. Ingrid erwidert seinen Blick, und was sie in seinen Augen liest, verwirrt sie sehr.
Dieser Blick ist so voller Liebe und Zärtlichkeit, dass ihr fast schwindelig wird. War es
richtig, sich hier heute Abend mit Gernot zu treffen? Aber hätte sie sonst überhaupt eine
Möglichkeit, herauszufinden, ob sie noch eine Chance hatten. Nein, es ist schon gut so, wie es
jetzt ist, und alles andere würde sie nehmen müssen, wie es kam. Hand in Hand gehen sie zu
dem nahe gelegenen See hinunter und bleiben am Ufer stehen. Die Sonne geht gerade unter
und sieht aus wie ein feuerroter Ball, der am Horizont versinkt. „Schön, nicht?“, fragt Gernot
leise. „Wunderschön.“, flüstert Ingrid ergriffen. Gernot lässt ihre Hand los und legt ihr seinen
Arm um die Schultern. Ingrid lässt ihn gewähren, denn sie genießt die Nähe zu ihm mehr, als
sie sich selbst eingestehen will. Langsam schiebt sich ihr Arm unter Gernots hindurch und
legt sich um ihn. So stehen sie, bis die Sonne am Horizont versunken ist. Ohne dass einer der
beiden ein Wort spricht, machen sie sich Arm in Arm auf den Rückweg. Gernot bringt Ingrid
noch bis vor ihre Zimmertüre. Dort angekommen, bleibt er dicht vor ihr stehen. Er hebt seine
Hand und streichelt zärtlich ihre Wange, dann haucht er ihr einen sanften Kuss auf die
Lippen. „Gute Nacht, Minna!“, sagt er rau. „Gute Nacht, Johann!“, flüstert Ingrid glücklich.
Auch in dieser Nacht liegen beide noch lange wach. Zu groß ist die Sehnsucht nach dem
jeweils anderen in ihren Herzen. Aber beide ahnen, dass sie heute einen Neuanfang gemacht
haben…
Die nächsten Tage erleben sowohl Gernot als auch Ingrid wie in einem wunderschönen
Traum. Ingrid wird von Gernot mit Zärtlichkeiten überhäuft, die sie nur allzu gerne erwidert.
Hier ein kurzes Streicheln, dort ein zärtlich auf die Lippen oder Wangen gehauchter Kuss.
Mittlerweile verbringen sie den Großteil ihrer freien Zeit miteinander, und ihnen ist es auch
völlig egal, was die anderen Urlauber von ihnen denken. Sollten sie ruhig glauben, dass sie
sich hier im Urlaub ineinander verliebt hatten. Irgendwie ist es ja auch so; ohne diese ‚Ferien
vom Ich’, da sind sich beide klar, hätten sie weiter so nebeneinander her gelebt, wie sie es in
der Vergangenheit getan haben.
Am vorletzten Urlaubstag, die Vorbereitung für das abschließende Tanzvergnügen laufen
bereits auf Hochtouren, beenden Ingrid und Gernot ihre Feldarbeit und klettern auf einen der
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Heuwagen, die die Urlauber jeden Tag zurück zum Hof bringen. Da bereits einige Urlauber
abgereist sind, haben sie heute einen Heuwagen für sich ganz alleine. Während sich der
Wagen langsam in Bewegung setzt, sitzen Ingrid und Gernot oben auf dem Heu und schauen
über die weiten Felder. Bis jetzt hatten sie es grandios durchgehalten, immer Minna und
Johann zu bleiben und jeder der beiden ist stolz auf sich, dass er jetzt die Vergangenheit als
abgeschlossene Lebensphase betrachten kann und den Kopf und das Herz frei hat für das
Neue, was das Leben ihnen gewiss bringen würde.
Während beide über die Zukunft nachdenken, werden sie ab und zu doch von ihrer
gemeinsamen Vergangenheit eingeholt. Aber für die Entscheidungen, die beide für die
Zukunft zu treffen haben, ist das überaus wichtig. Denn keiner der beiden will die Fehler von
damals wiederholen.
Längst ist Gernot sich im Klaren darüber, dass er unbedingt vor dem Ende des Urlaubs etwas
unternehmen muss, um Ingrid davon zu überzeugen, dass er sie bedingungslos liebt und nicht
eine Minute seines Lebens mehr missen möchte. Ab sofort wird es in seinem Leben nur noch
einen Mittelpunkt geben – Ingrid. Alles andere erscheint ihm neben Ingrid plötzlich irgendwie
unwichtig.
Auch Ingrid hat bereits darüber nachgedacht, wie es wohl weitergehen wird, wenn sie wieder
zurück in den Kliniktrott kommen. Ob sie dann noch so unbeschwert und unbefangen
miteinander umgehen können, wie sie es in den vergangenen drei Wochen konnten? Oder
würde der graue Alltag alles wieder zerstören? Davor hat Ingrid Angst. Sie fürchtet, dass ihre
Beziehung den Belastungen nicht standhalten könnte und noch eine Trennung von Gernot,
dass weiß sie, würde sie nicht überstehen. Und doch ist sie bereit, sich auf eine neue
Beziehung mit ihm einzulassen und auch zu akzeptieren, dass sie in seinem Leben immer nur
die zweite Geige spielen wird und seine Arbeit Vorrang vor allem hat. Dafür gibt es nur einen
einzigen Grund. „Weil ich ihn über alles liebe!“, sagt sie leise zu sich selbst.
Der Heuwagen rumpelt langsam die holprigen Feldweg entlang und Ingrid und Gernot sitzen
immer noch wortlos nebeneinander. „Minna?“ „Ja?“ Ingrid wendet Gernot ihren Kopf zu
und bemerkt, dass er sie schon eine ganze Weile beobachtet haben muss, das kann sie in
seinem Gesicht lesen. Seine blauen Augen blicken sie unverwandt an. „Minna, ich…“ „Ja?“,
fragt Ingrid leise. Gernot greift nach ihrer Hand und hält sie fest in der seinen. „Minna – ach,
verdammt… - Ingrid, ich liebe dich.“ In Gernots blickt liegt leise Verzweiflung. Ingrid
bemerkt dies natürlich sofort, beschließt aber, ihn noch ein wenig auf die Folter zu spannen.
„Wen liebst du? Minna oder Ingrid? Du musst dich schon für eine von uns entscheiden, mein
Lieber.“, schmunzelt sie. „Einen Mann, der zwei Frauen gleichzeitig liebt, kann ich nämlich
nicht gebrauchen.“ „Ach, ist das alles anstrengend.“ Gernot lässt sich auf den Rücken in das
weiche Heu fallen. „Also, wen von uns liebst du nun?“, fragt Ingrid wieder und beobachtet
ihn dabei. „Ja, weißt du, das ist gar nicht so einfach. Ich liebe die Ingrid, die ich schon über
dreißig Jahre kenne, die immer für mich da war, und der ich leider oft sehr wehgetan habe.“
Ingrid öffnet den Mund, um ihn zu unterbrechen, doch er legt ihr seinen Zeigefinger auf die
Lippen. „…und ich liebe Minna, die ich hier erst richtig kennen- und liebengelernt habe. Die
so fröhlich sein kann und mich allein durch ihre Anwesenheit und Nähe zum glücklichsten
Mann auf der Welt machen kann. Ich glaube, ich liebe euch beide.“ Ingrid beugt sich zu ihm
und fährt mit der Hand zärtlich durch sein angegrautes Haar. „So, du liebst uns beide.“ „Ja.
Und wie ist es mit dir?“ Ingrid sieht im tief in die Augen. „Also, ich sehe da wesentlich
klarer. Ich liebe auf jeden Fall den Johann, der es versteht, mich mit kleinen Zärtlichkeiten
und liebevollen Worten so unendlich glücklich zu machen. Und Gernot liebe ich, weil es ohne
ihn Johann nie gegeben hätte.“ „Dann sind wir ja quitt.“, grinst er. Ingrid beugt sich noch
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weiter zu ihm hinunter und berührt zärtlich seine Lippen. „Ich warne dich, Ingrid-Minna! Mit
kleinen Zärtlichkeiten gebe ich mich ab sofort nicht mehr zufrieden. Ich will mehr! Ich will
dich!“ Seine Arme schlingen sich um Ingrids Körper und ziehen sie fest an sich. „Gernot!“,
flüstert Ingrid leise an seinen Lippen, dann versinken sie in einem unendlich
leidenschaftlichen Kuss, und lösen sich erst wieder voneinander, als der Heuwagen auf den
Burghof fährt. Hand in Hand rutschen sie aus dem Heu hinunter auf den Boden und gehen zu
ihren Zimmern hinauf. „Wie spät ist es eigentlich?“ „Halb fünf. Noch eineinhalb Stunden bis
zum Abendessen.“, beantwortet Gernot Ingrids Frage. „Schön. Dann kann ich noch eben
duschen und wir sehen uns dann beim Abendessen, Johann.“, grinst Ingrid. Sie gibt ihm noch
schnell einen Kuss auf den Mund und ist schon verschwunden. Gernot schaut ihr noch eine
Weile hinterher und geht dann auch auf sein Zimmer.
Nach dem Abendessen treffen sie sich, wie auch an den Abenden vorher, am alten Brunnen.
„Wollen wir wieder zum See gehen, mein Schatz?“, fragt Gernot und will gerade nach Ingrids
Hand greifen, als sie zwei Schritte von ihm zurücktritt. „Was ist los?“, will er wissen. „Ich
habe heute keine Lust auf einen Spaziergang zum See.“ „Was möchtest du denn machen?“
„Das kann ich dir hier nicht sagen.“ Ingrid nimmt Gernots Hand und zieht ihn mit sich zum
Haus zurück. Vor ihrer Zimmertür bleibt sie stehen und will gerade die Tür aufschließen, als
sich Gernots Arme von hinten um ihren Körper schlingen. Er haucht ihr unzählige zärtliche
Küsse auf den Nacken, die Ingrid vor Wonne erschauern lassen. „Du!“, flüstert sie leise und
lehnt sich gegen Gernots Brust. Endlich ist es ihr gelungen, trotz Gernots Liebkosungen die
Tür zu öffnen. Sie windet sich aus seinem Arm und fasst nach seinen Händen. Sie geht
rückwärts in ihr Zimmer und zieht Gernot mit sich. Der verschließt mit einem gekonnten
Fußtritt noch eben die Zimmertür und lässt sich von Ingrid zum Bett hinüberziehen. Ingrid
lässt sich auf das Bett sinken und zieht ihn zu sich herunter. Er beugt sich über sie und
fordernd legen sich seine Lippen auf Ingrids, die seinen Kuss genauso fordernd erwidert.
„Allgemeine Bettruhe ist aber erst um neun!“, flüstert Ingrid atemlos, als sie sich voneinander
gelöst haben. Gernot grinst sie spitzbübisch an. „An Bettruhe habe ich jetzt aber so gar nicht
gedacht…“ Wieder verschließt er ihren Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss. Ingrids
Hände beginnen, sein Hemd aufzuknöpfen und leisten auf seiner darunter zum Vorschein
kommenden nackten Haut ganze Arbeit. Bald darauf versinken sie im Meer der Leidenschaft
und verbringen eine wundervolle Nacht voll unendlicher Liebe, Zärtlichkeit und Nähe
miteinander.
Der letzte Urlaubstag ist angebrochen. Die Koffer stehen fertig gepackt in den Zimmern und
alle freuen sich auf die Tanzveranstaltung am Abend. Längst ist es beschlossene Sache, dass
Ingrid mit Gernot im Auto zurück nach Leipzig fahren wird und nicht mit dem Zug. Heute
werden die abschließenden Gespräche mit dem Doktor geführt, der für die erfolgreiche
Durchführung der „Ferien vom Ich“ die Verantwortung trägt. Auch ihm ist die Liebe
zwischen Minna und Johann nicht verborgen geblieben, und er weiß sowohl aus Ingrids als
auch aus Gernots Erzählungen, dass sie bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben und,
wie er erfreut feststellen kann, auch eine gemeinsame Zukunft vor sich haben.
An diesem letzten Tag gibt es auch keine Arbeit mehr auf den Feldern und so haben Ingrid
und Gernot vor der Veranstaltung am Abend noch genügend Zeit, zum See hinunter zu gehen.
Arm in Arm stehen sie am Seeufer und schauen in die Ferne. „Ich wollte dich die ganze Zeit
schon etwas fragen, Ingrid.“ „Was denn?“ „War es ein Zufall, dass wir uns hier getroffen
haben?“ „Nein, das war kein Zufall. Ich glaube, das war Schicksal.“ Gernot umfängt sie mit
seinen Armen. „Da bin ich der Schicksalsgöttin aber sehr dankbar, dass sie mich hier mit der
Frau, die ich seit Jahren über alles liebe, zusammengeführt hat.“, sagt er leise und küsst
zärtlich Ingrids Stirn. „Ich habe diese Annonce in meiner Tageszeitung gefunden. Und wie
9
bist du darauf gekommen, hierher zu fahren?“, will Ingrid jetzt von ihm wissen. „Günther
hat mir den Zeitungsausschnitt mit der Annonce mitgebracht, weil er wohl befürchtete, ich
würde meine drei Wochen Urlaub einsam und allein in der Villa verbringen. Und so wäre es
mit Sicherheit auch gewesen, wenn Günther nicht gewesen wäre.“ Ingrid streichelt zärtlich
über Gernots Wange. „Da bin ich Günther aber sehr, sehr dankbar, dass er so aufmerksam
die Zeitung liest und sich Sorgen um dein Seelenheil macht.“ Sie küsst ihn sanft. „Als
Belohnung dafür können wir ihn ja zu unserem Trauzeugen machen, was meinst du?“
Ungläubig schaut Ingrid Gernot in die Augen. „Zu unserem Trauzeugen?“ „Ja, Ingrid. Denn
ich bitte dich hier und jetzt um deine Hand. Willst du meine Frau werden?“ „Aber du wolltest
doch nie…“ Ingrid ist völlig verwirrt. „Ingrid! Der Gernot von damals, den gibt es nicht
mehr. Der hätte dich niemals gebeten, seine Frau zu werden, weil er ein verbohrter,
egoistischer Trottel war. Aber der neue Gernot, der kann sich nichts Schöneres vorstellen, als
mit der Frau, die er über alle Maßen liebt, verheiratet zu sein. Also, willst du?“ „Ja, ich
will.“ Tränenüberströmt sieht Ingrid ihn an. Bevor Gernot sie zärtlich küsst, wischt er ihr mit
der Hand liebevoll die Tränen aus dem Gesicht. Nach einer Weile schiebt Gernot Ingrid ein
Stückchen von sich weg und greift in die Tasche seiner Jeans. Er zaubert einen wundervollen
goldenen Ring hervor und steckt ihn Ingrid an. „Siehst du, dieses Mal habe ich in der
entscheidenden Stunde unseres Lebens sogar einen Ring dabei.“, grinst er. „Der ist
wunderschön. Danke.“ Ingrid betrachtet ihre Hand, während der goldene Ring im Licht der
Abendsonne schimmert.
Dann ist es Zeit, zur Burg zurückzukehren, denn in weniger als einer Stunde beginnt die
Abschiedsveranstaltung im Burghof. Es wird eine ausgelassene Feier und Ingrid und Gernot
tanzen fast pausenlos miteinander. Auch in dieser Nacht finden sie in den Armen des jeweils
anderen die Erfüllung ihrer Sehnsüchte und das Glück einer großen, alles umfassenden Liebe.
Früh geht es am nächsten Morgen zurück nach Leipzig. Oft hält Gernot auf einem
Autobahnparkplatz an, nur damit er Ingrid in seine Arme schließen und küssen kann. „Wenn
das so weiter geht, sind wir in drei Tagen noch nicht zu Hause.“, grinst Ingrid. „Da hast du
wahrscheinlich Recht, aber möchtest du deshalb darauf verzichten, von mir geküsst zu
werden.“ „Auf gar keinen Fall.“ Und wieder versinken sie in einem nicht enden wollenden
Kuss.
Der nächste Tag ist für beide wieder der erste Arbeitstag. Die Nacht haben sie getrennt
verbracht, weil sie erst spät am Abend zurückgekommen sind und Ingrid darauf bestanden
hat, in ihrer Wohnung nach dem rechten zu sehen. Widerwillig hatte Gernot zugestimmt, aber
auch nur, weil Ingrid ihm versprochen hat, dass er danach nie wieder eine Nacht ohne sie
verbringen muss. Die Sehnsucht nach dem anderen verfolgt beide bis in den tiefen,
erholsamen Schlaf, aus dem sie erst durch das Weckerläuten am Morgen aufwachen.
Als Ingrid gerade aus dem Bad kommt, läutet es an der Türe. Schnell wickelt sie ihr
Duschtuch enger um ihren Körper und drückt den Türöffner. Schnelle Schritte kommen die
Treppe hinauf. Als sie durch den Spion auf den Flur hinaussieht, erkennt sie Gernot. Sie
öffnet die Tür und sieht ihn erstaunt an. „Ihr Taxi zur Klinik ist da, Madame.“ Er reicht ihr
eine einzelne gelbe Rose. „Für Dich.“ „Gernot. Was machst du hier?“ „Ich habe es keine
Minute länger ohne dich ausgehalten, mein Liebes.“ Mit diesen Worten zieht er sie in die
Arme und küsst sie leidenschaftlich. „Ja, du hast mir auch gefehlt.“ Ingrid löst sich aus
seinen Armen und geht in Richtung ihres Schlafzimmers, um sich anzuziehen. „Oh, sehr
chic…“, grinst Gernot und deutet auf das Duschtuch, „…also, mich würde das gar nicht
stören, wenn du dich nicht umziehst.“ „Gernot. Du bist unmöglich.“ „Ich weiß.“ Glücklich
lachend sieht er zu Ingrid, bis sie im Schlafzimmer verschwunden ist.
10
Gemeinsam treten sie ihren Dienst in der Klinik wieder an und verabschieden sich, als sie im
Aufzug alleine sind, mit einem langen Kuss voneinander. Als Ingrid das Schwesternzimmer
betritt, wird sie von Yvonne und Arzu herzlich begrüßt. „Guten Morgen, Oberschwester. Na,
wie war der Urlaub?“ „Guten Morgen, ihr zwei. Ach, einfach wunderbar.“ „Oberschwester,
sie strahlen ja so. Haben Sie sich im Urlaub verliebt?“, witzelt Arzu. „In der Tat. Ich habe
mich nicht nur verliebt, sondern sogar verlobt. Und wir wollen in zwei Wochen heiraten.“
„Ui, das geht aber schnell.“, sagt Yvonne, nachdem sie und Arzu sich von der Überraschung
einigermaßen erholt haben. Dann gehen alle an ihre Arbeit.
Zur gleichen Zeit erscheint Sarah Marquardt in Gernots Büro, wo dieser mit Barbara die
Geschehnisse der letzten drei Wochen erörtert. „Guten Morgen, Herr Professor! Hatten Sie
einen schönen Urlaub?“ „Guten Morgen, Frau Marquardt. Ja, sehr schön und sehr
ereignisreich.“ „So, so. Ereignisreich. Darf man fragen, was Sie darunter verstehen?“ „Aber
sicher. Große Ereignisse werfen ihre Schatten ja bekanntlich voraus. Ich werde in zwei
Wochen heiraten.“ Mit weit aufgerissenen Mündern starren Barbara und Sarah Gernot an.
„Heiraten? Aber wen denn?“, fragt Barbara verdutzt. „Das werde ich Sie schon noch früh
genug wissen lassen, meine Damen. Können wir jetzt arbeiten?“ Alle machen sich an die
Arbeit.
In der Frühstückspause taucht Ingrid in Gernots Büro auf. Da Barbara auch gerade Pause hat,
klopft sie leise an seine Tür. Als keine Antwort von drinnen kommt, schiebt sie vorsichtig die
angelehnte Tür ein Stückchen auf und lugt um die Ecke. „Na, das wird aber auch Zeit, dass
du kommst.“ Gernot kommt auf sie zu und küsst sie zärtlich. Dann setzt er sich auf die Couch
und zieht Ingrid zu sich. Sie setzt sich vor ihn und lehnt ihren Rücken an seine Brust. Gernots
Arme umfangen sie und er legt seinen Kopf auf ihre Schulter. „Die haben vielleicht blöd aus
der Wäsche geguckt.“, grinst Gernot und erzählt Ingrid die Szene, die sich vorhin in seinem
Büro abgespielt hat. „Bei mir war es auch nicht anders.“ Ingrid legt ihre Hände auf Gernots,
die auf ihrem Bauch liegen. Er haucht ihr einen zärtlichen Kuss in den Nacken. „Mein Liebes.
Ich bin so unendlich glücklich.“ „Ich auch, mein Schatz.“, sagt Ingrid und kuschelt sich noch
enger in seine Arme. Rechtzeitig, bevor Barbara aus ihrer Pause wieder zurückkommt, ist
Ingrid wieder aus Gernots Büro verschwunden, nachdem dieser sich noch hat versichern
lassen, dass er bestimmt nie wieder eine Nacht ohne Ingrid auskommen muss.
In den nächsten Tagen rätseln alle, in wen sich Ingrid bzw. Gernot verliebt haben könnten,
denn die beiden verhalten sich in der Klinik genauso wie vor ihren ‚Ferien vom Ich’. Ingrid
und Gernot fällt es allerdings verdammt schwer, sich tagsüber so gut wie eben möglich aus
dem Weg zu gehen, denn sie wissen, dass sie sofort von ihrer Sehnsucht übermannt würden.
„Und dann kann ich für nichts mehr garantieren, mein Liebling.“, zwinkert Gernot Ingrid zu,
als sie sich eines Morgens ins Auto setzen, um zur Klinik zu fahren. Also bleiben ihnen nur
die wenigen Minuten, in denen Ingrid eine Besprechung mit Gernot vorschiebt, um ihn in
seinem Büro besuchen zu können und ihm dann seufzend in die Arme zu sinken. Dafür sind
die Abende und Nächte umso schöner, wenn sich die über den Tag aufgestaute Sehnsucht
nach dem anderen entlädt und sie eng aneinandergekuschelt im Bett liegen, nachdem sie
vorher gemeinsam zu den Sternen geflogen sind.
Allein Günther ist informiert, den haben die beiden schon am ersten Tag nach ihrer Rückkehr
in ihre Pläne eingeweiht. Günther freut sich mit seinen Freunden, dass sie sich für eine
gemeinsame Zukunft entschieden haben und verspricht, als Trauzeuge zur Verfügung zu
stehen.
11
Endlich ist der Tag der Hochzeit da und alle rätseln immer noch, wer wen heiraten wird.
Keinen hat es stutzig gemacht, dass beide erzählt haben, sie würden in zwei Wochen heiraten.
Erst als Günther das Brautauto vor dem Standesamt anhält und Gernot Ingrid dabei hilft, aus
dem Wagen auszusteigen, löst sich die allgemeine Spannung in ein fröhliches Lachen auf.
„Solche Geheimniskrämer.“, lachen alle.
Eine halbe Stunde später verlassen Ingrid und Gernot als Frau und Herr Simoni das
Standesamt wieder. Die vielen Glückwünsche nehmen sie strahlend entgegen und machen
sich dann auf den Weg in Gernots Wochenendhaus, wo alles für die große Feier vorbereitet
ist. Es wird ein rauschendes Fest und spät in der Nacht, als der letzte Gast gegangen ist, lässt
Ingrid sich erschöpft auf das Bett fallen. „Puh, geschafft.“ „Na hör mal…“, grinst Gernot sie
schelmisch an, „…geschafft?! Und ich dachte, für uns fängt der schönste Tag in unserem
Leben jetzt erst richtig an.“ Statt einer Antwort streckt Ingrid die Hände nach ihm aus, die
Gernot natürlich sofort ergreift. Sie zieht ihn zu sich hinunter und während sich seine Lippen
fordernd auf die ihren legen, wecken ihre Hände in ihm ein Begehren nach Ingrid, das mit
Worten nicht zu beschreiben ist.
Später liegen sie erschöpft aber überglücklich nebeneinander. Ingrid hat ihren Kopf auf
Gernots nackter Brust liegen und er streichelt zärtlich durch ihr Haar. „Ich bin so glücklich,
Liebes.“ „Ja, ich auch. Und stell Dir vor, wir hätten nicht diese ‚Ferien vom Ich’ gebucht.“,
erwidert Ingrid. „Nicht auszudenken. Dann läge ich jetzt vermutlich mutterseelenallein hier
im Bett.“ Ingrid hebt den Kopf etwas, um ihn ansehen zu können. „Weißt du, was mir an den
drei Wochen ‚Ferien vom Ich’ am besten gefallen hat?“ „Nein, was denn?“, will Gernot
wissen. „Dass es dort immer nur Minna und Johann gegeben hat, und nie den Professor und
die Oberschwester.“ Gernot sieht ihr tief in die Augen. „Mein Schatz, das soll auch so
bleiben. Es wird für uns immer nur Ingrid und Gernot geben, das verspreche ich dir.“ Voll
Freude entnimmt Ingrid seinen Worten und Blicken, dass er es wirklich ernst meint. Zärtlich
legen sich ihre Lippen auf seine und bald darauf versinken sie im Meer der Leidenschaft.
Als sie zwei Tage später ihren Dienst in der Klinik wieder antreten, begegnen sie am
Empfang Schwester Yvonne, Dr. Heilmann und Sarah Marquardt. „Guten Morgen
zusammen!“, grüßen Ingrid und Gernot gleichzeitig. „Guten Morgen!“, kommt es von den
dreien zurück. Gemeinsam mit Sarah gehen sie in Richtung Aufzug. Als sie den Aufzug
betreten haben und der sich in Bewegung gesetzt hat, legt Gernot Ingrid seinen Arm um die
Schulter und zieht sie an sich. Er gibt ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange. Sarah
betrachtet das Ganze argwöhnisch. „Und denk immer daran, mein Schatz – ich liebe Euch
beide.“, sagt Gernot zu Ingrid gerade so laut, dass Sarah es genau verstehen kann. Hämisch
grinsend wendet sie sich an Gernot. „Sie wollen mir aber jetzt nicht weismachen, dass die
Oberschwester schwanger ist, oder?“ „Ach Sarah,“, lacht Gernot laut, „das glauben Sie doch
selber nicht.“ „Und wie darf man das dann verstehen?“ „Das geht sie zwar eigentlich nichts
an und war nur für meine Frau bestimmt, aber wenn sie es unbedingt wissen wollen, sollten
Sie mal ‚Ferien vom Ich’ machen.“ Als Sarah ihn verständnislos ansieht, kann auch Ingrid
sich nicht mehr halten vor Lachen. Da öffnet sich die Fahrstuhltüre und Ingrid und Gernot
verlassen Arm in Arm den Fahrstuhl und lassen eine völlig verdutzt dreinblickende Sarah
Marquardt zurück.
Vor dem Schwesternzimmer stellt Gernot seine Tasche ab und zieht Ingrid fest in seine Arme.
„Ich glaube, ich werde mein Büro hierher ins Schwesternzimmer verlegen, dann kann ich
wenigstens immer bei dir sein.“ „Untersteh dich. Erstens könnten uns dann viel zu viel Leute
beobachten, und zweitens werde ich unter gar keinen Umständen auf unsere Knutschereien in
deinem Büro verzichten, dass du das nur weißt.“ „Ingrid!“, grinst Gernot. Dann wird er
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plötzlich ernst. „Lass mich nicht so lange auf dich warten, meine geliebte Frau.“ Er küsst sie
leidenschaftlich. „Da brauchst du keine Angst zu haben, ich halte es auch nicht lange ohne
dich und deine Küsse aus, geliebter Mann.“, lacht Ingrid. Nach einem letzten liebevollen
Kuss gehen beide an ihre Arbeit.
Ende.
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