Neue Lernumgebungen (New Learning Environments) verändern auch den Russischunterricht an Hochschulen (Doris Flischikowski, Rolf-Rainer Lamprecht, Universität Potsdam) Seit einigen Jahren vollzieht sich ein grundlegender Wandel in den Vorstellungen, was unter einer adäquaten Fremdsprachenausbildung zu verstehen ist. Man spricht in diesem Zusammenhang sogar vom Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik: vom kognitiv instruktivistischen Lernkonzept zum experimentell und sozial konstruktivistischen. Danach wird Lernen als vom Lerner eigenständig gesteuerter Prozess der Wissenskonstruktion verstanden, der auf einem individuellen Lernerwissen aufbaut und daher zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Er ist eingebettet in soziale Kontexte, die Interaktion mit anderen ist von großer Bedeutung. Es ist ein Produkt der Selbstorganisation des Lernenden. Im Zentrum eines so verstandenen Lernens steht der zunehmend autonome Lerner, der selbst Entscheidungen über die Bedürfnisse, die Lernziele, die Materialien, den Lernprozess und dessen Evaluation trifft. Der Lerner soll selbst Verantwortung für seinen Lernprozess übernehmen, motivierter, engagierter und zunehmend effizienter lernen. Auf der Ebene des Meta-Lernens (Lernen lernen) entwickelt der Lerner durch Kontakt mit unterschiedlichen Materialien mit der Zeit die Fähigkeit, die vorgefundenen Aufgabenformen und Lerntechniken sinnvoll auf ein authentisches Sprachmaterial anzuwenden und so den eigenen Lernprozess selbständig zu organisieren. Neben den Ergebnissen neurologischer und psycholinguistischer Forschungen sind es vor allem die neuen Lernumgebungen (New Learning Environments), die das Lehren und Lernen von Fremdsprachen an Hochschulen stark beeinflusst haben: erstens die rasche Verbreitung der neuen Technologien und zweitens das in der fortschreitenden europäischen Integration, den veränderten Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa begründete starke Anwachsen der Mobilität insbesondere von Studierenden. Heute gehört es bereits zum Hochschulalltag, dass Studierende und Mitarbeiter Zugang zu Computernetzwerken, zu E-Mail und Internet haben und Fakultäten und Einrichtungen über moderne Multimediazentren verfügen. Die Einführung der neuen Technologien eröffnet neue Welten für das Fremdsprachenlernen: Lerner haben Zugang zu einer Vielzahl von Lernmaterialien auf CD-Rom oder via Internet, die sie nutzen können, wann immer sie wollen. Und sie können ihre Sprachfertigkeiten in realer Kommunikation mit muttersprachigen Sprechern über E-Mail oder Chat entwickeln. In Ergänzung dazu führt die Anwesenheit von muttersprachigen Sprechern verschiedener Sprachen an der eigenen Einrichtung oder während eines Studienaufenthaltes im Ausland zu neuen Möglichkeiten des Fremdsprachenlernens: Lerner sind in die Lage versetzt, direkt mit einem Sprecher der Zielsprache zu kommunizieren und dabei sofort ein Feedback zu erhalten. Ein solches Lernen in natürlicher Umgebung, d. h. außerhalb des Unterrichts, ist sicher kein völlig neues Phänomen, aber seine Rolle und Bedeutung hat sich im Ergebnis der bereits angesprochenen Internationalisierungsprozesse wesentlich verändert. Ein modernes universitäres Fremdsprachenangebot muss diesen neuen Möglichkeiten des Fremdsprachenlernens Rechnung tragen durch ein lernerzentriertes Herangehen bei der Fremdsprachenausbildung im Kurs, ergänzende Möglichkeiten selbst-gesteuerten Lernens außerhalb der Kurse, die Integration kooperativer Formen des Sprachenlernens mit native speakern verschiedener Sprachen und die Nutzung der modernen Informationsund Kommunikationstechnologien zur Förderung von Selbständigkeit, Individualität und Flexibilität beim Fremdsprachenlernen. Im Folgenden sollen zwei Kursprojekte vorgestellt werden, in denen versucht wurde, diesem Anspruch gerecht zu werden. Online-Kurs: Praktische Russische Phonetik – Grundlagen, Aufgaben, Übungen (Rolf-Rainer Lamprecht, Doris Flischikowski, Anneliese Dalchow) 1. Ziele Es handelt sich hierbei um ein Teilprojekt eines von der Universität Potsdam im Jahre 2000 geförderten Gesamtprojektes „Virtuelles Lernen über OnlineSysteme“, an dem neben der Slavistik und dem Sprachenzentrum auch die Bereiche Grundschulpädagogik, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und das Rechenzentrum teilnahmen. Gesamtziel war die Bereitstellung eines den Bedürfnissen von Fakultäten entsprechenden, durch fachspezifische Kurse mit unterschiedlichen Szenarien approbierten webgestützten Online-Lern- und Lehrsystems an der Universität Potsdam. Mit diesem Ziel wurden unterschiedliche, auf dem Markt verfügbare Lernmanagementsysteme, u. a. WebCT, FirstClass, ets DLS, VIRTUS und Lotus Learning Space (LLS), hinsichtlich ihrer Kompabilität mit den Erfordernissen der Fächer überprüft. Unter Nutzung von Lotus Learning Space wurde in der Zusammenarbeit des Lehrstuhls Ostslavische Sprachwissenschaft, des Lektorats Russisch am Institut für Slavistik und des Sprachenzentrums ein Phonetikkurs entwickelt, dessen modularer Aufbau den Einsatz in sowohl theoriegeleiteten als auch praktischen Lehrveranstaltungen erlaubt. Dabei wird phonetisch-phonologisches Wissen von den Studierenden nicht als hierarchisches System, sondern als Beschreibungsund Erklärungsmittel für die Behebung typischer Aussprachedefizite ausländischer Russischlerner angeeignet. Theoriewissen und darauf bezogene Erkennungs-, Trainings- und Überprüfungsaufgaben verfolgen somit ein gemeinsames Ziel: Befähigung der Studierenden, vom Deutschen differente phonetische und intonatorische Erscheinungen des Russischen akustisch zu erkennen, normgerechte Artikulation und Intonation zu beschreiben und zielgerichtet zu üben. Gleichzeitig soll der Kurs zur Entwicklung einer (rezeptiven) linguistischen fachsprachlichen Kompetenz beitragen. 2. Vorteile des Online-Kurses gegenüber dem herkömmlichen Kontaktunterricht Als wichtigstes Moment ist die Individualisierung der Lernwege und des Lernaufwandes und die damit verbundene Individualisierung der Betreuung durch die Kursleiter zu nennen. Die Studierenden haben ganz unterschiedliche Muttersprachen – neben Deutsch vor allem Polnisch und Tschechisch, aber auch Estnisch – und demzufolge auch sehr unterschiedliche Ausspracheprobleme. Hinzu kommen Studierende, die Russisch als Muttersprache gelernt haben und die sich als Lehramtsstudierende über die zu erwartenden Schwierigkeiten ihrer künftigen deutschen Schüler und Möglichkeiten ihrer Behebung informieren wollen. Auch die Lernbiographien sind unterschiedlich und reichen von sporadischem Lernen im Umgang mit Russen über den systematischen Schulunterricht (der leider der Aussprache und Intonation im Unterschied zu Lexik und Grammatik wenig Aufmerksamkeit schenkt) bis hin zum Erlernen des Russischen im Propädeutikum am Sprachenzentrum mit einer elementaren Ausbildung auch in russischer Phonetik. Der Online-Kurs ermöglicht es, besser als der Kontaktunterricht allen Lernern an ihren individuellen Defiziten in dem dafür nötigen Umfang zu arbeiten und dabei ein gezieltes Feedback vom Lehrer zu erhalten. Hinzu kommt als zweites Plus die Flexibilisierung das Zeitbudgets der Studierenden. Auf Grund der unterschiedlichen Kombinationsfächer haben Studierende der Slavistik ganz verschiedene Stundenpläne, so dass es häufig schwierig ist, einen gemeinsamen Termin für einen Kontaktkurs zu finden. Nicht selten können Studierende deshalb den Kurs nicht mit Studienbeginn absolvieren, sondern müssen ihn um ein oder zwei Semester verschieben, was zu einer weiteren Verfestigung von Aussprache- und Intonationsfehlern führt. Im Online-Kurs können die Teilnehmer zu der für sie günstigen Zeit lernen. Und schließlich trägt der Kurs auch zur Aneignung und Vervollkommnung von Fertigkeiten zur Computernutzung unter fachlichem Gesichtspunkt bei – einer Schlüsselfertigkeit jeglicher universitärer Ausbildung. 3. Rahmenbedingungen Da es sich um einen benoteten Pflichtkurs handelt, wurde den Studierenden für den Erstdurchlauf des Kurses in den ersten Wochen eine 45-minütige Konsultationszeit mit der Lehrkraft zur Klärung inhaltlicher Fragen angeboten. Darüber hinaus stand an zwei unterschiedlichen Tagen je zwei Stunden eine Tutorin für die Bewältigung der technischen Anforderungen zur Verfügung. Die Studierenden hatten die Option, bei unüberbrückbaren Problemen in der selbständigen Arbeit– sei es technischer oder inhaltlicher Art – den Kurs in traditioneller Form weiterführen zu können. Keine der Studierenden hat davon Gebrauch gemacht, allerdings wurde die tutorielle Begleitung bis Ende des Semesters fortgesetzt. Bei steigenden Computerkenntnissen der Studierenden und Beseitigung der noch bestehenden technischen Benutzerschwierigkeiten innerhalb von Lotus Learning Space könnte allerdings künftig darauf verzichtet werden. Die Grundlage für die Benotung des Kurses stellen kursbegleitende Überprüfungsaufgaben und drei Tests dar. Während die Überprüfungsaufgaben ausschließlich Können überprüfen, werden in den Tests sowohl Regelwissen als auch praktisches Können bewertet. Letztere müssen bislang allerdings im Kontaktunterricht durchgeführt werden, weil ein wichtiger Bestandteil - die Transkription von Lauten - nicht ohne Weiteres im gewählten Lernmanagementsystem (LMS) erstellbar ist. 4. Nutzung des LMS für den Kursaufbau Von den originären Komponenten von Lotus Learning Space wurden im Phonetikkurs die Bestandteile (Datenbanken) "Zeitplan" "Media Center "Course Rom" und "Profile" genutzt. Sie sind den Lernern ständig über die Navigationsleiste zugänglich. 4.1. Zeitplan Der Zeitplan dient den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Orientierung im Kurs, er ist eine Art Semesterfahrplan. Er gibt in hierarchischer Ordnung Auskunft über alle Themen und Aufgaben. Der Zeitplan ist folglich auch das Inhaltsverzeichnis für alle Aktivitäten der Lerner. Sie können sich dieses Verzeichnis in der Regel in zweierlei Weise anzeigen lassen: in der Reihenfolge der Lern-/Lehreinheiten (Module, Lektionen, Themen - je nachdem, wie das im Kurs voreingestellt wurde)oder in der zeitlichen Abfolge. Die Grundeinheit im genutzten Kurs ist das Modul, wovon der Kurs insgesamt 13 enthält. Im Kalender können konkrete Termine z. B. für die Kurskontrollen eingegeben werden. Damit erhalten die Studierenden auch einen Hinweis, welche Module sie bis zu welchem Zeitpunkt bearbeitet haben sollten. Somit ist die Reihenfolge und zeitliche Abfolge der Modulbearbeitung nicht beliebig. Alle Module haben denselben Aufbau: Das Arbeitsblatt fasst das Grundwissen zu jedem Modulthema zusammen. Es enthält immer die themenbezogene russische terminologische Lexik, zu denen die deutschen Äquivalente ergänzt werden müssen. Darüber hinaus kann es Regeln zur Bildung eines russischen Lautes im Unterschied zu einem ähnlichen deutschen Laut, Intonationsmuster oder Regeln zur Veränderung der Vokale und Konsonanten im Redefluss enthalten. Immer sind diese Regeln als Lückentexte formuliert, die vom Studierenden ergänzt werden sollen. Da auch hier nicht selten mit der phonetischen Umschrift gearbeitet werden muss, kann diese Aufgabe derzeit nur auf dem Computerausdruck erfolgen. Die in den Lückentexten zu ergänzende Information finden die Studierenden in den in deutscher Sprache abgefassten Skripten. Erkennungsübungen werden vom Studierenden nur gehört und dienen, wie der Name sagt, dem Erkennen der jeweiligen phonetischen oder intonatorischen Erscheinung auf der Basis von Klangbeispielen Übungen zum Einüben dienen dem Nachsprechen; durch den Vergleich mit dem Klangbeispiel soll so eine weitestgehend normgerechte Aussprache und Intonation eingeübt werden. Überprüfungsaufgaben dienen der Überprüfung praktischen Könnens; im Vordergrund steht dabei die Thematik des Moduls, wobei auch die Umsetzung vorangegangener Erscheinungen mit berücksichtigt wird. Die Einbindung eines Tonproduktionswerkzeugs in das LMS, im vorliegenden Fall des kostenfreien Real Producers Basic, ermöglicht den Lernenden das Aufnehmen ihrer Übungen und das anschließende Verschicken der Sounddatei an die Lehrkraft als Anlage zu E-Mails. Ebenfalls als Attachment erhalten die Studierenden die Korrektur und Bewertung. Mit dem Modulaufbau ist allerdings kein schematisches Abarbeiten verbunden. Der Student entscheidet selbst, welche Schritte er geht, welche Teile er möglicherweise auslässt und wie ausführlich er welchen Teil bearbeitet. Obligatorisch ist allerdings das Verschicken der Überprüfungsaufgaben. 4.2. MediaCenter Das MediaCenter ist die "Bibliothek" des Kurses, in die bei der Kursedition alle Ressourcen (Text-, Sound-, Bilddateien) eingestellt werden, ehe auf sie im Zeitplan verwiesen wird. Die Studierenden können sich hier die Materialien nach unterschiedlichen Aspekten, z. B. thematisch oder nach Verfasser geordnet, anzeigen lassen. Von hier kommt man auch zu einem Glossar, in dem alle Schlüsselbegriffe enthalten sind – sowohl die Termini, die in den Arbeitsblättern verwendet werden, als auch die indexalischen Einordnungen für die Theorie-Skripte und praktischen Aufgaben. Wird der Lotus-Client und nicht einer der Browser (Netscape Navigator, MS Internet Explorer) benutzt, finden sich im MediaCentre auch die gesammelten Anmerkungen zu bestimmten Dokumenten wie auch der persönliche Ordner der Lernenden. 4.3. Course Room Im Course Room findet sich der Überblick über alle laufenden Diskussionen zwischen Studierenden und Lehrenden oder der Studierenden untereinander. Je nachdem, ob sie öffentlich oder privat gemacht werden, kann man sich im entsprechenden Modus beteiligen. An dieser Stelle findet der Lerner auch die korrigierten Aufgaben vor, die er an den Kursleiter gesandt hat und die er von ihm zurückbekommen hat. LearningSpace bietet auch die Möglichkeit zur Bildung von Arbeitsgruppen. Aufträge an sie ergehen ebenfalls im CourseRoom. Der Course Room wurde von den Studierenden selten genutzt, da sie sich häufig zu den Tutorenstunden persönlich über Fragen ausgetauscht haben. Gabi Muster am 06.11.2001 4.4. Profile In dieser Datenbank erhalten Kursleiter und Kursteilnehmer die Möglichkeit, Informationen über sich öffentlich zu machen (Adresse, Telefonnummer, Angaben zum Bildungsgang, zu Hobbies und Interessen). Hier findet man auch die E-Mail-Adressen der einzelnen Teilnehmer. Dieser Bestandteil von Lotus LearningSpace spielte im ersten Kursdurchlauf keine wesentliche Rolle, da alle Kursteilnehmer Studierende der Universität Potsdam waren und Hilfen zur Kontaktaufnahme nicht benötigt wurden. 5. Technische Potenzen von Lotus Learning Space und Einschränkungen Die im Projekt genutzte Version 3.1. von LLS arbeitet auf dem äußerst sicheren und zuverlässigen Lotus Domino-Server, stellt also eine reguläre Eweiterung dieser Groupware-Lösung dar. Zum Programmpaket, das von Hochschuleinrichtungen im Rahmen eines Academic Solutions Vertrages erworben werden kann, gehört zum einen noch der Sametime-Server, eine Erweiterung für text- oder bildbasierte synchrone Kommunikation (Chat, Videokonferenz), die im Projekt jedoch nicht genutzt wurde. Zum zweiten gehört zum Paket auch der Lotus Client, den man für die Kursedition benötigt, der aber auch an jeden Studierenden ausgegeben werden kann. Auf letzteres wurde im Rahmen des Projektes verzichtet, um nicht noch zusätzliche technische Schwierigkeiten, die mit einer unbekannten Software auftreten können, zu evozieren. Stattdessen nutzten die Studierenden den Web-Browser ihrer Wahl (Microsoft Internet Explorer oder Netscape Navigator). Obwohl wir es mit LLS mit einer proprietären Software zu tun haben, ist diese von der Architektur her offen genug, da sie eine große Zahl von gängigen Dateiformaten zu importieren erlaubt (*.pdf, *.htm, *.xml, *.jpg, *.gif, *.wav). Auch das Starten externer Programme aus der LLS-Oberfläche heraus gehört zu den erwähnenswerten zusätzlichen Möglichkeiten, die im Projekt in Gestalt vom Real Producer Basic zum Erstellen und Verschicken von Sound-Dateien an die Lehrkraft Verwendung fand. Hinzu kommt, dass LLS problemlos mit anderen Servern zusammen arbeitet (in unserem Fall mit einem Media-Server und einem Webserver). Dies war zum ersten wichtig, weil die zur Verwendung gelangten Tondateien streamfähig sein mussten. Das bedeutete, dass die zum Erkennen und Einüben der phonetischen und intonatorischen Erscheinungen erforderlichen Sounddateien (ca. 150) nach ihrer Digitalisierung in das Real-Format konvertiert werden, auf eine Sillicon Graphics MediaBase addiert und dann über Verweise in die Lernoberfläche eingebunden werden mussten. Die Zusammenarbeit mit einem Web-Server machte sich deshalb erforderlich, weil komplexe gemischtsprachig verfasste Dokumente (auf Russisch und Deutsch) nicht in LLS importiert werden konnten (s.u.). Besonderer Erwähnung bedarf die für den Kursleiter und Kurseditor komfortable Funktion der Replizierung, die es ermöglicht, verteilt und offline am Kurs zu arbeiten und automatisch nur die entsprechenden Veränderungen vom Client an den Server weiterzugeben. Als wichtige positive Erkenntnisse in Bezug auf Lotus LearningSpace, die auch eine Weiterverwendung über die Pilotphase hinaus begründeten, nannten die Administratoren, Kurseditoren, Kursleiter und Entscheider die Stabilität und Sicherheit des Systems, die Vielfalt der Tools sowie bei den Kurseditierfunktionen die komfortablen Möglichkeiten des Prüfungsmanagers sowie die der Replikation. Hinzu kam als sehr wichtiges Kriterium die äußerst kostengünstige Möglichkeit zum Erwerb der Nutzerlizenzen im Rahmen eines Academic Solution Vertrages. Die Studierenden, die in der Mehrzahl noch keine Erfahrung mit Lernmanagementsystemen hatten, waren von der einsichtigen Benutzerführung angetan und befürworteten ausdrücklich den weiteren Einsatz dieser Lernplattform – auch weil sie innerhalb eines Semesters nicht in der Lage waren, die gesamte Funktionsvielfalt von Lotus LearningSpace zu erschließen und zu nutzen. Nennenswerte Probleme ergaben sich in der Pilotphase zum einen aus dem für die Administration zu betreibenden personellen Aufwand, wohingegen andernorts berichtete Performanz-Engpässe bei uns nicht auftraten. Zum zweiten konnten die Probleme, die sich aus den unterschiedlichen Länder-Codepages resp. Zeichenkodierungen ergeben, nicht optimal gelöst werden, da weder bei der Kursherstellung durch den Editor noch bei der Kursbearbeitung durch die Studierenden eine direkte Eingabe kyrillischer Buchstaben per Tastatur möglich war. Folgende Übersicht möge dies verdeutlichen. Datei-Typen Editiermöglichkeiten Ergebnisse, Bedingungen Winword-Dateien copy & paste erfolglos Winword-Dateien Datei anhängen o.k. HTML-Seiten copy & paste erfolglos HTML-Seiten ohne Datei anhängen o.k. Bilder HTML-Seiten mit Datei anhängen o.k., wenn nur ein Bild Bildern HTML-Seiten mit Hotspot erstellen o.k., externer WWWBildern Server PDF-Dateien Datei anhängen o.k., Acrobat Reader Handling von Textdateien mit Kyrillica bei der Kursedition (Deutsches Betriebssystem) Fehlerfrei sichtbar waren in den genutzten Browsern lediglich reine HTMLSeiten mit der Kyrillisch-Kodierung (Windows 1251) sowie über Hyperlinks eingebundene Word- und PDF-Dateien. Sobald jedoch in den HTML-Dateien jauch Bilder (GIF- oder JPEG-Images) verwendet wurden, stellte das System sie nicht mehr korrekt dar. Abhilfe konnte nur dadurch geschaffen werden, dass entsprechende Seiten auf einem separaten WWW-Server gesichert wurden und aus LearningSpace heraus dann der entsprechende Verweis erfolgte. Kann man die beschriebenen Probleme bei der Kursedition noch ausgleichen, so stellt sich für die Studierenden die fehlende Möglichkeit, in die Formularfelder Einträge mit kyrillischen Buchstaben machen zu können, eine empfindliche Einschränkung dar. Damit sind die Course Room Funktionen bei russischsprachigen Anfragen und Antworten faktisch aus der Nutzung ausgeschlossen (es sei denn, man weicht auf das Provisorium der Transliteration aus). Eine Umstellung der gesamten Lotus-Umgebung (Server, Client), incl. LearningSpace auf die russische Sprachversion wurde bisher noch nicht vorgenommen1. Möglicherweise lassen sich dadurch Verbesserungen erzielen, zumal die Erfahrung besagt, dass russische Versionen von Betriebssystemen eher mit lateinischen Zeichenkodierungen zurechtkommen als deutsche oder englische mit kyrillischen. Die benannten Defizite schmälern die Einsatzmöglichkeiten von Lotus LearningSpace, allerdings gibt es – im Vergleich zu anderen Systemen – wenigstens Kompensationsmöglichkeiten, um mit dieser Arbeitsoberfläche über die angedeuteten Umwege Lehre mit russischem Text durchführen zu können. 6. Fachlicher Ertrag des Kurses Am Ende des Projektes wurde den Studierenden und den Lehrenden ein Fragebogen zu den erreichten Zielen des Kurses vorgelegt. Der Mehrwert des Online-Kurses liegt für die Studierenden eindeutig in der intensiven gemeinsamen Beschäftigung mit den fachlichen Problemen. Dafür haben sie auch die höhere zeitliche Belastung in Kauf genommen. Das heißt, dass sie wegen der Neuheit der didaktischen Gestaltung, wegen der unbekannten technischen Voraussetzungen und der vorhandenen Schwierigkeiten mit der Technik permanent gezwungen waren, aktiv zu werden. Die dabei vor allem Dank der Unterstützung durch die Tutorin und des zielgerichteten Feedbacks durch die Lehrkraft eingetretenen Erfolgserlebnisse werden von den Studenten als größter Gewinn angesehen. Die Verhältnisse ändern sich übrigens kaum, wenn die web-basierten Versionen 4 oder 5 von LearningSpace genutzt werden, wie unsere Tests der russischen Sprachversionen bei http://www.lsibm.ru gezeigt haben. 1 Interessant ist vor allem, dass die Studierenden einhellig - trotz teilweise harscher Kritik an der "mangelnden Technik", an der Umständlichkeit, das Feedback durch die Lehrkräfte zu bekommen - Online-Kurse als sinnvolle Einrichtung betrachten (und weiterempfehlen!). Der Mehrwert des Online-Kurses wird bei den Lehrenden in folgendem gesehen (Reihenfolge keine Rangfolge): ständige Verfügbarkeit des gesamten Kurses auch über das Semester hinweg, z.B. als Bestandteil einer Bibliothek zum Selbstlernen Wiederverwendbarkeit des Kurses als Ganzes oder in Teilen für Veranstaltungen gleichen und ähnlichen Typs leichte Modifizierbarkeit, Korrigierbarkeit der Komponenten (Module, Teile von Modulen) Präsentation des relevanten Wissens, verschiedener Möglichkeiten zur Wissens- und Könnensaneignung, Wissens- und Könnensüberprüfung einschließlich umfangreicher auditiver Unterstützung in einem einheitlichen Medium. Allerdings räumen auch die Lehrkräfte ein, dass es zur Erstellung und Betreuung von Online-Kursen eines beträchtlichen zeitlichen und personellen Aufwandes bedarf. Zumindest in der Einführungsphase liegt dieser beträchtlich höher als bei herkömmlichen Präsenzkursen. Die Auswertung hat auch ergeben, dass beim weiteren Einsatz dieses Online-Kurses eine Reihe von Verbesserungen insbesondere im Bereich des Zugangs zur Technik, der Bedienerfreundlichkeit und der schnellen Rückkopplung zwischen Studierenden und Lehrkräften und erzielt werden müssen. Hierfür sollen auch Kooperationsbeziehungen mit anderen Sprachlehreinrichtungen, wie z. B. der Humboldtuniversität genutzt werden. Zudem sind im Vorfeld solcher Kurses den Studierenden gezielte Einführungen in das Lernsystem anzubieten, die die Tutorelle Betreuung mittelfristig allerdings nicht ersetzen können. Deutsch-Russisches Tandem-Projekt (D. Flischikowski) Eine auf die neue Lernerrolle abzielende Form des Fremdsprachenlernens ist die des Tandems, wobei Lerner unterschiedlicher Muttersprachen unter Einbringung ihrer kulturellen Besonderheiten jeweils die Muttersprache des anderen lernen. Dies kann sich vor Ort im direkten Kontakt vollziehen (Präsenztandem), oder aber örtlich und zeitlich versetzt in Form des E-Mail-Tandems. Im vorzustellenden Projekt wurden beide Tandemarten miteinander kombiniert. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass neben der üblichen Arbeit im Tandempaar die gesamte Gruppe der beteiligten Tandempaare gemeinsam an einem Produkt arbeitete. Es handelte sich bei den Teilnehmer/innen um 8 Studierende der Slawistik der Universität Potsdam und 8 Studierende der Germanistik der Universität Rostow am Don. Der Kotakt zu der Leiterin der russischen Studentengruppe wurde während meines Aufenthaltes in Rostow im September 1999 hergestellt. Dabei wurde der mögliche Rahmen des Projektes abgesteckt wie auch technisch-organisatorische Fragen des E-Mail-Tandems vorgeklärt. Grundsätzlich gingen wir aber davon aus, dass über den konkreten Verlauf und Inhalt des Projektes die Studierenden selbst entscheiden sollten. Die Arbeit wurde auf einer Webseite (siehe Abbildung) dokumentiert: http://www.uni-potsdam.de/u/spz/df/tandem/tandem.htm 1. Projektverlauf Das Lernprojekt erstreckte sich über 3 Semester und gliederte sich in 5 Phasen, die im Folgenden kurz beschrieben werden sollen. Projektvorphase I (WS 99/00): E-Mail-Tandem im Rahmen eines Kurses zur Entwicklung des Schreibens Die deutschen Studierenden erstellten ein Selbstporträt und formulierten ihre Vorstellungen vom Tandempartner und den Tandeminhalten. Danach wurden auf russischer Seite die jeweiligen Tandempartner zugeordnet. Nach Überwindung technischer Schwierigkeiten im Austausch von kyrillisch-lateinischen Mails bearbeiteten die Studierenden in der jeweiligen Fremdsprache Themen aus dem studentischen Leben: Beschreiben des Hochschulortes, Vergleich der Studienvoraussetzungen, -inhalte und -abläufe an der jeweiligen Hochschule, Vergleich der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Potsdam und Rostow/Don, Studienaufenthalte im Ausland, Berufsperspektiven. Die fremdsprachigen Texte wurden vom jeweiligen muttersprachlichen Partner insbesondere unter lexikalischem, grammatischem und teststilistischem Aspekt korrigiert. Im Ergebnis entstanden deutsch- und russischsprachige Interviews über den Tandempartner. Während sich die Studierenden auf diese Weise besser kennen lernten, diskutierten sie gleichzeitig mögliche Inhalte für einen Workshop an der Staatlichen Universität Rostow. Der Workshop sollte einerseits Raum für die Arbeit im Präsenztandem mit dem Tandempartner ermöglichen. Andererseits entstand die Idee, gemeinsam ein Theaterstück in deutscher Sprache zu inszenieren und aufzuführen. Projektphase 2 (SS 2000): Fortsetzen der Arbeit im kursintegrierten E-MailTandem zur Vorbereitung auf den Workshop Auf Vorschlag der russischen Studierenden diente als Vorlage für die Inszenierung der Roman „Simple Storys“ von Ingo Schulze, in denen mit Humor und Gefühl der Einschnitt der Wende in ostdeutschen Biographien dargestellt wird. Die Studierenden entschlossen sich nach dem Lesen des Romans, auf der Grundlage von 5 Kapiteln Szenen für die Aufführung zu folgenden Themenkreisen zu gestalten: Freude über die erlangte Reisefreiheit Familienzusammenführung Arbeitslosigkeit gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit vormals staatsnahen Berufen Gewaltbereitschaft und Umgang mit Gewalt im vereinigten Deutschland Das Erstellen der Textvorlage erforderte intensives Arbeiten im Tandem. Dies betraf zum einen das Verstehen der Romanvorlage, insbesondere der landeskundlichen Lexik und der in den Dialogen verwendeten umgangssprachlichen Redewendungen, zum anderen das Kürzen, Erweitern und Vereinfachen von Dialogen. Als Verknüpfung der thematisch unterschiedlich orientierten Szenen wurden russischsprachige Texte in Form von Fernsehansagen erstellt, die den historischen Hintergrund erhellten und die Zuschauer somit auf die nachfolgenden fremdsprachigen Texte einstimmten. Nach Erstellen der Textvorlage wurden die Rollen nach dem Prinzip verteilt, dass in jeder Szene russische und deutsche Studierende gemeinsam agieren und die Dialoge möglichst in den Tandempaaren erarbeitet werden können. Danach erstellten die Studierenden eine Liste der notwendigen Requisiten und machten sich Gedanken zu den Bühnenbildern. Die Kursleiterin der russischen Studentengruppe tätigte die nötigen Absprachen bezüglich Ort und Zeit der geplanten Aufführungen. Projektphase 2 (16. - 29.09.2000) Präsenztandem mit integriertem Workshop an der Universität Rostow/Don Das Präsenztandem ermöglicht im Unterschied zum E-Mail-Tandem auch die Arbeit an der gesprochenen Sprache und bringt in verstärktem Maße interkulturelle Aspekte zum Tragen. In den Tandempaaren wurde vor allem vertiefendes Rollenstudium betrieben, wobei der muttersprachige Tandempartner korrigierende Hilfe im Hinblick auf Aussprache und Intonation leistete. Der Workshop selbst diente dem szenischen Gestalten parallel in zwei Gruppen von Tandempaaren und der Zusammenführung der erarbeiteten Einzelbeiträge/-szenen in der Gruppe aller Tandempaare. Sowohl Probenplan, als auch Regie, Bühnenbild, Kostüme, Maske und Arbeit an der Atem- und Sprechtechnik lagen in der Hand der Studierenden. Die Proben umfassten ca. 60 Stunden, wobei die Arbeitssprache vorrangig Deutsch war. Es wurden drei Aufführungen veranstaltet: an der Staatlichen Universität Rostow (ca. 200 Zuschauer), in der Stadtbibliothek unterstützt durch den Deutschlehrer- Verband "Lorelei" (ca. 100 Zuschauer) und an der Pädagogischen Universität Rostow in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Kultur- und Businesszentrum-Gabi“ (ca. 160 Zuschauer). Darüber hinaus gab es ein Rahmenprogramm: Die deutschen Studierenden nahmen an 4 Vorlesungen ( je 2x2 Stunden pro Woche) zur Rolle der Medien im heutigen Russland und zur Stilistik der russischen Gegenwartssprache sowie am Deutschunterricht an Rostower Schulen teil. An den Wochenenden fanden Exkursionen mit Fachführungen nach Taganrog (Geburtsort Tschechows) und Weschenskaja (Geburtsort Scholochows) statt. Darüber hinaus gestalteten die russischen Tandempartner täglich nach den Proben und an den Wochenenden ein individuelles Rahmenprogramm wie z. B. Besuche des „Tjus“- oder des Gorki-Theaters, des Gebietsmuseums, des Studentenklubs u.ä.. Die verabredete Verständigungssprache war hier vor allem Russisch. Noch während ihres Aufenthaltes in Rostow verständigten sich die Studierenden über die Weiterführung des Projektes und zwar mit der Vorbereitung einer russischsprachigen Theateraufführung in Potsdam. Ausgewählt wurde „Der Drache“ von Jewgenij Schwarz. Projektphase 3: WS 2000/2001 - E-Mail-Tandem zur Vorbereitung auf den Workshop (entspricht Projektphase 1) Auf der Grundlage des russischsprachigen Textes wurde im Wesentlichen durch sinngerechtes Kürzen, aber auch durch Paraphrasieren und Ersetzen nicht rezipierbarer Lexik eine für die geplante Aufführung vor fremdsprachigem Publikum geeignete Textvorlage erarbeitet. Dazu wurde eine sprachliche und inhaltliche Analyse des Textes unter historischem und aktuellem Gesichtspunkt durchgeführt. Die Verteilung der Rollen erfolgte wiederum nach dem Prinzip, dass in jeder Szene und möglichst auch in den Hauptdialogen russische und deutsche Studierende gemeinsam agieren und es beginnt das Rollenstudium. Die Kursleiterin der deutschen Studentengruppe tätigte die nötigen Absprachen bezüglich Ort und Zeit der geplanten Aufführungen. Projektphase 4 (27.04.-13.05.2001): Präsenztandem mit integriertem Workshop an der Universität Potsdam Das Präsenztandem mit integriertem Workshop an der Universität Potsdam bildete die letzte Phase des Lernprojekts und stellte gewissermaßen das Pendant zur Projektphase 2 dar. Die Inszenierung förderte eine kreative Auseinandersetzung mit den Texten und eröffnete Akteuren wie auch Rezipienten der Vorstellung eine besondere interkulturelle Dimension. Das Präsenztandem bot darüber hinaus die Möglichkeit, intensiv an der gesprochenen Sprache zu arbeiten und brachte in verstärktem Maße interkulturelle Aspekte zum Tragen. Es wurden zwei Aufführungen durchgeführt: an der Universität Potsdam vor Studierenden und Lehrkräften der Slavistik und anderer Fakultäten sowie vor Schülerinnen und Schülern Potsdams und im „Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur“ Berlin vor Berliner Studierenden und Schülern sowie an Russisch Interessierten. Auch diesmal gab es ein gemeinsames Rahmenprogramm, das sowohl Ausbildungselemente für die russischen Studierenden als auch gemeinsame Exkursionen nach Berlin, Dresden und Weimar sowie Theaterbesuche enthielt. Darüber hinaus gestalteten die deutschen Studierenden ein individuelles Rahmenprogramm wie z. B. Theater- und Museumsbesuche in Potsdam und Berlin, Parkführungen in Sanssouci und Babelsberg, Besuch der Russischen Kolonie in Potsdam u. ä. Finanziert wurden die Workshops in Rostow und Potsdam mit Unterstützung des DAAD und des Studentenwerks Potsdam. 2. Projektergebnisse Das Projekt erbrachte positive Effekte in drei Bereichen: Es hat das selbständige Arbeiten an und mit der Fremdsprache bei allen Studierenden gefördert. Mit der Entscheidung für die gemeinsame Inszenierung von Theateraufführungen haben sich die Studierenden ein enormes Arbeitspensum auferlegt, dass sie jedoch in echter Teamarbeit gemeistert haben. Als Vorteil hat sich einmal mehr erwiesen, dass in diese Art Projekte, die ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erfordern, alle Teilnehmenden mit ihren individuellen Stärken einbringen können. Die Anerkennung der anderen dafür beflügelt insbesondere sprachlich schwächere Studierende, auch hier über sich hinaus zu wachsen und mehr Energie in die Verbesserung ihrer sprachlichen Kompetenz zu investieren, als dies in traditionellen Kursen der fall ist. Im Ergebnis davon hat das Projekt bei den deutschen wie russischen Studierenden zu einem erheblichen Zuwachs an lexikalischem Wissen, sprachlicher Korrektheit und kommunikativer Aktivität geführt. Nie zuvor hatten sie Gelegenheit in der Fremdsprache so unterschiedliche kommunikative Situationen rezeptiv wie produktiv zu bewältigen und dabei ein Feedback von einem Muttersprachler, der korrigiert und hilft, zu bekommen. Nicht zuletzt hat das Projekt auch zur Förderung des wechselseitigen besseren Verständnisses zwischen Deutschen und Russen beigetragen. Da die Studierenden bei ihren jeweiligen Tandempartnern untergebracht und die Workshops mit einem intensiven Arbeitsaufwand verbunden waren, hatten die Studierenden ausreichend Gelegenheit, sich sowohl in der Arbeit als auch in der Freizeit persönlich kennen zu lernen. Ihr offener, auch kritischer Umgang miteinander war ganz sicher eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Projektes. Literatur Brammerts, Helmut, Language Learning in tandem bibliography: (all important works on tandem learning): http://www.slf.ruhr-uni-bochum.de/learning/tanbib.html Brammerts, Helmut,/Kleppin, K., (Eds.), Selbstgesteuertes Lernen im Tandem: Ein Handbuch, Tübingen: Stauffenburg 2001 Kommission der europäischen Gemeinschaften. Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen : Memorandum über lebenslanges Lernen. Brüssel, 2000. Little, David: Learner Autonomy 1: Definitions, issues and problems. Dublin 1991. Rüschoff, B., Wolff, D.: Fremdsprachenlernen in der Wissensgesellschaft: zum Einsatz der neuen Technologien in Schule und Unterricht. 1. Aufl. – Ismaning : Hueber, 1999. Tschirner, E., Funk, H. Koenig, M. (Hrsg): Deutsch als Fremdsprache : Schnittstellen: Lehrwerke zwischen alten und neuen Medien. 1. Aufl. – Cornelsen Verlag, Berlin, 2000.