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Zusammenfassung Neuroanatomie HS 19 VORLESUNG 1

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Chiara Halbheer
Zusammenfassung Neuroanatomie
Vorlesung 1/Rückenmark & Hirnstamm
Zentrales und Peripheres Nervensystem
Das zentrale Nervensystem auch ZNS genannt beinhaltet das Gehirn (im knöchernen Schädel) sowie
das Rückenmark (im knöchernen Wirbelkanal). Das periphere Nervensystem auch PNS genannt
umfasst die Hirnnerven die Spinalnerven. Wenn ich von jemanden berührt werde, nimmt ein
Hautrezeptor (Sinnesrezeptor) auf meiner Hand den Reiz wahr und leitet ihn zum Peripheren Nerv.
Von dort wird er ins Rückenmark & Hirnstamm geleitet. Der Reiz geht weiter zum Kerngebiet im
Zwischenhirn (Thalamus) und von dort in die Grosshirnrinde (Cortex).
Zentrales Nervensystem (ZNS)
Das Gehirn liegt geschützt im knöchernen Schädel, das Rückenmark hingegen liegt geschützt im
knöchernen Wirbelkanal. Gehirn & Rückenmark sind umgeben von jeweils drei Hirn- bzw.
Rückenmarkshäuten und der Hirnrückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Dieser hat eine
Pufferfunktion.
Aufbau einer Nervenzelle (Neuron)
Die Nervenzelle ist eine spezialisierte Zelle, welche für die Reizaufnahme, sowie die Weitergabe &
Verarbeitung von Nervenimpulsen zuständig ist. Die Dendriten sind für die Signalaufnahme
zuständig. Meistens sind mehrere Dendriten vorhanden, welche einen Dendritenbaum bilden.
Der Nervenzellkörper (Soma) beinhaltet den Zellkern mit den Organellen (Golgi-Apparat,
Mitochondrien, ER=Nissl-Schollen, Zytoskelett...).
Das Axon ist für die Signalleitung zuständig. Es gibt nur ein Axon. Ein Axon mit der Gliahülle nennt
man Nervenfaser.
Die Myelinscheide um das Axon dienen zur Isolierung und bestimmen die Leitgeschwindigkeit. Die
Myelinscheiden werden durch Gliazellen gebildet. Im PNS durch die Schwann-Zellen und im ZNS
durch die Oligodendrozyten.
Die Synapsen sind für die Signalübertragung auf andere Nervenzellen, Muskelzellen oder
Drüsenzellen zuständig. Man unterscheidet zwischen Chemischen Synapsen (hemmende &
erregende Neurotransmitter) sowie elektrischen Synapsen (gap junctions).
Eine Nervenzelle hat komplexe Verschaltung. Sie kann sich somit auch selbst erregen!
Gliazellen
Gliazellen sind entscheidend für das normale Funktionieren der Nervenzelle. Sie dienen als
Stützfunktion, zum Stofftransport, Ionentransport, Markscheidenbildner sowie zur Abwehrfunktion.
Chiara Halbheer
Synapse
Die Synapsen führen die Signalübertragung an der chemischen Synapse durch
hemmende (inhibitorische) oder erregende (exzitatorische) Neurotransmitter &
Neuromodulatoren durch. Es gibt auch noch elektrische Synapsen, welche sehr schnell
funktionieren. Diese kommen aber eher selten vor (beispielweise im Auge).
Neurotransmitter
Acetylcholin (erregend), Adrenalin (hemmend und erregend),
Noradrenalin (hemmend und erregend), Dopamin (hemmend),
Serotonin (hemmend und erregend), Gamma-Amino-Buttersäure (hemmend),
Glutamat (erregend), Substanz P (erregend), Endorphine (hemmend).
Klassifizierung von Nervenzellen
Morphologisch
erregend
hemmend
-Unipolare Nervenzellen haben einen Fortsatz (Zellkörper hat keine Dendriten), beispielsweise
Photorezeptoren
-Bipolare Neuronen haben zwei Fortsätze, der eine Fortsatz fungiert als Dendrit, der andere als Axon
mit sensorischem Rezeptor (ohne klassische Synapsen). Der Zellkörper liegt zwischen den Fortsätzen.
Diese kommen meist in Retina fort.
-Pseudounipolare Neuronen besitzen zwei Fortsätze wobei diese fusionieren. Der periphere Fortsatz
nimmt Signal auf, der zentrale Fortsatz leitet Signal Richtung ZNS. Zellkörper ist ein Anhang des einen
Fortsatzes. Die Fortsätze besitzen Synapsen und Dendriten.
-Multipolare Nervenzellen kommen sehr oft vor, sie besitzen ein Axon und ein Dendritenbaum.
Funktionell
-Sensorische und sensible Neurone (afferente Neurone) wandeln physikalische oder chemische Reize
in elektrische Signale um und leiten diese ans ZNS (Beispiel vom Hautepithel zum Gehirn). meist
pseudounipolare Neurone
-Motorische Neurone (efferente Neurone) leiten Signale in umgekehrte Richtung für die Steuerung
der Willkürmuskulatur, glatter Muskulatur & Drüsenzellen. meist multipolare Neurone
-Neurosekretorische Zellen geben Transmitter in den Blutstrom ab
-Interneurone verbinden Neurone untereinander (lokale Interneurone: kurze Axone, in lokale
Schaltkreise eingeschaltet z.B im Rückenmark zur Verschaltung; Projektionsinterneurone: lange
Axone, projizieren in räumlich entfernte Hirnareale.)
Chiara Halbheer
Afferente Bahnen der Somatosensibilität & Viszerosensibilität
Sinnesrezeptoren in der Haut: Mechano-, Thermo- und Nozizrezeptoren
Sinnesrezeptoren in Gelenken & Muskulatur: Propriozeptoren
Sinnesrezeptoren in Eingeweiden z.B Harnblase: Dehnungsrezeptoren
Sinnesrezeptoren in Blutgefässen: Druck- und Chemorezeptoren
Somatosensible Nervenfasern
Somatisches NS
Viszerosensible Nervenfasern
Vegetatives NS
(Autonomes, Viszerales)
Viszerosensibilität
Viszerosensibilität ist die Wahrnehmung von mechanischen, thermischen und chemischen Reizen aus
Brust-, Bauch- und Beckenorganen. Man spricht auch von der Interozeption (Wahrnehmung der
inneren Vorgänge, des Körperinneren). Beispielsweise detektieren Barorezeptoren an der sinus
caroticus (Mechanorezeptoren) den Blutdruck in den Gefässen. Chemorezeptoren (Glomuszellen) an
der Glomus caroticum messen den Sauerstoffpartialdruck in den Gefässen.
Somatosensibilität
Die Somatosensibilität ist die Wahrnehmung von Körperlage- und -bewegung im Raum
(Tiefenwahrnehmung). Man spricht auch von der Propriozeption (Eigenwahrnehmung). Es befinden
sich Rezeptoren in der Gelenkkapsel, Sehnen und der Muskulatur. Beispiele sind die Muskelspindel
oder das Golgi-Sehnenorgan. Diese Vorgänge gehören zur Interozeption, da sie zur Wahrnehmung
des Körperinneren zählen.
Es gibt auch somatosensible Vorgänge im Körperäussern (Exterozeption). Dabei nehmen
Hautrezeptoren Temperatur, Schmerz, Vibration, Druck und Berührung wahr.
Desweiteren existieren exterorezeptive Vorgänge bei denen Sinnesorgane Umweltreize
wahrnehmen. Zu den Sinnesorgangen gehört das Gehör (Auditorisches System), das Gleichgewicht
(Vestibuläres System), der Sehsinn (Visuelles System), der Geschmacksinn (Gustatorisches System),
der Geruchsinn (Olfaktorisches System) sowie der Tastsinn (Somatosensibles System).
-Mechanorezeptoren haben eine freie Nervenendigungen mit einer Bindegewebskapsel. Sie besitzen
ein myelinisiertes Axon wobei die Reizleitung rasch verläuft.
-Nozizrezeptoren & Thermorezeptoren haben eine freie Nervenendigung ohne Bindegewebskapsel
Das Axon ist nicht myelinisiert und die Reizleitung erfolgt deshalb langsamer.
Primäre Sinneszellen (spezialisierte Zelle für Reizaufnahme und DIREKTE Weiterleitung
-Haarzellen im vestibulären System (in Bogengängen des Ohres) haben eine spezialisierte
Rezeptorzelle mit einem synaptischen Vesikel sowie einer Synapse. Das Axon ist myelinisiert und die
Reizleitung erfolgt rasch.
Sekundäre Sinneszellen (spezialisierte Zelle für Reizaufnahme, bildet Synapse mit dem ersten
Neuron der afferenten Bahn)
Chiara Halbheer
Rückenmark (Medulla spinalis)
Das Rückenmark auch Medulla spinalis genannt ist circa Kleinfinger dick und ist beim Erwachsenen
circa 40-45 cm lang. Es reicht von der Hinterhauptsöffnung bis in die Höhe der 1./2. Lendenwirbel.
Das Rückenmark endet mit einem dünnen Endausläufer genannt Filum terminale. Ebenfalls weist es
eine Segmentgliederung auf (8 Cervicalsegmente (ABER 7 Halswirbel), 12 Thoracalsegmente,
5 Lumbalsegmente, 5 Sacralsegmente, 1-3 Coccygealsegmente). Jedem Segment ist ein
Spinalnervenpaar zugeordnet. Die unteren Spinalnerven sind lang ausgezogen und werden als
Pferdeschweif (Cauda equina) bezeichnet. Das Rückenmark bleibt in der Entwicklung hinter dem
Wachstum der Wirbelsäule zurück. Dies führt zur Ausbildung des Filum terminale & der Cauda
equina. Die Wirbelsäule wächst in der Embryonalphase weiter, das RM jedoch nicht.
Querschnitt durch Cervicalsegment
Begriffserklärungen:
Radix: Wurzel
Ramus: Ast
anterior, ventral: vorne
posterior, dorsal: hinten
Fissura: Einschnitt
Sulcus: Rinne
Ganglion: Nervenansammlung
Spinalganglion
Ein Spinalganglion ist eine Nervenzellkörperansammlung der afferenten Nerven und liegt in der
Hinterwurzel der Spinalnerven. Es ist circa 5-8 mm gross. Der Nervenzellkörper liegt im also im
Spinalganglion. Die Hand besitzt ein sehr langer Nerv, der Nervenzellkörper liegt also nahe beim
Rückenmark (hintere Wurzel) im Spinalganglion.
Chiara Halbheer
Graue & Weisse Substanz im Gehirn
Die graue Substanz auch Substantia grisea genannt enthält Ansammlungen von Nervenzellkörper
(Ganglion) mit Dendriten und Gliazellen. Im Rückenmark wird sie als Kernsäule (Columna)
bezeichnet. Im Hirnstamm sind klar abgrenzbare Kerngebiete zum Beispiel der rote Kern (Nucleus
ruber), die schwarze Substanz (substantia nigra), Brückenkerne (Nuclei pontis), untere Olivenkern
(Nucleus olivaris inferior), Hirnnervenkerne 3-7 sowie auch Netzwerke von Kerngruppen (Formatico
reticularisdiffus verteilte Kerne, die netzartig miteinander verbunden sind).
Die weisse Substanz auch Substantia Alba genannt enthält auf- und absteigende Nervenfaserbahnen
und besteht aus unterschiedlich stark myelinisierten Axonen. Im ZNS werden Nervenfaserbündel als
Bahn, Strang oder Schleifenbahn bezeichnet. Im PNS nennt man sie peripherer Nerv.
Begriffserklärungen:
Kern: Nucleus
Säule: Columna
Strang: Funiculus
Schleifenbahn: Lemniscus
Bahn: Tractus
Faserbündel: Fasciculus
Im Rückenmark befindet sich die weisse Substanz aussen & die graue Substanz innen. Im Hirn ist es
gerade umgekehrt. Die weisse Substanz befindet sich innen & die graue aussen.
Graue & Weisse Substanz im Rückenmark
Zur weissen Substanz im Rückenmark gehören die längsgerichteten Stränge (Funiculi). Die
längsgerichteten Stränge sind der Vorderstrang (Funiculus anterior), der Seitenstrang (Funiculus
lateralis) sowie der Hinterstrang (Funiculus posterior).
Der Funiculus anterior enthält auf- und absteigende Faserbahnen. Der Funiculus lateralis enthält aufund absteigende Faserbahnen sowie Kleinhirnbahnen. Der Funiculus posterior enthält Aufsteigende
Faserbahnen. Die Aufsteigenden Bahnen sind sensible Bahnen, die absteigenden Bahnen sind
motorische Bahnen.
Ebenfalls gibt es um die graue Substanz herum noch dünne Faserstränge. Diese bezeichnet man als
Eigenapparat. Sie dienen zur Kontrolle von spinalen Reflexen und Automatismen.
Chiara Halbheer
Zur grauen Substanz im Rückenmark gehören die Längsgerichteten Säulen (Columnae). Dies ist zum
einen das Vorderhorn (Cornu anterius), das Seitenhorn (Cornu lateralis) sowie das Hinterhorn (Cornu
posterior).
Das Cornu anterius enthält die somatomotorischen Motoneurone. Diese dienen zur Ansteuerung der
Skelettmuskulatur. Das Cornu lateralis enthält Neuronen des Parasympathikus sowie des Sympatikus.
Diese gehören zum viszeralen/autonomen NS & sind für die Ansteuerung der glatten Muskulatur, der
Eingeweide, der Gefässe & der Drüsen zuständig. Das cornu posterior enthält die Umschaltstationen
für die sensiblen Neurone. Diese Umschaltstationen dienen zur Verschaltung bestimmter
somatosensibler- und viszerosensibler Bahnen u.a auch zum Cerebellum.
Reflexe
Man unterscheidet zwischen Fremd- und Eigenreflexen. Bei Eigenreflexen erfolgt eine direkte
Verschaltung von der Hinterwurzel durch ein alpha-Motoneuron auf die Vorderwurzel. Der
Kniesehnenreflex ist ein Eigenreflex. Beim Fremdreflex erfolgt die Verschaltung durch Interneurone.
Das Empfangs- und Zielorgan sind nicht die gleichen.
Chiara Halbheer
Afferente Bahnen im Rückenmark
Beschreibung des feinen Tast- und Berührungssinnes sowie der Tiefensensibilität
(Propriozeption):
Die Nervenfasern treten über die Hinterwurzel (radix posterior) in das RM ein. Sie
verlaufen auf derselben Seite in den Hinterstrangbahnen des RM. Die Fasern schalten in
den Kerngebieten des verlängerten Marks auf das 2. Neuron.
Beschreibung des Schmerz- und Temperaturempfinden sowie des groben Tast- und
Berührungssinnes:
Die Nervenfasern treten über die Hinterwurzel (radix posterior) in das RM ein. Im
Hinterhorn derselben Seite erfolgt die Umschaltung auf das zweite Neuron. Die Fasern
kreuzen die Gegenseite und verlaufen kontralateral in den Vorderseitenstrangbahnen des
RM.
Der Unterschied zwischen dem feinen Tast- und Berührsinn sowie der Schmerz- und
Temperaturempfindung ist also, dass Schmerz und Temperatur schon im Hinterhorn umgeschalten
werden und dann zur Gegenseite kreuzen und in den Vorderstrangbahnen des RM weiterverlaufen.
Feiner Tast- und Berührungssinn wird erst in der Medulla oblongata umgeschaltet.
Beschreibung der unbewussten Propriozeption:
Infos von Muskelspindeln, Sehnenorganen und Gelenkrezeptoren erreichen das Cerebellum über die
Kleinhirnstiele. Diese nennt man Pedunculi cerebelli. Es gibt drei verschiedene Kleinhirnstiele. Der
obere, der mittlere sowie der untere Kleinhirnstiel. Kleinhirnbahnen
Kleinhirn von lateral
Chiara Halbheer
Hirnstamm mit Mesencephalon, Pons und medulla oblongata
Abbildungen siehe Sobotta Lernkarten Neuroanatomie
Ergänzungen:
-Hirnstamm: Im Hirnstamm befinden sich die Ein- und Austrittsstellen der Hirnnerven 3 bis 7.
- Mesencephalon: Im oberen Hügel (colliculi superiores) der Vierhügelplatte (Lamina quadrigemina)
befindet sich das visuelle Reflexzentrum, im unteren Hügel (colliculi inferiores) der Vierhügelplatte
findet die Verarbeitung von akustischen Informationen statt & es befinden sich Teile der Hörbahn.
-Pons: Im Pons (Brücke) befindet sich eine Furche für die Arteria basilaris. Diese ist in Ventralansicht
sichtbar.
-Pons: In der Fossa rhomboidea (Pons) befinden sich Verwölbungen. Diese sind hervorgerufen durch
die Kerngebiete der Hirnnerven. Ebenfalls befindet sich Liquor in der fossa rhomboidea.
-Pons: Oberhalb des Ponses gehen zwei grosse Stiele weg. Es sind die Pedunculi cerebri, welche ins
Grosshirn führen (Grosshirnstiele).
Querschnitte durch Mesencephalon, Pons und medulla oblongata
Blaue Pfeile zeigen auf die Lage der aufsteigenden Bahnen
Querschnitt durch Mesencephalon
Querschnitt durch Pons
Querschnitt durch medulla oblongata
Begriffserklärungen:
Cerebri: auf das Grosshirn bezogen
Cerebellaris: auf das Kleinhirn bezogen
Superior: Oben
Inferior: Unten
Colliculi: kleine Hügel
Colliculus: Kleiner Hügel
Fasciculus: Faserbund
Tuberculum: Kleine Höcker
Fasciulus gracilis & cuneatus = Faserbündel
Lemniscus: Schleife, Band Schleifenbahn
Lemnisci: Schleifenbahnen
Funiculus: Strang
Chiara Halbheer
Medulla oblongata
n
Nach den Faserbündel (fasciculus gracilis und fasciulus cuneatus) kommen die kleinen Höcker
(tuberculum cuneatus und tuberculum gracilis). Nach den Höckern kommt gleich die Fossa
rhomboidea.
Afferente Bahnen im Hirnstamm
-Vorderstrangbahnen: Schmerz- und Temperaturempfindung, grobe Druck- und Tastempfindung
-Hinterstrangbahnen: Feiner Tast- und Berührungssinn, Tiefensensibilität
-Sensibilität Kopf: 3 Nerven führen sensible Empfindungen aus der Gesichtsregion (Haut, Schleimhaut
und Zähne) und bilden zusammen den Nervus trigeminus. Der Nervus trigeminus ist der 5. Hirnnerv.
Die Nervenzellkörper des nervus trigeminus liegen am Ganglion trigeminale. Der 5. Hirnnerv tritt am
Pons in den Hirnstamm ein. Im Hirnstamm liegen dann 3 sensible Kerngebiete. Diese 3 sensiblen
Kerngebiete dienen zur Berührungs- und Druckempfindung, zur Schmerz- und
Temperaturempfindung sowie zur Propriozeption der Kaumuskulatur. Als Lemniscus trigeminalis
führt der nervus trigeminus zum Thalamus und dann zum Cortex. Sein motorisches Kerngebiet liegt
im Hirnstamm (vorallem Kaumuskulatur). Motorisch: Kaumuskulatur, Sensibel: Zähne.
Austritt 5. Hirnnerv
Chiara Halbheer
-Lemniscus spinalis (Schmerzbahn): Bei der Schmerzbahn zweigen Fasern zu Hirnstammzentren ab.
Unter anderem zweigen diese Fasern zur formatio reticularis (Die formatio reticularis ist zuständig für
das Auslösen reflektorisch körperlicher Reaktionen) und zum periaquäductalem Grau (Aktivierung
absteigender schmerzmodulierender Bahnen) = PAG  ab. Via Thalamus gelangen Fasern dann zum
Cortex. Einerseits gelangen sie im Cortex zum limbischen System (Bewertung des Schmerzes) und
anderseits gelangen sie zum somatosensiblen Cortex (Lokalisation des Schmerzes).
Absteigende hemmende Schmerzbahnen gehen vom PAG aus. Sie verlaufen wie Kerngebiete im
Hirnstamm zu den Raphkernen (Seretonin-produzierende Hormone) und zum Locus coeruleus
(Noradrenalin-produzierende Neurone).  Die absteigenden hemmenden Schmerzbahnen enden
entweder direkt oder indirekt am 2.Neuron der Schmerzbahn im RM und hemmen damit die
Schmerzweiterleitung.
Absteigende hemmende Schmerzbahnen
Zusammenfassung Afferente Bahnen (RM, Hirnstamm, Zwischenhirn und Cortex)
Chiara Halbheer
Formatio reticularis
Was ist die Formatio reticularis:
Die Formatio reticularis (retikuläres Netzwerk) sind diffus, im gesamten Hirnstamm liegende
Neuronengruppen, die netzartig miteinander verbunden sind. Man unterteilt sie in mediane, mediale
und laterale Zonen. Das retikuläre Netzwerk ist ein wichtiges Integrationszentrum für zum Teil
lebenswichtige Funktionen. Die Neurone sind in Netzwerke und Verschaltungen eingebunden, die
vitale Funktionen aufrechterhalten und an der Kontrolle von Motorik und Sensorik beteiligt sind.
Wichtige Zentren in der formatio reticularis sind das Weckzentrum (ARAS). Es dient zur
Aktivitätssteigerung des Cortexes und erhöht somit die Aufmerksamkeit & die Wahrnehmung. Das
Miktionszentrum ist zuständig für die Regulation der Harnblasenentleerung. Es steht unter Einfluss
des Grosshirnes. Das Brechzentrum antwortet auf bestimmte Reize mit der Aktivierung des
Reflexbogens für das Erbrechen. Das Motorische Zentrum beeinflusst den Muskeltonus der
Extremitäten & des Rumpfes. Das Atemzentrum koordiniert den Atemreflex und den Hustenreflex.
Das Kreislaufzentrum reguliert den Blutdruck und die Herzaktivität. Das Blickzentrum koordiniert die
Augenmuskeln sowie die horizontale und vertikale Blickbewegungen. Das periaquaduktale Grau ist
für die Schmerzmodulation zuständig.
Chiara Halbheer
Formatio reticularis – Blickzentrum
Allgemeines
Die Formatio reticularis enthält das mesencephalone Feld für vertikale Blickrichtungen und das
pontine Feld für horizontale Blickbewegungen. Ebenfalls werden durch das Blickzentrum im
retikulären Netzwerk die Augenmuskelkerne gesteuert. 3. Hirnnerv obere Kerne Nervus
oculomotorius. 4. Hirnnerv untere Kerne Nervus trochlearis. 6. Hirnnerv Nervus abducens
Der fasciculus longitudinalis medialis = mediales Längsbündel ist eine Verbindungsbahn im
Hirnstamm zwischen den Augenmuskelkernen, den Vestibularkernen, den motorischen
Hirnnervenkernen und der Verschaltung des vestibulo-okulären Reflexes.
Augenbewegungen
Augenfolgebewegungen dienen zur Erfassung eines sich bewegenden Objektes. Sakkaden sind
schnelle ruckartige Augenbewegungen. Beide Augen werden von einem Fixpunkt zum nächsten
geführt. Sakkaden werden beispielsweise beim Erfassen eines neuen Objektes angewendet. In die
Koordination dieser Bewegungen sind vorallem visuelle Reflexe eingeschaltet: Colliculi superiores
obere Hügel. Bei den Sakkaden unterscheidet man zwischen willkürlichen und reflektorischen
Sakkaden. Die willkürlichen Sakkaden werden im frontalen Augenfeld des Cortexes geplant. Der Plan
wird dann vom frontalen Augenfeld direkt zu den Blickzentren der formatio reticularis geleitet.
Reflektorische Sakkaden treten bei Geräuschen, Berührungen im RM und bei sich im Gesichtsfeld
bewegenden Objekten auf. Schädigungen der colliculi superiores haben keine Bildausfälle, sondern
Ausfälle der reflektorischen Augenbewegungen zur Folge.
Formatio reticularis – Weckzentrum
Das Weckzentrum wird auch ARAS genannt. ARAS ist die Abkürzung für Aszendierendes retikuläres
aktivierendes System. Die Formatio reticularis sendet aufsteigende (aszendierende) Projektionen
zum Thalamus, Hypothalamus und zu den Cortexarealen. Diese Projektionen können den Cortex
unspezifisch erregen und bewirken den Zustand von Wachheit & Aufmerksamkeit sowie die
Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus. Beteiligte Kerngruppen dieses Weckzentrums im Hirnstamm
sind cholinerge Kerne im Pons, noradrenergene Kerngebiete des Locus coeruleus = bläulicher Kern
sowie seretonerge Kerngebiete der Raphkerne. Die Formatio reticularis enthält Zuflüsse aus
optischen, olfaktorischen und sensiblen Bahnen. Ebenfalls enthält sie auch Zuflüsse aus den
Chiara Halbheer
Cochlearis und Vestibularkernen. Eine Schädigung des ARAS z.B durch einen Tumor oder eine
Blutung, führt zu Störungen des Bewusstseins bis zur Bewusstlosigkeit.
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