Libretto - mathias steinauer

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KEYNER NIT
op.20
© mathias steinauer 2005-2010
Ein traumhaftes Opern-Scherzo in Form eines Gelages - Kammeroper in 5 Akten
1. AKT
VORSPANN: HORS-D’OEUVRES 1
(aber zuerst noch: „Il destino della forza“)
1. Parade I: Hochzeitsfest, Auszug, Umherirren und Einzug des Gefolges
Taschenouvertüre 1 und Lamento (bei geschlossenem Vorhang)
sichtbar: Marionetten, Frater (FK), Dörfler (inkl. Migone); unsichtbar: Marconte (MA), Varginia (VA)
Vorhang auf! Abenddämmerung, man erkennt rechts das Modell der Burg und dann erscheinen die
Marionetten: Marionettenparade: von links, langsam, alle sind erschöpft (alle ausser Varginia sind
ausgemergelt) und staubig. Zuerst sieht man Ulfredo und Manfredo (fast feminin dekorierte
Hauptleute) und ein paar Schwytzerische, dann eine Karozze, von den Soldaten mühsam über
steinigen Grund gezogen. - Einzelne, dann immer mehr Köpfe der Dörfler kommen hervor. Sie
schauen in die Richtung wo die Parade herkommt. - Nun schleppt sich auch Frater Kapuzo und
wenige weitere Soldaten (einer mit Kochgerät) ins Blickfeld (alles eher armselig und ohne Pferde). Der
Zug gerät ins stocken und steht schliesslich still. Alles schweigt: die Dörfler aus Furcht und Respekt,
der Marionetten-Hochzeitszug aus Erschöpfung und Hunger. Da drängt sich Frater Kapuzo vor, nimmt
alle seine Kräfte zusammen und verkündet:
2. Der Frater verkündet I (Der Zug steht still)
Frater (FK), 5 Dörfler (inkl. Migone): 3 Soprane, Altus, Bariton (mit dem Rücken zum Publikum)
FK: „Arrivatus est: dominus Belloculus, Belloculus, Belloculus, Belloculus...“
Dörfler: „Belloculus, Belloculus“
FK: „...de Cagalanza, Marconte de Tripalle! Cum comites suo! Cum exercitio suo!
Prendendo castellum a Tres Testiculis. Destinatum sicut bene dotalis, infolge nuptiae...“
3. Liebesduett I
als Marionetten: Marconte (MA), Varginia (VA)
Zeitstillstand und Lichtfocus auf die Karozze, welche sich dreht, das Dach klappt auf, man sieht
hinein.
VA: „Darff ich Dich daran herinnern, dasz mich ungeheuerlich drücket meyne
Jungfrauenschafft?“
MA: „Herrinnere mich an was du willst.“
VA: „Es macht mir keyne Freudte nicht, Dich überhaupt an etwas zu herinnern. Eher
schon würdt es mich freuen, wenn Du mich ryttest.“
MA: „In eyner Karrozz kann mann nicht reytthen.“
VA: „Mann könnts, mit ein bisgen Geschücklichkeyth und guten Willen!“
Ende des Zeitstillstands und des Lichtfocus auf die Karozze. Diese dreht sich zurück in die normale
Position, das Dach klappt zu. Und während der Frater seine Verkündigung fortstzt, nimmt die Parade
ihren weiteren Verlauf. So verschwinden alle Marionetten in der Burg.
4. Der Frater verkündet II
Frater (FK), 5 Dörfler (inkl. Migone): 3 Soprane, Altus, Bariton (mit dem Rücken zum Publikum)
FK: „...nuptiae cum Donna Varginia, figlia de rege a Monscaccatus.“
4 Dörfler: „Monscaccatus , Monscaccatus, aaaa...“
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FK: „Secundum constitutio feudis. Darin eingeschlossen...“
5. Dörfler: „mäh, i-a...“
FK: „...all seyne Kastelle et Prachtländtereyen, sowie jeglichtes darauf lebende
Gethier,et alle Personas! Amen!“
4 Dörfler: „...aaaaaa-men
Die Dämmerung geht über in Dunkelheit. Die Parade ist in der Burg verschwunden....und auch Frater
Kapuzo (Marionette und echt) geht ab. Dunkelheit. Die Dörfler verschwinden kaum merklich. Der Mond
geht auf.........Stille und Fledermäuse.
Migones Kopfoberteil und Arme erscheinen undeutlich hinter, bzw. über der Burg.
Kurz darauf werden auch die Hände der Dörfler in einer Linie( von rechts nach links bis zum
Bühnenrand) sichtbar.
5. Parade II: Auszug des Gethiers Taschenouvertüre 2
Dörfler (stumm, inkl. Migone),Tierfiguren
Mondschein. Kaum sichtbar: Migone nimmt die Tiere (Esel, Schweine, Kühe, Geflügel, ...) einzeln und
von oben aus demvom Publikum nicht ganz einsehbaren Burghof und reicht sie vorsichtig der
nächsten Hand weiter. Jede Hand reicht so die Tiere einzeln von Hand zu Hand weiter - oder lässt
ab und an ein Tier heimlich verschwinden.
6. Liebesduett II
unsichtbar im Dunkeln: Marconte (MA), Varginia (VA)
MA: „Schläfst du, Gattin meyn?“
Rasch werdenvon Migone und den Dörflern die restlichen Tiere heimlich zumVerschwinden gebracht.
Dann verschwinden auch alle Hände und Köpfe.
VA: „In Vermangelung von Besserem.“
MA: „Wem vermangelt hier wasz? Ein Lehen versprach mir dein Vater, der König,
kein armselig Landt voll Noth und Elendt!“
Langsam geht der Mond unter...
VA: „Ein Rytter weigert sich nicht, seyne ihm frisch anvermählte Brautt zu reytten! Ein
Rytther war Herr Tristan von der Tafelrundte...“
MA: „...alberne Geschichten...“
VA: „Schlaffemer?“
MA: „Schlaffemer.“
7. Liebesduett III
unsichtbar im Dunkeln: Ulfredo (ULF) und Manfredo (MAN)
Nun sind alleTiere, Migone und die Hände verschwunden. Nacht, kein Mondschein, letztes
Getrappel in der Ferne, Fledermäuse. Der Vorhang will aufgehen, stoppt jedoch abrupt, da man
das Gestöhn von Ulfredo und Manfredo vernimmt, und geht verschämt wieder zu, während sich
Ulfredo und Manfredo dem Höhepunkt annähern und erreichen...
ULF: „Dammiltuocu...“
MAN: „Ulfredo...“
ULF: „presto...“
MAN: „vorrei...“
ULF: „sonforte...“
MAN: „seiforte...“
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ULF: „presto, presto, presto...“
MAN: „vieni Ulfredo...“
ULF: „Manfredo..“.
MAN: „vieni, vieni, vieni Ulfredo, Ulfredo, Ulfredo...“
ULF: „Manfredo, Manfredo, Manfredo...“
Danach wieder Stille, Nacht... Nun geht der Vorhang zügig auf!
VORSPIEL: HORS-D’OEUVRES 2
8. Liebesduett IV
Marconte, edel und schmutzig (MA); Junges Mädgen, arm und schmutzig (JM); Migone (stumm), Hund
(stumm); 3 schwarze Vögel (Traumbilder - hier noch stumm, später singend und „tanzend“: anfänglich
Bestandteil des Bühnenbildes, als Mauer, Sträucher, Feigenbaum, Steine... später erkennbar als
Vögel...)
Vor den Mauern der Purg, ein verwahrloster Feygenbaum. Morgengrauen, aber fast gänzliche
Dunkelheit. Das Junge Mädgen pflückt Feygen. Plötzlich hört man, wie einem Hahn der Hals
umgedreht wird. Das Junge Mädgen erschrickt und starrt in die Dunkelheit. Der Marconte, in einen
weythen Manthel gehüllt, den soeben gestohlenen toten Hahn in der Hand, schleycht hastig auf
Zehenspitzen heran und trifft auf das erstarrte Junge Mädgen mit Korb. Er packt sie am Arm.
MA: „Wohin, Räuperin? Etwa Eyer diepen?“
JM: „Keyne Eyer nit, nur Feygen. Vom Hunger getriepen, Euer Hochwohlgeboren.“
Am Bühnenrand erkennt man Migone mit seinem Hund.
JM: „Was wollt ihr von mir?“
MA, mit der anderen Hand elegant seynen Manthel zu Boden werfend: „Hungricht auch ich, ein
Mann, mit gänzlich ehrenwerthen Absichten...“ Er drückt sie auf seynen Manthel.
JM: „Auch edelste Aufrüchtigkeyth kann zuweylen verkrüppeln...“
9. Kastration
Marconte (MA), Junges Mädgen (JM), Migone (stumm), Hund (stumm)
Da überlässt sich das Fräulein demSchicksal und öffnet ihre Schenkel ein wenig, um einen Zugang zu
schaffen für das Dingsda des Marcontes, das sich just itzo in seynen Beynkeidern zu regen beginnt.
JM: „Ich thus...“
Während all dem: Aus der Ferne werden die zwei von Migone und seinem auf Wörstefressen
abgerichteten Schafshundt beobachtet. Just in dem Moment, wo der Marconte endtlich seynen
aufgeschwollenen Vogel herauszieht, lockert Migone seynen Griff um den Hundt. Er gibt ihm einen
kleynen Schups, deinde der Hundt mit erdstreifender Nas sich davon macht, und zielsicher mit den
Zähnen des Marcontes Worst schnappt, dieweyl dieser damit beschäftigt ist seyn fuchtelnd Schwerdt
in die Scheydte zwischen die Schenkel des jungen Mädgens zu führen. (Migone geht ab.)
MA, macht sich an seiner Hose zu schaffen: „Mir gefallet deyne Offenheyth! Sag: wo hant
ihr verstecket all meyn Geviech? – Aah!“ Ein forchtbarer Schrey von Weh und Entsetzen erfüllt
die Lufft. Der Hundt lässt von ihm ab, nicht ohne auf den saftigen, wohlschmeckenden Eyern
herumzukauen und verschwindet. Das Junge Mädgen flieht. „Zu Hülffe, zu Hülff! Aah... Ich
sterpe!“ Der Marconte ruft ihr nach: „Oh, Hülff, ich Ohnglückselichter. Der Vogel, die Eyer,
weggefressen...“ (ständig wiederholend)
Der Marconte fällt in Ohnmacht. Die Szenerie verwandelt sich. MA bleibt alleine auf der Bühne
zurück, auf seinem Mantel liegend. Alles gerät in Bewegung, wird traumhaft.
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TRAUM I – Der ohnmächtige Marconte
10. Riesenvögel, Wollust und Scheiszdreck
Marconte (ohnmächtig); La Mettrie (LaM), drei schwarze Vögel (sehr hoher Sopran, Sopran und
Tenor, singend und „tanzend“). Die drei bisher starren Traumfiguren, schwarze Vögel, werden
lebendig.
3 Vögel: „Grosse schwartze Riesenvögel...“
LaM: La Mettrie, auf der Seite, an einem Tisch. Wie ein „letzter Gast“ inmitten von immensen
Resten eines Gelages. Ein Kerzenleuchter. Er erwacht, ist aber sehr benommen, nimmt ein
Streichholz und zündet eine Kerze an: „Die Natur schuf uns, unterhalb der Tiere zu
stehen.“ Er zündet weitere Kerzen an.
3 Vögel: „...Riesenvögel...schweben tief...“
LaM: „...ein Hund, ein Mensch, beide ausgesetzt: wer wird wohl eher sein Heim
finden?“
3 Vögel: „...Riesenvögel...“
LaM, sich eines Fasanes annehmend: „Imagination:...“
3 Vögel: „...Nichts...“
LaM: „...wie mischst du deine Farben?“
3 Vögel: „...Nichts...nur Steyne...“
LaM: „Begnüg dich nicht mit Schatten: Reine, zärtliche Liebe...“
3 Vögel: „Nichts!“
LaM: „...destilliert...“
3 Vögel: „Nur Steyne...“
LaM: „...tropfenweise Wollust...“ (wiederholend)
3 Vögel: „...eine verfallene Purg...“ nun ganz beim Marconte, ihn umschwirrend, wie
einflüsternd „...dürre, räuperische Unterthanen ...ein Possessionibus von groszem
Scheiszdreck...“ (wiederholend)
LaM: „...reine, zärtliche Liebe destilliert tropfenweise Wollust... in die Seele!““
Der Marconte regt sich und wacht kurz auf. Mit ihm erkennt man das Bühnenbild des 1. Aktes.
Die drei schwarzen Vögel gehen rasch ab. LaM löscht die Kerzen, geht quer über die Bühne zum
offenen Burgtor, nimmt Helm und Speer und wird so zu Manfredo, ein stummer Bewacher des
Eingangs.
2. AKT - PRIMO PIATTO
Im Purghoff, morgen, schon recht flirrend heiss. Grillen und Stille. (Gleiche Burg wie im Vorspann als
Modell nun aber gross. Auch die Figuren sind gleich angezogen wie zuvor die Marionetten.)
Der Marconte liegt auf seinem Mantel mitten im Purghof. Soeben aus seiner Ohnmacht erwacht,
schaut er sich kraftlos um. Im Hintergrund erkennt er den toten Hund am Galgen hängend. Migone,
nackt und voll Scheisze, ist eingesperrt in einem hängenden Käfig. Er döst vor sich hin. Manfredo
steht beim Tor Wache. (Falls mit gezeichnetem Ulfredo: sie werfen sich verliebte Blicke zu: sie sind
miteinander beschäftigt und beachten die anderen kaum- ev. zusätzliche Textebene schaffen für
Gedankenblasen.). - Das Gesicht des Marconte ist gebleycht und weisslich allwegen des Blutes, das
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er verlor. Zwischen seinen Beinen: ein grosser Blutfleck.
MA, erschrocken: „aah...“ Er sinkt entkräftet wieder zurück.
11. Migones Wut
Marconte (MA; wieder ohnmächtig), Migone (MI), Manfredo (stumm, ev. Ulfredo gezeichnet), Hund
(stumm, erhängt), Junges Mädgen (JM) aus dem Publikum, 2-3 Dörfler (die drei schwarzen Vögel von
vorher: sehr hoher Sopran, Sopran, Tenor: hinter der Bühne)
JM: „Migo!“, bewirft Migone mit Scheisze und lacht ihn, zusammen mit anderen Dörflern, aus.
MI, wütend wendet er sich aus seinem hängenden Käfig den Dörflern zu (also in Richtung Publikum):
„Lacht nur, vergniegt euch, ah! Dabey müszte das heulende Elendt in euch fahren!
Wollet ihr nun endtlich begreyffen? Wo es darum geht die Feldter zu bereythen,
Steyne zu entfernen, sicht man ihn und seyne Freundte nit. Doch wo es darum geht,
Abgapen zu pressen, da kömmt er, dann ist er da! Sie seynt schlau alswie Füchs,
diese Hurensöhn. Sollen wir alle am Galgen enden? So wir einer Meinung seyndt,
können auch wir sie Hungers leydten lassen! Denn: so sie nit fressen die Frücht
unsrer Arbeith, was fressen sie dann?“
12. Des Fraters Predigt
FK, erscheint plötzlich oben am gotischen, kanzelähnlichen Turmfenster. Er sieht die vielen Dörfler
(also das Publikum), wirft sich in Position und ergreift sofort die Gelegenheit zu einer flammenden
Predigt: „Omnia peccatum est, dicit Scriptura Sacra, ihr vierfüszicht, schlangengleych
Gelumpp! Peccatum ist zu fressen, wann ein homo affamatus est! Peccatum est
Weiper anzugaffen od anzufassen, alldieweyl sunt creaturae Diaboli! Peccatum est
coitare cum gaudio. Omnia gaudia peccata sunt! Quis est sine peccato, der werfe den
ersten Steyn!“ Von unten her, aus dem Zuschauerraum wird ein Sausen (wie in Zeitlupe)
vernehmbar... der Frater wischt sich das Geschwitz von der Stirn...„Omnia peccatum est, ihr
ohnzüchticht, elendticht Gewürm! Omnia salvatio est in abstinentia, im Fasten!
Peccatum est vinum, Caesus, Schincken, Mettwörst et Speck! Peccatum gravissimum
sunt aller Arten von Fleysch! Der gantze Leip ist Sündt, vom Nabel hinaufwärts,
insbesonderheyt aber vom Nabel hinabwärts! Quis est sine peccato, der werfe den
ersten Steyn!“ Das Sausen (wie in Zeitlupe) kommt immer näher... „Peccatum est fluchen,
spucken, die Ehe brechen, gar viel fressen und zuvörderst vor allem dem allhie
anwesenden Diener der Sacratissimae Romanae Ecclesiae den Gehorsam
verweigern! Peccatum est non laborare! Geviech sollt ihr aufziehen, Hühngen,
Schweyne, Schafe, Ziegen, Rindter! Et pagare den Zehnten der Kyrch et...“ und endet
schlieszlicht... „Producere est remedium peccatorum, sicut dicere merda ad daemonium,
sicut ficcere in culum ad Satanas!“...auf einem Auge des Fraters Kapuzo. Es erhept sich ein
Schrey und ein Getös, das geradewegs aus dem Bauche des Fraters zu kommen scheint.
13. Liebesduett 5 / Verhör und Freyheyth (2 parallele Szenen)
Der Frater fällt in Ohnmacht und träumt – die Szenerie wird traumhaft. Von oben herab schweben
Schinken, Salami und Mettwörste, weiszer und rother Wein, Schafskäse so grosz, alswie die Räder
der Karozze. Es schwebt herab auch Adelaide, nur in einem Hemde...
FK: „Weyche, weyche, weyche Satanas“ ...und überlässt sich seynen Träumen voll von
fleischlicher Lust und Genusz... „Von Sündt zu träumen ist kein Sündt nit.“ Sie schmeiszt sich
an ihn von allen Seyten. Und Frater Kapuzo träumt, was das Zeug hält, und im Traum begehet er all
die Sauichtkeythen, die andere im Wachen begehen... „Lasz mich hindurch, lasz mich
hindurch!“
AD: „Halt itzo ein, bitt‘ sehr, wo nit fährst Du mir noch zum Halse heraus.“
MA, während der Ohnmacht und des Traums des Fraters erwacht der Marconte erneut. Matt sich
aufraffend, zu Migone: „Wer war der Hundtsherr von dem Hundt?“
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MI: „Gewiszlich ein herumstreunendt Thier.“
MA: „Und warum gradt meynen Rammel und nicht deynen, ad exemplum?“
MI, zum erhängten Hund zeigend: „Das sollte man ihn befragen.“
MA: „Der redet nicht mehr... Aber redest du nicht, dann wirst du endten alswie der Hundt!“
MI: „Ich rath Euch dringend, es nit zu thun, Euro Hochwohlgebboren, zu Eurem Wohl.“
MA: „Meyn Wohl sollte dich nicht besorgen!“
MI: „Dörfler, wann sie hungricht seyndt, seynt eine grosz Gefahr...“
MA: „Du willst mir drohen?“
MI: ohrenbetäubender Pfiff
Das Gelächter des Marcontes erstirpt ihm im Halse, er hält sich die Ohren zu. Steynhagel von aussen
in den Purghoff hinein. MA und Manfredo bringen sich rasch in Sicherheyth unter die Thürstürtzen und
schliessen das Purgtor. Oben strebt des Fraters Traum dem Höhepunkt entgegen.
MA: „Was soll dieser Pfiff und was soll das Gesteyn?“
MI: „Gesteyn ist Gesteyn, Euro Hochwohlgebboren...“
MA: „Glaupest du, mir Forcht einzujagen?“ Er gibt Manfredo ein Zeichen. Darauf rennt dieser
geduckt zu Migone und holt ihn Migone aus dem Käfig. „Jeglicht herausfordternd Gebaren
richt sich wider den, der es auslöset!“
MI, sobald Migone nicht mehr im schützenden Käfig ist: ein anderer, durchdringender Pfiff.
Der Steynhagel hört ipso stante auf. Manfredo führt Migone mitten in den Purghoff zum Pfahl und
kettet ihn an.
MA, aus dem Unterstand, zween Finger im Mundte: schriller Pfiff... nichts geschieht.
MI: „Versuchts garnit erst, Euro Hochwohlgebboren.“
MA: „Und warum?“
MI: „Sie erkennen meynen Pfiff unter allen sonstichten Pfiffen.“
MA: „Was sollen sie schon ausrichten gegen eine befestigte Purg?“
MI: „Ihr könnt nicht mehr raus. Ihr seydt bereyts wie im Gefängnis.“
MA: „Im Gefängnis bist du!“
MI: „Dann stecket die Nas mal zum Purgtor hinaus, ah!“
MA: „Dann sollen sie mal die Nas in die Purg strecken, ah!“
MI: „Die Dörfler hant keyn Eyl nit, in die Purg zu kommen. Aber Ihr habt Eyl
hinauszugelangen!“
MA: „Wieso?“
MI: „Ihr hapt nichtzig zu essen nit!“
MA: „Itzo hör mich guth an, denn ich mach dir ein vortheylicht Angeboth.“
MI: „Vortheylicht für wen?“
MA: „Vortheylicht für uns beyde. Ich mach aus dir einen Höfling!“
MI: „Einen Höfling?“
MA: „Du thust nichtzit und issest und trinkest alleweyl.“
MI: „Ah, ein schöner Beruf!“
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MA: „Auch so eine Hungersnoth kömmt, seyndt sie immer die ersten, die was hapen
zu essen. Also war es immer und überall; ein Gesetz!“
MI: „Und die Gegenleystung?“
MA: „Schwör Threue deynem Marconte. Treipe das Dorfvolk zur Arbeith an, zur
Viehzucht: Schafe, Schweyne, Ochsen, Esel, Hennen, Kanine... Ueberzeuge sie
Abgapen an die Purg zu entrichten, keyne Steyne zu werffen, sich tieff zu verneygen,
wann immer ich vorbeyzieh. Sprich: ich versprechs und schwörs!“
MI: „Für Freyheyth und hundertfuffzige Pfundt Sylbers?“
MA: „Für Freyheyth und hundert Pfundt Sylbers!“
MI: „Ich versprechs und schwörs!“
MA: „Und hin und wiether kömmst du und verzählst mir wie die Ding im Dorf so
stehen.“
MI: „Den Spion machen?“
MA: „Wieso denn Spion? Wir schwätzen ein bisgen mitsammen. Itzit bist du frey.“
MI: „Auf balde dann.“
MA: „Stehst du in Threue zu deynem Schwur?“
MI: „Und wieso nit?“
MA: „Den Verräther erwartet der Galgen.“
MI: „Auf unsre Vereinbarung als Männer von Ehr!“
MA: „Gut! Geh!“
Migone geht ab (und verwandelt sich hinter der Bühne rasch in den erhängten Hund) durch das von
Manfredo einen Spalt breit geöffnete Tor. Der Marconte gibt Manfredo ein Zeichen zum Rückzug
(geht ab). Auch der Marconte geht zurück zu seinem Lager (Manthel) und legt sich ermattet hin.
MA: „Der Hunger zerfriszt mir das Darmgeschling. Meyn Possessionibus, eyn groszer
Schei...“ Er schläft ein. Alles ist ruhig. Nur die Grillen zirpen in der Mittagshitze. Langsam verwandelt
sich die Szenerie: der erhängte Hundt regt sich am Galgen und wird zum Teufel, das Zirpen wird zum
Brutzeln kochender Gerichte und der Purghoff zur Gourmetküche.
TRAUM II – Der hungrichte Marconte (+ SINFONIA)
Hund wird zu Teufel (TE), Gaspard Ouralphe (GO), sehr hoher Sopran (hinter der Bühne), 2
Tafelträgerinnen, Gourmetküche
14. Verwandlung und Verdammnis
Es ist Nacht. Schwache Beleuchtung. Gaspard Ouralphe gibt einigen Speisen den letzten Schliff. Im
Hintergrund erklingt so etwas wie „Ombra leggiera“ (aus „Dinorah“ von Meyerbeer.) Der Hund steht auf
und dehnt sich. Dehnt sich lang und hoch, bis er nur noch auf den Hinterläufen steht. Die Schnauze
des Hundes verzieht sich, die Nase wird flacher, die Ohren schrumpfen. Unter den Hinterläufen
tauchen schwarze Lackschuhe auf. Dann eine rote Samthose. Das Feuer im Kamin lodert plötzlich auf.
Die Vorderpfoten des Hundes werden zu Händen, an einem Ringfinger steckt ein Rubinring. Und da,
Augen und Haare, schwarzgelockt, ein Schnauzer und ein Kinnbart. Nur der Schwanz bleibt an seinem
Platz. Herausgekommen ist ein gepflegter Gentleman mit einem exotischen Blick. Er geht zu Ouralph,
setzt sich und lächelt. Was für Zähne!
GO: „Teufel“
TE: „Ganz recht. Und Sie: der berühmte Ouralphe.“
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GO: „Ah...ah...angenehm“ Ouralphe reicht dem Teufel die Hand. Sie brennt. Ouralphe schreit auf.
TE: „Ich hätt‘ Sie warnen sollen. Ich hasse diese Transformiererei: Schwarzer Kater,
Famme fatale, Papst, Bock, Fledermaus...“
GO: „Verstehe. Einen Schluck Wein?“
TE: „Sehr gern, aber bitte direkt in den Mund...Château Grillon trinkt man nicht heiss.
– Sie wissen, warum ich hier bin?“
GO: „Warum ausgerechnet ich, falls das nicht zu indiskret klingt?“
Sehr hoher Sopran (hinter der Bühne): „Ah...“
TE: „Sie sprengen die Klassengrenzen, Monsieur Ouralphe. Ihr Sündenregister!“ Zieht
einen Zettel mit roter Schrift aus dem Umhang: „übertriebener Schönheitssinn... massloser
Berufsstolz... künstlerischer Grössenwahn, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Grausamkeit
gegen Mensch und Tier...soll ich weiterlesen?“
GO: „Massloser Stolz... Wenn das der Grund für meine Verdammnis ist, dann sollen
Sie ihn wenigstens gründlich kennenlernen... Ich lade Sie zum Essen ein!“
TE: „Oh...Falls Sie glauben, Sie könnten mich umstimmen, - alles Gerede, Frucht
literarischer Phantasie.“
15. SINFONIA in vier Sätzen
GO, schnippt mit denn Fingern, das erste riesige Tablett wird von den zwei Trägerinnen auf die Bühne
gebracht: „Voilà meine Meisterwerke!“ Er lässt einzeln die Tische bringen. „Der grosse Ozean“
Drei Kreise ziehen sich um die Mitte der Platte.
1. Kreis:... Krebse...in Milch ertränkt ...gebacken...mit Schinken-Mousse und Krebscrèmekacheln...durch
Rahmwindeln passiert...sowie Lebendkrebse...so lange gerieben, bis sie rot wie gekocht waren...und sich
mit den gekochten gemeinsam auf die Socken machen, con grande scherzo für die Esser.
2. Kreis: ...eine Anguste in Oelragout, Trüffelpilzen und Erbsen in Fischsudbad...in der Schere ein kleiner
Aal in Mandelsauce à l’Amberlin...der kleine Aal beisst in den Schwanz eines grossen, hautlosen Aals...(in
Malvasier und Sardellensauce gedämpft...)...sein Kopf auf einem gegrillten Hecht...welcher vier Forellen
verfolgt...(auf Sauerampfer, Wacholder, Schlehenragoût und Karbonade)...die letzte Forelle stösst an die
erste Anguste...
3. Kreis: ... ein Karussell im Bayol-Stil: dreihundert Austern in Salsa reale... jede beherbergt anstelle der
Perle ein Froschfleisch- oder Seeschildkrötenleberklösschen...dazu Napfschildkröten und
Röhrenmuscheln.
Im Zentrum: vier Tintenfische stützen eine riesige Muschel...mit einer Krone aus Hummern in Sauce
barcellonaise...jeder Hummer hält ein Körbchen mit Meerzungen in der Schere...mitten in der Muschel ragt
wie die frisch geborene Venus ein grosser Stör auf...gespickt mit Speck...gegart in einem Sud aus
Meersaugräten.
TE: „Extraordinär!“
GO: „Das Massaker von Saint-Julien l’Hospitalier“
Zwei Wildschweine, drapiert wie Sphinxen im Fermiet-Stil...balancieren ein grosses Tablett auf den
Köpfen...darauf liegen sechs Schweinchen (gefüllt mit Makkaroni, Käsebeize, Pfeffer, Hirn und Mark
vom Rind...). Jedes Schweinchen hat einen mit Frittaten garnierten Hut...darauf Hasen maurischer Art
mit grünen Limonenschalenschnitzen... Die Hasen ihrerseits tragen zwischen den Zähnen
Zweige...darauf gespiesst sind Wachteln alle bolognese...Tauben in der Spielhölle...Fasanen in
Pistaziencrème...Rebhühner in Kichererbsen-Mousse...Schnepfen andalusischer Art...und kalte
Turteltauben à l’orange.
TE: „Extraordinär!“
GO: „Finden Sie?
TE: „Extraordinär!“
GO: „Der Berg der zwölf Süssigkeiten“
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Der Berg hat folgenden Aufbau:
Hänge: Eclair mit Muskatellerbirnen, Türkische Torte, Cannelloni mit Quarkfüllung.
Erste Lage: Süssreisschaum, Eier in Kastaniencrème, Wutschaum von Mandeln.
Zweite Lage: Erdbeertorte, Gâteau Mille Feuilles, Mokkacrème.
Dritte Lage: Weissschaum mit Zitronensaft, Mischpudding mit süsser Sahne.
Auf dem Gipfel: Ein grosser Turm aus Veilchenblüten-Eclairs à l’Ascalaphe.
TE: „Absolument extraordinair!
GO: „Der Garten der Salomé“
Eine Statuette der Todestänzerin hält ein Füllhorn voller Melonen, Papayas, Guayabas, Araucabas,
Zuckermelonen und Marillen. An ihrem Hals: Diademe aus Weichselkirschen... Um ihre Taille:
Orangen aus Portugal... Auf ihrem Kopf: eine Krone aus Ananas... Zu ihren Füssen: ein Teppich aus
Weintrauben und Kokosnüssen. Um ihr Podest herum: vierzig abgetrennte Köpfe von Johannes dem
Täufer in Konditorcrème...aus jedem blutet eine andere Obstgelatine.
TE: „Wirklich absolut extraordinär! Womit fangen wir an?“
GO, serviert ihm eine ölige, dunkle Brühe, auf der ein überbackeses Floss schwimmt:
„Madagaskarschildkrötensuppe à la manière d’Ouralphe.“
TE, isst gierig, sein Löffel blitzt auf und ab im Schein der Kerzen: „Absolut exquisit. Aber bereits
dieses erste Gericht macht Sie schuldig. Sie brüsten sich mit Leichen und leben von
Verbrechen.“
Licht aus. Dunkelheit. Stille. Vorhang zu, Pausenbeleuchtung an. Nur die 4 Gerichte bleiben vor der
Bühne stehen, bereit vom Publikumvernascht zu werden. (Natürlich nur exquisite Kunststückchen!)
PAUSE / BANKETT
16. Zurück in die Oper
Am Ende der Pause: La Mettrie mischt sich unters Publikum, noch während sich die Leute am Bankett
gütlich tun. Die Violine erklingt, und etwas später auch das Cembalo. Das Publikum nimmt langsam
wieder Platz.
LaM: „Hören sie? Hören sie! Wie eine Violinsaite, eine Cembalotaste zitternd Töne
erzeugen, so regen Schallstrahlen die Saiten des Gehirns an. Ja, begeben wir uns
zurück in die Oper, diesen herrlichsten Tempel der Wollust!“ Er geht ab.
3. AKT - SECONDO PIATTO
Marconte (MA), Frater (FK), Varginia (VA)
Der Vorhang geht auf. Fast ganz dunkel. Im heruntergekommenen, teilweise verkohlten Schlafgemach
der Marcontin. Nacht. Mondschein dringt durch die Fensteröffnung. Der hintere Teil der Bühne ist nicht
sichtbar, sondern mit einem Tüllvorhang abgetrennt. Dahinter verbirgt sich die Burgküche: ein grosser
Kessel auf einem mächtigen Dreifusz, darunter ein Feuer. (Dieser wird aber erst später, und nur als
Schatten auf dem Vorhang, sichtbar.) Es herrscht noch immer groszer Hunger auf der Purg und in der
ganzen Umgebung. Frater und Varginia allein, im Bett, man sieht sie nicht.
17. Liebesduett VI (und Segen)
FK: „Intratus sum!“
VA: „Itzo thu so, als wärst du Herr Tristan, der Rytther! Galoppier geschwyndter! Uuh!“
FK: „Ego praeferro trabere noch ein Weylgen.“
VA: „Gallopier auf der Stell! - Mmmh!““
FK: „Delitia grandissima est equitareee....!“
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Der Marconte kommt zur Türe herein. In einem Teller ein gesotten Huhn. In der anderen Hand ein
Kerzenleuchter. Damit versucht er Licht in die ihm und uns verborgene Szenerie zu bringen.
FK: „...eeego, ego benedico vos in nomine Patris et Filii et cetera et cetera. Amen.“
Steht auf, macht sich unauffällig zurecht, geht zum Teller des Marconte und will sich das Huhn
schnappen.
18. Suppenhuhnstreit
MA, den Teller wegziehend: „Von zween Scharrfüsz gap ich dir einen!“ Er nimmt ein Messer
und schneidet vom Huhne den Hintern ab. „Hier habt Ihr die Papstnas!“ Der Happen findet
seynen Weg von seinem Messer unmittelbar in Frater Kapuzos Rachen, der zu kauen beginnt und
auch den Knochen verschluckt.
FK, beim gehen: „Wie schadt ut gallina habet unum culum solum!“ Der Marconte schlaget
die Tür zu vor des Fraters Nas.
MA, zu Varginia: „Bist Du mit einem Schenkel zufriedten?“
VA: „Mir gehöret die Hälfte des Huhns.“
MA: „Ein Weip opfert sich für ihren Gatten. Ich fräsz ein gantz Kalb...!“
VA: „Dann esz ich mir das Huhn und Du dir das Kalb.“
MA: „Ueberbordtende Leipesfüll steht der Marcontin nicht an in Zeythen der Noth.“
VA: „S‘ist natürliche Leipesfüll.“
MA: „Du issest heimelicht.“
VA: „Du entehrest dich selbste! Herr Tristan, der Rytther, erwiese ein ander Verhalten
gegen über einer adelichten Dame und würdt jedwedichten Hunger von mir stillen.“
Varginia schnappt das Huhn sich und mit viere kräftichten Bissen befreyt sie es vom Fleysche. Der
Marconte schnappt sich wüthicht die Gattin seyn und versucht sie aus dem Bette zu schleiffen.
Varginia tritt und kratzt und schreit und weint, dieweyl der Marconte das Huhn ihr aus den Händten
entreisst und es verschlingt. - Varginia beruhigt sich und ergreift ihr Buch, während sich der Marconte
in einen dunkeln Winkel verzieht. „Die Romanze schlaget dem Hunger ein Schnippgen.“
MA: „Derarticht Gequassel verstimmet mich gar sehre für die gantze Nacht.“
VA: „Eine gar grosze Unterweysung in den Lebenskünsten ziehet mann aus diesen
Romanzen und ebenso groszes Vergniegen aus ihren Aventüren,...“ alles wird traumhaft
(man soll unsicher sein, ob sich dies überhaupt zuträgt)
19. Varginias Tod – ein Traum?
MA, näher kommend: „Hungricht bin ich...“
VA: „...den Adel seyner Seele, die Gluth seynes Hertzens... Füll mich mit Mannsbrühe
auf, bis ich oberlauff.“
MA: „Meyn Stimm hast du vernommen. Nichts ist mehr verbliepen. Das verdammte
Hundtsviech hat mir den gantzen Vogel weggefreszen und die Eyer dazu!“
VA: „Alle drey?“
MA: „Alles.“
VA: „Wie forchtbar leyd mir das thuet!“
MA: „Und mir erst!!!“
VA: „Aber wenichstens ein kleyner Stummpel wirdt verbliepen seyn?“ Sie ergreift rasch
seine Hand und führt sie unter die Decke zwischen ihre Beine: „Ich bin mit jedtwetem Behülf zufrieden.“ Sie stöhnt auf.
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MA Ohne dass Varginia es bemerkt, zieht der Marconte seinen Dolch aus der Scheide, führt ihn
ebenfalls unter die Decke und stösst zu: „Hungricht bin ich... und will freszen!“
VA: „Aah...“
MA: „Itzo hast du hinreychend zertrümmert meyne Eyer mit deynem Tristan und seynen verlogenen Aventüren.“
VA: stöhnt, schreit, bricht ermattet und leblos zusammen. Die Bettdecke färbt sich rot. Jede Stimme
stirbt einzeln ab. Erst hier begreift man, dass sie unter der Decke erdolcht wurde.
MA: Nimmt den blutigen Dolch unter der Decke hervor: „Feyst war sie und von unansehnlichem Aeuszeren. Allnächtlicht im Schlafe gap sie sich hin diesem Rytther und oberschwappte sich im Bette... “ schleifft unter grosser Anstrengung die füllige, zerschundene Leiche
der Varginia aus dem Bett in die Küche. Es entsteht eine breite Blutspur. „...Ich Armselichter! Als
hätt mann mir die Seel herausgerissen! Ein Mann ohne Lustwurz: eher Weip denn
Mann? Weiper hapen keyne Seel, allwie die Sacrosancta Romana Ecclesia saget.“
Bereits hinter dem Tüllvorhang. Es sind nur noch die Schattenumrisse zu erkennen. Spiel mit Licht:
grösserwerdende Schatten auf Vorhang.
20. Der Marconte kocht und frisst
MA: Versucht vergebens die leblose Varginia in den grossen Kessel zu hieven. „Aah...eine
schwierichte Unternehmung ihr Leip in den Kessel zu hieven... “ Er greift nach einem
grossen Beil und... „...zartes Fleysch... “...beginnt mit demZerhacken der Marcontin. Er wirft die
einzelnen Teile in den Kessel. „...mann könnt es auch am Spiesze brathen...mit Speckscheypgen... “ Es beginnt zu brutzeln und es entsteigt ein Duft von gebratenem Fleysche. „Itzo
gep ich Wasser dazu...auf dasz sich löse das Fleysch von den Knochen und jede Unreynheyth von ihnen falle... “ Der Marconte gibt Wasser in den heissen Kessel: Kochendes
Wasser. Die Musik stirbt ab, es bleiben Schläge und Geräusche: laut und brutal . „...allwie die
Kreutzrytther, um die Verrottung der Knochen zu verhindtren und sie in die Heymat
zu sendten.“ Er kehrt essend zurück ins Zimmer und legt sich deutlich gesättigt ins Bett. „Deinde
würdten die Knochen Varginias ihrem Vatter obersandt und Amen.“ Bläst die Kerze aus
und schläft ein. - Die Szenerie verwandelt sich zurück in die Gourmetküche...
TRAUM III – Der vollgefressene Marconte
Teufel (TE), Gaspard Ouralphe (GO); La Mettrie (LM)
21. Künstler unter sich (Dialog)
GO, beobachtet den Teufel wie dieser die Madagaskarschildkrötensuppe schlürft : „Ich bin nicht
grausamer als die Natur: von tausend Madagaskarschildkröteneiern
überlebt nur eines. Fast die ganze Brut verfault oder wird gestohlen. - Sie weinen?“
TE: „O nein...die scharfe Suppe...glauben Sie, Beelzebub weint über Schildkröten? Was erwartet uns nun?“
GO: „Wachteln alla negresca: Entbeint und farciert mit Mark, Parmesan, Eigelb und
Sahne und in einer Tunke aus schwarzen Trüffeln“
TE: „Welchen Wein empfehlen Sie dazu?“
GO: „Moncet-Deprenelle, millehuitcentsoixantedouze“
TE: „Mmm...Théophile Gautiers Todesjahr...“
GO: „Ihr Kunde?“ (giesst dem Teufel Wein in den Mund.)
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TE: „ER (schluckt) hat sich angewöhnt, mich zu schicken...Nicht jedesmal. Manchmal
steigt ER persönlich herab und sammelt ein paar Heilige und Sexuophobe ein, damit
sie IHM helfen das Paradies zu bevölkern. Es ist so leer da oben... Bitte, noch etwas
Wein!“ Der Teufel hält den Mund auf wie ein Spatz. Ouralphe schenkt nach. Dann wirft er einige
Wachteln, pluff, in eine Schüssel. Als sie wieder herauskommen, sind sie glasiert mit Schockolade.
Der Teufel kostet erneut.
TE: „Exquisit.“
GO: „Finden Sie?“
TE: „Absolut exquisit!“ Er klatscht in die Hände, und eine kleine Wachtel erwacht wieder zum
Leben und flattert durch den Raum.
GO: „Bravo, bravo, bravo!“
TE: „Künstler unter sich...“
GO: „Ausgerechnet Sie bezichtigen mich der Todsünde des Hochmuthes! Gibt es
Kunst ohne Exzess?
TE: „Kunst bedeutet Einfachheit.“
GO: „Einfachheit ist das Gekünstelte des Jahrhunderts. Und hier: Korsische Languste
à la Mérimée: stolz wie Colomba, bei lebendigem Leibe gekocht und im eigenen Saft
serviert!“
TE: „Absolut exquisit.“
GO: „Nun ja, aber wer weiss das noch zu schätzen? Qualität gilt nicht mehr,
Hauptsache es ist zuviel. Das Abendland schlemmt auf der Terrasse, und unten
wartet der Rest der Welt auf die Resten.“
TE, lacht, ergreift die Flasche („Glühwein“) und trinkt sie leer: „Den Reichen aller Zeiten gefällt’s.
Die Tore der Hölle sind breit genug für jeden Bauch. Was gibt’s zum Nachtisch?“
GO: „Ananas in Kaisergelatine und Kokoscrème mit kandierten Passionsblumen eine Obst-Oase.“
TE: „Exotisch. Und was halten Sie von Pétique?“
GO: „Seine „nouvelle cuisine“? Zwerginnenklosterportionen!“ Mit Hass in der Stimme:
„Verweichlicht durch Aesthetizismus. Platten wie Grabsteine. Huhn pars pro toto, das
Maiskorn als logos. Schluss jetzt, probieren Sie diesen Granatapfel.“
TE: „Exquisit.“
GO: „Finden Sie?“
TE: „Absolut exquisit.“
GO: „Beachten Sie das kleine Loch da. Eine Honiginjektion. Fünf Tropfen. Das
Säuerliche wird zum reinen Parfum. Und das ist nur ein Tausendstel, womit ich Sie
verblüffen könnt‘...Und zwar ohne Schwefel und Bocksbeine!“
TE: „Nun ja, gut, aber...“
GO: „Limonensorbet, kosten Sie. In meiner Küche steckt Kultur. Alles lebt. In der
Erfindung stirbt nichts, aber Reichtum und Gleichgültigkeit lassen alles verlöschen,
Herrgottnochmal.“ Auch Ouralphe bricht betrunken auf einem Stuhl zusammen.
TE: „Ich...“
GO: „Und erst diese Haselnussbiscuits mit Gänseeiercrème in Armagnac. Und diese
Trüffel gegrillt mit Limonen im Sardellenböhnchenmantel. An all das hab‘ ich
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geglaubt. Und dafür werde ich nun verdammt. Kleckern Sie sich nicht die Trüffel in
den Umhang! Trinken Sie!“
TE: „Exquisit“ Einer seiner Hosenknöpfe knallt auf wie ein Kanonenschlag in einer Feldschlange.
GO: „Und mich kommen Sie jetzt holen... Nicht sie finden Sie skandalös...Mich wollen
Sie, weil ich kein Heuchler bin...weil ich noch Ideen im Kopf habe. Hören Sie mich?
Probieren Sie! Anissorbet...Pistazienschaum...“ (geht ab) - Aber daraus wird nichts mehr.
Der Teufel lässt den Kopf sinken. Sein Schwanz ragt nicht sehr dekorativ aus seiner Hose. Sein
Schnarchen klingt, als ob die Erde kurz vorm Bersten stände und plötzlich die Luft anhielte und den
Ozean in sich hineinsauge und ihn dann wieder ausspucke. Das Restaurant erbebt. Obst kullert durch
den Raum.
22. Wollust und Hunger (Monolog)
La Mettrie tritt auf, schnappt sich einen Apfel. Dabei versinkt der Rest der Bühne in Dunkelheit. Die
Bühne verwandelt sich wieder unmerklich in den Purghoff.
LaM: „Der Wollüstige kostet von allem in Massen, schont sich, will alles probieren.
Aber zu welchen Ausschweifungen treibt uns der grausame Hunger! Die Wilde von
Châlons, frass ihre Schwester... Oder jene, die ihre Kinder erwürgte, sie einsalzte und
davon ass wie von jungem Pökelfleisch!“ geht ab
4. AKT - AMARETTO
Frater Kapuzzo (FK), Marconte (MA)
Wieder im Purghoff. Später Nachmittag. Steynregen, mal mehr, mal weniger. 1-2 Soldaten, matt.
23. Des Fraters Verzweiflung
FK, erscheint am gotischen Fenstergen, fuchtelt mit den Armen, rollt die Augen, groszes Entsetzen
und Lamento: „Deus benedicat nos! Eine gar grosze calamitas est adventa! Varginia,
aufgeschlytzet und geschundten, quasi solum ossa. Desperatus sum. Deus bene...“
24. Marcontes Beichte
MA, tritt in den Hof, macht dem Frater ein Zeichen zum Schweigen und dass er zu ihm herunter
kommen soll. Beide suchen unter einem Thürsturtz Schutz. Auf dem Purghoff ein Galgen. In der
Schling hängt ein Soldat. Er ist todt. Der Marconte, abschätzig zum Galgen zeigend: „Balde hapen
wir alle das Endte erreycht vor Hungers, Mattheyth und Verraths.“
FK: „Dominus nos benedicat in proximitate mortis.“
MA, zur Abwehr von Unheyl, legt zween Finger auf seyne Eyer, alleyn, seyne Eyer gipt es nicht mehr:
„Ihr hapet meyn Stimm vernommen.“
FK: „Aliquod mulier habet.“
MA: „Da die Weiper keyn Seel nit hapen, kömmt mich Zweyffel an,dasz sich mit dem
Saftvogel auch meyne Seel könnt verflüchtiget hapen.“ Der Frater verharrt betroffen, öffnet
den Kragen, um Zeyth zu gewinnen. „Find ich mich itzo denn ohne Seel? Was ist Eure
Antwort?“
FK: „Anima se devolat solum in casu mortis.“
MA: „Ich bin keyneswegs todt! Seydt Ihr es auch sicher?“
FK: „Securissimus!“
MA: „Da musz ich mich wohll um meyn Seel besorgen.“
FK: „Iustissime!“
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MA: „Ich will meyne Sündten bekennen, die sich gar schwer im Leipe mir blähen. Wo fang ich nur an?“
FK: „Auscultamus.“
MA: „Ich wars, der Varginia hat umgebracht!“
FK: „Pestilentia! Uxoricidium peccatum mortale est!“
MA: „Könnts je nach Ehweip auch eine läszliche Sünth seyn?“
FK: „Ecclesia non facit distinctiones inter uxorem et uxorem. Et Varginia mulier
delitiosissima erat.“
MA: „Hörner hat sie mir aufgesetzt.“
FK: „Possum questionare mit wem?“
MA: „Mit Rytther Tristan...“
FK: „Ficcare in somnis peccatum non est.“
25. Absolution
MA: „Itzo müsset Ihr mir die Absolution ertheylen.“
FK: „Paradeysum garantire non possumus. Paradeysum est competentia Die.“
MA: „Wie? Was? Gott vergiepet allen!“
FK: „Non possumus“
MA: „Ich lass Euch in Ketten legen, die Hauth abziehen. Wir sitzen alle in der Falle.“
FK: „Verduftibus non possumus?“
MA: „Nein. Keinen Ausweg nicht. Aber bevor ich mir die Schling um den Hals lege,
will ich eine schwartz auf weisz geschriepene Garantie betreffs des Paradieses.
Schreipt!“ Er nimmt ein Blatt Pergamentum, einen Fedterkiel und ein Fläschgen mit Tinte hervor.
FK, schreibt: „Ego frater Capuzo absolvo vos comdux Belloculus ab omnibus
peccatibus in nomine Patris et Filii et cetera et cetera. Amen“
MA: „Und das Paradeise?? Ich wills geschriepen sehn!“ (MA liest, was FK schreibt)
„Anima absolta ab omnibus peccatibus sine impedimento entrat...“
MA+FK: „... in paradeysum!“
26. Der Marconte erhängt sich
MA: „Nun fühl ich mich beruhigter.“Nimmt das Pergamentum an sich und steckt es sich in die
Tasche.: „Ich will es zufriedten seyn!“ Der Frater atmet auf und verschwindet im Innern der Purg.
Der Marconte geht mit gespreytzten Beynen auf den Purghof zum Galgen. Beim Soldaten
angekommen, während er ihn entbindt und sich selbste die Schling umlegt: „Diesen Verräther
hab
ich selbste hängen lassen. Wollte nicht hinaus stürmen gegen das wüthicht,
ausgemerkelte Dorfsvolk. Itzo ist die Reyhe an mir. – So. – Nicht einmal eine letzte
Befriedtigung ist mir vergönnet: keyn Rammel der sich aufricht...“ Er stürzt sich vom
Podeste hinunter und stirbt. Wieder verwandelt sich die Bühne: MA‘s letzter Traum. Man sieht vom
Marconte einzig den Kopf in der Schlinge. Eine Turmuhr schlägt zwölf. Von weitem eine Lokomotive?
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TRAUM IV – Der sterbende Marconte (Kaleidoskop 2)
27. Ouralphs Rettung - Vokalise der Varginia - La Mettries Tod
(Dialog – Monolog – Kondukt und Vokalise: ein Quartett)
Einzelne Lichtkegel auf: Marconte (stumm, tot am Galgen), Teufel (TE, im Schaukelstuhl), Gaspard
Ouralphe (GO, steht); La Mettrie (LaM, wieder an seinem Tisch); ein frommer Diener (stumm, der
Flötist, bringt LaM eine Pastete); Varginia (VA, von oben, eine Vokalise)
Der Teufel schläft und macht die ganze Zeit ein Getöse wie eine Lokomotive. Die letzten
Glockenschläge. Er wacht auf. Ouralphe pfeift vor sich hin und schlägt Eidotter.
LaM: „Geheimnisvolle magnetische Kräfte untersagen Reden, Schauen, Hören,
Denken, (der Teufel erwacht) und schaffen intensivste Empfindungen.“
TE: „Ich habe geschlafen.“
GO: „Finden Sie?“
LaM: „Fruchtbare Stille, göttliche Ekstase, allzu kurze Seelenwanderung:...“
TE: „Wie spät ist es?“
GO: „Punkt zwölf Uhr mittags.“
LaM: „nicht der Wüstling, nur der Wollüstige kann euch erleben!“
TE: „Wir sind spät dran, gehen wir...“
LaM, die Pastete ist bei ihm, der Fromme geht ab. Zur Trüffelpastete greifend: „Der Mensch: ein
Tier, eine Maschine. Streite wer will! - Anti-Spiritualismus, meine unglückliche
Veranlagung! Nicht einmal Gott wird mich retten vor der verdammten Wut der
Frommen.“
TE: „gehen wir...“
LaM: „Wollust: berauscht euch an ihr. Schmerz währt ewig, Freude einen
Augenblick!“
TE: „gehen wir...“
LaM: „Weg mit eurer gedankenloser Hast. In Ruhe will ich geniessen... bin
erschöpft... wohlige Mattigkeit...Ist sie Traum? Ist sie Wirklichkeit? Ich falle...auf ein
Bett aus Rosenblüten... Jeder süsse Taumel prägt sich ein. Möge mich die
Erinnerung nie verlassen.“
TE: „gehen wir...“
LaM: „Amor, bleibe für immer in meinem Herzen...“
GO: „Sie wissen, dass ich nicht mitkomme.“ Der Teufel seufzt. „Die Regel
gilt: Kommt der Teufel und schläft ein, hast Du zehn Jahr‘ Ruhe fein.“
TE: „...zehn Jahr‘ Ruhe fein.“
LaM, im Delirium: „Unmengen von Quisquilien...“
TE: „Sie haben mich verführt, verhext, farciert... In zehn Jahren komme ich
wieder.“ Der Teufel geht ab. Das Licht geht aus.
LaM, sterbend: „...o praeclarum caput...“
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5. AKT
NACHSPIEL: FRUTTA
Frater (FK), Migone (MI), Dörfler, Marconte tot am Galgen, ein Schweytzerischer, Junges Mädgen (JM)
28. Aufgape und des Fraters Begrüssung
Die Szenerie wird wieder beleuchtet wie im 3. Akt. Alles wie zuvor. Nur: nun ist der Marconte tot.
Abend. Purghoff, Steynregen, später Nacht. Ein Schwytzerischer hieft sich mit gar groszer Müh auf die
Füsz, schlurft zum Purgtor. Rasseln der Kette. Migone und das mit Mistgapeln bewehrthe Dorfvolk
kommen vorsichtig herein. Gleichzeitig erscheint an einer der Fenestren Frater Kapuzo, richtet seyne
Arme zum Abendhimmel empor und öffnet den Mundt alswie vor grosser Freud:
FK: „Belloculus crepatus est! Evviva und Jupel! Vita nova cum Migone et suis
honestissimis villanis! Ego benedico vos in nomine Patris et Filii et cetera et cetera.
Amen.“
29. Migones Wut und Manifest
MI, beim Anblick des baumelnden Bellaugh glühen ihm die Eyer.: „Er hat mich beschissen,
dieser Hurensohn! Nitmal die Befriedtigung, ihn selbst an den Galgen zu stricken, hat
er mir gepen wolln!“ Er klettert aufs Galgenpodest: „Zuvörderst vor allem wirdt
beschlossen, dass keyner nit das Sagen hat.“
JM, aus dem Volke: „Migò, Du scheynest behämmert! Noch nienit hat man gehöret
seyth Anfang der Welt, dasz das Volk selbste das Sagen ober sich hat.“
MI: „Höret mir einen Augenblick zu!“
JM: „Es brauchet ein‘, der das sagen hat.“
MI, und später auch der Chor der Dörfler: „Nichtzit! So einer herfürtritt, um das Sagen zu
hapen, dann briengen wir ihn auf der Stell an den Galgen! Das Volk muss das Sagen
hapen! Jupel! Weither wirdt beschlossen, dasz Abgapen nur zahlt, wer mehr hat als
er braucht. Die Armen und Alten erhalten Broth. Und Fluchen sey erlaupt, so jemandt
aus gutem Grundt die Eyer kochen. Desweythern wird bestimmt, dasz Weiper eine
Seel hant gleychwie Männer. Wollnmer Landt od Geviech der Nachbarn diepen,
müssen alle darin eyner Meinung seyn. Freyheyth den Männern und Freyheyth den
Weipern alles mitsammet zu tun, wie es ihnen einkömmt und beliept. Dasz keyner nit
das Sagen hat! Migone geht erhobenen Hauptes ab, die anderen folgen. Die Sonne geht unter, der
Mond geht auf, der Vorhang fällt, die Musik geht weiter, aber wie im Taschenformat.
Ein Schwytzerischer zieht an einem Seil....
ABSPANN: OSS DA MORD (vor dem Vorhang, ohne Stimmen)
30. Parade 3
...Daran, knapp eine halbe Bühnenlänge dahinter, hängt eine Projektionswand, darauf gezeichnet die
Karozz (aus dem vormaligen „Marionettenspiel“). Hinter der Projektionswand verbirgt sich unsichtbar
ein Xylophon mitsamt Spieler. All dies wird vom Schwytzerischen mühsam quer über die Bühne
gezogen. (Das Xylophon wird in Bewegung bespielt.)
Nach der Bühnenmitte, der Schwytzerische ist soeben am Bühnenrand verschwunden,
dreht sich die Karozz, ihr Dach springt auf und die Knochen der Varginia fallen heraus!
(Spot darauf – Licht aus – Stille – Licht an – alles ist weg – Ende.)
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