PPH 3 - Ausführungsvorbereitung

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PlanungsProzesse und BauProjektManagement 2
BLOCK 4
Planung+Ausführungsvorbereitung PPH3+4
Ausschreibung und Vergabe
Hon.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Reismann
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
1
zum Abschluss von Block 2
Was macht eigentlich der PM?
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
2
zum Abschluss von Block 2
Was macht eigentlich der PM?
“good PM”
costs
“bad PM”
quality
quality
project management
user
citizens, environment
contractor
safety
community, authorities
owner, operator
rentability
bank
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
3
und spätestens am Ende des Projektes wissen Sie
welche Rolle Sie hatten?
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
4
Zur Erinnerung … VORAUSSETZUNG für PPH 3
ZIELE, ERGEBNIS der PPH 2
Die Planung erreicht eine Qualität, Tiefe und Schärfe,
dass die Ausführung ausgeschrieben werden kann, ohne
allzu hohe Risiken für AG und AN.
Kosten und Termine, wie sie sich jetzt darstellen, halten
bis Projektende (wenn die erforderlichen Sicherheiten,
Reserven) enthalten sind.
Q
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
5
PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
PPH 3 – die entscheidende Phase für die Umsetzung.
Ausschreibung-Vergabe-Vertrag – und dann der Bau, die Errichtung.
Spätestens jetzt muss alles klar sein, müssen wir an alles gedacht haben.
Was wir jetzt vergessen …
Was wir jetzt unklar formulieren, vereinbaren …
Was wir jetzt unter den Tisch kehren, weil es uns unangenehm ist …
… führt zu gravierenden vertraglichen, finanziellen und terminlichen Problemen.
Q
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
6
Projektphasen und Handlungsbereiche
Leistungen nach HO-PS in PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Handlungsbereich Organisation, Information, Koordination, Dokumentation
Fortschreiben Organisationshandbuchs (OHB)
und des Projekthandbuchs (PHB)
Mitwirken beim Durchsetzen von Vertragspflichten
Laufende Information und Abstimmung
Einholen der erforderlichen Zustimmungen
Durchführen von Angebotseröffnungen
Streitbetreuung einschließlich dafür notwendiger Unterlagen
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
7
Projektphasen
Leistungen nach HO-PS in PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Handlungsbereich Qualitäten und Quantitäten
Überprüfen der Planungsergebnisse (Planungsänderungen) auf
Konformität mit den vorgegebenen Projektzielen,
evtl. besondere Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
Freigeben der Firmenliste für Ausschreibungen
Überprüfen der Ausschreibungsunterlagen für die
Vergabeeinheiten und Anerkennen der Versandfertigkeit,
evtl. Versand der Ausschreibungsunterlagen
Überprüfen der vollständigen Angebotsauswertungen
in technisch-wirtschaftlicher Hinsicht
Beurteilen der unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen von
Alternativangeboten auf Konformität mit den vorgegebenen
Projektzielen
Mitwirken bei den Vergabeverhandlungen bis zur Unterschriftsreife
Fortschreiben des Gebäude- und Raumbuches unter Einbeziehung
der Ergebnisse der Ausführungsplanung
Änderungsmanagement
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
8
Projektphasen
Leistungen nach HO-PS in PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Handlungsbereich Kosten und Finanzierung
Vorgabe der Soll-Werte für Vergabeeinheiten auf der Basis
der aktuellen Kostenberechnung
Überprüfen der Kostenanschläge der Objekt- und
Fachplaner sowie Veranlassen der erforderlichen
Anpassungsmaßnahmen
Vorgabe der Deckungsbestätigungen für Aufträge
Vergleich der Soll-Werte mit den Angebotssummen. Je
nach Differenz (pos. od. neg.) entsprechende
Handlungsoptionen
Überprüfen der vorliegenden Angebote im Hinblick auf
die vorgegebenen Kostenziele
Zusammenstellen der aktualisierten Baunutzungskosten
Fortschreiben der Mittelbewirtschaftung, der
Ausgabenrechnung für den Mittelabfluss
Fortschreiben der Kostenermittlung und -steuerung unter
besonderen Anforderungen
(z.B. Renditevorgaben)
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Stand: 01/10/2009
Block 4
9
Projektphasen
Leistungen nach HO-PS in PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Handlungsbereich Termine und Kapazitäten
Aufstellen und Abstimmen der Steuerungsablaufplanung für die
Ausführung
Fortschreiben der Ablaufplanung für Planung und Ausführung
Steuerung das Ablaufes der Planung
Vorgabe der Vertragstermine und -fristen für die Ausführung
Besondere Vertragsbedingungen der Ausführungs- und
Lieferleistungen
Überprüfen der vorliegenden Angebote im Hinblick auf
vorgegebene Terminziele
Führen und Protokollieren von Ablaufbesprechungen der
Ausführungsvorbereitung sowie vorschlagen und Abstimmen
von erforderlichen Anpassungsmaßnahmen
Ermitteln von Ablaufdaten zur Bieterbeurteilung (erforderlicher
Personal-, Maschinen- und Geräteeinsatz nach Art, Umfang und
zeitlicher Verteilung)
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
10
PPH 3 – Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung > Vergabe > Vertrag
ZIELE, ERGEBNIS der PPH 3
Alle wesentlichen Gewerke der Ausführung (oder GU)
unter Vertrag. Vertrag (aus Sicht AG) so gut, dass es zu
keinen wesentlichen Nachforderungen kommt.
Die von Planer und PS geschätzten Kosten haben
gehalten, d.h. die Vergabesumme liegt in dieser
Größenordnung. Terminplan ist akzeptiert.
Q
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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PPH 3 – Ausführungsvorbereitung, VORAUSSETZUNG
für Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe - Vertrag
Q
Wichtig ist, dass die Planung vor Abschluss der
Ausschreibungsunterlegen so weit gediehen ist, dass die
Ausführenden kalkulieren können, ohne unkalkulierbare Risiken
einzugehen.
Ist die Planung zur Ausschreibung unvollständig oder fehlerhaft,
werden die Ausführenden dies (zu Recht) nützen, um später
Mehrkosten für Änderungen zu fordern.
Da die ÖBA später die Umsetzung der Planung, d.h. die
Ausführung bzw. die Ausführenden zu beaufsichtigen hat, sollte
sie die Ausschreibungsunterlagen prüfen.
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe – Vertrag
Planer und PS bereiten die Ausschreibungsunterlagen vor
• Allgemeine Vertragsbedingungen anpassen
• besondere Vertragsbedingungen für dieses Projekt
• Ausschreibungspläne
• technische Beschreibungen, Erläuterungen
• Massenberechnungen
• Kostenschätzung als Kontrollinstrument zum Vergabeergebnis
• Leistungsverzeichnisse für positionsweise Ausschreibungen
• (siehe auch „funktionale Ausschreibung“)
• Beschreibung des gewählten Vergabeverfahrens
PS, Verfahrensbetreuer steuern das Verfahren
Juristen verfassen die rechtlichen Texte
Die Ausschreibungsunterlegen werden aufgelegt
(zur Abholung durch die Bieter) oder versandt.
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Stand: 01/10/2009
Block 4
13
PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe – Vertrag
Unter Kalkulation (lat. calculus = Steinchen, Rechnung) von Baupreisen wird die
rechnerische Ermittlung von Kosten und Preisen für Bauleistungen vor
Leistungserstellung, im Rahmen eines Angebotes, verstanden.
Kosten:
der Werteinsatz von Gütern
und Dienstleistungen zur
Leistungserstellung
nicht direkt marktabhängig
Preis:
den beim Erwerb einer Ware oder
Dienstleistung zu zahlenden Betrag
direkt marktabhängig
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe – Vertrag
Die Prüfung der Angebote ergibt einen Bestbieter.
Der Zuschlag wird dem technisch und wirtschaftlich
günstigsten oder dem billigsten (bei technischer
Gleichwertigkeit) Angebot erteilt.
Niederschrift über die Gründe der
Vergabeentscheidung.
Form des Zuschlages, schriftlich:
• Verständigung des Bieters über die Annahme des Angebotes
• Schlussbrief des AG und Gegenschlussbrief des AN
• Schriftliche Vereinbarung, von beiden unterzeichneter Vertrag
Stillhaltefrist von 14 Tagen lt. BVergG.
Möglicher Einspruch beim BVA, Bundesvergabeamt
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe – Vertrag
Mit Zuschlag, Vertragsunterzeichnung beginnt für dieses Gewerk, für das Projekt
die Ausführungsphase. Jetzt wird sich herausstellen, ob die
Ausschreibungsunterlagen gut abgefasst waren, ob die Vertragsklauseln fair
sind, so dass keine großen Streitigkeiten entstehen und keiner über den Tisch
gezogen wird.
In manchen Projekten beginnt sofort das „Claimen“,
das möglichst weit gehende gegenseitige Ausnützen
der Vertragsbestimmungen.
Dringende Empfehlung: ausgewogene Verträge
vereinbaren und die Energie ins Projekt,
nicht in den Streit zu stecken.
Und weil man es vorher nicht immer weiß:
Achten Sie auf die Streitbeilegungsklauseln.
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Stand: 01/10/2009
Block 4
16
typischer Ablauf einer Vergabe
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe - Vertrag
Auftraggeber
Planer, PS
AG + Konsulenten (PS, PLA)
bereiten die Ausschreibung vor
Abgabe der Angebote
Prüfung der Anbote
Entscheidung Bestbieter
Auftraggeber
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Auftragnehmer
Bieter
Übergabe, Behebung
der Unterlagen
Bieter kalkulieren,
formulieren Anbot
Vertrag kommt zustande
Auftragnehmer
Stand: 01/10/2009
Block 4
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Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen
Planer
Verfahrensbetreuer
PS, Bauwirtschafter, Jurist
bereiten die technischen
Ausschreibungsunterlagen,
Pläne, Beschreibungen,
Leistungsverzeichnisse
(LVs) vor
PS oder
Auftraggeber
bereiten die
Verfahrensbestimmungen und
vertraglichen
Ausschreibungsunterlagen vor
geben vor,
prüfen und geben frei
ÖBA
sollte bereits unter Vertrag sein
und Ausschreibungsunterlagen
prüfen
machen bekannt und versenden
bzw. stellen zur Verfügung
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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öffentliche und private Auftraggeber
EU-Recht, Richtlinien freier Dienstleistungs- und Warenverkehr
BVergG, Bundesvergabegesetz
öffentliches Vergabewesen in Bund, Ländern, Gemeinden,
Öffentliche AG wie
BIG, ÖBB, ASFINAG, Flughafen Wien
manche interne Regelung strenger
als Gesetze
Freie Vereinbarung, Zivilrecht
Bürgerliches Gesetzbuch
Unternehmensgesetzbuch
Vertragsfreiheit, Privatautonomie
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Stand: 01/10/2009
Block 4
19
Zur Erinnerung ... PPH 1 –OIKD …
Projektstruktur, Projektorganisation grundsätzlich festlegen
In der Frühphase werden alle grundsätzlichen Weichen gestellt. Was jetzt
nicht strategisch angelegt, gut durchdacht wird, kann später immer schwerer
geändert, verbessert werden.
Vorausschauendes Denken und hohe
Imaginationsgabe (für kommende Probleme,
Bedürfnisse) sind wesentlich.
Das Projekt ist zu strukturieren
• in Bauteile, Baulose (örtlich, funktional)
• in Phasen der Abwicklung (zeitlich)
Copyright Universität Graz
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Stand: 01/10/2009
Block 4
20
Projektorganisation, Leistungen der Beteiligten
Projektstruktur, Aufbau- und Ablauforganisation
Grundsätzliche Überlegung des Bauherren, des AG zu Beginn:
• Gibt es Vorteile, kleinteilig zu strukturieren?
• Gibt es Zwänge, kleinteilig zu strukturieren?
• Gibt es Vorteile, wenig zu strukturieren?
Argumente?
• Transparenz
• Risiko
• Aufwand
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Stand: 01/10/2009
Block 4
21
Öffentliches Vergabewesen
Wichtige Regelwerke für Österreich
ÖNORM A 2050 (früher)
Verfahrensnorm, Vergabe von Aufträgen über Leistungen
ÖNORM A 2060
Werkvertragsnorm, Allgemeine Vertragsbestimmungen für Leistungen
ÖNORM B 2110
Werkvertragsnorm, Allgemeine Vertragsbestimmungen für Bauleistungen
ÖNORM B 2118
Werkvertragsnorm, Allgemeine Vertragsbestimmungen für Bauleistungen
unter Anwendung des Partnerschaftsmodells, insbesondere bei Großprojekten
BVergG, Bundesvergabegesetz
nationale Umsetzung der EU Vergaberichtlinie und Sektorenrichtlinie
Wichtig: immer Letztstand, Gültigkeit beachten.
Es gelten die Regelungen zum Zeitpunkt der Ausschreibung bzw. der
Angebotsabgabe bzw. des Vertragsabschlusses, je nach Phase.
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Stand: 01/10/2009
Block 4
22
Verfahrens- und Vertragsbestimmungen
Verfahrensbestimmungen
regeln den Ablauf, hier des Vergabeverfahrens,
die Erstellung von Angeboten und das Zuschlagsverfahren.
Sie werden nicht Vertragsbestandteil
Vertragsbestimmungen
werden aus den Ausschreibungsbedingungen
übernommen, verhandelt und zuletzt vereinbart.
Sie gelten nach Inkrafttreten (Unterschrift beider
Parteien oder andere Festlegung wie Datum,
Erfüllung von Bedingungen, …)
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Stand: 01/10/2009
Block 4
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Arten von (öffentlichen) Vergabeverfahren
Offenes Verfahren (1-stufig)
AG
Nicht offenes Verfahren
mit vorheriger Bekanntmachung (2-stufig)
ohne vorheriger Bekanntmachung (1-stufig)
Bieter
Verhandlungsverfahren
mit vorheriger Bekanntmachung (2-stufig)
ohne vorheriger Bekanntmachung (1-stufig)
Vereinfachte Verfahren unterhalb von Schwellenwerten
Direktvergaben
Rahmenvereinbarungen
AG
AN
Wettbewerbe
Alles Nähere zu den Regelwerken bei Prof. Kropik
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Stand: 01/10/2009
Block 4
24
Offenes Verfahren
Der AG (PS) gibt die Ausschreibung im Amtsblatt, national und EU
bekannt.
AG
Alle Bieter können teilnehmen, unbeschränkte Anzahl von
Unternehmen wird zur Anbotsabgabe aufgefordert.
Bieter stellen Teilnahmeantrag. AG/PS versenden
daraufhin die Ausschreibungsunterlagen.
Bieter
Anbote der Bieter zur festgesetzten Uhrzeit am
bekanntgegebenen Ort, beim Notar?
Klar gekennzeichnet: ANBOT, nicht öffnen.
Bewertung
Anbotseröffnung, mit/ohne Bieter.
Bewertung der Angebote, allenfalls Aufklärung, keine Verhandlung.
Auftragserteilung an Bestbieter, Vertragsabschluß.
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
AG
AN
Block 4
25
Nicht offenes Verfahren
mit vorheriger Bekanntmachung
Der AG (PS) gibt die Ausschreibung im Amtsblatt, national und EU
bekannt.
AG
Alle Bieter können teilnehmen, stellen TN-Anträge.
Bieter
AG wählt aus, nach Eignungs- und Auswahlkriterien
Bieter der 2.Stufe erhalten
detaillierte Ausschreibungsunterlagen.
Anbote der Bieter zur festgesetzten Uhrzeit am
bekanntgegebenen Ort, beim Notar?
Klar gekennzeichnet: ANBOT, nicht öffnen.
Bieter
Anbotseröffnung, mit/ohne Bieter.
Bewertung
Bewertung der Angebote, allenfalls Aufklärung, keine Verhandlung.
Auftragserteilung an Bestbieter, Vertragsabschluß.
AG
AN
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
26
Nicht offenes Verfahren
ohne vorheriger Bekanntmachung
Der AG (PS) darf in bestimmten Fällen davon ausgehen,
dass er ausreichend Marktüberblick hat (vorangegangene
Ausschreibungen, ..)
AG
AG fordert eine ausreichende Anzahl
geeigneter Unternehmer zur Angebotsabgabe auf.
Übermittlung der Ausschreibungsunterlagen.
Bieter
Anbote der Bieter zur festgesetzten Uhrzeit am
bekanntgegebenen Ort, beim Notar?
Klar gekennzeichnet: ANBOT, nicht öffnen.
Bewertung
Anbotseröffnung, mit/ohne Bieter.
Bewertung der Angebote, allenfalls Aufklärung, keine Verhandlung.
Auftragserteilung an Bestbieter, Vertragsabschluß.
AG
AN
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
27
Verhandlungsverfahren
mit vorheriger Bekanntmachung
Der AG (PS) gibt die Ausschreibung im Amtsblatt, national und EU
bekannt.
AG
Alle Bieter können teilnehmen, stellen TN-Anträge.
AG wählt aus, nach Eignungs- und Auswahlkriterien. Wie viele
er wählen wird, muss er in der 1.Stufe allen bekanntgeben
Bieter
Bieter der 2.Stufe erhalten
detaillierte Ausschreibungsunterlagen.
Alle Bieter geben gleichzeitig ein verbindliches Angebot ab.
Der AG verhandelt mit allen Bietern über Qualität und Preis.
Bieter
Gleichbehandlung: Alle zusätzlichen Informationen aus den
Verhandlungen sind allen Bietern mitzuteilen.
Abgabe des „LAFO“, des Last and Final Offers
Verhandlung
Auf dessen Basis wird der Bestbieter ermittelt.
Zuschlagskriterien. Vertrag wird abgeschlossen, er wurde
im Zuge der Verhandlungen vereinbart.
AG
AN
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
28
Verhandlungsverfahren
ohne vorheriger Bekanntmachung
Der AG (PS) darf in bestimmten Fällen davon ausgehen,
dass er ausreichend Marktüberblick hat (vorangegangene
Ausschreibungen, ..)
AG
AG fordert eine ausreichende Anzahl
geeigneter Unternehmer zur Angebotsabgabe auf.
Übermittlung der Ausschreibungsunterlagen.
Bieter
Alle Bieter geben gleichzeitig ein verbindliches Angebot ab.
Der AG verhandelt mit allen Bietern über Qualität und Preis.
Gleichbehandlung: Alle zusätzlichen Informationen aus den
Verhandlungen sind allen Bietern mitzuteilen.
Verhandlung
Abgabe des „LAFO“, des Last and Final Offers
AG
Auf dessen Basis wird der Bestbieter ermittelt.
Zuschlagskriterien. Vertrag wird abgeschlossen, er wurde
im Zuge der Verhandlungen vereinbart.
AN
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
29
Kriterien
AG
Eignungskriterien:
Wer ist grundsätzliche geeignet,
den Auftrag zu übernehmen?
Bieter
Auswahlkriterien:
Wer ist besser geeignet, sodass er/sie
in die 2. Stufe kommt, auf die „Short-List“?
Bieter
Zuschlagskriterien:
Wer erhält den Zuschlag?
Bewertung
AG
Kriterien sind in der Ausschreibung klar festzulegen.
AN
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Stand: 01/10/2009
Block 4
30
Bietergemeinschaft, ARGE
Subunternehmer
Bietergemeinschaft gibt gemeinsam ein Anbot ab.
Ergänzung in Sparten, z.B: Bau+TGA
Gemeinsam größere Chancen, etc.
BG wird ARGE, Arbeitsgemeinschaft
im Falle des Zuschlages, der Auftragserteilung
Gesellschaft Bürgerlichen Rechts
Solidarische Haftung
insbesondere wenn ein Partner seine Leistung nicht
ordnungsgemäß erbringt oder illiquid wird, in Konkurs geht.
Innenverhältnis kann vertraglich frei gewählt werden.
Subunternehmer können der ARGE oder einem ARGE Mitglied
zugeteilt sein.
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
31
Leistungsbeschreibung
Konstruktiv:
Leistungsverzeichnis in Einzelleistungen gegliedert,
In Plänen dargestellt, im LV-Text beschrieben
Positionen mit Bezeichnung, Mengen
Vom Bieter werden Einheitspreise angeboten
Standardisierte Leistungsbeschreibung:
Zur Vereinfachung für AG und Bieter,
Klarheit für alle, soweit Positionen verfügbar,
ansonsten im Einzelfall (Projekt) zu definieren
Funktional:
Beschreibung der zu erbringenden Leistung mit
(allgemeinen) Leistungs- und Funktionsanforderungen,
Zweck der fertigen Leistung, technische, wirtschaftliche,
gestalterische, funktionale, etc. Anforderungen
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
32
Konstruktive vs. Funktionale
Leistungsbeschreibung
Konstruktive
Leistungsbeschreibung
Funktionale
Leistungsbeschreibung
Leistung wird unter Angabe der
Konstruktionsart, der zu
verwendenden Materialien, der Maße
und der Menge eindeutig beschrieben
Die zu erfüllende Funktion einer Leistung
wird beschrieben, ohne dass nähere Angaben
über die Qualität, Quantität, Konstruktionsart
usw. gemacht wird
Quelle: Handwörterbuch der Bauwirtschaft
(Oberndorfer / Jodl)
Quelle: Handwörterbuch der Bauwirtschaft
(Oberndorfer / Jodl)
zur Diskussion:
+ klassisch, bewährt
- hoher Aufwand
+ wenn gut durchdacht, wenig Risiko
für AG
- Einladung zu Claims
zur Spekulation
+ gut abzurechnen,
transparent, nachvollziehbar
© Achammer, Reismann
zur Diskussion:
- in Österreich weniger üblich
+ Design+Build, FIDIC Yellow Book, PPP, BOT
- auch hoher Aufwand, wenn man es sorgfältig
macht
+ Optimierungspotenzial der Unternehmer wird
gefordert, Leistungsanreize bieten
+ Risiko auf Seiten AN, weniger Claims für AG
- hohes Risiko, wenn schlecht gemacht
Stand: 01/10/2009
Block 4
33
Sicherstellungen
Vadium, Bietgarantie,
damit der Bieter nicht von seinem Angebot zurücktritt
Kaution, Durchführungsgarantie,
damit der Unternehmer nicht seine vertragslichen Pflichten verletzt
Deckungsrücklass,
Damit es bei Abschlagsrechnungen nicht zu Überzahlungen kommt.
Abschlagsrechnung ist monatliche Baufortschrittsrechnung auf Basis
überschlägiger Abrechnungsmengen. Erst die Schlußrechnung ist
endgültig.
Haftungsrücklass,
Damit alle Pflichten aus Gewährleistung und
Schadenersatz erfüllt werden.
Sicherstellungen in bar (Bargeld, Sparbuch)
oder als Bürgschaft, Bankgarantie
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
34
Projektphasen und Handlungsbereiche
Leistungen nach HO-PS in PPH 3 - Ausführungsvorbereitung
Ausschreibung - Kalkulation - Vergabe – Vertrag
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
35
LV-Position
bei konstruktiver Leistungsbeschreibung über Leistungsverzeichnis (LV)
Quelle: VO Preisbildung und Vergabewesen
DDI Magdalena Suppan
„Kleinste, als verrechenbare Leistung festgelegte
Zusammenfassung von Einzelleistungen“
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
36
Standardleistungsbeschreibung (STLB)
Sammlung standardisierter Texte die einzelne
Positionen und die zu erbringenden
Leistungen beschreiben. Je nach Projekt
kann man aus diesem Standardkatalog
entsprechende Positionen auswählen.
Standardisierte Leistungsbeschreibung siehe
www.bmwfj.gv.at/bauservice
Lückentexte:
Sind jene Textpassagen in der Ausschreibung
die durch den Planer zu ergänzen sind um die
Position projektspezifisch zu definieren.
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block
34
Block
37
Standardleistungsbeschreibung (STLB)
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block
34
Block
38
Standardleistungsbeschreibung (STLB)
Muster, Gliederung
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block
34
Block
39
Zusammensetzung der Kosten
Kalkulation einer Baufirma
Baustelle
Einzellohnkosten
Einzelmaterialkosten
Einzelgerätekosten
Unternehmen
Einmalige Kosten
der Baustelle
Zeitgebundene
Kosten der Baustelle
Geschäftsgemeinko.
Gewinn
Sonstige Gemeinko.
Wagnis
Bauzinsen
Gerätekosten
der Baustelle
Sonstige Kosten
der Baustelle
Einzelkosten
Baustellengemeinkosten
HERSTELLKOSTEN
Gesamtzuschlag lt. ÖN B 2061
SELBSTKOSTEN
PREIS bzw. ENTGELT
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
40
Was ihr immer schon wissen wolltet …
BWL Begriffe zum (NICHT) verwechseln
Kosten und Erlös werden als Begriffspaar im internen Rechnungswesen, d. h. insbesondere in der Kosten- und Leistungsrechnung verwendet. Es ist
jedoch zu beachten, dass Erlöse nicht mit Leistung zu verwechseln sind. Kosten und Erlös sind gegen ähnliche Begriffspaare wie folgt abgegrenzt:
Aufwand und Ertrag bilden das analoge Begriffspaar im externen Rechnungswesen und werden zur Erstellung einer periodisierten Gewinn- und
Verlustrechnung verwendet.
Ausgaben und Einnahmen sind Schlüsselbegriffe der Buchführung. Sie entstehen, wenn etwas gekauft bzw. verkauft wurde, unabhängig davon ob es
schon bezahlt wurde oder nicht. Sobald effektive Zahlungen erfolgen, werden Ausgaben und Einnahmen zu Auszahlung und Einzahlung. Aus- und
Einzahlungen sind die grundlegenden Rechengrößen der Investitionsrechnung und des Treasury. Die genannten Begriffspaare überschneiden sich
größtenteils inhaltlich. Die Verwendung des Begriffes richtet sich primär nach dem angestrebten Rechnungszweck.
Unterschiede zwischen Kosten und Aufwand können aber beispielsweise entstehen, wenn Vorgänge unterschiedlich bewertet werden, wie etwa
kalkulatorische Abschreibung und bilanzielle Abschreibung (ersteres stellt Kosten dar, letzteres Aufwand)
Kosten angesetzt werden, die im externen Rechnungswesen keine Entsprechung haben (beispielsweise kalkulatorische Zinsen oder Unternehmerlöhne)
Der Ansatz kalkulatorischer Kostenelemente (z. B. von Wagniskosten) ist, wie auch die begriffliche Unterscheidung zwischen Kosten und Aufwand
überhaupt, ein Phänomen der deutschen Kostentheorie und hat in anderen Ländern und Sprachen keine Entsprechung. So werden etwa im Englischen
die Begriffe cost und expense weitestgehend synonym verwendet.
© Achammer, Reismann
Stand: 01/10/2009
Block 4
41
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