Was ist Theorie, was ist politische Theorie?

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GEGENSTAND DER VORLESUNG (GRUNDLAGEN)
0. Ziel und Zweck der Vorlesung
In dieser Vorlesung geht es darum, zum Studium "klassischer" wie moderner und
spätmoderner DenkerInnen anzuregen, zu motivieren, die Notwendigkeit und den
Nutzen von Theoriearbeit plausibel zu machen.
Politische Theorien oder zumindest Aspekte von bestimmten politischen Theorien
sind in allen politikwissenschaftlichen und politischen Äußerungen enthalten
(impliziert) (vgl. Demirović 1995). Die Frage, ob wir etwas mit politischen Theorien
zu tun haben wollen, stellt sich also gar nicht. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie
wir mit den - in unserer Umgebung und in unserem Denken - immer schon
vorhandenen politischen Theorien umgehen.
Ohne explizite Aneignung und kritische Überprüfung dieser Theorien besteht die
Gefahr, dass Unreflektiertes, hegemoniale Vorstellungen und common sense-Ideen
als selbstverständlich gültige Erkenntnisse hingenommen werden.
Es geht in dieser Vorlesung auch um den prinzipiellen Stellenwert von Theorien im
allgemeinen und politischen Theorien im besonderen für das Studium:
A: Theorien als notwendige Voraussetzung jeder Analyse (auch wenn sie
vorwiegend empirisch orientiert ist) (Hay 2002, chapter 2);
B: politiktheoretischer Fragen sind immer offen und umkämpft (u.a. die Frage, wie
'Politik' und 'das Politische' definiert werden kann und soll - es gibt hierzu keine fixe
und endgültige Antwort, allerdings gibt es dazu viele Diskussion mit ständig neuen
Ideen, Erkenntnissen und Perspektiven; mehr dazu in der dritten Vorlesung);
C: Selbstreflexion: Theorie hilft auch, unterschiedliche politiktheoretische Ansätze
beurteilen zu können.
Um diese Zielsetzung - der kritischen Theoriearbeit - zu realisieren, sind allerdings
auch praktische Hilfestellungen vonnöten: Neben inhaltlich-thematischen
Anregungen (z.B. Welche Ideen sind aus der Geschichte zu holen? Welchen Weg
nehmen
Begriffen
und
Konzepten
in
konkreten
historisch-politischen
Zuammenhängen, wie werden sie dabei verändert?) soll überdies technische
Unterstützung (z.B. Wie analysiere ich Texte? Mit welchen Hilfsmitteln kann ich
arbeiten? - vor allem auch in der Übung 'Techniken des wissenschaftlichen
Arbeitens') gegeben werden.
Politische Theorie und Ideengeschichte umfasst mittlerweile einen riesigen und
tendenziell unübersichtlichen Kanon an Texten.
Zugegeben: Nur wenige davon haben rasch und unmittelbar zu
erschließenden Unterhaltungswert oder lassen sich so einfach lesen wie
Sportseiten von Tageszeitungen. Auch Fernsehkrimiserien oder Sitcoms
("situation comedies") transportieren selten offenbarende politisch-
-1-
theoretische Einsichten, wenngleich auch sie sehr wohl als politische "Texte"
zu erschließen sind (Dörner 2001).
Der 'Unterhaltungswert' von Text hängt allerdings stark davon ab, welche
Interessen und Vorlieben jemand bisher entwickelte bzw. neu ausbilden möchte:
die philosophisch-politischen Essays von Montaigne oder die Subjekttheorien von
Louis Althusser und Judith Butler können für manche viel spannender und
aufregender sein als Berichte aus dem Bereich des Sports. Allerdings lassen sich
Politiktheoretisches und Sportkundliches auch in sehr aufschlussreicher Weise
verbinden: z.B. in den Fragen, wie Metaphern aus dem Bereich des Sports in
politischen Diskussionen verwendet werden, welche populistischen Funktionen sie
dabei erfüllen können, wie Fußball und Männlichkeit zusammenhängen (Spitaler
2005; Kreisky/Spitaler (Hg.) 2006).
Begreifen und Verstehen schwierigen Textmaterials, wozu fast immer theoretische
Schriften zählen, erscheinen vielen Studierenden einerseits oftmals als
unerfreuliche Tätigkeiten. Man tendiert dazu, ihnen daher auszuweichen und
verweist solche Texte in die "Makulatur" der Geschichte. Damit nimmt man sich
aber viele Einsichten und Analysechancen. Ohne ausdauernde intellektuelle Arbeit
(d.h. z.B. Lesen, Exzerpieren und Kommentieren von Zeitschriftenartikeln und
Büchern) lassen sich diese Texte tatsächlich nicht nutzbar machen. Aber: Ohne
intellektuelle Neugier wird die Ausbeute politikwissenschaftlichen Forschens
bescheiden bleiben.
Um über aktuelle politiktheoretische Diskussionen auf dem Laufenden zu bleiben,
ist es sinnvoll, immer wieder einen Blick in die einschlägigen Zeitschriften
(sowohl die Artikel als auch die Buchbesprechungen) zu werfen, z.B.:
Political Theory; Signs; Contemporary Political Theory; Perspectives on
Politics; femina politica; Leviathan; Politics and Society; Postcolonial Studies:
Culture, Politics, Economy; Blätter für deutsche und internationale Politik;
Politics; Prokla; beiträge zur feministischen theorie und praxis; Theory, Culture
and Society; …
Politikwissenschaft ist vor allem ein "Lesestudium". Diese Lektüreintensität bezieht
sich freilich auf äußerst unterschiedliche Textsorten. Selbst wenn Sie ganz
besonders an primär empirischen (es gibt keine 'rein empirischen' Analysen; das
notwendigerweise enthaltene Theoretische - z.B. welche Begriffe verwendet
werden - geht entweder reflektiert oder unreflektiert in die jeweilige Analyse ein!)
Analysen der Politik interessiert sind, kommen Sie nicht umhin, auch den präzisen
und korrekten Umgang mit "Texten" (wie Studien, Gesetze, Verordnungen, sonstige
Dokumente) zu beherrschen.
Weil viele der politikwissenschaftlich relevanten Daten Texte sind:
•
Wer sich mit militärpolitischen Fragen beschäftigen will, wird vermutlich
den Eurofighter-Vertrag einmal genau analysieren müssen (falls er jemals
-2-
der Öffentlichkeit - oder zumindest der Wissenschaft - zugänglich
gemacht wird).
•
Das Beispiel des Kosovokrieges 1999 und die Bedeutung des Annexes
des Vertrages von Rambouillet.
•
Für die Analyse spezieller Politikfelder (wie z.B. Universitätspolitik,
Sozialpolitik, Frauenpolitik, Umweltpolitik oder Neutralitätspolitik) müssen
Sie auch einschlägige österreichische Gesetzestexte oder auch EUDokumente verstehen und interpretieren können.
Lesen sollte nach Möglichkeit immer auch Exzerpieren der gelesenen Texte und das
Diskutieren darüber bedeuten; man könnte in dieser Hinsicht von einem
"dialogischen" oder "polylogischen Lesestudium" sprechen.
In kaum einem anderen Teilgebiet der Politikwissenschaft werden Sie mehr dazu
angeleitet, methodisch genaue Textarbeit (Lektüre, Interpretation und
Diskursanalyse von Texten) zu leisten als in der politischen Ideengeschichte. Die
Ideengeschichte kann als dazu besonders geeignetes Lernfeld angesehen werden.
Wenn Sie einen Text von Aristoteles sorgfältig "zerlegen", verstehen und in
seiner Vielfalt interpretieren können, werden Sie mit Sicherheit auch das
Universitätsgesetz
2002
nach
allen
Regeln
verstehender
und
interpretierender Kunst bearbeiten bzw. eine Diskursanalyse dieser Texte
durchführen können.
Freilich bleibt an dieser Stelle auch kritisch anzumerken, dass die
Politikwissenschaft als Disziplin in ihrem Ausbildungskanon methodologische
Fragen der Befassung mit historischen und aktuellen Politiktheorien wie Techniken
der Textanalyse selbst nur unzureichend pflegt1. Die Politikwissenschaft behandelt
im Gegensatz zu anderen Disziplinen einschlägige methodische Fertigkeiten
nachweislich
stiefmütterlich.
Bezeichnenderweise
müssen
angesichts
systematischer Vernachlässigung methodologische Überlegungen und technische
Tipps anderen Disziplinen entlehnt werden, vor allem aus der Literatur- und aus der
Rechtswissenschaft geholt werden. Einen sehr guten Überblick über verschiedene
Ansätze, literarische Texte zu interpretieren (Diskursanalyse, Semiotik,
Hermeneutik, Interdiskursanalyse, Dekonstruktion, …), finden Sie in Klaus-Michael
Bogdal (Hg.) 1997.
In einer Vorlesung können nur Anstöße zu weiterer Beschäftigung geboten werden.
Es kommt daher letztlich darauf an, dass diese Anregungen in intensiver eigener
Lektüre und Versuchen kritischer Textarbeit vertieft und später dann auf aktuelle
Forschungsfragen in Theorie und Empirie bezogen werden. Genaueres Studium und
Was gesamtgesellschaftlich an Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften als Abwertung praktiziert
wird, ereignet sich auch innerhalb der Politikwissenschaft als Disziplin. Auf- und Abwertung von Wissen
ereignet sich auch hier an der Orientierungsmarke von vermeintlicher Marktgängigkeit von Wissen. Nur
technologieorientierte Forschung und Biowissenschaften finden zur Zeit Anerkennung und haben
gesellschaftlichen Wert. Obwohl aktuelle westliche Gesellschaften über Reichtum verfügen wie nie zuvor,
heißt es immer öfter, ökonomisch nicht direkt verwertbares, mithin "unnützes" Wissen können wir uns
angesichts globaler Standortkonkurrenz nicht länger "leisten".
1
-3-
intensivere Diskussionen gibt es in der Folge dann in politisch-theoretischen
Grundkursen und Proseminaren, vor allem aber in vertiefenden Seminaren. Erstes
Hineinschnuppern in solche Arbeitsweisen ist aber schon um diese Vorlesung und
die Grundkurse angesagt, die mit voller Absicht als einführende Lektürekurse
angelegt sind.
Im Grundlagenblock der Vorlesung geht es zunächst um Klärung folgender
Grundsatzfragen:
 Wozu (politische) Theorie? (politikwissenschaftliche Reflexion)
 Wozu politische Ideengeschichte/historische politische Theorien?
 Politisches Denken: Was ist darunter zu verstehen?
1. WAS IST THEORIE? WAS IST POLITISCHE
POLITIKWISSENSCHAFTLICHE THEORIEN?
THEORIE?
WAS
SIND
1.1. Was ist Theorie?
Das Wort "Theorie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "schauen",
"beobachten" (Etymologie: Herkunft, Geschichte und Ursprungsbedeutung der
Wörter). Theorie ist ihrem anfänglichen Wortsinn nach als "Anschauung" oder
"Beobachtung" zu definieren (Zima 2004). Diese Definition wäre allzu weit: Denn
alle Wahrnehmungen sind sozial, kulturell, ideologisch und theoretisch bedingt.
Der moderne Theoriebegriff wird zumeist enger gefasst und bezieht sich auf
"wissenschaftliche Erkenntnis" im Unterschied etwa zu religiösem Glauben,
literarischer Deutung der Welt oder zu Propagandaschriften. Das heißt freilich
nicht, dass Theorie und Wissenschaft synonym zu setzen sind. Wissenschaft kann
in diesem Verständnis als die Kombination von Theorie und Empirie verstanden
werden.
Bislang liegt für den Begriff Theorie kein einheitliches, allgemein anerkanntes,
wissenschaftstheoretisches Begriffsverständnis vor. Es gibt Versuche, den Begriff
Theorie mit rein formalen Kriterien zu bestimmen: Theorie wird dann definiert als
ein System von Sätzen bzw. Aussagen, welche widerspruchsfrei und innovativ sind
– diese Bestimmung gilt aber auch für nichtwissenschaftliche Texte wie politische
Reden.
Thomas Kuhn sprach von "permanenten Werten der Wissenschaften": Genauigkeit,
Reichweite, Fruchtbarkeit (z.B. Erklärungs- und Prognosekraft), Konsistenz und
Einfachheit (Kuhn, zit.n. Ritsert 2003).
Theorien können auch als Versuche verstanden werden, vielfältige und
unübersichtliche Realitäten zu systematisieren, sie werden also "in ordnender
Absicht" gebildet.
-4-
Peter Zima definiert Theorie als einen
interessegeleiteten
Diskurs,
dessen
Aussagesubjekt
über
seine
Relevanzkriterien, seine semantisch-narrative Verfahren und seine
Vorstellungen von Akteuren im gesellschaftlichen Kontext selbstkritisch
reflektiert und sie als partikulare Konstruktionen einer ambivalenten,
vieldeutigen Wirklichkeit auffasst, deren Erkenntnis den Dialog mit anderen
Theorien voraussetzt (Zima 2004, 20 und 62).
Unter einem Aussagesubjekt meint Zima dabei ein "Kollektivsubjekt", d.h.
diejenigen, die einen bestimmten Anatz vertreten (z.B. Kritische Theorie,
Psychoanalyse,
Foucaultsche
Diskurstheorie,
Kritischer
Rationalismus,
Hermeneutik, Symbolischer Interaktionismus, Ethnomethodologie, Critical Realism,
Cultural Studies, Feminismen, …).
Theoretische Diskurse verarbeiten und kritisieren immer auch weltanschauliche
Positionen
(Liberalismus,
Konservativismus,
Sozialismus,
Feminismus,
Neoliberalismus usw.). Zugleich können theoretische Diskurse in ihrem Bestreben
"nach Erkenntnis" durch Ideologien auch entscheidend "bedroht" werden, und ganz
oder teilweise zu "Ideologien verkommen". Sie sind also nie endgültig
wissenschaftlich (im Sinne von 'frei von ideologischen Gehalten').
Theoretische Diskurse sind im Grunde intellektuelle (Re-)Aktionen: Sie reagieren
reflektierend auf soziale, politische, kulturelle und wirtschaftliche Gegebenheiten
und Probleme, indem sie versuchen, Befunde und Erklärungen für Verhältnisse und
Sichtweisen anzubieten, aber auch Lösungen zu entwerfen, die niemals "wertfrei"
sind. Und sie agieren – aktiv-konstruierend –, indem sie neue Denkmöglichkeiten
eröffnen, verzerrende (ideologische) Thesen anderer Diskurse kritisieren, bislang
unerkannte Zusammenhänge bewusst machen und Bedingungen für veränderndes
Handeln aufzeigen.
Theorien haben weiters komplexen gesellschaftlichen Realitäten standzuhalten. Die
Qualität theoretischer Reflexion erweist sich also letztlich an der Empirie und an
der Qualität der Begriffe bzw. Begriffskombinationen. Wichtige Frage sind zudem:
Welchen Erklärungsgewinn vermittelt Theorie, wie praxisrelevant ist sie, für welche
Art von Praxis ist sie relevant?
Theorien werden aber vor allem im Streit zwischen Wissenschaftlergruppen
ausgetragen und (vorläufig) entschieden, indem sie nach bestimmten formalen
Regeln widerlegt und verworfen oder eben auch anerkannt werden. Zima schlägt in
diesem Zusammenhang eine "dialogische und dialektische Metatheorie" vor, er
meint damit:
gegensätzliche theoretische Positionen zusammenzuführen, um sie im
Rahmen einer Konfrontation zu überprüfen. Wo konträre Standpunkte
aufeinanderprallen,
lässt
jede
der
beteiligten
Theorien
ihre
Wahrheitsmomente und ihre blinden Flecken erkennen. Indem sie andere
Perspektiven eröffnet, indem sie den in Frage stehenden Gegenstand ganz
-5-
anders konstruiert, macht die konkurrierende Theorie Probleme sichtbar,
welche die von uns bevorzugte Theorie verdeckt. (Zima 2004)
In der empirischen Nachprüfung theoretischer Einsichten (Prüfung an der
"Erfahrung" und Beobachtung) oder auch in der Konfrontation gegensätzlicher
theoretischer Positionen werden "Wahrheitsmomente" oder "blinde Flecken"
erkennbar. Verschiedene Theorien können kompatibel sein und sich "ergänzen", sie
können sich aber auch total widersprechen und folglich inkompatibel sein. Theorien
haben "widerspruchsfrei", "logisch konsistent", "kohärent" und "informativ" zu sein,
sie sind korrigierbar und verbessbar, sie können auch völlig verworfen werden.
Wissenschaftstheorie, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsgeschichte
Die Wissenschaftstheorie - als Metatheorie, als selbstreflexive Theorie über
Theorien - interessiert sich für die Struktur von Theorien, während
Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie auf die Funktion von
Theorien fokussieren.
Wissenschaftstheorie bezieht sich zum einen auf die Grundcharakteristika der
gesellschaftlichen und politischen Realität:
•
ob die Untersuchungsgegenstände der Natur- (z.B. Bewegungsgesetze der
Sterne; biologische Gesetze; …) und diejenigen der Sozialwissenschaften (z.B.
Entstehen und Funktionieren von ökologischen, feministischen und anderen
sozialen Bewegungen; …) die gleiche Struktur haben, oder ob es zwischen
ihnen gravierende qualitative Unterschiede gibt (Entscheidungsfähigkeit,
Reflexion, Verstehen, Intention, Kritik und Verantwortung sind z.B.
Eigenschaften, die gesellschaftliche Akteure auszeichnen, aber nicht
Naturgegenstände)? Erst wenn wir auf diese Fragen eine Antwort gefunden
haben,
können
wir
auch
überlegen
und
entscheiden,
welche
Forschungsmethoden wir anwenden sollen und werden;
•
das Verhältnis zwischen Strukturen und Handlungen;
•
die Bedeutung von Ideen und Theorien für das Erreichen eines bestimmten
politischen Ergebnisses/Zustandes;
•
sind Institutionen gesellschaftliche Phänomene mit einer eigenen Logik, einer
eigenen Dynamik, oder sind sie ausschließlich die Summe (das 'Aggregat') der
Handlungen der beteiligten Menschen? (Hay 2002)
Wissenschaftstheorie bezieht sich weiters darauf, was wir in welcher Weise über
diese Realität wissen können. D.h.: Was sind die Bedingungen dafür, dass wir
Wissen bzw. Erkenntnis über die (politische) Realität erwerben? Wie sicher kann
unser Wissen sein? Können wir die Erkenntnisse, die wir in einem relativ eng
begrenzten Kontext gewonnen haben, verallgemeinert werden? Mit welchen
Argumenten und Gründen bevorzugen bestimmte politikwissenschaftliche
Erklärungen gegenüber anderen? (Hay 2002, 62).
-6-
Weiters sind die Fragen zu stellen, ob WissenschafterInnen im Forschungsprozess
ihre
gesellschaftliche
und
(gesellschafts-)politische
Positioniertheit
und
Positionierung (also wie sie sich selbst positionieren innerhalb der verschiedenen
Bereiche einer Gesellschaft) 'verdrängen' oder 'ausschalten' können; ob sie die
Positionierung
überhaupt
völlig
ausgeschaltet
sollen;
ob
bestimmte
Positionierungen (z.B. Erfahrung von geschlechtsspezifischer oder/und rassistischer
Diskriminierung) möglicherweise einen genaueren Blick auf bestimmte
gesellschaftliche Vorgänge bewirken können.
Wichtig ist auch der Stellenwert der "Daten": diese sind keine gesellschaftlich
indifferenten Objekte, die von WissenschafterInnen eingesammelt werden, sondern
sind vielmehr das Ergebnis gesellschaftlicher Aktivitäten (u.a. sind die Staaten oft
die Produzenten derjenigen Daten, auf deren Basis ForscherInnen dann die
Aktivitäten des Staates untersuchen).
Problemorientierte Forschung muss sich auch der Frage stellen, welche Aspekte der
sozialen und politischen Welt am dringendsten erklärt werden sollen und welchen
Untersuchungsansatz man dafür verwenden soll.
Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie thematisieren
die Zusammenhänge von Denk- und Machtverhältnissen zu thematisieren:
Wer hat Zugang zu den Produktionsstätten wissenschaftlicher Forschung,
wer ist warum ausgeschlossen? Welche Erkenntnisinteressen können sich
durchsetzen und welche finden warum keinen Weg, sich Gehör zu
verschaffen und sich im Wissenschaftsbetrieb zu realisieren? Wer profitiert
von welchem Wissen und wer sind die VerliererInnen? Wer spricht für wen,
wer hat Subjekt- oder Objektstatus? Welche Rationalitätsstandards sind
hegemonial und welche warum marginalisiert? (Singer 2005).
Eine weitere Betrachtungsweise von Theorien bezieht sich auf die Objekte und
Objektbereiche.
Hier
schließen
sozialund
politikwissenschaftliche
Theoretisierungen häufig an. Im sozial- und politikwissenschaftlichen Arbeitsfeld
können z.B. unter Bezugnahme auf den Soziologen Robert K. Merton folgende
Typen von Theorien unterschieden werden: grand theory (z.B. Systemtheorie);
theories of the middle range (Theorien der mittleren Reichweite), die empirische
Forschung anleiten sollen; Alltagstheorien (Arbeitshypothesen) (Merton 1949).
1.2. Was ist Politische Theorie?
Theorien?
Was sind politikwissenschaftliche
Zu Politik und politischen Phänomenen kann sich jede/r äußern. Dies gilt als
Selbstverständnis und Kernpunkt von Demokratie. "Was unterscheidet Äußerungen
von Politikern, Journalisten oder von jedermann, der nicht Politikwissenschaft
studiert hat, von der Fachdiskussion der Politikwissenschaftler über ebendiese
Politik?" (Pappi 2003: 77). "Es sind die Theorien und Methoden, die
-7-
Politikwissenschaftler verwenden, um Aufschluß über politische Sachverhalte zu
gewinnen" (ebd.).
Politische Theorie ist demnach fester Bestandteil des politikwissenschaftlichen
Studiums:
•
Politische Theorie bildet zum einen ein spezielles Teilgebiet/ein Kernfach der
Politikwissenschaft (vgl. Studienplan);
•
zum
anderen
aber
ist
politische
Theorie
eine
"Synthese"
politikwissenschaftlicher Forschung, sie repräsentiert "eine Art Dach für die
gesamte Disziplin" (Falter/Honolka/Ludz 1990, 33).
•
Sie vermittelt auch das notwendige Maß an Selbstreflexion, da sie auch den
Wissenschaftscharakter und die Forschungslogik, die Grundlagen und das
Selbstverständnis des Fachs klärt.
•
Politische Theorie ist "abstrahierende Beschreibung und Erklärung politischer
Zusammenhänge" (Pappi 2003, 78), sie repräsentiert zudem ein nützliches
Arsenal politischer Lösungsansätze wie analytischer Denkwerkzeuge zur
Reflexion und Systematisierung politischer Phänomene;
•
politische Theorie positioniert sich in sozial- und geisteswissenschaftlichen
Diskurskontexten und akquiriert theoretische Anregungen auch aus der
Philosophie, Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Sozial- und
Humangeographie, Geschichts- und Wirtschaftswissenschaft, aber auch aus der
Rechtswissenschaft (insbesondere Staatslehre, Recht der Internationalen
Beziehungen).
•
Letztlich
ist
(politische)
Theorie
eine
eigentlich
disziplinübergreifende
intellektuelle Anstrengung. Sie ist somit jener Arbeitsbereich in der
Politikwissenschaft, der die meisten Anschlussstellen zu anderen (sozial- und
geisteswissenschaftlichen) Disziplinen aufweist, mithin auch ein gewisses Maß
an Transdisziplinarität praktiziert.
Unter dem Begriff "politische Theorie" werden Ansätze zusammengefasst, die eine
Theorie zum Gegenstandsbereich "Politik" formulieren. Das ist allerdings eine
unbefriedigende Definition (sie ist zu allgemein, eigentlich tautologisch). Sie schafft
nur weitere Bestimmungsprobleme:
•
Was deckt der Begriff "Politik" ab?
•
Was unterscheidet Politik von anderen gesellschaftlichen Bereichen (z.B.
Wirtschaft, Wissenschaft, Religion usw.)?
•
Kann Politik überhaupt als eigenständiger "Gegenstand" gefasst werden?
•
Ist Politik (das Politische) nicht eher eine besondere Eigenschaft, eine Qualität
gesellschaftlicher Prozesse und Strukturen oder ein spezifischer Mechanismus
der Verbindung gesellschaftlicher Bereiche?
-8-
Von manchen Politikwissenschaftern wird das Gemeinsame politischer Theorien in
ihrer Methodik gesehen, wie also das Feld der "Politik" erschlossen wird. So kann
politische Theorie in drei Bereiche differenziert werden:
•
Metatheorie (selbstreflexive Aufgabe von Theorie)
•
Systematische/empirische Theorien: geben Antworten auf die Frage nach der
empirischen Verfasstheit von Politik ("so ist Politik")
•
Normative Theorien (politische Philosophie/Ideengeschichte): geben Antworten
auf die Frage nach der Begründbarkeit von Politik ("so soll Politik (nicht) sein").
Diese Unterscheidung impliziert keineswegs, dass empirische Theorien nicht auch
normativ und normative Theorien nicht auch empirisch sind:
•
Manche Ansätze bezeichnen sich als nicht-normativ, als streng wertfreiempirisch - und haben aber bereits in ihren wissenschaftstheoretischen
Prämissen Normen versteckt: z.B. der Rational-choice-Ansatz, der davon
ausgeht, dass alle Menschen egoistische Nutzenmaximierer seien (Hay 2002,
8f) – eine Prämisse, die keineswegs empirisch gewonnen wurde und gleichzeitig
ein bestimmtes normativ aufgeladenes Menschenbild beinhaltet.
•
Der kanadische Philosoph Charles Taylor argumentiert umgekehrt, dass es keine
völlig nichtempirischen (bzw. empirielose) Theorien: So sei etwa Plato davon
ausgegangen, dass Klassengegensätze abgeschafft werden könnten, während
Aristoteles meinte, Klassenkonflikte könnten bloß gezähmt, aber nicht
überwunden werden. D.h. ihre spezifischen empirischen Thesen über das
Funktionieren der Gesellschaft sind insofern mit normativen Positionen
verknüpft, als sie den möglichen politischen Strategien und der Bewertung von
Politikformen einen eindeutigen Rahmen vorgeben: wenn die Möglichkeit der
Transformation zu einer klassenlosen Gesellschaft ausgeschlossen wird, bleibt
nur die Wahl zwischen verschiedenen Formen des Klassenkonflikts (vgl. Mihic/
Engelmann/ Wingrove 2005, 477f).
Diese Frage des Verhältnisses von Normativem und Empirischen wird Ihnen das
gesamte Studium hindurch begegnen; Sie werden unterschiedlichste Antworten zu
hören bekommen – Sie müssen also selbst durch Lektüre, Reflexion und
Diskussionen zu einem Ergebnis (wie vorläufig auch immer, wie veränderbar auch
immer) kommen.
-9-
Verwirrende Vielfalt der Bezeichnungen
"Politische Theorien"
Historische politische Theorien
Moderne politische Theorien
Normative politische Theorien
Empirisch-analytische Theorien
Politische Ideengeschichte
Politische Theorien
Geschichte politischen Denkens
Geschichte politischer Diskurse
Politikwissenschaftliche Theorien
Partikular-/Bereichstheorien
Schaubild 1: Übersicht der Bezeichnungen
Zu beachten ist, dass in vielen politikwissenschaftlichen Texten mit empirischanalytisch ausschließlich und vereinnahmend quantifiziernde (alles ist messbar,
man kann Voraussagen machen, …) Theorien und Methoden gemeint werden. De
facto sind aber auch qualitative Theorien (z.B. Hermeneutik und Diskurstheorie)
empirisch und analytisch orientierte Theorien, dass selbstverständlich auch
qualitative (also nicht-quantifizierende) Methoden Formen empirischer Forschung
und Analyse sind.
Variables Wechselspiel von Theorie und Praxis
Werner J. Patzelt sieht politisches Alltagsdenken, politische Ideengeschichte und
politikwissenschaftliche Theorie als jene "Triade" an, die das Netzwerk "politischer
Theorie" ausmacht. Politisches Alltagsdenken ist die Basis "alltäglicher Konstruktion
und Reproduktion politischer Wirklichkeit" (Patzelt 2003, 443); politische
Ideengeschichte bildet das "kollektive Gedächtnis" (auch) der Politikwissenschaft
(ebd., 451) und politikwissenschaftliche Theorien stellen "systematisches",
reflektiertes politisches Denken/Wissen dar:
"Durch systematisches politisches Denken – also durch der Praxis
entsprungene, für die Praxis entwickelte und in der Praxis angewandte
politische Theorien (d.h. über "politische Inhalte") – kommt politische
Wirklichkeit und kommen politische Akteure sozusagen zum Bewußtsein
ihrer selbst" (ebd., 446).
- 10 -
Im Bedeutungshof dieser Triade (Beziehung dreier Elemente) kommt also auch der
dynamische Spannungsbogen von Theorie und Praxis zum Ausdruck:
Theoretische Reflexion
Gesellschaftliche Entwicklung
Politische Praxis
Schaubild 2: Wechselspiel von Theorie, Praxis und Gesellschaft (Strukturen)
•
Soziale Entwicklungen provozieren erklärende (strukturierende) Betrachtungen
und kritische Einsichten ("theoretische Reflexion"),
•
was wieder "politische Praxis" bestärkt oder verändert,
•
die "gesellschaftliche Folgen" zeitigt (also bisherige Entwicklungen verändert
oder neue anstößt),
•
was wiederum erneut den Theorie-Praxis-Kreislauf in Bewegung setzt, also
theoretische Reflexion provoziert, usw.
Die Politische Ideengeschichte beobachtet, beschreibt und analysiert dieses
reflexive Wechselspiel unter sich verändernden Praxisbedingungen und
Diskurstraditionen.
Dabei ist zu beachten, dass theoretische Reflexion und politische Praxis zugleich
auch Teile der gesellschaftlichen Entwicklung sind und theoretische Reflexionen Teil
politischer Praxisformen sein können (und sollen) bzw. sind. Zudem kann man auch
von 'theoretischer Praxis' sprechen als einer spezifschen Form von Praxis neben
ökonomischer, politischer, militärischer, zivilgesellschaftlicher, kultureller Praxis.
Politische Theorie und Ideengeschichte als Teil der Politikwissenschaft
Als Ende der 1940er Jahre die IPSA (International Political Science Association)
gemeinsam mit der UNESCO einen verbindlichen Ausbildungskanon der "political
science" festlegte, war es eigentlich unumstritten, dass das Fach
(Politikwissenschaft) auch theoretisch und ideenhistorisch untermauert werden
musste.
Dies hat seinen guten Grund: Es gibt realiter kein praktisches politisches Problem,
das ohne Rückgriffe auf politisch-theoretische Vorstellungen (historischer wie
zeitgenössischer Art) erörtert werden könnte. Beispiele: Demokratieform;
- 11 -
Verständnis des Verhältnisses Bevölkerung - Staat; Verhältnis 'Eigenes' - 'Fremdes' Staat.
Akute Politikprobleme bilden zuallermeist nur die Spitze eines Eisberges, der größte
Teil liegt unsichtbar unter der Oberfläche. Politikprobleme sind daher auch
keineswegs nur aus dem Hier und Jetzt angemessen zu erfassen, in sie sind
zurückliegende Ideen, Sichtweisen und Konzepte ebenso eingeschlossen wie auch
Ansatzpunkte zu ihrer Überwindung. Diese gilt es zu erkennen und für
gegenwärtige Praxis nutzbar zu machen.
Beispiel: Die in der österreichischen Bundesverfassung festgelegte
Kompetenzregelung zwischen Bund und Ländern mag gelegentlich flexiblen
Problemlösungen im Wege stehen. Sie ist aber nicht von Fall zu Fall im Sinne
einer "Gelegenheitsgesetzgebung" zu verändern. Rechtliche Sicherheit und
Kalkulierbarkeit politischen Handelns gewährleistet die Verfassung nur dann,
wenn sie eine vernünftige Balance aus Kontinuität und Veränderung
ermöglicht. Daher ist zunächst die (theoretische, politisch-philosophische
wie rechtsphilosophische) Grundidee der Verfassung freizulegen und der in
der Verfassung zum Ausdruck kommende (historische) soziale und politische
Kompromiss zu verstehen. Es sind dann historische wie aktuelle Motive
abzuwägen, um eine auch für die "mittlere" Zukunft tragfähige Reform
einzuleiten.
Politische Ideengeschichte ist also mitnichten als nutzloses Räsonnieren oder
museale Anstrengung zu klassifizieren, quasi als unproduktiver Blick nach hinten
abzuwerten. Sie ist vielmehr als reicher Niederschlag historischer Erfahrungen,
Konflikte, Verständnisse und Identitäten zu erkennen. Politische Ideengeschichte
stellt eine gehaltvolle Bestandsmasse thematischer wie theoretisch-analytischer
Anregungen dar, die es für aktuelles politikwissenschaftliches Arbeiten in allen
politischen Problem- und Konfliktfeldern differenziert zu nutzen gilt.
Wer also politikwissenschaftlich denken, Politikprobleme in ihrer grundsätzlichen
Systematik verstehen und dementsprechend genau analysieren möchte, muß
"politische Theorie und Ideengeschichte" ernst nehmen. Ihre Vernachlässigung
wäre unklug, zumal dadurch ein klares Verständnis für politische Probleme und
gesellschaftliche Konflikte wie auch eine befriedigende Erklärung einschlägiger
Ursachen aufs Spiel gesetzt würden. Theorie hat nicht nur (selbst)reflexive
Bedeutung, sondern sie schärft vor allem das begriffliche Instrumentarium einer
praxisrelevanten Politikwissenschaft. Begriffsgenauigkeit steigert immer auch
Qualität, Differenziertheit und Richtigkeit empirischer Politikanalysen und bietet
dadurch wichtige Ansatzpunkte für verändernde Praxis.
Und auch das, was mit politischer Theorie umschrieben wird, liegt wesentlich näher
an politischen Realitäten als man gemeinhin annimmt. Die im Alltagsdenken so
populäre Ineinssetzung politischer Theorie mit absoluter Praxis- und Lebensferne
trifft schlechterdings nicht zu.
Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas argumentierte:
- 12 -
Wir organisieren unsere Erfahrungen "a priori [d.h.: unabhängig von der
Sinneserfahrung; Anm. HP] und vor aller Wissenschaft" (Habermas 1972, 15)
innerhalb von "Systemen von Grundbegriffen" (ebd.).
Zum Verständnisproblem wird theoriegeleitete Begriffsarbeit freilich dann, wenn
üblicher Alltagsgebrauch und wissenschaftlicher Gebrauch von Begriffen extrem
voneinander abweichen.
Im alltäglichen Verständnis erscheint Politik häufig "fremd" und nur negativ
konnotiert: "Ich habe mit Politik nichts am Hut. Politik ist die Sache von
Berufspolitikern". "Politik ist schmutzig", usw. In der Politikwissenschaft wird
der Politikbegriff dagegen in einem analytischen Sinne gebraucht, indem mit
ihm verschiedene Aspekte des Politischen benannt werden: Politik als
Struktur ("polity"), Politik als Prozess ("politics"), Politik als Inhalt und
Ergebnis ("policy").
- 13 -
Vorgriff auf die zweite Vorlesung:
Zur Relevanz kritischer Begriffsarbeit in der Politikwissenschaft
"Alles menschliche Leben konstituiert sich aus Erfahrungen, mögen diese nun
überraschend und neu oder aber wiederkehrender Natur sein. Um Erfahrungen zu
machen oder zu sammeln und sie in sein Leben einzubinden, braucht man
Begriffe. Man benötigt sie, um die schwindenden Erfahrungen festzuhalten, um zu
wissen, was der Fall war, und um die Vergangenheit in unserer Sprache zu
bewahren. Begriffe sind also vonnöten, um vergangene Erfahrungen sowohl in
unser Sprachvermögen als auch in unser Verhalten zu integrieren. Erst wenn diese
Integration erfolgt ist, lässt sich verstehen, was geschehen ist, und wird man
vielleicht imstande sein, sich den Herausforderungen der Vergangenheit zu stellen.
Dann mag man auch die Fähigkeit erwerben, sich auf kommende Ereignisse oder
mögliche Überraschungen einzustellen – und sei es, um sie zu verhindern. (…) Mit
Kant gesprochen: keine Erfahrungen ohne Begriffe und keine Begriffe ohne
Erfahrungen." (Koselleck 2006, 59)
Handwerker brauchen geeignete Werkzeuge, um ihr Material bearbeiten und ihm
die den Zwecken angemessene Gestalt geben zu können. Was Handwerkern
Werkzeuge bedeuten, sind PolitikwissenschaftlerInnen Begriffe und theoretische
Konzepte.
Selbst um alltägliche Realitäten zu "(be-)greifen", bedarf es möglichst
eindeutiger und auch zweckmäßiger Begriffe, weil, wie Bertolt BRECHT einmal
bemerkte, Begriffe sozusagen "Griffe" sind, mit denen wir Dinge und
Verhältnisse in Bewegung zu setzen vermögen (Bertolt Brecht, zit.n. Negt/
Kluge 1992, 57).
Fehlen geeignete "Griffe", so werden Worte nicht wirken bzw. sind sie nichts
anderes als dürftige Krücken oder gehaltlose Hülsen. Mit Begriffen und
Begriffskombinationen "greift" Denken in gesellschaftliche und politische
Wirklichkeiten ein (selbstverständlich ist theoretisches Denken auch eine Form von
gesellschaftlicher und politischer Wirklichkeit). Kritische Begriffsarbeit ist nicht nur
abgehobenes Kürprogramm weniger Theorieinteressierter, sie gehört zum
Pflichtprogramm sorgfältiger Politikanalyse. Sie stellt also den ersten, für alle
unverzichtbaren, durchaus mühevollen - und für manche auch lustvollen - Schritt
politischen Denkens und theoretischen Arbeitens dar.
Die Präzisierung und Abstimmung von Begriffen ist niemals frei von
Theorieeinflüssen und jede Theorie steht nicht nur in einem besonderen
Verwendungszusammenhang, sondern entstammt auch einem speziellen
Entstehungskontext, den es zu rekonstruieren und zu verstehen gilt. Insofern
stellen alle Theorien de facto eine theorie- und ideengeschichtliche Gemengelage
dar.
Begriffe sind zentral für jede kritische Wissenschaft bzw. für jede Sozial- und
Politikkritik im allgemeinen. Die Verhältnisse müssen be-griffen werden, um sie
verändern zu können. Begriffe sind nun auch das notwendige Rüstzeug für jede
- 14 -
Politologin/ jeden Politologen, gleich ob sie/er nun eine kritische Absicht verficht
oder nicht.
Begriffe sind auch Grundlage für jede politikwissenschaftliche Beschreibung und
Analyse. Es geht einerseits darum, die Verhältnisse mit möglichst treffenden
Begriffen möglichst klar und konsistent zu beschreiben und zu erklären.
Andererseits geht es auch darum, zu erkennen, welche Begriffe in der
wissenschaftlichen Diskussion oder auch im Alltagsdiskurs mit welchen Konzepten
und Theorien verknüpft sind, also die Bedeutung eines Begriffes herauszuarbeiten
und Assoziationsketten/ Naheverhältnisse/ Begriffscluster zu "entdecken" (z.B.
Demokratie – Öffentlichkeit – Partizipation).
Je nach theoretischem Ansatz werden die gleichen Begriffe in der einen Theorie in
einem Nahe-, in der anderen in einem Konfliktverhältnis stehen. Z.B. das Verhältnis
der Begriffe Freiheit und Gleichheit: Gleichheit kann sowohl als Gegenpol als auch
als Voraussetzung von Freiheit bestimmt werden.
Nicht selten stehen Definitionsfragen am Ausgangspunkt politischer und
wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. "Bürger" kann man/frau z.B. als
Staatsbürger(In!) - als volljährige(n) Staatsangehörige(n) -, als Staatsbürger(In) im
Sinne eines Trägers von sozialen, ökonomischen und politischen Rechten, aber
auch als männlichen Bourgeois (d.h. in ökonomischer Weise) definieren. Wenn
Andreas Khol von "Bürgergesellschaft" redet, hat er etwas ganz anderes im Sinn als
regierungskritische Organisationen, wenn sie von "Zivilgesellschaft" sprechen (die
sich ja auch auf die BürgerInnen bezieht). Antonio Gramscis staatstheoretisches
Konzept von "Zivilgesellschaft" setzt noch einmal eine andere Form von
Gesellschaftstheorie voraus.
Auch die Neuauflagen von Lexika zeugen davon, dass Begriffe "leben". Einerseits
heißt das, dass wir den Bedeutungen von Begriffen nicht "ausgeliefert" sind,
sondern diese durchaus ändern können, dass es verschiedene Ansichten geben
kann und dass Begriffe eine Geschichte und eine Zukunft haben. Andererseits
bringt das auch Schwierigkeiten mit sich: Begriffe sind an einen Kontext gebunden,
an eine Zeit und an das jeweilige Wissen dieser Zeit. So hat etwa der Begriff des
Bürgers/der Bürgerin im Laufe der Zeit eine Bedeutungsverschiebung erfahren:
Entstanden im 18./19. Jh. bezeichnete er damals als "Citoyen" den politischen
Bürger, der über das Gemeinwohl mitentscheidet, und als "Bourgeois" den
Wirtschaftsbürger, der seine privaten wirtschaftlichen Interessen verfolgte. Das
Deutsche kennt diese Unterscheidung nicht und spricht verkürzend heute vom
"Staatsbürger" (eine Einengung des "politischen Bürgers").
Begriffe sind sowohl für die Analyse von Abstraktem und Allgemeinem ('der Staat
in der Moderne') als auch für die Analyse von Besonderem und Konkretem ('der
österreichische Staat am Beginn des 21. Jahrhunderts') notwendig – immer in
Verbindung mit anderen Begriffen, auf unterschiedlichem Abstraktions- bzw.
Allgemeinheitsniveau.
- 15 -
Am zentralen Begriff des Staates soll hier der Vorgang der Begriffsbildung
innerhalb der wechselseitigen Beeinflussung von Realitäten, Wörtern und
Bedeutungen demonstriert werden, wie er etwa von Reinhart Koselleck (Vertreter
der 'Begriffsgeschichte'; VO 7) verstanden und erläutert wurde.
Seit sich in der frühen Neuzeit eine neuartige Konfiguration öffentlicher
Gewaltkonzentration herauskristallisierte und als "Staat" benannt wurde,
gibt es den Begriff des Staates samt fest umrissener Bedeutung. Durch den
Begriff sollte ein historisches soziales Verhältnis unverwechselbar markiert
und standardisiert werden. Obwohl das Wort etymologisch auf die römische
Antike zurückgeht (Cicero: status civitatis, status rei publicae), erweiterte
und veränderte sich seine Bedeutung zum "Staat" erst im Kontext politischer
Transformationen Europas ab dem 17. Jahrhundert.
Die Bedeutung von 'Staat' erfuhr zahlreiche Modifikationen und Konkretisierungen:
•
Für fast jede der historischen Staatsformen wurde ein Spezialbegriff gebildet
(absolutistischer Gewalt- und Machtstaat, Nationalstaat, Rechtsstaat,
Klassenstaat,
Wohlfahrtsstaat,
fordistischer
Staat,
postfordistischer
Sicherheitsstaat, nationaler Wettbewerbsstaat, u.a.m.).
•
Lediglich das von Anfang an in Apparatur wie Ethik des Staates installierte
geschlechtliche Machtgefälle, der Staat als institutionalisierte Männlichkeit,
wurde nicht auch durch einen gesonderten Begriff sichtbar gemacht. Hinter der
Fassade geschlechtlicher Neutralität verbirgt sich jedoch kompakte
Männlichkeit. Erst im Kontext moderner Frauenbewegung wie aktueller
Frauenforschung wurde mit dem Staat auch Maskulinismus assoziiert und unter
Zuhilfenahme spezieller Phrasierungen sein bis dahin verheimlichtes Geschlecht
enthüllt (vgl. "patriarchaler Staat", "Männerstaat", "Staat als Männerbund"
(Kreisky) oder "Staat als institutionalisierte Form hegemonialer Männlichkeit"
(Sauer)).
Trotz Abstraktion sind Begriffe und ihre Bedeutungen aber nur in ihren historischen,
politischen, sozialen wie kulturellen Kontexten und Verästelungen zu verstehen.
Begriffsbedeutungen stellen Ergebnisse gesellschaftlicher oder politischer
bzw. symbolischer Auseinandersetzungen und Konventionen dar (Hall 2004,
54).
Diese Begriffe – und Begriffskombinationen bzw. Begriffsverhältnisse – haben keine
fixe Bedeutung, die ein für allemal feststeht, sie sind also veränderbar:
verschiedene Theoretikerinnen und Theoretiker versuchten im Laufe der
vergangenen Jahrhunderte und versuchen selbstverständlich auch heute, Begriffe
so zu bestimmen, so mit Inhalt zu füllen, dass sie die aktuellen Probleme und
Zustände möglichst gut in den Griff bekommen, also analysierbar und erklärbar
machen.
Begriffe sind also wichtige Instrumente wissenschaftlicher Arbeit. Zwecks
Differenzierung macht es Sinn, sich auch der Unterschiede zwischen Begriffen,
- 16 -
Kategorien und theoretischen Konzepten zu vergewissern, zumal sie in inhaltlichem
Konnex stehen,
zugleich aber
abweichenden
Bedeutungsumfang und
unterschiedliche Reichweiten wissenschaftlicher Begriffs- und Theoriearbeit
anzeigen:
•
Begriffe sind Komplexe von Vorstellungen und Wertungen über zentrale
Merkmale von Gegenständen oder Phänomenen. Sie benennen – stets in
Kombination mit anderen Begriffen – Dinge, Verhältnisse und Realitäten. In
dieser Absicht definieren sie auch, indem sie den inhaltlichen Geltungsrahmen
abstecken.
•
Kategorien sind weitreichender: Sie beinhalten Grundaussagen und stehen
vorzugsweise für Gruppen oder Gattungen von Begriffen. Kategorien gelten
darum als zentrale Begriffe oder Grundbegriffe, die allgemeine Merkmale und
Zusammenhänge der Objekte und Phänomene ausdrücken.
•
Theorie hingegen ist ein umfassendes begriffliches Denkgebäude, das
(begriffliche und kategoriale) "Netz, das wir auswerfen, um 'die Welt'
einzufangen", wie Karl R. Popper (1984, 31) bildhaft formuliert. Popper sah es
als Aufgabe von Theorie, die Welt "zu rationalisieren, zu erklären und zu
beherrschen" (ebd.) – eine instrumentalistisch-sozialtechnokratische Sicht –,
während Stuart Hall (ein Vertreter der Cultural Studies) beansprucht, durch den
Inhalt seiner Forschungen zur Handlungs- und Einmischungsfähigkeit, zum
empowerment benachteiligter Gruppen und Individuen beizutragen – eine
emanzipatorisch-kritische Perspektive.
Theorien haben sich wenigstens zweifach zu bewähren: Sie sollen
Erklärungsgewinn erbringen, also Gründe, Ursachen und Motive erschließen,
'Kausalitäten' (ein wissenschaftstheoretisch durchaus umstrittener Begriff: denn in
sozialwissenschaftlichen Theorien kann nicht derselbe Begriff von Kausalität
verwendet werden wie in naturwissenschaftlichen; Sayer 1993) und größere
Zusammenhänge verdeutlichen; überdies sollen sie aber auch Praxisrelevanz
haben, also Ansatzpunkte für soziales und politisches Handeln wie für
Gesellschafts- und Politikreformen sichtbar machen. Theorien bieten nicht nur
allgemein reflexive Unterstützung des Denkens, sie sind auch bei konkreter
Forschungsarbeit hilfreich, zumal sie das begriffliche Rüstzeug schärfen.
In Forschungsarbeiten ist es von zentraler Bedeutung, die gewählten und zu
wählenden Begriffe und Begriffskombinationen zu erläutern und zu begründen,
mögliche ideologische Begriffe zu kritisieren und den Unterschied zu
konkurrierenden Ansätzen darzustellen.
Wichtig für den Umgang mit Begriffen ist auch eine Unterscheidung von Kampfoder Bewegungsbegriffe und analytischen Begriffen:
•
Kampf- oder Bewegungsbegriffe entstammen der Praxis sozialer oder
politischer Bewegungskontexte. Als politische Slogans oder Losungen
beabsichtigen sie Mobilisierung rund um besondere Problem- oder Konfliktlagen
sozialer Gruppen.
- 17 -
Beispiel: So rekrutierte die Frauenbewegung ihre soziale Basis in
politischen Kämpfen "gegen das Patriarchat" (Hausen 1986, 12). Das
Patriarchat als polemischer Kampfbegriff verblieb daher – nicht ohne
politische Hintergedanken – weitgehend diffus und emotional.
•
Analytische Begriffe hingegen bewähren sich erst durch ihr analytisches
Vermögen und ihre empirische Nachprüfbarkeit.
Fortführung
des
Beispiels:
Das
Patriarchatskonzept
hat
geschlechterkritische Herrschaftsanalysen wissenschaftlich zu begründen
und
methodisch
anzuleiten.
Letztlich
muss
es
taugen,
jene
gesellschaftsstrukturellen wie machtpolitischen Faktoren herauszufinden und
zu benennen, die die vielschichtige Patriachatskonfiguration ausmachen.
Historische Variabilität von Bedeutungen und universalhistorische
Überdehnung der Reichweite von Begriffen bedeuten nicht dasselbe. Eine
methodologische Belastung des kursierenden Patriarchatsverständnisses
wurzelt in seiner nicht selten unbedachten Universalisierung. Je
universalhistorisch oder global überdehnter Begriffe aber angelegt werden,
desto mehr büßen sie an "konkreter Aussagekraft" ein (ebd., 19). Insofern
gilt eine angemessene Konzeptualisierung von Patriarchat immer noch als
begrifflich wie theoretisch "unerledigtes Projekt" feministischer Forschung
(Gerhard 1990).
Der gleiche Begriff kann – abhängig vom Kontext, abhängig von der (Un-)
Genauigkeit der Definition – als Kampfbegriff oder als analytischer Begriff
verwendet werden: Der Historiker Zeev Sternhell schrieb z.B. zur Notwendigkeit
einer präzisen Definition des Begriffs 'Faschismus': "Es gibt in unserem politischen
Vokabular nur wenige Begriffe, die sich einer solch umfassenden Beliebtheit wie
das Wort Faschismus erfreuen, ebenso aber gibt es nicht viele Konzepte im
politischen Vokabular der Gegenwart, die gleichzeitig derart verschwommen und
unpräzise umrissen sind. (…) Der emotionale Gehalt des Wortes Faschismus hat
lange Zeit dazu beigetragen, dass ein politisches Konzept im Dunkeln verharrte,
das noch nie auf den ersten Blick in aller Deutlichkeit erkennbar gewesen ist."
(Sternhell 1976/2002). 'Faschismus' wird in alltagspolitischen Debatten oft als
moralische Bezeichnung für besonders menschenverachtende Regimes (z.B.
dasjenige von General Pinochet in Chile) gebraucht. Politiktheoretisch und politischstrategisch ist es jedoch von enormer Bedeutung, präzise zu analysieren, welche
politischen und gesellschaftlichen Akteure ein bestimmtes Regime stützen (ist dies
z.B. in erster Linie der Militärapparat oder auch eine breite 'Bewegung' – Letzteres
wäre ein wesentliches Definitionsmerkmal für ein faschistisches Regime), sowie
welche gesellschaftlichen Koalitionen im jeweiligen Kontext zu seiner Überwindung
beitragen können.
Zuletzt ist noch zu klären, in welcher Bedeutungsrelation Metaphern zu Begriffen
stehen. Gerade Geschlechteraussagen werden häufig über eine – meist schiefe –
Auslese von Wortbildern getroffen. Durch Einsatz stereotyper, nicht gerade positiv
- 18 -
konnotierter Frauenbilder wird Superiorität des männlichen und zugleich Inferiorität
des weiblichen Geschlechts suggeriert.
Metaphern sind keine belanglosen rhetorischen "Stilfiguren", sie sind aber auch
keine Begriffe. Von solchen unterscheiden sie sich "strukturell und funktional".
"Wegen der Fülle von bildlichen Assoziationen, die mit ihr verknüpft sind, lässt sich
die Metapher nicht auf den Begriff bringen", sie lässt sich nicht "wörtlich"
übersetzen (Bödeker 2002, 24).
Analysen veränderten Gebrauchs von Metaphern verschaffen Einblicke in
Denkmuster und Grundvorstellungen, die wissenschaftliche oder auch politischideologische Leitbilder im Zeitverlauf prägten (Paradigmen).
Soziale und politische Realitäten stehen stets in einem engen Verhältnis mit
speziellen sprachlichen und begrifflichen Wirklichkeiten. Hierbei geht es aber nicht
bloß um Verständnis von Wörtern, sondern um das Erschließen der weiteren
Bedeutungsfelder und Sinnverknüpfungen (Diskurse).
Selbst Begriffen und ihren Bedeutungen sind Bilder gesellschaftlicher und
politischer
Erfahrungen
eingeschrieben,
die
immer
auch
geschlechtsspezifische Erfahrungen reflektieren. Gerade Politik operiert auch
mit Begriffen, die männlich dominierten wie maskulin geprägten Sphären
(Kirche, Militär, Krieg, Sport, Management u.a.m.) entlehnt werden. Jedes
Bild schließt an spezifische politisch-programmatische Ideen und
Konzeptionen an. Diese entstammen symbolischen Ordnungen, die immer
auch Geschlechter(an)ordnungen enthalten. Fraglos sind daher in männlich
dominierten (maskulinistischen) Gesellschaften viele theoretische Konzepte,
Begriffe und Inhalte politischen Denkens androzentrisch kontaminiert.
- 19 -
Appendix
Begriffe
Theorie
Etymologie
Metatheorie
Wissenschaftstheorie
Normative Theorien – Empirische Theorien
Begriffsarbeit
Staat
Begriffsbedeutungen
Begriffe – Kategorien
Erklärungsgewinn
Praxisrelevanz
Kampfbegriff – Analytischer Begriff
Metapher
Paradigma
- 20 -
Literatur:
In der Vorlesungseinheit 1 (20061012) erwähnte bzw. verwendete Literatur in der
Reihenfolge der Nennung:
•
Alex Demirović (1995): Aspekte der theoretischen und politischen Praxis politischer
Theorie; in: Helmut Kramer (Hg.): Politische Theorie und Ideengeschichte im Gespräch.
Wien: WUV. 204-211.
•
Colin Hay (2002): Political Analysis. A Critical Introduction. Basingstoke: Palgrave.
•
Andreas Dörner (2001): Politainment. Frankfurt/M.
•
Georg Spitaler (2005): Authentischer Sport – inszenierte Politik? Frankfurt/Main.
•
Eva Kreisky/ Georg Spitaler (Hg.) (2006): Arena der Männlichkeit. Über das Verhältnis
von Fußball und Geschlecht. Frankfurt/Main.
•
Peter V. Zima (2004): Was ist Theorie? Tübingen-Basel.
•
Klaus-Michael Bogdal (Hg.) (1997): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen.
•
Jürgen Ritsert (2003): Die Logik der Sozialwissenschaften. Münster.
•
Mona Singer (2005): Geteilte Wahrheit. Feministische Epistemologie, Wissenssoziologie
und Cultural Studies. Wien.
•
Robert K. Merton (1949): Social Theory and Social Structure. New York 1968.
•
Franz Urban Pappi (2003): Theorien, Methoden und Forschungsansätze. In: Herfried
Münkler (Hg.): Politikwissenschaft. Ein Grundkurs Reinbek bei Hamburg. 77-100.
•
Jürgen W. Falter/ Harro Honolka/ Ursula Ludz (1990): Politische Theorie in den USA. Eine
empirische Analyse der Entwicklung von 1950-1980. Opladen.
•
Sophia Mihic/ Stephen G. Engelmann/ Elizabeth Rose Wingrove (2005): Making Sense in
and of Political Science. Facts, Values, and 'Real' Numbers. In: George Steinmetz (Hg.),
The Poliitcs of Method in the Human Sciences. Durham/London. 470-495.
•
Werner J. Patzelt (2003): Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriss des Faches und
studiumbegleitende Orientierung. Passau, 5. erweiterte Aufl.
•
Jürgen Habermas
Frankfurt/Main.
•
Reinhart Koselleck (2006): Begriffsgeschichten. Frankfurt/Main.
•
Oskar Negt; Alexander Kluge (1992): Maßverhältnisse des Politischen. 15 Vorschläge
zum Unterscheidungsvermögen. Frankfurt/Main.
•
Andreas Khol (1998): Mein politisches Credo. Aufbruch zur Bürgersolidarität. Wien.
•
Stuart Hall (2004/1985): Bedeutung, Repräsentation, Ideologie. Althusser und die
poststrukturalistischen Debatten. In: ders., Ausgewählte Schriften 4. Hamburg. 34-65.
•
Karl R. Popper (1984): Logik der Forschung. Tübingen
(1972):
Theorie
und
- 21 -
Praxis.
Sozialphilosophische
Studien.
•
Stuart Hall (2000): Cultural Studies. Ein politisches Theorieprojekt. Ausgewählte
Schriften 3. Hamburg: Argument.
•
Andrew Sayer (1993): Method in Social Science. A Realist Approach. 2nd, revised
edition. Routledge: New York/ London.
•
Karin Hausen (1986): Patriarchat. Vom Nutzen und Nachteil eines Konzepts für
Frauengeschichte und Frauenpolitik. In: Journal für Geschichte, Heft 5, 12-21.
•
Ute Gerhard (1990): Patriarchatskritik als Gesellschaftsanalyse. Ein nicht erledigtes
Projekt. In: Arbeitsgemeinschaft Interdisziplinäre Frauenforschung und -studien (Hg.):
Feministische Erneuerung von Wissenschaft und Kunst. Pfaffenweiler. 65-80.
•
Zeev Sternhell (2002/1976): Faschistische Ideologie. Eine Einführung. Berlin.
•
Hans Erich Bödeker (2002): Ausprägungen der historischen Semantik in den
historischen
Kulturwissenschaften.
In:
ders.
(Hg.),
Begriffsgeschichte,
Diskursgeschichte, Metapherngeschichte. Göttingen. 7-27.
- 22 -
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