Bakterielle Hauterkrankungen_free

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Bakterielle Erkrankungen der
Haut
Julia Welzel
Klinik für Dermatologie und
Allergologie
Klinikum Augsburg
HAUT
=
Grenzorgan zu mikrobiologischer
Umwelt
Grenzorgan zu mikrobiologischer
Umwelt
Im Verhältnis zum Keimangebot
Infektionen der Haut selten
Schutzsystem!!
Schutzsystem
Stratum corneum
Hydrolipidfilm
Barrierefunktion !!
Niedriger pH-Wert 5,5
Freie FS, Lysozym,
sekretorisches IgA
Symbiontische Flora
Mechanische Barriere
Hornschicht
Trockenheit der Oberfläche
Niedriger pH – Wert
Lipide, freie FS, Lysozym,
sekretorisches IgA
Antimikrobielle Peptide
Symbiontische Keimflora
Schutzsystem
Schutzsystem
Einteilung
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Überwucherung der residenten Keimflora
Primäre Pyodermien
Sekundäre Pyodermien
Tiefe einschmelzende Infekte
Hautinfekte durch seltene Erreger
Hautsymptome bei systemischen Infektionen
2. Primäre Pyodermien, follikulär
• Follikulitis
• Furunkel
• Karbunkel
2. Primäre Pyodermien, follikulär
• Follikulitis
• Furunkel
• Karbunkel
Vorwiegend staphylogen
2.Primäre Pyodermien, nicht follikulär
•
•
•
•
•
Impetigo
Ekthyma
Paronychie
Erysipel
Lymphangitis
Vorwiegend streptogen
5. Hautinfekte durch seltene Erreger
•
•
•
•
•
•
Hautdiphtherie (Coryn. diphtheriae)
Milzbrand (Bacillus anthracis)
Pest (Yersinia pestis)
Erysipeloid (Erysipelothrix rusiopathiae)
Rotz (Burkholdaria mallei)
Gramnegative Erreger
59jährige Frau,
Grunderkrankung
Non-Hodgkin-Lymphom,
Z.n. Chemotherapie,
September 2002
1 Tag nach Baden in
der Ostsee mehrere
Nekroseareale,
hohes Fieber,
Gelenkschwellungen
Diagnose:
Vibrio-vulnificus-Sepsis
Krengel S et al., JDDG 1, 959-961
Vibrio-vulnificus-Sepsis
1994 erste Erkrankungsfälle in Deutschland
2002 1 Fall (Ostsee Timmendorfer Strand)
2004 2 Fälle, beide mit Beinamputation, ein letaler
Ausgang (Ostsee Vorpommern)
2006 3 Fälle (Ostsee Usedom)
3 Fälle (Ostsee Südschweden)
3 Fälle (Nordsee Osterschelde)
°C
Wassertemperaturen der Ostsee
Timmendorfer Strand
Häufige Erreger von Hautinfektionen
•
•
•
•
Streptokokken
Staphylokokken
Borrelien
(Treponema pallidum)
Streptokokkeninfektionen der Haut und
Schleimhäute
• ICD-10:
• Impetigo contagiosa: L01.0 (L01.090; L01.020)
• Bulla repens (Umlauf, blistering distal dactylitis,
Streptodermia bullosa superficialis manuum): L01.0
(L01.030)
•
•
•
•
Ekthyma: L08.8 (L08.830)
Lymphangitis: L03.9 (L03.910)
Erysipel: A46.x
Streptokokkengangrän (Nekrotisierende Fasciitis):
M72.5 (M72.510)
Streptokokken
Serogruppe
Spezies
Hämolyse
A
S. pyogenes,
S. anginosus-Gruppe
β (α, γ)
B
S. agalactiae
β (γ)
C
S. anginosus-Gruppe,
S. dysgalactiae subsp.
equisimilis
β (α, γ)
D*
S. bovis
α
F
S. anginosus-Gruppe
β (α, γ)
G
S. anginosus-Gruppe,
S. dysgalactiae subsp.
equisimilis
β (α, γ)
divers
"vergrünende"
Streptokokken
α (γ)
nicht typisierbar
S. pneumoniae
α
Streptokokken
Streptokokkus pyogenes
β-hämolysierende Streptokokken der
Gruppe A
Streptokokkus agalactiae
β-hämolysierende Streptokokken der
Gruppe B
Streptococcus pyogenes
• besitzt verschiedene Virulenzfaktoren, die es dem Bakterium
ermöglichen, sich der Abwehrreaktion des menschlichen
Immunssystems zu entziehen und Krankheiten auszulösen.
• Einer der wichtigsten Virulenzfaktoren ist das M-Protein, ein
antiphagozytotisches Oberflächenprotein.
• Einen ähnlichen Effekt hat die bei einigen Stämmen
vorhandene Kapsel aus Hyaluronsäure. Darüber hinaus
spaltet eine C5a-Peptidase wichtige Signalmoleküle im
Komplementsystem und unterbindet so die Aktivierung dieses
Teiles des Immunsystems.
Impetigo contagiosa
Hochkontagiöse Erkrankung
im Kindesalter. Bei
Erwachsenen nach
Grunderkrankungen suchen !
Auf die Epidermis
beschränkte Infektion der
Haut durch Staphylococcus
aureus oder
Streptococcus pyogenes.
Man unterscheidet eine
kleinblasige Form von einer
bullösen Form.
Systemische Antibiose
mit oralem Penicillin /
Cephalosporin
Grund: Gefahr der
Glomerulonephritis,
Lymphangitis, ggf Sepsis,
Besiedelung des
Rachenraums möglich
Externe Behandlung mit
z.B. Fusidinsäure oder
lokalen Antiseptika
Erysipel
Die Fibronektin-bindenden Proteine F1
und SfbI dienen zur Anheftung des
Bakteriums an die Endothelzellen und
unterstützen so ein Eindringen von
Streptococcus pyogenes in
menschliches Gewebe.
Dort angekommen, zerstören die
Streptolysine O und S rote
Blutkörperchen und andere Zellen. Die
Streptokinase löst Fibrin auf.
Außerdem helfen auch verschiedene
Enzyme wie DNAsen, Proteasen und
Hyaluronidasen dem Bakterium bei der
Ausbreitung im Gewebe. Um sich
gegenüber anderen Bakterien
behaupten zu können, sezerniert S.
pyogenes des Weiteren Bakteriengifte.
Ausgehend von Mikrotrauma
Starke Schmerzen,
Allgemeinsymptome,
hohes Fieber, Lymphangitis,
Leukozytose, Überwärmung,
Erythem
Eintrittspforten
Ausgehend von Fußmykose
Komplikationen: Abszedierung,
Einblutung
Systemische Antibiose bei
Streptokokkeninfektion
Wirkstoff
Applikationsform
Mittlere Dosierung*
(Erwachsene)
Besonderheiten,
Indikationen
Penicillin V
Penicillin G
p.o.
i.v.
3 x 1,2-1,5 Mio. IE/Tag
3 x 5-10 Mio. IE/Tag
(1 Mio. IE = 0.6 g )
Penicillin G
+
β-Laktamaseinhibitor
i.v.
3 x 5 Mio. IE/Tag
i.v.
3 x 1 g/Tag
Cefalexin (1.
Generation
Cephalosporin)
p.o.
3 x 1g/Tag
Cefazolin
(1. Generation
Cephalosporin)
i.v.
2-3 x 2g/Tag
i.v. Cephalosporin;
Auch bei
Staphylokokkenbeteiligung inkl.
Betalaktamasebildner
Roxithromycin
p.o.
2 x 150 mg/Tag bzw. 1
x 300 mg/Tag
Bei Penicillinallergie
Clindamycin
p.o.
i.v.
3 x 300-600mg/Tag
3 x 300-600 mg/Tag
Bei Penicillinallergie,
Keine Dosisreduktion
bei Niereninsuffizienz
Bei V.a. Beteiligung
von Staphylokokken
Wenn das Streptokokkenbakterium von einem
Virus, der Prophage ß, befallen worden ist,
kann das Bakterium mit Hilfe des Virusgenoms
ein Pyrogenes Streptokokken-Exotoxin (PSE)
bilden.
Dieses PSE kommt in drei Varianten A,B und
C vor, wobei A und C als Superantigene
wirken.
PSE B spaltet Immunglobuline. Alle drei Toxine
können außerdem Scharlach hervorrufen.
Bei einer Ausstattung des Immunsystems mit
risikoreichen MHCII-Allotypen kann es zu einer
nekrotisierenden Fasziitis oder einem
Streptokokken Toxisches Schock Syndrom
(STSS) kommen.
Erysipel
Komplikation: Fasziitis
necroticans
NOTFALL !
Chirurgisches Debridement
Intensivmedizinische Überwachung
wegen Schock und
Gerinnungsstörungen
Streptokokken Toxisches
Schocksyndrom
Hochdosierte, breite Antibiose
Scharlach
•Scharlach-Toxine
•Exanthem
•Leber-Nieren-Herztoxizität!!
•Letaler Schock
•10% der Erw. und 5% der Kinder
•Träger von S. pyogenes
•Tonsillen, perianal
•Postinfektiöse immunmodellierte Folgeerkrankungen
(v.a. nach Tonsillitis):
Rheumatisches Fieber, reaktive Arthritis, akute
Glomerulonephritis
Hautinfekte
häufige Ursache einer Glomerulonephritis
Staphylokokkeninfektionen der Haut und
Schleimhäute
• Follikulitis/Perifollikulitis
• Furunkel, Furunkulose und Karbunkel
• Kutane Abszesse
• Großblasige Impetigo
• Phlegmonen
• Paronychie und Panaritium
• Bulla repens
Furunkel
Ausgehend von einem Komedo
oder “Haarapparat”.
Starke Schmerzen, Fieber,
Lymphknotenschwellung und
Leukozytose
Furunkel
Ausgehend von einem Komedo
oder “Haarapparat”.
Starke Schmerzen, Fieber,
Lymphknotenschwellung und
Leukozytose
Systemische Therapie bei staphylogenen
Hautinfektionen
Durch Oxacillin-sensible Staphylokokken (Mittel der
ersten Wahl)
Wirkstoff
Applikationsform
Mittlere
Tagesdosierung*
(Erwachsene)
Besonderheiten,
Indikationen
Cefalexin (1.
Generation
Cephalosporin)
p.o.
3 x 1g
Nahezu 100%
bioverfügbar
Cefazolin (1.
Generation
Cephalosporin)
i.v.,
2-3 x 2g
Cefuroxim
i.v.
3 x 1,5g
Clindamycin
p.o.
i.v.
3 x 600mg
3 x 600mg
Systemische Therapie bei staphylogenen
Hautinfektionen
Durch Oxacillin-sensible Staphylokokken (Mittel der
zweiten Wahl)
Wirkstoff
Applikationsfor
m
Mittlere
Tagesdosierung*
(Erwachsene)
Besonderheiten,
Indikationen
Amoxicillin/Clavulan
säure
p.o.
i.v.
3 x 1g
3 x 1,2-2,2g
Hepatotoxizität
Sultamicillin
p.o.
3 x 750mg
Hepatotoxizität
Ampicillin/Sulbacta
m
i.v.
3 x 3g
Hepatotoxizität
Dicloxacillin
p.o.
3-4 x 1g
Hepatotoxizität
Flucloxacillin
p.o.
i.v.
3- 4 x1g
3-4 x 1g
Hepatotoxizität
Durch Staphylokokkentoxine bedingte
Erkrankungen
• Staphylogenes Lyell-Syndrom (SSSS = Staphylococcal scalded skin
syndrome)
• Übertragungswege:
Im Säuglingsalter und Kleinkindesalter bei unzureichender Nierenfunktion
auftretend oder von der Mutter übertragen.
Bei immundefizienten Erwachsenen von okkulten Hautinfektionen oder
eitriger Konjunktivitis, Otitis, Rhinitis oder Pharyngitis ausgehend.
• Klinik:
Typischerweise periorifiziell beginnendes, sich rasch ausbreitendes,
skarlatiniformes Exanthem. Schleimhäute meist unbeteiligt. Innerhalb 1-2
Tage Umwandlung in bullöses Exanthem mit schlaffen, dünnwandigen
Blasen. Nach Ruptur kombustiformes Bild mit groblamellöser Ablösung der
Blasenreste. Nikolski Zeichen positiv, reduzierter Allgemeinzustand.
Reepithelisierung ohne Narben.
Durch Staphylokokkentoxine bedingte
Erkrankungen
• Komplikationen:
Fortschreiten der Infektion bis zur Sepsis, Pneumonien, letaler Ausgang
bei ca. 1%.
• Histopathologie:
Subkorneale Blasen, akantholytische Spaltbildung innerhalb des Stratum
granulosum., weitere Epidermis und Korium weitgehend unverändert.
Keine Entzündungszeichen oder Zellnekrosen.
• Diagnose:
Nachweis der subkornealen Blasenbildung im Kryostatschnitt des
Blasendachs (Histologie). Akantholyse-Zellen im Blasenausstrich (TzanckTest positiv). Nachweis von S. aureus aus fokalen Infektionsherden
(Augen, Ohr, Rachen u.a.). Positives Nikolski Zeichen.
Durch Staphylokokkentoxine
bedingte Erkrankungen
Kutane Manifestationen der Lyme Borreliose
Stadium I:
Lokalisierte Frühinfektion der Haut
Erythema migrans und Varianten
Borrelien-Lymphozytom
Stadium II
•Disseminierte Frühinfektion
Multiple Erythemata migrantia ohne Allgemeinsymtome
•mit grippeartigen Allgemeinsymptomen (Myalgien, Arthralgien, Kopfschmerzen,
mäßiges Fieber, Abgeschlagenheit)
•Frühe Neuroborreliose lymphozytäre Meningitis
•Hirnnervenparesen
•Meningo-Radikulo-Neuritis Bannwarth
Multiple kutane Lymphozytome
Akute intermittiernde Lyme Arthritis
Akute Karditis
Stadium III
•Spätinfektion mit Organmanifestationen
Haut: chronische plasmazelluläre Borrelien- Dermatitis
•Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA)
• oedematös infiltratives Stadium
• atrophisches Stadium
• mit fibroiden Knoten
• mit B-Zell Lymphom
•Gelenke: Chronische Lyme Arthritis
•Nervensystem: Chronische Encephalomyelitis
•Periphere Polyneuritis als Begleitmanifestation der ACA, isoliertes Auftreten
fraglich
Kutane Manifestationen der Lyme Borreliose
Therapie der Lyme Borreliose
Frühinfektion
Antibiotikum
Erwachsene
Dosis/Tag
Kinder
Dosis/kg
KG/Tag
Dauer
p.o.
Doxycyclin
2 x 100 mg
Ab 9.Lj 2 -4 mg
14-21 T
Amoxicillin
3 x 500-1000
mg
50 mg
14-21 T
Cefuroximaxetil 2 x 500 mg
30 mg
14-21 T
Azithromycin
5 - 10 mg
5 - 10 T
2 x 250 mg
Therapie der Lyme Borreliose
Disseminierte und Spätinfektion
Antibiotikum
Erwachsene
Dosis/Tag
Kinder
Dosis/kg
KG/Tag
Dauer
i.v.
Penicillin G
4 x 5 MIO IE
200 - 500 000 IE 14-21 T
Ceftriaxon
1x2g
50 - 80 mg
14-21 T
Cefotaxim
3x2g
100 mg
14-21 T
Doxycyclin
2 x 100 mg
ab 9. Lj
21-30 T
Amoxicillin
3 x 500-1000
mg
50 mg
21-30 T
Ohne
neurologische
Symptome p.o.
10-jähriges,
ansonsten
gesundes
Mädchen, das
2 Wochen
unter der
Diagnose
Ekzem mit
Steroiden
behandelt
wurde
STD = sexually transmitted diseases
Klassische STD:
Syphilis
Gonorrhoe
Lymphogranuloma inguinale
Granuloma inguinale
Ulcus molle
Treponema pallidum
Gonokokken
Chlamydien
Calymmatobacterium
donovani
Hämophilus ducreyi
Syphilis = Lues
Stadium I
Erreger
(Spirochäten)
Treponema pallidum
Inkubation:
3-4 Wochen
Effloreszenz
Ulcus, nicht schmerzhaft,
heilt von selbst
Lymphknoten
regionär geschwollen
Diagnostik
Dunkelfeldmikroskopie
TPPA, VDRL, IgM-Fta-Abs
IgG-Fta-Abs
Therapie
Benzathin-Penizillin i.m.
2,4 Mill IE einmalig
Frühsyphilis
GBGK-Empfehlung
Clemizol-Penicillin G
1 Mio. I.E.
14 d
AWMF- Empfehlung:
Benzathin-Benzylpenicillin (Pendysin®, Tardocillin®)
2,4 Mio. I.E. i.m. (gluteal li/re je 1,2 Mio.I.E.) (⇑*)
Bei Penicillinallergie:
Doxycyclin 2x100mg/Tag p.o.; 14 Tage**
oder
Erythromycin 4x0,5g /Tag p.o., 14 Tage
Weitere Alternativen:
Ceftriaxon* 1g/Tag i.v., Kurzinfusion 30 min, 10 Tage
Ceftriaxon 1g/Tag i.m., 10 Tage
Tetrazyklin 4x500mg/Tag p.o., 14 Tage
Syphilis = Lues
Zeitraum
Effloreszenz
Lymphknoten
Stadium II
6-8 Wochen
Exanthem, Handflächen und Fußsohlen,
Papeln, Angina, Alopecie
überall
Diagnostik
TPPA, VDRL, IgM-Fta-Abs
IgG-Fta-Abs evt auch Liquor
Therapie
Benzathin-Penizillin i.m.
2,4 Mill IE dreimal im Abstand von 1
Woche
Achtung: Effloreszenzen sind z.T. kontagiös
22jähriger Mann,
seit 5 Wochen
Hautausschlag,
Allgemeinzustand
etwas reduziert,
kein
Auslandsaufenthalt
auf Nachfrage:
Drogenkonsum,
Obdachlosigkeit
HIV negativ
Diagnose:
Lues maligna
Syphilis = Lues
Stadium III
Zeitraum
2-5 Jahre
Effloreszenzen +
Symptome
Gummen an Haut und inneren Organen,
Tabes dorsalis, Paralysis progressiva
Lymphknoten
Diagnostik
TPPA, VDRL, IgM-Fta-Abs
IgG-Fta-Abs, auch Liquor
Therapie
Penizillin 24 Mill IE i.v. über 14 Tage
Danach
2,4 Mill IE dreimal im Abstand von 1
Woche
Effloreszenzen sind nicht kontagiös
Spätsyphilis
GBGK-Empfehlung
Clemizol-Penicillin G
1 Mio. I.E.
21 Tage
AWMF - Empfehlung:
Benzathin-Benzylpenicillin (Pendysin®,
Tardocillin®)
2,4 Mio. I.E. i.m. (gluteal li/re je 1,2 Mio.I.E.) Tag 1,
8, 15
Bei Penicillinallergie:
Doxycyclin 2x100mg/Tag p.o.; 28 Tage**
Erythromycin 4x500mg/Tag i.v. 28 Tage
Alternativen:
Ceftriaxon (Rocephin® u.a.) 2g/Tag i.v.
Kurzinfusion 30 min, 14 Tag
Neurosyphilis
CDC-Empfehlung
12 - 24 Mio. I.E. wässriges kristallines
Penicillin G täglich, appliziert als 2 - 4 Mio. I.E.
alle 4 Stunden, für 10 - 14 Tage
Therapieempfehlung der CDC Atlanta für Neurosyphilis (2006)
STD = sexually transmitted diseases
Klassische STD:
Syphilis
Treponema pallidum
Gonorrhoe
Gonokokken
Lymphogranuloma inguinale Chlamydien
Granuloma inguinale
Calymmatobacterium
donovani
Ulcus molle
Hämophilus ducreyi
Gonorrhoe
Erreger
Gonokokken
Inkubation
2-10 Tage
Effloreszenzen +
Symptome
Männer oft Urethritis, Frauen oft keine
Beschwerden
Lymphknoten
keine
Diagnostik
Abstrich morgen vor Wasserlassen,
Giemsa
Therapie
Ceftriaxon 125 mg i.m.
Jahr
n
PEN
CIP
2005
42
36
2006
49
2007
2008
AZI
DOX
CFX
54 (12) 29 (2)
5
0
25
53 (16) 8 (2)
10 (10) 0
75
23
51 (9)
12 (3)
13 (4)
0
81
25
64 (7)
20 (3)
16 (3)
0
Neisseria-gonorrhoeae-Resistenz gegenüber fünf verschiedenen Antibiotika
in %, Rhein-Main-Gebiet, 2005–2008
( )= mäßig empfindlich; PEN = Penicillin G; CIP = Ciprofloxacin; AZI =
Azithromycin; DOX = Doxycyclin; CFX = Cefixim
Granuloma inguinale
Calymatobacterium donovani
STD = sexually transmitted diseases
Herpes genitalis
Condylome
Bowenoide Papulose
Molluscen
Chlamydieninfektionen
AIDS
Hepatitis B,C
Skabies, Filzläuse,
HSV
HPV
HPV
Orthopox Viren
HIV
STD = sexually transmitted diseases
Vorbeugen!!
Aufklärung!!!
Eine allgemeine Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten besteht
heute nicht mehr
(ausgenommen für Syphilis-Infizierte, die sich einer Behandlung
entziehen!)
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