Interventioneller Vorhofohrverschluss

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Interventioneller
Vorhofohrverschluss
Zur Verhinderung von ischämischen Schlaganfällen
bei Patienten mit Vorhofflimmern und
Kontraindikation gegen orale Antikoagulation
Ein Leitfaden für die Kitteltasche
Autoren
Dr. med. Christoph Mues
Technische Universität Dresden
Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik
Klinik für Innere Medizin und Kardiologie
Tel.: 0351 450-25210
E-Mail: [email protected]
Univ.-Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser
Ärztliche Direktorin des
Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik
und Direktorin der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 76 • 01307 Dresden
Tel.: 0351 450-1704 • Fax: 0351 450-1702
www.KardiologieDresden.de
E-Mail: [email protected]
Erklärung zu Interessenkonflikte
Es bestehen keinerlei Interessenkonflikte. Von Seiten der Industrie wurde
kein Einfluss auf den Inhalt der Darstellung vorgenommen.
In der bildlichen Darstellung wurden mit Genehmigung die Grafiken der
Firma Boston Scientific abgebildet.
1. Auflage Januar 2014
Vorwort
Liebe MitarbeiterInnen, liebe Kolleginnen und
Kollegen, liebe Patientinnen und Patienten,
sehr geehrte Damen und Herren,
bei Vorhofflimmern mit wenigen Risikofaktoren besteht eine
klare Indikation zur oralen Antikoagulation. Der CHA2DS2VASc-Score definiert die Risiken und die Notwendigkeit der
Antikoagulation. Klassischerweise wurde diese bisher mit
Warfarinabkömmlingen (z.B. Marcumar, Falithrom) durchgeführt. Nun gibt
es neue Präparate, die schneller, aber kürzer und ohne Gerinnungskontrolle
wirken. Die orale Antikoagulation ist eine wirksame Thrombembolieprophylaxe, hat aber den Nachteil, dass es zu Blutungen kommen kann. Sollte ein
Patient eine schwerwiegende Blutung erleiden oder eine Nebenerkrankung
haben, die eine Antikoagulation verbietet, besteht eine Kontraindikation.
Im linken Vorhofohr, dem Hauptursprungsort von Thromben, herrscht eine
relative Stase und es kann zu einer Apposition von Thromben kommen,
die klinisch manifeste Thrombembolien nachsichziehen. In Studien konnte gezeigt werden, dass ein interventioneller Verschluss des Vorhofohres
zu einer deutlichen Reduktion von Thrombembolien führt, die vergleichbar mit einer effektiven oralen Antikoagulation mit Warfarinen ist und
hinsichtlich der Überlebensrate, also einem harten Studienendpunkt, sogar Warfarinabkömmlingen überlegen ist. Die orale Antikoagulation mit
Warfarinabkömmlingen kann sehr schwierig sein (Interaktionen mit Essen /
Medikamenten; Pharmakogenetik). Patienten mit schwieriger Einstellung
bzw. einer Kontraindikation können mit einem interventionellen Vorhofohrverschluss effektiv versorgt werden. Angemerkt sei, dass es bisher keinen
direkten Vergleich zwischen einem interventionellen Vorhofohrverschluss
und den neuen oralen Antikoagulantien gibt. Wir hoffen Ihnen mit dieser
kleinen Broschüre diese relativ neue Methode näher bringen zu können
und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und viel Wissensgewinn.
Ihre
Univ.-Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser
Ärztliche Direktorin
Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik
an der Technischen Universität Dresden
1
2
Inhaltsverzeichnis
I
Vorhofflimmern
Was ist Vorhofflimmern?........................................................................................... 4
Folgen von Vorhofflimmern.................................................................................... 5
Methoden zur Rhythmisierung.............................................................................. 6
Gefahren der Antikoagulation............................................................................... 6
Risikoabschätzung eines Schlaganfalls bei Vorhofflimmern
(Scoring-Systeme)....................................................................................................... 7
II Interventioneller Vorhofohrverschluss
Was ist ein Vorhofohr?............................................................................................... 9
Thrombembolieprophylaxe durch Vorhofohrverschluss..........................10
Implantationsverfahren..........................................................................................11
Vorbereitung des Patienten..................................................................................12
Implantation des Vorhofohrverschlusses........................................................13
Implantat-Technologie (WATCHMAN-Device)...............................................14
III Praktische Durchführung
Auswahl der Patienten............................................................................................16
Checkliste zur Auswahl und Vorbereitung von Patienten.........................17
Nachbehandlung des Patienten nach Implantation des
Vorhofohrverschluss................................................................................................18
Gefahren und Komplikationen des Vorhofohr-Devices.............................18
Aktuelle Literatur.......................................................................................................19
Anmeldung..................................................................................................................20
Ansprechpartner.......................................................................................................22
Notizen........................................................................................................................23
3
Vorhofflimmern
I
Vorhofflimmern
Was ist Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Weltweit sind
mehr als 5,5 Millionen Menschen betroffen. Als Vorhofflimmern wird das
unregelmäßige Schlagen der Herzvorhöfe bezeichnet. Elektrische Impulse
entladen sich so schnell, dass die atriale Muskulatur „zittert“ oder flimmert
und somit keine effektive Vorhofkontraktion mehr erfolgen kann. Charakteristischerweise springt der Herzrhythmus zu Beginn der Erkrankung häufig
zwischen dem normalen Sinusrhythmus und dem Vorhofflimmern hin und
her (=paroxysmales Vorhofflimmern). Im weiteren Verlauf kommt es häufiger,
bleibt länger und ist schließlich überhaupt nicht mehr in den Sinusrhythmus
zu konvertieren (=permanentes Vorhofflimmern).
EKG bei normalem Herzrhythmus
EKG bei Vorhofflimmern (VHF)
4
Vorhofflimmern
Folgen von Vorhofflimmern
Man kann mit Vorhofflimmern leben. Die Symptome von Vorhofflimmern
variieren von asymptomatisch, leichter Müdigkeit über Schwindelgefühle
bis hin zu Brustschmerzen oder Schwierigkeiten beim Atmen. Gefährlich
ist besonders das Vorhofflimmern, welches völlig asymptomatisch verläuft,
da trotz fehlender Symptome die Gefahr einer Thrombembolie besteht.
Schlimmstenfalls kann dies zu einem Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung
führen.
Die größte Gefahr des Vorhofflimmerns ist das Auftreten von Thrombembolien. Um die Gerinnselbildung im Vorhof zu vermeiden, werden Patienten mit
Vorhofflimmern langfristig antikoaguliert, d.h. künstlich zum Bluter gemacht.
Der CHA2DS2-VASc Score schätzt das individuelle Risiko für eine Thrombembolie ab.
CT Bild eines
Hirninfarkt bei
Vorhofflimmern
5
Vorhofflimmern
Methoden zur Rhythmisierung
Weiterhin kann das Vorhofflimmern durch medikamentöse Therapie mit
Antiarrhythmika in Sinusrhythmus konvertiert werden. Diese Medikamente
werden dann beibehalten, etweder um den Sinusrhythms zu stabilisieren
oder die Flimmerfrequenz zu senken. Sollte mit den Medikamenten keine
Durchbrechung des Vorhofflimmern erfolgt sein, so kann zunächst mit einer
Kardioversion unter Kurznarkose der Sinusrhythmus erzwungen werden und
mit Medikamenten erhalten werden.
Springt das Vorhofflimmern doch immer wieder zurück, so kann schließlich
mittels Elektroherzkatheter eine elektrische Ablation (Verödung) der Stellen
in der linken Vorkammer durchgeführt werden. Keine der vorgenannten Methoden hat eine 100%ige Garantie des Sinusrhythmus, so dass sicherheitshalber in der Regel die orale Antikoagulation beibehalten wird.
Besteht allerdings eine Gegenanzeige gegen die orale Antikoagulation, z.B.
eine schwere Blutung, so kann heute das Vorhofohr mit spezieller Kathetertechnik verschlossen werden.
Gefahren der Antikoagulation
Mit der Antikoagulation besteht die Gefahr einer Blutung. Diese kann leicht
sein (z.B. Nasenbluten) oder aber gefährlich (z.B. Magenblutung oder Gehirnblutung). Eine schwere Blutung bedeutet dann eine Gegenanzeige gegen
eine weitere Antikoagulation. Besteht bei Patienten mit Vorhofflimmern und
Indikation zur Antikoagulation gleichzeitig eine Kontraindikation gegen Antikoagulantien, kann ein Vorhofohrverschluss vorgenommen werden.
6
Vorhofflimmern
Risikoabschätzung eines Schlaganfalls bei Vorhofflimmern
(Scoring-Systeme)
Das Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern wird mittels Scoring-Systemen,
wie dem CHADS2 oder dem CHA2DS2-VASc Score bestimmt. Sie arbeiten
nach einem Punktesystem, bei dem verschiedene Risikofaktoren mit 1 oder 2
Punkten bewertet werden.
CHADS2 Score
Beim CHADS2 Score werden 2 Punkte für einen bereits erlittenen Schlaganfall
und jeweils 1 Punkt für Risikofaktoren wie Alter > 75 Jahre, Hypertonie, Diabetes mellitus oder Herzinsuffizienz vergeben.
Ab einem Score von 2 ist eine orale Antikoagulation indiziert. Bei einem Score
von 1 liegt es im Ermessen des Arztes, ob der Patient orale Antikoagulantien
erhält oder nicht.
CHADS2
Risikofaktor
Score
C
Kongestive Herzerkrankung
1
H
Hypertonie
1
A
Alter > 75 Jahre
1
D
Diabetes mellitus
1
S2
Vorangegangener Schlaganfall/TIA/Thromboembolie
2
Gesamt
6
7
Vorhofflimmern
Der CHA2D2 VASc Score ist als Weiterentwicklung des CHADS2 Scores zu verstehen. Hier werden zusätzliche Punkte für weitere Schlaganfall-Risikofaktoren wie zum Beispiel Alter ab 65 (bis 74) Jahre, weibliches Geschlecht und
bestehende Gefäßerkrankungen vergeben.2 Somit kommt dem Faktor „Alter
> 75 Jahre“ mehr Bedeutung zu, da dies dann mit 2 Punkten gewertet wird.
Ab einem Score von 1 ist eine orale Antikoagulation indiziert.³
CHA2DS2 VASc
Risikofaktor
Score
C
Kongestive Herzerkrankung
1
H
Hypertonie
1
A2
Alter > 75 Jahre
2
D
Diabetes mellitus
1
S2
Vorangegangener Schlaganfall/TIA/Thromboembolie
2
V
Vaskuläre Erkrankung (z. B. KHK, PAVK)
1
A
Alter 65-74 Jahre
1
Sc
Weibliches Geschlecht
1
Gesamt
9
8
Interventioneller Vorhofohrverschluss
II Interventioneller Vorhofohrverschluss
Was ist ein Vorhofohr?
Das menschliche Herz hat zwei Vorhofohren. Das rechte Vorhofohr hat keinerlei Bedeutung. Das linke Vorhofohr ist eine beutelförmige Verlängerung
des linken Vorhofes. Es erfüllt keine wesentliche mechanische Aufgabe und
ist für die Herzkraft ohne Relevanz. Ein Verschluss des Vorhofohres ist ohne
funktionelle Bedeutung für die Herzkontraktion. Bei Operationen, die die
Klappe des linken Herzens, insbesondere die Mitralklappe betreffen, wird seit
vielen Jahren das Vorhofohr chirurgisch während der Operation verschlossen, um Thrombembolien wirkungsvoll zu verhindern.
TEE Darstellung eines Thrombus im linken Vorhofohr
Schematische Darstellung
des linken Vorhofohr
9
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Thrombembolieprophylaxe durch Vorhofohrverschluss
Bei Patienten mit einer Kontraindikation gegen eine orale Antikoagulation
z.B. nach einer schweren Blutung, bei fortgesetztem Vorhofflimmern, besteht
die Möglichkeit eines mechanischen Verschlusses des Vorhofohres, das die
wesentliche Quelle von größeren Thromben mit der Gefahr eines zerebralen
Schlaganfalls beinhaltet.
In aktuellen Studien konnte gezeigt werden, dass der interventionelle Vorhofohrverschluss, beispielsweise mit dem WATCHMAN Device, sicher durchführbar ist und vergleichbar der oralen Antikoagulation zu einer signifikanten
Reduktion thrombembolischer Ereignisse führt.
Wie in der Abbildung gezeigt, besteht das Implantat zum Vorhofohrverschluss aus einem Metallanteil. Dieser ist zum Teil durch ein atraumatisches,
dichtes Gewebe überzogen um dadurch einen effektiven Verschluss des
Vorhofohres zu erzielen. Der Metallanteil dieses Devices besteht aus einem
Metall, das nach Entfaltung seine ursprüngliche Form, ähnlich wie ein Champignonkopf, wieder annimmt. Kleine, auf der Abbildung nicht sichtbare Widerhaken garantieren den sicheren Sitz dieses Devices im Vorhofohr.
Watchman-Device fixiert am
Führungskatheter
Freies, expandiertes VerschlussDevice (Watchman)
10
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Implantationsverfahren
Es gibt verschiedene Verfahren um das Vorhofohr interventionell zu verschließen. Die größten Erfahrungen hat man bisher mit dem endovaskulären
System, d.h. dem System welches über einen kleinen Einstich in der Leiste
eingeführt wird.
Die Implantation des WATCHMAN™-Devices wird im Katheterlabor unter tiefer Sedierung mittels transseptaler Kathetertechnik unter örtlicher Betäubung
durchgeführt. Während der Implantation muß gleichzeitig ein transösophageales Echo (Schluckecho) durchgeführt werden.
Das Verfahren dauert üblicherweise maximal eine Stunde, der Patient bleibt
anschließend in der Regel noch 24 Stunden zur Überwachung im Krankenhaus. Vor Entlassung sollte eine echokardiographische Kontrolle des korrekten Sitzes des Implantates im Vorhofohr erfolgen.
11
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Vorbereitung des Patienten
Vor der Durchführung eines Vorhofohrverschluss muss das Vorhofohr ausgemessen werden. Zur Messung des linken Vorhofohres wird eine transösophageale Echokardiographie (TEE) durchgeführt. Es wird in der dreidimensionalen transösophageale Echokardiographie in den Projektionen 0°, 45°, 90°,
135° und 180° das Vorhofohr in seiner Breite und auch in seiner Tiefe ausgemessen. Aufgrund dieser Messparameter erfolgt die Auswahl der Größe des
Vorhofohrverschlusssystems.
Vermessung des linken Vorhofohres vor der Implantation mittels TEE
12
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Implantation des Vorhofohrverschlusses
Zur Durchführung der Implantation wird unter echokardiographischer
Kontrolle mittels transösophagealem Echo und unter Röntgenkontrolle im
Herzkatheterlabor über die rechte Vena femoralis ein Katheter mit einer geschützten Nadel bis zur Vorhofscheidewand vorgeführt und über die vorgeführte Nadel wird die Vorhofscheidewand punktiert um vom rechten Vorhof
über die Scheidewand in den linken Vorhof zu gelangen. Von dort aus wird
das linke Vorhofohr auch angiographisch und unter echokardiographischer
Kontrolle aufgesucht, das Einführungssystem des WATCHMAN™-Devices in
das Vorhofohr platziert und unter Rückzug des Einführungskatheters wird
das vorgeschobene WATCHMAN™-Device unter ständiger echokardiographischer Kontrolle an richtiger Stelle des Vorhofohres appliziert. Erst nach
Kontrolle der korrekten und stabilen Lage des WATCHMAN™-Devices wird
dann dieses von dem Haltersystem der Einführung getrennt und verbleibt
damit im Patienten.
Während der Implantation:
Das Verschluss-Device wird in das Vorhofohr vorgebracht
13
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Sonde des transösophagealen Echos
Katheter über die Vene
durch die Scheidewand im
linken Vorhofohr
Periinterventionelle angiographische Bilder
Implantat-Technologie (WATCHMAN-Device)
Das WATCHMAN™-Implantat zum Verschluss des linken Vorhofohrs ist eine
lokale, mechanische Lösung zur permanenten Implantation am Ostium des
linken Herzohrs (left atrial appendage, LAA), um mögliche Blutgerinnsel abzufangen, bevor sie das Vorhofohr verlassen.
14
Interventioneller Vorhofohrverschluss
Das Implantat ist MRT-kompatibel und durchführbar unter folgenden Bedingungen:
• Statisches Magnetfeld von 3 Tesla oder weniger
• Räumliches Gradientenfeld von ≤ 720 Gauss/cm oder weniger
Alle Device-Bestandteile sind latexfrei.
linker Vorhof
implantiertes
Device
Vorhofohr
Echokardiogrophische Darstellung des verschlossenen Vorhofohr
15
Praktische Durchführung
IV Praktische Durchführung
Auswahl der Patienten
Die orale Antikoagulation gilt nach wie vor als Goldstandard zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmerpatienten. Bei allen Patienten mit Vorhofflimmern, hohem Schlaganfallrisiko (CHADS2 ≥1 oder CHA2DS2-VASc > 2) und Kontraindikation gegen eine orale Antikoagulation sollte über die Möglichkeit des
interventionellen Vorhofohrverschluss nachgedacht werden.
Ungeeignet erscheint ein Vorhofohrverschluss bei Patienten mit zusätzlichen
Erkrankungen, die zwingend mit einer oralen Antikoagulation einhergehen,
beispielsweise ein mechanischer Herzklappenersatz, der eine klare Indikation
zur Antikoagulation darstellt. Andere Nebenerkrankungen, die mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergehen sollten nicht vorliegen (z.B. hochgradige Carotisstenosen)
Bei wenigen Patienten besteht aufgrund kardialer Begleiterkrankungen die
Notwendigkeit einer Herzoperation. In diesem Fall ist der interventioneller
Vorhofohrverschluss nicht indiziert, da das Vorhofohr während der Herzoperation verschlossen werden kann.
16
Praktische Durchführung
Checkliste zur Auswahl und Vorbereitung von Patienten
•
•
•
•
•
•
•
Vorhofflimmern mit Notwendigkeit zur Antikoagulation?
- CHADS2 ≥ 2
- CHA2DS2-VASc > 1
Kontraindikation gegen eine Antikoagulation?
Alternative Diagnosen, die eine Antikoagulation erfordern?
Ohnehin anstehende Thorakotomie?
Echokardiographie transthorakal und transösophageal (TTE/TEE)
- Evaluation der Vorhofohranatomie
- Linksventrikuläre Pumpfunktion
- Klappenfehler
Lungenfunktionsanalyse (nur bei Intubationsnarkose)
Carotis-Duplex-Sonographie zum Ausschluss konkomitierender
Risikoerkrankungen
Diese Untersuchungen können auch gerne über unser Haus organisiert
und durchgeführt werden.
Anmeldung des Patienten über das Anmeldeformular am Ende dieser
Broschüre.
17
Praktische Durchführung
Nachbehandlung des Patienten nach Implantation des
Vorhofohrverschluss
Das Herzgewebe benötigt für die Heilung mindestens 45 Tage. In dieser
Zeit, besser jedoch über 3-6 Monate, müssen Medikamente zur Thrombozytenaggregationshemmung (normalerweise ASS+Clopidogrel, jedoch
werden individuelle Medikationen bei speziellen Nebenerkrankungen empfohlen) eingenommen werden. Nach 3 bzw. 6 Monaten reicht täglich eine
Tabeltte ASS. Unter bestimmten Bedingungen kann vollständig auf eine
weitergehende Antikoagulation oder Thrombozytenaggregationshemmung
verzichtet werden. Ihr Arzt kann Ihnen auch ein Antibiotikum verschreiben,
um vorsorglich eine Infektion nach dem Eingriff zu verhindern. Es werden regelmäßige Untersuchungen durchgeführt, um die regelrechte Funktion des
Implantates zu überprüfen.
Gefahren und Komplikationen des Vorhofohr-Devices
Klinische Studien belegen, dass das Vorhofohr-Verschlusssystem sicher zu
implantieren ist. Jedoch bestehen wie bei jedem interventionellen invasiven
Verfahren Risiken bei der Implantation des Verschlusssystems. So kann es
beispielsweise zu unerwartenen Blutungen kommen, Hämatomen in der Einstichstelle, in der Regel in der Leiste oder auch in extrem seltenen Fällen, trotz
des sterilen Arbeitens am Kathetertisch zu vorübergehendem Fieber und zu
Fieberanstiegen. Sollte bei den Patienten eine ausgeprägte und dokumentierte Metallallergie bestehen, so müsste dies im Vorfeld abgeklärt werden.
Im Rahmen der Risiko-Nutzen-Abwägung hat sich der Vorhofohrverschluss in
klinischen Studien als Überlegen gegenüber der Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten gezeigt. Eine Vergleichsstudie zu neuen oralen Antikoagulantien
liegt zum jetztigen Zeitpunkt nicht vor. In ebenfalls sehr seltenen Fällen lässt
sich das Vorhofohr nicht vollständig mit dem Verschlusssystem verschließen.
Bei einem verbleibenden relevanten Restfluss muss im Rahmen einer individuellen Lösung, ggf. weiter eine Blutverdünnung eingenommen werden.
18
Praktische Durchführung
Aktuelle Literatur
1. Blackshear J.L., Odell J.A., Appendage Obliteration to Reduce Stroke
in Cardiac Surgical Patients with Atrial Fibrillation. Annals of Thoracic Surgery, 1996;61:755-759.
2. Lip GY, Nieuwlaat R, Pisters R, Lane DA, Crijns HJ. Refining clinical risk
stratification for predicting stroke and thromboembolism in atrial
fibrillation using a novel risk factor-based approach: the euro heart
survey on atrial fibrillation. Chest. 2010 Feb;137(2):263-72
3. Camm JA et al. Guidelines for the Management of Atrial Fibrillation,
European Heat Journal 2010, 31:2369 - 429
19
Praktische Durchführung
Anmeldung:
Bei einer klaren Indikation zum Vorhofohrverschluss können Sie Ihre
Patienten über unser Anmeldesystem einfach und unkompliziert
anmelden. Hierzu finden Sie auf der folgenden Seite ein entsprechendes
Anmeldeformular, welches Sie sich auch gern über unsere Internetseite
www.kardiologie-tu-dresden.de/Downloads aus dem Internet herunterladen
können. Notwendige Voruntersuchungen werden vor Ort vervollständigt.
Sollten Sie Fragen zu diesem Vorgehen haben und einen Ansprechpartner
benötigen, so stehen wir selbstverständlich unter den unten genannten Telefonnummern gerne zur Verfügung.
Anmeldung und Kontakt:
Telefonisch:
0351 450-1701 oder -1703
Anmeldeformular von www.kardiologie-tu-dresden.de/Aktuelles
per Fax: 0351 450-1702
Schriftlich:
Univ.-Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser
Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik
an der Technischen Universität Dresden
Klinik für Innere Medizin und Kardiologie
Sekretariat
Stichwort Interventioneller Vorhofohrverschluss
Fetscherstraße 76, 01307 Dresden
E-Mail: [email protected]
20
Anmeldung für kathetergestützte Verfahren
Univ.-Prof. Dr. Ruth H. Strasser
Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik
an der Technischen Universität Dresden
Fetscherstraße 76, 01307 Dresden
TEL: 0351 450 1701 FAX: 1702
E-Mail: [email protected]
Datum:
Bitte als FAX oder per POST!
Anmelder
Patientendaten
___________________________
Geb. Datum
___________________________
Adresse
___________________________
(Stempel)
___________________________
Telefonnr. für Rückruf:
Telefon zum Abruf _____________________
Dringlichkeit :
Notfall sofort
Anmeldung für:
Wir wünschen eine Voruntersuchung des Patienten in der
prästationären Sprechstunde.
Coro/PTCA
Hochrisiko PTCA
Vorhofohrverschluss
Mitraclip
ASD und andere
dringlich
elektiv
Renale Ablation
Intervent. Aortenklappenersatz (TAKE/FAKE)
Schrittmacher / Defibrillator / CRT / Eventrec.
elektrophysiologische Ablation (z.B. PVI)
Kurzinfo zur Vorgeschichte und Diagnosen:
Durchgeführte Voruntersuchungen:
Besonderheiten / Bemerkungen / Fragen:
Für dringliche Rückfragen steht Ihnen unser Präsenzoberarzt unter 0351 450 1414 zur Verfügung.
Bitte Originalbefunde (Befundbriefe, Angiographie etc. als CD) beifügen und an o.g. Adresse senden!
Dieses Formblatt kann vom www.kardiologie-tu-dresden.de/Aktuelles/Anmeldung_komplett.pdf
Internet heruntergeladen werden unter
www.kardiologie-tu-dresden.de/Aktuelles/Anmeldung_komplett.pdf
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HZD – Anmeldung
Name
Fax-Nr.: 0351 450 1702 ih
Praktische Durchführung
Praktische Durchführung
Ansprechpartner im Herzzentrum Dresden, Universitätsklinik sind:
Univ.-Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser sowie
Dr. med. Christoph Mues
Univ.-Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser
 0351 450 1701
Dr. med. Liying Pu
Hannes Melnyk
 0351 450 1701
 0351 450 1701 Dr. med. Christoph Mues
 0351 450 25210
Krunoslav Sveric
Echokardiographie
 0351 450 1701
Gern geben auch alle Oberärzte der Klinik weitere Auskunft.
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Notizen
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Notizen
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