HilDes Demenz-Knigge - Paritätisches Jugendwerk

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WISSEN
HILFT HANDELN
Wenn das Gedächtnis nachlässt….
HilDe = Hilfen bei Demenz
HilDe´s
HilDe´s Demenz–
Demenz–Knigge
Alltagstipps für die Kommunikation
und den Umgang
mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen
KOMMUNIKATION
BEZIEHUNGSGESTALTUNG
ALLTAGSGESTALTUNG
Eine Information des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Seesen
Jacobsonstraße 36 = 38723 Seesen
Tel.: 05381 94806-1 = www.seesen.paritaetischer.de
Stand: 05.06.2014
WISSEN
HILFT HANDELN
Wenn das Gedächtnis nachlässt….
HilDe = Hilfen bei Demenz
HilDe´s Demenz–
Demenz–Knigge
Alltagstipps für die Kommunikation und den Umgang
mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen
KOMMUNIKATION
☺ Begrüßung mit sanftem Körperkontakt (wenn die Menschen dies mögen und
zulassen).
☺ Von vorne und auf gleicher Augenhöhe ansprechen. Augen- bzw.
Sichtkontakt herstellen (ggf. in die Hocke gehen bei Rollstuhlfahrern oder
auf die Bettkante setzen).
☺ Einfache und kurze Sätze formulieren.
☺ Langsam und deutlich sprechen.
☺ Nicht im Plural „wir“ sondern immer im Singular „ich“/“du“/“Sie“ sprechen.
☺ Menschen nur dann duzen, wenn dies geklärt oder selbstverständlich ist.
☺ Keine Fremdworte oder komplizierte Erklärungen benutzen. Logische
Zusammenhänge oder Abfolgen können nicht mehr erfasst werden.
☺ Keine Informationsfolgen. Z. B. “Gleich nach dem Essen kommt dein Enkel und
dann fahren wir in die Stadt und dort kaufen wir dir Schuhe“. Menschen mit
Demenz können mehrere Informationen auf einmal nicht mehr verarbeiten.
☺ Keine Warum – Fragen stellen. Wo, Wie, Was – Fragen nur, wenn man
weiß, dass eine Antwort gegeben werden kann.
☺ Fragen stellen, die mit Ja/Nein beantwortet werden können. Nicht „Wie geht
es Dir/ Ihnen?“, sondern „Geht es Dir/Ihnen gut?“
☺ Gesagtes mit Mimik und Gestik unterstreichen.
☺ Sich vergewissern, ob die Information verstanden wurde.
☺ Zeit zum Antworten lassen.
☺ Nicht widersprechen und/oder auf Defizite aufmerksam, besser ein- oder
ablenken.
☺ Niemanden bloßstellen in seinem „Nichtmehrkönnen“, eher verständnisvoll
reagieren wie „Ich kann Dich/Sie gut verstehen, das ist auch schlimm…“
Eine Information des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Seesen
Jacobsonstraße 36 = 38723 Seesen
Tel.: 05381 94806-1 = www.seesen.paritaetischer.de
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HILFT HANDELN
Wenn das Gedächtnis nachlässt….
HilDe = Hilfen bei Demenz
HilDe´s Demenz–
Demenz–Knigge
Alltagstipps für die Kommunikation und den Umgang
mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen
☺ Insgesamt weniger sprechen, eher handeln, aber dies immer nur mit
vorheriger Ansage.
☺ Menschen mit Demenz haben die Begriffe ihres Alltags vergessen, eine
bildreiche, beschreibende Sprache und Umgebungsgestaltung schafft
Orientierung und Sicherheit.
BEZIEHUNGSGESTALTUNG
☺ Nähe herstellen durch viel Körperkontakt, nur soweit dieser als angenehm
empfunden wird.
☺ Wertschätzung durch einen respektvollen Umgang auf Augenhöhe
vermitteln.
☺ Konzentration auf erhaltene Fähigkeiten und liebenswerte Seiten.
☺ Unbedingter Respekt und Anerkennung vor Lebensleistung und
Lebensgeschichte von Menschen mit Demenz.
☺ Alle Handlungen vorher ankündigen und immer nur eine Ansage/Handlung
nach der anderen. Z. B. nicht: „Ich kämme Dir jetzt die Haare, dann frühstückst
du und danach bringe ich Dich zur Fußpflege …“, sondern: „Ich kämme Dir jetzt
die Haare“ – Handlung – „Ich begleite Dich zum Tisch“ – Handlung – „Setz
Dich bitte auf den Stuhl“ – Handlung etc.
☺ Vertraute Umgebungen und Plätze aufsuchen, Neues und Fremdes wenn
möglich meiden.
☺ Bei Spaziergängen, im Garten, in der Stadt die Orientierung erleichtern,
indem die Umgebung benannt wird. Z. B. „Siehst du den Bus dort?“ und
dorthin zeigen. Bei Naturspaziergängen z. B. „Schau mal die schöne, grüne
Eiche hier.“ etc.
☺ Emotionen/Gefühle werden von Menschen mit Demenz sehr viel intensiver
erlebt und wahrgenommen. Daher helfen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit
Eine Information des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Seesen
Jacobsonstraße 36 = 38723 Seesen
Tel.: 05381 94806-1 = www.seesen.paritaetischer.de
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Demenz–Knigge
Alltagstipps für die Kommunikation und den Umgang
mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen
für das eigene emotionale Verhalten sowie für das emotionale Verhalten von
Menschen mit Demenz dabei, den Kontakt zu erleichtern und zu
entspannen.
☺ Humor ist ein wertvoller Alltagsbegleiter. Gemeinsames Lachen in und über
Situationen entspannt. ABER: Niemals eine Person auslachen oder über sie
lachen, sondern immer gemeinsam über etwas lachen.
ALLTAGSGESTALTUNG
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Regelmäßige und feste Tagesstruktur zur Orientierungserleichterung.
Vertraute soziale Kontakte soweit als möglich aufrechterhalten.
Vertraute Beschäftigungen solange als möglich beibehalten.
Einbeziehung in den Alltag ohne Überforderung und Ansprüche.
Anerkennung für den Erfolg vermitteln, nicht defizitorientiert denken,
sondern ressourcenorientiert. Viele Menschen mit Demenz können noch
Vieles, allerdings in ihrem Tempo und mit einem nicht immer „optimalen“
Ergebnis. Sollten z.B. Kartoffeln viel zu „dick“ geschält werden, nicht tadeln,
sondern die Teilhabe und das sinnvolle Tun sind das Wichtige, nicht das
Ergebnis.
Biographisch orientierte Beschäftigungs- und Entfaltungsmöglichkeiten.
Positive Erinnerungen aus der Vergangenheit wecken durch Fotos, Musik,
Geschichten, Gespräche, Gerüche etc.
Lieblingsgerichte und Getränke erfragen und anbieten.
Sinne stimulieren, um Genuss und Entspannung zu ermöglichen.
Individuelle Lebensgeschichte als Schlüssel zum Verstehen von
Verhaltensweisen und Haltungen.
Eine Information des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Seesen
Jacobsonstraße 36 = 38723 Seesen
Tel.: 05381 94806-1 = www.seesen.paritaetischer.de
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Demenz–Knigge
Alltagstipps für die Kommunikation und den Umgang
mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen
☺ Viel Bewegung (wenn möglich) an der frischen Luft (Sauerstoff tut dem
Gehirn gut).
☺ Reizüberflutung vermeiden. Soziale Kontakte in großer Runde, z.B.
Geburtstage oder Feiern je nach individuellen Vorlieben; bei Überforderung
eher vermeiden.
☺ Keine Diskussionen über missglückte oder falsche Alltagshandlungen oder
unrichtige Informationen.
☺ In der Wohnung bzw. im Haus sollten nach Möglichkeit Gefahrenquellen
minimiert, Wohnbarrieren reduziert und klare Orientierungsmöglichkeiten
geschaffen werden (z. B. durch Bilder/Beschriftungen in der Wohnung). Ggf.
Hilfe durch Wohnberatung einholen.
☺ Erforderliche Alltagsveränderungen behutsam durchführen.
☺ Langsamkeit und Geduld sind die besten Begleiter im Alltag mit Menschen
mit Demenz.
Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.
Wir sind für Sie da und bieten Ihnen
Informationen über das Krankheitsbild
Krankheitsbild „Demenz“
Beratungsgespräche für Angehörige und Betroffene
Hinweise zum Umgang mit Menschen mit Demenz
Aktivierende Betreuungsleistungen im häuslichen
Umfeld
Gruppenangebote zur Förderung und Entlastung
Wohnberatung
Auskünfte zu Leistungsansprüchen
Leistungsansprüchen von Menschen mit
Demenz
Vermittlung weiterer Hilfen
Eine Information des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Seesen
Jacobsonstraße 36 = 38723 Seesen
Tel.: 05381 94806-1 = www.seesen.paritaetischer.de
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