Leptospiren-Antikörper- Diagnostik bei Pferden

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Leptospiren-AntikörperDiagnostik bei Pferden
Dipl. Tzt. Jutta Pikalo, BSc.
Institut für Veterinärmedizinische Untersuchung
Abteilung Virologie
Infektionskrankheiten beim Pferd
Mödling, 02.12.2015
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
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Leptospiren
• sind gram negative schraubenförmig gewundene
Bakterien
• die pathogene Spezies L. interrogans besitzt mehr als
200 Serovare, welche wiederum in 24 Serogruppen
unterteilt werden
• kommen weltweit als zoonotische Infektionskrankheit
vor
Elektronenmikroskopische
Aufnahme Dr. Richter, AGES
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Übertragungswege
• befinden sich in der Umwelt
• über Wasser
• durch Urin infizierter Tiere
• Ratten und Mäuse dienen als Wirte/Überträger
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Klinik
• Inkubationszeit: einige Tage bis zu 3 Wochen
• Subklinisch und Trägertiere:
- asymptomatisch
• Perakut: sehr selten
- Fieber
- Schockgeschehen
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Klinik
• Akut:
- plötzliches Fieber (40 – 40,5°C)
- Inappetenz, Leistungsdepression
- Ikterus
- steifer Gang, Lähmungen
- Petechien an den Schleimhäuten
- Kolikerscheinungen
- Oligurie, Harn ist rot gefärbt
- Aborte, letztes Drittel der Trächtigkeit
• Krankheitsdauer: etwa 2 Wochen
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Klinik
• Chronisch:
- Abmagerung
- Leistungsschwäche
- periodische Fieberschübe
- Subikterus
- Hämorrhagien
- Equine rezidivierende Uveitis
bei 95% Leptospiren als Ursache
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Nachweis
• Direkter Erregernachweis:
- PCR (Dauer: 1-3 Werktage)
- Mikroskopisch: Harn, Augenkammerwasser (Dauer: 1
Werktag)
- Silberfärbung nach Warthinstarry: Leber und Niere (Dauer:
3-4 Werktage)
- Forschung: direkte Immunfluoreszenz
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Nachweis
• Antikörpernachweis - Serovarspezifisch:
- Mikroagglutinationstest von Blutserum
(Dauer: 4-5 Werktage)
- Titeranstieg: im Abstand von einer Woche eine paarige
Serumprobe.
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Ziel der Studie
• Ermittlung der Seroprävalenz
• Ermittlung potentieller Risikofaktoren
• Ermittlung einer geographischen Verteilung
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Studienaufbau
• Seren von 314 Pferden, welche in der Medizinischen
Tierklinik der Veterinärmedizinischen Fakultät der
Universität Leipzig stationär aufgenommen wurden.
• Die Seren wurden über einen Zeitraum von Mai 2012
bis November 2013 gesammelt.
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Risikofaktoren Einteilung
• Alter
• Geschlecht
• Verwendung
• Haltung
• Rasse
• Erkrankung
• Standort
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Methodik
• Mikroagglutinationstest
• statistische Auswertung
- Prävalenz
- Kartographie
- Risikofaktoren
- Multifaktorielle Regression
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Ergebnisse - Serovare
Serovar
Anzahl
positive
Icterohaemorrhagiae
Bratislava
Grippotyphosa
Hardjo
Canicola
Hebdomadis
Sejroe
Autumnalis
35
30
6
5
1
1
0
0
Seroprävalenz in
Prozent %
% bezogen auf
positive
314 Pferde
64,8
55,6
11,1
9,3
1,9
1,9
0
0
Schönberg et al. (1987) Serovar Grippotyphosa an erster Stelle
11,1
9,6
1,9
1,6
0,3
0,3
0
0
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Ergebnis
Risikofaktor Geschlecht
Seroprävalenz in %
25
20
15
10
5
0
Stute
Wallach
Hengst
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Ergebnis
Risikofaktor Verwendung
25
Seroprävalenz in %
20
15
10
5
0
Freizeit
Zucht/Aufzucht
Sport
ohne Angabe
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Ergebnis
Risikofaktor Jahreszeit
60
Seroprävalenz in %
50
40
30
20
10
0
Winter
(Dez. bis Feb.)
Frühling
(März bis Mai)
Sommer
(Juni bis Aug.)
Herbst
(Sept. bis Nov.)
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Ergebnis - Regressionsanalyse
Wahrscheinlichkeit (%)
Jahreszeit
Weiblich
Männlich
Frühling
18,6
7,9
Sommer
49,9
27,1
Herbst
14,0
5,7
Winter
17,7
7,4
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Ergebnis
Geographische
Verteilung
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Ergebnis - Seroprävalenz
Anstieg der Seroprävalenz
20
Seroprävalenz in %
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
Schönberg et al. (1987)
Pikalo et al. (2015)
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Fazit
• Änderung des Serovars
• gleichmäßiges Vorkommen
• gehäuft in warmen Jahreszeiten
• häufiger auftretende Erkrankung auch beim
Menschen
• Anstieg der Seroprävalenz
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Für die Praxis
• Eigenschutz bei Verdacht einer Infektion
• Vermeidung von Kontakt mit Urin infizierter Tiere
• Tragen von Handschuhen
• Wunden wasserdicht verbinden
• Anzeigepflicht bei Menschen
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• Prof. Dr. Gerald Fritz Schusser
• Prof. Dr. Friedrich Schmoll
• Dr. Tatjana Sattler
• Dr. Michaela Eichinger
• Dr. Angelika Loitsch
• Hao Sun, BSc.
• Maria Müller
• Michael Schwarz Mag. (FH)
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