PDF lesen - die Kardiologen Gemeinschaftspraxis in Freiburg, Dr. Rolf

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Jörg von Rosenthal
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Mit den besten Grüßen vom Georg Thieme Verlag
Medikamentöse Therapie supraventrikulärer und ventrikulärer
Arrhythmien
DOI 10.1055/s-0033-1346889
Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
Nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
Keine kommerzielle Nutzung, keine Einstellung
in Repositorien.
Verlag und Copyright:
© 2013 by
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14
70469 Stuttgart
ISSN 2193-5203
Nachdruck nur
mit Genehmigung
des Verlags
Übersichtsarbeit
379
Medikamentöse Therapie supraventrikulärer
und ventrikulärer Arrhythmien
Antiarrhythmic Drug Therapy for Supraventricular and Ventricular Arrhythmias
Autor
Jörg von Rosenthal
Institut
Die Kardiologen-Gemeinschaftspraxis in Freiburg mit Herzkatheterlabor am St. Josefskrankenhaus
Dres. Thierfelder, Gansser, von Rosenthal, Saurbier
Key words
" supraventricular and ventricl
ular arrhythmias
" antiarrhythmic drugs
l
" proarrhythmia
l
Was ist wichtig?
l
l
l
l
Bibliografie
DOI http://dx.doi.org/
10.1055/s-0033-1346889
Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York ·
ISSN 2193-5203
Korrespondenzadresse
Dr. med. Jörg von Rosenthal
Die Kardiologen-Gemeinschaftspraxis in Freiburg
Habsburgerstr. 116
79104 Freiburg
Tel.: 07 61/38 80 60
Fax: 07 61/3 88 06 66
[email protected]
Aktueller Stand: Die Frage nach einer medikamentösen antiarrhythmischen Behandlungsnotwendigkeit von Patienten mit Palpitationen, Extrasystolen oder tachykarden Herzrhythmusstörungen stellt
sich im kardiologischen Alltag häufig. Von einer rein symptomatischen Therapieindikation zur Linderung der subjektiven Beschwerden ist dabei eine prognostische Indikation zur Verbesserung der
Langzeitprognose myokardialer Erkrankungen zu differenzieren. Vor Therapiebeginn sollte stets das
Nutzen-Risiko-Verhältnis mit Blick auf mögliche proarrhythmische Effekte abgewogen werden. Mit
den Möglichkeiten der interventionellen Elektrophysiologie ist heutzutage oft eine kurative Katheterablation von Herzrhythmusstörungen erreichbar.
Antiarrhythmisch wirksame Medikamente: Eine geläufige Einteilung der Antiarrhythmika stellt die
Klassifikation von Vaughan Williams in 4 Medikamentengruppen dar, entsprechend der unterschiedlichen Angriffspunkte der Substanzen an der Herzmuskelzelle. Zu beachten ist, dass neben Natriumkanalblockern, β-Rezeptorenblockern, Kaliumkanalblockern und Calciumantagonisten weitere, nicht in
dieser Klassifikation aufgeführte Antiarrhythmika existieren (z. B. If-Kanalblocker, Adenosin, Digitalis).
Je nach Pharmakodynamik und Pharmakokinetik besitzt jede Medikamentengruppe ihr spezifisches
Wirkungsprofil – aber auch ein nicht zu vernachlässigendes Nebenwirkungspotenzial bez. Proarrhythmien. β-Rezeptorenblocker stellen bei fast allen supraventrikulären und ventrikulären Arrhythmien die
Basismedikation dar.
Behandlung supraventrikulärer Arrhythmien: Die Behandlung supraventrikulärer bzw. atrialer Arrhythmien erfolgt meist aus symptomatischer Indikation. Supraventrikuläre Reentry-Tachykardien,
Vorhofflattern und atriale Tachykardien werden heutzutage in erster Linie per Katheterablation therapiert. Als medikamentöse Option kommen primär β-Rezeptorenblocker zum Einsatz. Im Falle einer
relevanten strukturellen Herzerkrankung kann auch Amiodaron gegeben werden. Das vordringliche
prognoseverbessernde Therapieprinzip bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern ist – abhängig vom
individuellen Risikoprofil – die Antikoagulation zur Thrombembolieprophylaxe.
Behandlung ventrikulärer Arrhythmien: Ventrikuläre Extrasystolie oder rezidivierende ventrikuläre
Tachykardien stellen ein häufiges und schwerwiegendes, prognoseverschlechterndes Problem im Zusammenhang mit Kardiomyopathien, primär elektrischen Erkrankungen des Herzmuskels oder kardialer Ischämie dar. Letztlich erwies sich bei diesen Patienten neben der ICD-Therapie bislang nur die
Medikation mit β-Rezeptorenblockern als prognoseverbessernd. Amiodaron kann zwar durch Reduktion ventrikulärer Ereignisse die subjektiven Beschwerden der Betroffenen lindern, eine signifikante
Verminderung des plötzlichen Herztods ist für dieses Antiarrhythmikum bei strukturellen Herzerkrankungen bisher aber nicht nachgewiesen.
Glossar
!
HCM
ICD
AVRT
AV Reentry-Tachykardie
AVNRT AV-Knoten Reentry-Tachykardie
ARVD
arrhythmogene rechtsventrikuläre
Dysplasie
EF
Ejektionsfraktion
KHK
LVOT
RVOT
WPW
hypertrophe Kardiomyopathie
implantierter KardioverterDefibrillator
koronare Herzkrankheit
linksventrikulärer Ausflusstrakt
rechtsventrikulärer Ausflusstrakt
Wolff-Parkinson-White-Syndrom
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
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Schlüsselwörter
" supraventrikuläre und ventril
kuläre Arrhythmien
" Antiarrhythmika
l
" Proarrhythmie
l
380
Übersichtsarbeit
Aktueller Stand
!
Das Behandlungsspektrum supraventrikulärer und ventrikulärer
Herzrhythmusstörungen hat sich in den letzten Jahren durch die
interventionelle Therapiemöglichkeit der Katheterablation gewandelt. Dennoch stellt sich die Frage nach einer medikamentösen Behandlungsnotwendigkeit von Patienten mit Palpitationen,
Extrasystolen und tachykarden Herzrhythmusstörungen im kardiologischen Alltag recht häufig.
Indikationen zur Behandlung
Elektronischer Sonderdruck zur persönlichen Verwendung
!
Wir unterscheiden eine rein symptomatische Indikation, bei der
eine Besserung der arrhythmiebedingten Beschwerden erreicht
werden soll, von einer Behandlung aus prognostischer Indikation, wo eine Besserung der Langzeitprognose – im Idealfall die
Senkung der Mortalität, z. B. durch Verhinderung des plötzlichen
Herztods – erreicht werden soll.
Bei rein symptomatischer Indikation muss das Nutzen-RisikoVerhältnis einer antiarrhythmischen Behandlung immer gut abgewogen werden, v. a. im Hinblick auf die Gefahr möglicher Proarrhythmie. Bei prognostischer Indikation wird man in vertretbarem Umfang auch Nebenwirkungen in Kauf nehmen, wenn
längerfristig eine Prognoseverbesserung erreicht werden kann.
In allen Fällen müssen vor Beginn einer spezifischen antiarrhythmischen Therapie ursächliche extrakardiale Erkrankungen wie
z. B. Hyperthyreose, Anämie oder chronische Infekte ausgeschlossen werden. Zudem ist zur Erfassung einer etwaigen kardialen
Grunderkrankung eine umfassende kardiologische Diagnostik
unumgänglich.
Kurzgefasst
Eine medikamentöse antiarrhythmische Behandlung erfolgt
aus symptomatischer oder prognostischer Indikation unter
Berücksichtigung aller Kontraindikationen und potenzieller
Risiken für Proarrhythmie. Vor Therapiebeginn muss eine evtl.
vorhandene kardiale oder extrakardiale Grunderkrankung
behandelt werden.
Antiarrhythmisch wirksame Medikamente [1, 2]
!
Die klassische Einteilung der Antiarrhythmika erfolgt nach der
Klassifikation von Vaughan Williams [3].
I Natriumkanalblocker
Ia Chinidin, Ajmalin, Prajmalin, Disopyramid
Ib Mexiletin, Lidocain
Ic Flecainid, Propafenon
II β-Rezeptorenblocker
III Kaliumkanalblocker
Amiodaron, Sotalol, Dronedaron
IV Calciumantagonisten
Verapamil, Diltiazem
Nicht eindeutig klassifizierbar: Ivabradin
β-Rezeptorenblocker als Klasse-II-Antiarrhythmika wirken erregungs- und leitungsverzögernd auf fast alle elektrischen Strukturen des Herzens. Sie werden bei den meisten tachykarden Arrhythmien als Basismedikation eingesetzt zur Reduktion der
erhöhten elektrischen Aktivität eines arrhythmogenen atrialen
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
oder ventrikulären Fokus sowie zur Frequenzreduktion bei Auftreten einer atrialen oder supraventrikulären Tachykardie, insbesondere wegen ihrer bremsenden Wirkung auf den AV-Knoten.
Bei den β-Rezeptorenblockern besteht insgesamt ein günstiges
Nutzen-Risiko-Verhältnis mit recht guter Verträglichkeit bei relativ geringem Risiko für bedeutsame unerwünschte Nebenwirkungen. Als häufigste Nebenwirkung kommt es meist dosisabhängig oder durch Kumulation des Medikaments zu Sinusbradykardien oder höhergradigen AV-Blockierungen.
Die Inzidenz proarrhythmischer, tachykarder Komplikationen ist
niedrig. β-Rezeptorenblocker führen zu keiner relevanten QTZeit-Verlängerung und kommen deshalb bei Long-QT-Syndrom
therapeutisch zum Einsatz. Mögliche extrakardiale Nebenwirkungen sind bronchiale Obstruktion, Auslösen oder Verschlimmerung einer Psoriasis, Schlafstörungen, depressive Verstimmung und Libidoverlust.
Ivabradin (Procoralan®) verzögert als If-Kanal-Blocker die diastolische Depolarisation an der Membran der Sinusknotenzellen,
führt so zu einer selektiven Frequenzsenkung des Sinusknotens
ohne Beeinträchtigung der AV-Knoten-Leitung und ist z. B. gut
wirksam bei inadäquater Sinustachykardie. Ivabradin zeigt eine
gute Verträglichkeit mit relativ niedriger Rate an unerwünschten
Arzneimittelwirkungen. Insbesondere bestehen nicht die klassischen Nebenwirkungen der β-Rezeptorenblocker, sodass es Patienten mit AV-Knoten-Leitungsstörung, chronisch obstruktiver
Ventilationsstörung, Psoriasis oder bei anderen Kontraindikationen für eine β-Blockertherapie verschrieben werden kann.
Sotalol (Sotalex®) nimmt als spezieller β-Rezeptorenblocker mit
zusätzlicher antiarrhythmischer Wirkung der Klasse III eine Sonderstellung ein. Es kann wie die übrigen β-Rezeptorenblocker bei
Patienten mit koronarer Herzerkrankung und nach Myokardinfarkt eingesetzt werden. Aufgrund der überwiegend renalen
Elimination kommt es aber bei Einschränkung der Nierenfunktion
(v. a. bei älteren Patienten) möglicherweise rasch zur Kumulation
des Medikaments. Dies kann zur Verlängerung der QT-Zeit bis hin
" Abb. 1) fühzu möglichen Torsade-de-pointes-Tachykardien (l
ren oder andererseits auch symptomatische Sinusbradykardien
und höhergradige AV-Blockierungen mit sich bringen. Der Klasse-III-antiarrhythmische Effekt wird erst bei höheren Dosierungen erreicht. Wegen möglicher Proarrhythmie muss eine strenge
Indikationsstellung erfolgen sowie eine engmaschige Überwachung, v. a. bei der Ersteinstellung auf das Medikament. Prinzipiell sollte bei jeder Behandlung mit einem Antiarrhythmikum –
speziell aber unter Sotaloltherapie – auf hochnormale Kaliumserumspiegel über 4,5 mmol/l geachtet werden, zur Reduktion proarrhythmischer Komplikationen [4].
Klasse-IV-Antiarrhythmika, also bradykardisierende Calciumantagonisten vom Non-Dihydropyridintyp wie Verapamil (Isoptin®)
oder Diltiazem (Dilzem®), werden durch ihre leitungsverzögernde Wirkung auf den AV-Knoten zur Frequenzreduktion bei supraventrikulären Tachykardien eingesetzt. Bei Sick-Sinus-Syndrom wurden Asystolien beobachtet. Unter der Behandlung kann
es dosisabhängig zu höhergradigen AV-Blockierungen kommen,
weshalb die Kombination mit einem β-Rezeptorenblocker primär nicht indiziert ist und nur in begründeten Einzelfällen
durchgeführt werden sollte. Es gibt Verapamil-sensitive ventrikuläre Tachykardien, wo es zum Einsatz kommt [26]. Die KlasseIV-Antiarrhythmika haben eine negativ inotrope Wirkung und
führen zur Vasodilatation mit Senkung des arteriellen Blutdrucks. An extrakardialen Nebenwirkungen stehen gastrointestinale Beschwerden und gelegentlich periphere Ödembildungen
im Vordergrund.
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Übersichtsarbeit
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Abb. 1 Torsade-de-pointes-Tachykardie.
Klasse-I-Antiarrhythmika: Die Behandlung mit einem Klasse-IAntiarrhythmikum erfordert eine klare Indikationsstellung unter
Berücksichtigung der Kontraindikationen. Laut Leitlinien, die
aber diesbez. seit vielen Jahren nicht überarbeitet wurden, soll
die Ersteinstellung auf ein Klasse-I-Antiarrhythmikum, wie auch
auf Sotalol, in den ersten Tagen unter stationären Bedingungen,
Monitorüberwachung, täglichen EKG-Kontrollen sowie Aufzeichnung eines 24-Stunden-EKGs durchgeführt werden, um eine sich
entwickelnde Proarrhythmie frühzeitig erkennen zu können [4].
Hier muss v. a. auf eine Verlängerung der korrigierten QT-Zeit sowie auf eine sog. eingeschränkte Repolarisationsreserve als frühes Zeichen für Proarrhythmie geachtet werden, bei der mehrere, auf eine Extrasystole folgende Schläge eine QT-Zeit-Verlän" Abb. 2). Seltegerung und/oder T-Wellen-Veränderung zeigen (l
ner sind QRS-Verbreiterungen sowie Änderungen der T-WellenMorphologie vor einer ventrikulären Extrasystole. In der klinischen Routine kann von rhythmologisch erfahrenen Kardiologen die Einstellung auf Flecainid und Propafenon jedoch auch
unter ambulanten Bedingungen vorgenommen werden, wobei
die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen dringend beachtet
werden müssen.
Flecainid (Tambocor®) ist das am häufigsten verwendete KlasseIc-Antiarrhythmikum und wirkt sowohl bei supraventrikulären
als auch bei ventrikulären Arrhythmien. Die Elimination erfolgt
hepatisch und renal. Es kann neben QT-Zeit-Verlängerung mit
Entwicklung ventrikulärer Tachyarrhythmien auch zur Verbreiterung des QRS-Komplexes und zur Ausbildung von Schenkelblockbildern kommen, weswegen es bei vorbestehendem oder
neu unter Therapie aufgetretenem Schenkelblock nicht eingesetzt werden sollte. Gelegentlich treten Sinusbradykardien auf.
Bei atrialen Tachykardien und Vorhofflattern sollte es wegen der
Gefahr einer 1 : 1-Überleitung mit einem β-Rezeptorenblocker
oder Klasse-IV-Antiarrhythmikum kombiniert werden. Da die
Inzidenz proarrhythmischer Komplikationen bei Patienten mit
Herzinsuffizienz, KHK (insbesondere nach Myokardinfarkt) sowie bei bedeutsamer linksventrikulärer Funktionsminderung
(EF < 35 %) deutlich zunimmt, ist die Gabe hier kontraindiziert,
wie auch bei primär elektrischen Erkrankungen. Auch bei bedeutsamer linksventrikulärer Hypertrophie ist erhöhte Vorsicht
geboten. Extrakardiale Nebenwirkung sind Doppelbilder,
Schwindel, Kopfschmerz, Parästhesien und gelegentlich Erhöhung der Transaminasen.
Propafenon (Rytmonorm®) hat einen sehr ähnlichen Indikationsbereich, wird ebenso renal und hepatisch eliminiert. Es wirkt
verlangsamend auf alle Strukturen des Reizleitungssystems und
wird deshalb bei supraventrikulären wie ventrikulären Arrhythmien eingesetzt. Es gelten die gleichen Indikationseinschränkungen wie bei Flecainid. Es kann neben Proarrhythmie zu Sinusbradykardien und AV-Blockierungen kommen, weiterhin zu orthostatischer Dysregulation, Mundtrockenheit, Schwindel, bei Intoxikation zu Somnolenz und zerebralen Krampfanfällen. Selten
können eine cholestatische Hepatitis oder Agranulozytose auftreten.
Cordichin®, eine fixe Kombination aus Chinidin und Verapamil,
wird weiterhin primär als Reservemedikament zur medikamentösen Kardioversion von Vorhofflimmern eingesetzt, wie auch
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
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Abb. 2 EKG-Beispiel zur verminderten
Repolarisationsreserve.
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Übersichtsarbeit
zur Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern. Es erfordert v. a. bei
Therapiebeginn ein engmaschiges EKG-Monitoring in Hinblick
auf Proarrhythmie, weswegen eine Ersteinstellung auf Cordichin® nur unter stationären Bedingungen erfolgen sollte. Während der Behandlung sollte, wie auch bei Sotalol, auf hochnormale Kaliumserumspiegel über 4,5 mmol/l geachtet werden, da dies
die Häufigkeit proarrhythmischer Komplikationen deutlich reduziert. Ein Einsatz von Cordichin® bei manifester koronarer Herzerkrankung, nach Myokardinfarkt, bei bedeutsamer linksventrikulärer Funktionsminderung, bei höhergradigem AV-Block sowie
bei primär elektrischer Erkrankung ist kontraindiziert [4, 5].
Ajmalin (Gilurytmal®), ein intravenös zu verabreichendes KlasseIa-Antiarrhythmikum mit kurzer Halbwertszeit wird vornehmlich hepatisch eliminiert. Es ist gut wirksam zur Terminierung
akut aufgetretener supraventrikulärer wie auch ventrikulärer Tachykardien. Es eignet sich zur Terminierung von WPW-Tachykardien bei offener Präexzitation wegen der blockierenden Wirkung
auf die akzessorische Leitungsbahn und wird deshalb auch diagnostisch im sog. Ajmalintest bei vermuteter offener Präexzitation
eingesetzt, wie auch zur Demaskierung eines Brugada-Syndroms
bei verdächtigem Ruhe-EKG. Zu beachten ist die gewichtsabhängige Dosierung und die notwendige langsame i. v. Applikation
über 1–2 Minuten unter EKG-Monitor-Kontrolle. Es kann zur
Verbreiterung des QRS-Komplexes führen und sollte bei vorbestehendem Schenkelblock und AV-Knoten-Leitungsstörung
nicht primär eingesetzt werden.
Amiodaron (Cordarex®) ist das wichtigste Klasse-III-Antiarrhythmikum und hat sehr gute Wirkung bei atrialen wie ventrikulären
Arrhythmien. Es ist ein lipophiles Molekül und erfordert eine kumulative Aufsättigung von 6–8 Gramm über 10–14 Tage mit anschließender Erhaltungsdosis von 200–400 mg/d. Es darf neben
β-Rezeptorenblockern als einziges Antiarrhythmikum auch beim
Vorliegen einer bedeutsamen strukturellen Herzerkrankung wie
KHK, ischämischer oder dilatativer Kardiomyopathie sowie bei
bedeutsamer linksventrikulärer Funktionseinschränkung und
manifester Herzinsuffizienz gegeben werden. Amiodaron wird
bei solchen Patienten häufig bei Vorhofflimmern oder auch zur
Behandlung komplexer ventrikulärer Arrhythmien eingesetzt.
Trotz Verlängerung der QT-Zeit führt es nur selten zu Proarrhythmie, gelegentlich kommen Sinusbradykardien vor.
Extrakardiale Nebenwirkungen des jodhaltigen Medikaments
betreffen die Schilddrüse, eine manifeste Hyperthyreose stellt
eine Kontraindikation dar. Es kommt häufig zu reversiblen
Korneaablagerungen sowie zu einer erhöhten Photosensibilität
der Haut. Die Ausbildung reversibler interstitieller Lungenerkrankungen mit restriktiver Ventilationsstörung und Verminderung der Diffusionskapazität ist möglich. Eine irreversible Lungenfibrose und zahlreiche andere in den Anfangsjahren der Therapie beschriebene Nebenwirkungen treten heutzutage nur selten auf, da früher durch sehr hohe Aufsättigungs- und Erhaltungsdosen toxische Blutspiegel provoziert wurden. Durch Bestimmung der Medikamentenspiegel kann das heute weitgehend
verhindert werden.
Amiodaron interagiert mit verschiedenen anderen Medikamenten, z. B. sinkt der Bedarf an Phenprocoumon während der Aufsättigungsphase.
Dronedaron (Multaq®) ist ein kombinierter Kalium-, Natriumund Calciumkanalblocker mit überwiegender antiarrhythmischer
Wirkung der Klasse III. Nach mehreren Studien an großen Patientenzahlen wurde es zugelassen zur Behandlung von paroxysmalem und persistierendem Vorhofflimmern bei Patienten mit Hypertonie oder KHK [6]. Nicht mehr eingesetzt werden darf es bei
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permanentem Vorhofflimmern [7]. Kontraindikationen sind
Herzinsuffizienz NYHA III–IV, bedeutsame linksventrikuläre
Funktionsminderung sowie vorbestehende Nieren- und Leberinsuffizienz. Wegen möglicher Leberschädigung werden unter
der Therapie regelmäßige Laborkontrollen der Leber- und Nierenwerte gefordert, anfangs in 2-, später in 6-monatigen Abständen.
Eine Zulassung zur Behandlung ventrikulärer Extrasystolen oder
ventrikulärer Tachykardien besteht für Dronedaron nicht.
Kurzgefasst
Die verschiedenen Antiarrhythmika wirken auf unterschiedliche Ionenkanäle an der myokardialen Zellmembran und an
den Zellstrukturen des Reizleitungssystems. Jede Medikamentengruppe hat ein spezifisches Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil, welches beachtet werden muss. β-Rezeptorenblocker als Klasse-II-Antiarrhythmika stellen bei fast allen supraventrikulären und ventrikulären Arrhythmien die Basismedikation dar. Speziell bei Klasse-I-Antiarrhythmika und bei
Sotalol muss eine engmaschige Überwachung bez. einer sich
entwickelnden Proarrhythmie erfolgen, insbesondere bei
Therapiebeginn. Eine Therapie mit einem bradykardisierend
wirkenden Calciumantagonisten (z. B. Verapamil, Klasse IV)
sollte zur Vermeidung von AV-Blockierung nur in begründeten
Einzelfällen mit β-Rezeptorenblockern kombiniert werden.
Neben den β-Rezeptorenblockern ist nur das Klasse-III-Antiarrhythmikum Amiodaron zur Rhythmustherapie bei Vorliegen einer bedeutsamen strukturellen Herzerkrankung (z. B.
ischämische oder dilatative Kardiomyopathie) sowie bei linksventrikulärer Funktionseinschränkung bzw. manifester Herzinsuffizienz zugelassen.
Behandlung atrialer und supraventrikulärer
Arrhythmien
!
Inadäquate Sinustachykardie und
Sinusknoten-Reentry-Tachykardie
Die Symptomatik besteht meist aus Palpitationen, Unruhe und
thorakalem Oppressionsgefühl. Die Behandlung erfolgt fast immer aus symptomatischer Indikation. Im Vorfeld müssen andere
Ursachen für eine Sinustachykardie ausgeschlossen werden, oft
spielen auch psychosomatische Aspekte eine Rolle. Bei der inadäquaten Sinustachykardie sind β-Rezeptorenblocker Medikament
der ersten Wahl. Eine gute Alternative stellt der If -Kanal-Blocker
Ivabradin (Procoralan®) dar, der durch Verzögerung der diastolischen Repolarisation zur Senkung der Sinusknotenfrequenz
führt, wobei für diese Indikation keine offizielle Zulassung besteht. Seltener werden bradykardisierende Calciumantagonisten
eingesetzt. Bei ausgeprägter Symptomatik kann ein Klasse-IcAntiarrhythmikum gegeben werden, meist kombiniert mit einem
β-Rezeptorenblocker.
Bei der Sinusknoten-Reentry-Tachykardie kann die gleiche Medikation gegeben werden, wobei sich oft ein geringeres Ansprechen zeigt. Bei fortbestehenden Beschwerden unter medikamentöser Therapie ist bei beiden Krankheitsbildern auch eine Katheterablation möglich.
Atriale Extrasystolie und atriale Tachykardien
Atriale Extrasystolen kommen häufig auch bei Herzgesunden vor,
sind oft asymptomatisch und stellen einen meist harmlosen Befund dar. Einzelne Patienten leiden unter unangenehmen Palpi-
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Übersichtsarbeit
383
tationen. Teilweise können sich die Extrasystolen oder atrialen
" Abb. 3) auch hämodynamisch ungünstig ausTachykardien (l
wirken. Als erstes wird meist mit einem β-Rezeptorenblocker behandelt. Bei stark symptomatischen Patienten kann – bei fehlenden Kontraindikationen – zusätzlich ein Klasse-I-Antiarrhythmikum gegeben werden. Nur bei hämodynamisch wirksamen atrialen Tachykardien und Vorliegen einer schweren linksventrikulären Funktionsminderung kommt Amiodaron zum Einsatz. Heutzutage werden rezidivierende atriale Tachykardien immer häufiger durch eine Katheterablation behandelt [8, 9].
Vorhofflimmern
Vorhofflimmern ist die häufigste atriale Herzrhythmusstörung,
die Inzidenz steigt mit höherem Lebensalter. Es tritt sowohl bei
herzgesunden Patienten als auch bei struktureller Herzerkrankung auf. Wichtigstes Therapieprinzip ist bei entsprechender
Risikokonstellation die Antikoagulation zur Verhinderung
thromboembolischer Komplikationen, v. a. des ischämischen Insults. Die Indikation zur Antikoagulation wird anhand des
CHADS2-Scores und des CHA2DS2-VASc-Scores gestellt [10, 11].
Zur Behandlung des Vorhofflimmerns kann entweder eine reine
Frequenzkontrolle der Tachyarrhythmie durchgeführt werden,
meist mit β-Rezeptorenblockern oder bradykardisierenden Calciumantagonisten, ggf. kombiniert mit Digitalis. Zur Rhythmuskontrolle stehen mehrere Antiarrhythmika zur Verfügung. Bei
fehlenden Kontraindikationen werden zumeist Klasse-Ic-Antiarrhythmika in Kombination mit β-Rezeptorenblockern gegeben,
weiterhin Dronedaron (ATHENA-Studie) oder Sotalol, seltener
Cordichin® [4, 5]. Bei Vorliegen einer bedeutsamen strukturellen
Herzerkrankung kommt Amiodaron zum Einsatz.
Bezüglich der Prognose besteht kein signifikanter Unterschied
zwischen den beiden Therapieprinzipien der Rhythmus- oder
Frequenzkontrolle [27]. Manche Patienten profitieren aber deutlich vom Erhalt des Sinusrhythmus bez. ihrer arrhythmiebedingten Symptomatik. Gelegentlich muss bei ausgeprägter symptomatischer Tachyarrhythmie eine frühzeitige elektrische Kardioversion durchgeführt werden. Bei symptomatischem paroxysmalem Vorhofflimmern, v. a. bei jüngeren Patienten, wird eine Pulmonalvenenisolation mittels Katheterablation frühzeitig empfohlen, da hier eine gute Erfolgsrate erreicht werden kann. Bei
persistierendem und lang anhaltendem Vorhofflimmern sind
die Erfolgsraten niedriger, zusätzlich müssen oft aufwendigere
Ablationstechniken im linken Vorhof angewendet werden [8, 9,
11].
Vorhofflattern
Bei Vorhofflattern bestehen die gleichen medikamentösen Therapieempfehlungen wie bei Vorhofflimmern, wobei die Frequenzkontrolle meist schwieriger ist und die Patienten oft stärker symptomatisch sind. Eine Behandlung mit Klasse-Ic-Substanzen begünstigt das Auftreten von Vorhofflattern. Wegen der begleitenden Gefahr der 1 : 1-Überleitung sollte hier zusätzlich mit
einem β-Rezeptorenblocker oder bradykardisierenden Calciumantagonisten behandelt werden. Bei typischem, isthmusgängi" Abb. 4) wird heutzutage frühzeitig eine
gem Vorhofflattern (l
Katheterablation im Bereich des rechtsatrialen Isthmus empfohlen, wodurch das Vorhofflattern in über 90 % der Fälle erfolgreich
und nachhaltig behandelt werden kann [8, 9, 12].
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Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
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Abb. 3 Fokale atriale Tachykardie.
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Übersichtsarbeit
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Abb. 4 Typisches isthmusgängiges Vorhofflattern.
Supraventrikuläre Reentry-Tachykardien:
AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)
und AV-Reentry-Tachykardie (AVRT)
Behandlung ventrikulärer Arrhythmien
!
Bei supraventrikulären Reentry-Tachykardien kann ein β-Rezeptorenblocker gegeben werden zur Reduktion der Anfallshäufigkeit
und zur Senkung der Herzfrequenz im Falle des Auftretens der Tachykardie. Im Falle einer AVNRT sowie bei verborgenem WPWSyndrom ohne antegrade Leitung der akzessorischen Leitungsbahn kann auch ein bradykardisierender Calciumantagonist zur
Senkung der Tachykardiefrequenz zum Einsatz kommen, ist aber
bei offenem WPW-Syndrom mit antegrad schnell leitender akzessorischer Bahn kontraindiziert wegen der erhöhten Gefahr der
schnellen Überleitung einer atrialen Tachykardie über die akzessorische Bahn. Zur Akutterminierung supraventrikulärer Tachykardien kann gewichtsadaptiert Ajmalin i. v. gegeben werden.
Das heute oft verwendete endogene Nukleosid Adenosin führt
nach Applikation von 9–12 mg i. v. durch kurzzeitigen, kompletten
" Abb. 5 a)
AV-Block zur Terminierung der Reentrytachykardie (l
" Abb. 5 b).
bzw. zur Demaskierung einer atrialen Tachykardie (l
Die Behandlung der ersten Wahl bei AVNRT oder AVRT besteht
heute aber in der Katheterablation des Slow Pathway bzw. der
akzessorischen Leitungsbahn mit kurativem Therapieansatz und
einer sehr hohen Erfolgsquote von über 90 % [8, 9, 13, 14].
RVOT- und LVOT-Extrasystolie und Tachykardie
Kurzgefasst
Die Behandlung supraventrikulärer bzw. atrialer Arrhythmien
erfolgt meist aus symptomatischer Indikation. Primär werden
häufig β-Rezeptorenblocker gegeben. Die Indikation zur Behandlung mit Klasse-I-Substanzen muss streng gestellt werden. Im Falle von Vorhofflimmern und Vorhofflattern ist die
Antikoagulation zur Thromboembolieprophylaxe bei den
meisten Patienten das wichtigste prognoseverbessernde Therapieprinzip. Im Falle einer bedeutsamen strukturellen Herzerkrankung kommt meist Amiodaron, neben β-Rezeptorenblockern und Sotalol, zum Einsatz. Bei supraventrikulären
Reentry-Tachykardien, typischem Vorhofflattern sowie bei einigen weiteren atrialen Tachykardien ist heutzutage die Katheterablation die Behandlung der ersten Wahl.
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
Ventrikuläre Extrasystolen stellen in der täglichen kardiologischen Praxis einen insgesamt häufigen Befund dar. Bei herzgesunden und asymptomatischen Patienten ist üblicherweise
keine Behandlung notwendig, die Arrhythmien sind meist harmlos und prognostisch als günstig einzustufen. Jedoch sind die Extrasystolen in vielen Fällen mit einer subjektiven Beeinträchtigung vergesellschaftet und bedürfen daher einer Therapie.
Anders verhält es sich bei Patienten mit nachgewiesener struktureller Herzerkrankung. In einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit von N. Rüb und Ch. Wolpert [15] wird die Bedeutsamkeit von ventrikulären Extrasystolen und ventrikulären Tachykardien bei verschiedenen kardialen Krankheitsbildern sehr
gut zusammengefasst.
Bereits Art und Ursprung der ventrikulären Extrasystolen erlauben Rückschlüsse auf eine eher idiopathische ventrikuläre Extrasystolie/Arrhythmie oder auf eine ventrikuläre Arrhythmie auf
dem Boden einer kardialen Grunderkrankung. Hier werden Kriterien wie Häufigkeit der Extrasystolen, QRS-Dauer und Morphologie im 12-Kanal-EKG sowie Hinweise für Proarrhythmie unter
antiarrhythmischer Therapie berücksichtigt.
Bei ventrikulären Extrasystolen aus dem rechtsventrikulären
Ausflusstrakt (RVOT) handelt es sich meist um eine sog. idiopathische ventrikuläre Arrhythmie ohne begleitende kardiale
Grunderkrankung. Diese Extraschläge zeigen im 12-Kanal-EKG
einen Linksschenkelblock und eine inferiore Achse und treten gehäuft als Bigeminus auf. In ca. 20 % der Fälle liegt der Fokus im
linksventrikulären Ausflusstrakt (LVOT), zur Differenzierung gibt
es auch hier spezifische Morphologiekriterien im 12-Kanal-EKG.
Eine Behandlung erfolgt meist aus symptomatischer Indikation
wegen unangenehmer Palpitationen. Bei stark gehäufter ventrikulärer Extrasystolie (ab 25–30% aller Schläge im Langzeit-EKG
über 24 Stunden) oder beim Auftreten ventrikulärer Tachykar" Abb. 6) kann es zur Einschränkung der
dien aus dem RVOT (l
linksventrikulären Funktion im Sinne einer „Tachymyopathie“
kommen, ggf. einhergehend mit einer klinisch manifesten Herz-
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Übersichtsarbeit
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Abb. 6 Ventrikuläre Tachykardie mit Ursprung aus
dem rechtsventrikulären Ausflusstrakt (RVOT).
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Elektronischer Sonderdruck zur persönlichen Verwendung
Abb. 5 a Terminierung einer AVNRT nach
Adenosin-Gabe. b Demaskierung einer atrialen
Tachykardie nach Adenosin-Gabe.
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Übersichtsarbeit
insuffizienz. In diesen Fällen erfolgt primär ein Therapieversuch
mit einem β-Rezeptorenblocker. Bei nicht ausreichendem Effekt
kann zusätzlich Flecainid oder Propafenon als Monotherapie
oder in Kombination gegeben werden. Auch Sotalol als Monotherapie kann zum Einsatz kommen. In Einzelfällen zeigt Mexiletin
als Klasse-Ib-Antiarrhythmikum eine gute Wirksamkeit auf die
ventrikuläre Extrasystolie; das Medikament ist aber in Deutschland nur noch über die internationale Apotheke erhältlich. Bei
Vorliegen einer kardialen Grunderkrankung mit bedeutsamer
linksventrikulärer Funktionsminderung kommt Amiodaron zum
Einsatz. Gelegentlich kann es aber schwierig sein, zu entscheiden, ob eine linksventrikuläre Funktionsminderung Ursache
oder Folge einer gehäuften ventrikulären Extrasystolie ist.
Heutzutage steht mit der Katheterablation im RVOT ein sehr effektives Verfahren durch Verödung des arrhythmogenen Fokus
zur Verfügung. Im LVOT ist die Ablationsbehandlung technisch
schwieriger und hat ein etwas erhöhtes Risiko durch die anatomische Nähe zur Aortenklappe und zu den Koronarostien [16].
Elektronischer Sonderdruck zur persönlichen Verwendung
Arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVD)
Bei komplexer Extrasystolie bzw. Arrhythmie aus dem rechten
Ventrikel kann auch eine arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie vorliegen [17]. Als antiarrhythmische Medikation bei
ARVD kommen zumeist β-Rezeptorenblocker und/oder Amiodaron zum Einsatz, auch Sotalol kann als Monotherapie gegeben
werden. Eine gezielte Katheterablation ist schwierig, da es sich
häufig um polymorphe Arrhythmien mit multiplen Foki und variablen Reentrykreisen handelt. Selbst nach primär erfolgreicher
Ablation kommt es im Verlauf häufig zu Rezidiven mit veränderter Tachykardiemorphologie. Bei hämodynamisch relevanten Tachykardien, nach Synkopen unklarer Genese in Zusammenhang
mit ARVD sowie bei ausgeprägter Erkrankung mit Beteiligung
des linken Ventrikels wird eine ICD-Implantation empfohlen –
nach anhaltender hämodynamisch wirksamer ventrikulärer Tachykardie oder Kammerflimmern ist sie zwingend indiziert [15–
17].
Koronare Herzerkrankung
Bei Patienten mit KHK und nach Myokardinfarkt führen gehäufte
ventrikuläre Extrasystolen und Arrhythmien zu einer Prognoseverschlechterung mit gehäuftem Auftreten von plötzlichem
Herztod. In der CAST-Studie [18] zeigte sich aber trotz einer relevanten Reduktion der ventrikulären Extrasystolie unter Ic-Antiarrhythmika eine erhöhte Mortalität, am ehesten durch proarrhythmische Komplikationen, wobei bei differenzierter Betrachtung hauptsächlich Patienten mit höhergradig eingeschränkter linksventrikulärer Funktion und/oder inkompletter
Revaskularisation ein deutlich erhöhtes Risiko hatten. Patienten
mit bedeutsamer KHK und ventrikulären Arrhythmien werden
primär mit einem β-Rezeptorenblocker behandelt, da für diese
Medikamentengruppe eine prognoseverbessernde Wirkung
nachgewiesen werden konnte, u. a. durch Reduktion arrhythmogener Komplikationen.
Zur Behandlung komplexer ventrikulärer Rhythmusstörungen
bei eingeschränkter linksventrikulärer Funktion kommt ansonsten nur Amiodaron infrage [19, 20]. Mit Einschränkungen kann
auch Sotalol gegeben werden, sofern ein engmaschiges Monitoring, insbesondere bei Behandlungsbeginn (s. o.), eingehalten
wird. Eine Prognoseverbesserung konnte bei diesen Patienten
durch eine spezifische antiarrhythmische Therapie aber bisher
nicht nachgewiesen werden [19–21]. Polymorphe ventrikuläre
Tachykardien bei Patienten mit KHK sind oft getriggert durch
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
myokardiale Ischämie und treten gehäuft unter körperlicher Belastung auf. Hier muss primär eine möglichst vollständige Revaskularisation angestrebt werden in Kombination mit β-Rezeptorenblockern und antiischämischer Medikation. Monomorphen
ventrikulären Tachykardien nach Myokardinfarkt liegt häufig
ein Reentry-Phänomen mit Substrat im Bereich der Myokardnarbe zugrunde, was heutzutage mithilfe verbesserter MappingTechnologien oft effektiv durch eine Katheterablation behandelt
werden kann.
Bei bedeutsam eingeschränkter linksventrikulärer Funktion im
Sinne einer ischämischen Kardiomyopathie mit hämodynamisch
wirksamen ventrikulären Tachykardien, bei Synkopen unklarer
Genese und bei Patienten nach überlebtem plötzlichen Herztod
wird ein ICD zur Sekundärprophylaxe implantiert. In der SCDHeFT Studie [21] konnte gezeigt werden, dass bei Patienten mit
einer EF < 35 % unter optimaler Herzinsuffizienztherapie auch
ohne bisheriges Rhythmusereignis eine Prognoseverbesserung
durch eine primärprophylaktische ICD-Implantation erreicht
wird. Kommt es bei ICD-Patienten zu gehäuften, prognostisch
ungünstigen ICD-Interventionen durch ventrikuläre Tachykardien, wird primär mit einem β-Rezeptorenblocker und/oder mit
Amiodaron behandelt, ggf. ist auch eine Therapie mit Sotalol
möglich. Bei nicht ausreichender Effektivität oder Unverträglichkeit der antiarrhythmischen Therapie kann eine endokardiale
oder epikardiale Katheterablation durchgeführt werden [22, 23].
Dilatative Kardiomyopathie
Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung mit
leitliniengerechter optimaler Herzinsuffizienztherapie [28].
Asymptomatische ventrikuläre Extrasystolen sollten wegen fehlenden Nachweises einer Prognoseverbesserung nicht behandelt
werden [24]. Bei Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III und komplettem Linksschenkelblock sollte eine kardiale Resynchronisationstherapie erfolgen (bei einer EF < 35% in Kombination mit
einem ICD).
Im Falle einer höhergradigen linksventrikulären Funktionsminderung mit hämodynamisch wirksamen ventrikulären Tachykardien sowie nach überlebtem plötzlichen Herztod besteht die
dringende Indikation zur ICD-Implantation aus Gründen der Sekundärprophylaxe. Auch für Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie und einer EF < 35 % konnte in der SCD-HeFT Studie
durch eine primärprophylaktische ICD-Implantation eine Prognoseverbesserung nachgewiesen werden. Im Falle einer notwendigen antiarrhythmischen Behandlung kommt wegen des Risikos
der Proarrhythmie neben einem β-Rezeptorenblocker nur Amiodaron infrage, wobei auch hier die medikamentöse antiarrhythmische Therapie bisher keine prognoseverbessernde Wirkung
erwies. Eine Katheterablation kann sinnvoll sein. Oft sind aber
mehrere ventrikuläre Tachykardien induzierbar, sodass es oft
schwierig ist, ohne vorherige EKG-Dokumentation die klinisch
relevante Tachykardie sicher zu identifizieren.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)
Bei der HCM hängt die Prognose bei Auftreten von ventrikulären
Arrhythmien vom Alter des Patienten und vom Ausmaß der Erkrankung ab. Weitere Faktoren sind das Vorkommen von Synkopen und eine familiäre Belastung. Das Auftreten nicht anhaltender ventrikulärer Tachykardien erhöht das Risiko, am plötzlichen Herztod zu versterben, bei unter 30-jährigen Patienten
deutlich (20 vs. 5 % in den folgenden 5 Jahren). Bei Betroffenen
über 30 Jahren sind nicht anhaltende ventrikuläre Tachykardien
nicht mehr mit einem bedeutsam erhöhten Risiko verbunden.
Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
Übersichtsarbeit
Medikamentös wird mit β-Rezeptorenblockern behandelt, gelegentlich auch mit Amiodaron. Die Indikation einer ICD-Implantation zur Primärprophylaxe wird nach wie vor kritisch diskutiert.
Im Falle von Synkopen oder anhaltenden, hämodynamisch wirksamen Tachykardien ist sie aber zu empfehlen [15].
Kurzgefasst
Zusammenfassung
!
Die wichtigsten Therapieprinzipien bei supraventrikulären wie
ventrikulären Arrhythmien sind die konsequente Behandlung
einer vorhandenen Grundkrankheit, die Abschätzung des potenziellen Risikos für den einzelnen Patienten durch eine antiarrhythmische Therapie sowie ein engmaschiges Monitoring bei
Neueinstellung auf eine antiarrhythmische Medikation zur frühzeitigen Erkennung möglicher Proarrhythmie oder sonstiger bedeutsamer Nebenwirkungen. β-Rezeptorenblocker stellen bei
den meisten Arrhythmien die Basismedikation dar, bei allen anderen Antiarrhythmika müssen vorhandene Kontraindikationen
und Medikamenteninteraktionen genau berücksichtigt werden.
Problematisch bleibt die Behandlung junger Frauen mit Kinderwunsch, auch hier dürfen aber β-Rezeptorenblocker in vielen Fällen eingesetzt werden. Bei allen Patienten sollte immer wieder
geprüft werden, ob nicht ein Reduktion oder ein Auslassversuch
der medikamentösen antiarrhythmischen Therapie zu vertreten
ist. Durch die technische Weiterentwicklung der Katheterablation bietet sich bei einigen Rhythmusstörungen eine kurative Behandlungsmöglichkeit, die eine antiarrhythmische Medikation
erlässlich machen kann.
Abstract
!
The treatment of supraventricular and ventricular arrhythmias
with antiarrhythmic drugs has special implications in regard to
potential proarrhythmic complications, other adverse side effects
and drug interaction. There must be a clear indication and a continuous monitoring for proarrhythmia by 12 channel-ECG and
Holter has to be performed, especially during the initiation phase
of treatment with class I drugs. Furthermore an underlying extracardiac or cardiac disease has to be treated before starting
with an antiarrhythmic drug therapy. Beta blockers are mostly
the first-line drug treatment. In several supraventricular and
ventricular arrhythmias catheter ablation can be an effective
and curative alternative.
von Rosenthal J. Medikamentöse Therapie supraventrikulärer …
Aktuel Kardiol 2013; 2: 379–388
Elektronischer Sonderdruck zur persönlichen Verwendung
Bei ventrikulären Arrhythmien ist die Unterscheidung von
Patienten mit oder ohne strukturelle Herzerkrankung sehr
wichtig. Während bei Herzgesunden eine Behandlung meist
aus symptomatischer Indikation erfolgt, stellen komplexe
Rhythmusstörungen z. B. bei Patienten mit ischämischer oder
dilatativer Kardiomyopathie mit bedeutsamer linksventrikulärer Funktionsminderung ein deutlich erhöhtes Risiko für
arrhythmogene Komplikationen und den plötzlichen Herztod
dar. Letztlich hat aber bei diesen Patienten neben der ICDTherapie bisher nur die Medikation mit β-Rezeptorenblockern
einen prognoseverbessernden Effekt erzielen können. Die
antiarrhythmische Medikation mit Amiodaron konnte in den
bisherigen Studien keine signifikante Reduktion des plötzlichen Herztods erreichen. Dennoch führt Amiodaron oft zu
einer wirksamen Reduktion ventrikulärer Arrhythmien mit
Verbesserung der Symptomatik für den Patienten. Beim LongQT-Syndrom werden meist β-Rezeptorenblocker eingesetzt,
ansonsten gibt es für die genetisch bedingten und primär
elektrischen Erkrankungen des Herzens keine Empfehlung
einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie.
Genetisch bedingte und primär elektrische
Erkrankungen des Herzens: Long-QT-Syndrom,
Short-QT-Syndrom, Brugada-Syndrom,
katecholaminerge ventrikuläre Tachykardie
Durch Mutationen an unterschiedlichen Genloci resultieren verschiedene Formen von Ionenkanalerkrankungen, die zu den oben
genannten Krankheitsbildern führen [25].
Beim Long-QT-Syndrom kommt es zur teils ausgeprägten QT-ZeitVerlängerung mit der erhöhten Gefahr für bedrohliche Torsadede-pointes-Tachykardien mit möglichem Bewusstseinsverlust,
Krampfanfällen bis hin zum plötzlichen Herztod. Neben der
strengen Vermeidung QT-Zeit-verlängernder Medikamente werden zur Therapie β-Rezeptorenblocker eingesetzt. Bei Bradykardie wird die Behandlung um einen Herzschrittmacher (vornehmlich zur Vorhofstimulation) erweitert, um längere, arrhythmiebegünstigende Pausen, insbesondere nach Extrasystolen, zu verhindern. Bei Auftreten von Synkopen unter β-Rezeptorenblockern, bei hämodynamisch bedeutsamen Tachykardien oder
nach überlebtem plötzlichen Herztod muss ein ICD implantiert
werden.
Zur medikamentösen antiarrhythmischen Therapie des ShortQT-Syndroms gibt es bisher keine klaren Empfehlungen. In Einzelfällen hat Chinidin durch Verlängerung der QT-Zeit günstige Wirkungen gezeigt. Bei Auftreten hochfrequenter ventrikulärer Tachykardien, Kammerflimmern, nach überlebtem plötzlichen
Herztod sowie auch bei Synkopen unklarer Genese muss eine
ICD-Implantation durchgeführt werden.
Für das Brugada-Syndrom bestehen keine Empfehlungen bez.
einer medikamentösen Therapie, β-Blocker können gegeben
werden. Es dürfen keinesfalls Antiarrhythmika der Klasse I zum
Einsatz kommen, da sie die Gefahr der Auslösung hochfrequenter
Tachykardien erhöhen. Chinidin hat sich in Einzelfällen bei Patienten mit Brugada-Syndrom im „electric storm“ als wirksam erwiesen.
Die katecholaminerge ventrikuläre Tachykardie tritt oft familiär
gehäuft auf und folgt einer autosomal-dominanten Vererbung,
auch hier konnten die verantwortlichen Gendefekte zwischenzeitlich identifiziert werden. Typischerweise tritt diese ventrikuläre Tachykardie stressinduziert auf, meist unter körperlicher Belastung, weswegen die Diagnose oft im Rahmen einer Ergometrie
gestellt wird bei Erreichen von Herzfrequenzen über 120/min.
Oft zeigt die Tachykardie eine bidirektionale Morphologie. Die
medikamentöse Therapie besteht typischerweise in der Gabe
von β-Rezeptorenblockern zur Reduktion des adrenergen Antriebs bei Stress oder körperlicher Belastung. Bei überlebtem
plötzlichen Herztod muss eine ICD-Implantation erfolgen, bei
Synkope oder anhaltender Tachykardie unter β-Rezeptorenblocker wird die ICD-Implantation empfohlen [25].
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Übersichtsarbeit
Interessenkonflikt
!
Der Autor erklärt, dass er Vortragshonorare von St. Jude Medical,
Sanofi-Aventis und Servier erhalten hat.
Elektronischer Sonderdruck zur persönlichen Verwendung
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