Facharbeit von Anna-Maria H.

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Facharbeit
von Anna-Maria H.
Inhalt:
Was ist Regenwald
Wo gibt es überall Regenwälder
Das Wetter im Regenwald
Die Stockwerke des Regenwaldes
Seite 2
Seite 2
Seite 3
Seite 3
Affenbrotbaum
Bromelie
Kokospalme
Liane
Seite 4
Seite 6
Seite 8
Seite 10
Faultiere
Gorillas
Kolibris
Orang-Utans
Papageien
Vogelspinnen
Seite 12
Seite 14
Seite 16
Seite 18
Seite 20
Seite 22
Pygmäen
Seite 24
Die Gefahr für die grüne Lunge der Erde
Maßnahmen zur Erhaltung des Regenwaldes,
seiner Fauna und Flora
Nachwort
Seite 28
Seite 29
Seite 30
Was ist Regenwald?
Als Regenwald bezeichnet man meist die üppigen, immerfeuchten Wälder rund um den
Äquator. Aber auch Gebirgsregenwälder, subtropische Regenwälder, Hartlaubwälder,
Lorbeerwälder und Mangrovengehölze gehören zu dem Überbegriff Regenwälder. Die
Humusschicht im Regenwald ist sehr gering. Daher können auf einem Kleinen Gebiet nur
Pflanzen wachsen, die nicht alle dieselben Nährstoffe brauchen. Somit wachsen im tropischen
Regenwald auf einem Hektar bis zu 300 Baumarten während in der gemäßigten Zone
(Mitteleuropa) nur 10-20 Baumarten auf einem Hektar wachsen.
Wo gibt es überall Regenwälder?
Es gibt in vier Kontinenten noch größere Regenwaldgebiete: Mittelamerika, Südamerika,
Afrika und Asien.
In den folgenden Länder steht noch Regenwald:
In Mittelamerika
Belize, Costa-Rica, Guatemala, Honduras, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama und Puerto
Rico.
In Südamerika
Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guayana, Kolumbien, Peru, Surinam und
Venezuela.
In Afrika
Angola, Benin, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Kamerun,
Liberia, Madagaskar, Nigeria, Republik Kongo, Sierra Leone und Togo.
In Asien
Indien, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar,
Papua-Neuguinea, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und
Vietnam.
Hier ist ein Bild, wo man sehen kann, wie sich der
Regenwald auf die vier Kontinente aufteilt. Es gibt auch
noch kleine Reste von Regenwäldern im Norden
Australiens und einigen Inseln im Tropengürtel.
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Das Wetter im Regenwald
Das Wetter im tropischen Regenwald ist jeden Tag im Wesentlichen gleich: Am Morgen
lösen sich die Nebelfelder rasch auf, gegen Mittag wird es dann sehr heiß und es ziehen die
ersten Wolken auf. Am frühen Nachmittag wird es sehr schwül, die Wolken verdichten sich
und am späten Nachmittag gibt es wolkenbruchartige Regenschauer begleitet von Blitz und
Donner. Gegen Abend können sich Nebelfelder bilden, die Nacht wird "frisch" mit
Temperaturen um 21°C. Das ist ein typischer Tagesablauf im tropischen Regenwald.
Die Stockwerke des Regenwaldes
Der Regenwald ist in drei Stockwerke aufgeteilt. In das Untergeschoß, das vom Erdboden bis
zu 15m reicht, in das Obergeschoß, dessen Bereich von 15 - 40 m geht und das Dachgeschoß,
das bis 60m über den Waldboden reicht.
Nur 1% Sonnenlicht kommt in das
Untergeschoß, deshalb haben auch viele der
Pflanzen, die hier wachsen, große Blätter,
um dieses wenige Licht aufzufangen. Hier
wachsen hauptsächlich Farne, Moose, Pilze,
Pflanzen mit großen Blättern und auffallend
leuchtenden Blüten. In dieser Zone leben fast
nur Termiten, Ameisen, Gorillas und
Raubkatzen. An den auffallend dicken
Stützwurzeln
oder
Brettwurzeln
der
Urwaldriesen ranken sich Kletterpflanzen
hoch.
Brettwurzeln
Das Obergeschoß bilden die mittelgroßen
Bäume mit den weit auslandenden Ästen, die
sich ineinander verhaken, wodurch ein
dichtes Blätterdach entsteht. Auf den Ästen
sitzen
Aufsitzerpflanzen
wie
Farne,
Orchideen, Moose, Flechten und Bromelien; Kletterpflanzen ranken sich an den Bäumen zum
Licht und Lianen hängen auf den Boden. Tiere, die hier leben, müssen fliegen oder klettern
können. Zum Beispiel Flughunde, Pfauen, Kattas, Paradiesvögel, Faultiere, Vampire,
Kolibris, Orang-Utans, Schimpansen, und Nashornvögel.
Das Dachgeschoß entsteht aus den Baumkronen der höchsten Urwaldriesen, die auch
Überständer genannt werden. Sie werden bis zu 60m hoch. Die Bäume schützen sich
instinktiv gegen die besonders intensiven Sonnenstrahlen in dem sie ihre kleinen, dicken,
beharrten oder wachsüberzogenen Blätter tagsüber einrollen, damit sie nicht austrocknen.
Hier leben hauptsächlich Affen und Vögel.
-3-
Affenbrotbaum
Ein vielseitig nutzbarer Gigant
Familie
Der Affenbrotbaum gehört zur Unterfamilie der Wollbaumgewächse und zur Familie der
Malvengewächse. Es gibt 10 Affenbrotbaumarten. Der Baobab, oder auch Afrikanischer
Affenbrotbaum, ist die bekannteste Affenbrotbaumart.
Lebensraum
Der Affenbrotbaum kommt in Afrika und Australien vor.
Aussehen
Die Affenbrotbaumarten haben ein sehr unterschiedliches Aussehen. Manche haben einen
außergewöhnlich hohen Stamm, andere eine gurkenförmigen. Alle weisen jedoch eine dicken
Stamm auf in dem sie bis zu 120 000 Liter Wasser speichern können. Von diesem Wasser
können sie in Dürrezeiten zehren, wobei es sein kann, dass der Stamm dadurch dünner wird.
Dank des vielen Wassers, das der Affenbrotbaum speichert, brennt er nicht und ist dadurch
auch ein Zufluchtsort für kleinere Tiere bei Bränden.
Fortpflanzung
Die Blüten des Affenbrotbaumes werden durch Fledermäuse bestäubt. Daraus entstehen dann
gurkenförmige, essbare Früchte mit haselnussgroßen, nierenförmigen, fettreichen Samen. Der
Affenbrotbaum lässt sich leicht aus seinen Samen vermehren. Anfangs wächst er sehr
langsam. Nachdem sich ein stabiles Wurzelsystem gebildet hat, sprießen gleich mehrere der
dunkelgrünen Fiederblätter. Nach einigen Jahren bilden sich hängende, große cremefarbene
Blüten, aus denen sich wiederum die Früchte, die auch Brote genannt werden, bilden. Sie
werden bis zu 40 cm.
Man sagt, dass der Affenbrotbaum der wichtigste Baum für die Affen ist und das die Früchte
ihre Lieblingsspeise sind. Es stimmt nicht, so wie viele sagen, dass der Baum von den Affen
abgefackelt wird, sondern das Brot wächst schon fertig gebacken heran. Der älteste
Affenbrotbaum wurde 30 000 Jahre. Der größte Stammumfang beträgt 27 m.
Blüte
offene Frucht
mit gutersichtlichen
Kernen
junges
Bäumchen
gigantischer Riese
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Frucht
Besonderes/Nutzung
Dieser besondere Baum hat so besondere Eigenschaften, dass er extreme Hitze ebenso wie
nächtliche Kälte ertragen kann. Er muss die seltenen Wassergüsse gut speichern und sparsam
verwenden. Alte Bäume erreichen bis zu 9 Metern Durchmesser, sind oft hohl und dienen
zuweilen sogar als Hütte.
Aus der Borke kann man Seile, Hüte, Körbe, Kleidung, Netze, Angelschnüre, Saiten für
Musikinstrumente und Holzbrei machen, aus dem man später auch Papier und Schüsseln
erzeugen kann. Der Stamm gilt für manche Natureinwohner auch als Wasserquelle. Aus der
getrockneten Rinde kann man eine Medizin gegen Fieber herstellen, aber auch zum
Dachdecken wird sie benutzt.
Die Früchte mit den Samen werden als Brennmaterial genutzt. Wenn sie getrocknet sind, kann
man sie auch essen und daraus ein säuerliches Getränk machen.
In Afrikas werden die Wurzeln vom Affenbrotbaum gekocht und gegessen. Es wird auch ein
roter Farbstoff aus ihnen hergestellt. Da die Wurzelrinde so fasrig ist, kann man sogar
Schnüre, Seile, Fischernetze, Fußmatten und Socken machen.
Ausgehöhlte Baumstämme dienen als Wasserspeicher, Grab, Gefängnis, Stall, Toilette,
Kühlraum, Milchladen und sogar als Wohnung.
Junge Blätter können wie Spinat zubereitet werden. Mit getrockneten und zerriebenen
Blättern werden Suppen und Soßen gewürzt.
Wenn man die Pollen der Blüte mit Wasser vermischt, kann man diese Masse als Leim
benutzen.
Aber auch als Zierbaum ist der Affenbrotbaum kultiviert. In der Medizin wird dieser auch als
Arzneipflanze eingesetzt.
Bedrohung
6 der Affenbrotbaumarten sind gefährdet, davon 3 schon sehr stark.
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Bromelien
Ein Überlebenskünstler in den Baumkronen
Familie
Die Bromelien gehören zur Familie der Ananasgewächse. Dazu zählen etwa 2000 Arten.
Lebensraum
Bromelien kommen fast nur in Mittel- und Südamerika vor. Sie wachsen aber nicht auf dem
Boden, sondern besiedeln die Stämme und Äste im Kronendach.
Bromelie auf einem Baum
Verbreitung der Bromelien
Aussehen
Fast alle Arten sind immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Die Blattränder sind je nach
Bromelienart bestachelt oder nicht. Ein besonderes Merkmal sind die Schuppenhaaren auf den
Blättern, mit denen diese Pflanzen den Niederschlag und Nährstoffe direkt, ohne Umweg über
die Wurzeln, aufnehmen.
Fortpflanzung
Die Blüten und Früchte sind meist sehr unterschiedlich. Sie können aus einzelnen,
zusammengesetzten, traubigen oder rispigen Blütenständen bestehen. Die meist sehr
dekorativen Hochblätter und Tragblätter der Blütenstände dienen der Anlockung der
Bestäuber. Verbreitet werden Bromelien durch die Samen die vom Wind davongetragen
werden, von den Samen der Beeren, die Tiere fressen und dann unverdaut wieder ausscheiden
oder durch eine Seitensprosse, die auch Kindel genannt wird. Auch mit Ausläufern kann sich
eine Bromelie weiter vermehren. Die Mutterpflanze stirbt nach der Blüte. Viele der
Bromelienarten haben färbige Blätter, die im Herz der Pflanze die Insekten anlocken, die zur
Bestäubung beitragen.
Eine große Bromelie kann bis zu zehn Liter Wasser speichern. Der Wirtsbaum wird dadurch
nicht geschädigt. Viele der Bromelienarten haben einen Trichter, in dem
sich Regenwasser und Humusreste ansammeln. Diese sind wichtige
Nährstoffe. Da die Mineralstoffe in der Luft und im Regenwasser sehr
gering sind, wachsen Bromilien und andere Aufsitzerpflanzen sehr
langsam.
Das Herz dieser Bromelie ist rot
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Besonderes/Nutzung
Jeder der Trichter bildet eine eigene Welt der Kleinlebewesen, die auch Mikrokosmos
genannt wird. Pflanzen, die Bakterien zersetzen, Einzeller und Würmer bilden das erste Glied
der Nahrungskette im Trichter. Diese werden von Mückenlarven und anderen
Kleinstlebewesen gefressen, die ihrerseits wiederum von Wasserinsekten, Kaulquappen und
Fröschen erbeutet werden.
Auch Vögel, Reptilien und kleine Säuger besuchen die Mikro-Teiche. Mit ihren
Ausscheidungen düngen sie die Bromelien und somit schließt sich der Nährstoffkreislauf
wieder.
Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit von Bromelien und Pfeilgiftfröschen. Die
Weibchen des mittelamerikanischen Pfeilgiftfrosches transportieren ihre Larven auf dem
Rücken einzeln in Bromelientrichter im Kronendach. Alle zwei bis drei Tage besucht das
Weibchen die Kaulquappen und legt unbefruchtete Eier in die Bromelientrichter. Die Eier
dienen den Larven als Nahrung während der ersten Entwicklungsstadien, weil es in den
Bromelientrichtern zu Nahrungsmangel kommen kann. Nachdem sich die Kaulquappen zu
Fröschen gebildet haben, kraxeln sie selbst heraus.
Rekorde: In einer Bromelie halten sich bis zu 250 verschiedene Tierarten auf.
Am beeindruckensten ist die Bromelienart Puya raimondii. Sie braucht viele Jahrezehnte (50
bis 70 Jahre) um den größten Blütenstand (8 Meter) aller Pflanzenarten zu bilden. Diese Arten
sterben nach der Blüten- und Samenbildung völlig ab. Die Alcantarea imperialis, eine RiesenBromelie aus einer gebirgigen, grasreichen Gegend der süd-östlichen Mata Atlantica kann bis
zu 30 Liter Wasser fassen.
Bedrohung
Die Puya raimondii, die als eine der wenigen Bromelien nicht auf Bäumen wächst, ist vom
Aussterben bedroht.
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Kokospalme oder Kokosnusspalme
Ein beliebtes Ferienmotiv
Familie
Die Kokospalme ist ein tropischer Baum aus der Familie der Palmengewächse.
Lebensraum
Ursprünglich stammt die Kokosnuss wahrscheinlich aus der Gegend des Indischen Ozeans.
Die Kokospalme wächst an fast allen tropischen Küsten dieser Erde.
Aussehen
Je nach Art werden Kokospalmen bis zu 30 Meter hoch. Die palmentypisch
gefiederten Blätter können bis zu 5 m lang werden. Die Palme trägt 25 bis 50
Blätter. Aus den Blattachsen wachsen dann die verzweigten Blütenstände mit
viel mehr männlichen Blüten als weiblichne. Da in der Krone der Kokospalme
immer kleine Gruppen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen sind, gibt es das ganze Jahr
über reife Kokosnüsse. Der Kern der Kokosnuss enthält ein weißes Fleisch und die
Kokosmilch eine süße wohlschmeckende Flüssigkeit. Das weiße Fruchtfleisch wird im
getrockneten Zustand auch Kopra genannt.
1. Äußere Fruchtwand 2. Schwimmkörper 3. Innere Fruchtwand
4. Kopraschicht und Kokosmilch
Fortpflanzung
Der Same der Kokospalme, die Kokosnuss, kann schwimmen und so verbreitet sie sich. Die
Kokosnuss keimt dann an dem Strand, an den sie gespült worden ist. Sie hat keine
Schwierigkeiten auf salzigem Boden zu überleben. Der Keimling kommt aus einem der drei
Keimporen heraus, der sich nicht zurückgebildet hat. Erst nach einigen Jahren bekommen
diese Kokospalmen die typischen Fliederblätter. Kokospalmen liefern ab der zwölften Ernte
vollen Ertrag und können mehr als 100 Jahre alt werden.
Besonderes/Nutzung
Aus dem harten Kokosholz werden Pfeile, Balken, Spazierstöcke, Knöpfe aber auch Schiffe
und Möbel gemacht. Im Handel ist es als Stachelschweinholz bekannt.
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Aus dem Stamm kann man Palmzucker gewinnen indem man ihn anschneidet und den jetzt
austretenden süßen Saft zu hellbraunem, leicht karamelligen Zucker verarbeitet.
Die Blätter werden zu Besen zusammengebunden, zu Matten, Hüten und Körben verarbeitet
und zum Dachdecken benutzt.
Aus dem fasrigen Schwimmkörper wird Kokosfaser gewonnen, die man individuell einsetzen
kann.
Kopra ist der Rohstoff für Kokosfett (Kokosbutter), das für Seifen oder für Speisefett
gebraucht wird. Oft kommt sie auch geraspelt als Kokosflocken (Kokosset) auf den Markt.
Beim Verkauf der ganzen Kokosnüsse sind noch Faserreste vom Schwimmkörper rund um
die Nuss.
Zur Herstellung von Palmzucker muss man den Saft einkochen.
Aus diesen Keimporen kommt dann der Keimling. Hier bohrt man auch
hinein, um die Kokosmilch zu gewinnen.
Diese zugeschnitzten Kokosnüsse werden als Drinkkokosnüsse verkauft.
Wie öffne ich eine Kokosnuss?
Methode1
Mit einem spitzen Gegenstand bohrt man in 2 von den 3 Keimporen ein Loch und lässt die
leckere Kokosmilch in ein Glas rinnen. Danach wirft man die Kokosnuss mit einem Schwung
auf einen harten Boden (z.B. Asphalt, Beton, dicke Steinplatte.... ). Es wäre sinnvoll dabei
hinaus zu gehen! Wirft man die Kokosnuss auf ihre dickste Stelle (den Äquator), springt sie
wunderschön auf.
Methode2
Man nimmt einen harten wuchtigen Gegenstand mit einer kantigen, abgestumpften Seite (z.B.
eine Manchete) und schlägt damit einen „Ring“ um den Äquator. Dann bricht die Kokosnuss
und man kann den oberen Teil wie eine Kappe abnehmen. In der unteren Hälfte befindet sich
nun die Milch.
Bedrohung
Die Kokospalme ist dank der schwimmenden Kokosnuss nicht bedroht. Große Anbaugebiete
der Kokospalmen sind auf den Philippinien, in Indonesien, auf Sri Lanka und an weitere
Standorten in West- und Ostafrika sowie in Westindien und in Südamerika.
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Liane
Eine bekannte Regenwaldpflanze mit verschiedenen Nutzungsarten
Familie
Die Liane gehört zu der großen Familie der Aronstabgewächse.
Lebensraum
Lianen kommen in allen Regenwaldgebieten vor.
Aussehen
Diese typische Dschungelpflanze kann über 100 m lang werden. Sie reicht vom Boden bis
hoch in die Baumkronen. Viele der Lianen bilden auch Luftwurzeln aus.
Luftwurzeln
Gigantische Liane
Fortpflanzung
Die Liane verbreitet sich meist durch ihre Samen. Es gibt verschiedene Fortpflanzungweisen
bei den Lianen.
Verbreitungsmöglichkeit 1: Manche Pflanzen suchen sich als kleine Pflanze einen
Schattenspender (meist einen hohen Baum). Sobald sie den Baum berühren bildet sich eine
Ranke und klettert dann spiralenartig den Baum hinauf.
Verbreitungsmöglichkeit 2: Andere Samen kommen mit der Hilfe früchtefressender Tiere
hoch in die Bäume und wurzeln dort. Von dort wachsen sie dann dank ihren Luftwurzeln von
oben nach unten zum Waldboden. Nur wenige Arten töten dabei den Wirtsbaum ab. Die
Wirtsbäume sterben nur dann, wenn sie krank oder geschwächt sind. Die Lianenart
Würgefeige pflanzt sich wie die Verbreitungsmöglichkeit 2 fort. Sobald die Luftwurzel(n) den
Boden berühren wird die Würgefeige so stark, dass sie den Wirtsbaum schließlich erwürgt.
Lianen wachsen sehr schnell.
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Große Lianen
Besonderes/Nutzung
Das Besondere an den Lianen ist, dass sie abriss- und verdrehungssicher sind. Einige dieser
interessanten Pflanzen enthalten wichtige Inhaltsstoffe für Medikamente, andere liefern
Früchte, Samen, Knollen und Blätter, die als Heilmittel und als Nahrungsmittel genutzt
werden. Aus einigen Arten der Lianen wird Kurare gewonnen, ein hochwirksames
Nervengift, das - wenn es in den Blutkreislauf gelangt - die Reizübertragung zu den Muskeln
blockiert und zum Ersticken führt. Dieses Gift, bestehend aus verschiedensten Inhaltsstoffen,
nutzen verschiedene Indianerstämme für die Jagd und zur Verteidigung. Da die Lianen viel
Wasser speichern kann man manche Arten als Wasserhahn benützen indem man den Stamm
anschneidet.
“Wasserhahnliane“
Bedrohung
Die Lianen im Allgemeinen sind nicht bedroht. Da sie in manchen Gebieten so überhand
nehmen meinen manche Experten, sie ersticken den Regenwald.
Ein von Lianen durchwuchertes Gebiet.
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Faultiere
Akrobaten in Zeitlupe
Familie
Faultiere gliedern sich in zwei Familien: in die Dreifingerfaultiere (Bradypodidae) und in die
Zweifingerfaultiere (Megalonychidae). Wie der Name schon sagt, haben sie unterschiedlich
vieel Finger. Früher hießen sie Zwei- und Dreizehenfaultiere, obwohl es nicht stimmt, denn
beide Faultierarten haben drei Zehen.
Das Faultier gehört wie auch das Gürteltier und der Ameisenbär zu den ursprünglichsten
Säugetieren der Neuen Welt, den Nebengelenktieren.
Der Name Nebengelenktiere kommt, da die Tiere im Brust und Lendenwirbelbereich
zusätzliche Gelenkhöcker- und gruben haben. Diese Tierarten sind die letzten Überlebenden
aus der Gruppe der Nebengelenktiere, die vor etwa 30 Millionen Jahren sehr formenreich war.
Lebensraum
Die Faultiere leben in den Baumwipfeln des Regenwaldes in Südamerika.
Aussehen
Dreifingerfaultiere werden etwa einen halben Meter groß und vier
bis neun Kilogramm schwer. Zweifingerfaultiere dagegen 54 bis
75 cm groß und ca. 6 kg schwer.
Mit ihren gebogenen, bis zu 6 cm langen Krallen, verankern sich
die Faultiere in den Zweigen.
Faultier im Baum mit gutersichtlichen Krallen
Nahrung
Hoch in den Zweigen fressen sie mit Gelassenheit pflanzliche Kost: Blätter, junge Triebe,
Blüten und Früchte. Dazu müssen sich die Tiere nicht schnell bewegen - im Gegenteil, gerade
das ruhige Verhalten schützt sie vor Fressfeinden. Ihre Unauffälligkeit ist ihr bester Schutz.
Fortpflanzung
Ebenfalls in hängender Haltung wird von den Faultierweibchen einmal im Jahr ein einzelnes
Junges geboren, welches sich auf der Bauchseite an die Mutter klammert, bis es selbständig
ist.
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Besonderes
Das Dreifingerfaultier hat 9 Halswirbel, mehr als jedes andere bekannte Säugetier. Eine
Besonderheit der Faultiere ist ihr Fell, da der Scheitel nicht wie bei den Hunden oder Katzen
auf dem Rücken verläuft, sondern auf der Mittellinie zwischen Brust und Bauch. Das ist eine
gute Anpassung an ihr Leben, da sie sich mit dem Bauch nach oben und mit dem Rücken
nach unten fortbewegen und somit das Wasser an beiden Seiten abrinnen kann.
Die äußere Schicht der Faultierhaare reißt im Laufe der Zeit immer tiefer ein. In den Rissen
siedeln sich mikroskopisch kleine Algen an. Durch das feuchtwarme Klima vermehren sich
die Algen schnell und geben dem Fell eine grünliche Farbe, was eine vorzügliche Tarnung ist.
Zwischen Faultier und Algen gibt es eine Symbiose.
Doch ein Faultierfell bietet auch anderen Lebewesen Unterschlupf, wie zum Beispiel, kleinen
Schmetterlingen, die nur selten fliegen. Dort paaren sie sich auch und legen die Eier im Fell
ab, wo dann die Raupen ausschlüpfen und diese die Algen im Fell abfressen. Dass sich der
Algengarten von Zeit zu Zeit bewegt, stört die Schmetterlinge nicht. Im Gegenteil. Wenn sich
zwei Faultiere zur Paarung treffen, können die Schmetterlinge umsiedeln und neue
Lebensgemeinschaften bilden.
Faultiere verbringen durchschnittlich fünfzehn Stunden am Tag
schlafend, nur der Koala schläft länger (20 Stunden). Faultiere
trinken nicht, sondern nehmen Feuchtigkeit mit der saftigen
Pflanzennahrung auf oder lecken Tautropfen ab. Im Vergleich zu
anderen Säugetieren sind Faultiere sehr zäh. Sie überleben
Verletzungen, bei denen die meisten Säugetiere schon nach kurzer Zeit gestorben wären.
Außerdem sind sie unempfindlich gegen Hunger und Durst.
Bedrohung
Auch die Faultiere werden gejagt, besonders aber in Brasilien, da das Fleisch der Tiere wenig
Fett hat und somit an den Geschmack von Hammel erinnert. Das Fell wird auch als
Satteldecke genutzt. Als Regenwaldbewohner sind Faultiere besonders von den
Waldrodungen bedroht, die in großem Ausmaß durchgeführt werden, um Felder und
Siedlungen zu errichten
Vor etwa 10.00 Jahren starben die amerikanischen Riesenfaultiere, Megatherium und
Megalonyx aus. Sie wurden etwa so groß wie die heutigen Elefanten, deshalb lebte diese
Pflanzenfresser am Boden und wurden wahrscheinlich von den ersten Einsiedler Amerikas
gejagt und ausgerottet.
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Gorillas
Sanfte Riesen
Familie
Affen sind in zwei Großgruppen geteilt in die Neuweltaffen und in die Altweltaffen. Die
Neuweltaffen auch Breitnasenaffen genannt leben nur am amerikanischen Kontinent. Ihre
Nasenlöcher liegen seitlich an der Nase. Altweltaffen leben in Afrika, Asien und Europa und
sind schwerer als die Neuweltaffen. Bei den Altweltaffen sind die Nasenlöcher knapp
beisammen, deshalb heißen sie auch Schmalnasenaffen.
Der Gorilla gehört zu den Altweltaffen. Zur Gattung der Gorillas gehört nur eine Art mit zwei
Unterarten: Die 1. Flachlandgorillas (Gorilla Gorilla Gorilla) und 2. Berggorillas (Gorilla
gorilla beringei)
Lebensraum
Gorillas leben nur in Afrika. Flachlandgorillas befinden sich im Flachland in Gabun und in
dessen Nachbarländern. Berggorillas im Flachland und Gebirge (den Virunga-Bergen) bis
3500 Meter Höhe in Zentralafrika im Grenzgebiet zwischen Uganda, Ruanda und
Demokratischer Republik Kongo.
Die Berggorillas in den Virunga-Bergen leben in kleinen Gruppen (bis zu 50 Tiere)
zusammen, die jeweils von einem kräftigen Männchen, dem Silberrücken, angeführt werden.
Jede Gruppe hat ein eigenes Revier, das etwa 25 bis 40 Quadratkilometern groß ist. In diesem
Revier wandert die Gruppe auf der Suche nach Nahrung umher. Erst kürzlich konnte
beobachtet werden, dass sich Gorillas auch in Höhlen zurückziehen.
Aussehen
Gorillas sind die größten Menschenaffen.
Bei aufgerichtetem Körper und mit durchgestreckten Knien können Gorillas bis zu 2,30 Meter
groß werden.
Nahrung
Die Gorillas in den Virunga-Bergen essen gerne das Mark von Bambusstängeln, aber sonst
stehen auch wilder Sellerie, Labkraut, Disteln, Beeren und andere vegetarische Köstlichkeiten
auf dem Speiseplan. Nur in Gefangenschaft fressen Gorillas Fleisch.
Gorillas lausen sich auch, allerdings nicht oft. Die Mütter, ihre Kinder und der Silberrücken
pflegen sich, aber nie halbwüchsige Männchen.
Silberrücken
Fortpflanzung
Gorillas zählen zu den friedlichsten Affen; sie sind sogar friedlicher als
der Mensch. Wenn sich zwei Gruppen begegnen wechseln die
Silberrücken nur Blicke mit kurzen Drohungen. Kämpfe bleiben meist
aus. Die Männchen kämpfen auch kaum um die Weibchen, da der
Silberrücken auch den rangniederen Männchen erlaubt, sich mit den
Weibchen zu paaren.
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Gorilla-Weibchen bekommen nur alle dreieinhalb bis viereinhalb Jahre Nachwuchs. Die
Schwangerschaft dauert knapp achteinhalb Monate, Zwillinge sind eher selten. Die Geburt
dauert nur wenige Minuten. Das Weibchen durchtrennt die Nabelschnur und trägt das
Neugeborene, da es sich nicht allein festhalten kann. Gorillaweibchen trennen sich nur schwer
von ihrem Baby wenn es gestorben ist.
Weibliche Gorillas werden mit sechs bis sieben Jahren geschlechtsreif, die Männchen mit
neun bis zehn Jahren. Wie alt die Gorillas in freier Wildbahn werden weiß man nicht so
genau, vermutlich bis 40 Jahre. In Gefangenschaft werden sie bis 53 Jahre alt.
Babygorilla
fürsorgliche Mutter
Besonderes
Erst 2005 wurde bei den Gorillas der Werkzeuggebrauch beobachtet.
Bedrohung
In Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo kann man Gorillas beobachten.
Die Tiere sind dort an Menschen gewöhnt. Gruppen von acht Touristen werden von
einheimischen Führern bis auf wenige Meter an die Gorillas herangeführt. Eine Stunde bei
den Gorillas kostet pro Person etwa 280 Euro. Da man durch den Gorilla-Tourismus Geld
verdient hat, hat man die letzten noch lebenden Berggorillas geschützt. Allerdings werden
Gorillas in anderen Regionen Afrikas noch viel gewildert und landen im Kochtopf!
Kolibris
Nymphen, Sylphe oder Feen werde
diese Flugkünstler Amerikas genannt! n
-15-n, Zwerge
Kolibris
Nymphen, Sylphen, Zwerge oder Feen werden diese Flugkünstler Amerikas genannt!
Familie
Die Kolibris gehören zur Familie der "Trochilidae mit ca. 328 Arten in 102 Gattungen. Sie
sind die 2. größte Vogelfamilie Amerikas.
Lebensraum
Kolibris kommen von Alaska bis Feuerland vor.
Aussehen
Kolibris sind meist sehr kleine Vögel, zwei bis 20 Gramm schwer. Die kleinste Vogelart
überhaupt, die Bienenelfe, misst samt Schnabel und Schwanzfedern nur 6 cm. Die größte Art,
der Riesenkolibri, ist ca. 25 cm lang. Ein besonderes Merkmal der Kolibris ist der Schnabel,
der je nach Gattung fast immer anders aussieht. Der längste Schnabel ist 10 cm lang und
gehört dem Schwertschnabelkolibri. Der kürzeste ist nur 5mm lang
und gehört dem Kleinschnabelkolibri. Die Zunge der Kolibris ist
extrem lang, kann weit hervorgestreckt werden und ist an der Spitze
gespalten und strohhalmförmig, sodass der Nektar gut aus den
Blüten gesaugt werden kann.
Kolibris sind die kleinsten, leichtesten und farbenprächtigsten
Vögel dieser Erde. Die meisten Kolibris haben ein buntes, in der
Regel metallischgrün schimmerndes Gefieder. Vor allem Kopf,
Kehle und Brust sind mit schillernden Farben versehen. Die Kehle bei den Männchen ist in
der Regel bunt schillernd gefärbt.
Nahrung
Kolibris ernähren sich von Nektar, den sie aus Blüten trinken. Mit ihrem schmalen - und meist
langen - Schnabel dringen sie in die Blüten ein, um mit der gespaltenen Zunge an den Nektar
am Grund der Blüte zu gelangen. Die Zunge kann dabei bis zu 200 mal in der Minute aus dem
Schnabel schnellen.
Um während des Trinkens möglichst ruhig vor einer Blüte verharren zu können, vollbringen
sie eine enorme Flugleistung. Kolibris bewegen ihre Flügel in einem Winkel von 180 Grad.
Dieser erlaubt es Ihnen im Schwirrflug vor einer Blüte zu "stehen" oder sogar rückwärts (!) zu
fliegen. Die Schlagfrequenz der Flügel wird mit bis zu 80 Schlägen pro Sekunde angegeben.
Im Flug erbeuten sie kleine Insekten - eine eiweißreiche Nahrungsquelle. Das Eiweiß
benötigen Kolibris für die Fortpflanzung.
In den Tropen stellen Kolibris, neben Fledermäusen und Insekten, eine wichtige
Bestäubergruppe dar. Anders als viele Vögel müssen Kolibris nichts trinken.
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Fortpflanzung
Um bei den Weibchen Interesse zu wecken und sie in Paarungsbereitschaft zu bringen, führen
die Männchen einen Balztanz auf. Nach der
Begattung bauen die Weibchen ein winziges
Nest, das aus Spinnweben, Pflanzenwolle,
Flechten oder Moos angefertigt wird. Das Nest
wird in geringer Höhe in einem Busch oder
einem Baum versteckt gebaut. Das Weibchen
legt im Abstand von 2 Tagen zwei Eier. Die Brut
dauert 14 bis 19 Tage. Die Jungen werden
anschließend 3 – 4 Wochen bis zu 140-mal am Tag gefüttert. Zur Nahrungssuche lassen sich
die Weibchen aus dem Nest fallen und gleiten dabei blattähnlich zu Boden. Dadurch wird
Nesträubern das Auffinden des versteckten Nestes erheblich erschwert.
Besonderes
Das Herz der Kolibris ist im Verhältnis zum Körper sehr groß und schlägt 400 bis 500 mal
pro Minute, ihre Atemfrequenz liegt bei bis zu 250 Zügen pro Minute. Während des Schlafes
senken viele Kolibris ihre Herzfrequenz stark ab, um Energie zu
sparen.
Bedrohung
Natürliche Feinde der Kolibris sind Schlangen, Greifvögel, Katzen
und Marder. Das Überleben des Vogels werde vor allem durch die
Brandrodung in der Region bedroht. Zudem bauten die Bauern dort Coca-Sträucher an und
schmälern damit ebenfalls den Lebensraum der Tiere. Coca-Blätter werden in den Anden
gekaut, um Müdigkeit und Hunger zu verdrängen. Sie werden für Tee verwendet und sind
Grundstoff für die Droge Kokain.
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Orang-Utan
= Waldmensch- unser roter Verwandte
Familie
Die Orang-Utans gehören zur Familie der Menschenaffen. Er hat im Gegensatz zu den
anderen Menschenaffen ein rotbraunes Fall und einen stärkeren Körperbau den er für die
baumbewohnende Lebensweise braucht.
Lebensraum
Es gibt zwei Arten von Orang-Utans, den Borneo-Orang-Utan und den Sumatra-Orang-Utan.
Genannt wurden sie nach den Inseln in Indonesien, auf denen sie leben. Orang-Utans sind
Baumbewohner. In den Bäumen bewegen sie sich langsam fort, indem sie mit Armen und
Beinen klettern oder über Äste balancieren. Wenn sie es doch eilig haben, schwingen sie sich
mit den langen Armen von Baum zu Baum. Orang-Utans kommen fast nie auf den Boden.
Meist geschieht das nur, um von einem Baum zum anderen zu gelangen.
Aussehen
Orang-Utans werden vom Kopf bis zum Rupf 1,25 bis 1,5 Metern lang. Männchen sind mit
50 bis 90 Kilogramm fast doppelt so schwer wie Weibchen, die 30 bis 50 Kilogramm auf die
Waage bringen. Tiere in Gefangenschaft können allerdings viel schwerer werden.
Der Körperbau ist perfekt an die größten auf Bäumen lebenden Affen angepasst. Die Arme
der Orang-Utans sind sehr lang und kräftig und können ausgestreckt eine Spannweite von
2,25 Metern erreichen. Die Beine hingegen wirken eher kurz und sind leicht nach innen
gebogen, was das Klettern an den senkrechten Bäumen erleichtert. Die Füße erinnern an eine
Hand. Orang-Utans sind wie alle Menschenaffen tagaktiv. Zu Mittag allerdings rasten sie und
zum Schlafen errichten sie ein Nest aus Blättern, welches allerdings meist nur einmal
verwendet wird.
Nahrung
Orang-Utans sind hauptsächlich Pflanzenfresser. Früchte stellen ca. 60% der Nahrung da,
aber Orang-Utans fressen auch Blätter, junge Triebe, Rinden, Insekten, Vogeleier und kleine
Wirbeltiere. Fleischige Nahrung spielt allerdings nur eine Nebenrolle. Auch sind Orang-Utans
wichtig beim Vermehren der Pflanzen da sie die Samen der gegessenen Früchte verbreiten.
60% des Tages verbringen sie mit Nahrungssuche. Insgesamt stehen auf ihrem Speiseplan
300-400 verschiedene Pflanzen.
-18-
Fortpflanzung
In einem Revier eines Männchens leben mehrere Weibchen. Das Männchen überwachen bei
den Streifzügen, dass sich keine rangniederen Männchen mit den Weibchen paaren.
Wenn sich zwei Männchen begegnen, kommt es oft zu Kämpfen. Orang-Utans haben keine
feste Paarungszeit. Die Fortpflanzung kann das ganze Jahr über erfolgen. Sie kann aber auch
vom Nahrungsangebot abhängen, da oft mehrere Weibchen eines Gebietes zur gleichen Zeit
Junge bekommen. Nach einer durchschnittlich 245 Tage langen Tragezeit bringt das
Weibchen grundsätzlich ein Junges zur Welt. Neugeborene wiegen rund 1,5 bis 2 Kilogramm.
Orang-Utans bekommen nur alle 4-8 Jahre Junge. Solche Geburtsabstände nennt man
Geburtsintervalle und bei den Orang-Utan ist diese am längsten von allen Menschenaffen.
Die Mutter ist die einzige Bezugsperson in den ersten Jahren. Das Jungtier wird bis zum 2.
Lebensjahr getragen, vor allem bei Streifzügen. Erst mit 2-5 Jahren lernen die OrangUtankinder klettern und Schlafnester zu bauen in denen Orang-Utans schlafen. Entwöhnt wird
das Junge von der Muttermilch zwischen 3,5 und 4 Jahren.
Typische Geschlechtsmerkmale bei den Männchen sind die Wangenwülste und die
Kehlsäcke, allerdings erscheinen die erst zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr.
Da sich Weibchen nur sehr langsam fortpflanzen, kommt es oft vor, dass sie nur 2-3 Junge in
ihrem Leben bekommen. Man schätzt, dass Orang-Utans im Freiland 40 Jahre alt werden
können.
Männchen mit Wangengeschwülste
Besonderes
Auf dem Boden bewegen sich die Orang-Utans nicht im Knöchelgang wie z.B. die
Schimpansen und Gorillas. Sie stützen sich entweder auf die Fäuste oder auf die Innenkanten
der Hände.
Bedrohung
In Borneo machen die Männchen öfter Streifzüge am Boden als in Sumatra, wahrscheinlich
weil in Sumatra auch Tiger leben.
Dieser Sumatratiger ist der bedeutendste natürliche Feind der Sumatra-Orang-Utans. Der auf
Sumatra und Borneo lebende Nebelparder wird heranwachsenden Tieren und Weibchen
gefährlich, kann aber ausgewachsene Männchen in der Regel nicht erlegen. Weitere
Bedrohungen stellen manchmal Krokodile und verwilderte Haushunde dar.
-19-
Papageien
Ein bunter Spaßvogel
Familie
Papageien gehören zur Familie der Psittacidae, zu der 350 Arten und ca. 850 Unterarten
gehören.
Lebensraum
Papageien leben auf dem amerikanischen Kontinent von Mexiko bis Chile, besonders aber im
Amazonas Gebiet. In Asien kommen sie von Indien bis Südchina und auf dem Philippinen
vor. Auch in Afrika, südlich der Sahara, sowie auf den Inseln Neuguinea, Indonesien, einigen
Südseeinseln, in Neuseeland und auf dem australischen Kontinent kann man sie finden. Für
die meisten Papageienarten ist der tropische Regenwald die Heimat. Es gibt jedoch auch
Arten, die in Savannengebieten oder Hochgebirgen leben, wobei diese die trockenen Gebiete
bevorzugen und sich meist in der Nähe von Wasser, zum Trinken und Baden, aufhalten.
Aussehen
Papageien sind in Körperform, Färbung und auch in der Größe sehr unterschiedlich. Der
Augenring-Sperlingspapagei ist zum Beispiel nur ca. 12 Zentimeter groß.
Der Hyazinth-Ara der größte Papagei, hat dagegen eine Länge von rund
einem Meter.
Gemeinsame Merkmale aller Papageienvögel sind: ein Kletterfuß, bei dem
zwei Zehen nach vorn und zwei Zehen nach hinten gestellt sind. Mit
diesem Fuß führen viele Papageienarten Nahrung zum Schnabel, was nur
in Ausnahmefällen in anderen Vogelgruppen vorkommt. Das zweite
wichtige Merkmal ist der Papageienschnabel (auch dritter Fuß genannt),
der eine Vielzahl von Aufgaben hat z.B. Knabbern, Knacken, Halten,
Aufschneiden, zur Feindabwehr, zur Pflege....
Lear Ara
Nahrung
Die Papageien, die im Regenwald leben halten sich meist in den Baumkronen auf. Nur selten
kommen sie zum Boden. Es werden aber regelmäßig so genannte Lehm- oder Kalkfelsen zur
Aufnahme von Mineralstoffen aufgesucht. Im dichten Blattwerk der Regenwälder finden
Papageien ihre Nahrung, die hauptsächlich aus verschiedenen Samen, Früchten, Beeren,
Blüten und kleineren Insekten zur Deckung des Eiweißbedarfs besteht. In der Nahrung sind
auch Pflanzengifte enthalten, werden aber problemlos vertragen.
Fortpflanzung
Die meisten Papageienarten leben monogam, das heißt sie leben mit dem einmal gewählten
Partner bis zum Lebensende zusammen. Für die Eiablage und Jungenaufzucht nutzen
Papageien vorzugsweise Baumstämme zur Errichtung von Bruthöhlen, aber auch Erdhöhlen
und Termitenbauten machen ihren Dienst. Je nach Papageienart beträgt die Brutdauer 22 bis
-20-
30 Tage, wobei ein Großteil der Arten nur einmal im Jahr brüten. Doch Baumhöhlen die zum
Brüten geeignet sind, gibt es durch die Abholzung und durch die Zerstörung der Höhlen, im
Regenwald nur wenig, und das ist ein ernstes Problem für den Papageiennachwuchs.
Papageien werden sehr alt, die größeren Arten können bis zu 70 Jahre alt werden.
Papageien leben meist in großen Schwärmen von bis zu 1.000 Tieren, die sich regelmäßig zu
bestimmten Tageszeiten zum Fressen und zum Schlafen zusammenfinden. Im Schwarm oder
in kleineren Gruppen legen Papageien. Flugstrecken von bis zu 30 Kilometer am Tag zurück.
Besonderes
Papageienvögel gehören wie auch die Rabenvögel und die Spechte zu den Vögeln mit der
höchsten Intelligenz. Deshalb wurden Papageien auch in Europa als sprachgelehrige Haustiere
bekannt. Viele Papageienexperten halten das 'Sprechen' der Papageien allerdings für eine
Verhaltensstörung.
Neuere Forschungen zeigen, dass Papageien nicht nur
'nachplappern', sondern auch bedeutungsbezogen sprechen
können.
Am begabtesten sind dabei die Amazonen, die Aras aus
Südamerika, australische Kakadus und der Graupapagei.
Die Laute werden nicht mit dem Stimmorgan gebildet sondern
wie beim Menschen mit der Zunge.
Ara
Bedrohung
Nicht nur die immer noch fortschreitende Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume, sondern
auch der legale und illegale Fang und Handel stellt eine große Gefahr für das Überleben vieler
Papageiarten dar.
In den Jahren 1991 bis 1996 wurden insgesamt 1,2 Millionen Papageien aus ihren
Herkunftsländern exportiert. Wilderer haben sich besonders auf den Nestraub spezialisiert.
Die Folge dieser Methode und der Zerstörung der Lebensräume ist nicht nur, das bereits 94
aller Papageienarten vom Aussterben bedroht sind, sondern es gibt auch Arten wie der SpixAra, die in freier Wildbahn schon ausgestorben sind und von denen es in Gefangenschaft nur
noch sehr wenige dieser Exemplare gibt.
Auch Arten, wie zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte
Gelbkopfamazone, der als langsam vermehrend gilt, ist der
Nestraub zum Verhängnis geworden. Eine Studie an
insgesamt 4.200 aller Brutversuche Zentral- und
Südamerikas zeigte, dass 30% aller Nester von Wilderern
zerstört wurde.
Gefangene blau-gelbe Aras
-21-
Vogelspinne
Genannt nach einer Entdeckung, wo sie auf einem Vogel saß.
Familie
Vogelspinnen gehören zur Unterordnung der Vogelspinnenartigen mit etwa 900 Arten die in
112 Gattungen geteilt sind. Vogelspinnen gibt es schon seit 350 Millionen Jahren. Ihr
Lebensraum ist vorrangig tropische bis subtropische Klimazonen.
Lebensraum
Temperaturen um 28°C und eine Luftfeuchtigkeit von annähernd 100% bilden den idealen
Lebensraum der in Höhlen im Boden lebenden Tiere.
Vogelspinnen leben in allen tropischen Regionen der Erde, manche auch in subtropischen
Gebieten. Sie sind sogar bis nach Europa vorgedrungen: Vogelspinnen leben auch in Portugal,
Spanien und auf der Mittelmeerinsel Zypern. Die tropischen Tieflandregenwälder von
Französisch-Guayana sind Heimat der größten Spinne der Welt, der Riesenvogelspinne.
Aussehen
Am Vorderkörper der Spinne sitzen zwei Taster, acht Augen, die Mundöffnung mit den zwei
Zähnen und auch die Beine setzen allesamt hier an. Der deutlich vom Vorderkörper
abgegrenzte Hinterleib trägt lebenswichtige innere Organe wie Lungen, Geschlechtsorgane
und die Spinnwarzen.
Spinnen haben kein Skelett aus Knochen sondern eine
Chitinhaut, die auch Exoskelett genannt wird. Diese Chitinhaut
ist starr, und wenn die Spinne wachsen will, muss sie aus der
alten Haut raus. Die neue Haut ist weich und in dieser Haut
kann die Spinne wachsen bis diese wieder hart ist. Interessant
ist, dass mit der Häutung verlorengegangene Beine wieder neu
gebildet werden.
Die Theraphosa blondi Vogelspinne ist die größte lebende Spinne. Sie hat eine Spannweite
bis 34 cm. Sehen können Vogelspinnen nicht sehr gut.
Nahrung
Bei der Jagd beißt die Vogelspinne das Opfer mit den Beißzähnen bei denen oben die
Giftdrüse liegt. Das Gift dient nicht nur zum Töten sondern auch zur Verdauung, da das Gift
die Beute zersetzt. Vogelspinnen fressen alles, was sie überwältigen können. In der Regel sind
das größere Insekten wie Grillen, Schaben und Heuschrecken. Große Vogelspinnenarten
fressen auch kleine Nager, Reptilien, Nestjunge oder kranke Vögel. Gesunde Vögel gehören
trotz ihres Namens nur selten zur Beute von Vogelspinnen.
-22-
Es sind zwar alle Vogelspinnen giftig, allerdings stellt die geringe Giftwirkung keine Gefahr
für den Menschen da. Der Biss mit den großen Zähnen kann allerdings sehr schmerzhaft sein.
Fortpflanzung
Nach der Paarung, wo sogar manchmal das Männchen dem Weibchen zum Opfer fällt, zieht
sich die Spinne in ihre Höhle zurück, wo sie aus Spinnseide einen Kokon baut in die sie die
befruchteten Eier hineinlegt. Daraus schlüpfen dann Larven, die ausschauen wie Eier mit
Beinen. Allerdings passiert das alles im Kokon. Nochmals häuten sie sich dann zu „zweiten
Larven“, die den erwachsenen Vogelspinnen schon sehr ähnlich schaut. Noch im Kokon
häuten sich die Larven zu Nymphen.
Ein aufgeschnittener Kokon
1. Larven
Nymphen
Die Mutter öffnet meist erst den Kokon, wenn die Larven schon Nymphen sind. Die
Nymphen häuten sich immer wieder. Nach 7 bis 10 Jahren ist das weibliche Tier erwachsen,
dann häuten sie sich nur mehr ca. einmal im Jahr. Männchen sind schneller erwachsen.
Die Weibchen können bis zu 20 Jahre alt werden, Männchen nur etwa 4 bis 5 Jahre.
Besonderheit
Der ganze Körper ist mit Haaren bedeckt, die die Riesenvogelspinne bei Gefahr von ihrem
Hinterleib abstreift und sie dem Angreifer entgegen schleudert. Da die Haare Widerhäkchen
haben, die die Augen und Schleimhäute reizen, verliert der Feind schnell die Lust.
Reichen die Haare dem Angreifer nicht, so richtet sich die Spinne auf und zeigt ihm die bis zu
1,7cm großen Zähne.
Bedrohung
Natürliche Feinde der Vogelspinnen sind die Wegwespe und manchmal auch Hundertfüßer,
Skorpione, die Wander- und Treiberameise. Auch kleine räuberische Wirbeltiere wie etwa die
afrikanischen Manguste erbeuten gelegentlich Vogelspinnen.
In Südamerika und Asien zählen zubereitete Vogelspinnen auch als Delikatesse.
-23-
Pygmäen
Die Pygmäen werden auch als Nomaden bezeichnet. Allerdings reisen sie nicht die ganze Zeit
ohne einen festen Wohnsitz zu haben, sondern ziehen in einem bestimmten Gebiet von Lager
zu Lager, ohne dieses Gebiet zu verlassen.
Lebensraum
Die Pygmäen sind wahrscheinlich die älteste Bevölkerung der tropischen Wälder Afrikas.
Die Pygmäen-Völker sind in den Staaten der tropischen Zone rund um den Äquator verteilt:
Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Gabun Volksrepublik Kongo, Demokratische
Republik Kongo, Ost-Uganda und Ost-Ruanda.
Es gibt zwei Arten von Wäldern ,in denen Pygmäen leben:
1. Im Primärwald, in dem Bäume mit hohen Stämmen (30-50 Meter) wachsen, die
wegen ihrer Dichte ein fast undurchdringliches Dach für Sonnenstrahlen bilden. Die
Unterholz-Zone ist weniger dicht. Die Tagtemperaturen liegen zwischen 25° und 32°.
In der Nacht hat es durchschnittlich 15° bis 20°.
2. Der Sekundärwald ist ein Wald, der eine einst gerodete Fläche wieder bewächst.
Vorher wohnten Menschen hier und betrieben Landwirtschaft, bis sie diesen Ort
wieder verließen. Die Unterholz-Zone ist hier dichter, denn durch den Wind und durch
die Vögel wurden viele Samen auf die Erdoberfläche gebracht.
Einige Pygmäen-Völker sind: BAKA (Kamerun), BABINGA (Gabun), BAMBUTIBASHWA-BAEFE, BAPOO BALESE (Demokratische Republik Kongo), BATWA
(Uganda-Ruanda), etc.
In den Wäldern, die den Lebensraum der Pygmäen bilden, leben auch viele Arten von Tieren:
Leoparden, Okapi Elefanten, Antilopen, Affen jeglichen Typs und Größe, Schlangen, von
denen viele giftig bis sehr giftig sind (schwarze Kobra, schwarz-grüne Kobra, Vipern etc.)
und zahlreiche Tierarten, die im Unterholz leben (Stachelschweine, Igel, große und kleine
Schuppentiere). Man findet auch zahlreiche Ameisenfamilien, von denen die Bekanntesten
die roten Ameisen sind, die sich von Tieren, Fischen, Insekten und auch von Menschen (wenn
sie nicht flüchten) ernähren.
Aussehen
Der Name der Pygmäen kommt vom griechischem Wort "pygmmâios" = eine Elle hoch, also
klein. Tatsächlich sind die Männer im Durchschnitt 140 cm und die Frauen 130 cm hoch. Sie
sind nicht von schwarzer Rasse, wie allgemein vermutet wird, sondern
bilden eine Rasse für sich selbst, deren Haut hellbraun ist. Im
Endeffekt können wir sagen, dass die Pygmäen eine Gesamtheit von
Völkern sind, die physisch von kleiner Statur und hellbrauner Hautfarbe
sind und in den tropischen äquatorialen Wäldern leben, die von
Kamerun bis nach Osten zu den Gebirgsketten und Vulkanen gehen.
Hier sieht man gut die hellbraune Haut.
Hier ist ein ausgewachsener Pygmäenmann
und seine Frau mit einem Europäer zu erkennen.
-24Nahrung
Die Pygmäen ernähren sich von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln der Produkte des
Waldes.
Die Pygmäen stellen alle Geräte, die sie zur Jagd, dem Fischen und
dem Alltagsleben brauchen aus Waldprodukten her. Pygmäen leben
voll und ganz vom Wald .
Da die Pygmäen keine Konservierungstechniken kennen, sammeln,
jagen oder fischen sie immer nur soviel Nahrung, wie sie für einen
Tag brauchen.
Ihr Leitspruch „Man arbeitet, um zu leben und man lebt nicht, um zu arbeiten!“
Gejagt wird entweder allein mit Pfeil, Bogen, Lanze und einem Jagdhund. Diese Jagdbeute
gehört dann allein dem Jäger und der Familie. Die 2. Art zu jagen ist die Gemeinschaftsjagd.
Alle Dorf- oder Lagereinwohner kommen mit auf diese Jagd, die manchmal Monate dauert.
Selbst schwangere Frauen und Frauen mit Neugeborenen nehmen an dieser Jagd teil.
Als Nebenbeschäftigung betreiben die Pygmäen auch Fischfang. Auch dieser wird entweder
einzeln oder zusammen gemacht. Auch die Kinder selbst ab 3 Jahren fangen schon Fische.
Die Fische die ein einzelner Fischer gefangen hat, gehören allein ihm. Wenn zusammen
gefischt wird, wird der Fang gerecht an alle Beteiligten aufgeteilt.
Zum Fischen werden Lanzen mit Holzspitzen verwendet. Manche Pygmäenstämme haben
Metallspitzen von den Bantu. Man geht nachts jagen, wenn die Fische „schlafen“
Der gemeinsame Fischfang wird vor allem von den Frauen betrieben und besteht darin, dass
man kleine Fische in künstliche Tümpel scheucht und dann mit einem Korb oder mit den
Händen aus dem Wasser nimmt. Die Pygmäen sammeln auch Wurzeln, wilde Früchte, kleine
Tiere und essbare Insekten. Um sich vor giftigen Schlangenbissen zu schützen, fügen sie sich
ein schwarzes Pulver unter die Haut ein. Diese „Medizin“ wirkt ein bis zwei Monate. Die
Pygmäen sammeln auch Honig, wobei es den Honig der Waldbienen und den Honig der
„Schwarzen Bienen“ gibt die ihren Stock unter der Erde bauen. Der Honig der „Schwarzen
Bienen“ ist leicht giftig, aber sehr süß. Die Waldmenschen jagen keine Elefanten, da ihr
Fleisch so viel ist, dass sie es gar nicht essen können. So etwas können sie sich nicht
vorstellen: Mord und Essensverschwendung sind bei den Pygmäen gleichwertig. In den
letzten Jahren haben die Pygmäen auch angefangen, Landwirtschaft zu betreiben.
Mann mit Jagdnetz
Frau beim Sammeln von Waldprodukten
Fischjagd mit Metallspitzen der Bantu
Familie
In der Pygmäen-Familie gelten gleiche Rechte für Mann und Frau, die sich nur in ihren
alltäglichen Funktionen voneinander unterscheiden. Der Mann hat genauso wenig das Recht,
zu entscheiden und zu befehlen wie die Frau. Entscheidungen müssen vereinbart werden und
wenn es keine Vereinbarungen gibt, entscheidet ein jeder nach eigenem Willen, ohne
allerdings dem anderen seinen Beschluss aufzuzwingen.
-25Der traditionelle kreisförmige Bau der Hütten ist Aufgabe und vor allem Recht der Frau, die
auch den Standort für die Hütte entscheidet. Gekocht wird sowohl von der Frau als auch vom
Mann, je nach Bedarf und Augenblick. Die Kinder werden von beiden Elternteilen erzogen
wobei nach dem 5. Lebensjahr der Vater sich mehr den Söhnen widmet und die Mutter den
Töchtern. Das Paar darf nur so viele Kinder zur Welt bringen wie der Besitz des Dorfes Wald
und somit auch Nahrungsquellen zur Verfügung hat. Damit ein Dorf überleben kann, muss es
aus 60-80 Personen bestehen. Da die Sterblichkeitsrate sehr hoch ist (40%), müssen sie oft 78 Kinder bekommen, wovon 4-5 das Erwachsenenalter erreichen. Eine besondere
Tätowierung auf der Brust eines Mädchen bedeutet, dass es geschlechtsreif und somit
heiratsfähig ist. Bei den Pygmäen sucht sich der Mann die Frau. Allerdings darf sie nicht
näher mit ihm verwandt sein als bis zum 5. Grad, da ansonsten die Risiken für eine Fehlgeburt
oder Kinder mit psychischen Behinderungen zu groß sind.
Nachdem die beiden eine Vereinbarung getroffen haben, informiert der Junge seine Familie
über seine Heiratsabsichten. Nachdem beide Familien sich besser kennengelernt haben,
informiert die Familie des Jungen den erweiterten Familienkreis und das Dorf der Braut über
die voraussichtliche Heirat. Bei den Pygmäen gibt es keine Brautsteuer, sondern einen
Personentausch. Das heißt, dass ein Mädchen von dem Dorf des Jungen mit einem Jungen des
anderen Dorfes ebenfalls verheiratet wird.
Sobald auch die Familien der Bräute und Bräutigame eine Vereinbarung getroffen haben,
machen sich alle Mädchen und Jungen aus ihrem eigenen Dorf tanzend und singend auf den
Weg zum anderen, wo sie in der Mitte des Weges bis zur Hochzeit bleiben. Am Tag der
Hochzeit sind alle Verwandten und Freunde der Brautleute anwesend. Es erfolgt der
öffentliche Austausch der zwei Mädchen, dann wird ein Tag und eine Nacht lang getanzt. Mit
den Abschlussworten "Sie sollen glücklich und froh leben..." endet das Hochzeitsfest.
Die Erziehung und Ausbildung der Kinder folgt drei Prinzipien:
1. FREIHEIT: Kinder sind frei, eigene Erfahrungen zu machen und von
den anderen Menschen und der Umwelt zu lernen. Sie werden niemals von
den Aktivitäten der Erwachsenen ausgeschlossen. Auch der Umgang mit
gefährlichen Dingen wird ihnen nicht verboten sondern es wird ihnen der
richtige Umgang beigebracht. So kann man z.B. ein nur 2-jähriges Kind
mit einer Machete in den Händen sehen, ohne dass die Mutter angelaufen
kommt,
um
sie
ihm
schimpfend
wegzunehmen.
2. INITIATIVE: Die Kinder werden angespornt, beim Erlernen der
verschiedenen Aktivitäten selbst Initiative zu ergreifen. Alles wird vor allem SPIELEND
erlernt, ob es nun das Spiel zwischen Kindern oder mit Erwachsenen ist. Erwachsene nehmen
das Spielen mit Kindern sehr ernst: es wird nicht gespielt, nur um den Kindern eine Freude zu
machen.
3. VERANTWORTUNG: die Kinder lernen schnell, dass im Wald jeder Fehler unweigerliche
Folgen hat und bestraft wird: wenn man z. B. nicht acht gibt, wo man hintritt, kann man auf
eine Schlange treten und von ihr gebissen werden und wenn man nicht aufpasst, wo man sich
festhält, könnte man eine dornige oder giftige Liane packen, die schmerzhaft bis tödlich sein
könnte. Der Wald kennt keine Verzeihung, man muss seine Gesetze kennen und sich nach
ihnen richten. Die Pygmäen haben großen Respekt vor dem Wald und seinen Gesetzen und
sind sich bewusst, dass sie vom Wald alles bekommen, was sie zum Überleben brauchen.
Den Kindern wird das Wissen der Tradition, Jagd- ,Fisch- und Sammeltechniken,
Gruppenspiele, Bautechniken, Tanz, Gesang und Trommelspiel gelehrt.
-26Bedrohung
Die Bantu-Stämme, die um das Jahr 1000 n. Chr. in die tropische Zone siedelten, wurden von
den Pygmäen immer gut aufgenommen. Zwischen Pygmäen und Bantu entwickelten sich
wirtschaftliche Beziehungen, in denen die Jagdprodukte der Pygmäen gegen
landwirtschaftliche Produkte der Bantu getauscht wurden. Im Gegensatz zu den Pygmäen
kannten die Bantu die Kunst der Metallverarbeitung und verbesserten die Landwirtschaft. Die
Bantu nutzten diese technologische Überlegenheit aus, um die Pygmäen zu unterwerfen und
sogar zu versklaven. Nur in den letzten Jahrzehnten werden dank Eingriffen von
Kirchenhelfern die Menschenrechte der Pygmäen langsam und noch mit vielen Ausnahmen
wieder respektiert.
Besonderes
Die Pygmäen werden wegen ihrer großen Fähigkeiten im Tanz
auch als "Gottestänzer" bezeichnet.
Lebensart
Die Pygmäen leben in zwei verschieden Arten von Dörfern bzw. Lagern:
1. In einem Dorf, das sich in der Nähe eines Bauernhofes der Bantu befindet, mit denen sie
die eigenen Produkte (Jagd, Fischerei und Waldfrüchte) gegen landwirtschaftliche Produkte,
und Textilien der Bantu tauschen.
2. In einem Jagdlager das aus Hütten besteht, die aus Zweigen und Blättern gemacht werden
und in einer Jagdzone ist. Ein Jagdlager ist vom anderen etwa 1 Stunde Fußmarsch entfernt, je
nach den Bedürfnissen der Jagd.
Das Dorf besteht aus ungefähr 15-20 Hütten, von denen 10-15 von den einzelnen Familien
bewohnt sind und die übrigen für den gesellschaftlichen Gebrauch dienen. Die Hütten des
Dorfes oder des Lagers sind im Kreis aufgebaut, so bleibt in der
Mitte eine große runde Tanzfläche.
Es gibt keine Einrichtungsgegenstände und auch das Bett besteht
nur aus einem oder zwei großen Bananenbaumblättern, die in
unmittelbarer Nähe der offenen Feuerstelle in der Mitte der Hütte
ausgebreitet werden.
Religion
Die Pygmäen haben keine Religion, im dem Sinn, dass sie weder religiöse Riten oder
Kultplätze haben, noch Priester oder religiöse Einrichtungen und Strukturen. Statt dessen
haben die Pygmäen eine starke natürliche Religiosität, die in einer persönlichen Beziehung
mit Gott ausgelebt wird. Gott ist für die Pygmäen eine reale Anwesenheit, die sich durch den
Wald, von dem sie stammen und der sie ernährt, ausdrückt.
-27-
Die Gefahr für die grüne Lunge der Erde
Es gibt viele Gründe warum der Regenwald abgeholzt wird.
1. Wegen der Dosenerzeugung
Für die Dosen Erzeugung braucht man den Rohstoff Bauxit. Dieser ist meist im Boden
der Regenwälder. Für eine Tonne Aluminium braucht man 5 Tonnen Bauxit, daher
wird auch Unmengen von Regenwald abgeholzt um diesen Rohstoff in den großen
Mengen nach Europa zu bringen. Das Aluminiumwerk in Ranshofen, das in
Oberrösterreich liegt, werden jedes Jahr 132.000 Tonnen Produkte aus Aluminium
Diesem Kraftwerk braucht für die Aluminiumerzeugung soviel Strom, dass man damit
alle Haushalte in Wien damit versorgen könnte. Da es aber in Österreich nicht soviel
Möglichkeiten gibt Staudämme zu bauen werden solche nun z.B. auch in Brasilien
erbaut. Auch schließt man in Europa bereits Aluminiumfabriken da sie sehr viel Gift
in die Luft pusten. Dann müssen wieder Länder wie Brasilien herhalten. 1992 wurden
allein in Österreich soviel Dosen erzeugt, dass man eine drei Meter hohe
Dosenmauer von Wien bis nach Vorarlberg bauen könnte.
2. Wegen den Anbaugebieten exotischer Früchte
Auch Anbaugebiete für Palmöl, Kaffee, Kakao, Bananen und werden Familien von
ihren Grundstücken verjagt und der Regenwald gefällt um diese Produkte dann in die
ganze Welt zu exportieren. In EZA oder in Bioläden kann man
„regenwaldfreundliche“ Produkte kaufen. Solche Familien sind dann so in Not, das sie
um zu überleben den Holzfällertrupps folgen und sich in die durch den Einschlag
geöffneten Wälder ansiedeln und mit Brandrodungen ein neues Ackerland schaffen.
Nach 1-2 Ernten ist allerdings der unfruchtbare Boden schon ausgelaucht und die
Bauern ziehen weiter Sie denken nur kurzfristig um wieder zu Erträgen zu kommen
und nicht welches Paradies sie dabei zerstören. Deshalb sollte man sie nicht bestrafen
sondern eine Lösung finden wie sie auch überleben können ohne den Regenwald zu
zerstören.
3. Wegen Industriegebieten
Auch wird der Regenwald wegen Industriegebieten überflutet um Dämme zu bauen,
Erdöl aus der Mutter Natur zu pumpen, Papier- und Zellstofffabriken zu errichten und
Bodenschätze wie Gold, Bauxit und Uran abzubauen.
4. Wegen den vielen Rauchern
Auch die Raucher haben dazu beigetragen dass es mittlerweile nur mehr 20% des
ursprünglichen Regenwald gibt. Für 300 Zigaretten wird ein Urwaldbaum gefällt.
Allein in Brasilien werden jährlich 60. Millionen Bäumen wegen der Tabaktrocknung
geschlagen. Wegen eines starker Rauchers, der 2 Zigarettenpackungen pro Tag raucht,
und das 64 Jahre lang (vom 16.-80. Lebensjahr), fallen durchschnittlich 3117
Urwaldbäume um. Somit wird der Lebensraum vieler Tiere zerstört.
5. Wegen den Regenwaldprodukten
Aus Urwaldbäumen wie Mahagoni, Mango und vielen anderen werden Möbel,
Klopapier Taschentücher, Schulhefte oder andere Sachen gemacht. Solche Bäume
sind aber sehr wichtig für die Ureinwohner, die im Gegensatz zu den Baumfällern den
Wald schätzen und mit ihm leben, statt in nur zu zerstören. In Deutschland wurde im
Jahr 2003 soviel Schulhefte gekauft, dass 2.356 Urwaldbäume dafür gefällt
werden mussten.
Alle 2 Sekunden wird eine Fläche Regenwald in der Größe von eine Fußballfeld abgeholzt.
-28-
Maßnahmen zur Erhaltung des Regenwaldes, seiner Fauna und Flora
1. Einkauf von Urwaldholz mit Gütesiegel
Wir können dem Regenwald und all seinen Bewohnern helfen, indem wir nur
Urwaldholz mit dem Zeichen FSC Gütesiegel kaufen. Das FSC Gütesiegel schuf,
unterstützt und entwickelt die nachhaltige Forstwirtschaft.
2. Unterstützung von Umweltorganisationen
Wir können verschiedene Umweltorganisationen mit Spenden unterstützen, damit
diese Projekte ausführen können. Dazu zählen die Stiftung Vier Pfoten, Greenpeace,
WWF.......
3. Raucherentwöhnung
Auch wenn wir nicht Rauchen und andere auch dazu animieren aufzuhören zu
Rauchen können wir dazu betragen, dass nicht so viel Regenwaldbäume abgeholzt
werden.
4. Bewusster Einkauf von Getränken
Wenn man Getränke in Flaschen statt in Aludosen kauft, kann man auch dazu
beitragen, dass der Regenwald überlebt.
5. Exotische Nahrungsmittel mit Gütesiegel kaufen
Palmöl, Kaffee, Kakao, Bananen und andere Exotische Früchte sollte man nur mit
Siegel kaufen welche darauf hinweisen, dass ihre Herstellung nicht auf Kosten des
Regenwaldes gegangen ist. Z.B. In Fair Trade und EZA- Läden kann man solche
Dinge kaufen, die noch dazu fair gehandelt sind, sodass die Arbeiter auch soviel Geld
bekommen, dass diese auch leben können, ohne selbst Regenwaldteile zu roden um
Ackerland zu gewinnen und somit sich ernähren können.
6. Papierartige Produkte mit Gütesiegel kaufen
Hefte, Papier und andere papierartige Produkte aus umweltfreundlichem Papier deuten
auch darauf hin, dass ihre Produktion den Regenwald nicht geschädigt hat. Firmen wie
A&R, NGO, Demo, Der Blaue Engel, Memo sind regenwaldfreundlich.
7. Einkauf von Papierprodukte mit 100% Altpapier
Der Kauf von 100% Altpapier garantiert, dass der Regenwald dadurch nicht
geschädigt wird.
8. Weniger Auto fahren
Auch wenn man weniger Auto fährt und somit den Klimawandel verlangsamt hilft
man dem Regenwald.
9. Richtige Autoentsorgung
Viele Autos werden nicht richtig entsorgt und somit auch nicht wieder verwertet. Für
die den Aluminiumabbau müssen dann wieder Unmengen von Bäumen gefällt werden.
10. Keine exotischen Haustiere kaufen
¾ der Tiere die illegal aus dem Regenwald kommen sterben beim Transport. Das ist
nicht nur Tierquälerei, sonder das vermindert auch die Chance das sich solche Tiere,
die auch oft schon vom Aussterben bedroht sind, sich weiter erfolgreich fortpflanzen
können.
11. Keine Tierfelle kaufen
Tiger gehören zu den am meist bedrohtesten Tierarten der Welt und doch werden sie
wegen des Fells erbarmungslos gejagt. Auch anderen Raubkatzen wie Puma und
Leoparden werden deshalb gejagt. Wenn diese fantastischen Tiere aussterben bricht
auch der Kreislauf der Natur zusammen.
12. Wenn wir vielen Leuten die verzwickte Lage des Regenwaldes nahe bringen.
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Nachwort
Der Regenwald hat mich schon immer fasziniert. Sein geschlossener Kreislauf, seine Fauna
und Flora - einfach alles. Als wir die Möglichkeit bekommen hatten, eine Facharbeit zu
schreiben, überlegte ich nicht lange. Das Thema Regenwald ist umfassend und hat viele
Informationen, die wissenswert sind und Personen, die sich nicht näher mit dem Regenwald
beschäftigt haben, faszinieren und erstaunen. Ein Anstoß für meine Facharbeit war auch die
verzwickte Lage des Regenwaldes und die Erkenntnis, dass jede Person einen Betrag dazu
leisten kann, dieses Naturwunder zu erhalten. Um auch meinen Betrag zu leisten, dass der
Regenwald überlebt, habe ich vor, noch viele Menschen das Bewusstsein zu geben, dass der
Regenwald Hilfe braucht und nur wir Menschen ihm helfen können.
Quellenverzeichnis: Wikipedia, www.faszination.regenwald.com, www.gfbv.it, einige andere
Internetseiten
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