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Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Kirsten Ringe
zu entnehmen, da diese im Bildungsplan nicht explizit erwähnt wird. Da es sich bei Filmen
im weitesten Sinne auch um Bilder handelt und Filme ein wichtiges Medium im
Geographieunterricht darstellen, wurde auch diese fachspezifische Methodenkompetenz
gezielt gestärkt.
7. Durchführung der Unterrichtseinheit
Die in dieser Arbeit dokumentierte UE wurde im Zeitraum vom 16.11.2009 bis zum
14.12.2009 im Geographieunterricht der Klasse 6c des Lise- Meitner Gymnasiums,
Königsbach-Stein durchgeführt.
Der Verlauf der einzelnen Unterrichtsstunden wurde schriftlich fixiert und wird im
Folgenden näher vorgestellt und kritisch reflektiert. Zunächst aber soll die nachstehende
Tabelle einen Überblick über den Gesamtverlauf der UE geben und die Stoffverteilung
während dieses Zeitraums kurz skizzieren.
7.1 Tabellarische Übersicht über den Verlauf der Unterrichtseinheit
Stunde in der UE
1
Datum
16.11.2009
2
3
4
17.11.2009
23.11.2009
24.11.2009
5
30.11.2009
6
7
01.12.2009
07.12.2009
8
08.12.2009
9
14.12.2009
10
21.12.2009
Thema der Stunde
Einstieg in das Thema ‚Naturereignisse/ Naturkatastrophen in
Europa’ /Endogene/Exogene Naturereignisse
Der Aufbau der Erde
Plattentektonik/ Bewegung der Erdplatten
Endogene Naturereignisse in Europa/ Verteilung von
Vulkanismus und Erdbeben
Vulkanismus in Europa: Aufbau eines Schichtvulkans/ Weitere
Vulkantypen
Vulkanismus in Europa: Ablauf eines Vulkanausbruchs
Vulkanismus in Europa: Menschen und Vulkanismus- Leben
am Vulkan
Erdbeben in Europa: Entstehung, Verteilung und Auswirkungen
von Erdbeben in Europa
Erdbeben in Europa: Messung von Erdbeben/ Funktionsweise
eines Seismographen/ Richterskala
Leistungskontrolle
7.2
Stunde 1: Einstieg in das Thema ‚Naturereignisse/ Naturkatastrophen in
Europa’
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus Bildern entnehmen.
o Einfache geographische Darstellungsmöglichkeiten selbst anfertigen.
Fachkompetenzen
o Naturereignisse von Naturkatastrophen unterscheiden.
o Naturereignisse nach endogenen bzw. exogenen Kräften klassifizieren.
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Unterrichtsgeschehen
L präsentiert PPP zum Thema Naturereignisse.
Leitfrage: Was sind Naturereignisse und wie kann
man sie von Naturkatastrophen unterscheiden?
Methoden
Plenum:
Videopräsentation
Erarbeitung
S bilden 4er Gruppen und halten erste Eindrücke
zum Thema fest
Sicherung
S notieren ausgewählte Begriffe auf Kärtchen und
befestigen sie unsortiert an der Tafel.
S ergänzen und strukturieren Stichpunkte
zusammen mit L nach endogenen/exogenen
Naturereignissen und subjektiven Eindrücken.
L hält im TA wichtige Begriffe fest
GA:
PlacematActivity
EA
Weiterführung
Sicherung
LSG
S-Aktivität
UG
Medien
Notebook/ Beamer
Lautsprecher
PPP‚Naturereignisse
(A 1)
Placemat-Bogen
(A2)
Tafel/ Kärtchen
‚Blätter’ (A3)
Tafel/ Kärtchen
‚Blätter’/ Papierbaum
(A3)
Tafel/ Kreide (A4)
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Ausblick
Lernstandserhebung
Schülerfragen zum Thema Naturereignisse
werden gesammelt und festgehalten.
S. erhalten Kompetenzbogen, den sie in
Hausarbeit ausfüllen
LSG
Kärtchen ‚Wolken’
UG
Kompetenzbogen
(A5)
Ablauf und Bewertung der Unterrichtstunde:
Als Einstieg und als Hinführung zur UE ‚Naturereignisse in Europa’ wurde ein sog.
Feature erstellt, welches die S emotional ansprechen und ihr Interesse für die neue
Thematik wecken, aber auch an das bereits vorhandene Wissen der S anknüpfen sollte.
Diese musikalisch untermalte 5-minütige PPP wurde aus Bildern verschiedener
Naturereignisse zusammengestellt und bezog sich somit nicht nur auf Vulkanismus und
Erdbeben in Europa, sondern schloss Naturereignisse, die auf exogene Ursachen
zurückzuführen sind, ebenfalls mit ein. Damit war zum einen gewährleistet, dass die S
bereits zu Beginn der Einheit zwischen endogenen und exogenen Naturereignissen zu
unterscheiden lernen. Zum anderen wurde damit für mehr Transparenz bei den Schülern
gesorgt, da der bevorstehende Lernprozess strukturiert und übersichtlich dargestellt
wurde und somit für S leichter nachvollziehbar war, wie die einzelnen Themenbereiche
aufeinander aufbauen.
Insgesamt kann die Wahl dieses Einstiegs als durchweg positiv bewertet werden. Die S
zeigten großes Interesse und waren von vielen Bildern begeistert, aber auch erstaunt und
z. T. überwältigt, dass solche Dinge wirklich passieren. Somit kann der Einstieg durchaus
als motivierend und informierend zugleich bezeichnet werden. Darüber hinaus warf er bei
den S zahlreiche Fragen auf, die zum Ende der Stunde gesammelt wurden und von der
Motivation der S zeugten sich mit diesem Thema weiter auseinandersetzen zu wollen.
An diese kurze multimediale Präsentation schloss sich eine Art Brainstorming an, bei der
sich die S in 4er Gruppen zusammenschlossen und mittels der Placemat-Methode erste
Eindrücke, Assoziationen und Informationen zunächst individuell in Stillarbeit sammelten,
sich schließlich innerhalb der Gruppe austauschten und sich auf vier zentrale Begriffe
einigten.
Erstaunlicherweise verlief diese Phase äußerst diszipliniert und sehr ruhig. Jedoch nahm
sie mehr Zeit in Anspruch als erwartet, da die S viele Ideen sammelten und sich so in der
anschließenden Diskussion relativ lange austauschten. Dennoch war diese Übung
äußerst produktiv für den weiteren Unterrichtsverlauf, da die S ihre eigenen Ideen
darlegen, austauschen und untereinander diskutieren konnten, und somit selbstständig
eine Vorauswahl treffen mussten.
Diese methodische Herangehensweise förderte vor allem die Individualität der S und
ermöglichte es alle Gruppenmitglieder gleichermaßen zu aktivieren. Darüber hinaus
konnten die S sowohl ihr Vorwissen als auch neu gewonnene Informationen in diese
Übung einbringen und mit ihren Partnern diskutieren.
Nachdem die einzelnen Schülergruppen ihre Begriffe auf Kärtchen notiert und zunächst
unstrukturiert an der Tafel befestigt hatten, wurde die gesamte Lerngruppe aufgefordert,
die Stichpunkte im Plenum zu ergänzen und zu sortieren.
Insgesamt wurde eine große Auswahl an Beispielen gesammelt, wobei vor allem aber
‚Vulkanausbrüche’, ‚Erdbeben’ und ‚Tsunamis’ mehrfach genannt wurden.
In Form eines UG wurde zunächst auf die Ursachen dieser Naturereignisse Bezug
genommen und schnell von Schülerseite erkannt, dass einige Ereignisse durch äußere
Kräfte beeinflusst werden, während andere ihren Ursprung im Inneren der Erde haben.
Dabei fielen bereits auch Begriffe wie ‚Erdplatten’, ‚Platten bewegen sich’, ‚Magma’ und
‚Strömungen in der Erde’, was zeigte, dass viele S bereits ein gewisses thematisches
Vorwissen besaßen, viele Zusammenhänge jedoch noch unklar waren bzw. falsch
dargestellt wurden. Dennoch waren die S nach Klärung der Begriffe ‚endogen/exogen’ in
der Lage, die gesammelten Naturereignisse diesen beiden Gruppen zuzuordnen und den
symbolischen Baum, der von vielen Naturereignissen beeinflusst wird, nach Oberbegriffen
gegliedert zu gestalten und an der Wand zu befestigen. Spielerisch wurde so mit den S
die Kompetenz eingeübt, ein Thema nach Oberpunkten zu strukturieren bzw. als Cluster
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
graphisch darzustellen. Diese handlungsorientierte Strukturierungsphase schulte vor
allem die Selbsttätigkeit der S und förderte eigenständige Arbeitsweisen.
Im Anschluss daran, wurde das neu Gelernte in Form eines TA gesichert. Wichtig dabei
war vor allem auch die Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen Naturereignis und
Naturkatastrophe, die im LSG geklärt und schließlich schriftlich festgehalten wurde.
Den Abschluss der Stunde stellte eine kurze Fragerunde dar. Dabei waren die S
aufgefordert eigenständig Fragen zum Thema ‚Naturereignisse’ zu formulieren, die sie
interessierten und die sie gerne nach Behandlung des Themas beantwortet wüssten.
Die Schülerfragen wurden auf Wolken-Kärtchen notiert und über dem Baum an der Wand
befestigt, so dass auf sie im weiteren Verlauf der Einheit immer wieder zurückgegriffen
werden konnte. Folgende Schülerfragen kamen gehäuft vor:
„Wie heiß ist Lava? Wie sieht es im Inneren eines Vulkans aus? Wie kommt es zu
Erdbeben? Kann ein Tsunami auch bei uns passieren?“
Diese intensive Art der Auseinandersetzung mit dem Thema, ermöglichte den Schülern
ihren Lernweg zum Teil selbst mitzugestalten und eigenständig mitzuverfolgen. Dabei
sollten sie vor allem aber auch schrittweise darin geschult werden, ihren eigenen
Lernerfolg zu erkennen und zu beurteilen. Zur Unterstützung dieser Selbstbeurteilung
wurde den Schülern dazu ein selbstentworfener Kompetenzbogen ausgeteilt. In diesem
fragebogenähnlichen Raster sollten sie anonym und eigenständig notieren, wie sie ihren
bisherigen Lernerfolg beurteilen.
Die Vorgehensweise beim Ausfüllen des Bogens wurde mit den Schülern genau
besprochen. Dabei wurde vor allem Wert darauf gelegt, Unsicherheiten auf Schülerseite
zu beseitigen und zu verdeutlichen, dass es sich um keine Überprüfung der Leistung
handelt und Phantasienamen benutzt werden dürften.
7.3 Stunde 2: Der Aufbau der Erde
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Texten grundlegende Informationen entnehmen.
o Einfaches Modellexperiment durchführen und auswerten.
o Basisinformationen aus Statistiken/ Tabellen entnehmen.
o Einfache geographische Darstellungsmöglichkeiten selbst anfertigen.
Fachkompetenzen
o Erdbeben und Vulkanausbrüche als endogene Naturereignisse benennen.
o Die modellhafte Vorstellung des Erdaufbaus anhand einer Rocher-Kugel
herausarbeiten und Erkenntnisse in die Realität übertragen.
o Den Schalenbau der Erde beschreiben und Schichtenabfolge benennen.
o Den Aufbau der Erde in einer Zeichnung darstellen.
Stundenverlauf
Phase
Einstieg/
Vertiefende
Wiederholung
Hinführung
Erarbeitung
Unterrichtsgeschehen
L präsentiert per OHP Schlagzeilen zu
Naturereignissen.
S sollen Ereignisse benennen und entscheiden, ob sie
endogenen oder exogenen Ursprungs sind.
Methoden
PLENUM
Schlagzeilen
ordnen
Medien
OHP/
Folienschnipsel
(A6)
L stellt provokante These auf:
Überleitung zu Aufbau der Erde
Leifrage: Wie ist die Erde im Inneren aufgebaut?
L verteilt an S Rocher-Kugeln, um modellhaft den
Aufbau der Erde abzuleiten. S entnehmen Modell
Informationen und übertragen Erkenntnisse in
Realität.
S erhalten AB mit Daten zum Schalenbau der Erde. S
fertigen Skizze zum Aufbau der Erde an.
Provokante
These
OHP/ FOLIE
‚Drache’
(A7)
Rocher Kugeln
(A7a)
PLENUM
Modellexperiment
EA/ PA
AB 1 (A8)
DIN A3 Blätter
(A9), Zirkel
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Sicherung
Anwendung
/ Vertiefung
Vergleich der Berechnungen/ Beschriftung einer
Abbildung im Plenum
Lückentext zum Thema Schalenbau bearbeiten und
neue Begriffe anwenden/ vertiefen. HA
PLENUM
EA
OHP/ FOLIE
‚Schalenbau’
AB 2 (A10)
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Zu Beginn der Stunde, wurden die beiden Begriffe endogen/exogen durch eine kurze
Zuordnungsübung spielerisch wiederholt. Dabei wurden Schlagzeilen als Folienschnipsel
auf den OHP gelegt und den Schülern die Aufgabe gestellt, die Sätze zunächst einzeln
vorzulesen und herauszufinden, was diesen Zeitungsausschnitten gemeinsam ist. Dabei
beschäftigten sich alle vorgelegten Zeitungsschnipsel absichtlich nur mit endogenen
Naturereignissen, um den Schülern den Schwerpunkt der nächsten Stunden zu
verdeutlichen.
Als Überleitung zum Themenschwerpunkt der Stunde- dem Schalenbau der Erde- legte
der L eine Folie auf, und deckte zunächst nur einen Teil der Abbildung auf, so dass die S
zunächst nur einen ausbrechenden Vulkan sehen konnten.
Es wurde zügig wiederholt, dass ein Vulkanausbruch durch Kräfte des Erdinneren
verursacht wird. Da jedoch noch nicht genau geklärt wurde, was Kräfte des Erdinneren
sind, wurde von Lehrerseite eine provokante These aufgeworfen und der restliche Teil
des Bildes aufgedeckt, auf dem unter dem Vulkan ein Drache in einer Höhle zu sehen
war, der Feuer in den Vulkan speit. Der L behauptete, dass Menschen einst glaubten,
dass Drachen in Vulkanen lebten und diese die Ursache für die verheerenden Ausbrüche
seien. Die S waren sehr motiviert und brachten direkt Einwände gegen diese These vor.
Dabei fielen Aussagen wie: „Da ist es so heiß unter dem Vulkan, deshalb kommt Lava
nach oben“, „Die Platten stoßen zusammen und dann kommt dort ein Vulkan raus“ „Da ist
eine Magmakammer, die explodiert“.
Während dieser Phase bestand ein großer Redebedarf der S, so dass viele
Lösungsvorschläge gesammelt wurden und das Vorwissen der S aktiviert werden konnte.
Wie bereits in der ersten Stunde, versuchten die S gute Erklärungsansätze zu
formulieren, brachten viele neue Begriffe ein, konnten jedoch die einzelnen Informationen
oft nicht richtig miteinander verknüpfen bzw. hatten z.T. falsche Vorstellungen von den
Abläufen. Nachdem viele Erklärungsversuche gesammelt wurden, wurden die S gefragt,
wie sie denn vorgehen würden, um herauszufinden, was im Erdinneren tatsächlich
abläuft. Dabei waren sich alle einig, dass man zunächst wissen müsste, wie denn die
Erde aufgebaut ist, um weitere Prozesse verstehen zu können.
Um den Aufbau der Erde für die S im Folgenden anschaulich zu gestalten, wurde sich
eines Modells beholfen, das dem Aufbau der Erde sehr ähnelt. So wurden an alle S
Rocher Kugeln verteilt, die zunächst nur zur Hälfte angebissen werden durften. Die S
verglichen deren inneren Aufbau mit dem der Erde. In diesem Zusammenhang wurde
auch der Begriff „Querschnitt“ erklärt. Die S erkannten mehrere Schichten, einen harten
Kern, eine dünne Kruste mit ‚Gebirgen’ und viele Zwischenschichten. Diese Erkenntnisse
wurden genutzt, um die Erarbeitungsphase einzuleiten und den Schülern ein AB
auszuteilen, auf dem die Schichten der Erde und ihre Ausmaße in Form einer Tabelle
zusammengefasst waren.
Aufgabe der S war es mit Hilfe dieser Angaben, einem Zirkel und einfacher
Maßstabsberechnung eine Skizze des Querschnitts der Erde anzufertigen und zu
beschriften. Da ich mir nicht sicher war, ob S der 6. Klasse bereits den Umgang mit einem
Zirkel beherrschten, hielt ich kurz Rücksprache mit deren Mathematiklehrer und erfuhr,
dass dies kein Problem sei. Auch die Maßstabsberechnung wurde erst vor einigen
Wochen im Geographieunterricht ausgiebig wiederholt. Ein Klassensatz Zirkel wurde
vorbereitend mit in den Unterricht gebracht.
Während bei der Berechnung und Zeichnung der ersten Schicht noch Schwierigkeiten
auftraten, war der Großteil der S bereits in der Lage, alle weiteren Schichten selbstständig
einzuzeichnen. Lediglich einzelne Schüler hatten noch Fragen.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Obwohl der Schalenbau bereits ansatzweise mit dem Rocher-Modell nachvollzogen
wurde, befürchteten einige Schüler nach Zeichnung der ersten beiden Schichten, dass
das Blatt zu klein für die Zeichnung sei. Dabei hatten sie nicht die unterschiedliche
Mächtigkeit der einzelnen Schichten berücksichtigt und waren sichtlich erstaunt, über die
sehr dünne Schicht der Erdkruste. Bereits dieser Aha- Effekt konnte als voller Lernerfolg
bezeichnet werden.
Gesichert wurden die Ergebnisse durch Kontrolle des Lehrers, Vergleich der einzelnen
Maßstabszahlen und der Beschriftung einer vergleichbaren Zeichnung per Folie.
Da die gesamte Erarbeitungsphase länger dauerte als erwartet, war es nicht mehr
möglich, die neuen Begriffe durch das Ausfüllen eines Lückentexts zu festigen.
Demzufolge sollten die S dieses AB als Hausaufgabe eigenständig bearbeiten.
7.4 Stunde 3: Plattentektonik/ Bewegung der Erdplatten
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Grundlegende Informationen aus Profilen entnehmen.
o Einfache Modellexperimente durchführen und auswerten.
o Basisinformationen aus Texten entnehmen.
o Basisinformationen aus Atlaskarten entnehmen.
o Geographische Darstellungsformen (hier: Karte) selbst erstellen.
Fachkompetenzen
o Den Schalenbau der Erde kennen und herausarbeiten, dass die Erdkruste aus
vielen sich bewegenden Erdplatten besteht, deren Grenzen anders verlaufen als
die der Kontinente und Ozeane.
o Ursache für die Bewegung der Erdplatten beschreiben.
o Verschiedene Bewegungsrichtungen der Platten nennen und ablaufende
Vorgänge charakterisieren.
o Erdplatten in Form eines Puzzles richtig anordnen.
Stundenverlauf:
Phase
HA- Kontrolle
Unterrichtsgeschehen
Besprechung des Lückentexts im Plenum.
Überleitung
L präsentiert vergrößerten Ausschnitt (Profilbild) des
oberen Mantels und der Erdkruste.
S sollen Schichten benennen und erkennen, dass
Erdkruste aus sich bewegenden Erdplatten besteht.
Leifrage: Wie bewegen sich Erdplatten und was
bewirken sie?
Experiment zur Bewegung der Erdplatten wird
zusammen mit S durchgeführt, besprochen und
Ergebnisse in Realität übertragen.
Erarbeitung
Sicherung
Überleitung
Erarbeitung
Sicherung
HA
S protokollieren Versuch auf AB 1
Sicherung der Ergebnisse auf dem AB
Besprechung im Plenum
Zwei S stellen mögliche Bewegungsrichtungen der
Platten dar. Übertrag in Realität im Plenum
S bearbeiten AB 2 und beschreiben ver. Blockbilder
zu Plattenbewegungen mit Hilfe von Stichwortlisten.
Konvergierende Platten: Plenum
divergierend: Partner 1/ konservativ: Partner 2
Schülerpaare erklären sich gegenseitig die jeweiligen
Blockbilder und ergänzen ihre AB.
Abschließender Vergleich der Ergebnisse im Plenum.
S bearbeiten mit Hilfe des Atlas Erdplattenpuzzle
Methoden
SV
Medien
Lückentext
(A 10)
LSG
OHP/ FOLIE
(A11)
LV
S-/LExperiment
EA
Plenum
SExperiment
Arbeitsteilige PA
Partnergespräch
Wackelpudding
Knäckebrot,
Kochplatte
(A12)
AB 1 (A13)
OHP/ FOLIE
AB 1
2 Schüler
AB 2 (A14)
OHP/ Folie AB
2
Erdplattenpuzzle (A15)/ Atlas
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Am Anfang der Stunde stand die Besprechung des Lückentexts, der als HA zu bearbeiten
war. Die S hatten die Aufgabe sorgfältig gelöst, so dass der Vergleich der Ergebnisse
ohne Probleme verlief.
Im Folgenden Schritt präsentierte der L eine Abbildung des Schalenbaus der Erde, mit der
die S bereits vertraut waren. Sie sollten erneut die einzelnen Schichten benennen und
anschließend ihr Wissen auf ein Profilbild übertragen.
Dazu wurde ein Ausschnitt der Abbildung vergrößert und als Profilzeichnung dargestellt.
Es wurde darauf geachtet, dass ähnliche Farben verwandt wurden, so dass den S der
Wechsel zwischen den beiden Abbildungen leichter fiel.
Durch diese Art der Transferleistung sollten die S vor allem darin geschult werden,
einfachen Profilzeichnungen Informationen zu entnehmen und verschiedene Abbildungen
miteinander in Bezug zu setzen. Darüber hinaus wurde dadurch auch der Übertrag zum
später durchzuführenden Experiment erleichtert, da der Modellaufbau in einer Profilskizze
darzustellen war.
Da die S mit der Benennung der inneren Schichten begannen, gab es keine Probleme bei
der Bestimmung der Erdkruste und die S erkannten, dass es sich bei der Erdkruste um
eine recht dünne Schicht handelt. Nachdem die S diese eigenständige Denkleistung
vollbracht hatten, erklärte der L in einem kurzen LV, dass die Erdkruste aus mehreren
Erdplatten zusammengesetzt ist, die nach ozeanischen und kontinentalen Platten
unterschieden werden. Dabei war es vor allem wichtig den S zu verdeutlichen, dass die
Grenzen der Platten nicht den Grenzen der Kontinente bzw. Meere entsprechen.
In der sich daran anschließenden Erarbeitungsphase wurde das Phänomen der
Erdplatten in Form eines Modellexperiments genauer betrachtet. Der L präsentierte den S
zunächst einen Topf mit Wackelpudding und darauf liegenden Knäckebrotstücken, der auf
eine Herdplatte gestellt wurde. Im Sinne einer korrekten Herangehensweise beschrieben
die S zunächst den Versuchsaufbau und übertrugen ihre neu gewonnenen Erkenntnisse
auf dieses Modell, um zu bestimmen was die einzelnen Teile des Versuchsaufbaus in
Realität darstellen. Bevor der eigentliche Versuch gestartet wurde, zeichneten die S eine
Profilskizze und hielten Vermutungen zum möglichen Verlauf des Experiments auf dem
AB fest. Um das Experiment besser verfolgen zu können, versammelten sich die S um
den Versuchsaufbau und beobachteten genau was passiert.
Wie bereits in den Vermutungen geäußert, konnten die S erkennen wie sich der Pudding
erwärmt, verflüssigt und dadurch die Knäckebrotscheiben in Bewegung geraten,
aneinander stoßen bzw. sich voneinander fort bewegen. Diese Beobachtungen wurden
ebenfalls auf dem AB festgehalten und anschließend kurz reflektiert. So war es wichtig
den S zu verdeutlichen, dass es sich bei diesem Experiment lediglich um ein Modell
handelt und nicht alles in die Realität übertragbar ist. So wurden auch Beobachtungen
gesammelt, die in der Realität nicht gleichermaßen stattfinden. Beispielweise:
Der obere Mantel wird nicht komplett flüssig und es blubbert nicht.
Ständiger Prozess der Erwärmung: nicht ein- bzw. ausschaltbar.
Bewegungen in Realität sind viel langsamer.
Die Erklärung für die Bewegung der Platten wurde in Form eines Lückentexts gegeben,
den die S in EA bearbeiteten. Die Ergebnisse wurden im Plenum verglichen.
Als Überleitung zur zweiten Erarbeitungsphase wurden zwei S nach vorne gebeten, die
zwei Erdplatten repräsentierten. Sie stellten mögliche Bewegungsrichtungen der Platten
dar. Mit Hilfe der übrigen Klassenkameraden wurde schnell herausgefunden, dass sich
die Platten aufeinander zu und voneinander weg bewegen können. Die dritte Möglichkeit,
des aneinander vorbei Gleitens, wurde erst durch Hilfestellung des Lehrers von den S
erkannt. Dieses Wissen wurde in Form eines AB auf reale Bedingungen übertragen. So
sollten die S dargestellten Blockbildern grundlegende Informationen entnehmen und mit
Hilfe von Stichworten die Abläufe an den Plattenrändern beschreiben. Während das erste
Beispiel (konvergierende Platten) zunächst gemeinsam im Plenum besprochen wurde,
sollten die beiden übrigen Fälle arbeitsteilig erarbeitet werden, so dass ein Schülerpaar
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
sich nach kurzer Stillarbeit die beiden Beispiele gegenseitig erklärte. Diese Form des
Partnerinterviews überprüfte zum einen das Verständnis der Schüler und schulte zum
anderen, die Fähigkeit einem Partner einen Vorgang sprachlich korrekt darzustellen.
Darüber hinaus trug die Übung auch zur Individualisierung des Unterrichts bei, da durch
diese Art der Binnendifferenzierung die schnelleren Schüler bereits das dritte Blockbild
beschreiben konnten. Die Übernahme der Lehrerrolle bereitete den S sichtlich Spaß und
viele versuchten voller Elan ihren Partnern die Plattenbewegungen anschaulich
darzustellen und zu erklären. Einige S fragten sogar nach, ob sie Dinge ergänzen dürften.
So nannten viele z.B. den San Andreas Graben und die Insel Island als Beispiele für
Plattengrenzen. Um sicherzustellen, dass alle S die gleichen Ergebnisse vorliegen hatten,
wurden Schülerbeispiele im Plenum aufgegriffen und verglichen.
Insgesamt kann diese Stunde als gelungen und sehr ergiebig bezeichnet werden. So
waren die S sehr engagiert und motiviert am Unterrichtsgeschehen beteiligt, was vor
allem auch den schülerorientierten Arbeitsphasen zugerechnet werden kann. Das
Experiment und die Einbindung der S in den Unterricht bereitete den S viel Spaß und
ermunterte alle zur aktiven Mitarbeit.
7.5. Stunde 4: Endogene Naturereignisse in Europa/ Verteilung von Vulkanismus
und Erdbeben
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus Karten entnehmen.
o Basisinformationen aus Atlaskarten entnehmen.
o Einfache geographische Darstellungsmöglichkeiten selbst anfertigen.
o Basisinformationen aus Statistiken/ Tabellen entnehmen.
Fachkompetenzen
o Plattengrenzen Europas kennen und auf einer Karte verorten.
o Zusammenhang zwischen Lage von Plattengrenzen und Auftreten von Erdbeben
und Vulkanen begründen.
o Verteilung von Erdbeben und Vulkanen in Europa beschreiben und auf einer Karte
markieren.
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg/
HAKontrolle
Erarbeitung
Sicherung
Erarbeitung
Sicherung
Unterrichtsgeschehen
L legt Erdplatten als Folienschnipsel auf OHP.
S setzen Puzzle abwechselnd zusammen und
benennen jeweilige Erdplatte
Leitfrage: Was haben Plattengrenzen mit Vulkanismus
und Erdbeben zu tun und wo treten sie in Europa auf?
S bearbeiten AB 1
S üben Arbeit mit Karten anhand von Leitfragen ein
und erarbeiten Zusammenhang von Plattengrenzen
und Vulkanismus bzw. Erdbeben.
Ergebnisse werden im Plenum besprochen und
gesichert.
S bearbeiten AB 2 und bestimmen anhand einer
Statistik und mit Hilfe der Atlanten, Lage von
verheerenden Vulkanausbrüchen und Erdbeben in
Europa. S erstellen Europakarte.
Methoden
S-Aktivität
Verrätselung:
Puzzle
Medien
OHP/ Folienschnipsel
‚Erdplattenpuzzle’ (A15a)
EA
AB 1 ‚Verteilung
Erdbeben und
Vulkane weltweit’
(A16)
OHP/ FOLIE AB 1
Sicherung der Ergebnisse per Folie und an
Wandkarte. Wichtige Erkenntnisse werden in TA
festgehalten.
SV
PLENUM
PA
Atlas, AB 2
‚Verteilung
Erdbeben und
Vulkane in
Europa’ (A17)
OHP/ FOLIE AB 2
Wandkarte/
Symbole (A18)
Tafel/ Kreide: TA
(A19)
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Als Einstieg in die Stunde legte der L das als HA zu bearbeitende Erdplattenpuzzle in
Form von Folienschnipseln auf den OHP. Abwechselnd setzten S das Puzzle zusammen
und benannten die jeweiligen Erdplatten. Diese Art der Verrätselung bereitete den S viel
Spaß und die gesamte Lerngruppe war an der Auflösung des Rätsels interessiert beteiligt.
Viele S waren darüber hinaus erstaunt, dass sich die Erde bzw. die Erdkruste wie ein
Puzzle zusammensetzen lässt und dass sie teilweise aus so vielen kleinen Teilen besteht.
Generell war dieser schüleraktivierende Einstieg gut als Wiederholung der Hausaufgaben
und der zuvor behandelten Plattenbewegungen geeignet. Fernerhin wurde so auch eine
gelungene Weiterführung des Themenkomplexes erreicht, so dass sich bereits nach
dieser hinführenden Phase die Leitfrage der Stunde ableiten ließ.
Um diese zu beantworten, bearbeiteten die S zunächst ein AB zur Verteilung von
Erdbeben und Vulkanen weltweit und klärten selbstständig den Zusammenhang zwischen
dem Auftreten dieser Naturereignisse und der Lage der Plattengrenzen. Zuvor wurde
jedoch mit den S noch einmal wiederholend zusammengefasst, wie man bei der
Kartenarbeit vorgehen muss, um Karten wichtige und korrekte Informationen zu
entnehmen. Dabei wurde mit den S bereits in vorherigen Unterrichtstunden ein Dreischritt
(Grundlagen – Inhalt – Erklärung) erarbeitet, an dem sie sich orientieren sollten. Um den
S dennoch Hilfestellung bei der Kartenarbeit zu geben und um diese Kompetenz
schrittweise aufzubauen, waren auf dem AB Leitfragen vorgegeben, anhand derer die S
der Karte Informationen entnahmen. So konnten die S individuell und eigenständig
arbeiten und das Arbeitstempo ihren Fähigkeiten anpassen. Ziel dieser Übung war es vor
allem die Selbstständigkeit der S in der Arbeit mit Karten zu schulen und so die
individuellen Arbeitsweisen der Einzelnen zu stärken.
Bei der Bearbeitung dieser Aufgabe waren keine größeren Schwierigkeiten aufgetreten,
so dass die Sicherung der Ergebnisse per Folie ebenfalls von S durchgeführt werden
konnte.
Daran schloss sich- nach einer kurzen Überleitung durch den Lehrer- eine weitere
Erarbeitungsphase an, in der nun die europäische Situation genauer in den Blick
genommen wurde. Dazu dienten eine Statistik, eine Umrisskarte Europas und ein Atlas
als Grundlage. Ziel dieser Arbeitsphase war es, dass die S eine Blanko-Karte Europas
durch Informationen aus der Statistik ergänzten und somit selbstständig endogene
Naturereignisse in Europa in einer Karte darstellten.
Zu Beginn der Arbeitsphase traten bei einigen S zunächst Fragen bei der
Herangehensweise auf, so dass im Plenum kurz wiederholt wurde, wie man im Atlas nach
Orten sucht und sie dann auch findet. Nach Klärung dieser anfänglichen Schwierigkeiten
arbeiteten die S jedoch zügig mit ihren Partnern zusammen und lösten die Ihnen gestellte
Aufgabe ohne weitere Probleme in der vorgegebenen Zeit.
Gesichert wurden die Ergebnisse per Folie am OHP und zusätzlich an der von den S
selbst erstellten Europa-Wandkarte, die sukzessive während des Schuljahrs erweitert
wird. So durften die S, Symbole zu Erdbeben und Vulkanen an der richtigen Stelle
befestigen und den Verlauf der Plattengrenzen mit einem Rotstift eintragen.
Diese Phase der Sicherung war für die gesamte Klasse von besonderem Interesse, da sie
mit viel Freude ‚ihre’ Karte bearbeiteten und stolz auf ihre gemeinsame Klassenleistung
waren. Dies äußert sich vor allem auch darin, dass der Karte bisher kein Schaden
zugefügt wurde und die S sich immer wieder freuten ihre Karte Stück um Stück ’wachsen’
zu sehen.
7.6 Stunde 5: Vulkanismus in Europa: Aufbau eines Schichtvulkans/ Weitere
Vulkantypen
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus Luftbildern entnehmen.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
o Basisinformationen aus Modellen entnehmen.
o Grundlegende Informationen aus Texten entnehmen.
o Basisinformationen aus Profilen entnehmen.
o Einfache geographische Darstellungsmöglichkeiten selbst anfertigen.
Fachkompetenzen
o Den Aufbau eines Schichtvulkans beschriften und beschreiben.
o Die Entstehung eines Schichtvulkans erklären und Beispiele in Europa nennen.
o Weitere Vulkantypen nennen und grundlegende Merkmale darstellen.
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Unterrichtsgeschehen
Methoden
Medien
PA/Plenum
OHP/ FOLIE
S beschreiben sich gegenseitig ein Luftbild und üben
Visueller
‚Ätna’
Luftbildbeschreibung ein (Methodenblatt)
Leitfrage: Wie ist der Vulkan Ätna im Inneren
Impuls
Methodenblatt
aufgebaut?
(A20)
Hinführung
L präsentiert Vulkanmodell
Modell
Modell
S versammeln sich um Modell, beschreiben Aussehen
‚Schichtvulkan’
und benennen bereits bekannte Teile
(A21)
Erarbeitung S bearbeiten AB 1
EA
AB 1
S beschriften Profil eines Schichtvulkans an Hand von
‚Schichtvulkan’
Textinformationen
(A22)
Sicherung
S. ergänzen abwechselnd Profilbild am OHP und
SOHP/ FOLIE
sichern somit Ergebnisse.
Präsentation
‚Schichtvulkan’
Transfer
S versammeln sich erneut am Modell und beschriften
SModell
es mit Kärtchen
Präsentation
Kärtchen
Erarbeitung S lernen weitere Vulkantypen kennen
EA
AB 2 ‚VulkanS ordnen Bildern richtigen Infotexten zu
typen’ (A 23)
Sicherung
S präsentieren richtige Ergebnisse durch Zuordnung
SOHP/
am OPH. L ergänzt weitere Informationen und stellt
Präsentation
Folienschnipsel
Unterschiede heraus.
Tafel/ Kreide
Tafelanschrieb
TA
(A24)
HA
S erstellen Modell eines Schichtvulkans selbst
Bastelbogen ‚Schichtvulkan’ (A25)
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Am Anfang der Stunde stand ein visueller Impuls als Einstig in das Stundenthema.
Anstelle einer kurzen Bildbeschreibung wurde an dieser Stelle mit den S jedoch gezielt
die Beschreibung eines Luftbildes eingeübt.
Um den S vorerst bewusst zu machen wie wichtig es ist ein Bild zunächst genau zu
betrachten, sollten sich die S das, per OHP an die Wand projizierte, Bild abwechselnd
beschreiben. Dazu arbeiteten jeweils zwei S zusammen, wobei sich immer ein Partner
von der Projektionsfläche abwandte während der Andere ihm das Bild beschrieb. Danach
wurde gewechselt und der vorher ‚Nichtsehende’ ergänzte wichtige Bilddetails, die in der
ersten Beschreibung vernachlässigt wurden. Dabei wurde bereits vielen ersichtlich, dass
oft einige Details nicht genannt wurden und damit ein falsches Bild im Kopf des
‚Nichtsehenden’ entstand. So wurde in der Reflektionsphase z.B. von S festgestellt, dass
ihre Partner vergessen hatten, die Farben zu beschreiben bzw. nicht erwähnten, dass es
sich um ein Luftbild handelte.
Diese kurze Bewusstmachungsphase erfüllte ihren Zweck sehr gut und verdeutlichte den
S wie wichtig es ist, Bilder genau zu betrachten und evtl. selbstverständliche Details nicht
unberücksichtigt zu lassen. Allerdings wäre es im Nachhinein vielleicht besser gewesen,
ein detailreicheres Bild zu wählen, das eine intensivere Auseinandersetzung mit dem
Bildinhalt zugelassen hätte. Allerdings bat sich zu diesem Stundenthema kein besseres
Luftbild an. Daran anschließend erhielten die S ein Methodenblatt zur Beschreibung von
Luftbildern, mit Hilfe dessen das Bild erneut im Plenum schrittweise beschrieben und
ausgewertet wurde.
Nach dieser ausführlichen Einstiegsphase zur Stärkung der fachspezifischen
Methodenkompetenz der Luftbildbeschreibung wurde zum eigentlichen Thema der Stunde
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
-dem Aufbau eines Schichtvulkans- übergeleitet, indem nun vom Blick aus der Luft zum
Blick ins Innere des Ätna gewechselt wurde und gleichzeitig auf die Schülerfrage der
ersten Stunde eingegangen wurde: „Wie sieht es im Inneren eines Vulkans aus?“
Dies geschah durch das Aufdecken eines mitgebrachten Vulkanmodells, das den S den
Blick ins Innere ermöglichte.
Um die Begeisterung der S nicht direkt durch Fragen zu unterdrücken, durften sie sich
zunächst einmal um das Modell versammeln, es genau betrachten und anfassen.
Nach kurzer Zeit wurden die S dann aufgefordert das Aussehen des Vulkans zu
beschreiben und Teile, die sie bereits kannten, zu benennen. In diesem Zusammenhang
wurden bereits einige wichtige Begriffe wie ‚Krater’, ‚Lava’, ‚Rauchwolke’ und ‚Magma’
genannt. Viele S kannten auch bereits den Unterschied zwischen Lava und Magma und
steuerten viele Informationen bei, die sie bereits aus dem TV kannten. Den gesamten
Aufbau eines Schichtvulkans erarbeiteten sich die S schließlich mit Hilfe eines AB in EA.
Dabei entnahmen sie einem Text grundlegende Informationen und nutzten die dort
hervorgehobenen Begriffe, um das nebenstehende Profilbild eines Schichtvulkans richtig
zu beschriften. Die wichtigen Begriffe wurden dabei bewusst markant dargestellt, um den
S die Zuordnung zur Abbildung zu erleichtern und andere Begriffe des Textes
auszuschließen. Wie sich abschließend gezeigt hat, war diese Entscheidung richtig, da
trotz vorgegebener Begriffe bei einigen S noch immer Fehler auftraten.
Auch die anfänglichen Zweifel, dass die S nur die Wörter rausschreiben würden und nicht
den gesamten Text lesen würden, hatten sich nicht bestätigt, was vor allem auch der
Klassenstufe zugerechnet werden kann.
Die Richtigkeit der Ergebnisse wurde im Plenum überprüft, indem S abwechselnd die
Abbildung am OHP ergänzten. Darüber hinaus wurde im Anschluss eine einfache
Transferübung angestrebt, bei der sich die S erneut um das Vulkanmodell versammelten
und die einzelnen Teile des Vulkans mit Begriffskärtchen richtig benannten.
Ergänzend wurden im Folgenden vier weitere Vulkantypen besprochen. Die S erhielten
dazu ein AB und ordneten Bildern die richtigen Texte und Begriffe zu. Gesichert wurde
diese kurze Arbeitsphase per Zuordnung der Bilder am OHP durch S und einem TA, der
die wichtigsten Informationen kurz zusammenfasste.
HA für die kommende Woche war der Bau eines Schichtvulkanmodells mit Hilfe einer
Bastelvorlage.
Insgesamt kann der Bau und Einsatz des Modells im Unterricht als sehr gewinnbringend
bezeichnet werden. Die S waren begeistert, sehr interessiert und konstant am
Unterrichtsgeschehen beteiligt. Die plastische Darstellung und die Möglichkeit, sowohl
das äußere Aussehen des Vulkans als auch den inneren Aufbau genau zu betrachten
erleichterte den S die visuelle Vorstellung und gestaltete den Unterricht sehr anschaulich
und abwechslungsreich.
7.7: Stunde 6: Vulkanismus in Europa: Ablauf eines Vulkanausbruchs
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus einem Ablaufschema entnehmen.
o Basisinformationen aus Bildern entnehmen
o Einfache Modellexperimente durchführen und auswerten.
o Basisinformationen aus Texten entnehmen.
Fachkompetenzen
o Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf den Menschen und von ihm bewohnte
Gebiete beschreiben.
o Den Ablauf eines Vulkanausbruchs strukturiert darstellen.
o Prozesse, die bei einem Vulkanausbruch ablaufen kennen und charakterisieren.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Erarbeitung
Sicherung
Erarbeitung
Sicherung
Unterrichtsgeschehen
S betrachten kurze Videosequenz zu
Vulkanausbruch des Ätna und beschreiben
Auswirkungen eines Ausbruchs.
Leitfrage: Wie kommt es zum Vulkanausbruch und
wie läuft dieser ab?
S führen unter Anleitung des L teils eigenständig
Experiment durch, notieren Beobachtungen auf AB
und werten es aus.
S vervollständigen AB 1.
Gemeinsamkeiten/Unterschiede zu echtem
Vulkanausbruch werden gesichert.
S entnehmen Ablaufschema grundlegende
Informationen, ergänzen Lücken der Infotexte und
ordnen Texte dem Schema in der richtigen
Reihenfolge zu.
S erklären sich in PA abwechselnd die Abläufe bei
einem Vulkanausbruch.
S ordnen Texte den Abbildungen am OHP zu.
Methoden
Plenum:
Videoausschnitt/
Brainstorming
Medien
Beamer, Notebook
Lautsprecher,
Video
‚Vulkanausbruch’
(A 26)
S-/LExperiment
Sand, Backpulver,
Essig, Lebensmittelfarbe,
Spülmittel, Flasche,
Wasser (A27), AB
1 (A28)
OHP/ Folie AB 1
EA
Plenum
EA
AB 2
‚Ablaufschema’
(A29)
PA
SV
OHP/ FOLIE AB 2
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Bevor die eigentliche Unterrichtsstunde stattfinden konnte, musste im Vorhinein ein
Raumtausch in den Geographieraum veranlasst werden, um sicherzustellen, dass das
Experiment problemlos durchgeführt werden konnte und ein Beamer vorhanden war.
Als Stundeneinstieg wurde eine kurze Videosequenz gewählt, die imposante Szenen des
Vulkanausbruchs des Ätna im Jahr 2001 darstellte. Der Filmausschnitt dauerte etwa 4
Minuten und stellte einen gelungenen Einstieg in das für die S ohnehin reizvolle Thema
Vulkanausbrüche dar. Die S verfolgten die Bilder aufmerksam, waren interessiert und
zugleich etwas schockiert über die schrecklichen Ausmaße des Naturereignisses.
Im Anschluss an die Videopräsentation wurden in Form eines kurzen Brainstormings erste
Eindrücke gesammelt und Vorgänge bzw. Erscheinungen, die bei einem Ausbruch zu
beobachten sind, an der Tafel festgehalten. Dabei waren die Schülerantworten zahlreich
und sehr unterschiedlich. Genannt wurden beispielsweise: „Rauchwolken“, „Lavaströme“,
„Explosionen“, „Ascheregen“, „lautes Zischen“, „Feuer“, „Bomben“, „Brände“ etc.
Die gesammelten Assoziationen wurden zum Anlass genommen, sich den Ablauf eines
Ausbruchs genauer anzuschauen und herauszufinden wie es überhaupt zu einem
Vulkanausbruch kommt.
Dazu wurde ein Vulkanausbruch in Form eines Experiments simuliert. Vorab wurden aber
zunächst die benötigten Materialien zusammen mit den S gesichtet und Vermutungen
über den Ablauf des Experiments angestellt. Dabei kam heraus, dass ein kleiner Teil der
Lerngruppe den Versuch bereits aus der Grundschule kannte. Diese Tatsache wurde
kurzerhand genutzt, so dass die betreffenden S gebeten wurden als Experten ihren
Mitschülern den Aufbau des Experiments zu beschreiben. Bereitwillig und stolz als Lehrer
agieren zu dürfen, erklärten zwei S sehr genau wie der Aufbau zu erfolgen hat.
Zügig konnte so das Experiment vorbereitet werden, wobei sich der L weitestgehend
zurückzog und einzelnen S Teilaufgaben übertragen wurden. So formten einige den
Vulkan aus Sand, andere füllten die Flasche mit Wasser oder färbten es mit
Lebensmittelfarbe rot ein. Die Aufgaben waren unter den S gut verteilt, so dass jeder der
etwas zum Versuch beisteuern wollte, dies tun konnte und die Anderen konzentriert
beobachten sollten.
Bevor der eigentliche Ausbruch simuliert wurde, sollten die S ihre Vermutungen zum
Ablauf äußern und diese sowie eine kurze Zeichnung des Versuchsaufbaus auf ihrem AB
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
festhalten. Obwohl einige den Versuch bereits kannten, waren alle S gespannt und
verhielten sich äußerst diszipliniert. Die chemische Reaktion wurde ebenfalls von zwei S
in Gang gesetzt, so dass der L lediglich als Hilfesteller zur Seite stand.
Die Tatsache, dass die S an der Versuchsdurchführung aktiv beteiligt waren, gestaltete
den Unterricht sehr schüler- und handlungsorientiert und erhöhte die Motivation der S.
enorm. Alle waren aktiv am Geschehen beteiligt und arbeiteten zügig mit.
Vom Ergebnis des Versuchs waren alle beeindruckt und nach kurzer Besprechung des
Experiments hielten die S ihre gesammelten Beobachtungen auf dem AB fest. Die
Erklärung für diese chemische Reaktion wurde im UG vereinfacht erarbeitet und ebenfalls
schriftlich festgehalten. Erneut war es an dieser Stelle jedoch wichtig den S die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einem Modellexperiment und der Realität
zu verdeutlichen, so dass die S formulierten, was bei einem realen Vulkanausbruch
ähnlich bzw. anders abläuft.
Nach der Sicherung dieser Ergebnisse erhielten die S in einer weiteren Arbeitsphase ein
graphisch dargestelltes Ablaufschema eines Vulkanausbruchs. Diesem entnahmen die S
grundlegende Informationen zum Ablauf eines Ausbruchs, vervollständigten die
dazugehörigen Infotexte mit den richtigen Begriffen und ordneten schließlich Bilder und
Texte in der richtigen Reihenfolge an. Dabei wurde aus Zeitgründen darauf verzichtet, die
Bilder und Texte in der Stunde auszuschneiden und diese Arbeit in die Hausarbeit verlegt.
So wurden die zusammengehörigen Abschnitte von den S lediglich korrekt nummeriert.
Um das Verständnis und die Richtigkeit der Antworten zu überprüfen, sollten sich jeweils
zwei Partner den Ablauf abwechselnd in eigenen Worten erklären, bevor die Ergebnisse
im Plenum per Folie für alle gesichert wurden. Dies schulte zugleich die
Ausdrucksfähigkeit und ermöglichte eine schülerinterne Verbesserung der Antworten.
7.8 Stunde 7: Vulkanismus in Europa: Menschen und Vulkanismus- Leben am
Vulkan
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus Bildern entnehmen.
o Basisinformationen aus Texten entnehmen.
Fachkompetenzen
o Die Katastrophe von Pompeji im Jahr 79 n. Chr. beschreiben.
o Potentielle Gefahrenquellen für Menschen, die in direkter Nähe von Vulkanen
leben, darstellen.
o Gründe für das Siedeln von Menschen an Vulkanen nennen und ausführen.
o Beispiele für europäische Vulkane nennen.
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Erarbeitung
Sicherung
ORGA
HA
Unterrichtsgeschehen
L präsentiert Bild von Steinfiguren aus Pompeji, S
beschreiben Bild und erklären es.
S. sammeln potentielle Gefahren eines
Vulkanausbruchs.
Leitfrage: Warum leben noch immer viele Menschen in
direkter Nähe zu Vulkanen?
S erhalten arbeitsteilig ver. AB, die zunächst in EA und
schließlich in GA bearbeitet werden.
S erarbeiten gruppenweise Gründe, warum Menschen
an Vulkanen siedeln.
Sammlung der Ergebnisse im Plenum in Form einer
Tabelle
L. sammelt Vulkanmodelle der S ein und bewertet sie.
S schreiben Bericht über Leben an Vulkanen
Methoden
Visueller
Impuls/
Brainstorming
Medien
OHP/ Folie
‚Pompeji’
(A30)
GruppenpuzzleVariante
AB 1-5
(A31a-f)
Plenum
TA (A32)
(A 32a)
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Ein visueller Impuls diente als Einstieg in die Unterrichtsstunde und stimmte die S auf das
Thema ‚Gefahren und Nutzen des Lebens an Vulkanen’ ein. Der L präsentierte der Klasse
dazu per OHP ein Bild, auf dem die bekannten Gipsfiguren von Pompeji abgebildet
waren. Gemäß der bereits mehrfach eingeübten Bildbeschreibung nannten die S anhand
des Bilduntertitels zunächst Aufnahmeort und -zeit des Bildes, beschrieben dann was sie
auf dem Bild erkennen konnten und versuchten erst im Anschluss eine Erklärung für den
Bildinhalt zu geben. Erstaunlicherweise konnten fast alle Klassenmitglieder etwas mit der
Stadt Pompeji verbinden. Dennoch wurden die Gipsfiguren zunächst lediglich als
Kunstfiguren angesehen, die von Menschen hergestellt wurden, um an den Ausbruch zu
erinnern. Erst nach kurzem Nachfragen durch den L, was denn mit den Verschütteten
passiert sei, vermuteten einige S, dass diese Figuren die Überreste der Verstorbenen
darstellten, die durch den Druck der Ascheschicht derartig umhüllt wurden. In dieser
Phase des UG war die gesamte Lerngruppe sehr neugierig und interessiert und alle
versuchten, die richtige Erklärung für dieses Phänomen herauszufinden. Dennoch musste
der L in Form eines fragend-entwickelnden UG die S weiter anleiten, um schließlich die
richtige Ursache für die Entstehung dieser Gipsfiguren abzuleiten.
Als die S schließlich erfuhren, dass einige Hohlräume nicht nur mit Gips, sondern auch
mit Wachs aufgefüllt wurden, und dies ermöglichte die ängstlichen Gesichter der Opfer
genauer zu betrachten, wurde es erstaunlich ruhig in der Klasse und den S wurde an
dieser Stelle scheinbar erst richtig bewusst, welche dramatischen Folgen ein solcher
Vulkanausbruch für Menschen haben kann.
Dieser kurze Stimmungsumschwung der S wurde genutzt, um die Erarbeitungsphase
einzuleiten und die Frage zu stellen, warum viele Menschen heute noch immer in der
Nähe von Vulkanen siedeln, obwohl dies ein enormes Risiko darstellt.
Zur Beantwortung dieser Leitfrage erhielten die S Arbeitsblätter, die jedoch nicht
einheitlich gestaltet waren. So verteilte der Lehrer innerhalb der Klasse 6 verschiedene
AB, die sich zum einen farblich als auch thematisch voneinander unterschieden, jedoch
alle einen Charakter präsentierten, der über sein Leben am Vulkan berichtete.
Aufgabe der S war es zunächst die jeweiligen Kurztexte zu lesen und mit Hilfe von zwei
Basisfragen dem Text grundlegende Informationen zu entnehmen.
Nach kurzer Bearbeitungszeit fanden sie sich schließlich in 6er Gruppen zusammen (Die
Gruppenzugehörigkeit war durch unterschiedliche Buchstaben auf der Rückseite des AB
gekennzeichnet) und tauschten ihr Wissen untereinander aus, um so ihre Tabelle auf dem
AB zu vervollständigen. Da in jeder Gruppe jeder Charakter einmal bzw. aufgrund der
ungeraden Schülerzahl einmal doppelt besetzt war, erhielten alle S die gesamten
Informationen und konnten so ihre Tabelle problemlos ergänzen. Den S bereitete diese
Art der Gruppenarbeit sehr viel Spaß und das Resultat zeigte, dass alle Gruppen ihre
Aufgaben souverän gelöst hatten. Einziges Problem dieser Arbeitsphase stellte die
Lautstärke dar, da aufgrund der GA mindestens 6 Schüler gleichzeitig reden mussten und
die Gruppen aufgrund des kleinen Klassenzimmers relativ dicht beieinander saßen.
Dennoch war diese Arbeitsphase eine gelungene Abwechslung, vor allem hinsichtlich der
Schüleraktivierung. So musste jeder S aktiv etwas zum Gruppenergebnis beitragen und
gleichzeitig auch aufmerksam zuhören, um seine eigenen Notizen zu vervollständigen.
Die unterschiedliche Farbgebung der Arbeitsblätter erfüllte zwei gesonderte Aufgaben.
Zum einen sollte sie den S und dem L die Gruppenfindung erleichtern, da in jeder Gruppe
jede Farbe nur einmal vorhanden sein sollte. Zum anderen stellen farbige AB für S
generell eine kleine Attraktion dar, so dass durch die unterschiedliche Farbgebung
unbewusst vermittelt werden sollte, dass jeder S. eine wichtige und individuelle Aufgabe
innerhalb der Gruppe zu bewältigen hat.
Die Ergebnisse der GA wurden im Plenum besprochen und in Form einer Tabelle an der
Tafel gesichert, um sicherzustellen, dass alle S die gleichen Informationen als Grundlage
besaßen. Zum Ende der Stunde wurden schließlich die selbst erstellten Vulkanmodelle
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
der S eingesammelt, um die Erledigung der Hausarbeit der S stichprobenartig zu
kontrollieren.
7.9 Stunde 8: Erdbeben in Europa: Entstehung, Verteilung und Auswirkungen von
Erdbeben
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Bildern Basisinformationen entnehmen.
o Statistiken grundlegende Informationen entnehmen.
o Basisinformationen aus Profilen entnehmen.
o Basisinformationen aus Modellen entnehmen.
Fachkompetenzen
o Folgen eines schweren Erdbebens für Gebäude und Personen beschreiben.
o Entstehungsweise von Erdbeben in Europa verstehen und beschreiben.
o Verteilung von schweren Erdbebenereignissen in Europa räumlich bestimmen und
deren besondere Lage erläutern.
o Die Begriffe Epizentrum, Hypozentrum und Bruchzone beschreiben und einem
Blockbild zuordnen.
o Mögliche Hilfsmaßnahmen kennen.
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Unterrichtsgeschehen
L. präsentiert Tagesschauausschnitt
S beschreiben und sammeln erste Eindrücke zu
Erdbeben.
Leitfrage: Welche Auswirkungen haben Erdbeben und
wie entstehen Sie?
Methoden
Videoausschnitt
Hinführung
S beschreiben Auswirkungen von Erdbeben
Sicherung
L sichert Ergebnisse an der Tafel
Brainstorming
PLENUM
Erarbeitung
Erarbeitung der Verteilung von Erdbeben in Europa.
S werten Informationen einer Statistik aus.
Ergebnisse werden im Plenum gesichert
EA
Plenum
Sicherung
Erarbeitung
Sicherung
Festigung
Sicherung
Vertiefung
HA
Ursache von Erdbeben wird in einem Modellexperiment
dargestellt.
S beobachten und beschreiben Ereignisse.
TA wird fortgesetzt.
S bearbeiten AB 2 und wenden neues Wissen gezielt
an: Beschriftung von Blockbildern
Vergleich der Antworten im Plenum
L greift Beispiel aus Video erneut auf und erarbeitet
spezielle Situation Italiens / TA wird ergänzt.
S nennen Hilfsmaßnahmen
Modellexperiment
PLENUM
EA
PLENUM
LSG
Medien
Video
‚Tagesschau’
Beamer
Notebook
Lautsprecher
(A 33)
Tafel/ Kreide
(A34)
AB 1 (A35)
OHP/ FOLIE
AB1
Styroporplatten
Bauklötze
(A36)
Tafel/ Kreide
AB 2 (A37)
OHP/ FOLIE
AB 2
Tafel/ Kreide
Europapuzzle
AB 3 (A38)
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Der Einstieg ins Stundenthema wurde durch die Präsentation eines kurzen
Videoausschnitts der Tagesschau gestaltet. Dabei handelte es sich um einen
Nachrichtenbeitrag zu dem Erdbeben von L’Aquila in Italien des Jahres 2009, der das
verheerende Ausmaß des Naturereignisses umfassend darstellte.
Die S sollten diesem Video grundlegende Informationen entnehmen. Die gesammelten
Aussagen der S wurden zügig an der Tafel festgehalten und ergänzt durch weitere
mögliche Folgen von Erdbeben im Allgemeinen. Dabei sollten die S zwischen
Personenschäden und Sachschäden unterscheiden.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Nachdem die S den TA in ihr Heft übertragen hatten, wiederholte der L mit den S erneut
das Vorkommen von Erdbeben an den Plattengrenzen und erfragte europäische Länder,
die besonders von diesen Naturereignissen betroffen sind. Dabei wurde schnell erkannt,
dass vor allem der Süden Europas häufig von Beben heimgesucht wird. Um jedoch einen
genaueren Überblick über die Häufigkeit, Schwere und Verteilung von Erdbeben in
Europa zu bekommen, entnahmen die S im Folgenden einer Statistik zu ausgewählten
Erdbebenkatastrophen in Europa und der Türkei wichtige Informationen. Dabei fiel sofort
die Frage, warum die Türkei auf diesem AB gesondert genannt wurde, woraufhin von
einigen S schnell rekapituliert wurde, dass ein großer Teil der Türkei dem asiatischen
Kontinent zugerechnet wird und somit nicht in Gänze zu Europa gehört. Da die S im
Lesen und Auswerten von Statistiken zunächst angeleitet werden mussten und diese
Kompetenz schrittweise im Zuge des Schuljahres angelegt wird, bearbeiteten sie die
Statistik vorerst noch anhand vorgegebener Leitfragen. Die S bearbeiteten diesen
Arbeitsauftrag selbstständig und sehr zügig.
Nach der Besprechung im Plenum wurde mit den S die Ursache für Erdbeben in Form
eines Modellexperiments erarbeitet. Hierzu wurde ein Modell aus zwei Styroporplatten
mitgebracht, welche zwei aneinander reibende Erdplatten darstellten. Bauklötze wurden
als Häuser auf diese Platten gestellt und die beiden Platten unter Druck langsam
aneinander vorbei bewegt. Die ruckartige Entladung der Spannung wurde im Versuch
sehr gut sichtbar, so dass die S direkt erkannten, dass es sich nicht um eine gleichmäßige
Verschiebung handelt, sondern die Bewegung sehr kurz und stoßweise vor sich geht. In
diesem Zusammenhang wurden auch die neuen Begriffe Epizentrum, Hypozentrum und
Bruchstelle eingeführt und beschriftete Kärtchen am Modell fixiert.
Diese neue Erkenntnis wurde auf die europäische Situation übertragen, schriftlich fixiert
und in einem weiteren Arbeitsschritt durch Beschriften eines Profilbildes gefestigt.
In einem letzten Schritt wurde auf den Videoausschnitt zu Beginn der Stunde
zurückgegriffen und die spezielle Situation Italiens näher beleuchtet. Dabei interessierte
vor allem die Frage warum gerade Italien so häufig von Beben heimgesucht wird. Dazu
sollten sich die S erneut ihr selbst erstelltes Erdplattenpuzzle betrachten und die
plattentektonischen Voraussetzungen in Italien näher beschreiben.
Als HA erhielten die S einen kurzen Text, dem sie grundlegende Informationen zu
direkten und langfristigen Hilfsmaßnahmen nach Erdbeben entnehmen und einer Tabelle
darstellen sollten.
7.10 Stunde 9: Erdbeben in Europa: Funktionsweise eines Seismographen/
Richterskala
Angestrebte Kompetenzen:
Die Unterrichtsstunde liefert einen Beitrag zur Stärkung folgender Kompetenzen der S:
Fachspezifische Methodenkompetenzen:
o Basisinformationen aus Bildern entnehmen.
o Texten grundlegende Informationen entnehmen.
o Basisinformationen aus Diagrammen entnehmen.
Fachkompetenzen
o Einen Seismographen beschreiben und sein Grundprinzip erklären.
o Das Zustandekommen eines Seismogramms erklären und die Darstellungsform
beschreiben.
o Die Grundeigenschaften der Richterskala darstellen und wissen, dass
Erdbebenstärken mit Hilfe dieser Messskala bestimmt werden.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Stundenverlauf:
Phase
Einstieg
Methoden
Visueller
Impuls
Hinführung
Sicherung
Unterrichtsgeschehen
L präsentiert Bild eines Drachen-Seismoskops.
Leitfrage: Wie werden Erdbeben gemessen und
klassifiziert?
Funktionsweise des Seismoskops wird im LSG erarbeitet.
Ergebnisse werden per TA gesichert
Erarbeitung
Sicherung
S bearbeiten AB1.
Ergebnisse werden im Plenum durch S am OHP gesichert
EA
SV
Erarbeitung
LSG
Sicherung
Erarbeitung
Sicherung
L präsentiert Seismogramm und erarbeitet mit S diese
Darstellungsform
S zeichnen eigenes Seismogramm
S bearbeiten Puzzle zur Richterskala
Vergleich der Ergebnisse im Plenum
ORGA
Kontrolle HA/ Einsammeln des Kompetenzbogens
LSG
PLENUM
EA
PA
PLENUM
Medien
OHP/ Folie
‚Seismoskop
(A39)
Tafel/ Kreide
(A40)
AB 1 (A41)
OHP/ FOLIE
AB 1
OHP/ FOLIE
AB 2 (A42)
AB 2
AB 3 (A43)
OHP/ FOLIE
AB 3
(A 5a)
Ablauf und Bewertung der Unterrichtsstunde:
Zu Beginn dieser Stunde deckte der L ein Bild eines Drachenseismoskops auf, welches
die S zunächst beschrieben und schließlich über Sinn und Zweck dieses Geräts im
Zusammenhang mit Erdbeben spekulierten.
In Form eines LSG wurde das Grundprinzip dieses Geräts geklärt und an der Tafel
festgehalten. Dabei wurde auch erarbeitet, dass dieses Gerät lediglich die Richtung, nicht
aber die Stärke von Erdbeben bestimmen konnte.
Diese Erkenntnis leitete über zur ersten Arbeitsphase und zur Auseinandersetzung mit
einem moderneren Messgerät- dem Seismographen. Die S lasen zunächst einen Text zur
Funktionsweise eines Seismographen, ergänzten Textlücken mit vorgegebenen Wörtern
und beschrifteten schließlich die Skizze eines Seismographen mit Hilfe der neu
gewonnenen Informationen aus dem Text. Diesmal waren die gesuchten Begriffe nicht
mehr hervorgehoben, um den Schwierigkeitsgrad bei der Arbeit mit Texten etwas zu
erhöhen.
Die Bearbeitung dieser Aufgabe dauerte demzufolge auch etwas länger als geplant,
wurde aber dennoch sorgfältig erledigt. Nach der Sicherung am OHP durch mehrere S,
wurde die Thematik weitergeführt, indem den S ein Seismogramm präsentiert wurde.
Im UG wurde erarbeitet, wie ein solches Diagramm zu lesen ist und welche Teilbereiche
bzw. welche Wellentypen zu erkennen sind.
Daraufhin erhielten die S ein AB, auf dem sie ein eigenes Seismogramm entwerfen und
die zeitlich unterschiedlich eintreffenden Wellen beschriften sollten. Dabei war es an
dieser Stelle nicht relevant ein korrektes Abbild eines Seismogramms zu erzielen,
sondern lediglich die Stärke der Ausschläge sowie die zeitliche Abfolge der
verschiedenen Wellen zu skizzieren. Ziel war es demzufolge den S zunächst nur das
Grundprinzip eines solchen Diagrammtyps näher zu bringen.
Die abschließende Arbeitsphase leitete der L durch das Anschreiben der bekannten
Nachrichtenfloskel ein: „Das Erdbeben hatte eine Stärke von 4,6 auf der Richterskala“.
Die S äußerten sich bereitwillig und ohne weitere Aufforderung zu diesem stillen Impuls
und beschrieben die Richterskala als eine „Messeinheit für Erdbeben“. Diese Definition
eines S erschien mir sehr passend und altersgerecht, so dass ich sie kurzerhand auf das
bereits ausgeteilte AB übernehmen ließ.
Im Anschluss daran bearbeiteten die S das Puzzle und ordneten den Stärkegraden die
richtigen Bezeichnungen zu. Diese Übung interessierte die S sehr und vor allem die
Jungen waren sehr erstaunt, über die möglichen Folgen eines Erdbebens ab Stärke 9. So
kamen an dieser Stelle viele weitere Fragen auf, die vor allem das stärkste Beben der
Welt betrafen bzw. noch nicht stattgefundene Beben der Stärke 10.
Vulkanismus und Erdbeben: Naturereignisse in Europaeine kompetenzorientierte UE in Klasse 6
Den Abschluss der Stunde und der Einheit bildete das letztmalige Ausfüllen des
Kompetenzbogens durch die S, der anschließend vom L eingesammelt wurde.
7.11 Stunde 10: Leistungskontrolle/ 1. Klassenarbeit
Zum Abschluss der UE wurde eine Klassenarbeit (A44) geschrieben, welche die
behandelten Themen der Einheit zum Inhalt hatte. Dabei wurde vor allem aber versucht,
neben den durchgenommenen Sachverhalten, auch die neu angelegten und eingeübten
fachspezifischen Kompetenzen der Schüler abzufragen und zu überprüfen.
Dies geschah zum einen durch die Einbindung von unbekannten, aber ähnlichen Karten
und Profilbildern, die von den Schülern auf Basis ihrer neu erworbenen Fähigkeiten
ausgewertet bzw. beschriftet werden sollten.
Zum anderen sollten sie ein gemeinsam in der Schule durchgeführtes Experiment,
welches im Unterricht nicht durch eine Skizze festgehalten wurde, nun in seinen
Grundzügen skizzieren, diese Profilzeichnung beschriften und mit Hilfe dieser
graphischen Darstellung die Entstehung von Erdbeben erklären.
Durch diese Vorgehensweise konnten, wie auch bei der Abfrage der inhaltlichen Aspekte,
nicht alle Kompetenzen in Gänze überprüft werden. Dennoch war es möglich sowohl das
Wissen über die Lerninhalte als auch die eingeübten fachspezifischen Fähigkeiten und
Fertigkeiten der Schüler stichpunktartig abzufragen und zu testen.
Überprüft wurden folgende fachspezifischen Methodenkompetenzen:
Basisinformationen aus Karten, Profilen, Bildern entnehmen.
Einfache Modellexperimente beschreiben.
Einfache geographische Darstellungsmöglichkeiten selbst anfertigen.
Bei der Planung der Klassenarbeit wurde bereits darauf geachtet, die verschiedenen
Aufgabenstellungen miteinander zu kombinieren, so dass Inhalt als auch fachspezifische
Arbeitsweisen in gleichem Maße berücksichtigt und überprüft wurden. So bestand bei
ordentlicher Vorbereitung auf die inhaltlichen Themen für jeden Schüler die Chance,
mindestens eine befriedigende Note zu erreichen.
Trotz der für die Schüler etwas befremdlichen Aufgabenstellung, hatte der Großteil der
Schüler kaum Schwierigkeiten, die Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten.
Demzufolge spiegelten sich die Leistungsstärke und die konstante Mitarbeit der Schüler
auch im Ergebnis der Klassenarbeit wieder. Lediglich zwei Schüler fielen durch ihre nur
ausreichende Note auf. Dabei ist anzumerken, dass diesen Schülern vor allem Punkte bei
der inhaltlichen Wiedergabe von einfachen Lerninhalten fehlten, was in einen Fall definitiv
auf mangelndes Engagement beim Lernen zurückzuführen ist. Im zweiten Fall war die
Ursache für diese Note vor allem in langen Fehlzeiten während der vorherigen Wochen zu
sehen.
Der Klassendurchschnitt lag letztendlich bei 2,2 und es ergab sich folgende
Notenverteilung:
1
11-2 2+
2
22-3 3+
3
33-4 4+
4
41
1
5
4
3
5
3
2
2
1
!
(Schülerbeispiele sind der beigelegten CD angefügt)
8. Reflexion der durchgeführten Unterrichtseinheit
Die Dokumentation schließt mit einer kritischen Reflexion der Planung, Vorbereitung und
Umsetzung im Unterricht.
8.1 Planung und Vorbereitung
Die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik bei der Planung und Vorbereitung der
UE lässt sich rückblickend als sehr lohnenswert und gewinnbringend, aber auch als
äußerst arbeits- und zeitintensiv beschreiben.
So mussten alle im Unterricht eingesetzten Materialien und Arbeitsblätter neu konzipiert
und eigenständig erstellt werden, um die Kombination der fachspezifischen Arbeitsweisen
mit den jeweiligen Inhalten zu ermöglichen.
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