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City of Birmingham Symphony Orchestra
Freitag, 23.03.2012 · 20.00 Uhr
So klingt nur Dortmund.
City of Birmingham Symphony Orchestra
Andris Nelsons Dirigent
Rudolf Buchbinder Klavier
Abos: Orchesterzyklus I – Meisterkonzerte
Porträt Andris Nelsons
In unserem Haus hören Sie auf allen Plätzen gleich gut – leider auch Husten, Niesen und Handyklingeln. Ebenfalls aus Rücksicht auf die Künstler bitten wir Sie, von Bild- und Tonaufnahmen
während der Vorstellung abzusehen. Wir danken für Ihr Verständnis!
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Benjamin Britten
Benjamin Britten (1913 – 1976)
»Four Sea Interludes« op. 33a aus »Peter Grimes« (1945)
Dawn
Sunday Morning
Moonlight
Storm
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 (1806)
Allegro moderato
Andante con moto
Rondo. Vivace
– Pause ca. 21.00 Uhr –
Jean Sibelius (1865 – 1957)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43 (1902)
Allegretto
Tempo Andante, ma rubato
Vivacissimo
Finale. Allegro moderato
– Ende ca. 22.20 Uhr –
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Programm
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Menschen am Meer
Benjamin Britten »Four Sea Interludes« op. 33a aus »Peter Grimes«
Wer einmal am Meer gelebt hat, der weiß, wie sehr es die Menschen dort prägt, wie die
eigene Stimmung sich wandeln kann angesichts eines nebligen Sonnenaufgangs oder
in einem tosenden Sturm. Wer das Meer befahren hat, der weiß, wie gewaltig die Kräfte
sind, denen man ausgesetzt ist – im günstigen Fall beflügelnd, im schlimmsten Fall tödlich.
Wer dann gar darauf angewiesen ist, vom Meer zu leben, sei es als Seemann oder als Fischer,
der ist seiner elementaren Wucht in der Regel in einer innigen Hassliebe verbunden, der weiß
ebenso um die Glücksgefühle, die das Meer ihm schenken kann, wie um seine existenzielle
Abhängigkeit. Unter solchen Menschen spielt Brittens Oper »Peter Grimes«, die der Komponist
1945 veröffentlichte. Es ist eine raue, grausame Geschichte unter Fischern, die dort erzählt
wird, über den Außenseiter Peter Grimes, der verdächtigt wird, seine jungen Helfer zu misshandeln. Im Mittelpunkt steht aber vor allem die Situation der Menschen am Meer, ihr hartes
Leben unter stetiger, unterschwelliger Bedrohung.
»Ich wollte ausdrücken, wie bewusst mir die immerwährende Mühsal der Männer und
Frauen ist, deren Lebensgrundlage das Meer bildet – trotz aller Schwierigkeiten, ein so
uni­versales Thema im Theater darzustellen«, schrieb Benjamin Britten in seiner Einführung
zur ersten Produktion des »Peter Grimes«. Das Orchester übernimmt in der Oper die Rolle des
Meeres, sodass die »Four Sea Interludes« op. 33a quasi den Hintergrund für die Handlung
bilden, infolge der engen Verbindung zwischen Menschen und Meer gleichzeitig aber auch
symbolhaft für die Stimmungslage in der Gemeinde stehen.
Der genaue Inhalt der Oper ist zum Verständnis der »Four Sea Interludes« nicht zwingend
Voraussetzung; Britten konzipierte die vier Stücke als eigenständige kleine Suite für den
Konzertsaal und ließ sie auch schon vor der gesamten Oper aufführen. »The Borough« (Die
Gemeinde) ist der Originaltitel der zugrunde liegenden Dichtung, einer Gedichtsammlung des
Naturalisten George Crabbe aus dem Jahr 1810. Sowohl der Dichter als auch der Komponist gehörten zu den erwähnten Menschen am Meer: Crabbe wurde in Aldeburgh geboren, an
der Ostküste Englands in der Grafschaft Suffolk gelegen; Britten siedelte sich ebendort an,
und zwar zur Zeit der Arbeit an »Peter Grimes«. In Lowestoft geboren, etwa 50 Kilometer von
Aldeburgh entfernt, war er ebenfalls unmittelbar am Meer aufgewachsen, hatte dann aber als
überzeugter Pazifist einige Jahre im amerikanischen Exil verbracht. Zurück in seinem Heimatland, wurde er in Aldeburgh heimisch und begründete dort auch sein berühmtes Musikfestival,
das bis heute alljährlich stattfindet.
Das Unabsichtliche als Ereignis
Ludwig van Beethoven Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
Den 22. Dezember 1808 hätte wohl mancher Musikfreund gern miterlebt, insbesondere in Wien:
In einer großen Akademie im Theater an der Wien spielte Ludwig van Beethoven höchstselbst
die öffentliche Uraufführung seines Klavierkonzerts G-Dur Nr. 4 op. 58 (nach einer halbprivaten
Vorabaufführung im Palais Lobkowitz). Gleichzeitig erlebten die Fünfte und die Sechste Sinfonie
sowie die Chorfantasie ihre Uraufführung. Widmungsträger des Konzerts war Erzherzog Rudolph
von Habsburg, und schon das lässt darauf schließen, dass das Konzert Beethoven besonders am
Herzen lag: Dem Erzherzog galten seine persönlichsten Widmungen, etwa die des »ErzherzogTrios« op. 97, der Großen Fuge op. 133, der Klaviersonate op. 111 oder der Missa Solemnis,
letztere mit den Worten »Von Herzen – möge es wieder – Zu Herzen gehn!«.
Die Umstände der Uraufführung sind ein Zeichen dafür, dass es sich um eine äußerst fruchtbare Phase in Beethovens Laufbahn handelte. Das Konzert war bereits in den Jahren 1805 und
1806 entstanden, zeitgleich mit der vierten, fünften und sechsten Sinfonie, der Oper »Fidelio«
und dem Violinkonzert – um nur die größten Kompositionen zu nennen. Bei allem Erfolg
war Beethoven doch zeitlebens mit vielen seiner bisherigen Kompositionen unzufrieden.
1803 kündigte er etwa dem Geiger Wenzel Krumpholz gegenüber an, einen »neuen Weg« einschlagen zu wollen. Hier deutet sich eine Wende an, als deren letzte Konsequenz Werke wie die
Große Fuge op. 133 oder die Klaviersonate op. 111 gelten können – Werke, denen die Hörer
seiner Zeit oft nicht mehr folgen konnten.
Unter den Kompositionen der Jahre 1805 und 1806 waren es vor allem die drei Streichquartette op. 59, die sogenannten »Rasumowsky-Quartette«, in denen Beethoven sein
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Werke
Re c ht s a nwä lte u nd Not a r e
Publikum allein durch übermäßige Länge und Schwierigkeit der Werke brüskierte. Das
Klavierkonzert Nr. 4 ist dagegen fasslicher, doch stieß auch dieses Werk auf eine gewisse Beklommenheit, die freilich angesichts der unangefochtenen Meisterschaft des
Komponisten nur verhalten geäußert wurde. Berühmt geworden sind die Worte des Zeitgenossen Johann Friedrich Reichardt, der meinte, es handele sich um ein »Pianofortekonzert von ungeheurer Schwierigkeit, welches Beethoven zum Erstaunen brav in den
allerschnellsten Tempis ausführte«. Reichardts Aussage spiegelt durchaus Anerkennung
wider, zeugt aber auch von einer gewissen Reserve, mit der die Menschen Beethovens
Werken zunehmend begegneten.
Als ein Beispiel für Beethovens unkonventionellen neuen Weg mag der Beginn des Werks
dienen, den der Pianist Wilhelm Kempff mit folgenden Worten beschrieb: »Es gibt wohl in
der ganzen Klavierliteratur kaum etwas, was diesem Anfang des vierten Beethoven’schen
Konzerts zu vergleichen wäre. Das Orchester schweigt. Aber schweigt der Solist nicht auch
auf seine Weise? Diese ersten Takte dürfen nicht gespielt werden. Es ist ein Horchen nach
innen. Deshalb kann die Technik hier nichts ausrichten. Und jede Absichtlichkeit würde
hier nur zerstörend wirken, denn das Unabsichtliche, hier wird’s Ereignis!«
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Die Kunst liegt im
Zusammenspiel.
Finnlands Freiheitskampf?
Jean Sibelius Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43
Spricht man von Sibelius, spricht man von Finnland: Nur wenige Komponisten werden
so sehr mit ihrem Heimatland identifiziert wie Sibelius, der in der Tat nahezu den Status
eines Nationalhelden einnimmt. Dabei ist es nicht zuletzt seine Sinfonie Nr. 2, die diesen
Rang untermauert – jenes große Werk, das der finnische Musikwissenschaftler und Komponistenkollege Ilmari Krohn als »Finnlands Freiheitskampf« bezeichnete. Wie so oft, ist
die Wahrheit vielschichtiger, stellt sie sich doch in einer Vielzahl von Zeugnissen dar, in
denen man wohl zwischen den Intentionen des Komponisten selbst und denen seiner Umwelt
unterscheiden muss.
Sibelius selbst trennte generell deutlich zwischen Sinfonien und Sinfonischen Dichtungen:
Die Erstgenannten hatten für ihn klar absolute Musik darzustellen, während die Letztgenannten durchaus programmatische Inhalte transportieren konnten wie beispielsweise »En Saga«,
Valse triste oder die auf dem finnischen Nationalepos »Kalevala« beruhenden Kompositionen.
Eine Sonderstellung nimmt allein »Kullervo« ein, eine frühe Komposition für Orchester,
Männerchor und zwei Solisten, die Sibelius zunächst als Tondichtung bezeichnete, später aber
als Sinfonie, und die daher mitunter als »Nullte Sinfonie« geführt wird.
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Werke
Als Person war Jean Sibelius schon früh in den Bann der finnischen Nationalbewegung
geraten – durch eigenes Interesse, aber auch durch seine Verbindung zu Aino Järnefelt, deren
Familie in extremem Maße finnisch-nationale Ziele verfolgte. 1892 heirateten die beiden, und
Aino blieb Sibelius ein Leben lang treu verbunden (was mit Sicherheit nicht immer einfach
war). Dass Sibelius eigentlich nicht einmal ein »echter« Finne war, sondern der finnlandschwedischen Oberschicht angehörte, spielte keine große Rolle, teilte er dieses Schicksal
doch mit der überwiegenden Zahl der Fennomanen. Allerdings war die Vereinnahmung von
Sibelius’ Musik für die finnische Sache nicht generell durch ihn beabsichtigt. Natürlich
verfolgte er mit den »Kalevala«-Kompositionen und anderen national-programmatischen
Werken klar national-künstlerische Ziele, doch waren seine Intentionen eigentlich nicht wirklich politischer Natur. Insbesondere sein nationales Werk schlechthin, »Finlandia«, war für den
Komponisten zunächst von eher untergeordneter Bedeutung und erlangte seine Berühmtheit
erst durch die begeisterte Reaktion finnischer Freiheitskämpfer.
Programm zu dem Werk, das denn auch einen mustergültigen Beitrag zur Gattung Sinfonie
darstellt. Natürlich trägt sie Sibelius’ individuelle Handschrift mit wuchtigem Orchestersatz,
gern in extremen Lagen, und mit teilweise archaisch anmutenden Klängen. Nationale
Elemente sucht man jedoch vergeblich: Folkloristische Zitate oder Stilzitate spielen in der
Musik keine Rolle. Dennoch wurde die Sinfonie umgehend mit dem finnischen Freiheitskampf
in Verbindung gebracht. Insbesondere Helsinkis Universitäts-Musikdirektor Robert Kajanus tat
sich hierbei hervor, ebenso der finnische Dirigent Georg Schnéevoigt. Letzteren wies Sibelius
1939 deutlich zurecht und bekräftigte, die Sinfonie habe keinerlei »politische Motive«.
Die politische Vereinnahmung seines Werkes konnte er dennoch nicht aufhalten. Über den
außermusikalischen Gehalt der Musik kann man also streiten – unumstritten bleibt der überwältigende Charakter von Sibelius’ wohl populärster Sinfonie. »[Das Finale] mündet in einen
triumphalen Schluss, der dazu geeignet ist, beim Hörer die Vorstellung lichter und trostreicher
Zukunftsaussichten zu wecken.« Gegen dieses Schlusswort von Robert Kajanus ist in keinem
Fall etwas einzuwenden.
Die Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert war für Finnland eine entscheidende Phase:
Nach Jahrhunderten der Zugehörigkeit zu Schweden waren große Teile des Landes 1809
an Russland gefallen, und während zunächst eine weitgehende Autonomie im Großfürstentum
Finnland geherrscht hatte, betrieb der russische Gouverneur Bobrikow seit den 1890erJahren eine rigorose Russifizierung des Landes, die den Widerstand der Finnen anfachte.
Erst in den Wirren der Russischen Revolution sollte die Unabhängigkeit Finnlands schließlich
erreicht werden – bis dahin erlebte das Land Jahre der Unruhen und Kämpfe.
Obwohl Sibelius zu einer Symbolfigur des Widerstands geworden war, trieb ihn selbst vor
allem seine musikalische Arbeit an. Er unternahm zahlreiche Reisen durch ganz Europa, wo
er als Komponist und Dirigent reüssierte, sich mit der Musik Richard Wagners beschäftigte
und Bekanntschaft mit Richard Strauss schloss, der ihn tief beeindruckte. Eine Station seiner
Reisen war das italienische Rapallo, wo er 1901 die folgende Vision des steinernen Gasts aus
»Don Juan« festhielt: »Don Juan. Sitze in der Dämmerung in meinem Schloss, ein Gast tritt
ein. Ich frage mehr als einmal, wer er ist. – Keine Antwort. Ich versuche, ihn zu unterhalten.
Immer noch stumm ist er. Endlich stimmt der Fremde ein Lied an. Da merkt Don Juan, wer
er ist – der Tod.« Dazu notierte Sibelius das Hauptthema des Andantes aus seiner Sinfonie
Nr. 2, das mit seinen ansteigenden Sekunden eine wesentliche Keimzelle des motivischen
Materials der Sinfonie darstellt (und somit auch des hymnischen Hauptthemas des Finales,
das entscheidend zur Legendenbildung um die Sinfonie beigetragen hat).
In der Don-Juan-Vision liegt ein Ausgangspunkt zur Interpretation der Sinfonie, die Sibelius,
nach Finnland zurückgekehrt, den Rest des Jahres 1901 über beschäftigte. Neben der
An­spielung auf den Don Juan gibt es vom Komponisten selbst keinerlei außermusikalisches
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Werke
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City of Birmingham Symphony Orchestra
Im November 1920 dirigierte Sir Edward Elgar das Eröffnungskonzert des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO). In neun Jahrzehnten hat sich das CBSO seitdem zu einem
Ensemble von Weltruf mit neunzig Mitgliedern entwickelt, ist aber nach wie vor fest in der
Stadt Birmingham verwurzelt. Elgar war nur der erste große Name, den man mit dem CBSO
verbindet. Unter der Leitung von Dirigenten wie Adrian Boult, Andrzej Panufnik und Louis
Frémaux wuchs der Ruf des Orchesters stetig. Doch war es die 18 Jahre währende Ägide von
Sir Simon Rattle, die das CBSO endgültig zu einem Orchester von Weltrang erhob. Es gedieh
weiter unter dem finnischen Dirigenten Sakari Oramo, der 1998 Chefdirigent und 1999 Music
Director wurde. Im September 2008 wurde der 31-jährige Lette Andris Nelsons zum Music
Director ernannt. Von Anfang an erhielt er international höchstes Lob für seine Arbeit.
Das Herz des CBSO schlägt in der Symphony Hall, dem akustisch vollkommenen Konzert­
saal, der seit seiner Eröffnung 1991 zum Symbol der Wiedergeburt Birminghams wurde.
Hier bietet das CBSO einem möglichst großen Publikum eine möglichst breite Palette musi­
kalischer Werke. Dazu gehören das klassische ebenso wie das zeitgenössische Repertoire,
für das das Orchester berühmt ist, aber auch die leichtere Muse mit der beliebten Freitagabendreihe, die alles von Film-Themen bis zu Musical-Hits bietet. Hinzu kommen Matineen,
Schul- und Familienkonzerte, durch die das CBSO für jeden Geschmack etwas bereithält.
Das Orchester arbeitet mit verschiedenen Labeln weiter an seiner ansehnlichen Disko­
grafie. Unter Sir Simon Rattle und Sakari Oramo nahm es einige preisgekrönte CDs auf.
Im Juni 2009 erschien die erste CD des CBSO unter Andris Nelsons mit Werken von Tschai­
kowsky. Dies markierte den Beginn einer andauernden Partnerschaft mit dem führenden
unabhängigen deutschen Label Orfeo. Vier weitere Orfeo-CDs wurden bis jetzt veröffentlicht:
Richard Strauss’ »Rosenkavalier«-Suite und »Ein Heldenleben«, Strawinskys Feuervogel und
die »Psalmensinfonie«, Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6 und »Romeo und Julia« sowie Strauss’
»Alpensinfonie« und »Salomes Tanz«. Im Januar 2010 wurde das CBSO zusammen mit dem
Hallé-Orchester bei den »South Bank Show Awards« mit dem »Classical Music Award« für
einen gemeinsamen Nielsen-Zyklus ausgezeichnet.
Unter dem Banner von »Ignite«, dem Programm für Zuschauergewinnung und Gemeindearbeit,
koordiniert das Bildungsprogramm des CBSO ein umfangreiches Angebot für Schulen und Gemeinden in den westlichen Midlands. Das CBSO strebt nach höchster Qualität in der künstlerischen
Arbeit und den Bildungsprojekten, setzt sich für die Menschen in Birmingham, den West Midlands und ganz Großbritannien ein und bietet einem großen Publikum ein breites und ehrgeiziges
Repertoire. Das Dortmunder Konzert des CBSO ist Teil einer Tournee der Konzertdirektion Schmid.
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Das City of Birmingham Symphony Orchestra im KONZERTHAUS DORTMUND
Seit 2004 ist das CBSO unter seinen Chefdirigenten Sakari Oramo und Andris Nelsons ein regel­
mäßiger Gast im Konzerthaus. Zuletzt war das Orchester im März 2010 in Dortmund zu hören.
Andris Nelsons
Andris Nelsons ist einer der gefragtesten jungen Dirigenten in der internationalen Musikszene, der sowohl an den Opern- als auch an den Konzerthäusern einen exzellenten Ruf genießt.
In den kommenden Jahren wird er die Zusammenarbeit mit Orchestern wie den Berliner
Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Staatskapelle Berlin, dem
Boston Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Philharmonia Orchestra und
dem Tonhalle-Orchester Zürich fortsetzen. Kürzlich ist er während einer Tournee mit den
Wiener Philharmonikern zum ersten Mal in Japan aufgetreten. In dieser Saison debütierte er
beim Gewandhausorchester Leipzig.
Andris Nelsons ist regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden, an der Metropolitan
Opera New York, der Wiener Staatsoper und der Deutschen Staatsoper zu Gast. Im Sommer
2011 kehrte er zu den »Bayreuther Festspielen« zurück und übernahm erneut die musikalische
Leitung von »Lohengrin« in einer Inszenierung von Hans Neuenfels. 2012 wird er ebenfalls in
Bayreuth dirigieren.
Nelsons ist seit 2008 Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra und hat
für seine bisherigen Saisons höchstes Lob erhalten. Mit dem CBSO unternimmt er weltweit
aus­gedehnte Tourneen mit regelmäßigen Auftritten bei Sommerfestivals wie dem »Lucerne
Festival«, den »BBC Proms« und den »Berliner Festspielen«. Außerdem besteht eine produktive Kooperation mit Orfeo International: Nelsons und das CBSO arbeiten an einer kompletten
Einspielung der orchestralen Werke von Tschaikowsky und Richard Strauss. Erschienen sind
bereits eine CD mit Orchesterwerken von Richard Strauss, zu der die »Times« schrieb, es sei
eine der »kostbarsten und raffiniertesten Wiedergaben von ›Ein Heldenleben‹, die es je auf CD
gegeben hat«, sowie Aufnahmen von Tschaikowskys Sinfonien Nr. 5 und 6 und Strawinskys
»Feuervogel«. Die drei letztgenannten wurden mit dem »Preis der Deutschen Schallplattenkritik« ausgezeichnet. Außerdem hat Nelsons im Oktober 2011 den renommierten »ECHO Klassik«
der Deutschen Phono-Akademie als »Dirigent des Jahres« erhalten. Geehrt wurde er für seine
Aufnahme mit dem CBSO von Strawinskys »Feuervogel« und der »Psalmensinfonie«, die 2010
erschienen ist. Für audiovisuelle Aufnahmen besteht ein Exklusivvertrag mit der Unitel GmbH.
Biografien
1978 in Riga geboren, wuchs Andris Nelsons als Kind einer Musikerfamilie auf und begann
seine Karriere als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper, außerdem erhielt
er diverse Preise als Sänger. 2001 wurde er mit dem renommierten »Großen Lettischen
Musikpreis« für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Im selben Jahr schloss er sein
Studium in Riga ab und ging nach St. Petersburg, um dort bei Professor Alexander Titov seine
Ausbildung fortzusetzen. Seit 2002 studiert er privat bei Mariss Jansons und beendete 2009
seine Tätigkeit als Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Von 2003
bis 2007 war er Music Director der Lettischen Nationaloper.
Andris Nelsons im KONZERTHAUS DORTMUND
Für fünf Konzerte war Andris Nelsons bisher im Konzerthaus zu Gast. Zuletzt leitete er das
WDR Sinfonieorchester Köln im Oktober 2011 in einem Programm mit Puccini, Ravel und
Beethoven. %HLXQVVSLHOHQ6LH
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Rudolf Buchbinder
Rudolf Buchbinder ist eine feste Größe in der internationalen Klavierszene und regelmäßiger
Gast bei den bedeutenden Orchestern und Festivals weltweit. Sein Repertoire ist umfangreich
und schließt auch zahlreiche Komponisten des 20. Jahrhunderts ein. Rudolf Buchbinder legt
besonders Wert auf akribische Quellenforschung. In seinem Besitz befinden sich u. a. 35 komplette Ausgaben der Sonaten von Ludwig van Beethoven, eine umfangreiche Sammlung von Erstdrucken und Originalausgaben sowie Kopien der eigenhändigen Klavierstimmen und Partituren
der beiden Klavierkonzerte von Brahms.
Über 100 Aufnahmen dokumentieren die Größe und Vielfalt von Buchbinders Repertoire.
Besonderes Aufsehen erregte seine Einspielung des Klavier-Gesamtwerkes von Joseph Haydn,
die mit dem »Grand Prix du Disque« ausgezeichnet wurde sowie eine CD mit Klavier-Tran­­s­kriptionen unter dem Titel »Waltzing Strauss«. Mittlerweile bevorzugt Rudolf Buchbinder LiveAufnahmen. Die Konzert-Mitschnitte der beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms (Koninklijk
Concertgebouworkest Amsterdam/Nikolaus Harnoncourt) sowie zwei DVDs mit sechs Mozart
Klavierkonzerten als Solist und Dirigent mit den Wiener Philharmonikern, live von den »Wiener
Festwochen« 2006, spiegeln dies in beeindruckender Weise wider. Im November 2010 erschien
eine weitere Live-Aufnahme der beiden Klavierkonzerte von Brahms mit Buchbinder als Solist
des Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Im Mai 2011 wurden Rudolf Buchbinders
Konzerte mit den fünf Klavierkonzerten von Beethoven als Solist und Dirigent mit den Wiener
Philharmonikern im Großen Musikvereinssaal in Wien auf DVD aufgezeichnet. Während der
Saison 2010/11 war Rudolf Buchbinder als Artist in Residence der Staatskapelle Dresden besonders eng verbunden. Sein Beethoven-Sonaten-Zyklus in der Semperoper Dresden wurde live
mitgeschnitten und erschien im Mai 2011 als CD-Box bei Sony/RCA Red Seal.
Zum wichtigen Anliegen wurde für Rudolf Buchbinder die Interpretation des »Neuen Testaments« der Klaviermusik: Mit der zyklischen Wiedergabe aller 32 Sonaten Beethovens in über
40 Städten – darunter München, Wien, Hamburg, Zürich und Buenos Aires – setzte und setzt er
immer wieder Maßstäbe.
Seit 2007 ist Rudolf Buchbinder Intendant der »Festspiele Grafenegg«. In seiner Biografie
»Da Capo« mit einem Vorwort von Joachim Kaiser gibt Rudolf Buchbinder Einblicke in sein Leben
als einer der bedeutendsten Pianisten von heute.
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Rudolf Buchbinder im KONZERTHAUS DORTMUND
In der vergangenen Saison gab Rudolf Buchbinder einen Klavierabend im Konzerthaus, an dem
er seinem Ruf als Beethoven-Spezialist u. a. mit der »Waldstein-Sonate« alle Ehre machte. 15 09 10 09 33
Biografien
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ZeitinSel raChmaninoW | SKrjaBin
Zwei ungleiche Weggefährten im porträt
SChillernde farBen
valentina lisitsa hat im rahmen ihres »rachmaninow-projects« bereits alle Klavierkonzerte des Komponisten mit dem london Symphony orchestra eingespielt. für die Zeitinsel rachmaninow|Skrjabin
hat sie einen Klavierabend mit Werken von Skrjabin, rachmaninow und liszt zusammengestellt.
di 17.04. 2012 · 20.00
auSKomponierte melanCholie
die bulgarische Sopranistin Krassimira Stoyanova stellt das liedschaffen rachmaninows in den
vordergrund ihres Konzerts. neben ausgewählten vokalwerken des großen melodikers stehen
lieder von liszt und tschaikowsky auf dem programm.
mi 18.04. 2012 · 20.00
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der pianist Boris Berezovsky die großformatigen Werke von rachmaninow und Skrjabin: Klavierkonzerte, Sinfonien und Skrjabins »poème de l’extase«.
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WeiterhÖren
Texte Kaja Engel
Fotonachweise
S. 04 © Marco Borggreve
S. 08 © Marco Borggreve
S. 16 © Marco Borggreve
S. 22 © Alexander Basta
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