Aufarbeitung dermaler Mastzelltumoren beim Hund

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Diagnostic
Update
März 2011
Aufarbeitung dermaler Mastzelltumoren
beim Hund
Chirurgisch entnommener
dermaler Mastzelltumor
nach Diagnose durch FNA
Lokale Therapie
Systemische Therapie
Pathohistologie
Ränder
Vollständige
Entnahme mit
Abstand
Grading
Unvollständige
Entnahme
Nachresektion
mit Abstand
Keine weitere
lokale Therapie
Nachresektion
nicht möglich
Radiotherapie
Low Grade
Malignancy
Proliferationsanalyse
High Grade
Malignancy
c-Kit Analyse
(Immunhistologisches Muster
und Sequenzierung sowie PCR
Abklärung von Mutationen)
niedriger
Ki67
hoher
Ki67
c-Kit
Mutation
keine
c-Kit
Mutation
keine
weitere
systemische
Therapie
Chemotherapie
Einsatz von
Thyrosinkinase
Inhibitoren
c-Kit
Pattern I
kein
Thyrosinkinase
Inhibitor
Chemotherapie
c-Kit
Pattern
II + III
zusätzlich
Thyrosinkinase
Inhibitor
Quelle: MCT-Flowchart der Michigan State University; www.animalhealth.msu.edu
Modifiziert durch Dr. H.B. Nothelfer
Das kann IDEXX Vet•Med•Labor für Sie leisten:
1.Beurteilung Ihres zytologischen Untersuchungsmaterials
2.Pathohistologische Aufarbeitung Ihrer Tumorentnahme mit Fest stellung eines dermalen (kutanen) Mastzelltumors (im Gegensatz dazu
gibt es auch subkutane MCT’s).
3.Grading in Low Grade und High Grade Malignancy (Kiupel et al.,
Vet Pathol 48, 2011), zusätzlich Mitteilung der bislang bekannten
Gradeinteilung von I bis III (Patnaik et al., Vet Pathol 21, 1984)
4.Entnahmeränderbeurteilung am Resektat bzw. an Tumorbettbiopsien sowie Metastasenabklärung im Lymphknoten (falls Material mit einge-
sandt wurde; Gewebe oder FNA)
5.Immunhistologische Aufarbeitung mit Antikörpern gegen Ki67 und c-Kit
6.C-Kit Mutationsnachweis: Tandemmutation in Exon 11 sowie in Exonen
8 und 9 mittels Agar Gel-Elektrophorese, Sequenzierung und Analyse des
Thyrosin-kinaserezeptorgenomes.
All diese Untersuchungen können an dem eingesandten Mastzelltumorgewebe durchgeführt werden. Nur in einem geringen Teil der Fälle ist
die Aufarbeitung der DNA durch die Formalinfixation nachhaltig beeinträchtigt.
„Was ist was“ bei dermalen
Mastzelltumoren?
Low Grade versus High Grade (Histologie)
Nachdem festgestellt wurde, dass 28 verschiedene, hochqualifizierte Veterinärpathologen bei der Gradierung von
95 Mastzelltumoren eine bis zu 20%ige Ergebnisvarianz
produzierten, wurde ein neues, nur noch zweistufiges
Einteilungsschema vorgeschlagen, das eindeutigere
Abgrenzungskriterien aufweist.
Ein High Grade Mastzelltumor wird dadurch qualifiziert,
dass mindestens eines der nachfolgenden Kriterien auftritt:
a.Mindestens 7 Mitosen pro 10 Blickfelder in hoher
Vergrößerung
b.Mindestens 3 mehrkernige Tumorzellen (mindestens
3 Kerne) in 10 Blickfeldern in hoher Vergrößerung
c.Mindestens 3 bizarre Kerne in 10 Blickfeldern in hoher Vergrößerung
d.Karyomegalie (Kernriesen), d. h. mindestens 10% der
Tumorzellen zeigen eine Verdoppelung des Kerndurch messers verglichen mit den übrigen Tumorzellkernen
Es werden zur Beurteilung jeweils die Blickfelder mit der
höchsten mitotischen Aktivität bzw. dem höchsten Grad
der Kerngrößenvariation herangezogen.
Nach dieser Studie sind bei High Grade Mastzelltumoren
die Zeiträume bis zur Metastasenentwicklung oder neuen
Tumorentwicklung bzw. die Überlebenszeit signifikant kürzer
als bei Low Grade Tumoren.
In dieser Studie betrug die mediane Überlebenszeit weniger
als 4 Monate für High Grade Tumoren und mehr als 2 Jahre
für Low Grade Tumoren.
(Quelle: Proposal of a 2 tier histologic grading system for canine cutaneous Mast
Cell Tumors to more accurately predict biological behavior. Vet Pathol 48, 2011)
Die Patnaik Gradierung in Grad I, II und III werden wir weiter
zusätzlich durchführen. Zumindest bei Grad I Tumoren, die
vollständig entnommen wurden, ist die Rezidiv- und Metastasierungsgefahr sehr gering. Dies wiederum ist eine Information, an der der Patientenbesitzer sehr interessiert ist.
c-Kit = Thyrosinkinaserezeptor
(Immunhistologie)
C-Kit kommt in sehr vielen Zellen im Körper bei Mensch und
Tier vor. Würde dieser Rezeptor in diesen Zellen wegfallen,
gingen sie zugrunde.
Dieser Rezeptor kann durch Immunhistologie sichtbar gemacht werden. Dabei werden 3 unterschiedliche Verteilungsmuster (Pattern) des Rezeptors in der Zelle unterschieden.
In einer Arbeit aus dem Jahr 2004 ist die Prognose im
Hinblick auf die Überlebenszeit bei den Pattern 2 und 3
signifikant schlechter als bei einem Pattern 1 (Kiupel et al.,
Vet Pathol 41, 2004). Die Auswertung umfasst 8 Felder, der
vorherrschende Pattern ergibt die Diagnose.
Der Pattern ist kein Beweis für eine Mutation.
Mutation des c-Kit Genes
(Molekularbiologie)
Insbesondere eine Tandemmutation im Exon 11, aber auch
Mutationen im Exon 8 und 9 werden bei Webster et al. (2006)
als eine mögliche Ursache veränderter c-Kit Expression
diskutiert. Zemke et al. (Vet Path 39, 2002) zeigen, dass Mutationen häufiger bei höher malignen (Grad II und III nach
Patnaik, 1984) Mastzelltumoren auftreten. Es erscheint möglich, dass Thyrosinkinase Inhibitoren bei Fällen mit Mutation
eine bessere Wirksamkeit entfalten. In einer retrospektiven
Aufarbeitung des Genoms von 65 Mastzelltumoren aus
Deutschland (Aupperle et al., 2011, Vortrag, DVG Hofheim)
wurde allerdings nur in einem Grad III Tumor eine solche
Mutation gefunden. Als Ursache diskutieren die Autoren
genetische Unterschiede zwischen den Hundepopulationen
in den USA und Deutschland
Ki67 = Zellproliferationsmarker
(Immunhistologie)
Ki67 ist ein Protein, das in allen Phasen des Zellzyklus, außer
den ruhenden Zellen, nachweisbar ist. Mittlerweile ist seine
Expression bei den MCT des Hundes sehr gut charakterisiert
und sein prädiktiver Wert im Hinblick auf die Prognose in verschiedenen Studien bestätigt worden (Abadie et al., JAVMA
11, 1999; Webster et al., Vet Pathol 44, 2007).
Immunhistologie
Grundsätzlich weist man durch spezifische Antikörper Proteine an und in Zellen bzw. ihre Verteilungsmuster nach.
Meist sind dies zweistufige Verfahren, bei denen zunächst
AK gegen die Zielstruktur aufgebracht werden und dann in
einem zweiten Schritt AKs, die gegen die primären Antikörper gerichtet sind und an ihrem FC-Fragment entweder
Farbstoffe oder Enzyme zur Katalyse einer Anfärbung tragen,
eingesetzt werden. Häufig ist das Ergebnis dann eine braune
Anfärbung der positiven Zellen.
Die Beurteilung des c-Kit Pattern ist komplizierter, da hier
die Verteilung der Anfärbung in den Tumorzellen qualifiziert
werden muss.
Pattern 1: Anfärbung nur der Zellmembran
Pattern 2: entweder intrazytoplasmatische, angefärbte
Stippchen oder paranukleär liegende, angefärbte
Klumpen
Pattern 3: Hochgradige diffuse, zytoplasmatische Anfärbung und umfangreiche paranukleär liegende Klumpen
Bei Ki67 werden jeweils 1000 Tumorzellen ausgezählt.
Haben mehr als 93 Zellen von diesen 1000 positiv reagiert,
gilt laut Abadie et al. (1999), dass die Hunde trotz vollständiger chirurgischer Entnahme eine signifikant kürzere Überlebenszeit haben bzw. ein früher tumorassoziierter Tod eintritt.
Einzelne Zellen mit Pattern 1
Zahlreiche Zellen mit Pattern 2
Im Bild ein Ki67 gefärbter Mastzelltumor.
Alle rot gekringelten Zellen wurden als negative Tumorzellen
gezählt. Die 8 braun angefärbten Zellen (mit den gelben
Kreuzen) sind dagegen positiv. Zellen die nicht als Tumorzellen zu identifizieren sind, hier z. B. segmentkernige Granulozyten und Fibrozyten, werden bei der Berechnung außen
vor gelassen.
Vorwiegend Pattern 3, besonders deutlich in den pfeilmarkierten Zellen.
(Fotos: E. Scanziani DVM, ECVP (MAPLab) FONDAZIONE FILARETE, Milano)
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