Programmheft ansehen - Gürzenich

Werbung
sinfoniekonzert
Anton Webern
Igor Strawinsky
Johannes Brahms
Vilde Frang Violine
Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth Dirigent
First Global Partner
06
sinfoniekonzert
06
Benefizkonzert zugunsten der Orchesterakademie
des Gürzenich-Orchesters Köln e.V.
05. Februar 2017, 11 Uhr
06./07. Februar 2017, 20 Uhr
Kölner Philharmonie
Anton Webern
»Passacaglia« op. 1 d-Moll (1908) 10’
Igor Strawinsky
Konzert in D für Violine und Orchester (1931) Toccata
Aria I
Aria II
Cappriccio
20’
Pause
Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (1877) 48’
Allegro non troppo
Adagio non troppo – L’istesso tempo, ma grazioso
Allegretto grazioso (Quasi Andantino) – Presto ma non assai
Allegro con spirito
Vilde Frang Violine
Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth Dirigent
In der Pause spielen im Foyer der Kölner Philharmonie für Sie Mitglieder
der Orchesterakademie.
So 10 Uhr und Mo + Di 19 Uhr: Konzerteinführung mit Oliver Binder
5
Das Konzert in Kürze
Gleichermaßen virtuos, frech und ironisch-hintergründig ist das Violinkonzert von Igor Strawinsky aus dem Jahr 1931, das der Komponist
angeblich in einem Pariser Restaurant zu komponieren begann: Auf
einer Serviette skizzierte er seinem Solisten einen weitausgreifenden
Akkord und fragte ihn, ob er diesen spielen könne. Er konnte – und
der Akkord wurde für Strawinsky zum »Passport« für das Konzert und
zugleich zum Freifahrtschein für Ausflüge in die Vergangenheit. Das
»Konzert in D« spielt mit Geist und Gesten des Barock, bedient sich
als »Dialog mit Geschichte« aber zugleich moderner Harmonien und
Rhythmen. Scheinbar Vertrautes klingt so aufregend neu. Als Violinsolistin verspricht Vilde Frang Momente von beglückender Intensität.
Das lässt sich auch von Anton Weberns »Passacaglia« sagen, deren
Grundidee ebenfalls auf die Barockzeit zurückgeht. Doch welch hochexpressiver Ton, welche Emphase und Energie bestimmen diese Varia­
tionen, die Webern 1908 als sein »Gesellenstück« nach vierjähriger
Lehrzeit bei Arnold Schönberg schuf!
Heiter, gelöst und liebenswürdig dagegen der Grundton der 2. Sinfonie
von Brahms, mit der François-Xavier Roth seine Auseinandersetzung
mit dem Komponisten fortführt. Die Sinfonie von Brahms »scheint«,
wie schon Eduard Hanslick in seiner Uraufführungskritik bemerkte,
»wie die Sonne erwärmend auf Kenner und Laien, sie gehört allen,
die sich nach guter Musik sehnen«.
Diese drei Kölner Abonnement-Konzerte bilden zugleich den Auftakt
zur unmittelbar bevorstehenden Asien-Tournee des Gürzenich-Orchesters,
das die Musiker unter Leitung ihres Gürzenich-Kapellmeisters in die
Metropolen Seoul, Peking und Schanghai führen wird.
In der Pause spielen im Foyer der Kölner Philharmonie für Sie Mitglieder der Orchesterakademie – als kleines Dankeschön an Sie, das
Publikum! Im Namen unseres Publikums spendet die Orchesterverwaltung einen Euro von jeder Eintrittskarte zugunsten der seit dieser Saison
bestehenden Orchesterakademie des Gürzenich-Orchesters Köln e.V.
Auch Generalmusikdirektor Francois-Xavier Roth spendet eine Gage
der von ihm geleiteten drei Konzerte an die Orchesterakademie.
Weitere Informationen zur Orchesterakademie erhalten Sie in diesem
Programmheft ab Seite 20.
6
Fortschrittliche Rückblicke
im Schaffen von Brahms, Webern und
Schönberg
Es war ein langer Anlauf, der Johannes Brahms auf das Gebiet der
Sinfonie führte. Vierzehn Jahre umfasste die Entstehungszeit der Ersten.
Die Zweite gelang ihm unmittelbar danach, geradezu kurzerhand. Mit
ihr meisterte er endgültig das gefürchtete Genre. Das sinfonische
­Geschehen gründete er auf dem Prinzip sich entwickelnder Varia­tionen:
ein Verfahren, mit dem er Maßstäbe für die bald anbrechende Moderne
setzte. Gleichzeitig erwies Brahms den »Alten Meistern« seine Reverenz.
Den Finalsatz seiner Vierten gestaltete er ganz als eine sich stilistisch
und formal an Bach orientierende Passacaglia. Den Ursprung dieser
Form bildet das auf der Straße gesungene spanische Gitarrenlied
»pasar una calle«, was bedeutet »durch die Straße gehen«. Im Laufe
der Zeit wurde der Begriff dann für Ritornelle in Tänzen und Liedern
verwendet. Schließlich bezeichnete er jene musikalische Form, in der
­Variationsreihen über einer sich stets wiederholenden (ostinaten)
Bassmelodie schreitenden Charakters gebildet werden.
Mit der Einbindung dieses barocken Musters in ein zeitgenössisches
Orchesterwerk schuf Johannes Brahms auch ein Vorbild für so manche
Komposition der Wiener Schule rund um Arnold Schönberg. So legte
Anton Webern als sein offizielles Opus 1 eine »Passacaglia« vor, die
durchaus von Brahms geprägt war. Erst später wurde Webern zu einem
der konsequentesten Fortentwickler der von Schönberg entwickelten
Kompositionstechnik »mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen«.
Mit ihr begann sich Igor Strawinsky als über Siebzigjähriger produktiv
auseinanderzusetzen – nach dem Auslaufen einer langen »neoklassizis­
tischen« Periode, in der auch er auf unvergleichliche Weise die Auseinan­
dersetzung mit barocken Formen und Formeln gesucht hatte – so unter
anderem auch in seinem Violinkonzert. Für Strawinsky war Webern
»ein ›Gerechter vor dem Antlitz der Musik‹ (so wie der Mensch ein
­›Gerechter vor dem Antlitz Gottes‹ sein mag), und ich zögere nicht,
unter dem gnadenvollen Schutz seiner noch nicht heilig gesprochenen
Kunst Obdach zu suchen.«
7
Johannes Brahms, fotografiert im Jahr 1874 in Hamburg.
8
»Es erscheint nichts zufällig«
Zur Passacaglia von Anton Webern
Bei seiner Lobrede auf Webern hatte Igor Strawinsky freilich vor allem
die konzisen und zunehmend zwölftonbestimmten Kompositionen Anton
Weberns im Blick. Auf dem Weg dahin bildete die Passacaglia des Fünf­
undzwanzigjährigen eine Art Schwellenstück. Mit ihr schloss Webern
im Jahr 1908 seine vierjährigen privaten Studien bei Arnold Schönberg
ab und erhob sie – nach zahlreichen unnummerierten Vorgängerkompositionen – zum offiziellen Opus 1 seines Schaffens. Von der Zwölftonmethode, wie sie Arnold Schönberg seinen Schülern erst Anfang der
1920er-Jahre vorstellen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch keine
Rede. Schönbergs eigenes Œuvre um die Jahrhundertwende war noch
erfüllt vom spätromantischen Duktus und Duft eines überfeinerten
­Ästhetizismus. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Passacaglia
seines Schülers Webern stilistisch stark im ausklingenden 19. Jahrhundert wurzelt.
Nach ihrer Uraufführung am 4. November 1908 im Goldenen Saal des
Wiener Musikvereins urteilte die Musikhistorikerin Elsa Bienenfeld:
»Die Komposition, durch Merkwürdigkeiten der Zusammenklänge und
deren Fortführung überraschend, überzeugt […] durch die Tiefe der
Stimmungen. Es erscheint nichts zufällig, nichts aus Originalitätssucht
herbeigezerrt, am allerwenigsten etwas konventionell nachgeahmt. Die
Stimmungen sind empfunden, die Klänge gehört.« Dass Webern diesem
Auftakt zu seinem Werkkanon, in den er zeitlebens nur 31 Stücke aufnahm, eine barocke Form zugrunde legte, kann programmatisch aufgefasst werden: Die Errungenschaften der Alten Meister bildeten zeitlebens
ein Fundament seiner Kompositionen. Mit den historischen Konzepten
und der Kunst des Kontrapunkts war er aufs Innigste vertraut, bestand
doch seine Doktorarbeit in der Edition von Werken des niederländischen
Renaissancekomponisten Heinrich Isaac.
Anton Webern
* 03. Dezember 1883 in Wien, † 15. September 1945 in Salzburg
»Passacaglia« op. 1 d-Moll
Entstehungsjahr: 1908, Uraufführung: 05. November 1908 in einem
privaten Konzert des Wiener Tonkünstlerverein. Erst am 05. Juni 1922
gab es die erste öffentliche Aufführung in Düsseldorf im Rahmen der
»Arbeiter-Sinfonie-Konzerte«. Zuletzt gespielt vom Gürzenich-Orchester
am 10. Dezember 2013 unter der Leitung von David Afkham.
9
Anton Webern, gemalt um 1908/10 von Max Oppenheimer (1885–1954).
Gehört zum Bestand des Von der Heydt-Museums Wuppertal.
Für seine Passacaglia folgte Webern dem Vorbild Bachs. Dementsprechend wird am Anfang die zu Grunde liegende Bassreihe vorgestellt,
in die verschiedentlich eine Vorwegnahme der späteren Reihentechnik
hineingelesen wurde. Ihre acht Töne sind entgegen der Konvention im
Zweier- statt im Dreiertakt notiert und durch Pausen voneinander abgetrennt. Sie werden von den Streichern pizzicato und piano pianissimo
präsentiert. Dann setzt, als erste von insgesamt dreiundzwanzig achttaktigen Variationen, eine von der Flöte zart geführte Gegenstimme
ein. Mit dem Hauptthema und seinem Gegenthema sind, wie Webern
selbst schrieb, »die beiden Grundgestalten des Stückes gegeben. Alles
was folgt ist von diesen abgeleitet.« Die verschiedenen Gestalten, die
sich aus dem Gegenthema ableiten, setzen auch entferntere Variationsabschnitte zueinander in Verbindung. In ihren Ableitungen tritt das
­Gegenthema in den Vordergrund, während die das Werk eröffnende
Ostinato-Reihe zunehmend im Hintergrund ihre Wirkung entfaltet. Eine
durchführungsartige Coda beschließt das Stück, das in seinem Ablauf
immer wieder zu expressiven Steigerungswellen ansetzt.
Oliver Binder
10
Igor Strawinsky, aufgenommen 1958 im Pariser Hôtel Bertely
vom Fotografen Ingi Paris.
11
Spiel mit der Vergangenheit
Zum Violinkonzert von Igor Strawinsky
An den großen Umwälzungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts
lenkten Zufall, Glück und Vorsicht Igor Strawinsky vorbei: Von den Umtrieben der Revolution im Jahr 1905 hielt er sich fern; beim Ausbruch
des Ersten Weltkriegs 1914 war er gerade in der Schweiz. Er blieb dort
im Exil – und damit auch unbehelligt von den Ereignissen der zwei folgenreichen Russischen Revolutionen des Jahres 1917. Danach wurde
Frankreich, stets mit dem Fokus auf die pulsierende Kulturmetropole
Paris, zu seinem Lebensland. Während seiner Amerikatourneen knüpfte
er Kontakte in die Vereinigten Staaten und nutzte dort dann eine Vorlesungsreihe an der Harvard University, um nach dem Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs im Herbst 1939 vorerst nicht mehr nach Europa
zurückzukehren. Im russischen Oranienbaum – heute: Lomonossow
bei St. Petersburg – geboren, starb er mit fast 89 Jahren in New York.
Auf dem schwankenden Boden einer immer wieder aus den Fugen
geratenden Zeit schien Strawinsky Halt zu finden in den zunehmend
klaren und auf den Punkt gebrachten Konstruktionen seiner musikalischen Welt. Als bereits 70-Jähriger wandte sich der immer Neugierige
der Reihentechnik zu, mit deren undogmatischer und individueller Handhabe es ihm gelang, sein kompositorisches Spektrum noch einmal zu
erweitern. Erlernt hatte er sein Handwerk in Jugendjahren aus der eher
traditionellen russischen Perspektive Rimski-Korsakows heraus, bevor
er mit der damals schockierenden rhythmischen Gewalt des Balletts
»Le sacre du printemps« unversehens zu einer Speerspitze der Avantgarde wurde. Unbekanntes Terrain betrat er daraufhin erneut mit seiner
ganz eigenen, verfremdenden Spielart des Neoklassizismus. Er verschrieb sich damit keinem reaktionären Ästhetizismus, sondern nutzte
mit freundlicher und mitunter ironischer Distanz die verschiedensten
Bausteine des Barock und der Klassik, um sie zu antiromantischen
modernen Klanggebil den zusammenzufügen.
Igor Strawinsky
* 17. Juni 1882 in Oranienbaum, Russland, † 06. April 1971 in New York
Konzert in D für Violine und Orchester
Entstehungsjahr: 1931. Uraufführung: Am 23. Oktober 1931 im
­Berliner Haus des Rundfunks unter Leitung des Komponisten, an der
Violine Samuel Dushkin. Vom Gürzenich-Orchester zuletzt gespielt am
16. Oktober 1962, dirigiert von Jascha Horenstein. Das Violinsolo
­spielte Wolfgang Schneiderhan.
12
Ein geradezu exemplarisches Meisterwerk dieser neoklassizistischen
Phase stellt Strawinskys, die Nähe zu Bach ebenso ergeben wie frech
suchendes, »Konzert für Violine und Orchester in D« dar. Neben den
vier explizit barocken Satzbezeichnungen wird die Komposition vor allem
vom Prinzip des Concertinos geprägt: Die Solovioline tritt weniger in
einen Wettstreit mit dem Tutti, als vielmehr in Dialog mit immer wieder
wechselnden Orchestergruppen, oft sogar mit einzelnen Instrumenten.
Strawinsky komponierte das Werk – durch Vermittlung seines Verlegers
Willy Strecker und ermutigt durch den Zuspruch seines Kollegen Paul
Hindemith – für den amerikanischen Geiger Samuel Dushkin. Mit der
Arbeit begann er Anfang 1931 in Nizza und schloss sie nach wiederholten Besprechungen mit dem Virtuosen im September des Jahres
in Voreppe, einer Stadt in der Nähe von Grenoble, ab.
Am Beginn jedes Satzes steht der immer gleiche signalhafte, sich
über eine Oktave erstreckende »Schlüssel«-Akkord. Zum Teil fungiert
er als Motto, zum Teil als unmittelbarer Ausgangspunkt des folgenden
Geschehens. Im ersten Satz (»Toccata«) folgt auf ihn ein motorisches
Spiel aneinandergereihter, aber auch variierter, unterhaltsam figurativer
Passagen. Sie sind vor allem aus Wechselnoten und Dreiklangs­
brechungen gebaut und erinnern mitunter an den Swing der Goldenen
Zwanziger. Als bewegte, vielgliedrige Elegie erweist sich der überaus
sanglich und kontrapunktisch gearbeitete zweite Satz mit dem Titel
»Aria I«. Im ernsthaften dritten Satz (»Aria II«) tritt der Bezug zu Bach
besonders hervor: durch das schmerzhafte Ausschwingen der Melodie
aus dem nun wiederkehrenden Akkord-Aufschrei sowie durch die einem
Passacagliafundament nicht unähnliche Basslinie. Vergnügt rhythmisch
vertrackt (möglicherweise mitunter sogar russisch) tanzend und virtuos
verspielt bildet der vierte Satz (»Cappriccio«) das fulminante Finale.
Oliver Binder
13
»Aufzuhorchen und nachzudenken«
Zur zweiten Sinfonie von Johannes Brahms
Wie Igor Strawinskys Violinkonzert steht auch die zweite Sinfonie von
Johannes Brahms in der Grundtonart D-Dur. Nach der über so lange
Jahre errungenen Ersten, die auf einem tragischen c-Moll-Fundament
errichtet war, bewegt sich Brahms hier durchwegs in helleren Bereichen.
Mag sein, dass diese idyllische Grundierung mit der Sommerfrische
des vierundvierzigjährigen Komponisten im kärntnerischen Pörtschach
am Wörthersee zusammenhing. Brahms selber hob in Briefen immer
wieder den melancholischen Charakter des Werkes hervor, versteckte
diesen aber in für ihn typischer Weise hinter ironischen und scherzhaften Bemerkungen. Einzelne Momente der Wehmut lassen sich allerdings durchaus ausmachen. Den Eintritt der Posaunen im Kopfsatz
brachte Brahms ausdrücklich mit seiner wenig später entstandenen
Motette »Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen« in Verbindung: »Sie wirft den nöthigen Schlagschatten auf die heitre Sinfonie u.
erklärt vielleicht jene Pauken u. Posaunen.« Und doch setzte Brahms
auch hier sofort hinzu: »Das Alles u. namentlich jene Stelle bitte ich
nicht gar zu ernst u. tragisch zu nehmen!«
In Pörtschach also nahm die Arbeit an der Zweiten, nachdem
Brahms Anfang Juni 1877 eingetroffen war, ihren Ausgang. Fertig­
gestellt wurde sie im September in Lichtenthal bei Baden-Baden. Die
Reinschrift erfolgte dann Ende Oktober nach seiner Rückkehr nach
Hotel im österreichischen Pörtschach, in dem Brahms gerne zur
­Sommerzeit logierte (siehe Wanddekoration mit seinem Namenszug).
Hier entstand u. a. seine 2. Sinfonie.
14
»Wiegenlied« (»Guten Abend, gut Nacht«) in eigenhändiger Notenschrift
von Johannes Brahms mit Widmung an Bertha Faber vom Juli 1868.
Wien, wo sich der gebürtige Hamburger fünfzehn Jahre zuvor niedergelassen hatte. Im großen Musikvereinssaal in Wien (wo gut dreißig
Jahre später auch Anton Weberns Passacaglia zum ersten Mal erklingen sollte), erfuhr die zweite Sinfonie von Brahms dann bereits am
30. Dezember 1877 ihre Uraufführung mit den Wiener Philharmonikern
unter Hans Richter. Der Kritiker Eduard Hanslick bemerkte, sie leuchte
»in gesunder Frische und Klarheit; durchweg fasslich, gibt sie doch
überall aufzuhorchen und nachzudenken. Allenthalben zeigt sie neue
Gedanken und doch nirgends die leidige Tendenz, Neues im Sinne
von Unerhörtem hervorbringen zu wollen.«
15
Der erste Satz (»Allegro non troppo«) beginnt als ruhige, naturhafte Idylle.
Im mollverhangenen Seitenthema klingt das bekannte Lied von Brahms
»Guten Abend, gut Nacht« an. Der Satz lässt selige, beglückende
­Gedanken in die Ferne schweifen, in die doch immer wieder streitbare,
dramatischere Motive einbrechen. Manchmal erklingen diese nur wie
ein fernes Grollen, ehe der Schluss sich zu einer großen, emphatischen
Geste aufschwingt. Der zweite Satz (»Adagio non troppo«) durchmisst,
mitunter etwas zurückhaltend, Stimmungen von Zufriedenheit und
stillem Genuss. Und doch ist auch er nicht frei von pathetischen Erhebungen und Ausbrüchen. Der dritte Satz (»Allegretto grazioso [Quasi
Andantino] – Presto ma non assai«) wirkt fast wie ein Intermezzo,
schwankt zwischen pasto­ralem Ton und höfisch-tänzerischem Charakter,
sprudelt manchmal nervös hervor und findet wieder zu sanfter, sommernachtstraumartiger Stimmung. Der vierte Satz (»Allegro con spirito«)
schließlich beginnt geheimnisvoll und vielversprechend. Zunächst weiß
man nicht, wohin er führt, bis es jubelnd aus ihm herausbricht und
die Sinfonie nach einigen dramatischen Wendungen zum festlichen
Abschluss geführt wird.
Konsequent trieb Johannes Brahms in seiner Zweiten die Vereinigung
von schweifender Melodik und streng formaler Bauart voran, schuf
zukunftsträchtige Gegenwartskunst, die vom Durchblick in die Vergangenheit lebt, und wahrte gleichermaßen die Tradition: Die Ecksätze entsprechen der klassischen Sonatenform. In diversen Fugato-Abschnitten
demonstrierte er die Kunst des Kontrapunkts. Der dritte Satz erinnert
in seiner fünfteiligen Anlage an eine frühbarocke Suite. Diese fünf Teile
aber entwickeln sich alle aus demselben thematischen Kern. Auch in
den übrigen Sätzen resultiert das musikalische Geschehen nicht aus
einem Gegeneinander kontrastierender Themen, sondern aus der steten
Evolution motivischer oder thematischer Zellen. Dieses Verfahren einer
sich aus relativ knappem Material weitläufig ableitenden Themen­meta­
morphose wurde später vor allem von Arnold Schönberg mit dem B
­ egriff
der »entwickelnden Variation« als vorbildlich bezeichnet. Ihm – dem
Lehrer Anton Weberns – galt Johannes Brahms mit gutem Grund als
»der Fortschrittliche«.
Oliver Binder
Johannes Brahms
* 07. Mai 1833 in Hamburg, † 03. April 1897 in Wien
Sinfonie Nr. 2 D-Dur
Entstehungsjahr: 1877, Uraufführung: am 30. Dezember 1877 durch
die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Hans Richter. Vom
Gürzenich-Orchester zuletzt gespielt am 29. September 2009 unter
Eivind Gullberg Jensen.
16
orchesterbesetzung
I. VIOLINEN Torsten Janicke, Jordan
Ofiesh, Alvaro Palmen, Dylan Naylor,
Chieko Yoshioka-Sallmon, Andreas
Bauer, Rose Kaufmann, Adelheid
Neumayer-Goosses, Demetrius
Polyzoides, Elisabeth Polyzoides,
Judith Ruthenberg, Colin Harrison,
Petra Hiemeyer, Anna Kipriyanova,
Toshiko Tamayo, Alla Gurman*
II. VIOLINEN Sergey Khvorostukhin,
Marie Daniel, Andreas Heinrich, Marek
Malinowski, Stefan Kleinert, Susanne
Lang, Hae-Jin Lee, Anna Isabel Fritz,
Miloš Stanojević, Ayça Akünal**,
Will Grigg*, Konrad Elias Trostman*,
Jun Qiang*, Filippo Zucchiatti*
BRATSCHEN Nathan Braude,
Martina Horejsi-Kiefer, Bruno Toebrock,
Vincent Royer, Gerhard Dierig,
Annegret Klingel, Antje Kaufmann,
Eva-Maria Wilms, Rudi Winkler,
Felix Weischedel, Clara Zschocke**,
Iryna Bayeva*
FLÖTEN Alja Velkaverh,
Christiane Menke, Wen-Yi Tsai
OBOEN Horst Eppendorf,
Sebastian Poyault, Ikuko Homma
KLARINETTEN Blaž Šparovec,
Ekkehardt Feldmann, Thomas Adamsky
FAGOTTE Constantin Gerstein-­
Ichimescu, Klaus Lohrer, Felix Samuel
Parlasca**
HÖRNER Egon Hellrung, Markus
Wittgens, Johannes Schuster,
Andreas Jakobs, Jens Kreuter
TROMPETEN Bruno Feldkircher,
Herbert Lange, Florian Pichler*
POSAUNEN Aaron Außenhofer-Stilz,
Karlheinz Gottfried, Christoph Schwarz
TUBA Karl-Heinz Glöckner
PAUKE Robert Schäfer
VIOLONCELLI Peter Wolf*, Joachim
Griesheimer, Ursula Gneiting-Nentwig,
Johannes Nauber, Klaus-Christoph
Kellner, Franziska Leube, Georg
Heimbach, Sylvia Borg-Bujanowski,
Katharina Apel-Hülshoff, Francesca
Fiore**
SCHLAGZEUG Christoph Baumgartner,
Bernd Schmelzer
KONTRABÄSSE Christian Geldsetzer*,
Henning Rasche, Johannes Eßer,
Konstantin Krell, Greta Bruns, Otmar
Berger, Maria Krykov*, Jörg Schade*
HARFE Saskia Kwast
* Gast
** Orchesterakademie des Gürzenich-Orchesters
Stand: 27. Januar 2017
17
Vilde Frang wurde 1986 in Norwegen geboren und begeistert Kritiker wie
Zuhörer mit ihrer großen Virtuosität und besonderen Klangfarbe. Bereits
mit zwölf Jahren debütierte sie beim Oslo Philharmonic Orchestra unter
Mariss Jansons und studierte später am Barrat Due Musikkinstitutt Oslo,
an der Musikhochschule Hamburg bei Kolja Blacher und in München bei Ana
Chumachenko. Von 2003 bis 2009 war sie Stipendiatin der Anne-­Sophie
Mutter Stiftung. Vilde Frang spielt regelmäßig mit führenden Orchestern
der Welt zusammen, darunter das Philharmonia Orchestra, das Leipziger
Gewandhausorchester, das Nederlands Radio Filharmonisch Orkest,
das Oslo Philharmonic, das Orchestre de Paris und das NHK Symphony
Orchestra. Die laufende Spielzeit beinhaltet Debüt-Konzerte mit dem
­Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre National de
Belgique, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg.
Anlässlich des Europakonzerts im norwegischen Röros arbeitete sie erstmals mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Sir Simon Rattle
zusammen. Vilde Frang musizierte bereits mit Dirigenten wie Herbert
Blomstedt, Valery Gergiev, Mariss Jansons, Iván Fischer, Krzysztof Urbanski,
Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Paavo Järvi und Esa-Pekka Salonen zusammen. Auch kammermusikalisch ist sie aktiv und regelmäßig zu Gast bei
den Festivals von Salzburg, Verbier, Lucerne, im Rheingau und dem George
Enescu Festival in Rumänien. Im Sommer 2016 war sie »Preisträgerin in
residence« der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Vilde Frang ist als
Exklusivkünstlerin bei Warner Classics unter Vertrag. Ihre Aufnahmen erhielten zahlreiche Auszeichnungen wie den Edison Klassiek Award, den
Classic BRIT Award, den Editor’s Choice des Gramophone Magazine, den
Diapason d’Or des Diapason Magazine, den Deutschen Schallplattenpreis
und mehrfach den ECHO Klassik.
18
19
François-Xavier Roth
François-Xavier Roth, geboren 1971 in Paris, gehört zu den charismatischsten und mutigsten Dirigenten seiner Generation. Sein Repertoire
reicht von der Musik des 17. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen
Werken und umfasst alle Gattungen: sinfonische Musik, Oper und
Kammermusik. Im Jahr 2003 gründete er das innovative Orchester
Les Siècles, das sowohl auf neuen wie auf alten Instrumenten musiziert,
je nach Werk und oftmals im Wechsel während des gleichen Konzertes.
Von 2011 bis 2016 war François-Xavier Roth Chefdirigent des SWR
Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg; seit dem 1. September
2015 ist er Gürzenich-Kapellmeister und Generalmusikdirektor der
Stadt Köln.
Roth ist für seine ungewöhnliche Programmgestaltung bekannt, sein
geradliniger Ansatz und seine Überzeugungskraft werden in aller Welt
geschätzt. Er arbeitet mit führenden Orchestern zusammen, darunter die
Berliner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw­orkest Amsterdam,
das Boston Symphony Orchestra und das London Symphony Orchestra.
In seiner zweiten Spielzeit an der Kölner Oper dirigiert François-Xavier
Roth Ravels »L’enfant et les sortilèges / L’heure espagnole«, »Benvenuto
Cellini« von Berlioz sowie Mozarts »Le nozze di Figaro«. Zu seinem
Opernrepertoire gehören u. a. Offenbachs »Les Brigands« und »Lakmé«
von Delibes, die er an der Opéra-Comique in Paris dirigierte und Morton
Feldmans »Neither«, die er an der Berliner Staatsoper leitete. Seine zahlreichen CD-Einspielungen, u. a. mit dem London Symphony Orchestra
und dem SWR Sinfonieorchester genießen hohe Wertschätzung, für
die Aufnahme von Strawinskys Balletmusiken mit Les Siècles wurde er
2016 mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Mit dem Gürzenich-Orchester setzt er die Zusammenarbeit
mit Philippe Manoury als »Komponist für Köln« fort und leitet die Asientournee 2017 des Orchesters.
Kinder- und Mitmachkonzerte, wie in der letzten Spielzeit »Planeten«
mit jungen Tänzern und dem Orchester der Rheinischen Musikschule
und grenzüberschreitende Projekte wie »CityLife« mit den Künstlern des
Kölner Elektro-Labels Kompakt gehören zu den festen Bestandteilen
seiner Arbeit. François-Xavier Roth leitet das wegweisende Panufnik
Young Composer Scheme des LSO und gründete gemeinsam mit dem
Festival Berlioz und Les Siècles das Jeune Orchestre Européen Hector
Berlioz, eine Orchesterakademie, die über eine eigene Sammlung historischer Instrumente verfügt. Für das französische Fernsehen konzipierte
er mit Les Siècles die Serie Presto, die während ihrer dreijährigen
Laufzeit wöchentlich ein Publikum von durchschnittlich drei Millionen
Zuschauern erreichte.
20
Das Gürzenich-Orchester hat eine
­Orchesterakademie! – Eine Akademie?
Sabine Weber hat mit den Initiatoren und Wegbereitern Daniel Raabe
und Olaf Wegner gesprochen
Sabine Weber (SW): Kennen Sie folgendes Zitat? »Dann gab’s ein
­Gerede, man weiß nicht wie: das nennt man eine Akademie« – kommt
von Johann Wolfgang von Goethe. Zwei Persönlichkeiten wollen jetzt
eine Orchesterakademie ganz aktuell nicht durch Reden, sondern
durch Taten unterstützen. Daniel Raabe, Sie sind Cellist im GürzenichOrchester und Vorsitzender der zu dieser Saison ins Leben gerufenen
Orchesterakademie. Und Olaf Wegner, Sie sind seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Concert-Gesellschaft, die das Gürzenich-Orchester seit
sage und schreibe 1827 unterstützt. Und ab sofort auch die Orchester­
akademie! Herr Raabe, brauchen Musikhochschul­absol­venten, die
Orchestermusiker werden wollen, heute eine Akademie?
Daniel Raabe (DR): Mit dem, was Goethe damals kritisiert hat, ist
unsere Akademie sicherlich nicht zu vergleichen. Sie ist als eine Art
Ausbildung zu verstehen. Ergänzend zum Hochschul­studium spezialisiert sie sich auf das Orchesterspiel, aber auch auf den Ausbau von
Fertigkeiten, die gebraucht werden, um in ein Orchester aufgenommen zu werden. Beispielsweise ein Probespiel zu gewinnen, was eine
ziemlich hohe Hürde darstellt. Im Instrumentalunterricht mit Mentoren,
mit Probespiel- und mentalem Training sollen die jungen Musikerinnen
und Musiker darauf vorbereitet werden.
Sabine Weber im Gespräch mit Daniel Raabe, Cellist beim Gürzenich-­
Orchester und Vorsitzender der Orchesterakademie (links), und Olaf Wegner,
Vorstandsvorsitzender der Concert-Gesellschaft.
21
SW: Olaf Wegner, wie sind Sie zur Orchesterakademie-Initiative des
Gürzenich-Orchester gekommen?
Olaf Wegner (OW): Glücklicherweise setzt sich der Vorstand der
­Concert-Gesellschaft nicht nur aus Wirtschaftsvertretern zusammen,
sondern auch aus Personen des Musik-Alltags wie Daniel Raabe,
der die Idee zur Akademie eingebracht hat. Für die Concert-Gesellschaft war es ein logischer Schritt, sich daran zu beteiligen. Wir haben
ja schon die früheren sogenannten Orchester-Praktikanten gefördert.
Professionalisierung, das Heranführen an das Orchester und die damit
verbundenen Anforderungen halte ich darüber hinaus für sehr sinnvoll.
Es geht auch darum, zu erfahren, wie man in einem renommierten
Orchester mit Profis zurecht kommt. Wie geht man am besten mit
Lampenfieber um? Das geht weit über die musikalische Ausbildung
hinaus.
SW: Müssten die angehenden Profi-Musiker mehr Managementqualitäten mitbringen, wenn sie von der Hochschule kommen?
OW: Nicht mehr Managementqualitäten, sie sollten gewisse persönliche Voraussetzungen mitbringen. Wenn jüngere Leute in Unternehmen
einsteigen, müssen sie kommunikativ sein, sich in eine Gruppe einbringen, sich aber auch etwas zurückstellen können. Das ist auch in
einem Orchester überaus wichtig. Wir haben im Vorfeld Gespräche
mit der Musikhochschule geführt. Zu meinem Erstaunen werden dort
fast alle Instrumentalisten auf eine Solistenkarriere hin ausge­bildet.
Das sitzt auch in deren Köpfen sehr fest. Und wir wissen doch, wie
wenige von diesen hoch ausgebildeten Musikern dann letzten Endes
Solisten werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass den begabten jungen
Musikern bei uns eine Entwicklung innerhalb eines Ensembles geboten
wird.
SW: Wie kann man sich das praktisch vorstellen?
DR: Wir haben sieben Stipendiatinnen und Stipendiaten aus vier
verschiedenen Ländern, darunter vier Deutsche. 15 sollen es mal
werden. Mit mindestens sieben wollten wir starten. Bisher hatten wir
ja auch immer sechs Praktikantinnen und Praktikanten. Auf unsere
Online-Ausschreibung haben sich 40 Personen beworben, 25 haben
wir eingeladen und sieben nach bestandenem Probespiel genommen.
Wie zum Beispiel unsere Cellistin Francesca Fiore aus Italien, die von
meiner Kollegin Franziska Leube als Mentorin betreut wird. Alle sieben
haben bei uns im September bereits ein Einführungsseminar bei der
Medizinerin Déirdre Mahkorn bekommen, die deutschlandweit die ein­zige
Ambulanz für Musiker mit Lampenfieber eingerichtet hat. Dabei wird
auf Fragen wie »Was passiert mit Musikerinnen und Musikern, wenn
sie auf die Bühne gehen?«, »Welchem Stress sind sie ausgesetzt und
22
wie ist damit umzugehen?« eingegangen. Beim Seminar mussten sich
die »frischgebackenen« Akademisten auch gegenseitig vorspielen, sie
wurden also gleich mit der Situation konfrontiert, die sie auch erwartet,
wenn sie sich um eine Orchesterstelle bewerben und Probespiele machen
müssen. Sie sind zudem auch sofort in unser Orchester eingestiegen
und leisten bei uns bis zu 15 Dienste im Monat.
SW: … heißt, sie proben für und spielen auch mit in den Abonnementkonzerten ...
DR: … genau! Sie sind völlig integriert in unseren Arbeitsalltag.
­Einige fahren sogar mit auf unsere bevorstehende Asientournee und
machen Kammermusik zusammen, was auch ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist.
SW: Herr Wegner, wie unterstützt die Concert-Gesellschaft die
­Akademie?
OW: Bei unserer letzten Mitgliederversammlung haben fünf AkademieMitglieder ein kleines Kammerkonzert gegeben und es gab standing
ovations. Das ist eine junge Elite, um die wir uns hier kümmern, aber
wir brauchen dafür finanzielle Unterstützung. Die Concert-Gesellschaft
versucht, durch Kölner Unternehmen als Kuratoren einen kleinen Beitrag
für die Akademie einzuwerben. Ich wünsche mir, dass sich weitere Kölner
Unternehmerinnen und Unternehmer finden, die diese wunderbare Idee
der Talent-Nachwuchsförderung mit unterstützen!
SW: Ein Aufruf an die Bürger von Köln, der hoffentlich nicht verhallt!
Herr Raabe, Sie selbst waren Stipendiat beim LaSalle-Quartett, sind von
Lynn Harrell, einem bekannten US-amerikanischen Cellisten, unterstützt
worden und über ihn haben Sie Kontakt zum Aspen Music Festival bekommen, Sie haben ein Kammerorchester gegründet, Neue Musik mit nam­
haften Ensembles gemacht; also ziemlich viel Eigeninitiative bewiesen,
bevor Sie Orchestermusiker wurden. Reicht dieses Eigen­engagement
heutzutage nicht mehr aus?
DR: Man muss immer eigeninitiativ sein. Orchestermusiker war lange
Zeit nicht meine erste Berufswahl. Also habe ich alles andere gemacht:
Kammermusik, Streichquartettspiel auf professioneller Basis und eben
die Neue Musik kennengelernt; das war sehr arbeitsintensiv. Heute
geht es stärker dahin, dass man sich schon zu Beginn des S
­ tudiums
einen Weg überlegen muss. Unsere Akademie ist im Grunde genommen
eine Vorbereitung der jungen Musiker und Musikerinnen auf das, was
sie im Orchester erwartet.
SW: Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit den Auszubildenden
der Orchesterakademie beschreiben?
DR: Für uns ist es wichtig, dass wir ganz nah sind. Beim Instrumental­
unterricht, wenn wir Kammermusikwerke einstudieren und aufführen.
Oder beim Probespieltraining, da arbeiten wir eng zusammen, werden
23
befragt, reden viel miteinander. Es entsteht ein Vertrauens­verhältnis auf
Augenhöhe, weil es ja über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinausgeht.
Das hilft ihnen auch innerlich, die hohen Anforderungen zu stemmen.
Und wenn sie im Laufe der zweijährigen Akademiezeit Probespiele
absolvieren, können sie sich ganz konkret beraten lassen und diese
Erfahrung mit ihrem Coach Déirdre Mahkorn analysieren. Im Prinzip
ist die Akademie eine ganz alte Idee im Orchester, die aus der Initiative
der Musiker heraus entstand, deren Umsetzung aber bislang finanziell
nicht möglich war. Durch die Bereitschaft der Concert-Gesellschaft,
uns dabei zu unterstützen, kann die Akademie jetzt starten. Aber auch
das heutige Konzert trägt dazu bei. Ein Euro jeder verkauften Eintrittskarte kommt der Akademie zu Gute und unser Generalmusikdirektor
François Xavier Roth spendet sogar die vollständige Gage eines
Konzertes der Förderung der Nachwuchstalente.
SW: Eine Idee, die also schon lange im Orchester gärte, nimmt Gestalt
an! Auf dass mit der Orchesterakademie hier beim Gürzenich-Orchester
Lügen gestraft wird, was Goethe an der Akademie kritisierte. Hier gibt
es eine Akademie der Taten. Dieses Jahr mit sieben Auszubildenden.
Übernächstes Jahr dann vielleicht schon mit 15 Nach­wuchs­musi­kerin­nen
und -musikern. Ich wünsche gutes Gelingen!
Die jungen Musikerinnen und Musiker der Orchesterakademie:
Francesca Fiore (Violoncello), Clara Zschocke (Viola),
Markus Knoben (Schlagzeug), Sophia Riedel (Violine),
Hyunsang Yoon (Klarinette), Ayça Akünal (Violine) und
Felix Samuel Parlasca (Fagott)
24
orchesteraktuell
Die Orchesterakademie
des Gürzenich-Orchesters Köln
Spitzenorchester leben durch Spitzenmusiker. Die Orchesterakademie
des Gürzenich-Orchesters versteht sich dazu als Talentschmiede und
bereitet hochbegabte Nachwuchsmusiker aus verschiedenen Nationen
auf die professionelle Laufbahn im Orchester vor. Sie bietet bis zu
15 jungen Ausnahmetalenten die Chance, zwei Jahre lang an den
Proben, Konzerten und Opernaufführungen des Gürzenich-Orchesters
in der Kölner Philharmonie, im Opernhaus aber auch auf weltweiten
Tourneen teilzunehmen. Einzel- und Kammermusikunterricht durch
Orchestermitglieder sowie Trainings und Workshops ergänzen die
­Ausbildung.
Die gemeinnützige Orchesterakademie wird maßgeblich durch die
­Concert-Gesellschaft Köln sowie den Orchesterträger gefördert. Mit
Ihrem Engagement können auch Sie einen wertvollen Beitrag zur Ausund Weiterbildung der Akademisten des Gürzenich-Orchesters leisten.
Die Orchesterakademie freut sich über Ihre Unterstützung
in Form einer Spende an:
Orchesterakademie des Gürzenich-Orchesters Köln e.V.
Kreissparkasse Köln
DE91 3705 0299 0000 4562 27
Oder schreiben Sie an:
[email protected]
guerzenich-orchester.de/orchesterakademie/
26
orchesteraktuell
GOAsia 2017
Mit Konzertreisen nach Asien ist das Gürzenich-Orchester schon vertraut.
An die Tourneen 2008, 2010 und 2014 schließt sich die diesjährige mit
bekannten Stationen in Seoul, Peking und Shanghai an. Im Gepäck sind
Anton Weberns »Passacaglia«, Ludwig van Beethovens Konzert für
Violine und Orchester D-Dur, die 2. Sinfonie in D-Dur von Johannes
Brahms und Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 5. Für Generalmusikdirektor
François-Xavier Roth ist es die erste außereuropäische Reise mit dem
Gürzenich-Orchester, die mit dem Konzert am 12. Februar in Peking auch
den Auftakt zu Veranstaltungen anlässlich der 30-jährigen Städtepartnerschaft zwischen der chinesischen Hauptstadt und der Stadt
Köln gibt, zu dem auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor Ort
sein wird.
27
Aber Tournee-Erfahrung hin oder her, eine solche Reise bleibt ein
­organisatorischer Kraftakt: sieben Tage, zwei Langstreckenflüge, ein
innerkontinentaler Flug und eine fünfstündige Zugfahrt. Zwei Länder,
verschiedene Zeitzonen, 124 hoch motivierte Musiker und Mitarbeiter
und so ganz nebenbei noch drei Konzerte – so sieht die Agenda für
die knappe Woche in Südkorea und China aus. Es wird sportlich, aber
genug Anreiz gibt es ja: Begleitet wird das Orchester auf der Reise
nämlich von der aufstrebenden Violinistin Vilde Frang, die Sie auch
im heutigen Konzert erleben dürfen.
Der erste Stopp in Seoul vertieft den Austausch zwischen den Kulturen
einmal mehr. Im Rahmen des Education-Programms »ohrenauf!«
­begrüßen die Schüler und Schülerinnen der German School Seoul
­International zuerst zwei Orchestermusiker an ihrer Schule und nehmen
im Anschluss an einer Probe des Gürzenich-Orchesters teil. Mit der
Asien-Tournee 2017 erzählt das Gürzenich-Orchester vor allem von
seiner Heimat und seiner Geschichte und setzt einen wertvollen kulturellen Austausch fort.
Freitag, 10. Februar 2017
Seoul Arts Center l Seoul
Anton Webern »Passacaglia« (1908)
Ludwig van Beethoven Konzert für Violine und Orchester D-Dur (1806)
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur (1877)
Sonntag, 12. Februar 2017
National Centre for the Performing Arts l Peking
Dienstag, 14. Februar 2017
Grand Theatre l Schanghai
Ludwig van Beethoven Konzert für Violine und Orchester D-Dur (1806)
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5 (1904)
Alle Eindrücke der Asien-Tournee halten wir für Sie unter guerzenichorchester.de sowie auf unserer Facebook-Seite fest, auf einen ausführlicheren Reisebericht können Sie sich im nächsten Programmheft
freuen.
28
Saison 2017/2018
durchs Schlüsselloch
Liebes Publikum, in diesem Heft verraten wir Ihnen
schon einmal die Konzertdaten für die kommende Saison – damit Sie kein Konzert unseres geliebten GürzenichOrchesters Köln verpassen! Es erfüllt mich als Dirigent mit
großer Freude, dass so viele unserer Zuschauer uns als
Abonnenten besuchen und das oft schon seit vielen Jahren
oder Jahrzehnten. Für ein so kundiges Publikum ein reichhaltiges und interessantes Programm zu gestalten, ist
eine der schönsten Aufgaben, die man sich als Dirigent wünschen kann! Sicher sind Sie schon
neugierig, was wir uns für die Konzerte der
kommenden Spiel­
zeit ausgedacht
haben. Daher möchten wir Ihnen
schon vor unserer großen SaisonPressekonferenz ein paar Blicke
durchs Schlüs­
selloch gestatten.
Auch in der kommenden Saison wer­
den wir einige Schätze des GürzenichOrchester-Repertoires in einem Festkonzert würdigen: zum Beispiel Don
Quixote von Richard Strauss! Meiner
Vorliebe zu Bruckner, dem Modernen,
werde ich unter anderem mit einer Aufführung seiner dritten Sinfonie nachgehen.
Und ganz besonders freue ich mich auf die
Aufführungen zwei besonderer Werke von
Ludwig van Beethoven, die Sie in der kommenden Saison im Abonnement erleben werden. Im
Programmheft des nächsten Konzerts verraten
wir Ihnen noch ein bisschen mehr, worauf Sie sich
in der kommenden Saison freuen dürfen.
Ihr
François-Xavier Roth
29
orchesteraktuell
Konzerttermine 2017/2018
Um Ihnen eine frühzeitige Konzertplanung zu ermöglichen, veröffentlichen
wir bereits heute die Konzerttermine des Gürzenich-Orchesters für die
kommende Saison 2017/2018. Detaillierte Informationen zu den
­Programmen erhalten Sie ab dem 8. Mai 2017 im neuen Spielzeitheft
sowie unter guerzenich-orchester.de.
Festkonzert
Sinfoniekonzert 01
Sinfoniekonzert 02
Sinfoniekonzert 03
Benefizkonzert
Sinfoniekonzert 04
Familienkonzert
Silvesterkonzert
Sinfoniekonzert 05
Sinfoniekonzert 06
Sinfoniekonzert 07
Sinfoniekonzert 08
Passionskonzert
Sinfoniekonzert 09
Sinfoniekonzert 10
Sinfoniekonzert 11
Sinfoniekonzert 12
03. September 2017
01./02./03. Oktober 2017
29./30./31. Oktober 2017
12./13./14. November 2017
03. Dezember 2017
10./11./12. Dezember 2017
17. Dezember 2017
31. Dezember 2017
07./08./09. Januar 2018
04./05./06. Februar 2018
18./19./20. Februar 2018
11./12./13. März 2018
30. März 2018
15./16./17. April 2018
06./07./08. Mai 2018
17./18./19. Juni 2018
08./09./10. Juli 2018
Kammerkonzerte auf dem Podium der Philharmonie
jeweils samstags um 15 Uhr
Kammerkonzert 01 14. Oktober 2017
Kammerkonzert 02 18. November 2017
Kammerkonzert 03 16. Dezember 2017
Kammerkonzert 04 24. Februar 2018
Kammerkonzert 05 21. April 2018
Kammerkonzert 06 09. Juni 2018
Kammerkonzerte in der Kölner Flora
jeweils sonntags um 11 Uhr
Flora-Konzert 01
26. November 2017
Flora-Konzert 02
04. März 2018
Flora-Konzert 03
24. Juni 2018
30
orchesteraktuell
Über den Ritter von der traurigen Gestalt
als Poeten und eine feinfühlige »Sinn«-fonie
In zwei »ohrenauf!«-Schulkonzerten haben Kölner Schülerinnen und
Schüler das »Heldenleben« von Richard Strauss und die zweite Sinfonie
von Johannes Brahms mit allen Sinnen erfahren. Einmal ein Held sein –
wer möchte das nicht? Aber wie wird man eigent­lich zum Helden?
Im Schulkonzert für weiterführende Schulen am 20. Januar gingen
die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Moderatorin Anne
Kussmaul dieser Frage nach. Und welches Werk könnte da näher liegen
als »Ein Heldenleben« von Richard Strauss? Jeder kann ein Held sein,
im Alltag, auf der Bühne, im Orchester, im eigenen Leben. Der Komponist inszenierte sich selbst als Held in seinem Werk, der Kölner Poet
und Rapper Jonas Klee alias Quichotte interpretierte die Sicht des
Helden auf sich selbst, seinen Kampf mit der Liebe und die selbst­
bezügliche Frage, was überhaupt heldenhaft ist, neu und übertrug
das Thema ins Jetzt. Unter der Leitung von Michael Sanderling nahm
das Gürzenich-Orchester das junge Publikum mit auf die Reise in das
Seeleninnere des Helden und tief in das Meisterwerk von Richard
Strauss – das »Heldenleben«.
Im Schulkonzert mit François-Xavier Roth zur zweiten Sinfonie von
Johannes Brahms hatten die Grundschüler und Grundschülerinnen ein
ganz besonderes Musikerlebnis mit allen Sinnen: Die Kinder verwandelten den Konzertsaal der Philharmonie in ein Farbenmeer aus bunten Tüchern, die unterschiedlichen musikalischen Themen zugeordnet waren. Sich zur Musik zu bewegen, zu tanzen und im wahrsten
Sinne des Wortes eine »Sinn«-fonie zu erfühlen, war genauso erlaubt
wie einfach mal nur die Ohren bewusst »einzuschalten« und zu erfahren, was Musik auslöst, wenn sie einem in die Ohren strömt. Bei
dieser Entdeckungsreise stand die Moderatorin Kornelia Bittman den
jungen Konzertbesuchern des Schulkonzerts zur Seite.
31
Mitsingen, Tanzen, einmal selbst auf der Bühne stehen – all das ist
möglich in den »ohrenauf!«-Schulkonzerten. Das Gürzenich-Orchester
lädt insgesamt fünf Mal im Jahr zum Schulkonzert ein. Auf dem Programm steht jedes Mal ein anderes Werk aus dem aktuellen Sinfo­
niekonzertprogramm. Angeboten werden sowohl Schulkonzerte für
Grundschulen sowie für weiterführende Schulen. Die Kernidee dabei
ist, die Schülerinnen und Schüler aktiv in das Konzertgeschehen einzubinden und sie sogar selbst mitwirken zu lassen. Zusätzlich bietet
»ohrenauf!« den Lehrerinnen und Lehrern im Vorfeld Unterrichtsmaterial an, mit denen der Konzertbesuch mit Vorschlägen zur praktischen
Auseinandersetzung vorbereitet werden kann. Einige Schulklassen
werden auch von Musikerinnen und Musikern des Gürzenich-Orchesters
in der Schule besucht und erhalten eine interaktive Konzerteinführung.
Catharina Starken/Patricia Knebel
32
orchesteraktuell
Ton-Bilder [6]
Georges Braque (1882–1963)
Glas, Violine und Notenblatt, 1912
Öl und Kohle auf Leinwand, 64,5 x 91,5 cm
Museum Ludwig, Köln
Mit der Entwicklung des Kubismus fand Georges Braque eine neue
Darstellungsform für längst vertraute Gegenstände aus der Kunst­
geschichte. Glas, Violine und Notenblatt wurden auch in barocken
Stillleben schon gemalt, Braque aber löst alle festen Formen auf und
zersetzt sie in einzelne Blöcke und Konturensplitter.
Die Geige liegt wie durch ein Prisma betrachtet im Bild, die stilisierten Notenblätter verteilen sich über die Bildfläche. Auf einem steht
zu lesen »Valse«. Das Weinglas hat sich in Kreise und Halbkreise
aufgelöst. Diese Formsplitter sind es, die den Rhythmus des Bildes
ausmachen. Das Wie ist neu, weniger das, was dargestellt ist.
Geigen und Gitarren finden sich immer wieder in Braques Stillleben.
Der Maler Juan Gris meinte, sie seien für Braque das, was die Madonna
für die italienischen Maler der Frührenaissance war. Braque umgab
sich auch im Alltag mit Instrumenten, spielte selbst die Flöte.
Das Werk hängt derzeit im 2. Obergeschoss des Museum Ludwig.
Dr. Miriam Halwani / Museum Ludwig
33
vorschau
sinfoniekonzert 07
Sonntag, 12. März 2017, 11 Uhr
Montag, 13. März 2017, 20 Uhr
Dienstag, 14. März 2017, 20 Uhr
Kölner Philharmonie
Konzerteinführung
So 10 Uhr, Mo u. Di 19 Uhr
Johannes Brahms
Konzert für Violine und Orchester
D-Dur (1878)
Edward Elgar
Sinfonie Nr. 1 As-Dur (1907–1908)
Francesca Dego Violine
Gürzenich-Orchester Köln
Sir Roger Norrington Dirigent
Karten erhalten Sie bei der Gürzenich-Orchester-Hotline: Tel (0221) 280 282,
beim Kartenservice der Bühnen Köln in den Opernpassagen, im Internet unter:
www.guerzenich-orchester.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Oliver Binder studierte in seiner Heimatstadt Salzburg Germanistik, Musikwissenschaft und Geschichte.
Nach Engagements an den Theatern in Salzburg und Heilbronn sowie den Opernhäusern in Dortmund
und Köln ist er seit 2009 als freier Dramaturg und Autor tätig. Er lebt in Wien, wo er seit 2013 einen
Lehrauftrag für Dramaturgie an der Universität für Musik und darstellende Kunst hat.
IMPRESSUM Herausgeber Gürzenich-Orchester Köln, Geschäftsführender Direktor Patrick Schmeing
Redaktion Tilla Clüsserath (verantwortlich), Patrick Hahn, Patricia Knebel Textnachweis Der Text von
Oliver ­Binder ist ein Originalbeitrag. Bildnachweis Titel, S. 17: Marco Borggreve, S. 7, 9, 10, 13, 14:
AKG-images, S. 18: Matthias Baus, S. 20: Patricia Knebel, S. 23, 31: Martina Goyert, S. 28: Holger
Talinski, S. 32: Rheinisches Bild­archiv ­Gestaltung, Satz parole g­ esellschaft für kommu­nika­tion mbh
Druck Köllen Druck + Verlag GmbH
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus urheberrechtlichen Gründen nicht
­gestattet sind. Euro 2,-
34
Das Gürzenich-Orchester Köln dankt Lufthansa und
der Concert-Gesellschaft Köln e.V. für ihr kulturelles
Engagement und ihre großzügige Unterstützung.
Ehrenmitglieder des Kuratoriums
Henriette Reker I Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
Jürgen Roters I Oberbürgermeister der Stadt Köln a. D.
Dr. h. c. Fritz Schramma I Oberbürgermeister der Stadt Köln a. D.
Vorstandsvorsitzender der Concert-Gesellschaft Köln e.V.
Olaf Wegner
Kuratoren
Bechtle GmbH I IT Systemhaus, Waldemar Zgrzebski
Ebner Stolz Partnerschaft mbB I Dr. Werner Holzmayer
Excelsior Hotel Ernst AG I Henning Matthiesen
Generali Investments Deutschland Kapitalanlagegesellschaft mbH I Dr. Ulrich Kauffmann
HANSA-REVISION Schubert & Coll. GmbH I Wirtschafts­prüfungs- und Steuerberatungs­gesellschaft,
Dipl.-Kfm. Bernd Schubert
ifp I Personalberatung und Managementdiagnostik, Jörg Will
Kirberg GmbH Catering Fine Food I Jutta Kirberg
Kölner Bank eG I Bruno Hollweger
Koelnmesse GmbH I Gerald Böse
Kreissparkasse Köln I Alexander Wüerst
Gerd Lützeler I Dipl.-Kaufmann – Wirtschafts­prüfer – Steuerberater
Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA I Dr. Wolfgang Leoni
Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG I Heinrich Becker
ROLEX Deutschland GmbH I Peter Streit
TÜV Rheinland AG I Prof. Dr. Bruno O. Braun
Firmen l Verbände l Vereine
August Hülden GmbH & Co. KG I Dr. Paul Kellerwessel
Henze & Partner I Jürgen Henze
Freie Volksbühne I Astrid Freudenberger
Freytag & Petersen I Prof. Dr. Hugo Heinrich Best
Kölner Bank eG I Bruno Hollweger
Kreissparkasse Köln I Dr. Klaus Tiedeken
Philharmonischer Chor e.V. I Prof. Horst Meinardus
Richard-Wagner-Verband Köln I Gerhard Idolski
Sparkasse KölnBonn I Dr. Christoph Siemons
Theatergemeinde Köln I Norbert Reiche
ifp Will und Partner GmbH & Co. KG I Jörg Will
35
Mitglieder
Konrad und Petra Adenauer I Claudia und Joachim von Arnim I Erika Baunach I Helge und Thekla Bauwens
I Matthias Berg und Dieter Eimermacher I Dr. Regine Blaß I Barbara Blumberg I Wolfgang und Ellen
Böttcher I Birgit Boisserée I Dr. Rudolf von Borries I Sabine Bourry I Andreas Braun I Ursula Breunig I
Prof. Dr. Gerhard Brunn I Prof. Dr. T. Brusius I Dr. Michael und Marita Cramer I Anna Dünnebiervon Paczensky I Klaus und Hella Dufft I Brigitte Eldering I Dr. Ben und Sigrun Elsner I Heinz Christian
Esser I Maria-Hildegard Falderbaum I Brigitte Feierabend I Dr. Klaus Fleischmann und Krista ScheepersFleischmann I Christoph Gallhöfer und Katrin Preuß-Neudorf I Hubertus von Gallwitz I Dr. Marie-Louise
Gaul I Hans und Dr. Helga Gennen I Jutta Geyr I Erwin und Heidi Graebner I Bernd und Gisela Grützmacher
I Hans-Georg und Ursula Gülke I Dr. Klaus und Theodora van Haag I Christa Hackenbruch I Dr. Rolf-D.
Halswick I Bernd Hannemann I Hermann Hauke I Monika und Michael Hegel I Doris und Dieter Heithecker
I Prof. Dr. Klaus Heubeck I Markus Hilgers I Ulrike Höller I Gerd und Ursula Hörstensmeyer I Prof. Dr.
Rolf Huschke-Rhein und Dr. Irmela Rhein I Prof. Dr. Rainer Jacobs I Klaus und Dagmar Jaster I Prof. Dr.
Hermann Kämmerer und Dr. Mireya Schmickler I Prof. Michael und Rose Kaufmann I Werner und Gisela
Kiefer I Prof. Dr. Hans-Friedrich Kienzle und Dr. Sabine Staemmler-Kienzle I Hildegard Kilsbach I Dirk
Klameth I Hans-Josef Klein I Dres. Marlies und Jobst Jürgen Knief I Hermann und Ute Kögler I Cornelia
und Gerald Köhler I Dr. Peter Konner I Dr. Klaus Konner I Bernd Krükel I Dr. Bernd Küppers I Dr. Arnd
Kumerloeve I Dr. Lydia Kunze I Dr. Anke Leineweber I Ute Linack I Susanne Lührig I Dres. Andreas und
Henriette Madaus I Dr.-Ing. Heinz und Rosemarie Mathiak I Johanna von Mirbach-Reich I Hermann-Reiner
Müller I Christian Münster und Bianca Schönemann I Dr. Jochen und Astrid Nacken I Theo und Leni
Nettekoven I Dr. Günther Ocker I Annemarie Opitz I Margarethe Parseghian I Dr. Jürgen Pelka I Manfred
und Christine Pfeifer I Dr. Wolfgang und Doris Postelt I Dres. Hans-Michael und Elisabeth Pott I Julia
Priemer-Bleisteiner I Dr. Reiner I Ingeborg Richter I Prof. Dr. Ulrich Richter I Jacqueline Ritter I Ulrich
Rochels I Axel Rodert und Hedwig Rodert-Rutt I Andreas Röhling I Dr. Dirk Sagemühl I Dr. Bernd Schäfer
und Ulrike Schäfer-Trüb I Dr. Bernhard Schareck I Margarete Schönenborn I Prof. Dr. Ulrich Schröder I
Bernd und Marianne Schubert I Gerd-Kurt und Marianne Schwieren I Siegfried Seidel I Burkhard
Sondermeier I Dr. Angelika Sprüth I Rolf Stapmanns I Gabriele Stroß I Hans Jürgen und Edelgard Thiel
I Peter und Monika Tonger I Anita und Dr. Reiner Tredopp I Hans-Ulrich und Gisela Trippen I Dr. Detlef
Trüb I Markus Ulrich I Heinz-Peter und Andrea Verspay I Peter Egon Wagner I Helmut Wexler I Michael
Wienand I Gabriele Wienhenkel-Pfeiffer I Lotte Wiethoff I Hans-Peter Wolle und Brigitte Bauer
Nehmen Sie Ihr Handy zur Hand.
Scannen Sie diesen QR-Code.
Genießen Sie noch mehr Musik.
Mit dem Gürzenich-Orchester Köln.
Herunterladen