2.2 Polarisation

Werbung
2.2
G
E
2.2.1 Nichtisotrope Medien und Doppelbrechung
Polarisation
zIn
Erinnerung
Polarisation ist die Orientierung des elektrischen Feldes einer elektromagnetischen Welle
optisch anisotropen (nicht zentrosymmetrischen)
Medien ist die Rückstellkraft für Teilchen und damit
die Auslenkung aus der Gleichgewichtslage und die
Kraftkonstante von der Richtung abhängig.
G
P
zRegt
lineare
Polarisation
ein elektromagnetisches Feld ein Teilchen zur
Schwingung an, ist die Schwingungsamplitude und
die Phase und die damit verbundene Polarisation
von der Richtung des Feldes abhängig.
zDie
Eigenfrequenzen (Absorptionsfrequenzen) und
der Brechungsindex sind von der Polarisation des
Feldes und dem k-Vektor abhängig.
zirkular polarisierte Welle
G
E
zDie
erzwungenen Dipolschwingungen im Kristall
sind nicht notwendigerweise parallel zum anregenJG
JG
den E-Feld und damit gilt, dass E und P nicht parallel sein müssen.
§ sin k z Z t M 0 ·
¨
S ¸
E 0 ¨ sin §¨ k z Z t M 0 r ·¸ ¸
2¹¸
©
¨
¨
¸
0
©
¹
zBeispiel
für anisotrope optische Medien:
Kalkspat (CaCO3), Quarzkristall, Glimmer, Kristalle der nichtlinearen Optik.
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
EP III, WS 04/05
Optische Achsen
S. Lochbrunner
LMU
Physik
Ausbreitung in optisch einachsigen Medien
Ausgezeichnete Achse, für die gilt:
Exkurs: Huygenssches Prinzip
zWenn
Von jedem Punkt einer Phasenfront breitet sich
mit der Phasengeschwindigkeit eine Kugelwelle
aus. Die Überlagerung (Interferenz) aller Kugelwellen ergibt die neue Phasenfront.
E-Feld einer Welle parallel zu ihr ist, breitet sich die Welle mit dem
außerordentlichen Brechungsindex n ao aus.
zSteht
das E-Feld senkrecht zur optischen Achse, breitet sich die Welle mit dem
ordentlichen Brechungsindex n o aus.
zSteht
das E-Feld in einem Winkel zur optischen Achse, breiten sich parallele und senkrechte Komponente mit unterschiedlichem Brechungsindex und unterschiedlicher Phasengeschwindigkeit aus.
ebene
Welle
Kugelwelle
(Die Quellen der Kugelwellen sind die oszillierenden Felder der ursprünglichen Phasenfront)
v Ph ˜ t
c0 n˜ t
Ÿ Doppelbrechung
Im Allgemeinen kann es drei verschiedene Brechungsindices geben, die für drei aufeinander senkrecht stehenden optischen Achsen gelten: biaxiale Medien
Kristalle mit einer optischen Achse heißen für nao ! no positiv, und für nao no negativ
optisch einachsig (unaxial).
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
Wenn der Brechungsindex und damit die Phasengeschwindigkeit von der Richtung abhängt,
werden aus den Kugelwellen Ellipsen
vZ
c 0 no
da E-Feld senkrecht zur opt. Achse (z)
vX
c 0 no
für E-Feld senkrecht zur opt. Achse (z)
vX
c 0 n ao für E-Feld parallel zur opt. Achse (z)
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
G
Energiefluss und S nicht mehr parallel zu k-Vektor
Brechungsindex-Ellipsoid
Strahl wird seitlich abgelenkt
richtungsabhängiges n ao
1
sin 2 T
n ao T 2
n ao
Ÿ walk off
cos 2 T
n o2
G
E
Brechungsgesetz gilt für k-Vektor
aber nicht mehr für Energiefluss und Strahlenbündel
T
opt. Achse
G
k ao
ordentlicher und außerordentlicher Strahl haben
unterschiedliche Richtungen
Ÿ Doppelbrechung
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
EP III, WS 04/05
2.2.2 Erzeugung und Manipulation von polarisiertem Licht
I& I A
Allgemein wird der Polarisationsgrad PG definiert als
PG
.
I& I A
2.2.2 Anwendungen der Doppelbrechung
Das Licht klassischer Lichtquellen ist unpolarisiert.
Doppelbrechende Polarisatoren
zDurch
Reflexion im Brewsterwinkel wird vollständig polarisiertes Licht erzeugt.
zPolarisationsfolien
bestehen aus orientierten dichroitischen Kristallen oder Makromolekülen, die in eine Richtung frei bewegliche Elektronen enthalten. Die Orientierung läßt sich
beim Erstarren der Folie durch Ziehen erreichen.
zMithilfe
der optischen Doppelbrechung lassen sich sehr hochwertige und belastbare
Polarisatoren anfertigen. Verhältnisse I a / I o ! 106 lassen sich erreichen.
S. Lochbrunner
LMU
Physik
Polarisatoren mit hoher Transmission und extremer Unterdrückung über
Doppelbrechung
Benützte Phänomene:
• Strahlversatz bei Doppelbrechung
• Winkelversatz bei Doppelbrechung
• Totalreflexion
Polarisator-Typen:
zBeim
Nicolschen Prisma wird an der Eintrittsfläche das Licht in verschiedene Richtungen aufgespalten und das ordentliche Bündel an der Grenzfläche zwischen den beiden
Teilprismen total-reflektiert. Wichtig ist hierbei die Wahl des geeigneten Klebers.
(Material häufig Calcit)
• Nicol-Prisma
• Wollaston-Prisma
zBeim
Glan-Thompson-Polarisator wird der schräge Eintritt vermieden. Es tritt wieder
für das ordentliche Bündel Totalreflektion auf. Am seitlichen Fenster tritt zusätzlich zum
ordentlichen Bündel ein kleiner Teil des außerordentlichen Bündels aus.
zBei
Dünnschicht-Strahlteilerwürfeln wird die Trennfläche zwischen den beiden Hälften
geeignet mit dielektrischen Schichten verspiegelt.
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
1
LMU
Physik
W. Zinth
LMU
Physik
Gedankenexperiment zur Funktion von Polarisatoren:
Was beobachtet man, wenn man einen Analysator I zwischen zwei senkrecht stehende
Polarisatoren einbringt?
(a)
θ´
Quelle
Analysator I
Kerr-Effekt
Analysator II
Durch ein starkes elektrisches Feld lassen sich geeignete Moleküle einer ansonsten isotropen Flüssigkeit teilweise ausrichten. Dadurch kann eine Doppelbrechung erzielt werden,
die wiederum die Drehung der Polarisationsrichtung ermöglicht.
(b) Feldrichtungen
ohne
Analysator I
mit
Analysator I
Eine dünne Platte aus einem doppelbrechenden Kristall, der mit der o.A. parallel zur Plattenoberfläche geschnitten ist, erlaubt die selektive Phasenverzögerung zweier orthogonaler
Komponenten der Lichtwelle. Damit ist es möglich, die Polarisation zu drehen (O/2-Platte)
oder aus linear polarisiertem Licht zirkular polarisiertes Licht zu erzeugen (O/4-Platte).
Die Platten müssen extrem dünn sein, daher wird oft eine Verzögerung mod 2S gewählt.
Da der Unterschied in n von der Wellenlänge abhängt, sind diese Platten stark chromatisch. Durch geschickte Kombination verschiedener Kristalle lässt sich dies kompensieren.
Detektor
Polarisator
Polarisationsdreher (Verzögerungsplättchen)
Pockels-Zelle
E⎥⎥ = 0
E⊥
θ´
E⎥⎥
10
Durch ein starkes elektrisches Feld lässt sich auch die Doppelbrechung eines Kristalls verändern. Damit ist ein Schalten mit Transienten im ns-Bereich möglich. Dies wird in der Lasertechnik
vielfach verwendet.
θ´
E⎥⎥
W. Zinth
LMU
Physik
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
.
Spannungsdoppelbrechung
Optische Aktivität
Auch in homogenen Materialien läßt sich durch externe mechanische Kräfte Doppelbrechung erreichen. Durchleuchtet man Modelle von Werkstücken aus Plexiglas, so tritt bei
entsprechender Verformung ein komplexes Muster von Phasenverzögerungen auf, das
Rückschlüße auf die lokalen Spannungen erlaubt. Mit weißem Licht werden diese Einflüße
als farbige Erschbeinungen sichtbar.
Faraday-Effekt
Manche Stoffe drehen bei beliebiger Richtung der Polarisationsebene des Lichts diese um einen Winkel
D
Ds < d
oder
D
Ds < c < l
Es gibt links- oder rechtsdrehende Substanzen (Beobachtung
entgegen der Lichtrichtung!).
Die optische Aktivität beruht auf speziellen Symmetrieeigenschaften des Mediums. Zum Beispiel kommt kristalliner Quarz in der Natur links- und
rechtsdrehend vor.
Mit einem longitudinalen magnetischen Feld, das
einem Glasstab überlagert wird, wird eine Drehung
der Polarisationsrichtung erzielt. Dies ist unabhängig von der ursprünglichen Polarisationsrichtung.
Bei Umkehr des Lichtbündels ist diese Drehung
nicht reversibel. Daher läßt sich mit einem Faraday-Element und einem Polarisator eine optische
Weiche bauen.
Zucker oder Milchsäure sind auch in
Lösung optisch aktiv. Dies wird in
Saccharimetern zur Messung der
Konzentration der Zuckerlösung verwendet.
Einfaches Modell:
EP III, WS 04/05
S. Lochbrunner
LMU
Physik
Aufgrund der Chrialität der Substanz ist der Brechungsindex für links- bzw. rechtszirkulares Licht unterschiedlich. Damit ergibt sich eine selektive Phasenverzögerung und
damit eine Drehung der linearen Polarisation.
E. Riedle
LMU
Physik
Herunterladen