Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Cannabinoiden bei

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Schwerpunkt
Schmerz
DOI 10.1007/s00482-015-0089-y
© Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Published
by Springer-Verlag Berlin Heidelberg - all rights
reserved 2016
F. Petzke1 · E.K. Enax-Krumova2 · W. Häuser3,4
1 Schmerz-Tagesklinik und -Ambulanz, Klinik für Anästhesiologie,
Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, Deutschland
2 Neurologische Klinik, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH,
Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
3 Innere Medizin I, Klinikum Saarbrücken GmbH, Saarbrücken, Deutschland
4 Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Technische Universität München, München, Deutschland
Wirksamkeit, Verträglichkeit und
Sicherheit von Cannabinoiden
bei neuropathischen
Schmerzsyndromen
Eine systematische Übersichtsarbeit von
randomisierten, kontrollierten Studien
Neuropathischer Schmerz wurde von der
Special Interest Group der International
Association for the Study of Pain (IASP)
als Schmerz definiert, der als direkte
Folge einer Verletzung oder Erkrankung
des somatosensorischen Systems entsteht
(„pain caused by a lesion or disease of the
somatosensory nervous system“), und in
die IASP Taxonomy übernommen [1, 2].
Neuropathischer Schmerz kann einerseits als zentral (Schaden des Gehirns
oder des Rückenmarks) oder peripher
(Schaden eines peripheren Nervs, eines
Plexus, eines Hinterwurzelganglions,
einer Nervenwurzel) klassifiziert werden,
andererseits nach seiner Ätiologie eingeteilt werden: ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall, Entzündung,
neurotoxisch, neurodegenerativ, paraneoplastisch, metabolisch, vitaminmangelund malignombedingt [3].
Grundsätzlich ist neuropathischer
Schmerz die Konsequenz einer mal­
adaptiven Antwort des Nervensystems
auf zahlreiche potenzielle Schadensmechanismen. Er ist gekennzeichnet
durch Schmerzen in Abwesenheit von
noxischen Stimuli und kann spontan
(kontinuierlich oder paroxysmal) oder
durch äußere Reize (z. B. Berührung) aus-
gelöst werden. Neuropathischer Schmerz
ist assoziiert mit typischen klinischen
Befunden wie sensorischen Defiziten
(„loss of function“: z. B. Taubheit) und/
oder einer übersteigerten Wahrnehmung
sensorischer Reize („gain of function“:
z. B. Allodynie). Die Symptommuster
können sich zwischen einzelnen Krankheiten und Patienten mit derselben
Krankheit unterscheiden, vielleicht
als Folge unterschiedlicher Schmerzmechanismen [4].
Eine systematische Übersicht von epidemiologischen Studien über die Prävalenz neuropathischer Schmerzen kam
entsprechend dieser verschiedenen Sichtweisen zu folgenden Ergebnissen. Die
Prävalenz von chronischen Schmerzen
mit neuropathischen Charakteristika
liegt zwischen 6,9 und 10 %. Bei spezifischen Erkrankungen kommen neuropathische Schmerzen ebenfalls mit
großer Variabilität vor, z. B. bei der
postherpetischen Neuralgie mit 3,9–
42,0 Fällen/100.000 Personenjahre,
bei der Trigeminusneuralgie mit 12,6–
28,9 Fällen/100.000 Personenjahre und
bei der schmerzhaften diabetischen
peripheren Neuropathie mit 15,3–
72,3 Fällen/100.000 Personenjahre [5].
Aktuelle Leitlinien zum neuropathi­
schen Schmerz empfehlen übereinstimmend spezielle Antidepressiva
und Antikonvulsiva zur Behandlung
[6, 7]. Der Anteil der Patienten, die
eine substanzielle Schmerzreduktion
(≥ 50 %) mit diesen Medikamenten angeben, liegt bei 10–25 % über Placebo mit
einer „number needed to treat for an additional beneficial outcome“ (NNTB)
zwischen 4 und 10 [6]. Daher besteht die
Notwendigkeit, die Wirksamkeit anderer
medikamentöser Therapieoptionen, z. B.
von Cannabisprodukten, bei chronischen
neuropathischen Schmerzen zu überprüfen.
Derzeit können in Deutschland drei
Cannabisprodukte per Betäubungsmittelrezept verschrieben werden: Dronabinol
[teilsynthetisch produziertes Tetrahydrocannabinol (THC)], Nabilon (vollsynthetisch hergestelltes THC) und eine
Kombination von THC und Cannabidiol
(CBD; Nabiximols) als oromukosales
Spray. Zudem besteht die Möglichkeit einer Ausnahmeerlaubnis durch
das Bundesinstitut für Arzneimittel zur
Verwendung von Cannabisblüten aus
der Apotheke. Zugelassen und von den
Krankenkassen erstattet wird in DeutschDer Schmerz
1
Schwerpunkt
Tab. 1 Suchstrategie in PubMed
Suchbegriff
#1
#2
#3
#4
#5
#6
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#8
#9
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#11
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#20
#21
#22
#23
#24
#25
#26
#27
#28
#29
#30
2
Cannabis
(cannabis* or hash* or
hemp or marijuana or
marihuana or ganka or
bhang).tw
Dronabinol
(dronabinol or marinol
or nabilone or cesamet
or dexanabinol or tetrahydrocannabinol or sativex or „HU 211“).tw.
or/#1-#4
Exp Neuralgia
(pain* or neuralgia or
neuropathic).tw.
#6 or #7
#5 and #8
Cannabis
(cannabis* or hash* or
hemp or marijuana or
marihuana or ganka or
bhang).tw.
Dronabinol
(dronabinol or marinol
or nabilone or cesamet
or dexanabinol or tetrahydrocannabinol or sativex or „HU 211“).tw.
or/#10-#13
Exp Neuralgia
(pain* or neuralgia).tw.
#15 or #16
#14 and #17
Randomized controlled
trial.pt.
Controlled clinical trial.
pt.
Randomized.ab.
Placebo.ab.
Drug therapy.fs.
Randomly.ab.
Trial.ab.
Groups.ab.
19 or 20 or 21 or 22 or 23
or 24 or 25 or 26
Exp animals/not humans.sh.
#27 not #28
#18 and #29
Der Schmerz
Anzahl
Treffer
7059
34.797
6000
5499
38.524
14.819
458.903
463.342
1866
7059
34.797
6000
5499
38.524
14.819
454.796
459.269
1856
410.003
91.564
302.311
157.143
1.832.838
213.960
314.470
1.350.568
3.455.093
4.111.231
2.945.405
744
land bisher nur die Mischung von THC
und CBD als oromukosales Spray zur
Behandlung der Spastik bei multipler
Sklerose (MS). In der Regel übernehmen
die Krankenkassen die Kosten für
Cannabisprodukte außerhalb dieser Zulassung bisher nicht. Die Bundesregierung
plant, den Gebrauch von Cannabinoiden
bei bestimmten medizinischen Indikationen zu erleichtern. Ein Referentenentwurf der Bundesregierung schlägt die
Einrichtung einer staatlichen Stelle, die
den Anbau und Handel von Cannabis
(Medizinalhanf) zur Schmerztherapie
überwachen soll („Cannabisagentur“), vor
[8]. Bei welchen chronischen Schmerzsyndromen Cannabisprodukte in Zukunft in Deutschland verwendet werden
können, ist noch nicht geklärt.
Cannabisprodukte werden von einer
kanadischen Leitlinie als eine Therapieoption bei chronischen neuropathi­schen
Schmerzen genannt [9], eine ameri­
kanische Leitlinie sieht eine Indikation für
zentrale Schmerzen und Spastik bei MS
[10]. Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten kamen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit
von Cannabisprodukten bei chronischen
neuropathischen Schmerzsyndromen [6,
10–14]. Dies erklärt sich vermutlich in
erster Linie durch die unterschiedlichen
Einschlusskriterien der berücksichtigten
Studien (. Tab. 8) oder durch den Fokus
auf Spastik und Schmerz [10].
In Anbetracht der Diskussionen um
den Einsatz von Cannabisprodukten
zu medizinischen Zwecken ist das Ziel
dieser systematischen Übersichtsarbeit,
die vorhandene Evidenz für die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von
Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo
oder etablierten Therapien bei Patienten
aller Altersklassen mit neuropathischen
Schmerzsyndromen zusammenzufassen. Von besonderem Interesse sind
die Datenlage zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Medizinalhanf im Vergleich zu Placebo, etablierten
Therapien oder (teil-)synthetisch hergestellten Cannabinoiden sowie die
Ursachen für die unterschiedlichen Ergebnisse der aktuellen systematischen
Übersichtsarbeiten zu diesem Thema.
Methoden
Diese Übersichtsarbeit wurde gemäß
dem Preferred-Reporting-Items-forSystematic-Reviews-and-Meta-Analy­
ses(PRISMA)-Statement [15], den
IMMPACT-Empfehlungen [16] und
nach den Empfehlungen der Cochrane
Collaboration [17] durchgeführt.
Datenbanken und Suchstrategie
Es wurde eine systematische Suche in den
Datenbanken Cochrane Central Register
of Controlled Trials (CENTRAL) und
PubMed bis November 2015 durchgeführt. Die Suchstrategie für PubMed ist
in . Tab. 1 dargestellt.
Weiterhin wurde auf Clinicaltrials.gov
nach noch nicht veröffentlichten Studienergebnissen gesucht. Die Treffer wurden
mit der Literaturliste von aktuellen
systematischen Übersichtsarbeiten [6, 10–
14] sowie mit der Datenbank der International Association for Cannabinoid
Medicines (IACM; [18]) abgeglichen.
Weiterhin wurden die Literaturlisten der
gefundenen Originalarbeiten manuell
überprüft.
Die Literatursuche wurde von 2 Auto­
ren (FP; WH) unabhängig durchgeführt.
Die Suchergebnisse wurden auf der
Grundlage von Titeln, Abstracts und
teilweise Volltextanalysen unter Verwendung definierter Ein- und Ausschlusskriterien (Filter) für die Verwendbarkeit für die Metaanalysen von
randomisierten, kontrollierten Studien
[„randomized controlled trials“ (RCT)]
analysiert. Filter 1 schloss Suchergebnisse
bei folgenden Kriterien aus: Fragestellung
nicht untersucht; keine kontrollierte
Studie; Tierstudien; keine vollständige
Publikation (z. B. Abstract); Fallberichte;
Leserbriefe; Doppelpublikation; erkennbare Verletzung der Ein- und Ausschlusskriterien im Abstract. Die verbleibenden Studien wurden im Volltext
bestellt. Filter 2 bedeutete den „Ein- und
Ausschluss aufgrund der Kriterien des
Filters 1 nach Lektüre der Volltexte“.
Zusammenfassung · Abstract
Schmerz DOI 10.1007/s00482-015-0089-y
© Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Published by Springer-Verlag Berlin Heidelberg - all rights reserved 2016
F. Petzke · E.K. Enax-Krumova · W. Häuser
Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Cannabinoiden bei neuropathischen
Schmerzsyndromen. Eine systematische Übersichtsarbeit von randomisierten, kontrollierten Studien
Zusammenfassung
Hintergrund. Die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Cannabisprodukten
in der Behandlung neuropathischer Schmerzsyndrome wurde in aktuellen Übersichtsarbeiten unterschiedlich eingeschätzt.
Material und Methoden. Eine systematische
Literatursuche bis November 2015 wurde in
den Datenbanken Cochrane Central Register
of Controlled Trials (CENTRAL), PubMed und
Clinicaltrials.gov durchgeführt. Gesucht
wurde nach randomisierten, kontrollierten
Studien (RCT) mit einer Studiendauer von
≥ 2 Wochen und einer Studienteilnehmerzahl von mindestens n = 9 pro Studienarm mit Medizinalhanf und/oder (halb-)
synthetischen Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo oder einem anderen
aktiven Medikament bei chronischen neuropathischen Schmerzsyndromen. Klinische
Endpunkte der Analyse waren Wirksamkeit (≥ 30 %ige bzw. 50 %ige Schmerzreduktion, durchschnittliche Schmerzintensität, globale Besserung, gesundheitsbezogene
Lebensqualität), Verträglichkeit (Abbruchrate wegen Nebenwirkungen; zentralnervöse
und psychiatrische Nebenwirkungen)
und Sicherheit (schwerwiegende Nebenwirkungen). Mithilfe eines Random-effectsModells wurde für kategoriale Daten die absolute Risikodifferenz (RD) und für kontinuierliche Variablen die standardisierte Mittelwert-
differenz (SMD) berechnet. Die methodische
Qualität der RCT wurde mit dem Cochrane
Risk of Bias Tool evaluiert.
Ergebnisse. Wir schlossen 15 RCT und
1619 Teilnehmer ein. Die Studiendauer lag
zwischen 2 und 15 Wochen. Zehn Studien
verwendeten ein pflanzenbasiertes Spray
aus Tetrahydrocannabinol/Cannabidiol,
3 Studien ein synthetisches Cannabinoid
(2-mal Nabilon, 1-mal Dronabinol) und
2 Studien Medizinalhanf. Die 13 Studien mit
parallelem bzw. Cross-over-Design ergaben
folgende Ergebnisse [mit 95 %-Konfidenzintervall (KI)]: Cannabinoide waren Placebo
in der Reduktion der Schmerzintensität
mit einer SMD von − 0,10 (95 %-KI: − 0,20–
− 0,00; p = 0,05; 13 Studien mit 1565 Teilnehmern), in der Häufigkeit einer ≥ 30 %igen
Schmerzreduktion mit einer RD von 0,10
[95 %-KI: 0,03–0,16; p = 0,004; 9 Studien
mit 1346 Teilnehmern; „number needed
to treat for additional benefit“ (NNTB): 14;
95 %-KI: 8–45] und in der Häufigkeit einer
starken oder sehr starken globalen Verbesserung mit einer RD von 0,09 (95 %-KI:
0,01–0,17; p = 0,02; 7 Studien mit 1092 Teilnehmern; NNTB: 15; 95 %-KI: 8–58) überlegen. Es fanden sich keine signifikanten
Unterschiede zwischen Cannabinoiden und
Placebo in der Häufigkeit einer ≥ 50 %igen
Schmerzreduktion, in der Verbesserung der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität und
in der Häufigkeit schwerer Nebenwirkungen.
Patienten unter Cannabinoiden brachen die
Therapie häufiger wegen Nebenwirkungen
ab [RD: 0,04; 95 %-KI: 0,01–0,07; p = 0,009;
11 Studien mit 1574 Teilnehmern; „number
needed to treat for additional harm“ (NNTH):
19; 95 %-KI: 13–37)], berichteten häufiger
zentralnervöse Nebenwirkungen (RD: 0,38;
95 %-KI: 0,18–0,58; p = 0,0003; 9 Studien mit
1304 Teilnehmern; NNTH: 3; 95 %-KI: 2–4)
und ebenso psychiatrische Nebenwirkungen
(RD: 0,11; 95 %-KI: 0,06–0,16; p < 0,0001;
9 Studien mit 1304 Teilnehmern; NNTH: 8;
95 %-KI: 7–12).
Schlussfolgerungen. Cannabinoide waren
Placebo in der Wirksamkeit geringfügig überlegen, in ihrer Verträglichkeit aber unterlegen. Hinsichtlich der Sicherheit im Studienzeitraum ergab sich kein Unterschied.
Bei ausgewählten Patienten mit neuropathischen Schmerzen können Cannabinoide
für eine kurz- und mittelfristige Therapie mit
Cannabinoiden bei nicht ausreichendem
Effekt von Erst- und Zweitlinientherapien in
Betracht gezogen werden.
Schlüsselwörter
Cannabis · Tetrahydrocannabinol ·
Cannabidiol · Nabilon · Dronabinol
Efficacy, tolerability and safety of cannabinoids for chronic neuropathic pain.
A systematic review of randomized controlled studies
Abstract
Background. Recently published systematic reviews came to different conclusions with
respect to the efficacy, tolerability and safety
of cannabinoids for treatment of chronic neuropathic pain.
Material and methods. A systematic search
of the literature was carried out in MEDLINE,
the Cochrane central register of controlled trials (CENTRAL) and clinicaltrials.gov up until
November 2015. We included double-blind
randomized placebo-controlled studies (RCT)
of at least 2 weeks duration and with at least
9 patients per treatment arm comparing medicinal cannabis, plant-based or synthetic
cannabinoids with placebo or any other active drug treatment in patients with chronic neuropathic pain. Clinical endpoints of the
analyses were efficacy (more than 30 % or
50 % reduction of pain, average pain inten-
sity, global improvement and health-related
quality of life), tolerability (drop-out rate due
to side effects, central nervous system and
psychiatric side effects) and safety (severe
side effects). Using a random effects model
absolute risk differences (RD) were calculated
for categorical data and standardized mean
differences (SMD) for continuous variables.
The methodological quality of RCTs was rated
by the Cochrane risk of bias tool.
Results. We included 15 RCTs with 1619 participants. Study duration ranged between 2
and 15 weeks. Of the studies 10 used a plantderived oromucosal spray with tetrahydrocannabinol/cannabidiol, 3 studies used a
synthetic cannabinoid (2 with nabilone and
1 with dronabinol) and 2 studies used medicinal cannabis. The 13 studies with parallel or cross-over design yielded the fol-
lowing results with 95 % confidence intervals (CI): cannabinoids were superior to placebo in the reduction of mean pain intensity with SMD − 0.10 (95 % CI − 0.20– − 0.00,
p = 0.05, 13 studies with 1565 participants),
in the frequency of at least a 30 % reduction in pain with an RD of 0.10 [95 % CI 0.03–
0.16, p = 0.004, 9 studies with 1346 participants, number needed to treat for additional benefit (NNTB) 14, 95 % CI 8–45] and in the
frequency of a large or very large global improvement with an RD of 0.09 (95 % CI 0.01–
0.17, p = 0.009, 7 studies with 1092 participants). There were no statistically significant
differences between cannabinoids and placebo in the frequency of at least a 50 % reduction in pain, in improvement of healthrelated quality of life and in the frequency of serious adverse events. Patients treat-
Der Schmerz
3
Schwerpunkt
ed with cannabinoids dropped out more frequently due to adverse events with an RD of
0.04 [95 % CI 0.01–0.07, p = 0.009, 11 studies with 1572 participants, number needed
to treat for additional harm (NNTH) 19, 95 %
CI 13–37], reported central nervous system
side effects more frequently with an RD of
0.38 (95 % CI 0.18–0.58, p = 0.0003, 9 studies
with 1304 participants, NNTH 3, 95 % CI 2–4)
Ein- und Ausschlusskriterien
Arten von Studien
Die Ein- und Ausschlusskriterien glie­
derten sich wie folgt:
Einschlusskriterien:
55Randomisierte oder quasirandomisierte, kontrollierte Studien
mit therapeutischer Zielsetzung und
einer Dauer von ≥2 Wochen (Aufdosierung und Erhaltungsphase bei
Parallel- und Cross-over-Design;
„double blind withdrawal phase“ für
Enriched-enrolment-randomizedwithdrawal(EERW)-Design; bei
Cross-over-Studien Summe der Behandlungstage pro Medikament im
Falle von mehreren Behandlungsepisoden)
55Studienveröffentlichung in einer Zeitschrift mit Peer-review-Verfahren
55Studien mit einem Parallel-, Crossover- und EERW-Design
55Studien mit Cross-over-Design
wurden nur eingeschlossen, wenn
zzdie Daten der beiden Behandlungsperioden getrennt berichtet wurden
oder
zzstatistische Tests durchgeführt
wurden, die keinen Hinweis auf
einen signifikanten Carry-overEffekt zeigten, oder
zzstatistische Anpassungen im Falle
eines signifikanten Carry-overEffekts durchgeführt wurden oder
zzandere Maßnahmen beschrieben
wurden, um einen Carry-overEffekt zu vermeiden.
55Studien, die mindestens eines der
unten aufgeführten Ergebnismaße für
Wirksamkeit und mindestens eines
für Verträglichkeit/Sicherheit berichteten
55Je Studienarm mindestens
9 Patienten
4
Der Schmerz
and psychiatric side effects with an RD of 0.11
(95 % CI 0.06–0.16, p < 0.0001, 9 studies with
1304 participants, NNTH 8, 95 % CI 7–12).
Conclusion. Cannabinoids were marginally superior to placebo in terms of efficacy and
inferior in terms of tolerability. Cannabinoids
and placebo did not differ in terms of safety
during the study period. Short-term and intermediate-term therapy with cannabinoids
Ausschlusskriterien:
55Studien, die nur als Abstracts oder
Poster publiziert waren
55Studien, deren primäres Ziel die
Überprüfung der Wirksamkeit
von Cannabinoiden als Bedarfsmedikation war
Teilnehmer
Entsprechend den Studien schlossen wir
Patienten mit folgenden chronischen
neuropathischen Schmerzsyndromen ein:
55Zentraler neuropathischer Schmerz
(z. B. nach Schlaganfall, MS)
55Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ II
55Human-immunodeficiencyvirus(HIV)-assoziierte periphere
Neuropathie
55Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie
55Polyneuropathie anderer Ätiologie,
z. B. toxisch (Alkohol, Zytostatika)
55Phantomschmerz
55Postherpetische Neuralgie
55Postoperativer oder traumatischer
neuropathischer Schmerz (peripherer
Nervenschaden; Plexusschädigung)
55Rückenmarksverletzung
55Trigeminusneuralgie
Studien, in denen zwar chronischer
Schmerz bei neurologischen Erkrankungen mit erhoben wurde, aber
nicht explizit festgelegt wurde, dass der
Schmerz neuropathisch war, wurden ausgeschlossen. Studien mit „mixed pain“
[19] wurden ausgeschlossen, da
55das Konzept derzeit weder international akzeptiert noch validiert ist
und
55der Fokus der Übersichtsarbeit auf
neuropathischen Schmerzen lag.
can be considered in selected patients with
chronic neuropathic pain after failure of firstline and second-line therapies.
Keywords
Cannabis · Tetrahydrocannabinol ·
Cannabidiol · Nabilone · Dronabinol
Interventionen
Wir schlossen Studien ein, in denen inhalierter oder mit der Nahrung aufgenommener pflanzlicher Cannabis
bzw. Marihuana (sog. Medizinalhanf),
teilsynthetisch (aus Cannabispflanze
extrahiert und chemisch aufbereitet)
oder vollsynthetisch hergestellte und oral
oder nasal zugeführte Cannabinoide (z. B.
CBD, Dronabinol, Nabilon) mit Placebo
oder einem anderen aktiven Medikament
verglichen wurden.
Datenextraktion und -eingabe
Die Autoren extrahierten in 2 Paaren (FP,
EK; FP, WH) Daten zu Ein- und Ausschlusskriterien der Studien, Teilnehmermerkmalen, Interventionsgruppen, Interventionen, zum Studienland und zur
Studienfinanzierung. Waren die Daten
nicht in einem für die Datenextraktion geeigneten Format verfügbar, verzichteten
wir auf eine Anfrage bei den Studienautoren zur Klärung des Problems. Die
Dateneingabe in die statistische Software
erfolgte durch einen Autor (WH) und
wurde durch einen anderen (FP) überprüft. Bei Meinungsverschiedenheiten
wurde im Gespräch eine Einigung herbeigeführt.
Umgang mit fehlenden Daten
Wenn sowohl Baseline-observationcarried-forward(BOCF)- als auch Lastobservation-carried-forward(LOCF)Daten für eine Intention-to-treat(ITT)Analyse angeführt waren, gaben wir den
BOCF-Daten den Vorzug. Fehlten Mittelwerte (MW) oder Standardabweichungen
(SD), berechneten wir sie aus den tWerten, Konfidenzintervallen (KI) oder
Standardfehlern, soweit diese im Beitrag
angegeben waren. Ließen sich fehlende
SD nicht aus diesen Werten ermitteln,
Tab. 2 Ausgeschlossene Studien mit Ausschlussgrund nach Lektüre des vollständigen Texts
Studiea
Abrams 2007 [A16]
Corey-Bloom 2012 [A17]
Art des Cannabinoids
Cannabiszigaretten
Cannabiszigaretten
Anzahl der Patienten; behandelte Krankheit
55 Patienten mit HIV-assoziierter Neuropathie
30 Patienten mit MS
Karst 2003 [A18]
Synthetisches CT3
Notcutt 2004 [A19]
THC vs. CBD vs. THC/CBD
21 Patienten mit zentralem und peripherem
neuropathischem Schmerz
34 „N-of-1 trials“
Novotna 2011 [A20]
THC/CBD-Mundspray
Turcotte 2015 [A21]
Wade 2003 [A22]
Nabilon
THC vs. CBD vs. THC/CBD
Wade 2004 [A23]
THC/CBD-Mundspray
Wilsey 2008 [A24]
Cannabiszigaretten
Wilsey 2013 [A25]
Vaporisierter Cannabis
Wissel 2006 [A26]
Nabilon
Zajicek 2003 [A27]
Orales Cannabisextrakt (THC)
38 Patienten mit zentralem und peripherem
neuropathischem Schmerz
39 Patienten mit zentralem und peripherem
neuropathischem Schmerz
11 Patienten mit MS und Erkrankung des oberen
Motoneurons
667 Patienten mit MS
Zajicek 2012 [A28]
Orales Cannabisextrakt (THC)
275 Patienten mit MS
572 Patienten mit MS und therapierefraktärer
Spastik
15 Patienten mit neuropathischem Schmerz bei MS
20 Patienten mit zentralem und peripherem
neuropathischem Schmerz
160 Patienten mit Schmerz bei MS
Grund
Behandlungsperiode von nur 5 Tagen
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
Daten der Ergebnismaße der Wirksamkeit nicht für Metaanalyse geeignet
2 Patienten ohne neuropathischen
Schmerz
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
n < 9 pro Behandlungsarm
Nur 13/20 mit Schmerz; keine explizite
Diagnose neuropathischer Schmerzen
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
Studiendauer < 1 Woche
Studiendauer < 1 Woche
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
Keine explizite Diagnose neuropathischer Schmerzen
CBD Cannabidiol; HIV „human immunodeficiency virus“; MS multiple Sklerose; THC Tetrahydrocannabinol.
aQuellenangaben s. . Infobox 2.
wurde die Studie von der entsprechenden
Analyse ausgeschlossen. Wenn Schmerzreduktionsraten von ≥ 30 bzw. ≥ 50 %
nicht berichtet wurden, wurden sie –
falls MW und SD der Schmerzintensität
bei Baseline und Ende der Therapie berichtet waren – mithilfe einer validierten
Imputationsmethode berechnet [20].
Als Signifikanzniveau wurde ein p-Wert
≤ 0,05 festgesetzt.
Ergebnismaße
Folgende Ergebnismaße für Wirksamkeit
und Risiken wurden gewählt [21]:
Wirksamkeit
1. Anzahl der Patienten mit einer
≥ 50 %igen Schmerzreduktion
2. Anzahl der Patienten mit einer
≥ 30 %igen Schmerzreduktion
3. Durchschnittliche Schmerzintensität. Wir beschlossen post hoc, falls
sowohl die allgemeine Schmerzintensität als auch gezielt die Intensität neuropathischer Schmerzen
berichtet wurde, die allgemeine
Schmerzintensität zu wählen, da
neuropathische Schmerzscores nur
von einem Teil der Studien verwendet wurden.
4. Allgemeine Besserung (Zahl der
Patienten, die eine globale starke oder
sehr starke Besserung angaben)
5. Gesundheitsbezogene Lebensqualität.
Wir beschlossen post hoc folgende
Reihenfolge der Auswahl, falls
mehr als ein Lebensqualitätsscore
verwendet wurde: EuroQoL-5D,
Gesamtgesundheitszustand, visuelle
Analogskala (VAS) 100 > EuroQoL5D-Score; EuroQoL-5D > SF-36; SF36, körperlicher Summenwert > SF36, körperliche Funktionsfähigkeit >
SF-36, mentaler Summenwert; SF-36
> Pain Disability Index.
Verträglichkeit
1. Anzahl der Patienten, welche die
Studie wegen Nebenwirkungen abbrachen
2. Anzahl der Patienten mit zentralnervösen Nebenwirkungen, nach
Medical Dictionary for Regulatory
Activities (MedDRA; [22]).
3. Anzahl der Patienten mit
psychiatrischen Nebenwirkungen
(nach MedDRA; [22])
Sicherheit
1. Anzahl der Patienten mit (schwerwiegenden) Nebenwirkungen inklusive Anzahl verstorbener
Patienten
Datensynthese
Die quantitative Datensynthese erfolgte
mit der Software RevMan [23]. Als
Effektmaße wurden absolute Risikodifferenzen (RD) für dichotome
Variablen und standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) für kontinuierliche Variablen gewählt, die mittels eines
Random-effects-Modells (Methode der
inversen Varianz) berechnet wurden.
Die 95 %-KI für die Effektmaße wurden
Der Schmerz
5
Schwerpunkt
Sensitivitätsanalyse
MEDLINE (n=99)
Eingeschlossen
Weitere Treffer aus
systematischen
Übersichten (n=39)
Wir planten Sensitivitätsanalysen durch
Ausschluss von Studien, in denen wir
MW und/oder SD aus Abbildungen
extrahierten.
Doppelte Treffer
ausgeschlossen
(n=57)
Ergebnisse
Literatursuche
Anhand der Zusammenfassung ausgeschlossen
(n=104)
Zusammenfassungen geprüft
(n=132)
Eignung
Screening
Suche
Treffer durch Suche in den
Datenbanken (n=150), davon
Ausschluss (n=13)
Volltexte auf
Eignung geprüft
(n=28)
Eingeschlossene Studien
für die qualitative Analyse
(n=15)
• Therapiedauer < 2 Wochen (n=3)
• Patienten mit (möglichen)
nozizeptiven Schmerzen
eingeschlossen (n=8)
• Ergebnisdarstellung nicht für Metaanalyse verwertbar (n=1)
• <10 Patienten pro Studienarm
(n=1)
Eingeschlossene Studien
für die quantitative
Analyse (n=15)
Abb. 1 8 Studienflussdiagramm
berechnet. Der Grenzwert für einen
relevanten Nutzen bzw. Schaden wurde
durch eine NNTB bzw. „number needed
to treat for additional harm“ (NNTH)
< 10 festgesetzt [24]. Die Einteilung der
Effektstärken der SMD erfolgte nach
Cohen: 0–0,2: nicht substanziell; 0,2–0,5:
gering; 0,5–0,8: mäßig; > 0,8: stark [25].
Ein minimal bedeutsamer Unterschied
(„minimal important difference“) wurde
bei einer SMD ≥ 0,2 angenommen [26].
Die Heterogenität der gepoolten Effektstärken wurde an Hand der I2-Statistik bestimmt; I2 > 50 % wurde als substanzielle
Heterogenität bewertet [17].
Die Qualität der Evidenz wurde nach
dem Cochrane Risk of Bias Table bestimmt [17, 27]. Die Qualität der Evidenz
wurde wie folgt eingeteilt: hoch: geringes
Risiko einer Verzerrung in 6–8 Kriterien;
mäßig: geringes Risiko einer Verzerrung
in 3–5 Kriterien; niedrig: geringes Risiko
einer Verzerrung in 0–2 Kriterien [27].
6
Der Schmerz
Einschätzung des Publikationsbias
Ein Publikationsbias wurde nach
folgender Methode bestimmt: Anzahl
der unpublizierten Daten mit einem
Nulleffekt, die notwendig sind, um eine
klinisch irrelevante NNT von ≥ 10 zu erzielen [24].
Subgruppenanalyse
Wir planten folgende Subgruppenanalysen: einzelne neuropathische Schmerzsyndrome (z. B. schmerzhafte periphere diabetische Polyneuropathie; postherpetische Neuralgie, MS); synthetische
vs. teilsynthetische Cannabinoide vs.
Medizinalhanf; industriell (pharma­
zeutische Firma) vs. öffentlich gespon­
serte Studien.
. Abb. 1 gibt den Studienfluss der
Literaturanalyse wieder. Wir schlossen
13 Studien mit 1927 Patienten nach
Lektüre der Volltexte aus. Ausschlussgrund war bei 3 Studien die kurze
Studiendauer. Acht Studien mit MSPatienten wurden ausgeschlossen, da das
Einschlusskriterium nicht der neuropathische Schmerz, sondern eine MSassoziierte Spastik war. Schmerz wurde
in den Studien lediglich als sekundäres
Ergebnismaß berichtet. Die Studien
stellten nicht explizit fest, dass es sich
um neuropathische Schmerzen handelte,
auch war neuropathischer Schmerz kein
Einschlusskriterium. Eine Studie wurde
wegen geringer Teilnehmerzahl ausgeschlossen, eine Studie wegen nicht für
die Metaanalyse verwertbarer Endpunkte
(. Tab. 2). Wir schlossen 15 Studien
(. Infobox 1) mit 1619 Patienten ein.
Quellenangaben zu den ausgeschlossenen
Studien finden sich in . Infobox 2.
Eigenschaften der
eingeschlossenen Studien
Studiendesign
Vier Studien hatten ein Cross-over-,
10 Studien ein Parallel- und eine Studie
ein EERW-Design. Eine Studie mit
einem Paralleldesign schloss eine EERWPhase an. Sieben Studien hatten eine
Dauer < 4 Wochen, 6 eine Dauer von
4–12 Wochen und 2 eine Dauer von
12–24 Wochen. Acht Studien wurden
in Europa, 4 in Nordamerika und 3 auf
mehreren Kontinenten durchgeführt.
Neun Studien wurden vom Hersteller
des Cannabisprodukts und 6 Studien von
öffentlichen Trägern gefördert (. Tab. 3).
Tab. 3 Charakteristika der in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien
Referenza
Land der Studie/
Sponsoring
Zahl der
Patienten
Studiendesign
Berman 2004
[A1]
Großbritannien/
durch Industrie gesponsert
48 Patienten
Cross-over, je
2 Wochen, mit
2-wöchiger Auswaschphase
Ellis 2009 [A2]
USA/öffentlich gesponsert
34 Patienten
Cross-over, je
2 Wochen, mit
2-wöchiger Auswaschphase
Neuropathischer
Schmerz bei HIV,
Diagnose durch
Neurologen und Total
Neuropathy Score
Frank 2008
[A3]
Großbritannien/
durch Industrie gesponsert
Cross-over, je
6 Wochen, mit
2-wöchiger Auswaschphase
Langford 2013
[A4]
Großbritannien,
Tschechische Republik, Kanada, Spanien,
Frankreich/durch Industrie gesponsert
Großbritannien,
Tschechische Republik, Kanada, Spanien,
Frankreich/durch Industrie gesponsert
48 Patienten mit
Cannabinoid,
dann Dihydrocodein; 48 Patienten mit Dihydrocodein, dann
Cannabinoid
167 Patienten
mit Cannabinoid;
172 Patienten mit
Placebo
Zentrale und periphere Neuropathie
verschiedener Ätiologie, definierte diagnostische Kriterien
für neuropathischen
Schmerz erfüllt
Zentraler neuropathischer Schmerz
bei MS, nicht weiter
spezifiziert
THC und CBD als Mundspray (bis 12-mal/24 h,
maximal 32,5 mg
THC/30 mg CBD)
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Zentraler neuropathischer Schmerz
bei MS, nicht weiter
spezifiziert
THC und CBD als Mundspray (bis 12-mal/24 h,
maximal 32 mg
THC/30 mg CBD)
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Chemotherapieinduzierte Polyneuropathie, Nachweis sensorischer Abnormitäten
Schmerzhafte diabetische periphere
Polyneuropathie bei
Diabetes mellitus
Typ 1 und 2, Neuropathie-Defizit-Score > 3
Rückenmarksverletzung mit neuropathischem Schmerz, nicht
spezifiziert
MS (n = 24) und „other
defects of neurological function“ (n = 12),
nicht spezifiziert
Periphere Neuropathie verschiedener
Ätiologie, mit Allodynie und nachgewiesener Nervenläsion
THC und CBD als Mundspray (bis 12-mal/24 h,
maximal 32 mg
THC/30 mg CBD)
THC und CBD als Mundspray (bis 24-mal/24 h,
maximal 65 mg
THC/60 mg CBD)
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Langford 2013
[A4]
Lynch 2014
[A5]
NCT00710424
[A6]
Kanada/Medikation
von Industrie bereitgestellt; Studie aus
Eigenmitteln
Tschechische Republik, Rumänien, Großbritannien/durch
Industrie gesponsert
NCT01606202
[A7]
Rumänien, Großbritannien/durch Industrie gesponsert
NCT01606176
[A8]
Großbritannien/
durch Industrie gesponsert
Nurmikko
2007 [A9]
Belgien, Großbritannien/durch Industrie
gesponsert
21 Patienten mit
Cannabinoid;
20 Patienten mit
Placebo
18 Patienten mit
Cannabinoid und
Placebo
Parallel, 1 Woche
Baseline, 14 Wochen Therapie
EERW, 2 Wochen
Retitration,
12 Wochen
Therapie, stabile
Phase, 4 Wochen
randomisiertes
Absetzen
Cross-over, je
4 Wochen
132 Patienten
mit Cannabinoid;
142 Patienten mit
Placebo
Parallel, 1 Woche
Baseline, 14 Wochen Therapie
56 Patienten mit
Cannabinoid;
60 Patienten mit
Placebo
36 Patienten mit
Cannabinoid;
34 Patienten mit
Placebo
63 Patienten mit
Cannabinoid;
62 Patienten mit
Placebo
Parallel, 1–3 Wochen Baseline,
3 Wochen Therapie
Parallel, 1–3 Wochen Baseline,
3 Wochen Therapie
Parallel, 1 Woche
Baseline, 5 Wochen Therapie
Art des neuropathischen
Schmerzes
Plexus-brachialis-Neuropathie nach Trauma
mit „intractable pain“
Art des Cannabinoids
und Dosis
THC und CBD als Mundspray (bis 48-mal/24 h,
maximal 130 mg
THC/120 mg CBD), THC
als Mundspray (bis
48-mal/24 h, maximal
130 mg THC/120 mg
CBD)
Cannabiszigaretten
(THC-Gehalt je nach
Wirksamkeit und Verträglichkeit 4–8 %)
Nabilon auf 2 mg/Tag
THC und CBD als Mundspray (bis 48-mal/24 h,
maximal 130 mg
THC/120 mg CBD)
THC und CBD als Mundspray (bis 48-mal/24 h,
maximal 120 mg
THC/120 mg CBD)
THC und CBD als Mundspray (bis 48-mal/24 h,
maximal 130 mg
THC/120 mg CBD)
Kontrollen/
Prüfung der
Verblindung
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft, als
Störfaktor diskutiert
Placebozigarette/Verblindung
geprüft (> 90 %
identifizieren
aktive Behandlung in beiden
Phasen)
Dihydrocodein
auf 240 mg/Tag/
Verblindung
nicht geprüft
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft,
als Störfaktor
diskutiert, Intoxikationsscore
gleich
Der Schmerz
7
Schwerpunkt
Tab. 3 (Fortsetzung)
Referenza
Land der Studie/
Sponsoring
Zahl der
Patienten
Studiendesign
Rog 2005
[A10]
Großbritannien/
durch Industrie gesponsert
Parallel, 5 Wochen
Selvarajah
2010 [A11]
Großbritannien/
durch Industrie gesponsert
34 Patienten mit
Cannabinoid;
32 Patienten mit
Placebo
15 Patienten mit
Cannabinoid;
15 Patienten mit
Placebo
Serpell 2014 /
NCT00710554
[A12]
Rumänien, Großbritannien, Tschechische Republik,
Belgien, Kanada/
durch Industrie gesponsert
128 Patienten
mit Cannabinoid;
118 Patienten mit
Placebo
Parallel, 1–3 Wochen Baseline,
3 Wochen Therapie
Svendsen
2004 [A13]
Je 24 Patienten
mit Cannabinoid
und Placebo
Toth 2012
[A14]
Dänemark/Medikation von Industrie
bereitgestellt, Studie
öffentlich gesponsert
Kanada/durch Industrie gesponsert
Ware 2010
[A15]
Kanada/öffentlich
gesponsert
Cross-over,
je 2 Wochen,
2–3 Wochen Auswaschphase
EERW, 4 Wochen
einfach verblindet, 5 Wochen
randomisiertes
Absetzen
Cross-over, je
2 Wochen, 9 Tage
Auswaschphase
Je 13 Patienten
mit Cannabinoid
und Placebo
Je 21 Patienten
mit Placebo und
3 verschiedenen
Cannabinoidkonzentrationen
Parallel, 2 Wochen
Titration, 10 Wochen Erhaltung
Art des neuropathischen
Schmerzes
Zentraler neuropathischer Schmerz bei MS,
sorgfältige neurologische Evaluation
Schmerzhafte periphere diabetische
Polyneuropathie, mit
definiertem TotalNeuropathy-ScoreBereich
Postherpetische
Neuralgie, periphere
Neuropathie, fokale
Nervenläsion, Radikulopathie, komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ II mit
definierter Allodynie
MS mit definierten
Kriterien zentraler
neuropathischer
Schmerzen
Schmerzhafte periphere diabetische
Polyneuropathie,
DN4-Score > 4
Traumatischer oder
postoperativer neuropathischer Schmerz
(keine Angaben, ob
peripher oder zentral)
mit Allodynie (Hyperalgesie
Art des Cannabinoids
und Dosis
THC und CBD als Mundspray (bis 48-mal/24 h,
maximal 130 mg
THC/120 mg CBD)
THC und CBD als Mundspray (bis 4-mal/24 h,
maximal 108 mg
THC/100 mg CBD)
Kontrollen/
Prüfung der
Verblindung
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
THC und CBD als Mundspray (bis 24-mal/24 h,
maximal 65 mg
THC/60 mg CBD)
Placebospray/
Verblindung
nicht geprüft
Dronabinol 2,5–10 mg/
Tag
Placebokapseln/67 %
erkannten Gruppenzuteilung
Placebotablette/
Verblindung
nicht geprüft
Nabilon bis 5 mg/Tag
Medizinalhanf über
Titanpfeife 1-mal/Tag;
2,5 %, 6 % und 9,4 %
THC
Medizinalhanf
über Titanpfeife
1-mal/Tag, 0 %
THC/Verblindung nicht überprüft, als Störfaktor diskutiert
CBD Cannabidiol; EERW „enriched enrolment randomized withdrawal“; HIV „human immunodeficiency virus“; MS multiple Sklerose; NSAR nichtsteroidale Antirheumatika;
THC Tetrahydrocannabinol.
aQuellenangaben s. . Infobox 1.
Teilnehmer
Alle Studien wurden nur mit Erwachsenen
durchgeführt. Vier Studien schlossen
Patienten mit zentralen neuropathischen
Schmerzsyndromen (meist MS) ein,
3 Studien Patienten mit verschiedenen
peripheren neuropathischen Schmerzsyndromen, 2 Studien Patienten mit
diabetischer Polyneuropathie und je eine
Studie Patienten bei neuropathischem
Schmerz nach Rückenmarksverletzung,
Plexusschädigung, bei HIV-assoziierter
Neuropathie, nach Trauma/Operation
und nach Chemotherapie sowie mit gemischten zentral-peripheren neuropathischen Schmerzsyndromen. Elf
Studien berichteten ein differenziertes
Vorgehen zur Sicherung der Diagnose
8
Der Schmerz
neuropathischer Schmerz, 4 Studien berichteten nur über die Präsenz neuropathischer Schmerzen bei typischen
klinischen Diagnosen (. Tab. 3). Die
Verblindung wurde in 2 Studien überprüft
und zeigte hohe Raten der Identifizierung
der Prüfmedikation (Dronabinolkapsel,
Cannabiszigarette), 3 weitere Studien diskutierten eine Entblindung als möglichen
Störfaktor (2-mal Nabiximols, 1-mal
Medizinalhanf).
Alle bis auf eine Studie erlaubten
die Fortführung einer vorbestehenden
Therapie mit anderen Analgetika. Bei 11
dieser 14 Studien finden sich tabellarische
oder andere Angaben zur Häufigkeit der Behandlung mit beispielsweise
Opioiden, Antikonvulsiva und Anti-
depressiva, in 13 von 15 Studien wird
eine minimale Schmerzintensität als Einschlusskriterium definiert (. Tab. 4). In
5 Studien wurden Patienten erst nach
Versagen einer definierten Vortherapie
bzw. bei „intractable pain“ aufgenommen.
Alle bis auf eine Studie berichteten umfangreiche Ausschlusskriterien. Patienten
mit aktuellen psychischen Störungen
(inklusive Substanzmissbrauch) sowie
relevanten körperlichen Erkrankungen
wurden von allen Studien ausgeschlossen.
Die meisten Studien schlossen Patienten
mit vorbekannten psychischen Störungen
(inklusive Substanzmissbrauch) und Epilepsie aus (. Tab. 4).
Zehn Studien berichteten über Vorerfahrungen mit Cannabinoiden
Reihenfolge der Randomisierung (Selektionsbias)
Verdeckte Zuteilung (Selektionsbias)
Verblindung von Teilnehmern und Personal (Interventionsbias)
Verblindung der Ergebnismessung (Messungsbias)
Unvollständige Ergebnisse (Verschleißbias)
Selektive Veröffentlichung von Daten (Publikationsbias)
Selektionsbias
Bias durch Stichprobengröße
(zwischen 6 und 91 %). Nur eine Studie
unterschied zwischen medizinischer Anwendung und Freizeitgebrauch. Studien
mit Parallelgruppen waren diesbezüglich
ausgewogen, 2 Studien aus Kanada und
den USA mit Medizinalhanf hatten die
höchsten Quoten (. Tab. 4).
Berman 2004 THC/CBD
+
+
?
?
?
?
+
–
Ellis 2009 Medizinalhanf
+
+
?
?
–
–
+
–
Frank 2008 Nabilon vs. DHC
+
+
+
?
–
+
+
?
Langford 2013 THC/CBD
+
+
?
?
?
?
+
+
Lynch 2014 THC/CBD
+
+
?
?
?
?
+
–
NCT00710424 THC/CBD
?
+
+
?
?
+
+
?
NCT01606176 THC/CBD
?
?
+
?
?
+
+
–
NCT01606202 THC/CBD
?
?
+
?
?
+
+
?
Nurmikko 2007 THC/CBD
+
+
+
?
?
+
+
?
Rog 2005 THC/CBD
+
+
+
+
?
+
?
–
Selvarajah 2010 THC/CBD
?
?
?
?
–
–
+
–
Serpell 2014 THC/CBD
+
+
+
?
?
+
+
?
Svendsen 2004 Dronabinol
+
–
+
?
+
?
+
–
Toth 2012 Nabilon
+
+
+
?
?
?
–
+
Ware 2010 Medizinalhanf
?
?
?
?
–
+
+
–
Interventionen
Abb. 2 8 Zusammenfassung des Risikos eines systematischen Fehlers. CBD Cannabidiol;
DHC Dihydrocodein; THC Tetrahydrocannabinol
Zehn Studien verwendeten ein pflanzenbasiertes Spray mit THC/CBD, 3 Studien
ein synthetisches Cannabinoid (2mal Nabilon, 1-mal Dronabinol) und
2 Studien Medizinalhanf. Die Maximaldosen von THC/CBD lagen zwischen
32,5/30 und 130/120 mg/Tag, die von
Nabilon zwischen 1 und 5 mg/Tag und die
von Dronabinol zwischen 2,5 und 10 mg/
Tag. Die THC-Konzentrationen des gerauchten Medizinalhanfs lagen zwischen
4 und 9,4 %. 14 Studien testeten gegen
Placebo und eine gegen Dihydrocodein
(240 mg/Tag). Zwölf Studien berichteten,
dass die Mehrzahl der Patienten auf
einer stabilen Dosis anderer Analgetika
war (meist NSAR, Antidepressiva,
Antikonvulsiva, Opioide). Drei Studien
machten keine Angaben zur Begleitmedikation (. Tab. 4).
Ergebnismaße
Die für die Metaanalyse verwendeten
Ergebnismaße sind in . Tab. 5 abgebildet.
Evidenzqualität
Das Risiko eines systematischen Fehlers
konnte für alle Studien nicht ausreichend eingeschätzt werden, da Teile
der Methodik (z. B. die Verblindung der
Auswerter) nicht beschrieben waren.
Zwei Studien hatten eine geringe und
13 Studien eine mäßige berichtete
methodische Qualität. Neun Studien
hatten mindestens ein hohes Risiko eines
Verzerrungsfehlers (geringe Studiengröße in den meisten Fällen; . Abb. 2).
Zusammenführung der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden mit 95 %-KI angegeben.
Der Schmerz
9
Schwerpunkt
Cannabinoide
Placebo
Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt Gewichtung
Studie oder Subgruppe
1.1.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
46
42
167
18,1%
172
Langford 2013 THC/CBD
8
1
34
9,7%
32
Rog 2005 THC/CBD
201
27,8%
204
Untergesamtheit (95%-KI)
54
43
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,01; Chi² = 3,51, df = 1 (p = 0,06); I² = 72%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,24 (p = 0,22)
1.1.3 Peripherer Schmerz – Plexusverletzung
1
47
Berman 2004 THC/CBD
0
0
46
Berman 2004 THC/CBD
0
93
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
1
0
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,19, df = 1 (p = 0,67); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,36 (p = 0,72)
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
0,03 [-0,06, 0,12]
0,20 [0,05, 0,36]
0,11 [-0,06, 0,27]
24
24
48
22,3%
25,1%
47,4%
0,02 [-0,05, 0,09]
0,00 [-0,06, 0,06]
0,01 [-0,04, 0,06]
15
15
2,6%
2,6%
-0,20 [-0,54, 0,14]
-0,20 [-0,54, 0,14]
8,6%
8,6%
0,11 [-0,06, 0,28]
0,11 [-0,06, 0,28]
13,6%
13,6%
0,13 [0,00, 0,25]
0,13 [0,00, 0,25]
Gesamt (95%-KI)
390
347 100,0%
Ereignisse gesamt
74
55
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 10,73, df = 6 (p = 0,10); I² = 44%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,80 (p = 0,07)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 6,64, df = 4 (p = 0,16), I² = 39,8%
0,05 [-0,00, 0,11]
1.1.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
4
Selvarajah 2010 THC/CBD
15
7
Untergesamtheit (95%-KI)
15
4
Ereignisse gesamt
7
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,16 (p = 0,25)
1.1.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
Lynch 2014 THC/CBD
2
18
0
18
Untergesamtheit (95%-KI)
18
18
Ereignisse gesamt
2
0
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,29 (p = 0,20)
1.1.7 Peripherer Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
Nurmikko 2007 THC/CBD
13
63
Untergesamtheit (95%-KI)
63
Ereignisse gesamt
13
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 2,04 (p = 0,04)
5
62
62
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
5
-1
-0.5
Vorteil Placebo
0
0.5
Vorteil Cannabinoide
1
Abb. 3 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der ≥ 50 %igen Schmerzreduktion am Behandlungsende. 95 %-KI
95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
Placebokontrollierte Studien mit
Parallel- und Cross-over-Design
Sechs Studien mit 737 Patienten wurden
in eine Analyse der Zahl der Patienten
mit einer ≥ 50 %igen Schmerzreduktion
bei Studienende eingeschlossen.
Cannabinoide waren Placebo statistisch
nicht signifikant überlegen: RD: 0,05
(95%-KI: − 0,00–0,11), p = 0,07, I2 = 44 %.
74/390 (19,0 %) in der Cannabinoidund 55/347 (15,8 %) der Patienten in der
Placebogruppe berichteten eine ≥ 50 %ige
Schmerzreduktion (. Abb. 3).
Neun Studien mit 1346 Patienten
wurden in eine Analyse der Zahl der
Patienten mit einer ≥ 30 %igen Schmerzreduktion bei Studienende eingeschlossen.
Cannabinoide waren Placebo statistisch
signifikant überlegen: RD: 0,10 (0,03–
10
Der Schmerz
0,16), p = 0,004, I2 = 38 %. 262/695 (37,7 %)
in der Cannabinoid- und 198/651 (30,4 %)
der Patienten in der Placebogruppe
berichteten eine ≥ 30 %ige Schmerzreduktion. Die NNTB war 14 (8–45).
Nach den vordefinierten Kriterien fand
sich kein klinisch relevanter zusätzlicher
Nutzen durch Cannabinoide (. Abb. 4).
In eine Analyse der durchschnittlichen Schmerzreduktion bei Studienende
wurden 13 Studien mit 1565 Patienten
eingeschlossen. Cannabinoide waren
Placebo statistisch signifikant überlegen:
SMD: − 0,10 (− 0,20–− 0,00), p = 0,05,
I2 = 0 %. Nach den vordefinierten Kriterien
war der Effekt der Cannabinoide klinisch
nicht bedeutsam (. Abb. 5).
Sieben Studien mit 1092 Patienten
wurden in eine Analyse der Zahl der
Patienten, die eine starke und sehr starke
allgemeine Besserung bei Studienende berichteten, eingeschlossen. Cannabinoide
waren Placebo statistisch signifikant
überlegen: RD: 0,09 (0,01–0,17), p = 0,009,
I2 = 58 %. 150/548 (27,4 %) in der Canna­
binoid- und 112/544 (20,6 %) der Patien­
ten in der Placebogruppe berichteten
eine starke und sehr starke allgemeine
Besserung. Die NNTB war 15 (8–58).
Nach den vordefinierten Kriterien fand
sich kein klinisch relevanter zusätzlicher
Nutzen durch Cannabinoide (. Abb. 6).
Zehn Studien mit 1344 Patienten
wurden in eine Analyse der durchschnittlichen gesundheitsbezogenen
Lebensqualität bei Studienende eingeschlossen. Cannabinoide waren
Placebo statistisch nicht signifikant über-
Cannabinoide
Placebo
Risikodifferenz
Studie oder Subgruppe Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
1.2.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
0,05 [-0,06, 0,16]
167
77
172
16,8%
Langford 2013 THC/CBD
83
0,32 [0,11, 0,52]
34
4
32
7,9%
Rog 2005 THC/CBD
15
0,17 [-0,09, 0,43]
201
204
24,7%
Untergesamtheit (95%-KI)
81
Ereignisse gesamt
98
Heterogenität: Tau² = 0,03; Chi² = 5,23, df = 1 (p = 0,02); I² = 81%
Test for overall effect: Z = 1,27 (p = 0,20)
1.2.3 Peripherer Schmerz – Plexusverletzung
46
24
6
Berman 2004 THC/CBD
18
47
24
7
Berman 2004 THC/CBD
16
93
48
Untergesamtheit (95%-KI)
13
Ereignisse gesamt
34
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,32, df = 1 (p = 0,57); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,18 (p = 0,24)
1.2.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
149
148
59
NCT00710424 THC/CBD
54
15
15
9
Selvarajah 2010 THC/CBD
8
164
163
Untergesamtheit (95%-KI)
68
Ereignisse gesamt
62
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,03, df = 1 (p = 0,87); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,72 (p = 0,47)
6,9%
6,7%
13,5%
0,14 [-0,08, 0,36]
0,05 [-0,18, 0,28]
0,10 [-0,06, 0,25]
16,2%
3,2%
19,4%
-0,04 [-0,15, 0,07]
-0,07 [-0,42, 0,29]
-0,04 [-0,14, 0,07]
1.2.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
18
18
5,1%
Lynch 2014 THC/CBD
3
5
18
18
5,1%
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
3
5
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,81 (p = 0,42)
1.2.6 Peripherer Schmerz – HIV-Neuropathie
28
Ellis 2009 Medizinalhanf
13
28
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
13
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 2,40 (p = 0,02)
5
28
28
6,4%
6,4%
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
0,11 [-0,16, 0,38]
0,11 [-0,16, 0,38]
0,29 [0,05, 0,52]
0,29 [0,05, 0,52]
5
1.2.7 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
63
62
12,9%
Nurmikko 2007 THC/CBD
9
16
128
128
17,9%
Serpell 2014 THC/CBD
19
34
191
190
30,8%
Untergesamtheit (95%-KI)
28
Ereignisse gesamt
50
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,01, df = 1 (p = 0,92); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 2,80 (p = 0,005)
695
651 100,0%
Gesamt (95%-KI)
198
Ereignisse gesamt
262
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 14,54, df = 9 (p = 0,10); I² = 38%
Test des Gesamteffekts: Z = 2,85 (p = 0,004)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 9,12, df = 5 (p = 0,10), I² = 45,2%
0,11 [-0,03, 0,25]
0,12 [0,02, 0,22]
0,11 [0,03, 0,19]
0,10 [0,03, 0,16]
-1
-0,5
Vorteil Placebo
0
0,5
1
Vorteil Cannabinoide
Abb. 4 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der ≥ 30 %igen Schmerzreduktion am Behandlungsende. 95 %-KI
95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
legen: SMD: 0,04 (− 0,10–0,19), p = 0,58,
I2 = 58 % (. Abb. 7).
Elf Studien mit 1574 Patienten wurden
in eine Analyse der Zahl der Patienten,
welche die Studie wegen Nebenwirkungen abbrachen, eingeschlossen.
Es fand sich ein statistisch signifikanter
Unterschied zwischen Cannabinoiden
und Placebo: RD: 0,04 (0,01–0,07),
p = 0,009, I2 = 22 %. 90/849 (10,6 %) in
der Cannabinoid- und 38/725 (5,2 %) der
Patienten in der Placebogruppe brachen
die Studie wegen Nebenwirkungen ab.
Die NNTH war 19 (13–37). Nach den
vordefinierten Kriterien fand sich kein
klinisch relevanter zusätzlicher Schaden
durch Cannabinoide (. Abb. 8).
Elf Studien mit 1568 Patienten wurden
in eine Analyse der Zahl der Patienten
mit schweren Nebenwirkungen eingeschlossen. Es fand sich kein statistisch
signifikanter Unterschied zwischen
Cannabinoiden und Placebo: RD: 0,01
(− 0,01–0,03), p = 0,43, I2 = 0 %. 52/831
(6,3 %) in der Cannabinoid- und 38/737
(5,2 %) der Patienten in der Placebo-
gruppe berichteten schwere Nebenwirkungen (. Abb. 9). Neun Studien
mit 1304 Patienten wurden in eine Analyse der Zahl der Patienten, die zentralnervöse Nebenwirkungen berichteten,
eingeschlossen. Es fand sich statistisch ein
signifikanter Unterschied zu Ungunsten
der Cannabinoide: RD: 0,36 (0,14–0,59),
p = 0,002, I2 = 94 %. 374/621 (60,2 %) in
der Cannabinoid- und 169/621 (27,2 %)
der Patienten in der Placebogruppe
berichteten zentralnervöse Nebenwirkungen. Die NNTH war 3 (2–4). Nach
Der Schmerz
11
Schwerpunkt
Cannabinoide
Placebo
Standardisierte Mittelwertdifferenz Standardisierte Mittelwertdifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
MW
Studie oder Subgruppe
SD Gesamt MW SD Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
1.3.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
-1,93 2,24 167 -1,76 2,26 172
Langford 2013 THC/CBD
22,3%
-0,08 [-0,29, 0,14]
-3,85 2,04
Rog 2005 THC/CBD
33 -4,96 2,24
32
4,1%
0,51 [0,02, 1,01]
-3 5,58
Svendsen 2004 Dronabinol
24 -0,5 5,58
24
3,1%
-0,44 [-1,01, 0,13]
Untergesamtheit (95%-KI)
224
228 29,5%
0,00 [-0,44, 0,45]
Heterogenität: Tau² = 0,11; Chi² = 6,76, df = 2 (p = 0,03); I² = 70%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,02 (p = 0,99)
1.3.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
-0,74 1,12
NCT 01606202 THC/CBD
55 -0,69 1,39
Untergesamtheit (95%-KI)
55
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,21 (p = 0,83)
59
59
1.3.3 Peripherer Schmerz – Plexusverletzung
6,3 2,6
Berman 2004 THC/CBD
47
6,9 2,3
24
6,1 3,4
Berman 2004 THC/CBD
46
6,9 2,3
24
0
NCT 01606202 THC/CBD
0
0
0
0
0
Untergesamtheit (95%-KI)
93
48
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,00, df = 1 (p = 0,95); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,39 (p = 0,17)
1.3.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
-1,67 2,13 146 -1,55 2,09 148
NCT00710424 THC/CBD
5,1 2,2
Selvarajah 2010 THC/CBD
15
3,8 2,6
15
Subtotal (95% CI)
161
163
Heterogenität: Tau² = 0,09; Chi² = 2,22, df = 1 (p = 0,14); I² = 55%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,47 (p = 0,64)
7,5%
7,5%
-0,04 [-0,41, 0,33]
-0,04 [-0,41, 0,33]
4,2%
4,1%
8,3%
-0,24 [-0,73, 0,26]
-0,26 [-0,75, 0,24]
Nicht schätzbar
-0,25 [-0,60, 0,10]
19,3%
1,9%
21,2%
-0,06 [-0,29, 0,17]
0,53 [-0,20, 1,25]
0,13 [-0,40, 0,66]
1.3.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
6 2,12
Lynch 2014 THC/CBD
18 6,38 1,54
18
2,4%
Untergesamtheit (95%-KI)
18
18
2,4%
Heterogenität: nicht anwendbar
Test for overall effect: Z = 0,60 (p = 0,55)
1.3.6 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
Nurmikko 2007 THC/CBD
-1,48 3,8
63 -0,52 3,8
62
8,2%
Serpell 2014 THC/CBD
-0,9 1,69 114 -0,6 1,9 105
14,3%
Ware 2010 Medizinalhanf
6 1,8
21
6,1 1,6
7
1,4%
Ware 2010 Medizinalhanf
5,4 1,7
21
6,1 1,6
7
1,4%
Ware 2010 Medizinalhanf
5,9 1,9
21
6,1 1,6
7
1,4%
Untergesamtheit (95%-KI)
240
188 26,6%
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,51, df = 4 (p = 0,97); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,97 (p = 0,05)
1.3.7 Peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
NCT 01606176 THC/CBD
-1,3 1,67
36 -0,9 1,62
34
4,6%
Untergesamtheit (95%-KI)
36
34
4,6%
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,00 (p = 0,32)
Gesamt (95%-KI)
827
738 100,0%
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 12,91, df = 14 (p = 0,53); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,98 (p = 0,05)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 2,53, df = 6 (p = 0,86), I² = 0%
-0,20 [-0,86, 0,45]
-0,20 [-0,86, 0,45]
-0,25 [-0,60, 0,10]
-0,17 [-0,43, 0,10]
-0,06 [-0,91, 0,80]
-0,41 [-1,27, 0,46]
-0,11 [-0,96, 0,75]
-0,20 [-0,39, -0,00]
-0,24 [-0,71, 0,23]
-0,24 [-0,71, 0,23]
-0,10 [-0,20, -0,00]
-4
-2
Vorteil Cannabinoide
0
2
4
Vorteil Placebo
Abb. 5 8 Effektschätzer (standardisierte Mittelwertdifferenzen) der durchschnittlichen Schmerzintensität am Behandlungsende. 95 %-KI 95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; MW Mittelwert; SD Standardabweichung;
THC Tetrahydrocannabinol
den vordefinierten Kriterien fand sich ein
klinisch relevanter zusätzlicher Schaden
durch Cannabinoide (. Abb. 10).
Neun Studien mit 1304 Patienten
wurden in eine Analyse der Zahl der
Patienten, bei denen psychiatrische
Nebenwirkungen auftraten, eingeschlossen. Es fand sich statistisch
ein signifikanter Unterschied zu Ungunsten der Cannabinoide: RD: 0,11
(0,06–0,16), p = 0,0001, I2 = 54 %. Bei
113/677 (16,7 %) der Patienten in der
12
Der Schmerz
Cannabinoid- und bei 31/627 (4,9 %) der
Patienten in der Placebogruppe wurden
psychiatrische Nebenwirkungen festgestellt. Die NNTH war 8 (7–12). Nach
den vordefinierten Kriterien fand sich ein
klinisch relevanter zusätzlicher Schaden
durch Cannabinoide (. Abb. 11).
Studien mit EERW-Design
Aufgrund der geringen Anzahl an Studien
und Patienten erfolgen Angaben von SMD
und RD (mit 95 %-KI) nur im Falle des
Vorliegens von 2 Studien. Die Forest Plots
sind auf Anfrage erhältlich. Es fanden
sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen THC/CBD und Placebo
in der 50 %igen Schmerzreduktion (eine
Studie, 26 Teilnehmer; p = 0,12), in
der durchschnittlichen Reduktion der
Schmerzintensität [2 Studien/68 Teilnehmer; SMD: 0,73 (− 1,58–0,12), p = 0,09,
I2 = 63 %], der Abbruchrate wegen Nebenwirkungen [2 Studien, 68 Teilnehmer;
RD: 0,03 (− 0,12–0,06), p = 0,57, I2 = 0 %],
Cannabinoids
Placebo
Events Total Events Total Weight
1.4.1 Central pain - multiple sclerosis
Langford 2013 THC/CBD
165
23 166 23.8%
31
Rog 2005 THC/CBD
32 11.6%
34
4
9
Subtotal (95% CI)
198 35.4%
199
Total events
27
40
Heterogeneity: Tau² = 0.00; Chi² = 0.76, df = 1 (P = 0.38); I² = 0%
Test for overall effect: Z = 1.69 (P = 0.09)
Study or Subgroup
1.4.2 Central pain - spinal cord injury
NCT 01606202 THC/CBD
30
56
Subtotal (95% CI)
56
Total events
30
Heterogeneity: Not applicable
Test for overall effect: Z = 3.98 (P < 0.0001)
12
Risk Difference
IV, Random, 95% CI
Risk Difference
IV, Random, 95% CI
0.05 [-0.03, 0.13]
0.14 [-0.05, 0.33]
0.06 [-0.01, 0.14]
60 13.5%
60 13.5%
0.34 [0.17, 0.50]
0.34 [0.17, 0.50]
141 19.3%
141 19.3%
0.02 [-0.09, 0.14]
0.02 [-0.09, 0.14]
12
1.4.3 Peripheral pain - diabetic polyneuropathy
50
NCT00710424 THC/CBD
53
140
Subtotal (95% CI)
140
50
Total events
53
Heterogeneity: Not applicable
Test for overall effect: Z = 0.42 (P = 0.68)
1.4.6 Peripheral pain - polyneuropathy of various etiologies
14 111 21.5%
Serpell 2014 THC/CBD
24
117
0
0
Ware 2010 Medizinalhanf
0
0
111 21.5%
Subtotal (95% CI)
117
14
Total events
24
Heterogeneity: Not applicable
Test for overall effect: Z = 1.62 (P = 0.11)
1.4.7 Peripheral and central pain of various etiologies
9
34 10.3%
NCT 01606176 THC/CBD
9
36
34 10.3%
Subtotal (95% CI)
36
Total events
9
9
Heterogeneity: Not applicable
Test for overall effect: Z = 0.14 (P = 0.89)
544 100.0%
Total (95% CI)
548
112
Total events
156
Heterogeneity: Tau² = 0.01; Chi² = 11.93, df = 5 (P = 0.04); I² = 58%
Test for overall effect: Z = 2.27 (P = 0.02)
Test for subgroup differences: Chi² = 11.17, df = 4 (P = 0.02), I² = 64.2%
0.08 [-0.02, 0.17]
Not estimable
0.08 [-0.02, 0.17]
-0.01 [-0.22, 0.19]
-0.01 [-0.22, 0.19]
0.09 [0.01, 0.17]
-1
-0.5
0
0.5
1
Favours placebo
Favours cannabinoids
Abb. 6 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der starken bzw. sehr starken allgemeinen Besserung am Behandlungsende.
95 %-KI 95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
der Rate schwerer Nebenwirkungen
[2 Studien, 68 Teilnehmer; RD: 0,04
(− 0,07–0,14), p = 0,51, I2 = 0 %], der Rate
zentralnervöser Nebenwirkungen (eine
Studie, 42 Teilnehmer; p = 0,20) und der
Rate psychiatrischer Nebenwirkungen
(eine Studie, 42 Teilnehmer; p = 1,00).
THC/CBD war Placebo in der ≥ 30 %igen
Schmerzreduktion (eine Studie, 26 Teilnehmer; p = 0,006) und in der Verbesserung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität (Überlegenheit THC/
CBD; 1 Studie, 42 Teilnehmer; p < 0,0001)
statistisch signifikant überlegen.
Studie mit Vergleich von
Nabilon und Dihydrocodein
Es fanden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den
beiden Substanzen in der ≥ 30 %igen bzw.
≥ 50 %igen Schmerzreduktion (beide
p = 1,0), in der Reduktion der durchschnittlichen Schmerzintensität (p = 0,79)
und der Abbruchrate wegen Nebenwirkungen (p = 0,21). Die Forest Plots
sind auf Anfrage erhältlich.
Subgruppenanalysen
Einzelne neuropathische
Schmerzsyndrome
Die Tests auf statistische Unterschiede in
den definierten Subgruppen der Metaanalyse waren nicht signifikant bezüglich einer ≥ 50 %igen Schmerzreduktion
(p = 0,16; . Abb. 3), einer ≥ 30 %igen
Schmerzreduktion (p = 0,10; . Abb. 4),
der durchschnittlichen Schmerzintensi-
tät (p = 0,86; . Abb. 5), der Abbruchrate wegen Nebenwirkungen (p = 0,06;
. Abb. 8) und der Häufigkeit schwerwiegender Nebenwirkungen (p = 0,83;
. Abb. 9). Eine statistisch signifikante RD
(KI ohne 0) bei der ≥ 30 %igen Schmerzreduktion und der durchschnittlichen
Schmerzintensität fand sich nur bei HIVNeuropathie und Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie (. Abb. 4 und 5).
Die Tests auf statistische Unterschiede in den definierten Subgruppen
waren signifikant für die deutliche
globale Besserung (p = 0,03; . Abb. 6),
gesundheitsbezogene Lebensqualität (p = 0,02; . Abb. 7), zentralnervöse
Nebenwirkungen (p < 0,0001; . Abb. 10)
und psychiatrische Nebenwirkungen
(p = 0,002; . Abb. 11). Eine statistisch signiDer Schmerz
13
Schwerpunkt
Cannabinoide
Placebo
Standardisierte Mittelwertdifferenz Standardisierte Mittelwertdifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
SD Gesamt MW SD Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
MW
Studie oder Subgruppe
1.5.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
-0,05 [-0,26, 0,17]
18,4%
-7,2 40,51 167 -5,26 40,51 172
Langford 2013 THC/CBD
-0,40 [-0,97, 0,17]
5,2%
24
-35 12,39
24
-40 12,39
Svendsen 2004 Dronabinol
-0,12 [-0,39, 0,16]
23,6%
196
191
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: Tau² = 0,01; Chi² = 1,26, df = 1 (p = 0,26); I² = 20%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,84 (p = 0,40)
1.5.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
55 -0,1
-0,1 1,41
NCT01606202 THC/CBD
55
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,00 (p = 1,00)
1,3
1.5.3 Peripherer Schmerz - Plexusverletzung
46 32,3 11,7
32,6 11,7
Berman 2004 THC/CBD
47 32,3 14,34
30,3 14,34
Berman 2004 THC/CBD
93
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,21, df = 1 (p = 0,65); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,32 (p = 0,75)
58
58
10,1%
10,1%
0,00 [-0,37, 0,37]
0,00 [-0,37, 0,37]
24
24
48
6,6%
6,6%
13,2%
0,03 [-0,47, 0,52]
-0,14 [-0,63, 0,35]
-0,06 [-0,41, 0,29]
16,7%
3,5%
20,2%
0,20 [-0,04, 0,44]
-0,10 [-0,82, 0,62]
0,17 [-0,06, 0,39]
3,5%
3,5%
1,22 [0,50, 1,93]
1,22 [0,50, 1,93]
1.5.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
-3,3 22,26 138 -7,8 22,91 135
NCT00710424 THC/CBD
15
15 -56,4 11,7
Selvarajah 2010 THC/CBD -58,1 20,5
150
153
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,60, df = 1 (p = 0,44); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,47 (p = 0,14)
1.5.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
18
8,5
18 -46,5
-35,5 9,19
Lynch 2014 THC/CBD
18
18
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 3,32 (p = 0,0009)
1.5.6 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
62
63 0,24 32,65
-5,61 32,65
Nurmikko 2007 THC/CBD
14,9%
-3,7 20,6 111 -2,5 21,2 105
Serpell 2014 THC/CBD
2,6%
7
21 -54,1 19,5
-56,3 20,4
Ware 2010 Medizinalhanf
2,6%
7
21 -54,1 19,5
22
-52,9
Ware 2010 Medizinalhanf
2,5%
7
21 -54,1 19,5
-48,6 18,9
Ware 2010 Medizinalhanf
22,6%
126
174
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,61, df = 3 (p = 0,89); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,23 (p = 0,82)
1.5.7 Gemischter peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
6,7%
31
33 -0,4 1,54
-0,2 1,17
NCT01606176 THC/CBD
6,7%
31
33
Untergesamtheit (95%-KI)
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,58 (p = 0,56)
627 100.0%
717
Gesamt (95%-KI)
Heterogenität: Tau² = 0,02; Chi² = 16,69, df = 12 (p = 0,16); I² = 28%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,58 (p = 0,56)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 13,62, df = 6 (p = 0,03), I² = 55,9%
Nicht schätzbar
-0,06 [-0,32, 0,21]
-0,11 [-0,96, 0,75]
0,05 [-0,80, 0,91]
0,28 [-0,58, 1,14]
-0,03 [-0,26, 0,21]
0,15 [-0,35, 0,64]
0,15 [-0,35, 0,64]
0,04 [-0,10, 0,19]
-4
-2
0
2
4
Vorteil Cannabinoide
Vorteil Placebo
Abb. 7 8 Effektschätzer (standardisierte Mittelwertdifferenzen) der durchschnittlichen gesundheitsbezogenen Lebensqualität am Behandlungsende. 95 %-KI 95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; MW Mittelwert;
SD Standardabweichung; THC Tetrahydrocannabinol
fikante deutliche globale Verbesserung
des Allgemeinbefindens fand sich nur
beim neuropathischen Schmerz nach
Rückenmarksverletzung (. Abb. 6). Eine
statistisch signifikante Verschlechterung
der gesundheitsbezogenen Lebensqualität fand sich nur bei der chemotherapieinduzierten Polyneuropathie (. Abb. 7).
Eine statistisch signifikante Abbruchrate wegen Nebenwirkungen fand sich
nur beim neuropathischen Schmerz nach
Rückenmarksverletzung, diabetischer
Polyneuropathie und gemischten peripheren und zentralen Schmerzsyndromen
14
Der Schmerz
(. Abb. 8). Eine statistisch signifikante
höhere Rate an psychiatrischen Nebenwirkungen fand sich bei allen Subgruppen außer beim neuropathischen
Schmerz nach Rückenmarksverletzung
(. Abb. 11).
Synthetische versus
teilsynthetische Cannabinoide
versus Medizinalhanf
THC/CBD war Placebo in der ≥ 30 %igen
Schmerzreduktion signifikant überlegen. In der durchschnittlichen
Schmerzreduktion war keines der drei
Cannabinoide Placebo statistisch signifikant überlegen. THC/CBD, nicht jedoch
Nabilon und Medizinalhanf waren mit
einer statistisch signifikant höheren Rate
an Abbrüchen wegen Nebenwirkungen
im Vergleich zu Placebo assoziiert.
THC/CBD und Nabilon, nicht jedoch
Medizinalhanf, waren mit einer statistisch
signifikant höheren Rate an zentralnervösen Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo assoziiert (. Tab. 6).
Bei Medizinalhanf lag allerdings auch die
höchste Rate an Vorerfahrungen im Gebrauch von Cannabis vor.
Cannabinoide
Placebo
Risikodifferenz
Studie oder Subgruppe
Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
1.6.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
0,03 [-0,02, 0,09]
14,8%
9 172
167
14
Langford 2013 THC/CBD
0,03 [-0,05, 0,11]
9,1%
32
0
34
1
Rog 2005 THC/CBD
0,00 [-0,08, 0,08]
9,3%
24
0
24
0
Svendsen 2004 Dronabinol
225
228
33,2%
Untergesamtheit (95%-KI)
0,02 [-0,02, 0,06]
15
9
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,46, df = 2 (p = 0,79); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,18 (p = 0,24)
1.6.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
56
5
0
NCT01606202 THC/CBD
56
Untergesamtheit (95%-KI)
5
0
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 2,19 (p = 0,03)
60
60
1.6.3 Peripherer Schmerz – Plexusverletzung
47
24
0
1
Berman 2004 THC/CBD
46
24
1
0
Berman 2004 THC/CBD
93
48
Untergesamtheit (95%-KI)
1
1
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 1,03, df = 1 (p = 0,31); I² = 3%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,06 (p = 0,95)
1.6.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
149
30
12 148
NCT00710424 THC/CBD
149
148
Untergesamtheit (95%-KI)
30
12
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 3,02 (p = 0,003)
1.6.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
18
18
0
0
Lynch 2014 THC/CBD
18
18
Untergesamtheit (95%-KI)
0
0
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,00 (p = 1,00)
1.6.6 Peripherer Schmerz – HIV-Neuropathie
18
1
Ellis 2009 Medizinalhanf
18
Untergesamtheit (95%-KI)
1
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,09 (p = 0,93)
1
16
16
9,0%
9,0%
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
0,09 [0,01, 0,17]
0,09 [0,01, 0,17]
6,6%
9,9%
16,5%
-0,04 [-0,14, 0,06]
0,02 [-0,05, 0,10]
-0,00 [-0,06, 0,06]
9,3%
9,3%
0,12 [0,04, 0,20]
0,12 [0,04, 0,20]
6,2%
6,2%
0,00 [-0,10, 0,10]
0,00 [-0,10, 0,10]
2,9%
2,9%
-0,01 [-0,17, 0,15]
-0,01 [-0,17, 0,15]
1
1.6.7 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
11
4
63
34
3,5%
Nurmikko 2007 THC/CBD
24
7 118
128
9,0%
Serpell 2014 THC/CBD
0
0
21
7
2,3%
Ware 2010 Medizinalhanf
1
0
21
7
1,9%
Ware 2010 Medizinalhanf
0
0
21
7
2,3%
Ware 2010 Medizinalhanf
254
173
18,9%
Untergesamtheit (95%-KI)
36
11
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 3,13, df = 4 (p = 0,54); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 2,75 (p = 0,006)
0,06 [-0,09, 0,20]
0,13 [0,05, 0,21]
0,00 [-0,18, 0,18]
0,05 [-0,15, 0,25]
0,00 [-0,18, 0,18]
0,08 [0,02, 0,14]
1.6.8 Gemischter peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
2
4
36
34
4,0%
-0,06 [-0,19, 0,07]
NCT01606176 THC/CBD
36
34
4,0%
-0,06 [-0,19, 0,07]
Untergesamtheit (95%-KI)
2
4
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,92 (p = 0,36)
849
725
100,0%
Gesamt (95%-KI)
Ereignisse gesamt
90
38
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 18,00, df = 14 (p = 0,21); I² = 22%
Test des Gesamteffekts: Z = 2,61 (p = 0,009)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 13,35, df = 7 (p = 0,06), I² = 47,6%
0,04 [0,01, 0,07]
-1
-0,5
Vorteil Placebo
0
0,5
Vorteil Cannabinoide
1
Abb. 8 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der Abbruchrate wegen Nebenwirkungen. 95 %-KI 95 %-Konfidenzintervall;
CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
Der Schmerz
15
Schwerpunkt
Studie oder Subgruppe
Cannabinoide
Placebo
Risikodifferenz
Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
1.7.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
Langford 2013 THC/CBD
21
167
14
172
Rog 2005 THC/CBD
0
34
0
32
Svendsen 2004 Dronabinol
3
24
1
24
Untergesamtheit (95%-KI)
225
228
Ereignisse gesamt
24
15
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 1,62, df = 2 (p = 0,45); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 1,14 (p = 0,25)
1.7.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
NCT01606202 THC/CBD
3
56
2
Untergesamtheit (95%-KI)
56
Ereignisse gesamt
3
2
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,53 (p = 0,59)
60
60
1.7.3 Peripherer Schmerz – Plexusverletzung
Berman 2004 THC/CBD
0
46
0
24
Berman 2004 THC/CBD
0
47
0
24
Untergesamtheit (95%-KI)
93
48
Ereignisse gesamt
0
0
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,00, df = 1 (p = 1,00); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,00 (p = 1,00)
1.7.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
NCT00710424 THC/CBD
14
149
12
148
Untergesamtheit (95%-KI)
149
148
Ereignisse gesamt
14
12
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,39 (p = 0,69)
1.7.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
Lynch 2014 THC/CBD
18
0
18
0
Untergesamtheit (95%-KI)
18
18
Ereignisse gesamt
0
0
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,00 (p = 1,00)
8,7%
11,1%
1,5%
21,2%
0,04 [-0,02, 0,11]
0,00 [-0,06, 0,06]
0,08 [-0,07, 0,24]
0,02 [-0,02, 0,07]
6,6%
6,6%
0,02 [-0,05, 0,09]
0,02 [-0,05, 0,09]
9,4%
9,5%
18,8%
0,00 [-0,06, 0,06]
0,00 [-0,06, 0,06]
0,00 [-0,04, 0,04]
8,8%
8,8%
0,01 [-0,05, 0,08]
0,01 [-0,05, 0,08]
3,5%
3,5%
0,00 [-0,10, 0,10]
0,00 [-0,10, 0,10]
1.7.6 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
Nurmikko 2007 THC/CBD
63
1
62
1
18,8%
Serpell 2014 THC/CBD
128
10
118
6
9,7%
Ware 2010 Medizinalhanf
63
0
21
0
8,4%
Untergesamtheit (95%-KI)
254
201
36,9%
Ereignisse gesamt
11
7
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,57, df = 2 (p = 0,75); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,44 (p = 0,66)
1.7.7 Peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
NCT01606176 THC/CBD
36
0
34
2
Nurmikko 2007 THC/CBD
0
0
0
0
Untergesamtheit (95%-KI)
36
34
Ereignisse gesamt
0
2
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,24 (p = 0,22)
4,2%
4,2%
Gesamt (95%-KI)
831
737
100,0%
Ereignisse gesamt
52
38
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 5,03, df = 11 (p = 0,93); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 0,79 (p = 0,43)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 2,84, df = 6 (p = 0,83), I² = 0%
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
-0,00 [-0,04, 0,04]
0,03 [-0,03, 0,09]
0,00 [-0,07, 0,07]
0,01 [-0,02, 0,04]
-0,06 [-0,15, 0,03]
Nicht schätzbar
-0,06 [-0,15, 0,03]
0,01 [-0,01, 0,03]
-1
-0,5
Vorteil Placebo
Abb. 9 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der schweren Nebenwirkungen während der Therapiephase. 95 %-KI
95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
16
Der Schmerz
0
0,5
Vorteil Cannabinoide
1
Studie oder Subgruppe
Cannabinoide
Placebo
Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt
1.8.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
73
167
51
Langford 2013 THC/CBD
172
24
34
8
Rog 2005 THC/CBD
32
19
24
8
Svendsen 2004 Dronabinol
24
228
225
Untergesamtheit (95%-KI)
116
67
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,04; Chi² = 10,47, df = 2 (p = 0,005); I² = 81%
Test des Gesamteffekts: Z = 2,68 (p = 0,007)
1.8.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
56
40
11
NCT01606202 THC/CBD
56
Untergesamtheit (95%-KI)
40
11
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 6,78 (p < 0,00001)
1.8.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
149
79
40
NCT00710424 THC/CBD
149
Untergesamtheit (95%-KI)
79
40
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 4,74 (p < 0,00001)
Risikodifferenz
Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
10,0%
9,2%
8,9%
28,2%
0,14 [0,04, 0,24]
0,46 [0,24, 0,67]
0,46 [0,21, 0,71]
0,33 [0,09, 0,58]
60
60
9,7%
9,7%
0,53 [0,38, 0,68]
0,53 [0,38, 0,68]
148
148
10,0%
10,0%
0,26 [0,15, 0,37]
0,26 [0,15, 0,37]
10,0%
10,0%
1,00 [0,90, 1,10]
1,00 [0,90, 1,10]
1.8.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
18
Lynch 2014 THC/CBD
18
0
18
18
Untergesamtheit (95%-KI)
18
Ereignisse gesamt
18
0
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 19,26 (p < 0,00001)
1.8.6 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
128
Serpell 2014 THC/CBD
79
34
118
10,0%
22
Ware 2010 Medizinalhanf
18
5
7
7,7%
21
Ware 2010 Medizinalhanf
18
5
7
7,7%
22
Ware 2010 Medizinalhanf
18
4
7
7,4%
193
139
32,7%
Untergesamtheit (95%-KI)
133
48
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 2,05, df = 3 (p = 0,56); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 5,52 (p < 0,00001)
1.8.7 Peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
36
28
14
NCT01606176 THC/CBD
34
36
34
Untergesamtheit (95%-KI)
28
14
Ereignisse gesamt
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 3,35 (p = 0,0008)
9,3%
9,3%
677
627
100,0%
Gesamt (95%-KI)
Ereignisse gesamt
414
180
Heterogenität: Tau² = 0,10; Chi² = 172,26, df = 10 (p < 0,00001); I² = 94%
Test des Gesamteffekts: Z = 3,65 (p = 0,0003)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 130,85, df = 5 (p < 0,00001), I² = 96,2%
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
0.33 [0,21, 0,45]
0.10 [-0,27, 0,48]
0.14 [-0,22, 0,51]
0.25 [-0,15, 0,65]
0.29 [0,19, 0,39]
0,37 [0,15, 0,58]
0,37 [0,15, 0,58]
0,38 [0,18, 0,58]
-1
-0.5
Vorteil Placebo
0
0.5
Vorteil Cannabinoide
1
Abb. 10 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der zentralnervösen Nebenwirkungen während der Therapiephase. 95 %-KI
95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
Sponsoring
Eine weitere Subgruppenanalyse wurde in
Bezug auf die Finanzierung der Studien
durchgeführt. Nur 4 der 15 Studien waren
öffentlich gefördert, von diesen wurde
bei 2 Studien die Medikation von einem
industriellen Partner gestellt, 11 wurden
komplett durch die Industrie gesponsort.
Ein geringer, statistisch signifikanter
Wirkeffekt ergab sich nur für die rein
industriell geförderten Studien (. Tab. 7),
für die auch der Abbruch wegen NW
signifikant höher war.
Sensitivitätsanalysen
Die geplanten Sensitivitätsanalysen waren
nicht notwendig, da keine Daten aus Abbildungen extrahiert werden mussten.
Publikationsbias
Die NNTB für eine ≥ 30 %ige Schmerzreduktion war 14 und lag damit über der
festgelegten Schwelle von 10 für die Berechnung eines Publikationsbias. Der
vorge­sehene statistische Test auf Publi­
kationsbias konnte daher nicht durchgeführt werden.
Der Schmerz
17
Schwerpunkt
Cannabinoide
Placebo
Risikodifferenz
Studie oder Subgruppe
Ereignisse Gesamt Ereignisse Gesamt Gewichtung IV, zufällig, 95%-KI
1.9.1 Zentraler Schmerz – multiple Sklerose
27
167
12
172
15,6%
0,09 [0,02, 0,16]
Langford 2013 THC/CBD
5
34
0
32
9,0%
0,15 [0,02, 0,27]
Rog 2005 THC/CBD
3
24
1
24
7,0%
0,08 [-0,07, 0,24]
Svendsen 2004 Dronabinol
225
228
31,6%
0,10 [0,05, 0,16]
Untergesamtheit (95%-KI)
35
13
Ereignisse gesamt
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 0,62, df = 2 (p = 0,73); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 3,56 (p = 0,0004)
1.9.2 Zentraler Schmerz – Rückenmarksverletzung
56
2
NCT01606202 THC/CBD
56
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
2
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 0,07 (p = 0,94)
2
60
60
15,8%
15,8%
0,00 [-0,06, 0,07]
0,00 [-0,06, 0,07]
148
148
19,5%
19,5%
0,05 [0,01, 0,09]
0,05 [0,01, 0,09]
5,3%
5,3%
0,17 [-0,02, 0,36]
0,17 [-0,02, 0,36]
Risikodifferenz
IV, zufällig, 95%-KI
2
1.9.4 Peripherer Schmerz – diabetische Polyneuropathie
149
NCT00710424 THC/CBD
8
1
149
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
8
1
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 2,39 (p = 0,02)
1.9.5 Peripherer Schmerz – chemotherapieinduzierte Neuropathie
18
18
Lynch 2014 THC/CBD
3
0
18
18
Untergesamtheit (95%-KI)
Ereignisse gesamt
3
0
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,73 (p = 0,08)
1.9.6 Peripherer Schmerz – Polyneuropathie unterschiedlicher Ätiologie
Serpell 2014 THC/CBD
128
118
12,3%
36
11
Ware 2010 Medizinalhanf
21
7
3,4%
5
0
Ware 2010 Medizinalhanf
22
7
2,0%
12
1
Ware 2010 Medizinalhanf
22
7
3,5%
5
0
Untergesamtheit (95%-KI)
193
139
21,2%
Ereignisse gesamt
58
12
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 1,57, df = 3 (p = 0,67); I² = 0%
Test des Gesamteffekts: Z = 5,14 (p < 0,00001)
1.9.7 Peripherer und zentraler Schmerz unterschiedlicher Ätiologie
NCT01606176 THC/CBD
36
34
7
3
Untergesamtheit (95%-KI)
36
34
Ereignisse gesamt
7
3
Heterogenität: nicht anwendbar
Test des Gesamteffekts: Z = 1,30 (p = 0,20)
0,19 [0,09, 0,28]
0,24 [-0,01, 0,48]
0,40 [0,07, 0,73]
0,23 [-0,01, 0,47]
0,21 [0,13, 0,29]
6,6%
6,6%
0,11 [-0,05, 0,27]
0,11 [-0,05, 0,27]
Gesamt (95%-KI)
677
627
100,0%
Ereignisse gesamt
113
31
Heterogenität: Tau² = 0,00; Chi² = 21,63, df = 10 (p = 0,02); I² = 54%
Test des Gesamteffekts: Z = 4,20 (p < 0,0001)
Test auf Subgruppenunterschiede: Chi² = 19,44, df = 5 (p = 0,002), I² = 74,3%
0,11 [0,06, 0,16]
-1
-0,5
0
0,5
Vorteil Placebo
Vorteil Cannabinoide
1
Abb. 11 8 Effektschätzer (Risikodifferenzen) der psychiatrischen Nebenwirkungen während der Therapiephase. 95 %-KI
95 %-Konfidenzintervall; CBD Cannabidiol; IV Instrumentvariable; THC Tetrahydrocannabinol
Diskussion
Zusammenfassung der
wichtigsten Ergebnisse
In den analysierten RCT mit Parallelund Cross-over-Design waren Canna­
binoide Placebo in der ≥ 30 %igen Sch­
merz­
r eduktion, der durchschnittlichen Schmerzreduktion sowie der allgemeinen Verbesserung, nicht jedoch
in der ≥ 50 %igen Schmerzreduktion
18
Der Schmerz
sowie der Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität überlegen.
Mehr Patienten unter Cannabinoiden
als unter Placebo brachen die Therapie
wegen Nebenwirkungen ab. Es fanden
sich keine signifikanten Unterschiede
zu Placebo in Bezug auf die Sicherheit.
Die klinisch nicht bedeutsame ≥ 30 %ige
und durchschnittliche Schmerzreduktion
durch Cannabinoide wurden kontrastiert
durch die klinisch bedeutsam höhere
Zahl zentralnervöser und psychiatrischer
(z. B. Verwirrtheit, Psychose) Nebenwirkungen. Zwei Studien mit EERWDesign und kleiner Teilnehmerzahl bestätigten die Überlegenheit von THC/
CBD in der ≥ 30 %igen, nicht aber in
der ≥ 50 %igen Schmerzreduktion, zudem den statistisch nicht signifikanten
Unterschied zu Placebo bezüglich Abbruchraten und Sicherheit. In einer
Studie fanden sich keine signifikanten
Unterschiede zwischen THC/CBD und
Dihyrodcodein in allen drei Maßen der
Tab. 4 Medikamentöse Begleittherapie und Schmerzintensität bei Einschluss. Wesentliche Kontraindikationen und Vorerfahrung mit Cannabi-
noiden in den eingeschlossenen Studien
Referenza
Vorbehandlungen/Schmerzintensität bei Einschluss
Wesentliche Kontraindikationen
Berman 2004 [A1]
Antidepressiva, Opioide und NSAR als stabile Begleitmedikation erlaubt; mit Häufigkeitstabelle zu Begleitmedikation
(83 % mit mindestens einer Medikation)/NRS ≥ 4, „intractable“ pain
Antidepressiva, Opioide und NSAR als stabile Begleitmedikation erlaubt; mit Häufigkeitstabelle zu Begleitmedikation
(> 60 % Opioid, > 60 % Antikonvulsiva)/„neuropathic pain
refractory to at least two previous analgesics“, NRS ≥ 5
Stabile Schmerzmedikation erlaubt (außer DHC); Vorbehandlung mit Antidepressiva > 80 %, Antikonvulsiva > 80 %,
Opioide > 80 %, Paracetamol und DHC in Auswaschphase
als Bedarfsmedikation/NRS > 4
Stabile Dosis anderer Analgetika (NSAR, Antidepressiva,
Opioide); Paracetamol als Bedarfsmedikation; mit Häufigkeitstabelle zu Begleitmedikation (> 90 % mit mindestens
einem Medikament)/NRS > 24 als Summe der letzten 6 Tage
Psychose, Epilepsie, Substanzmissbrauch in Vorgeschichte, relevante
körperliche Erkrankungen
Ellis 2009 [A2]
Frank 2008 [A3]
Langford 2013 [A4]
Lynch 2014 [A5]
Begleitmedikation erlaubt (keine weiteren Angaben); mit
Häufigkeitstabelle zu Vorbehandlung (> 50 % Antikonvulsiva)/NRS ≥ 4
NCT00710424 [A6]
Stabile Dosis anderer Analgetika über 2 Wochen, keine spezifischen Angaben/NRS > 24 als Summe der letzten 6 Tage
NCT01606202 [A7]
Stabile Dosis anderer Analgetika über 4 Wochen; keine spezifischen Angaben; Paracetamol als Bedarfsmedikation/NRS
der letzten Woche im Mittel > 4
NCT01606176 [A8]
Stabile Dosis anderer Analgetika über 4 Wochen; keine
spezifischen Angaben/„intractable pain“; NRS der letzten
Woche im Mittel > 4
Nurmikko 2007 [A9]
Stabile Dosis anderer Analgetika für 2 Wochen (NSAR,
Antidepressiva, Opioide); keine Bedarfsmedikation; Häufigkeitstabelle zu Begleitmedikation (> 50 % Opioide, >25 %
Antikonvulsiva, > 25 % Antidepressiva)/an mindestens 4
von 7 Tagen NRS > 4
Stabile Dosis anderer Analgetika über 2 Wochen (NSAR,
Antidepressiva, Antikonvulsiva, Opioide); Häufigkeitstabelle
zu Begleitmedikation (im Mittel 1,8 Substanzen pro Patient)/„intractable pain“; keine NRS
Rog 2005 [A10]
Selvarajah 2010
[A11]
Serpell 2014 /
NCT00710554 [A12]
Svendsen 2004 [A13]
Vorbestehende neuropathische Schmerzmedikation (keine
genauen Angaben) wurde fortgesetzt/anhaltende Schmerzen trotz Versuchs mit trizyklischen Antidepressiva
Stabile Medikation wegen neuropathischem Schmerz (mindestens 2 Wochen); Paracetamol als Bedarfsmedikation;
Text zur Begleitmedikation (> 90 % mindestens eine Medikation)/Schmerz auf NRS ≥ 4 im Mittel über 6 Tage; Schmerz
nicht vollständig gelindert unter Begleitmedikation
Stabile Dosis Spasmolytika; Paracetamol als Bedarfsmedikation; Absetzen aller anderen analgetischen Medikationen;
keine Angabe zur Vortherapie/zentraler Schmerz NRS ≥ 3
Vorerfahrung mit
Cannabinoiden
46 % medizinisch, 60 %
nichtmedizinisch
Aktuelle psychische Störung, Cannabismissbrauch in Vorgeschichte, relevante
körperliche Erkrankungen
91 % mit Cannabisvorerfahrung
Epilepsie, bipolare Störung, Psychose,
Substanzmissbrauch in Vorgeschichte,
relevante körperliche Erkrankungen
Vorerfahrung erlaubt,
keine genaueren Angaben
Epilepsie, aktuell psychische Störung
(außer schmerzassoziierte Depression),
relevante körperliche Erkrankungen
Parallelstudie: 6 % (21
von 339), Cross-overStudie: 1 Patient von
42 mit Cannabisvorerfahrung
28 % (5 von 18) mit Cannabisvorerfahrung
Epilepsie, psychische Störung in
Vorgeschichte (inklusive Substanzmissbrauch), relevante körperliche
Erkrankungen
Schlecht eingestellter Diabetes mellitus, aktuell psychische Störung (außer
schmerzassoziierte Depression), psychische Störung in Vorgeschichte (inklusive Substanzmissbrauch), relevante
körperliche Erkrankungen
Epilepsie, aktuell psychische Störung
(außer schmerzassoziierte Depression),
Substanzmissbrauch in Vorgeschichte,
relevante körperliche Erkrankungen
Epilepsie, aktuell psychische Störung
(außer schmerzassoziierte Depression),
psychische Störung in Vorgeschichte
(inklusive Substanzmissbrauch), relevante körperliche Erkrankungen
Aktuelle psychische Störung (außer
schmerzassoziierte Depression), psychische Störung in Vorgeschichte (inklusive Substanzmissbrauch), relevante
körperliche Erkrankungen
Epilepsie, aktuell psychische Störung
(außer schmerzassoziierte Depression),
psychische Störung in Vorgeschichte
(inklusive Substanzmissbrauch), relevante körperliche Erkrankungen
Nicht berichtet
Keine Angaben
Keine Angaben
Keine Angaben
21 % (25 von 125) mit
Cannabisvorerfahrung
54 % (36 von 66) mit
Cannabisvorerfahrung
13 % (4 von 30) mit Cannabisvorerfahrung
Psychische Störung in Vorgeschichte
(inklusive Substanzmissbrauch)
11 % (25 von 236) mit
Cannabisvorerfahrung
Aktuelle psychische Störung (inklusive
Substanzmissbrauch), relevante körperliche Erkrankungen
Keine Angaben
Der Schmerz
19
Schwerpunkt
Tab. 4 (Fortsetzung)
Referenza
Vorbehandlungen/Schmerzintensität bei Einschluss
Wesentliche Kontraindikationen
Toth 2012 [A14]
Stabile Dosis anderer Analgetika über 4 Wochen; Übersichtstabelle der Begleitmedikation; adjuvante Therapie mit
Nabilon/mittlerer Schmerz NRS ≥ 4 über 7 Tage
Stabile Dosis anderer Analgetika über 4 Wochen; NSAR,
Antidepressiva > 50 %, Antikonvulsiva > 40 %, Opioide
> 60 %/mittlerer Schmerz NRS ≥ 4 über 7 Tage
Aktuelle psychische Störung (inklusive
Substanzmissbrauch), relevante körperliche Erkrankungen
Aktuelle psychische Störung (inklusive
Substanzmissbrauch), Substanzmissbrauch in Vorgeschichte, relevante
körperliche Erkrankungen
Ware 2010 [A15]
Vorerfahrung mit
Cannabinoiden
Keine Angaben
81 % (18 von 22) mit
Cannabisvorerfahrung,
aber kein Cannabis im
letzten Jahr („unexperienced users“)
DHC Dihydrocodein; EERW „enriched enrolment randomized withdrawal“; NRS numerische Rating-Skala; NSAR nichtsteroidale Antirheumatika.
aQuellenangaben s. . Infobox 1.
Schmerzreduktion sowie in der Verträglichkeit.
In fast allen Studien wurden Patienten
mit einer analgetischen Vormedikation
eingeschlossen, die keine ausreichende
Schmerzlinderung erbrachte (in 5 Stu­
di­
e n auch weiter spezifiziert). Die
Cannabinoide wurden fast ausschließlich adjuvant eingesetzt bei einer geforderten Mindestschmerzstärke von ≥ 4
auf der numerischen Rating-Skala (0–10).
Die berücksichtigten neuropathischen
Schmerzdiagnosen gehen häufig mit
einer eingeschränkten Effektivität analgetischer Maßnahmen einher, sodass
für das untersuchte Patientenkollektiv
von einer nicht ausreichend kontrollierten
Schmerzsituation trotz Vorbehandlung
ausgegangen werden kann. Ob hier im
Einzelfall noch eine medikamentöse
Optimierungsmöglichkeit bestanden
hätte, lässt sich anhand der vorliegenden
Informationen nicht beurteilen.
Vergleich mit anderen
systematischen Übersichtsarbeiten
Ein Vergleich der Ergebnisse dieser
systematischen Übersichtsarbeit mit
anderen aktuellen Übersichtsarbeiten ist
erschwert durch die Unterschiede in den
Einschlusskriterien und der Zahl der analysierten Studien. Trotz restriktiverer Einschlusskriterien (Studiendauer, Zahl der
Patienten pro Studienarm) schloss diese
systematische Übersicht mehr Studien ein
als die bisherigen Übersichten (. Tab. 8).
Die vorliegende Übersicht bestätigt
die Schlussfolgerung mehrerer Autoren
[11–14], dass Cannabinoide in der kurzund mittelfristigen Therapie chronischer
neuropathischer Schmerzen im Rahmen
20
Der Schmerz
klinischer Studien wirksam und verträglich sind, wobei das Ausmaß der Wirksamkeit als klinisch nicht substanziell
einzustufen ist – zumindest anhand der
a priori festgelegten Kriterien. Im Gegensatz zu diesen Arbeiten steht die Einschätzung der Special Interest Group on
Neuropathic Pain (NeuPSIG) der IASP
[6], die Cannabinoiden keine Wirksamkeit bei chronischen neuropathischen
Schmerzen bescheinigt.
Die vorliegende Übersichtsarbeit
führte erstmals Subgruppenanalysen
für einzelne neuropathische Schmerzsyndrome durch und zeigt, dass teilweise eine unterschiedliche Wirksamkeit
und Verträglichkeit der Cannabinoide
bei einzelnen neuropathischen Schmerzsyndromen besteht, wobei hier ein möglicher Bias in Bezug auf Vorerfahrungen
mit Cannabinoiden in den Studien
mit Medizinalhanf eine wesentliche
Rolle spielen könnte. Eine Zusammenfassung aller neuropathischen Schmerzsyndrome und damit der unterschiedlichen Patientengruppen und Mechanismen für Analysen ist daher ohne Durchführung von Subgruppenanalysen nicht
sinnvoll sowohl aufgrund der möglichen unterschiedlichen klinischen und
mechanistischen Faktoren bei neuropathischen Schmerzsyndromen als auch
aufgrund der Ergebnisse unserer Subgruppenanalysen.
Vergleich mit
Leitlinienempfehlungen
Die schwache Empfehlung gegen den
Gebrauch von Cannabisprodukten
durch die Special Interest Group on
Neuropathic Pain (NeuPSIG) der IASP
[6] ist auf der Basis der vorliegenden
Daten nicht nachvollziehbar und scheint
auf einer grundsätzlich höheren Risikoeinschätzung bezüglich des längerfristigen Gebrauchs von Cannabinoiden
zu basieren – analog zur Einstufung der
Opioide als Drittlinienmedikamente
aufgrund ihres Risikoprofils durch dieselbe Arbeitsgruppe. Finnerup et al. [6]
errechneten für Cannabinoide keine
NNTB und NNTH. Die NNTB für eine
≥ 30 %ige Schmerzreduktion bzw. NNTH
(Abbruch wegen Nebenwirkungen) für
empfohlene Erstlinienmedikamente war
wie folgt: Pregabalin: 8 (7–9)/10 (12–14);
Gabapentin: 6 (5–8)/26 (15–79); Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI): 6 (5–8)/12 (10–15); trizyklische Antidepressiva (TCA): 4 (3–
4)/nicht angegeben. Die NNTB für eine
≥ 30 %ige Schmerzreduktion bzw. NNTH
(Abbruch wegen Nebenwirkungen) für
Cannabinoide in der vorliegenden Metaanalyse war 14 (8–45) bzw. 8 (7–12).
Die aktuelle Datenlage unterstützt
nach unserer Einschätzung die Emp­
fehlungen der kanadischen Schmerzgesellschaft, aufgrund des deutlich
günstigeren Verhältnisses von NNTB
zu NNTH der anderen Medikamente
gegenüber Cannabisprodukten diese erst
als Drittlinienmedikamente einzusetzen,
nach Gabapentin/Pregabalin, SNRI und
TCA als Erstlinienmedikamenten sowie
Tramadol und starken Opioiden als
Zweitlinienmedikamenten [9].
Einschränkend ist dabei zu erwähnen,
dass diese positiven Effekte v. a. in den
industriell gesponserten Studien nachweisbar sind, allerdings bestehen zwischen
öffentlich und industriell gesponserten
Studien auch relevante Unterschiede in
Der Schmerz
21
Berichtet
Nicht berichtet und
nicht berechenbar
Nach Imputationsmethode berechnet
Nur OR berichtet;
errechnet nach Imputationsmethode
Nicht berichtet
Berman 2004
[A1]
Ellis 2009 [A2]
Frank 2008 [A3]
Langford 2013,
parallel [A4]
Nach Imputationsmethode berechnet
Nicht berichtet und
nicht berechenbar
Nicht berichtet und
nicht berechenbar
Nicht berichtet und
nicht berechenbar
Berichtet
Nicht berichtet; mit
Imputationsmethode berechnet
Nicht berichtet; mit
Imputationsmethode berechnet
NCT00710424
[A6]
NCT01606202
[A7]
NCT01606176
[A8]
Nurmikko 2007
[A9]
Rog 2005 [A10]
Selvarajah
2010 [A11]
Lynch 2014
[A5]
Langford 2013,
EERW [A4]
50 %ige Schmerzreduktion
Referenza
Nicht berichtet;
mit Imputationsmethode berechnet
Berichtet
Nicht berichtet
und nicht berechenbar
Nicht berichtet
und nicht berechenbar
Berichtet
Nicht erfasst
NRS 0–10
VAS 0–10
Berichtet
NRS 0–10
Nur Durchschnittswert berichtet
Berichtet
Berichtet
NRS 0–10
NRS 0–10; SD aus
p-Wert berechnet
Berichtet
NRS 0–10
NRS 0–10
Nach Imputationsmethode berechnet
Berichtet
NRS 0–10
Berichtet
NRS 0–10; SD aus
p-Wert berechnet
Nicht erfasst
VAS 0–100
Nach Imputationsmethode berechnet
Entfällt
Nicht erfasst
Pain Quality and
Impact Descriptor
Differential Scale
Nur Durchschnittswerte
berichtet
Nur OR berichtet,
nicht für Analyse
geeignet
Nicht erfasst
Starke und sehr
starke globale
Besserung
Nicht erfasst
Durchschnittliche Schmerzreduktion
NRS 0–10, SD aus
p-Wert berechnet
30 %ige
Schmerzreduktion
Nur NNT berichtet,
nach Imputationsmethode berechnet
Nur NNT berichtet,
prozentuale Raten
aus Andreae [11]
Tab. 5 Analysierte Endpunkte der in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien
EuroQoL, Gesundheitszustand, VAS 0–100
Unvollständig
berichtet
Nicht berichtet
Unvollständig
berichtet
Unvollständig
berichtet
Berichtet
Pain Disability Index
0–70, SD aus p-Wert berechnet
Nicht erfasst
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Schwere
Nebenwirkungen
Berichtet
Unvollständig
berichtet
(nicht für Analyse geeignet)
Berichtet
Berichtet
Abbruch
wegen Nebenwirkungen
Berichtet
Spitzer Quality of Life
Score 0–15
Spitzer Quality of Life
Score 0–15
EuroQoL 0–100
SF-36, körperlicher Summenwert 0–50
Nicht berichtet
Sickness Impact Profile,
Daten unvollständig berichtet, nicht verwertbar
für Metaanalyse
SD-36, körperliche Funktionsfähigkeit (berichtete Werte nicht für Metaanalyse verwendbar)
EuroQoL 0–100, SD aus
p-Wert berechnet
Pain Disability Index
0–70; SD aus p-Wert berechnet
Gesundheitsbezogene
Lebensqualität
Nicht berichtet
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Zentralnervöse
Nebenwirkungen
Unvollständig
berichtet (nicht
für Analyse geeignet)
Nicht berichtet
Nicht berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Psychiatrische
Nebenwirkungen
Unvollständig
berichtet (nicht
für Analyse geeignet)
Unvollständig
berichtet (nicht
für Analyse geeignet)
Unvollständig
berichtet (nicht
für Analyse geeignet)
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Nicht berichtet und
nicht berechenbar
Svendsen 2004
[A13]
Toth 2012
[A14]
Ware 2010
[A15]
Der Schmerz
EERW „Enriched enrolment randomized withdrawal“; NNT „number needed to treat“; NRS Numerische Rating-Skala; OR Odds Ratio; QoL „quality of life“; SD Standardabweichung; SF Short Form Health Survey; VAS visuelle Analogskala.
aQuellenangaben s. . Infobox 1.
Nicht erfasst
NRS 0–10
Nur OR berichtet
Serpell 2014/
NCT00710554
[A12]
Nicht berichtet
und nicht berechenbar
Berichtet (in Abbildung)
NRS 0–10
EuroQoL, Gesundheitszustand, VAS 0–100
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Nicht berichtet
Unvollständig berichtet (nicht für
Analyse geeignet)
Berichtet
Berichtet
Unvollständig
berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Berichtet
Nicht erfasst
NRS 0–10; SD aus
p-Wert berechnet
Nicht berichtet
und nicht berechenbar
Berichtet
EuroQoL, Gesundheitszustand, VAS
0–100 (Daten aus
NCT00710554)
SF-36, körperliche Funktionsfähigkeit 0–50, SD
aus p-Wert berechnet
EuroQoL, Gesundheitszustand, VAS 0–100
Schwere
Nebenwirkungen
Berichtet
Abbruch
wegen Nebenwirkungen
Berichtet
Gesundheitsbezogene
Lebensqualität
Starke und sehr
Durchschnittstarke globale
liche SchmerzBesserung
reduktion
NRS 0–10 (Daten
Berichtet
aus NCT00710554) (Daten aus
NCT00710554)
30 %ige
Schmerzreduktion
Berichtet
50 %ige Schmerzreduktion
Referenza
Tab. 5 (Fortsetzung)
22
Berichtet
Psychiatrische
Nebenwirkungen
Berichtet
Zentralnervöse
Nebenwirkungen
Schwerpunkt
Bezug auf die untersuchten Substanzen,
die das Ergebnis erklären könnten. Die
Zahl der positiven Studien ist insgesamt
klein [A2, A12], eine Reihe von Studien
hatte deutlich positive Trends. Zusätzlich wurden in dieser Analyse aber auch
nicht publizierte negative Studien explizit
berücksichtigt, was letztlich das schwach
positive Ergebnis der Metaanalyse eher
stärkt.
Schlussfolgerungen
Die analysierten RCT beschränkten sich
als Phase-III-Studien auf die von den
Zulassungsbehörden geforderten Behandlungszeiträume (4–12 Wochen) und
können daher keine Aussagen zur Langzeitwirksamkeit und -sicherheit machen.
Mittlerweile liegen Open-label-extensionStudien einiger RCT vor, die eine langfristige Wirksamkeit, Verträglichkeit und
Sicherheit bei ausgewählten Patienten
über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren
belegen [28–30].
Um den Stellenwert der einzelnen
Medikamentenklassen bei chronischen
neuropathischen Schmerzen besser bestimmen zu können, sind Direktvergleiche der Wirksamkeit, Verträglichkeit
und Sicherheit von Cannabinoiden und
etablierten medikamentösen Therapien
(Antidepressiva, Antikonvulsiva) bei
distinkten neuropathischen Schmerzsyndromen bzw. Mechanismen notwendig, zudem Direktvergleiche von
Medizinalhanf mit (halb-)synthetischen
Cannabinoiden und Netzwerkmetaanalysen durchgeführter kontrollierter
Studien [31]. Ebenso sind Studien, die eine
medikamentöse Kombinations- mit einer
Monotherapie vergleichen, sowie weitere
Studien mit Cannabinoiden als „add-on“
zu einer nicht ausreichend wirksamen
empfehlungsgerechten Schmerztherapie
mit Erst- und Zweitlinienmedikamenten
sinnvoll.
Fazit für die Praxis
55Die aktuelle Datenlage kann einen
Einsatz von Cannabisprodukten bei
sorgfältig ausgewählten Patienten
mit therapierefraktären chronischen
neuropathischen Schmerzen als
Drittlinientherapie begründen,
Tab. 6 Subgruppenanalyse ausgewählter Endpunkte der Studien mit Parallel- und Cross-over-Design, stratifiziert nach Art des Cannabinoids
Substanz
≥ 30 %ige Schmerzreduktion (RD)
THC/CBD
Nabilon
Medizinalhanf
Durchschnittliche Schmerzreduktion (SMD)
THC/CBD
Nabilon
Medizinalhanf
Abbruch wegen Nebenwirkungen (RD)
THC/CBD
Nabilon
Medizinalhanf
Zentralnervöse Nebenwirkungen (RD)
THC/CBD
Nabilon
Medizinalhanf
Anzahl der
Studien
Anzahl der
Patienten
Effektstärke (95 %-Konfidenzintervall) von RD bzw. SMD
„Test for overall
effect“, p-Wert
Heterogenität I2 (%)
9
Keine
1
442
0,08 (0,02–0,15)
0,01
31
56
0,29 (0,05–0,52)a
< 0,0001
–
9
1
1
1433
48
84
− 0,19 (− 0,88–0,31)
− 0,34 (− 1,01–0,13)
− 0,19 (− 0,88–0,31)
0,14
0,13
0,46
9
–
–
9
1
2
1338
48
118
0,05 (0,02–0,10)
0,00 (− 0,08–0,08)
0,01 (− 0,08–0,10)
0,005
1,0
0,87
40
–
–
8
1
1
1055
48
86
0,43 (0,13–0,72)
0,46 (0,21–0,71)
0,16 (− 0,06–0,38)
0,0005
0,0003
0,15
97
–
–
CBD Cannabidiol; RD Risikodifferenz; SMD standardisierte Mittelwertdifferenz; THC Tetrahydrocannabinol.
aKeine Intention-to-treat Analyse.
Tab. 7 Subgruppenanalyse ausgewählter Endpunkte der Studien mit Parallel- und Cross-over-Design, stratifiziert nach Art des Sponsorings
Sponsor
≥ 30 %ige Schmerzreduktion (RD)
Öffentlich
Pharmazeutische Firma
Durchschnittliche Schmerzreduktion (SMD)
Öffentlich
Pharmazeutische Firma
Abbruch wegen Nebenwirkungen (RD)
Öffentlich
Pharmazeutische Firma
Anzahl der
Studien
Anzahl der
Patienten
Effektstärke (95 %-Konfidenzintervall) von RD bzw. SMD
„Test for overall
effect“, p-Wert
Heterogenität I2 (%)
3
5
122
1224
0,14 (− 0,05–0,33)
0,09 (0,02–0,16)
0,14
0,02
29
45
3
6
150
1415
− 0,03 (− 0,38–0,32)
− 0,11 (− 0,22–0,00)
0,87
0,05
0
5
3
9
154
1420
0,00 (− 0,06–0,07)
0,04 (0,01–0,08)
0,90
0,02
0
46
RD Risikodifferenz; SMD standardisierte Mittelwertdifferenz.
sofern relevante psychiatrische Vorerkrankungen, die insbesondere mit
der Gefahr von Substanzmissbrauch
einhergehen, ausgeschlossen bzw.
behandelt wurden und alternative
Therapieoptionen ausgeschöpft
worden sind.
55Idealerweise sollte eine mögliche
Anwendung aufgrund der eingeschränkten Datenlage zur Sicherheit und Effektivität der Langzeittherapie von einer Art Register zur
Gewinnung standardisierter Versorgungsdaten begleitet werden.
Eine Betreuung durch schmerzmedizinisch erfahrene Behandler ist
zu empfehlen.
55Die analysierten RCT mit Medizinalhanf können nicht als Argument für
den Eigenanbau von Cannabis durch
Patienten mit chronischen Schmerzen
dienen. In den analysierten
Studien wurde Cannabis mit einem
standardisierten THC-Gehalt verwendet, das von einer nationalen Behörde zur Verfügung gestellt wurde.
55Der Eigenanbau von Cannabis zur
Schmerztherapie durch Patienten
ist aufgrund des schwankenden
THC/CBD-Gehalts und der
Kontaminationsgefahr des selbst angebauten Cannabis medizinisch nicht
zu empfehlen. Er muss als Notlösung
bei aktuell noch unzureichenden
gesetzlichen Rahmenbedingungen
für den medizinischen Gebrauch von
Cannabisprodukten in der Schmerzund Palliativmedizin angesehen
werden.
55Es sind keine Daten für den Einsatz
von Cannabisprodukten bei Kindern
und Jugendlichen oder Patienten
mit relevanten körperlichen Begleiterkrankungen, Epilepsie und
seelischen Störungen inklusive
früherer und aktueller Substanzabhängigkeit verfügbar.
55Im Falle des Einsatzes von Cannabisprodukten könnten die aktualisierten
Empfehlungen zur Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht
tumorbedingten Schmerzen (LONTS;
[32]) analog verwendet werden
Der Schmerz
23
24
Der Schmerz
Whiting
2015
[14]
Lynch
2011
[13]
Finnerup
2015 [6]
Boychuk
2015
[12]
Andreae
2015
[11]
Abrams Berman CoreyThema, Art der
Bloom
2004
systematischen Über- 2007
2012
[A1]
[A16]
sicht
[A17]
Inhalierter Cannabis
X
bei neuropathischem
Schmerz, systematische Übersicht mit
Metaanalyse (individuelle Patientendaten)
X
X
Cannabinoide bei
neuropathischem
Schmerz, systematische Übersicht ohne
Metaanalyse
Cannabinoide beim
neuropathischen
Schmerz, systematische Übersicht mit
Metaanalyse
Cannabinoide beim
X
X
neuropathischen
chronischen Schmerz,
systematische Übersicht ohne Metaanalyse
X
X
Cannabinoide
bei chronischem
Schmerz, systematische Übersicht
mit Metaanalyse (in
Subgruppenanalyse
neuropathischer und
Krebsschmerz zusammengefasst)
X
X
X
Frank
2008
[A3]
X
X
X
Ellis
2009
[A2]
X
X
X
Karst
2003
[A18]
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
NCT01606202 Notcutt
Novotna Nurmikko
[A8]
2004 [A19] 2011 [A20] 2007 [A9]
X
X
NCT01606176
[A7]
X
X
NCT00710424
[A6]
X
X
Langford Lynch
2013 [A4] 2014
[A5]
Tab. 8 Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten zu Cannabinoiden bei neuropathischen Schmerzen (eingeschlossene Studien und Schlussfolgerungen)
Schwerpunkt
Der Schmerz
25
X
X
X
Toth 2012
[A14]
X
X
X
X
X
Turcotte
Wade 2003 Wade 2004
2015 [A21] [A22]
[A23]
Aus der vorliegenden Metaanalyse ausgeschlossene Studien sind kursiv gesetzt.
Quellenangaben zu den eingeschlossenen Studien s. . Infobox 1 und 2.
aZitate übersetzt aus dem Englischen.
X
X
X
X
X
X
Svendsen
2004 [A13]
X
X
X
X
X
Selvarajah Serpell
2010 [A11] 2014
[A12]
Rog
2005
[A10]
Tab. 8 (Fortsetzung)
X
X
X
X
Ware 2010
[A15]
X
X
X
X
X
Wilsey 2008 Wilsey
[A24]
2013
[A25]
X
X
X
Wissel 2006 Zajicek
[A26]
2003
[A27]
Zajicek
2012
[A28]
„Unsere Metaanalyse individueller Patientendaten deutet darauf
hin, dass inhalierter Cannabis zu
einem kurzfristigen Nutzen bei
chronischem neuropathischem
Schmerz führt.“
„Cannabisextrakte zur medizinischen Anwendung könnten eine
wirksame Analgesie bei Erkrankungen bieten, die auf andere
Therapien nicht ansprechen.“
„Wir haben 9 Studien zu Nabiximols bei neuropathischem
Schmerz identifiziert, von denen
nur 2 positiv ausfielen. Eine dieser beiden Studien zu MultipleSklerose-assoziiertem Schmerz
war positiv, während die andere,
größere Studie einen negativen
primären Endpunkt aufwies.“
„In der Zusammenschau gibt es
Hinweise, dass Cannabinoide
in der Behandlung von neuropathischem Schmerz sicher und
mäßig wirksam sind.“
„Es bestand eine Evidenz von
mäßiger Qualität, die die Verwendung von Cannabinoiden
zur Behandlung von chronischem Schmerz und Spastik
stützt.“
Schlussfolgerunga
Schwerpunkt
Einhaltung ethischer Richtlinien
Infobox 1 Eingeschlossene Studien
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relief of central neuropathic pain from brachial plexus avulsion: results of a randomised controlled
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und W. Häuser geben an, dass kein Interessenkonflikt
besteht.
A2. Ellis RJ, Toperoff W, Vaida F et al (2009) Smoked medicinal cannabis for neuropathic pain in HIV: a
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Dieser Beitrag beinhaltet keine Studien an Menschen
oder Tieren.
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CT01606202+&Search=Search. Zugegriffen: 1. Oktober 2015
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(vor Therapiebeginn festgelegte
Ziele der Schmerzreduktion und/
oder Verbesserung der körperlichen
Funktionsfähigkeit; sorgfältige Überwachung der Wirkung und möglicher
Komplikationen; [32]).
26
Der Schmerz
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. F. Petzke
Schmerz-Tagesklinik und -Ambulanz,
Klinik für Anästhesiologie,
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
[email protected]
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Infobox 2 Ausgeschlossene Studien
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Der Schmerz
27
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