Lexikon Prüfungsvorbereitung

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Lexikon
Prüfungsvorbereitung
©Serge K. D. Sulz
P1 Prüfungsfragen und Antworten
zum Lehrbuch der Psychotherapie Wissenschaftliche Grundlagen der Psychotherapie –
mit Simulation der staatlichen Prüfung
Zu jedem Kapitel des Lehrbuchs (Band 1) stellt der jeweilige Autor
Prüfungsfragen, die nach der Lektüre des Kapitels in diesem Kompendium schriftlich beantwortet und mit den Antworten des Autors
verglichen werden können.
Es hat sich gezeigt, dass dies der wichtigste Schritt nach der
Buchlektüre ist. Ohne Lehrbuch geht es nicht. Aber das Lehrbuchwissen muss aktiv reproduzierbar sein. Ihr Prüfungswissen wird
auf diese Weise optimal aktiviert, so dass Sie es in der Prüfung
verfügbar haben. Der dritte Schritt ist das Einarbeiten in den Prüfungsmodus der staatlichen Prüfung, die Wissensabfrage durch
Multiple-Choice-Fragen.
Wer das Bearbeiten von Multiple-Choice-Fragen nicht geübt hat,
ist eindeutig im Nachteil. Deshalb können Sie – ebenfalls passend
zum Lehrbuchkapitel eine umfassende Sammlung von MultipleChoice-Fragen bearbeiten, um Ihrer Vorbereitung den letzten
Schliff zu geben. Und zu guter Letzt absolvieren Sie noch eine
Testprüfung unter Echtbedingungen, damit Sie auch die konkrete
Prüfungssituation noch simuliert haben. Wir wünschen Ihnen eine
gute Vorbereitung und ein gutes Prüfungsergebnis!
Lehrbuch der Psychotherapie
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Prüfungsvorbereitung P1
Prüfungsfragen und Antworten zum Lehrbuch der
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Psychotherapie Band 1
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ideale Werkzeug, um das im Lehrbuch Gelesene aktiv im Gedächtnis zu bewahren. Zu jedem Kapitel des Lehrbuchs (Band 1)
finden Sie Prüfungsfragen in Multiple-Choice-Form und erhalten
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 1
Aachener
Aphasietest
AAT
Der Aachener Aphasietest AAT (Huber et al. 1983) ermöglicht die Auslese von aphasischen Patienten aus
einer hirngeschädigten Population, Differenzierung in globale Aphasie, Wernicke-, Broca- und
amnestische Aphasie, Nicht-Standard-Aphasien und modalitätsspezifischen Sprachstörungen,
Identifizierung von nicht-klassifizierbaren Aphasien, Bestimmung des Schweregrades der aphasischen
Störung und beschreibt die aphasische Störung hinsichtlich Phonologie, Lexikon, Syntax und Semantik
Abfuhr
Emotionale Energie wird abgeführt, der energetische Speicher wird entleert (Triebmodell Freuds)
Abneigung,
Bei den aggressiven Regungen müssen wir vor allem Wut und Hass unterscheiden. Wut richtet sich gegen
Hass
eine als feindselig empfundene Handlung und führt eher zu einer sofortigen impulsiven Reaktion, die,
sofern die Reaktion erfolgreich ist, zum Abklingen der Emotion führt. Dagegen richtet sich Hass gegen die
ganze Person. Entweder hat diese Person einmalig extrem feindselig gehandelt, mit extremen emotionalen
Verletzungen oder sie hat fortgesetzt erhebliche emotionale Verwundungen gesetzt. Entweder gab es
keine wirksame Chance zur Gegenwehr oder der andere ließ sich trotz Verteidigung nicht von weiteren
feindseligen Akten abbringen. Diese Angriffe werden nicht als ungezielte Aggressivität attribuiert, sondern
eindeutig als gegen die eigene Person gerichtet. Hass ist ein Gefühl in einer Beziehung. Diese Beziehung
ist durch den eventuell einseitigen Hass gekennzeichnet. Nicht selten wurde die gehasste Person zuvor
geliebt oder sie wird immer noch geliebt. Der Hass wird umso tiefer, je größer die Hoffnung auf liebevolle
Zuwendung war. Intensivste Hassgefühle können bei emotional abhängigen Menschen entstehen, wenn
ihre Bezugsperson ihre Abhängigkeit missbraucht. Da Kinder im Vorschulalter noch keine Ambivalenztoleranz haben und sie für ihr emotionales Überleben die Aufrechterhaltung ihrer positiven Bindungsgefühle, d. h. ihrer Liebe zu ihren Eltern brauchen, muss der Hass unterdrückt werden. Für die Therapie ist
es unbedingt notwendig, die frühen emotionalen Beziehungen und den Umgang mit aggressiven
Gefühlen zu explorieren. Die Therapie kann stagnieren, wenn zum Beispiel durch Selbstbehauptungstraining unterdrückte Hassgefühle bewusstseinsnah werden. Der Patient muss schnell auf die Symptomebene wechseln und vermehrt Symptome entwickeln. Insbesondere bei Patienten mit schweren
Depressionen, bipolaren Erkrankungen oder schizoaffektiven Psychosen fiel mir auf, dass ein tödlicher
Hass unterdrückt wird, der das Selbst und die Welt zu zerstören droht. Der Therapeut muss signalisieren,
dass solche Gefühle verständlich und erlaubt sind, aber auch, dass Hassgefühle nicht zwingend zu
Hasshandlungen führen. Nur das kleine Kind, das noch ganz seinen Impulsen verhaftet ist, muss fürchten,
dass sein Hass in eine Hass erfüllte Handlung mündet. Erst wenn es mit der Entwicklung seiner kognitiven
Funktionen die Fähigkeit erworben hat, seine Gefühle intrapsychisch zu verarbeiten, d. h. dafür zu sorgen,
dass ein Gefühl ein Gefühl bleibt und ein Gedanke ein Gedanke – sofern es sich dafür entscheidet, muss
es seine aggressiven Gefühle nicht mehr fürchten. Schließlich wird es die Fähigkeit erwerben, Gefühle
sprachlich zu kommunizieren, womit eine Bedrohung durch jene Hassgefühle entfällt. Hinzu kommt die
Erkenntnis, dass ein Hass jetzt nicht ein Hass für immer sein muss und damit nicht die Beziehung zum
anderen Menschen völlig zerstört. Und es folgt die Erfahrung, dass unterdrückter oder verschwiegener
Hass schädlicher ist als ausgesprochener – es sei denn, man befindet sich als wehrloser Sklave
unentrinnbar in der Gewalt eines mächtigen, gewalttätigen Tyrannen. Und dies scheint das subjektive
Selbst- und Weltbild der abhängigen Persönlichkeit im Erleben der Konsequenzen des gezeigten Hasses
zu sein. Insofern ist Hass das Gefühl der Unterlegenen, die sich zu schwach fühlen, den Gegner zu
überwinden oder ihn zu verlassen, oder die ihn zu sehr lieben, um ihm weh tun zu können.
Abreagieren
Spannung und emotionale Energie wird so abgeführt, dass sie ganz oder teilweise verschwindet. Ergebnis
ist Katharsis. Wenn das Abreagieren situationsadäquat ist, ist es ein gesunder, normaler Vorgang
Abstinenz
Der Analytiker verhält sich nach dieser Grundregel, die verhindern soll, dass der Patient durch seine
Symptome so wenig wie möglich Ersatzbefriedigung erhält. Der Analytiker kann benennen, dass sein
Wunsch eine Wiederholung ist
Actor-Observer- Die Beurteilung einer zwischenmenschlichen Situation gelingt besser, wenn eine Person sich in die andere
Ansatz
Person hineinversetzt und die Situation aus deren Perspektive wahrnimmt (Perspektivenwechsel)
AdaptationsDie Reaktion auf Stress (Selye) läuft in Phasen ab: Schockphase (zuerst Alarmreaktion mit Blutdruckabfall,
syndrom
später die Gegenschockphase mit Cortisonausschüttung), Resistenzphase (Gewöhnung an den Stress mit
erhöhtem Sympathikus, Adrenalinausschüttung), Erschöpfungsphase (Adaptation nicht mehr möglich
ADAS
Die Alzheimers Disease Assment Scale ADAS (Rosen et al. 1993) ermöglicht die Verlaufsbeurteilung
Alzheimer Test dementieller Symptome (kognitive Leistungen (Orientierung, Gedächtnis, Benennen von Gegenständen,
Befolgen von Anweisungen incl. Des Verhaltens während des Interviews
Afferenz
Nervenbahnen, die von der Peripherie zum Gehirn laufen, also sensorische oder propriozeptive
Information liefern
AggressionsVon Alfred Adler stammender Begriff, von Freud später Todestrieb genannt, der das Objekt zerstören will
trieb
intensives Ausleben unbewusster Wünsche, deren Herkunft und Wiederholungscharakter nicht erkannt wird
Agieren
AktionsIn der Nervenzelle ist im Ruhezustand die elektr. Ladung negativ. Erfolgt am synapt. Spalt eine
Depolarisierung der Zellmembran, so kehren sich die Ladungsverhältnisse von innen und außen um und
potential
es kommt kurzfristig zu einem positiven Aktionspotential mit +30 mV
2010-07-23
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 2
Aktive Technik
Aktualneurose
Allergietypen
Alpha-Wellen
EEG
Alzheimer
Krankheit
Ambivalenz
Amenorrhoe
sekundär
Amnesie
anterograd
Amnesie,
retrograd
Amnesie,
infantile
Ferenczi äußert Verhaltensgebote und -verbote dem Analysanden gegenüber, damit Befriedigungen
unterbleiben, die den Fortgang der Analyse behindern würden
Freud sieht darin eine psychogene Erkrankung, die nicht durch die Übertragung kindlicher Konflikte auf
die Gegenwart entstanden ist. Die Symptome haben also keine Symbolik und Überdetermination
Typ I: Soforttyp bei einmaliger Gabe des Allergens (90 %). Typ II: zytotoxische Reaktion. Da sich das
Allergen mit einer Körperzelle verbunden hat, muss diese auch bekämpft und geschädigt werden. Typ III:
Immunkomplextyp. Antikörper und Antigen verklumpen und schwimme als Komplex durch den Kreislauf,
wo sie die unspezifische Abwehr auslösen. Kann Tage dauern, bis diese Reaktion auftritt. Typ IV:
Spättypallergie oder zelluläre Immunreaktion. Es setzen nach Stunden bis Tagen sensibilisierte TLymphozyten Lymphokine frei (Kontaktallergie, allerg. Ekzem)
EEG-Wellen der elektr. Oberflächenaktivitität des Gehirns, synchronisiert, Amplitude 20 bis 120 Mikrovolt,
mit einer Frequenz von 8 bis 13 Hertz. Sie treten im entspannten wachen Zustand auf
rasch fortschreitende Demenz, mit 40 bis 60 Jahren beginnend, zuerst Gedächtnisstörung, zunehmend
Orientierungsstörungen, später psychomotorische Unruhe, Verläufe bis zu 20 Jahren, Schwund der
Basalganglien (Nucleus basalis Meynerth)
Emil Bleuler (Schweizer Psychiater): zur gleichen Zeit bestehende unvereinbare Emotionen, Motive.
Sind dies zum Wunsch und zum Wollen geworden, kommt es zur Ambitendenz. Vorschulkinder können
noch keine Ambivalenz im Bewusstsein bestehen lassen (fehlende Ambivalenzfähigkeit).
Hat eine Jugendliche schon Menarche gehabt und hören die Monatsblutungen wieder auf, so handelt es
sich um eine sekundäre Amenorrhoe, die typisch für die Anorexie ist
Gedächtnisverlust bezüglich der Zeit nach dem hirnschädigenden Ereignis
Gedächtnisverlust bezüglich der Zeit vor dem hirnschädigenden Ereignis
Menschen können sich in der Regel nicht an die ersten drei bis vier Jahre ihres Lebens erinnern. Das ist
nicht krankhaft. Nach Freud entsteht sie durch die Verdrängung der kindlichen Sexualität und dauert bis
zum Ende der ödipalen Phase
anaklitische
René Spitz: ein Kind, das ab 6 Monaten von seiner Mutter getrennt wird, entwickelt depressionsähnliche
Depression
Symptome, die sich steigern vom Weinen zum Schreien, zur Kontaktverweigerung und nach 3 Monaten
zur Lethargie
Analgetikamiss- Einige Analgetika führen nach längerer Einnahme zur Schädigung der Nieren bis zur Niereninsuffizienz
brauch Folgen
anal-sadistisch in der analen Phase nach Freud entstehende Lust, anderen Schmerz zuzufügen
analsadistische Freuds zweite Stufe, von 2 bis 4 Jahren, die anale Zone ist libidinös besetzt. Es geht um Zurückhalten
Stufe
versus Ausstoßen, um die symbolische Bedeutung des Kots. Entwicklung der Muskelbeherrschung.
Angeborene
Abkürzung AAM – ein Schlüsselreiz löst eine genetisch festgelegte Antwort aus (Schmerzlaut eines Opfers
Auslösende
kann Zubeißen auslösen)
Mechanismen
Angst
Angst und Furcht sind Gefühle des sich bedroht Fühlens. Angst ist der reine Affekt ohne kognitive
Komponente („Ich habe Angst“). Bei der Furcht ist die kognitive Zuordnung zur wahrgenommenen Gefahr
enthalten (z. B. Furcht vor Strafe des Vaters). Angst ist das wichtigste Gefühl im Bereich der Psychiatrie und
der psychosomatischen Medizin. Es gibt keinen Patienten, bei dem nicht Angst eine zentrale Rolle spielt,
entweder in der Gegenwart oder in der Entwicklung seiner zu behandelnden Störung. Ursprünglich ist
Angst ein lebensnotwendiges Signal, das zu selbstschützendem Verhalten mobilisiert (Flucht vor Gefahr
oder Vermeidung der Situation, die mit Gefahr assoziiert ist). Deshalb ist Angst auch eines der am
frühesten entwickelten Gefühle, zunächst als eine globale existentielle Angst, dann als eine noch
allgemeine Angst vor Verlust der Bezugsperson, dann vor dem Verlust der Liebe der zentralen
Bezugsperson. Es folgt die Angst vor dem Verlust der Selbstbestimmung und schließlich die Angst vor
Hingabe. Dies sind die bedeutendsten Ängste in Beziehungen und deshalb oft Gegenstand vieler
Paartherapien. Die kindliche Lerngeschichte dieser Beziehungsängste determiniert weit gehend die
spätere Persönlichkeitsentwicklung. Ein großer Teil unserer habituellen Verhaltenstendenzen hatte ursprünglich Vermeidungsfunktion. Generell ist Angst vor den Eltern, Angst vor den Auswirkungen eigenen
Handelns auf die Eltern oder Angst weil die Eltern wesentliche Hemmnisse waren, in der Kindheit in
ausreichendem Ausmaß instrumentelle Verhaltensweisen zur Befriedigung zunächst ihrer Abhängigkeitsbedürfnisse und danach ihrer Selbstbestimmungs- und Selbständigkeitsbedürfnisse zu entwickeln.
Angstsignal,
Diese Angst signalisiert Gefahr, so dass eine traumatische Erfahrung rechtzeitig verhindert werden kann.
Signalangst
Sie ist eine Funktion des Ichs, die Abwehrreaktionen ermöglicht.
Anima, Animus C. G. Jung sieht hinter der nach außen gerichteten Persona im Inneren die Anima oder den Animus als
gegensätzliche Seite des Menschen. So kann eine Frau eine männliche Seite haben, den Animus.
2010-07-23
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 3
Anlehnungstyp spätere Liebesobjekte werden nach dem Vorbild der befriedigenden oder versagenden Eltern gewählt
der Objektwahl
Anspannung
Anspannung und Nervosität sind die bewusst wahrnehmbaren Gefühlsanteile der physiologischen
Korrelate der Angst. Das Spannungsgefühl, die körperliche oder motorische Unruhe ist bereits da. Hinzu
kommen je nach individuellem Angst- und Stressreaktionsprofil kalte Akren, schweißige Hände und Stirn,
leichter Tremor, verspannter Kiefer, vermehrtes Augenblinzeln, unruhiger Blick, Mundtrockenheit, fahrige
Bewegungen, hastiges Sprechen, drängender, ungeduldiger oder unwirscher Unterton in der Stimme usw.
Auf manche wirkt die Hektik ansteckend, andere reagieren ärgerlich. Da noch keine Angst spürbar ist,
liegt auch noch keine Fluchttendenz vor. Vielmehr besteht noch eine Annäherungstendenz, allerdings
keine frei gewählte. „Ich muss heute noch fertig werden, ich muss das ohne Fehler hinkriegen“. Spannung
entsteht, wenn eine Bewegung gebremst wird, wenn Agonist und Antagonist zugleich tätig werden. Sie
enthält eine aggressive und eine ängstliche Komponente. Stress entsteht, wenn sich zu einer motorischen
Annäherungskomponente Angst hinzugesellt, so dass Nervosität resultiert. Die Nervosität kann einerseits
von einer Versagensangst herrühren, andererseits von einer Angst vor den Folgen einer Auflehnung
gegen die Pflicht. Sie kann als Verhaltensstereotyp von einem Elternteil durch Imitation übernommen
worden sein. Sie ist quasi ein angefangenes Gefühl und hat deshalb noch keine Signalwirkung. Das
erklärt, warum nichts getan wird, um sie zu beenden, bis schließlich gesundheitliche Stressfolgen
entstanden sind.
Antiandrogen
Medikament, das die Wirkung männlicher Sexualhormone beseitigt: chemische Kastration von
Sexualtätern
Antidepressiva, Selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren sind neuere Antidepressiva, die schneller wirken und ohne
SSRI
nennenswerte vegetative Nebenwirkungen. Dafür eher Übelkeit, Gewichtszunahme, Libidostörungen
Antidepressiva, klassische trizyklische Antidepressiva wirken bald schlafregulierend oder antriebsteigernd (deshalb
trizyklisch
Suizidgefahr vorübergehend vergrößert), erst nach drei Wochen stimmungsaufhellend. Nebenwirkungen:
Mundtrockenheit, Zittern, Verstopfung, evtl. Herzreizleitungsstörungen (EKG!). Es muss immer ein Blutbild
vor der Therapie gemacht werden
Aphasie
Ausfall des Sprachvermögens durch Schädigung des Sprachzentrums im linken Schläfenlappen
Aphasie,
Broca-Aphasie: Bei normalem Sprachverständnis ist die Fähigkeit zu sprechen gestört. Frontallappen:
motorische
Broca-Sprachzentrum
Aphasie,
Wernicke-Aphasie. Das Sprachverständnis ist gestört. Linker Temporallappen: Wernickes Sprachzentrum
sensorische
AppetenzVerhalten, das z. B. Beute oder Nahrung oder sexuelle Befriedigung an bzw. mit dem gefundenen Objekt
verhalten
ermöglicht
applied
Entspannung ohne vorherige Anspannung verbunden mit einem Wort z. B. RUHE, das nach einiger Übung
relaxation
in verschiedenen Situationen angewandt Entspannung auslöst
applied tension Menschen, die zu Ohnmacht neigen, können durch 20 Sekunden anhaltende Muskelanspannung dieser
vegetativen Reaktion gegensteuern
Appraisal,
Die Theorie von Lazarus geht davon aus, dass in einer ersten Einschätzung eine Situation als bedrohlich
primary
oder günstig oder irrelevant eingestuft wird und diese Einschätzung das Ausmaß des entstehenden
Stresses bestimmt
Appraisal,
Wenn die eigenen Fähigkeiten zur Bewältigung einer Situation als so hoch eingeschätzt werden, dass die
reappraisal
Situation erfolgreich gemeister werden kann, kommt es zu einem „reappraisal“ und zu einem Absinken
des erlebten Stresses
Appraisal,
In einer schwierigen Situation erfolgt als zweites die Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und
secondary
Fähigkeiten, die Situation zu meistern (Coping, Bewältigung)
Ärger
Neben der Angst sind Ärger und Wut die für die Psychotherapie bedeutsamsten Emotionen. Angst hat im
zwischenmenschlichen Bereich meist die Funktion, Aggression zu verhindern. Deshalb taucht in vielen
Therapien das Thema Aggression erst spät auf – einhergehend mit einem Nachlassen der Ängste. Im
Gegensatz zum Hass, der später besprochen wird, bezieht sich Ärger nicht ausschließlich auf die andere
Person, nicht darauf, dass sie so ist, wie sie ist. Ärger und Wut entstehen aus konkreten Handlungen des
anderen heraus. Diese Handlungen werden als Angriff auf die eigene Person erlebt, als vorsätzliches
feindseliges Verhalten. Ärger ist das Vorstadium der Wut, das mimische Warnsignale und gestische
Drohgebärden auslöst, die dem anderen Einhalt gebieten sollen. Wut ist das Gefühl, das die aggressive
Kampfhandlung einleitet und aufrecht erhält. Zivilisierte Menschen bringen diese Impulse auf die
sprachliche Ebene, Wortgefechte ersetzen die Handgreiflichkeiten. Diese Zivilisierung der Aggression
kann aber nur stattfinden, wenn sie nicht viel zu früh im Keim erstickt wird. Ich habe den Eindruck, dass fast
durchgängig diese zu frühe radikale Blockierung aggressiver Impulse den größten Schaden am
Menschen anrichtet. Das Kind hat durch das „Abwürgen“ seiner Aggression keine Chance, diese zu
zivilisieren, in eine konstruktive Wehrhaftigkeit umzuwandeln und die Erfahrung zu machen, dass das
eigene aggressive Potential nicht per se destruktiv ist und dadurch das eigene Überleben bedrohen
würde. Angst und Aggression gehören zusammen. Wer Angst behandelt, behandelt auch Aggression,
©
es, dass durch soziales Kompetenztraining
die zweifache
SergeSeiSulz
[email protected]
2010-07-23 selbst wenn dies nicht explizit geschieht.
Erfahrung gemacht wird, dass einerseits Durchsetzungsvermögen nicht einer destruktiven Aggressivität
gleichkommt und dass andererseits die Gegenaggression des anderen mich nicht vernichtet und auch
nicht ewig währt, sei es, dass ein Expositionstraining implizit den Beweis dafür liefert, dass keine Gefahr
des Kontrollverlusts besteht. Da Psychotherapeuten zu den eher aggressionsgehemmten Menschen
zählen, darf die Wahrscheinlichkeit nicht unterschätzt werden, dass die Ängstlichkeit des Therapeuten die
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 4
Arrangement,
neurotisches
Assoziation
Assoziation,
freie
Atopische Trias
Atrribuierung
stabil
Attribuierung
external
Attribuierung
internal
Attribuierung
variabel
Aufmerksamkeit, gleichschwebende
Auge,
Störungen
Auswertungsobjektivität
Autogenes
Training
Autoimmunerkrankung
Automatische
Angst
Basisdokumentation
Beck
Depression
Inventar BDI
Beck, Aaron T.
Befindlichkeitsskala
2010-07-23
würde. Angst und Aggression gehören zusammen. Wer Angst behandelt, behandelt auch Aggression,
selbst wenn dies nicht explizit geschieht. Sei es, dass durch soziales Kompetenztraining die zweifache
Erfahrung gemacht wird, dass einerseits Durchsetzungsvermögen nicht einer destruktiven Aggressivität
gleichkommt und dass andererseits die Gegenaggression des anderen mich nicht vernichtet und auch
nicht ewig währt, sei es, dass ein Expositionstraining implizit den Beweis dafür liefert, dass keine Gefahr
des Kontrollverlusts besteht. Da Psychotherapeuten zu den eher aggressionsgehemmten Menschen
zählen, darf die Wahrscheinlichkeit nicht unterschätzt werden, dass die Ängstlichkeit des Therapeuten die
Entwicklung des Patienten in dieser Hinsicht behindert.
Der Therapeut ist kein brauchbares Modell für den Umgang mit Aggressionen. Er teilt nicht selten die
Angst des Patienten, dass Aggression die Beziehung zerstören könnte. Er verhindert dadurch ebenfalls die
Zivilisierung der Aggressivität. Soziale Rollenspiele zum Thema „Selbstbehauptung“ sind hier am
effizientesten, vor allem wenn die Wahrnehmung und die adäquate Kommunikation aggressiver Gefühle
mit einbezogen wird.
Alfred Adler (Individualpsychologie): Vorstellungen und Erinnerungen werden so zurecht gelegt, dass ein
in sich stimmiges Bild entsteht, das die Neurose stabilisiert
Die Hervorbringung unbewussten Materials in der analytischenSituation folgt dem Prinzip der Assoziation.
Ein Inhalt ist im Gedächtnis mit einem gerade bewusst gewordenen assoziiert und kommt so ins
Bewusstsein
Das ist das Grundprinzip der analytischen Therapie. Der Analysand soll, ohne ein Thema gedanklich zu
strukturieren oder zu selegieren, alles, was assoziativ ins Bewusstsein kommt, aussprechen.
Allergiker können häufig mit 3 verschiedenen Organen reagieren: Bronchien: allergisches Asthma. Nase:
Heuschnupfen. Haut: Neurodermitis
Die Verursachung wird für zeitlich stabil und wiederholbar gehalten, z. B. „Ich werde erneut in der Lage
sein, diesen Erfolg zu erringen.“
Die Außenwelt wird für verantwortlich für das Eintreten eines Ereignisses gehalten
Die Person selbst hält sich für verantwortlich für das Eintreten eines Ereignisses, z. B. für einen Erfolg oder
Misserfolg
Die Verursachung wird für zeitlich instabil und nicht wiederholbar gehalten, weil es nicht in der eigenen
Macht liegt, evt. dem Zufall zugeschrieben wird
Freud Ges. W. XIII, S. 314): „sich seiner eigenen unbewussten Geistestätigkeit überlassen, Nachdenken
und Bildung bewusster Erwartungen möglichst vermeiden, nicht von dem Gehörten sich im Gedächtnis
besonders fixieren und solcherart das Unbewusste des Patienten mit seinem eigenen Unbewussten
auffangen“ Das ist das Gegenstück der freien Assoziation auf Seite des Analysanden
Schielen (Strabismus), Astigmatismus (Verformungen der Hornhaut), Glaukom (erhöhter Augeninnendruck,
der den Sehnerv bis zur Blindheit schädigt.
Wird ein von einem Probanden ausgefüllter Test von mehreren Diagnostikern ausgewertet, so müssen sie
zum gleichen Ergebnis kommen
Selbstsuggestives Entspannungsverfahren, bei dem suggestive Instruktionen wie „Die Hand wird ganz
warm“ entsprechende Körperfunktionen steuern und so zunehmende psychische Entspannung
hervorrufen.
Der Körper verkennt körpereigene Zellen als fremde Eindringlinge in den Körper und bekämpft sie mit
Antikörpern. Dadurch erkranken die betreffenden Organe. Z. B. Multiple Sklerose, man vermutet auch
Morbus Alzheimer
Freud sieht darin eine Reaktion auf nicht bewältigbare traumatische Situationen, die keinen
Signalcharakter hat wie die Signalangst
Festhalten wichtiger Daten bezüglich soziodemographischen Informationen, Krankheitsvorgeschichte,
Vorbehandlungen, anderen Erkrankungen und deren Behandlungen, Befunde, Diagnosen, Aufklärung,
Zustimmung zur Behandlung
Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Schweregrads einer Depression. Ab 11 Punkten besteht
eine leichte Depression, ab 18 eine behandlungswürdige Depression
Gründer der Kognitiven Therapie, die davon ausgeht, dass ein Mensch dysfunktionale Grundannahmen
über das Funktionieren der (sozialen) Welt hat, die sich in latenten Schemata verfestigen, welche
wiederum als automatische Gedanken in bestimmten Situationen Erleben und Verhalten eines Menschen
so bestimmen, dass seine Berwertung dysfunktional ist, negative Emotionen entstehen und unwirksames
Verhalten resultiert, so dass schließlich eine Depression oder eine andere psych. Störung entsteht.
erfasst das psychische Befinden des Patienten (Selbstbeurteilungsskala), z. B. Bf-S die Befindlichkeitsskala
(von Zerssen)
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 5
Befund,
psychischer
Begeisterung
Beleidigtsein
Belohnungslernen
Bemuttern
Benzodiazepinabhängigkeit
Berufsgenossenschaft
Besetzung
Beta-Wellen
EEG
Beurteilerfehler
- Halo-Effekt
Beurteilerfehler
- Kontrastfehler
Beurteilerfehler
– Reihenfolgeeffekt
Beurteilerfehler
- zentrale
Tendenz
2010-07-23
Es werden möglichst alle psychischen Funktionen erwähnt und beschrieben, ob und wie sie eventuell
gestört sind (Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, Denken
(inhaltlich (überwertige Ideen, Wahn) und formal (Ideenflucht, Zerfahrenheit), Affektivität, Psychomotorik)
Begeisterung ist eine Steigerung der Freude, gerade dieses „außer sich sein“. Die ganze Psyche und auch
der Körper sind so erfüllt von diesem Gefühl, dass es nicht mehr verborgen werden kann. Die Umwelt
sieht deutlich, was emotional abläuft und sie sieht, wie dieses Gefühl ausgedrückt wird und sie sieht den
Menschen in diesem Moment unkontrolliert. Andererseits bezieht sich Begeisterung noch mehr als Freude
auf das wahrgenommene Ereignis, wie schon die zugehörigen Verbalisierungen verraten: „ich freue mich“
und „ich bin begeistert von...“. Es ist mehr das Erlebnis selbst gemeint, ein Ereignis, ein Geschehen, das
außergewöhnlich ist, dem man beiwohnen konnte. Wichtiger als diese Begriffsklärungen sind für uns die
Schicksale der Gefühle, d. h. die Begeisterungsfähigkeit.
Da Begeisterung und deren Ausdruck auf die Umwelt „überschwappt“ ist entscheidend, ob die Eltern sich
dadurch gestört fühlen oder sich mitfreuen können. Abgesehen von situativen Bedingtheiten ist die
Persönlichkeit des Elternteils und die Qualität der Beziehung zum Kind entscheidend. Die Vitalität des
Kindes wird von manchen Eltern als störendes oder aggressives Verhalten missinterpretiert. Manche
meinen, früh genug bremsen zu müssen, weil die Kinder sonst später nicht mehr kontrollierbar sind.
Manche Eltern machen abfällige Bemerkungen über den Gefühlsausdruck. Manchen ist das intensive,
auffallende Gefühlsgebaren ihres Kindes in der Öffentlichkeit peinlich. Begeisterung gehört zu den
„lauten“ Gefühlen, die neben den aggressiven Gefühlen sehr oft von Eltern viel zu früh erstickt werden.
Beleidigt sein ist ein Beziehungsgefühl. Eine andere Person wird als Verursacher identifiziert und ihr das
entstandene Leid angelastet. Sie hat etwas getan, das eine Verletzung meines Anspruches auf
Aufmerksamkeit, Beachtung, Berücksichtigung, Würdigung meiner Person ist. Wenn ich es als Angriff
empfinden würde, wäre ich ärgerlich oder wütend. Wenn ich es als unabsichtlich erlebt hätte, wäre ich
enttäuscht. So aber ist es eine Kränkung meines Selbstgefühls und ich signalisiere diese mit dem Beleidigt
sein ganz deutlich. Das Signal soll den anderen zur Reue, zum Zurücknehmen seiner Handlung, zur
Entschuldigung bewegen und die Beobachter zur Parteinahme mit dem Opfer.
Beleidigt sein entspricht einem Mangel an Wehrhaftigkeit und Schlagfertigkeit. Es liegt eine
Lerngeschichte vor, in der sich offenes Wehren als nachteilig erwies, in der der Stärkere (Vater oder
Mutter) aber doch den im Beleidigt sein steckenden Anteil von Aggressivität tolerierte. Fehlt auch diese
Toleranz, so kann sich das Kind nicht einmal das Beleidigt sein leisten, es bleibt ihm nur ein ganz privates
Gefühl der Kränkung, das nicht nach außen dringt. Beleidigt sein ist eine Situationsbewältigung, die auf
halber Strecke stecken bleibt. Die Situation führt zur Emotion, diese aber nicht zur kognitiven oder
handelnden Situationsmeisterung. Das Verharren im Gefühl ist einerseits eine Form der Ohnmacht.
Andererseits wird doch noch versucht, genau über diese Emotion den anderen in dessen Verhalten zu
steuern. Manche Menschen entwickeln eine erstaunliche Fähigkeit, allein über den Ausdruck eigener
Gefühle ihre soziale Umwelt so effektiv zu steuern, dass sie es gar nicht nötig haben, kognitive und
handelnde Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Diese Menschen fallen uns als überemotional oder als
histrionisch auf.
synonym für operantes Konditionieren, für Lernen am Erfolg
In der analytischen Psychosentherapie verwendetes Vorgehen: symbolisch und real die Beziehungsmöglichkeit eine guten Mutter herstellen
man unterscheidet die primäre Hochdosis- und die primäre Niedrigdosisabhängigkeit von der
sekundären Abhängigkeit. Der Entzug kann sich über Monate hinziehen
ist zuständig für die Gesunderhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit, soweit Krankheit oder
Unfall bei der Berufstätigkeit (auch auf dem Weg von und zur Arbeit) auftreten
eine Person oder Sache oder eine Idee sind z. B. libidinös besetzt. D. h. dass ihnen viel emotionale
Energie zugeteilt wird. Ein Mensch oder ein Gegenstand wird sehr geliebt.
EEG- Wellen, Frequenz 14-30 Hertz, desynchronisiert, geringere Amplitude (5 bis 50 Mikrovolt). Treten bei
aufmerksamer geistiger Tätigkeit auf.
Überstrahlungsfehler – von einem besonders hervorstechenden Merkmal einer Person wird auf andere
Merkmale geschlossen, z. B. bei korrekter Bürobekleidung auf spießig
Der Beurteiler hält seine eigene Eigenschaft für normal und eine Eigenschaft eines Probanden, die stark
von seiner abweicht, also im Kontrast mit ihr steht, für auffällig. Ein sehr introvertierter Beurteiler wird eine
mäßig extravertierte Frau also als sehr extravertiert wahrnehmen
War der vorausgegangene Prüfling unübertreffbar gut, so wird ein nachfolgender auch sehr guter
Prüfling evtl. nur die Note gut erhalten. War der vorausgegangen Prüfling sehr schlecht, so kann er die
Note eins erhalten
Wenn eine Person unsicher bezüglich ihres Urteils ist vermeidet sie extreme Positionen und neigt dazu,
mittlere Werte anzukreuzen oder zu benennen. Wie kompetent erscheint er Ihnen? Mittel
©
Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 6
Bevölkerungspyramide
Bewusstsein
Big Five
Persönlichkeitsdimensionen
bildgebende
Verfahren
Biofeedback
Blanken-Test
Neurops. Test
Body-MaßIndex
Bruxismus
c.I.Test
Neuropsych.
Test
Charakterneurose
Chorea
Huntington
ClusterKopfschmerz
Commotio
cerebri
Compliance
Contusio
cerebri
Coping
Cyklisch
maladaptives
Muster CMP
Dämmerzustand
Dankbarkeit
2010-07-23
Schnell wachsende Bevölkerungen haben im Häufigkeitspolygon die Form eines Dreiecks (Pyramide)
metapsychologische Theorie Freuds: Das System Wahrnehmung – Bewusstsein ist dadurch gekennzeichnet, dass das Geschehen bewusst ist, es nimmt Informationen von der Außenwelt und aus dem
Unbe-wussten auf. Es besteht ein kontinuierlicher Strom des Bewusstseins, im Gegensatz zum
Vorbewussten.
Persönlichkeitsfragebögen werden faktorenanalytisch untersucht. In unzähligen Studien wurden immer
wieder fünf Dimensionen gefunden: Extraversion – Introversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit,
Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit
Radiologische Diagnostik hier des Gehirns mit Computertomographie CT, Magnetresonanztomographie
MRT, funktionales Magnet-Resonanz-Imaging fMRI, Positronen-Emissions-Tomographie PET
Biofeedbackgeräte machen einen nicht wahrnehmbaren körperlichen Prozess sichtbar oder hörbar, so
dass der Patient versuchen kann, ihn zu verändern.
Z. B. kann einer hohen Muskelspannung ein lauter Ton zugeordnet werden. Der Patient versucht, diesen
leiser zu machen, indem er den Muskel entspannt.
Der Test von Blanken (1996) erfasst die Wortbedeutung im auditiven und visuellen Sprachverständnis.
Er geht nicht von klinischen Syndromen, sondern von linguistischen Modellen aus
Gewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in m. 17,5 und weniger ist Anorexie, 25 und
mehr ist Übergewicht. Bei Kindern/Jugendlichen erfolgt die Orientierung an altersspezifischen Perzentilen
Zähneknirschen während des Schlafs, das allmählich zu extremer Schädigung der Zahnsubstanz führt.
Therapie: Entspannungstraining und Biofeedback
Der Kurztest für cerebrale Insuffizienz (c.I.-Test) von Lehrl und Fischer (1987) erfasst vaskuläre und
metabolische Insuffizienzen, z. B. im Rahmen von Arteriosklerose, raumfordernden oder degenerativen
Prozessen. Er kann eingesetzt werden bei Durchgangssyndromen und hirnorganischen Psychosyndromen
Die Abwehr eines unbewussten Konflikts erfolgt nicht durch Symptome wie bei der Neurose, sondern
durch Erleben und Verhalten.
anhaltende regelmäßige Zuckungen, Demenz, uncharakteristische mit psychischen Auffälligkeiten
beginnend, z. B. Angst, Depression, Apathie, Aggression. Dominant vererbt. Beginnt zwischen 25 und 55
Jahren. Verlauf über bis zu 15 Jahren. Anatomisch Basalganglien und Frontalhirn Schwund
heftiger Schmerzanfall mit Schmerzen an Schläfe, Stirn, Auge, Ohr, Kiefer, gerötete, tränende Augen,
Pupille verengt, Lidspalte eng, tropfende Nase, Schwitzen und Hitzegefühle der betroffenen Partien.
Auftreten nachts und tage- oder wochenweise gehäuft (Cluster)
Gehirnerschütterung ohne Gewebeschädigung, keine dauerhaften Folgen, sofort kurzer Bewusstseinsverlust. Anschließend Übelkeit, retrograde Amnesie mögl., wochenlang können Kopfschmerzen auftreten
Vor allem in der Pharmaforschung immer wieder untersuchte Bereitschaft und aktive Mitarbeit des
Patienten an der Durchführung der (medikamentösen) Therapie. In der Schizophreniebehandlung werden
psychologische Interventionen eingesetzt, um die Compliance des Patienten zu erhöhen.
Gehirngewebe wird lokal, oft an der Hirnrinde zerstört. Stunden- bis tagelanger Bewusstseinsverlust, je
nach Ort der Schädigung neurolog. Ausfälle wie fokale Anfälle, Gesichtsfeldausfälle, Augenmuskelstörungen, Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Hemiparese.
Symptome bilden sich langsam zurück. Es kann ein traumat. Persönlichkeitsveränderung resultieren.
Bewältigungsverhalten in der Meisterung von Stressoren
Strupp und Binder (1991) definieren das CMP als Abfolge von Wunsch, negativer Erwartung an die
Reaktionen der anderen und einem Handeln aufgrund dieser negativen Antizipationen, das eine
Wunscherfüllung unmöglich macht.
Bewusstsein eingeengt auf eine Thematik. Anderes wird nicht wahrgenommen. Dabei besteht
Handlungsfähigkeit. Begrenzte Dauer des Zustands. Anschließend Amnesie für diesen Zeitraum. Andere
können den Zustand evtl. nicht als solchen erkennen.
Dankbarkeit ist ebenfalls ein Beziehungsgefühl. Eine andere (schenkende) Person hat uns mehr gegeben
oder geholfen, als wir erwarten durften. Sie wäre es uns nicht schuldig gewesen. Oder die Hilfe kam zu
einem Zeitpunkt und in einer Situation, in der sie uns aus einer Not geholfen hat. Wir sind des
Bewusstseins, viel Gutes vom anderen bekommen zu haben. Nicht wir selbst haben ein bedeutsames, für
uns positives Ereignis herbeigeführt, sondern die andere Person. Wir empfinden darüber eine freudige
Rührung und Verbundenheit. Es ist in diesem Moment eine deutlich spürbare emotionale Verbindung zum
anderen vorhanden, die zunächst einseitig ist. Denn es ist kein primär gegenseitiges Fließen von Gefühlen.
Die schenkende Person mag das Ausmaß der Dankbarkeit eventuell gar nicht spüren, vielleicht auch nicht
so viel Gefühl in das Geschenk investiert haben oder eine Hilfe als gar nicht so große Tat empfinden.
Eventuell bleibt ein großer Teil des Gefühls privat. Wird die Dankbarkeit aber frei oder offen ausgedrückt,
gemischt mit Gefühlen der Freude oder gar des Glücks, so wirkt sie auf die schenkende Person zurück.
Diese ist gerührt von der Wirkung des Geschenks und freut sich mit. Dadurch kann es doch zu einem
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gemeinsamen emotionalen ErlebnisSerge
werden,Sulz
das die Beziehung und Bindung
gegenseitig vertieft. Eltern
[email protected]
wünschen sich Dankbarkeit, versuchen vielleicht dieses Gefühl beim Kind zu induzieren, um die Bindung
durch Verpflichtungsgefühle in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das Kind braucht für die notwendigen
Ablösungsschritte dagegen eine Entpflichtung, um sich auf die für Eltern und Kind schmerzliche Trennung
und Loslösung am Ende der Kindheit einlassen zu können: „Du darfst Deinen Weg gehen, auch wenn Du
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Diese ist gerührt von der Wirkung des Geschenks und freut sich mit. Dadurch kann es doch zu einem
gemeinsamen emotionalen Erlebnis werden, das die Beziehung und Bindung gegenseitig vertieft. Eltern
wünschen sich Dankbarkeit, versuchen vielleicht dieses Gefühl beim Kind zu induzieren, um die Bindung
durch Verpflichtungsgefühle in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das Kind braucht für die notwendigen
Ablösungsschritte dagegen eine Entpflichtung, um sich auf die für Eltern und Kind schmerzliche Trennung
und Loslösung am Ende der Kindheit einlassen zu können: „Du darfst Deinen Weg gehen, auch wenn Du
mir damit weh tust“. Bedürftige Eltern verhindern unter anderem über Dankbarkeit und Schuldgefühle die
Ablösung von erwachsener Tochter oder erwachsenem Sohn.
Deckerinnerung Ein Kind erinnert sich auffallend deutlich an eine scheinbar nebensächliche Situation. Die Deckerinnerung
ist eine Kompromissbildung zwischen Verdrängtem und Abwehr, deren Bedeutung in der Analyse
erarbeitet werden kann, so dass der verdeckte Inhalt bewusst werden kann.
Delegation
unbewusst erhalten Kinder von einem Elternteil den Auftrag, etwas zu vollbringen, was sie selbst nicht
leben konnten, z. B. erfolgreich zu sein oder sich an der Gesellschaft zu rächen oder eine Schuld
abzutragen
Demenz-Test
Der Demenz-Test (DT) entspricht dem Mini-Mental-Status-Test und erfaßt bei älteren Menschen mit hoher
DT
Sensivität und Spezifität verschiedene dementielle Prozesse (Kessler et al. 1999). Er enthält einen
Gedächtnistest mit freiem Abruf, eine verbale Flüssigkeitsaufgabe, einen Apraxietest und prüft das
Orientierungsvermögen
Demoim vorindustriellen Zeitalter waren Geburten- und Sterbeziffer ausgeglichen. Mit Beginn der industriellen
graphischer
Revolution entstand ein demographischer Übergang, bei dem die Sterbeziffer abnahm. Später kam es zu
Übergang
einem weiteren demographischen Übergang, bei dem die Geburtenziffer abnahm, so dass die Zahl der
Geburten wieder gleich groß war wie die Zahl der Todesfälle.
Depressive
Melanie Klein: ab 4. Lebensmonat, zweite kindliche Entwicklungsposition nach der paranoiden Position.
Position
Mutter kann als ganzes Objekt wahrgenommen werden und die Spaltung zwischen gutem und bösem
Objekt wird geringer. Aggression richtet sich also gegen die Mutter mit der Angst, sie zu zerstören.
DestruktionsFreud: auch Todestrieb, Aggressionstrieb, der das Objekt zerstören will
trieb
Deutung
Der Analytiker spricht die ins Unbewusste verdrängte Bedeutung eines Sachverhalts aus. Der Zeitpunkt für
die Deutung muss gut gewählt sein. Sonst kann sie nicht angenommen werden und das Material muss im
Unbewussten bleiben.
Devianz
Ein Verhalten, das von der Norm der Bevölkerung abweicht und als solche auffällig oder gestört oder
krankhaft betrachtet wird
Devianz
ein von der Norm abweichendes Verhalten
Diabetes
Typ I juveniler Diabetes weist absoluten Mangel an Insulin auf, ist insulinpflichtig (es muss Insulin subkutan
mellitus
gespritzt werden). Typ II Altersdiabetes weist einen relativen Mangel an Insulin auf, es können blutzuckersenkende Medikamente gegeben werden. Richtige Ernährung (kein Übergewicht) und Bewegung
helfen Medikamente zu sparen. Symptome sind Durst, Polyurie, Müdigkeit, schlechte Wundheilung,
Muskelkrämpfe, Retinopathie, die zur Erblindung führen kann, evtl. Polyneuropathie und Arteriosklerose.
DiagnoseSKID I ist das bekannteste standardisierte Interview zur Erhebung der psychiatrischen Diagnose nach
Interview,
DSM IV. SKID II dient der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen nach DSM IV. DIPS ist das
standardisiert
Diagnostische Interview bei Psychischen Störungen. CIDI ist das Composite International Diagnostic
Interview.
DiatheseZusammenwirken von genetischer Disposition und belastenden Lebensereignissen und -umständen führt
Stress-Modell
zur Erkrankung
Disability
Rehabilittation: Impairment, Disability, Handicap. Impairment ist die primäre Schädigung. Disability die
(Rehabilitation) Einschränkung der Funktionen durch diese Schädigung, Handycap ist die Chancenminderung in der
Gesellschaft
Disengagement Rückzug alter Menschen aus gesellschaftlicher Beteiligung und Verantwortung
Diskriminations- Ein Verhalten wird z. B. nur noch durch immer größere Ähnlichkeit mit einem angestrebten Wert verstärkt,
lernen
z. B. wird zunächst die Auswahl aller Rottöne verstärkt, später nur noch ein ganz bestimmter Rotton.
DokumenBei Psychotherapie vor allem: Aufnahmebefund, Diagnose, Abschlussbefund
tationspflicht
DoppelblindWeder der Patient noch der Behandler wissen, ob das dem Patienten in einer Wirksamkeitsstudie
versuch
verabreichte Medikament einen Wirkstoff enthielt oder ein Placebo ist, bzw. welchen Wirkstoff welcher
Patient erhielt. Dieses Design ist nicht auf die Psychotherapieforschung übertragbar.
Double-Bind
Doppelbindungsbotschaften enthalten auf der Beziehungsebene eine gegenteilige Information als auf der
Inhaltsebene. Beispiel: Ein Vater sagt seinem Sohn, er soll sich anstrengen, damit er genau so gut wird wie
er selbst. Auf der Beziehungsebene signalisiert er dagegen, dass er es nicht aushalten würde, wenn der
Sohn so gut wäre, dass er ein ernsthafter Konkurrent wäre.
2010-07-23
©
Serge Sulz
[email protected]
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Dreispaltentechnik n. Beck
Durcharbeiten
EEG
Efferenz
Eifersucht
Einelternfamilie
Einsamkeit
Einsamkeit
Ekel
2010-07-23
Eine Liste enthält als erste Spalte die Situation, als zweite Spalte den depressogenen dysfunktionalen
automatischen Gedanken und als dritte Spalte den funktionalen Gegengedanken, der verhindert, dass
die Situation wie bisher ein negatives Gefühl oder negative Stimmung auslösen kann
ein aktiver Prozess des Analysanden, bei dem er versucht, das durch Deutung ins Bewusstsein getretene
Material weniger abzuwehren, damit zusammenhängende Wiederholungen zu reduzieren – im Rahmen
der Analyse der Übertragung.
Elektro-Encephalo-Gramm, erfasst elektr. Aktivität des Neocortex im wachen und im Schlafzustand.
Auffälligkeiten vor allem bei Epilepsie, Intoxikationen
Nervenbahnen, die von Gehirnzentren in die Peripherie laufen, also muskuläre oder andere Aktionen
Mit suchtartigem Eifer, von dem nicht abgelassen werden kann, wird in einer Dreieckskonstellation ein
Geschehen verfolgt, das zum Ausschluss der eigenen Person zu führen scheint. Die anderen beiden bilden
das neue Paar. Bereits in einer Zweierbeziehung befindlich oder in großer Hoffnung auf ihr Zustandekommen taucht eine dritte Person auf. Diese scheint sich um den gleichen Menschen zu bemühen oder
dieser scheint an ihr offen Gefallen zu finden. Eifersucht bedeutet als Gefühlszustand, voll alarmiert zu
sein, die Aufmerksamkeit ganz auf eventuelle Annäherungen der anderen beiden gerichtet. Sie ist ein
innerliches Aufgewühltsein, im ganzen Brustkorb wühlend. Bewusstsein und Gedanken sind so unruhig, als
ob ein Wespenschwarm im Kopf schwirren würde. Eifersüchtig ist, wer sich seiner Bedeutung für den
anderen nicht sicher ist, wer Rivalen größere Chancen einräumt, wer den Bindungsgefühlen des Partners
nicht vertraut. In der Kindheit ist die Eifersucht der Geschwister um die Gunst eines Elternteils ein
Dauerthema. Auch wenn sie sich in Abwesenheit der Eltern gut verstehen, taucht in der Dreieckskonstellation dann eine spontane Gegnerschaft auf, wenn Vater oder Mutter nicht genug Zuwendung für
beide Kinder übrig haben. Chronische Eifersucht eines Geschwisters resultiert, wenn Vater oder Mutter
das andere mehr lieben und offen oder unbeabsichtigt permanent ihre Gesten diese ungleichen Gefühle
verraten. Diese geringere Liebenswürdigkeit wird in das Selbstgefühl aufgenommen, so dass in späteren
Dreieckskonstellationen ähnliche Reaktionsweisen erfolgen. Aber auch das Einzelkind wird außerhalb
seiner Kleinfamilie mit einer alarmierenden Situation konfrontiert. Im Kindergarten, in der Schule, im Beruf
muss nunmehr Aufmerksamkeit und Zuwendung mit Rivalen geteilt werden, was Anlass zu Eifersucht gibt,
wenn der andere mehr davon bekommt. Die in der Psychoanalyse besonders betonte ödipale Rivalität mit
dem gleichgeschlechtlichen Elternteil ruft Eifersucht bei Kind und Elternteil hervor. Manche Patienten
richten ihr ganzes Bemühen darauf aus, die Eifersucht von Vater oder Mutter zu verhindern. Als Kind
wurden sie in ihrer Entwicklung dadurch blockiert, dass sie damals annehmen mussten, dass der
Elternrivale aus Eifersucht ein solches Ausmaß an Aggression entwickelt, dass ein emotionales Überleben
nicht mehr möglich ist. Der Weg zur eigenen Geschlechtsrolle bleibt so verschlossen. Gesundes
Konkurrenzverhalten ist ebenso blockiert wie die Fähigkeit, das andere Geschlecht für sich zu gewinnen.
ist gekennzeichnet durch Fehlen von Vorbildern, finanziellen Mitteln, Zeit für das Kind
Einsamkeit zeigt das Unerfülltsein sozialer Bedürfnisse an, z. B. „Ich habe niemanden, der mir mal zuhört“
oder „Ich habe niemanden, mit dem ich Spaziergänge oder Ausflüge machen kann“. Yalom (1989)
unterscheidet existentielle Einsamkeit (es ist wirklich niemand verfügbar) von sozialer Einsamkeit
(Unfähigkeit, vorhandene Kontaktmöglichkeiten zu nutzen). Im Gegensatz zur Sehnsucht, die sich auf
Wunscherfüllung bezieht, ist Einsamkeit auf das bloße Unbefriedigtsein, das Defizit bezogen. Es gibt eher
vage Vorstellungen von der Person, die da sein müsse. Und es ist ein Empfinden des grundsätzlichen oder
allgemeinen Defizits: „Einen Menschen haben“ – „Jemanden haben“. Erst wenn ich einen Menschen habe,
kann ich mir von ihm meine diversen sozialen Bedürfnisse befriedigen lassen. Die bescheidenste Form der
Befriedigung wäre, überhaupt unter Menschen sein zu können statt z. B. den ganzen Tag im AltenheimAppartment zu sitzen und nur die Altenpflegerin 3x kurz zu sehen und einige Sätze mit ihr zu wechseln.
Wen Ängste vor den Menschen zum Rückzug vor diesen getrieben haben, der kann sich gleichwohl mit
Einsamkeitsgefühlen plagen. Ein Kind, dass sich von seinen Eltern zurückgezogen hat, weil doch nur
Schelte und Herumgeschubstwerden das Fazit waren, kann teilweise Ersatz in einer Phantasiewelt suchen,
in der sich die Menschen wunschgemäß verhalten, es bleibt aber doch eine Einsamkeit, gemeinsam mit
der Erfahrung, dass diese nicht behebbar ist, ohne einen zu hohen Preis zu zahlen. Zahlreiche Bekannte,
mit denen auf oberflächlicher Ebene schablonenhaft kommuniziert wird, können doch eine innere
Vereinsamung nicht verhindern: Das Fehlen echten emotionalen Austauschs, mich mit meinen
Bedürfnissen und Gefühlen jemandem zeigen und anvertrauen können, ohne eine funktionierende
Fassade aufrecht erhalten zu müssen. Auch das Gefühl, vom anderen ebenso gebraucht zu werden.
später Liebesobjekte werden nach der Beziehung zu sich selbst gewählt. Man wählt das, was man an sich
selbst liebt
Ekel wird als wichtige primäre biol. Schutzreaktion zur Vermeidung des Genusses ungenießbarer Nahrung
betrachtet. Im Rahmen der Psychotherapie sind lediglich übersteigerte oder zu stark generalisierte
Ekelreaktionen interessant bzw. die Umfunktionierung des Ekels zur Regulation von sozialer Nähe und
Distanz. Aber auch das Fehlen „normaler“ Ekelreaktionen hat zwischenmenschliche Bedeutung. Manche
lehnen alles ab, was ein anderer Mensch schon angebissen oder angetrunken hat. Andere ekeln sich erst,
wenn der andere es schon im Mund gehabt hat. Wie es Lust bereiten kann, Verbote und Tabugrenzen zu
überschreiten, so kann auch bei Liebespaaren
in der erotisch-sexuellen Begegnung das Überschreiten von
©
Sulz
Ekelgrenzen eine Lust hervorrufen,Serge
die etwas
vom Thrill der Angstlust [email protected]
hat. Selbst wo der Anreiz der
Grenzüberschreitung nicht gegeben ist, verschiebt oder beseitigt sexuelle Erregung Ekelschranken in
individuell sehr verschiedenem Ausmaß. Umgekehrt kann Ekel als Hilfsmittel zum Einhalten von Verboten
und zum Schutz von Tabus eingesetzt werden. Ekel hat dann die gleiche Funktion wie Angst, ist aber ein
evtl. wirksamerer Schutz als diese, auf alle Fälle ein zusätzlicher Schutzfaktor. So kann sich das Kind durch
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 9
Elektrakomplex
Ellis, Albert
Emotionen,
primäre
Empathie
Entgegenkommen,
körperliches
Enttäuschung
Entwicklungsdiagnostik
Entwicklungsstufe
- begrifflich
Entwicklungsstufe
- formal
Entwicklungsstufe
- konkret-operativ
Entwicklungsstufe
- sensumotorisch
Entwicklungsstufe
- vorbegrifflich
Epileptischer
Anfall, fokaler
2010-07-23
überschreiten, so kann auch bei Liebespaaren in der erotisch-sexuellen Begegnung das Überschreiten von
Ekelgrenzen eine Lust hervorrufen, die etwas vom Thrill der Angstlust hat. Selbst wo der Anreiz der
Grenzüberschreitung nicht gegeben ist, verschiebt oder beseitigt sexuelle Erregung Ekelschranken in
individuell sehr verschiedenem Ausmaß. Umgekehrt kann Ekel als Hilfsmittel zum Einhalten von Verboten
und zum Schutz von Tabus eingesetzt werden. Ekel hat dann die gleiche Funktion wie Angst, ist aber ein
evtl. wirksamerer Schutz als diese, auf alle Fälle ein zusätzlicher Schutzfaktor. So kann sich das Kind durch
Ekel vor zu lang anhaltenden intimen Zärtlichkeiten der Mutter schützen, die das Ende des Babyalters
nicht wahrnehmen mag. Aber auch übersteigerte, ins Erotische gehende zärtliche Annäherungsversuche
der Eltern kann das Kind mit Hilfe von Ekelgefühlen leichter abweisen und so seine Grenzen, seine
Intimität und seine Integrität schützen. Ekel richtet sich meist gegen Körperkontakte und kann deshalb
auch dazu dienen, eigene Impulse zu bremsen, die zu verbotenen Handlungen führen. Aus einem „ich
darf nicht“ wird ein „ich will nicht“, das hilfreicher bei der Kontrolle der eigenen Impulse sein kann.
C. G. Jung: weibliche Form des Ödipuskomplexes. Das Mädchen begehrt den Vater und erlebt die Mutter
als Rivalin
entwickelte eine Variante von kognitiver Verhaltenstherapie,ndie Rational-Emotive Therapie RET, die
davon ausgeht, dass gedankliche Bewertungen zu Emotionen und Handlungen führen: ABC-Schema:
Activating Event (Auslöser) führt zu Beliefs (Bewertungen), die Consequences (Konsequnzen) in dem Sinne
haben, dass sie Emotionen und Verhaltensweisen bedingen. Irrationale Beliefs führen dazu, dass der
Mensch sich schlechter effektiv zielführend verhalten kann
Plutchik (1980) nennt 8 angeborene primäre Emotionen: Freude, Trauer, Angst, Wut, Ekel, Neugier und
Überraschung
sich in den anderen hineinversetzen, dazu wird die eigene Perspektive verlassen und die Perspektive des
anderen eingenommen. Deshalb ist die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel Voraussetzung. Zu
unterscheiden von Mitgefühl (compassion), das ohne Perspektivenwechsel abläuft und von
Gefühlsansteckung, die aus einem Unabgegrenztsein heraus entsteht.
Ein Organ bietet sich durch eine individuelle körperliche Eigenschaft oder Schwäche an, zum Organ für
hysterische oder psychosomatische Symptombildung zu werden
Enttäuschung ist das Gefühl der Frustration einer fast sicher geglaubten Erwartung oder Hoffnung. Eine
erwartungsvolle Spannung erschlafft jäh, wie aus einem Luftballon die Luft entweicht. Die Aufmerksamkeit bleibt beim Erhofften, das Gefühl hat sich von ihm entfernt, ist in die Person zurückgewichen. Es ist
noch offen, wie lange das Gefühl anhalten wird, was die Person tun wird, um die Enttäuschung zu
verkraften. Manche Kinder sind viel öfter enttäuscht als ihre Eltern wahrnehmen. Einen großen Teil der
Enttäuschung kann das Kind „wegstecken“, innerlich verarbeiten. Chron. Frustration kindlicher Bedürfnisse
führt zu einer Kumulation, die ein Zurücknehmen der Bindung bewirken kann. Die Liebe des Kindes zum
betreffenden Elternteil kühlt ab. Andere machen Frustrationen aggressiv, nicht, sondern erst später, wenn
es nicht gelungen ist, die Frustration innerlich zu verarbeiten. Dann zeigt sich für die Eltern unerklärliches,
aggressives Verhalten des Kindes bei Anlässen, die in keinem Zusammenhang mit der vorhergehenden
frustrierenden Situation stehen. Die Enttäuschung eines Mädchens über ihren Vater kann generalisieren
auf die Männer und in der Schwierigkeit enden, als erwachsene Frau eine heterosexuelle Beziehung
aufzubauen. Die Enttäuschung über den gleichgeschlechtlichen Elternteil verhindert, dass dieser ein
brauchbares Modell für geschlechtsspezifisches Rollenverhalten darstellen kann. D. h. das Frausein oder
das Mannsein kann nicht durch Imitation und Identifikation gelernt werden. Im Extremfall kann die eigene
Geschlechtsidentität nicht stabil genug aufgebaut werden.
Griffith- Entwicklungsskalen, Wiener Entwicklungstest (WET), psycholinguister Entwicklungstest (PET)
Auf dieser Stufe orientiert sich das Denken an konkreten Phänomenen
Auf dieser Stufe kann abstrakt gedacht werden und Perspektivenwechsel vollzogen werden
Auf dieser Stufe erwirbt das Kind Invarianz und Reversibilität seiner Denkoperationen
Auf dieser Stufe ist das Verhalten reflexhaft auf den Zweck hin orientiert
Auf dieser Stufe ist das Denken von Nachahmung und Vorstellungen geprägt – am Konkreten orientiert
Jackson-Anfall, Anfallsgeschehen, das von einem kleinen, begrenzten Hirnbereich ausgeht. Motorischer
fokaler Anfall: tonisch-klonische Krämpfe bei Bewusstsein.
Sensibler Anfall (Körperwahrnehmung des Tastsinns, Schmerzen), sensorischer Anfall (Wahrnehmungen
von Auge, Ohr, Geruchssinn, Geschmackssinn)
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 10
Epileptischer
Anfall, großer
Epileptischer
psychomotorisch
er Anfall
Erikson, Erik;
Entwicklungsstufen
Erogene Zone
Eros
Erstinterview
analytisches
Erziehungsstil
Es
Ethik in der
Medizin
Euthyme
Methoden
Exposition
Ex-post-factoStudie
Extinktion
Facial Coding
System
Familenmythen
Familienfunktion
Familiengeheimnisse
Fehlleistung
Feldstudie
Fixierung
Flooding
Foulkes
Gruppenanalyse
Theorie
2010-07-23
Grand Mal, plötzlicher Beginn mit Initialschrei, zu Boden fallen, tonischer Krampf mit Strecken der Extremitäten, Atemstillstand, bleiche Haut, n. einer 1/2 Min. Übergang in klonischen Krampf m. Zuckungen,
Speichelproduktion, Harn- u. Stuhlabgang, oft Zungenbiss, zyanotische Haut. Nach 2 Min. beginnt
Terminalschlaf bis zu 2 Std. Amnesie für die Zeit des Anfalls. EEG rasche Spitzen, langsame Wellen.
komplexere motorische oder Handlungsmuster (Kauen, Schmatzen, Schlucken, Nesteln, Strampeln mit
Bewusstseinsveränderung. Oft Aura mit Geschmackswahrnehmungen oder auch Déjà-Vu-Erlebnis.
Dauer einige Sekunden bis Minuten, danach kurzer Dämmerzustand. EEG: temporo-frontaler Herd.
postuliert lebenslange psychische Entwicklung des Menschen und beschreibt psychoanalytisch fundiert
Entwicklungsstufen, die jeweils einen zu bewältigenden Konflikt darstellen.
1. Lj: Urvertrauen versus Urmisstrauen (entspricht Freuds oraler Phase). 2. + 3. Lj: Autonomie versus
Scham-Zweifel (entspricht Freuds analer Phase). 4. + 5. Lj: Initiative versus Schuldgefühl (entspricht
Freuds ödipaler Phase). 6.-11.Lj: Werksinn-Fleiß versus Minderwertigkeitsgefühl (entspricht Freuds
Latenzphase). 12.-18.Lj: Identitätsfindung versus Rollendefinition (entspricht Freuds Adoleszenzphase).
Frühes Erwachsenenalter: Intimität versus Isolation. Mittleres Erwachsenenalter: Zeugungsfähigkeit
versus Stagnation. Hohes Erwachsenenalter: Ich-Integrität versus Verzweiflung
sexuell stimulierbarer körperlicher Bereich: orale, anale, urogenitale und Brustzone
letzte Triebtheorie Freuds: alle Lebenstriebe, die dem Todestrieb entgegen stehen
Es dient dazu, aus dem Beziehungsangebot der Szene des Erstgesprächs einen Hinweis auf die
Psychodynamik des Patienten zu bekommen. Dazu erfolgt auch eine Probedeutung, aus der Reaktion
des Patienten auf diese erolgen Vorhersagen für seine Eignung zur analytischen Therapie
Erziehungsverhalten wird hinsichtlich Zuwendung-Ablehnung und Freiheit-Kontrolle eingeschätzt.
Man findet indifferenten oder permissiven-laissez faire oder demokratischen-autoritativen oder
autoritären/ autokratischen Erziehungsstil
Instanz des psychischen Apparates: Ort der Triebe, der psychischen Energie, bestimmt durch
Primärprozesse
die ethischen Prinzipien sind: Nichtschädigung, Autonomie, Fürsorge, Gleichheit
Interventionen, um Wohlbehagen beim Patienten herzustellen, das kann im Rahmen eines
Genusstrainings sein oder durch Mobilisierung von Ressourcen, deren Präsenz und Verfügbarkeit
Wohlbefinden erzeugt
Angsttherapie bei der sich der Patient dem Angststimulus exponiert. Er geht in die Angstsituation, macht
die Erfahrung, dass nichts Bedrohliches geschieht, so dass nach einigen Exponierungen die Angst
gelöscht wird. Zuerst kann die Exposition in sensu durchgeführt werden (Imagination) und im zweiten
Schritt in vivo, d. h. die angstauslösende Situation wird wirklich aufgesucht
Schon vorhandene Daten einer Stichprobe werden nachträglich nach interessierenden Fragestellungen
untersucht
Löschung eines Verhaltens durch Weglassen der Verstärkung, die das Verhalten aufrecht gehalten hat
Ekman und Friesen (1978) haben im Rahmen emotionspsychologischer Forschung das Facial Action
Coding System entwickelt, um die mimische Komponente des Gefühlsausdrucks zu erfassen
evtl. unausgesprochene als unumstößliche Wahrheiten über die Familie Kernaussagen wie „Wir sind vom
Fluch getroffen. Die Welt richtet sich gegen uns. Es gibt kein Entrinnen.“ Es handelt sich um verzerrte
Aussagen über die Familie und die Welt außerhalb der Familie
Die Familie hat eine generative Funktion (Kinder gebären), eine Haushaltsfunktion, dient der Regulierung,
Platzierung und Erholung
Vor allem auf Kinder wirken unausgesprochene gut bewahrte Geheimnisse der Familie (eine Schwester ist
ein uneheliches Kind, Großvater beging Selbstmord, Mutter wurde missbraucht)
Häufig als Versprecher, der eine unbewusste Intention verrät
Ein Studie wird nicht im Labor, sondern im natürlichen Lebensraum erhoben. Evtl. wichtige Parameter
können dabei nicht konstant gehalten werden. Dafür besteht nicht das Problem der mangelnden
Übertragbarkeit von Labor- auf Feldbedingungen (externe Validität)
Die libinöse Energie bleibt an die Objekte einer Entwicklungsphase fixiert und folgt nicht der Weiterentwicklung zur nächsten Phase, z. B. Fixierung auf Objekte und Befriedigungsmodus der analen Phase.
Reizüberflutung - Der Patient wird in der Angsttherapie sofort ohne Steigerung der Schwierigkeit mit der
Situation konfrontiert, die am meisten Angst auslöst. Er bleibt in der Situation, bis die Angst (fast)
verschwunden ist oder
individuelle Matrix: eigene Erfahrungen des Gruppenmitglieds. Grundlagenmatrix: was alle gemeinsam
haben, über die Gruppe hinaus. Transpersonale Gruppenmatrix: die sich in der laufenden Gruppe
ergebenden Beziehungen
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 11
Foulkes Stadien
der
Gruppenanalyse
Fragentyp
dichotom
Fragentyp
geschlossen
Fragentyp offen
differenziert die Initialphase (Allwissenheit des Gruppenanalytikers), Intermediärphase (Aussprache) und
Terminalphase (Durcharbeiten und schließlich Ablösen)
Dichotome Fragen geben genau zwei Antwortmöglichkeiten vor, z. B. JA und NEIN oder GUT und
SCHLECHT
Geschlossene Fragen lassen nur die Wahl zwischen einer kleinen Zahl von Antwortmöglichkeiten, zwei
(dichotom) oder oft drei bis fünf (Multiple Choice)
Offene Fragen engen die Antwortmöglichkeiten nicht ein, so dass die Antwort in eigenen Worten
formuliert werden kann
FremdDas sind Checklisten, die nicht vom Patienten selbst ausgefüllt werden (Selbstbeurteilungsskalen), sondern
vom Diagnostiker. BPRS ist die Brief Psychiatric Rating Scale. MMST ist der Mini Mental Status Test. HAMD
beurteilungsist die Hamilton Depression Scale, HAMA die Hamilton Anxiety Scale. Sie werden eingesetzt um Aspekte
skalen
einer psychischen Störung zu erfassen, die der Patient nicht ausreichend wieder geben kann, z.B. auch
wenn der Patient zu krank dafür ist
FremdeBeobachtung eines Kindes beim Weggehen und Wiederkommen der Mutter zur Erfassung der
Bindungssicherheit nach Bowlby. Acht Situationen je drei Minuten. Sichere Bindung: Erkundung,
SituationenErleichterung bei Rückkehr der Mutter, Bevorzugung der Mutter. Vermeidend-unsichere Bindung: viel
Test
Erkunden, Ignorieren der Mutter bei Rückkehr, keine Bevorzugung der Mutter). Ambivalent-unsichere
Bindung: Angst, Aggression. Desorganisierte Bindung: situationsinadäquates dysfunktionales Verhalten.
Freud Entwicklungs- orale Phase erstes Lebensjahr, anale Phase zweites und drittes Lebensjahr, ödipale Phase viertes und
phasen
fünftes Lebensjahr, Latenzphase sechstes bis 11. Lebensjahr. Adoleszenz ab zwölf Jahren
Freude
Freude ist eine Reaktion auf den Beginn oder das Eintreten eines wünschenswerten, erwünschten,
erhofften Ereignisses, sei es nun bewusst erwartet worden oder nicht. Beim Kind tritt Freude allein schon
bei der herzlichen Kontaktaufnahme auf. Es freut sich, wenn etwas Neues in sein Blickfeld tritt, das es
wieder erkennt oder das zu einer ihm bekannten Klasse von positiv besetzten Objekten gehört (Kinder,
Tierbabys, Blumen, Spielzeug). Meist sind es Ereignisse, die nicht selbst durch eigenes aktives Handeln
herbeigeführt wurden, sondern die die Welt dem Kind beschert – schenkt. Das Ereignis ist also keine in
seiner Intensität erwartbare selbstverständliche Folge eigenen instrumentellen Handelns, also keine gewohnte Verstärkung. Das Kind hatte entweder nicht mit größter Wahrscheinlichkeit mit dem jetzigen
Eintreten oder nicht mit seiner Reizintensität gerechnet. Oder das Kind kann sich noch riesig freuen, wo ein
Erwachsener nur noch etwas Rührung zeigt, weil das Kind Gefühle noch nicht so modulieren kann, dass
eine Korrelation zwischen der Wahrscheinlichkeit, der Intensität und der homöostatischen Defizitminderung einerseits und der Gefühlsintensität andererseits besteht: Das Kind freut sich, wo ein
Erwachsener, weil er das Ereignis vorhersehen kann, nur noch mit Genugtuung und Zufriedenheit reagiert.
Das homöostatische Defizit führt zu einer psychischen Spannung, eventuell zu einer bewussten Erwartungshaltung. Je größer die Diskrepanz im homöostatischen Regelsystem ist, umso größer ist die Bedeutung des Ereignisses. Allerdings besteht kein linearer Zusammenhang zwischen seiner Bedeutung und
dem Ausmaß der Freude. Wenn ich zu lange warten musste, ist lediglich noch eine Milderung meiner
Ungeduld und meines Ärgers erreichbar. Halten wir fest, Freude ist eng wahrnehmungsgebunden, ist eine
Reaktion auf das Eintreten eines Ereignisses. Sie ist nicht assoziiert mit dem Vorgang der Bedürfnisbefriedigung, aber mit deren Beginn. Da Freude selbst eine der wohltuendsten Befindlichkeiten ist, hat sie
große Verstärkerwirkung. Der Mensch versucht in Zukunft sowohl äußere Situationen als auch innere
psychische Haltungen (z. B. Gestik, Mimik, Kognitionen) wieder herzustellen, um wieder in den Genuss
dieses Gefühls zu kommen. Wir können sagen, die autonome Psyche benutzt die willkürliche Psyche zur
homöostatischen Regulation, indem sie ihr über das positive Gefühl der Freude die bedürfnisbefriedigende Bedeutung bestimmter Ereignisse und Situationen zugänglich macht und künftig das Aufsuchen von solchen bedürfnisbefriedigenden Situationskonstellationen initiiert. Freude hat keine unmittelbare handlungsmotivierende Funktion, da im Moment nichts mehr unternommen werden muss. Manche
Kinder, die nur auf sehr wenige Arten den Eltern Reaktionen abgewinnen können, die beim Kind Freude
erwecken, müssen z. B. entgegen ihrer altersgemäßen Entwicklung ein Verhalten gemäß einem KindchenSchema aufrechterhalten. Die Eltern würden bei altersgemäßem Verhalten kaum mehr auf das Kind reagieren. Eltern verlangen von ihren Söhnen oft, dass sie schon im Vorschulalter ihre Gefühle zügeln. Ein
richtiger Junge hat nicht „außer sich vor Freude“ zu sein. Wer so emotional wie ein Mädchen reagierte,
kann nicht lernen, souverän, kraftvoll, männlich schwierige Situationen im Griff zu haben. Freude ist das
Zeichen des Gegenteils. Nicht ich mache etwas mit der Welt, sondern die Welt mit mir und das, was sie
mit mir macht, bereitet mir Freude. Wenn ich mich über einen Erfolg freue, so bezieht sich die Freude auf
den Teil dieses Ereignisses, den ich in diesem Moment nicht als zwingend von mir herbeigeführt erlebe.
Gedankenstopp Bei Zwangsgedanken und Grübeln kann ein willentlicher heftige Impuls „STOPP“ den Zwang
unterbrechen. Reicht als Intervention meist nicht aus.
GegenGefühle, Gedanken,Handlungstendenzen, die beim Analytiker ausgelöst werden durch die Übertragung
des Analysanden. Sie sind ein sehr wichtiges Diagnostikum, um den Übertragungsprozess zu erkennen.
übertragung
2010-07-23
©
Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 12
Gelassenheit
genitale Liebe
genitale Stufe
Geschäftsfähigkeit
Gesprächsführung n. Rogers
Gesprächstherapie
nach Rogers
Glück
2010-07-23
Gelassenheit ist ein Zustand von Angstfreiheit, Freiheit von Stressreaktionen in einer eher schwierigen
Situation, ein Ausbleiben von vorbeugender Wachsamkeit und emotionalem Involvement, ein
Ruhigbleiben, wo andere schon nervös werden. Sie erweckt den Eindruck der souveränen Beherrschung
der Situation oder auch einer ungerührten Haltung bzw. einer gewissen Dickfelligkeit. Abgesehen davon,
dass so manche gelassen wirkende Menschen ein hohes psychophysiologisches Arousal in einer
schwierigen Situation haben, kann das anfänglich aufgebaute Selbstvertrauen im weiteren Ablauf der
Situation zu einer Gelassenheit dem situativen Geschehen gegenüber führen. Selbstvertrauen führt nicht
notwendigerweise zu Gelassenheit, es kann im Gegenteil zu erfolgsgewohntem engagiertem Verhalten
führen, z. B. der Redner in einer politischen Diskussion, der nicht durch Gelassenheit, sondern durch
vehementes Engagement die Zuhörer bewegt. Gelassenheit beruht auf einer realistischen Einschätzung
der Situation, der eigenen Person und der Wahrscheinlichkeit eines Misslingens. Gelassenheit ist oft mit
großer Erfahrung assoziiert, die impliziert, dass Misserfolge nicht den Weltuntergang bedeuten, sondern
dass Erfolg und Misserfolg zum Alltag gehören und mit beiden umgegangen werden kann. Gelassenheit
ist Angstfreiheit. Sie ist assoziiert mit Zuversicht, mit Wissen um den weiteren erwartungsgemäßen Verlauf,
einer Gewißheit, dass die Dinge wie erwartet verlaufen werden. Ist ein Elternteil hektisch-ängstlich, der
andere unvorhersehbar strafend, so fehlen die Voraussetzungen, Gelassenheit zu entwickeln.
Die Liebe des erwachsenen Menschen als reife Form der Liebe, die die Überwindung des ödipalen
Konflikts voraussetzt
Entwicklungsstufe des erwachsenen Menschen nach Intergration der Teiltriebe, Auflösung des ödipalen
Konflikts, Latenzphase
ist bei Kindern beschränkt ab 7 Jahren gegeben, ab 14 Jahre erweiterte Geschäftsfähigkeit
Gesprächsführung nach Rogers basiert auf Empathie, emotionale Echtheit, Wärme und Wertschätzung
sowie Förderung der Introspektion. Keine Ratschläge, kein kritisches Feedback.
Prinzipien sind eine Grundhaltung des Therapeuten im Sinne von Empathie, Wertschätzung, Kongruenz
(Echtheit). Das Vorgehen besteht im Fördern der Selbstexploration des Patienten, Paraphrasieren der
Aussagen des Patienten, bei einer nicht-direktiven Gesprächsführung. Ziel ist es die blockierte
Selbstaktualisierungstendenz des Menschen zu fördern, indem Inkongruenzen zwischen Selbst und
Realität reduziert werden, welche zur Symptombildung geführt haben.
Glück ist das Gefühl, das am meisten mit Mythos verbunden ist. Es tritt nicht so schnell auf ein Ereignis hin
ein wie Freude, braucht auch mehr Zeit, um sich entfalten zu können. Es hat viel Ähnlichkeiten mit einer
Stimmung, die allerdings nicht ereignis- bzw. objektbezogen ist. Freude kann in Glück übergehen. Wir
können uns vorstellen, dass Freude noch in der Wahrnehmung des eingetretenen Ereignisses, des
Geschehens geschieht, bildlich gesprochen noch zwischen der Welt und dem Selbst. Nun wirkt die
eingetretene neue Tatsache, die da ist und da bleibt, mehr auf die Selbstwahrnehmung, das Gefühl
„durchströmt“ das Selbst und geht ganz auf das Selbst über. Die erste spontane Aussage heißt: „Ich bin so
glücklich“ oder „Ich bin erfüllt von Glück“. Erst im zweiten Atemzug wird Bezug genommen auf die
beglückende Situation. Wie bei Stimmungen wird nicht nur der Glücksbringer, sondern die ganze Welt mit
diesem Gefühl eingefärbt, es ist nicht eingrenzbar auf eine Reaktion in einer Situation. Hier stimmt die
Formulierung: „Ich bin“ glücklich statt „Ich fühle mich glücklich“. Es ist deshalb zu fragen, ob Glück als
situationsübergreifender Gefühlszustand, trotz der im Vergleich zu Stimmungen größeren Intensität nicht
doch zu den Stimmungen gezählt werden sollte. Dann bliebe Glück als Gefühl jenen Reaktionen
vorbehalten, die in einer prinzipiell beobachtbaren Situation ausgelöst werden und danach wieder
abklingen. Dieses situative Glücksgefühl ist weitaus schwerer von Freude zu unterscheiden. Es bleibt dann
nur die größere Selbstbezogenheit. Ein Ereignis, das mich freut, kann zusätzlich dazu führen, dass ich mich
glücklich fühle, in meiner Selbstwahrnehmung in einen freudig-erhebenden Zustand gerate. Sowohl bei
Freude, Begeisterung als auch bei Glück ist eine Erregtheit, eine psychophysiologische Aktivierung
vorhanden. Es klingt sehr nüchtern, wenn das Gefühl des Glücks als Signal einer nicht zu erwartenden,
außergewöhnlich gut gelungenen Herstellung des homöostatischen Fließgleichgewichts der menschlichen
Psyche betrachtet wird. Die autonome Psyche signalisiert der willkürlichen Psyche auf diese Weise
besonders eindrücklich, wie das psychische Optimum beschaffen ist. Die inhaltliche Definition der
situativen Bedingungen ist nicht festgelegt, sondern ist Ergebnis der Lerngeschichte eines Menschen und
ändert sich laufend im Fortschreiten seines Lebens. Glück ist kein Synonym für psychische Gesundheit und
auch nicht für gesunde oder entwicklungsfördernde Kindheitsbedingungen. Die bereits gestörte Psyche
wird auch dann Glück empfinden, wenn die Umwelt ihr ein Optimum ihres gestörten homöostatischen
Regelsystems beschert. So erleben dependente Persönlichkeiten immer wieder Glücksgefühle genau
dann, wenn ihre sie beherrschende Bezugsperson ihnen Geborgenheit spendet, wie sie eigentlich nur
beim Kleinkind angemessen gewesen wäre. Berichtet ein Patient über eine glückliche Kindheit, so müssen
wir diese Aussage relativieren. Sie wurde aus dem Blickwinkel eines Menschen gemacht, dessen
psychische Homöostase eventuell so gestört war, dass sie später zur psychischen Erkrankung führte. Die
erinnerten Glücksmomente der Kindheit waren vielleicht zu einem Teil bereits Erlebnisse der Psyche eines
Kindes, das zu keiner gesunden individuellen Homöostase mehr fähig war, da diese durch den Vorrang
der sozialen Homöostase des Familiensystems nicht herstellbar war. Trotzdem fällt es bei der Mehrzahl
© unglückliche Kindheit hatten und dass sie mit ihren Eltern unglückliche
unserer Patienten auf, dass sie eine
Serge Sulz
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Beziehungen hatten. Steigerungen des Unglücks im Sinne von Traumatisierungen werden schließlich gar
nicht erinnert: „Ich kann mich an die Zeit vor Schulbeginn überhaupt nicht mehr erinnern“.
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 13
Göttinger Modell
Gottman
Balancemodell
Grundregel der
Psychoanalyse
Gruppenstudie
habit reversal
Habituation
Handycap
(Rehabilitation)
Haut Funktion
Hautleitfähigkeit
Havighurst
Health-BeliefModell
Hemmung
proaktiv
Hemmung
retroaktiv
Herz-KreislaufSystem
Erkrankungen
High Expressed
Emotions
HKS Neuropsychol. Test
Hormone
Aufgaben
H. der Nebennierenrinde
H. der
Schilddrüse
H. des
Nebennierenmarks
Hospitalismus
Hyperventilation
2010-07-23
der sozialen Homöostase des Familiensystems nicht herstellbar war. Trotzdem fällt es bei der Mehrzahl
unserer Patienten auf, dass sie eine unglückliche Kindheit hatten und dass sie mit ihren Eltern unglückliche
Beziehungen hatten. Steigerungen des Unglücks im Sinne von Traumatisierungen werden schließlich gar
nicht erinnert: „Ich kann mich an die Zeit vor Schulbeginn überhaupt nicht mehr erinnern“.
je nach Störungsgrad des Patienten wird er einer von drei Gruppenarten zugeteilt: Patienten auf dem
neurotischen Niveau: klassische analytische Gruppe mit Förderung der Regression.
Instabile Beziehungen weisen fast gleich viele negative wie positive Interaktionen auf (1 zu 0,8). Bei
stabilen Beziehungen ist das Verhältnis 1 zu 5.
Der Analysand soll alles, was er fühlt, denkt, wahrnimmt, empfindet, aussprechen, nichts auswählen, nichts
weglassen, auch wenn es ihm unwichtig, banal, unangenehm erscheint
Es werden mehrere Personen, die bei einer unabhängigen Variablen gleiche Eigenschaften haben, in
einer Gruppe zusammengefasst, um die mittlere Tendenz einer abhängigen Variablen mit einer anderen
Gruppe zu vergleichen, die sich bezüglich der unabhängigen Variablen von der ersten Gruppe
unterscheidet
automatisierte Verhaltensgewohnheiten werden reduziert, indem ein inkompatibles Verhalten
konkurrierend aufgebaut wird, unterstützt durch Entspannung, später durch Selbstinstruktionen
Gewöhnung an einen Stimulus, so dass er seine anfängliche Wirkung nicht mehr ausüben kann
Rehabilittation: Impairment, Disability, Handicap. Impairment ist die primäre Schädigung. Disability die
Einschränkung der Funktionen durch diese Schädigung, Handycap ist die Chancenminderung in der
Gesellschaft
Schutz des Körpers, Wärmeregulation, Wahrnehmung
Psychogalvanische Hautreaktion PGR misst die allgemeine ungerichtete psychische Aktivierung, sowohl
bei großer Freude als auch bei großer Angst oder Wut kommt es zu großen Ausschlägen
Entwicklungsaufgaben und -notwendigkeiten stellen sich dem Menschen angesichts biologischer
Veränderungen oder sozialer Anforderungen, aber auch individueller Ansprüche. Die Meisterung der
Entwicklungsaufgabe durch Überwindung der Diskrepanz zwischen Anforderung und Fähigkeit verschafft
Glücks- und Erfolgsgefühle.
Die subjektive Überzeugung über Wesen, Bedrohlichkeit, Ursachen einer Erkrankung sowie über die
eigene Anfälligkeit bzw. Fähigkeit, etwas gegen die Krankheit zu tun, bestimmt präventives Verhalten
Der gerade stattfindenden Lernvorgang hemmt den darauf folgenden Lernvorgang
Der gerade stattfindende Lernvorgang hemmt den vorausgegangenen Lernvorgang (wegen zu knapper
zeitlicher Überlagerung)
Bluthochdruck, arterielle Hypotonie, Herzmuskelschwäche, Herzmuskelentzündung, Herzgefäßverkalkung, Herzinfarkt, Claudicatio intermittens (vorübergehende Ischämie vor allem der Bein-Arterien,
Kreislaufschock mit Daniederliegen des Blutdrucks und fehlender Sauerstoffversorgung des Gehirns)
HEE: Die Rückfallwahrscheinlichkeit Schizophrenen ist höher, wenn in der Familie Gefühle sehr stark
ausgedrückt werden, nicht nur feindselige Gefühle
Der HKS (Klein 1993) erfasst das Hyperkinetische Syndrom
Mineralocorticoide regeln den Flüssigkeitshaushalt (Aldosteron). Glucocorticoide wie Cortisol steuern
Stressreaktionen. Männliche Sexualhormone sind Androgene.
Trijodthyronin und T4 = Thyroxin sowie in der Nebenschilddrüse Calcitonin, das den Calcium- und
Phosphathaushalt regelt. Schilddrüsenhormone bewirken Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks und
einer Erweiterung von Gefäßen und sie aktivieren den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel und
steigern die Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Aktivität der Darmperistaltik.
Unterfunktion führt deshalb zu Frösteln, niedrigem Blutdruck, Verstopfung, Initiativearmut.
Adrenalin und Noradrenalin werden im Nebennierenmark, das zum sympathischen Nervensystem gehört,
als Hormon gebildet, in den Blutkreislauf abgegeben und führen an den Arteriolen zu einer
Gefäßverengung, die zu Blutdruckanstieg führt, was Kampf- und Fluchtverhalten vorbereitet
René Spitz fand bei Kindern bis zu 1,5 Jahren, die längere Zeit im Krankenhaus waren, Schädigungen wie
verzögerte körperliche und geistige Entwicklung, Krankheitsanfälligkeit, bis zu Marasmus und Tod
Es wird mehr ausgeatmet als physiologisch benötigt. Dadurch entsteht eine Alkalose mit relativem
Calciummangel, so dass in den Fingern und um den Mund herum eine Verkrampfung entstehen kann
(Hyperventilationstetanie). In der Angstexposition werden absichtlich dreiminütige Hyperventilationen von
Therapeut und Patient gemeinsam durchgeführt, um zu beweisen, dass die typischen vegetativen
Begleitsymptome der Angst auch ohne eine äußere Gefahr vom Körper produziert werden können, also
© Vor allem tritt bei Hyperventilation ein Schwindelgefühl auf.
selbst kein Gefahrensignal sind.
Serge Sulz
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Angstpatienten hyperventilieren oft ohne es zu merken und erzeugen dadurch das Schwindelgefühl, das
zusätzlich Angst mache (Teufelskreis der Angst)
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 14
selbst kein Gefahrensignal sind. Vor allem tritt bei Hyperventilation ein Schwindelgefühl auf.
Angstpatienten hyperventilieren oft ohne es zu merken und erzeugen dadurch das Schwindelgefühl, das
zusätzlich Angst mache (Teufelskreis der Angst)
HyperEs wird mehr ausgeatmet als physiologisch benötigt. Dadurch entsteht eine Alkalose mit relativem
ventilationsCalciummangel, so dass in den Fingern (Pfötchenstellung) und um den Mund herum eine Verkrampfung
tetanie
entstehen kann, die schließlich auch größere Körperbereich erfassen kann, so dass an einen epilept.
Anfall gedacht werden kann.
Hypnose
zählt als klassische Hypnose einerseits zu den übenden (suggestiven) Verfahren, beansprucht andererseits
als Hypnotherapie nach Erickson ein eigenes Psychotherapieverfahren zu sein, für das auch bereits beim
Wissenschaftlichen Beirat ein Antrag auf Anerkennung vorliegt. Bei der klassischen Hypnose wird der Pat.
einfach in den hypnotischen Zustand versetzt, an den er sich nachher oft nicht erinnern kann. Er kann sich
während dessen aber mit dem Therapeuten unterhalten. In diesem Zustand kann das Schmerzempfinden
ausgeschaltet werden, Entscheidungen für die Zeit nach de Hypnose getroffen werden, etc.
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse. Schüttet Hormone in den peripheren Blutkreislauf aus als humorales Parallelsystem zu
der neuronalen Informationsleitung, z. B. um die Schilddrüsenfunktion zu aktivieren oder die
Nebennierenrinde zu aktivieren oder Sexualhormonproduktion in Hoden und Eierstöcken zu aktivieren
Hypothalamus Teil des Zwischenhirns (Diencephalons). Enge Verbindung zur Hypophyse, die vom Hypothalamus
gesteuert Hormone produziert. Er regelt die Einhaltung sämtlicher somatischer Sollwerte wie Temperatur,
Blutdruck, Herzfrequenz, Wachheit – Schlaf, Wasserhaushalt, Ernährung und ist auch für die
Emotionsregulation im Zusammenhang mit dem limbischen System zuständig, z. B. Stressreaktionen
Hysterie
Symptome sind symbolischer Ausdruck eines unbewussten Konflikts
iatrogene
Ein Patient hält an seinen Symptomen fest, weil eine feste Bindung zu seinem Arzt entstanden ist, die durch
Fixierung
seine Gesundung wieder aufgegeben werden müsste
Ich
Instanz in Freuds Strukturmodell. Muss zwischen den Forderungen von Es, Über-Ich und der Realität der
Außenwelt vermitteln. Verwendet hierzu Abwehrmechanismen.
Ichideal
Inneres Vorbild als Ergebnis von Idealisierung des Ichs und der Identifizierung mit den Eltern.
Ich-Psychologie vertreten durch Erik Erikson, Anna Freud, Karin Horney, besonders aber durch Rapaport und Hartmann.
Im Gegensatz zur Triebtheorie wird dem Ich und seinen Funktionen größte Aufmerksamkeit geschenkt.
Ich-Spaltung,
Der Patient regrediert mit einem Teil seines Ichs in der Übertragungsneurose, bleibt mit einem anderen –
therapeutische erwachsen bleibenden – Teil seines Ichs im Arbeitsbündnis mit dem Analytiker
Ich-Triebe
Selbsterhaltungstriebe im Gegensatz zu den Sexualtrieben (Arterhaltungstriebe), die Es-Triebe sind. Die
Energie der Ich-Triebe ist nicht Libido, sondern Interesse.
Identifizierung
Übernahme von Sichtweisen und Eigenschaften des anderen Menschen, die über Imitation und seelische
Ansteckung hinausgeht. Die Identifizierung des Knaben mit dem Vater ermöglicht die Auflösung des
ödipalen Konflikts
Identifizierung
Anna Freud: so denken, fühlen, handeln wie der Angreifer. Abwehrmechanismus.
mit dem
Angreifer
Imago
C. G. Jung bezeichnet damit das unbewusste Bild vom anderen, das die familiären Beziehungen des
Kindes darstellt und als erworbenes Schema (Vater- und Mutterbild) auf anderen Personen und
Beziehungen übertragen wird
Impairment
Rehabilittation: Impairment, Disability, Handicap.
(Rehabilitation) Impairment ist die primäre Schädigung. Disability die Einschränkung der Funktionen durch diese
Schädigung, Handycap ist die Chancenminderung in der Gesellschaft
Impfung
abgetötete Antigene des Krankheitserregers werden gespritzt, so dass der Körper dauerhaft Antikörper
bilden kann, die vor einer zukünftigen Infektion schützen
InanspruchInanspruchnahme ärztlicher Behandlung ist bei Jungen bis zur Pubertät größer als bei Mädchen.
nahmeverhalte Danach ist sie bei Mädchen größer.
n
Individuation in Stierlin spricht von Überindividuation, wenn ein Familienmitglied seine Individualität auf Kosten der
der Familie
Beziehungen entwickelt, von Unterindividuation, wenn die Individualität den Beziehungen geopfert
werden und von bezogener Individuation, wenn beides ausgewogen ist, also bei guter Abgrenzung die
Beziehungen gut gepflegt werden
Informed
Erst wenn ein Patient umfassend hinsichtlich seiner Krankheit und der geplanten Therapie aufgeklärt
Consent
wurde und dies bestätigt, ist seine Zustimmung zur Behandlung gültig
Inkorporation,
Phantasiertes Hereinnehmen des Objekts in seinen Körper (orale Stufe). Körperlicher Vorläufer von
Einverleibung
Introjektion und Identifizierung
IntellektualiAbwehrmechanismus, bei dem Konflikte und Gefühle durch rationale Sichtweisen entschärft werden
sierung
2010-07-23
©
Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 15
Intelligenzquotient
Intervallskala
Introjektion
Introversion
Inzidenz,
Erfassung der
Isolierung
Job Strain
Modell
Kastrationskomplex
Katathymes
Bilderleben
Klären in der
Analyse
Klassifikation,
psychiatrisch
Klumpenauswahl
kognitive
Dissonanz
kognitive Umstrukturierung
kognitive
Wende
Kohäsion
Kohorte
Kollusion
Kommunikation
assymmetrisch
Kompromissbildung
Konditionieren
instrumentell
Konditionierung
2. Ordnung
Konditionierung
aversiv
Der IQ erfasst die Intelligenzleistung relativ zur Normstichprobe und gibt an, wie weit nach oben oder
unten ein Testwert vom Stichprobenmittel entfernt ist.
eine Skalierung, bei der die intervalle zwischen zwei Skalenwerten gleich sind, also z. B. der Abstand
zwischen 1 und 2 gleich groß ist wie der Abstand zwischen 7 und 8
Objekte bzw. deren Eigenschaften werden in die eigene Psyche genommen, z. B. ins Ich oder Ich-Ideal
Von C. G. Jung geprägter Begriff, mit dem die Ablösung der Libido von äußeren Objekten gemeint ist
wird mit einer Querschnittstudie erfasst: Rate neuer Erkrankungen an einer bestimmten Krankheit z. B.
innerhalb eines Jahres
Abwehrmechanismus: Gedanke oder Verhalten wird isoliert von anderen Gedanken oder bei der
Affektisolierung von Gefühlen.
Das Erkrankungsrisiko wächst mit zunehmenden beruflichen Anforderungen (Zeit- und Leistungsdruck)
kombiniert mit abnehmenden Chancen, selbst Entscheidungen zu treffen (z. B. Herzinfarkt)
Der Junge in der ödipalen Rivalität mit dem Vater hat Kastrationsangst, weil er in seinem sexuellen
Begehren der Mutter gegen den Vater ankämpft
tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren, das unbewusste Konflikte durch den geleiteten Tagtraum
bearbeitet. Während der Imagination sprechen Patient und Therapeut miteinander. Regression ist
begrenzt. Die symbolische Bedeutung von Tagtrauminhalten zeigt den unbewussten Konflikt auf.
Voraussetzung ist strukturelle Stabilität bzw. ausreichende Ich-Stärke
Ein bereits bewusstes Thema wird erörtert, so dass ein tieferes Verständnis dafür entsteht
Psychiatrische Erkrankungen werden mit Hilfe von klassifikatorischen (im Gegensatz zu dimensionalen)
Diagnosesystem geordnet. Heute sind das ICD-10 (weltweit durch die WHO betreut) und DSM IV (USA).
Beide Systeme versuchen, rein deskriptiv zu bleiben und in die Krankheitsdefinitionen keine ätiologischen
Theorien einzubauen. Dadurch fiel die Unterscheidung neurotische versus endogene Depression weg,
aber auch die Konversionshysterie als körperlicher Ausdruck eines neurotischen Konflikts.
Eine Population wird zunächst grob in einige Gruppen (Klumpen) unterteilt, z. B. nach Regionen, nach
Alter oder Krankheiten. Dann wird aus jedem Klumpen eine Zufallsstichprobe gezogen
Zwei Überzeugungen stehen im Widerspruch und fordern konträre Verhaltensweisen, z. B. Ehrlich sein
versus schnell wohlhabend sein in einer Situation, in der durch Betrug schnell viel Geld erworben werden
könnte
automatischer Gedanke, der eine dysfunktionale Interpretation einer Situation ergibt kann therapeutisch
umstrukturiert werden, so dass in der Situation künftig eine gedankliche Bewertung erfolgt, die eine
adaptive Funktion hat
mit Aaron T. Beck, Albert Ellis und Donald Meichenbaum sowie Fred Kanfer beginnende Berücksichtigung
von Kognitionen in ihrem Einfluss auf Lernprozesse in der Verhaltenstherapie
Zusammenhalt und Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder einer Gruppe oder einer Familie
Es werden Stichproben mit einem gemeinsamen Merkmal zu einer Kohorte zusammengefasst und mit
anderen Stichproben, z. B. zu einer anderen Zeit erfasst sind, verglichen, z. B. Jahrgang 2008 und
Jahrgang 2009 von Ausbildungsteilnehmern
Jörg Willi geht davon aus, dass manche Paare den gleichen unbewussten Grundkonflikt haben, sie sich
aber auf je eine Seite des Konflikts festlegen. Bei einem Autonomie-Abhängigkeitskonflikt übernimmt einer
den autonomen Part, der andere den abhängigen. Die zweite Seite seines unbewussten Konflikts lässt er
den anderen auf der bewussten Ebene leben und erleben
Im Gegensatz zur klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers, die eine symmetrische
Kommunikation mit dem Patienten ausüben, haben Ärzte oft eine assymmetrische Art der
Kommunikation, bei der sie fragen, raten, empfehlen, anordnern, entscheiden und der Patient zuhört, sich
beraten lässt, Anordnungen befolgt
Beim Symptom, beim Traum wird das Verdrängte in kompromisshafter Weise ins Bewusstsein geholt, so
dass teils der Triebwunsch befriedigt wird, teils das Gebot der Abwehr dieses Wunsches befolgt wird
synonym für operantes Konditionieren, für Lernen am Erfolg, für Belohnungslernen
Einem konditionierten Stimulus, der eine gelernte Reaktion auslöst, wird ein weiterer Stimulus beigesellt,
der bisher nicht in der Lage war, die Reaktion auszulösen, bis durch ihn allein die Reaktion ausgelöst wird
Ein Verhalten, das reduziert werden soll, wird von einem unangenehmen Stimulus begleitet, der so
unangenehm ist, dass das Verhalten unterdrückt wird, um diesen nicht mehr erleben zu müssen (zu
vermeiden), z. B. Elektroreiz, ätzender Geruch
Konditionierung Einem unkonditionierten Stimulus, der eine Reaktion auslöst, wird ein konditionierter (bedeutungsloser)
klassisch
Stimulus beigesellt, bis er allein die Reaktion auslösen kann
2010-07-23
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Serge Sulz
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Konditionierung Verhalten wird durch seine Konsequenzen gesteuert. D. h. positive Verstärkung erhöht die
operant
Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens, Löschung führt schließlich zum Ausbleiben des Verhaltens.
Bestrafung führt zum Unterdrücken des Verhaltens
Konflikt
zentrales Konstrukt der psychoanalytischen Theorie. Bedeutsam ist der ins Unbewusste verdrängte
Konflikt, der in einer Versuchungs- und Versagungssituation aktualisiert wird, ins Bewusstsein drängt, was
ihm aber nur kompromisshaft über das Symptom gelingt
KonfliktDie psychoanalytische Neurosenlehre geht von einem unbewussten Konflikt aus, der in einer
pathologie
Versuchungs- und Versagungssituation zu einem neurotischen Symptom als Kompromiss z. B. zwischen
Trieb und Überich gebildet wird. Das Symptom versucht beiden Seiten gerecht zu werden. So wird der
Triebseite im Waschzwang noch Rechnung getragen, indem eine Beschäftigung mit den Genitalien
erfolgt, wenngleich nicht lustvoll.
Konfrontation in Der Patient wird auf einen Sachverhalt aufmerksam gemacht, den er von sich aus nicht ins Zentrum seines
der Analyse
Bewusstseins geholt hätte
KonkordanzZwillingsforschung: z. B. ist die Konkordanzrate bei eineiigen Zwillingen, bei denen einer an Schizophrenie
rate,
erkrankt ist, 50 %, bei zweieiigen Zwillingen unter 10 %
Schizophrenie
Konsiliardienst Ein Arzt oder Therapeut gehört nicht zur definierten Behandlungseinheit, sondern wird fallweise zur
Beratung, Diagnose- und Indikationsstellung herangezogen
Kontrollübereine kognitive Einstellung, wer ein Ereignis verursacht, dafür verantwortlich ist, die Kontrolle darüber hat
zeugung
Konversion
Ausdruck eines unbewussten psychischen Konflikts durch körperliche Symptomatik
Konversion
ein psychischer Konflikt wird in körperlichen Symptomen zum Ausdruck gebracht. Verdrängte
Vorstellungen kommen im Körpersymptom zum Ausdruck.
KrankheitsDurch das Symptom wir ein befriedigender Kompromiss zwischen Wunsch und Verbot, zwischen Trieb
gewinnund Abwehr gebildet
primär
KrankheitsErst nachträglich entstehender Vorteil durch die Krankheit, wie Schonung und Rücksichtnahme
gewinnsekundär
Krisensofort beginnende Maßnahme, mit aktiven therapeutischen Interventionen, nur für eine begrenzte Zeit,
intervention
unterstützend, beruhigend, ich-stärkend
kumulatives
kleinere traumatische Belastungen erfolgen so gehäuft, dass kumulativ ein großes Ausmaß an
Trauma
Traumatisierung erfolgt
LabelingDiese Theorie geht davon aus, dass eine Person zuerst als abweichend, deviant etikettiert wird und sie erst
Theorie
darauf das eigentlich deviante bzw. gestörte Verhalten zeigt. Beispiel: Nach einem Jugendelikt wird eine
Person als habituell Kleinkrimineller etikettiert. Darauf folgen eine Serie von Delikten
Laborstudie
Studien unter Laborbedingungen halten alle lebensnatürlichen Fluktuationen konstant, indem sie die
Probanden von Einflüssen fernhalten, die verhindern könnten, dass nur die interessierenden Variablen sich
aufgrund einer experimentellen Intervention verändern können
Laienätiologie
Es gibt oft verbreitete nicht zutreffende Ursachenzuschreibungen von medizinischen Laien, wie und
wodurch bestimmte Krankheiten entstehen
Laienzuweisung Empfehlungen von Bekannten weisen dem Patienten einen bestimmten Umgang mit der Krankheit zu, z. B.
ein kaltes Sitzbad gegen Fieber.
Längsschnittist die Datenerhebung über einen längeren Zeitraum hinweg, da gerade Veränderungen über diesen
studie
Zeitraum interessieren
Laswell-Formel Donald Laswell in der Weltkriegspropaganda: Who (says) What (to) Whom (in) Which Channel (with) What
Effect“
Latenzperiode
Zeitraum nach dem Untergang des Ödipuskomplexes (5.-6. Lebensjahr) bis zum Beginn der Pubertät mit
weitgehendem Ersetzen sexueller Triebe durch Zärtlichkeit, Desexualisierung der Objekte. Vermehrt
Scham, Ekel, moralische und ästhetische Tendenzen, vermehrte Verdrängung, Amnesie der Vorschulzeit.
Vorherrschen von Identifizierung und Sublimierung als Abwehrmechanismus
LeberFrühe Zeichen einer Leberschädigung sind erhöhte Blutwerte von Enzymen wie Gamma-GT, GPT, GOT
schädigung
und Alkoholischer Phosphatase AP
alkoholisch
Leberzirrhose
Folge der Alkoholkrankheit kann die Vernarbung der ganzen Leber sein, so dass sie funktionsuntüchtig
wird, was letztendlich tödlich ausgeht. Auch chron. Virushepatitis Typ B und C, Störungen des Eisen-,
Kupfer- und Fettstoffwechsels (Hämochromatose, Wilson-Krankheit, Mukoviszidose) führen zu
Leberzirrhose sowie einige Tropenkrankheiten
2010-07-23
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Serge Sulz
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Leere,
Langeweile
Leerlaufreaktion
Leidenschaft
Leistungsdiagnostik
bei Kindern
Leistungspflicht
der
Krankenkasse
Lernen am
Erfolg
Liaisondienst
Libido
Libidostauung
Liebe
2010-07-23
Leere, Langeweile ist ein Gefühl des Fehlens innerer oder äußerer Lebensinhalte, die Anreiz geben, sich
ihnen aufmerksam und interessiert zuzuwenden. Weder eigene Phantasien oder Gedanken noch Aspekte
der äußeren Situation sind in der Lage, eine Motivation zur Zuwendung zu erzeugen. Es ist nichts da, bzw.
was da ist, interessiert nicht. Wird das Gefühl der Langeweile zu aversiv, so mobilisiert es dazu, die
Situation zu verlassen. Manche Menschen gewöhnen sich aber an Langeweile, sie ertragen sie lieber, als
etwas zu ändern. Wer den Zugang zu seinen Bedürfnissen verloren hat, findet auch in den
korrespondierenden Aspekten der Außenwelt nicht den Anreiz, diesen Situationsaspekt zur
Bedürfnisbefriedigung zu nutzen. Wer die pauschale Erfahrung gemacht hat, dass die Welt keine
Bedürfnisbefriedigung bietet, muss die Wahrnehmung aller Bedürfnisse abschalten, um sein Leiden zu
reduzieren. Dies hat aber den Nachteil, dass die Welt öde und leer wird.
Ein Verhalten wird auch ohne Schlüsselreiz gezeigt und greift so ins Leere, weil es gar keine Möglichkeit
gibt, instrumentell zu wirken
Leidenschaft wird selten als eigenes abgegrenztes Gefühl empfunden. Ihre Betrachtung ist jedoch für
Begriffsbestimmungen anderer Gefühle bedeutsam. Sie gehört zu jenen Gefühlszuständen, die nicht nur
einen Teilbereich des Bewusstseins in Beschlag nehmen, nicht in stiller Wahrnehmung des Selbst und der
Welt verharren, sondern auf den Körper übergehen, dessen physiologische Abläufe verändern, dessen
Wahrnehmung verändern, auf die Motorik übergehen und den ganzen Menschen in Bewegung
versetzen. Die Handlungsorientierung steht im Vordergrund, eine große energetische Mobilisierung von
Psyche und Körper. Die Wahrnehmung dieser großen Mobilisierung im Sinne eines Empfindens eines
positiven „Erleidens“ ist das Gefühl der Leidenschaft. In diesem Begriff steckt auch die Tendenz, diesen
Zustand des Leidens wieder zu beenden. Er lässt sich aber auch so interpretieren, dass es Leiden macht,
den durch den Handlungsimpuls angestrebten Zustand noch nicht oder nicht schnell oder umfassend
genug erreicht zu haben. Übertragen wir diese Aussagen auf den Kernbereich leidenschaftlichen
Erlebens, auf die Sexualität, so können wir sexuelle Erregung und Lustempfindung als den passiven,
wahrnehmungsbezogenen und Leidenschaft als den aktiven, handlungsbezogenen Anteil des
Gefühlsgemisches bezeichnen. Leidenschaft mobilisiert zu Handlungen, die in Situationen führen oder
Situationen so gestalten, dass Lust entsteht, sich steigert und zum Höhepunkt gelangt. Leidenschaft und
leidenschaftliches Verhalten versiegen, wenn durch den Orgasmus volle Bedürfnisbefriedigung
eingetreten ist. Sie wird ersetzt durch das Nirwana-Gefühl des wunschlos Glücklich-/Zufrieden-/
Befriedigtseins, das mit völliger psychischer und körperlicher Entspannung einhergeht. Leidenschaft hat
demnach primär eine Funktion als Bestandteil menschlicher Sexualität und steht letztendlich im Dienst der
Arterhaltung. Ohne Leidenschaft wäre der komplette Vollzug des Sexualaktes zum Orgasmus und zur
Befruchtung gefährdet. Die Lernfähigkeit und Plastizität der menschlichen Psyche führte dazu, dass wir
nicht nur sexuelle Leidenschaft kennen. Überall wo Spannungsreduktion und Lust sich paaren, kann
Erleben und Handeln leidenschaftlich sein. Sei es Spiel, Sport, Musik oder Engagements, die von
Menschen leidenschaftlich betrieben werden, sie sind Gewinne menschlicher Erlebnisvielfalt, ob sie nun
zur Sublimierung und Kultivierung primär sexueller Energie dienen, wie Sigmund Freud dies postulierte
oder keine primäre Abwehrfunktion haben, wie Wilhelm Reich (1975) dies einräumt. Mit der traditionellen
Verteufelung und Abwertung der animalisch triebhaften Seite des Menschen versuchen viele Eltern, die
ihre Kinder zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft machen wollen, leidenschaftliches Erleben und
Verhalten von Anfang an zu tabuisieren und zu unterdrücken. Damit wird jegliche „bewegte“ ganzheitlich
die Psyche und den Körper erfassende Emotionalität stark gedämpft, das Kind wird in Dauerkonflikte
gestoßen, in denen es permanent Angst, Schuldgefühle, Scham und Ekel zu Hilfe nehmen muss, um nicht
in die tabuisierte Gefühlssphäre zu geraten.
Erfassung der Intelligenzleistung z. B. mit Kaufman Assessment Battery fo Children (K-ABC).
Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder (HAWIK-III).
Adaptives Intelligenz Diagnostikum (AID).
Eine antragspflichtige Psychotherapie muss von der Kasse gezahlt werden, wenn im Gutachterverfahren
bestätigt wird, dass es sich um eine behandlungsbedürftige Behandlung handelt, bei der Psychotherapie
indiziert ist und die Behandlung ausreichend, notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich ist
synonym für operantes Konditionieren, für Belohnungslernen
Der Arzt oder Therapeut ist als ständiger beratender Bestandteil der Behandlungseinheit verfügbar
Freud sieht darin die sexuelle Energie, die Energie des Sexualtriebs, unterscheidet die Quelle der Libido
(erogene Zonen), Ziel der Libido (Lust) und Objekt der Libido. Diese ändern sich im Lauf der Phasen der
sexuellen Entwicklung des Kindes
Freud sieht in der Stauung libidinöser Abfuhr aufgrund eines unbewussten Konflikts eine Quelle der
Symptombildung
Zuneigung und Liebe sind Beziehungsgefühle, die Bindung herstellen. Hier ist nicht das Gefühl, geliebt
oder gemocht zu werden, gemeint. Es geht um das Gefühl, selbst aktiv den anderen Menschen zu lieben:
ein Gefühl, das innere Bewegtheit erzeugt und zur Hinwendung bewegt, Bindung sucht und bewahrt.
Liebe räumt alle Hindernisse beiseite, die objektiv oder subjektiv zwischen zwei Menschen bestehen. Sie
schafft einen großen Raum in der ©Psyche
undSulz
im Leben für den geliebten [email protected]
Menschen. Sie erschöpft sich in
Serge
der Zeit, stellt Zeitlosigkeit her. Die Funktion dieses Gefühls, das bei Schriftstellern und ihren Lesern eines
der bevorzugtesten Themen ist, klingt prosaisch: Die Liebe zwischen Mann und Frau fördert die Neigung
zur sexuellen Vereinigung und dadurch auch die Arterhaltung. Die Liebe der Eltern zum Kind sichert deren
Entwicklung in einer förderlichen Umgebung. Auch die Liebe des Kindes zu den Eltern sichert ihm eine
entwicklungsfördernde Umgebung. Zuneigung fördert das Zusammenleben in der sozialen Gemeinschaft,
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 18
limbisches
System
Lithiumsalze
Lust
2010-07-23
schafft einen großen Raum in der Psyche und im Leben für den geliebten Menschen. Sie erschöpft sich in
der Zeit, stellt Zeitlosigkeit her. Die Funktion dieses Gefühls, das bei Schriftstellern und ihren Lesern eines
der bevorzugtesten Themen ist, klingt prosaisch: Die Liebe zwischen Mann und Frau fördert die Neigung
zur sexuellen Vereinigung und dadurch auch die Arterhaltung. Die Liebe der Eltern zum Kind sichert deren
Entwicklung in einer förderlichen Umgebung. Auch die Liebe des Kindes zu den Eltern sichert ihm eine
entwicklungsfördernde Umgebung. Zuneigung fördert das Zusammenleben in der sozialen Gemeinschaft,
die wiederum Schutz für den einzelnen bietet. Wir müssen uns fragen, von welchem Alter an ein Kind das
Gefühl der Liebe empfindet. Folgt man der Bindungsforschung und setzt Liebe gleich Bindung, dann ist
dieses Gefühl mit 6-8 Monaten vorhanden (Bowlby, 1976). Wir wissen aber nicht, ob dem so ist. Es bleibt
uns, Eltern zu fragen wie alt ihr Kind war, als sie sich das erste mal von ihm geliebt fühlten. Hier wird oft
das Alter zwischen ein und zwei Jahren angegeben. Mit der Liebe des Kindes zu seinen Eltern leistet
dieses seinen Beitrag zur Bindung. Manche Eltern besitzen nicht die Fähigkeit, diese Liebe wahrzunehmen,
deshalb kann sie ihre Elternschaft nicht erfüllen, sie verwenden viel Zeit und Energie, um ihr eigenes
Bedürfnis, geliebt zu werden, durch Ersatzbedürfnisse, wie Aufmerksamkeit und Anerkennung in ihrer
Erwachsenenwelt befriedigt zu bekommen, in dem sie anderen Werten nachjagen oder sich in
Abhängigkeit von einer dominierenden Bezugsperson begeben, der gegenüber eine kindähnliche Rolle
einnehmen. Sie haben so wenig emotionale Fülle, dass sie Liebe nicht mit ihrem Kind austauschen können.
Manche Eltern sind so arm, haben ein so großes Defizit an Liebe, dass sie ebenso bedürftig sind wie ihre
Kinder. Da können sie nicht auch noch etwas weggeben, wenn es nicht einmal für sie selbst reicht.
Mancher Vater und manche Mutter konkurrieren denn auch mit ihrem Kind um die Liebe des anderen
Elternteils. Eltern, die ihre Kinder permanent in ihren basalen Bedürfnissen frustrieren, wecken in ihnen
Aggression bis zum Hass. Geschieht dies in den ersten beiden Lebensjahren, so kommt es zu hoch
ambivalenten Beziehungen mit einem Nebeneinander von Liebe und Hass. Das Kind kann in dieser
Entwicklungsphase seine Liebe nicht durch Hass zum Verschwinden bringen. Es muss, um emotional zu
überleben, seine Eltern lieben, so hassenswert sie sich auch verhalten. Dies ist eine unumstößliche Regel
seiner psychischen Homöostase. Erst in einem späteren Alter ist das Kind in der Lage, von sich aus seine
Liebe zurückzunehmen, wenn der betreffende Elternteil ihm nicht liebenswert erscheint. Es kann sich im
Trotz auf sich selbst versteifen (nein, ich liebe dich nicht) oder sich dem zweiten Elternteil zuwenden (nein,
ich liebe den anderen). Kinder im 4. und 5. Lebensjahr beginnen, ungeniert dem gegengeschlechtlichen
Elternteil den Hof zu machen, Liebeserklärungen und Heiratsanträge folgen. Manche Eltern erschrecken
und weisen das Kind zurück. Migränepatienten berichten oft über solche Zurückweisungen. Andere Eltern
missbrauchen die Form der kindlichen Liebe für die Befriedigung eigener emotionaler oder gar sexueller
Defizite.
besteht im Kern aus Hippocampus und Amygdala, Fornix, dazu gehört funktionell auch der Thalamus und
der Hypothalamus, anteriorer Gyrus cinguli, basales Vorderhirn, ventromedialer Cortex, ventrales
Tegmentum, mesolimbisches System, ventrale Schleife. Ist zuständig für die Emotionsregulation
z. B. Lithiumcarbonat, dienen der Phasenprophylaxe von rezidivierenden Depressionen. Der Blutspiegel
muss genau eingehalten werden, unter 0,6 sind sie unwirksam, über 1.3 entstehen toxische
Nebenwirkungen. Lithium kann verhindern, dass es zu einer depressiven Episode kommt.
Lust ist meist ein körperbezogenes Gefühl, sei es, dass eine Sinnesempfindung ein Lustgefühl hervorruft
(Kitzeln), sei es dass eine motorische Handlung mit Lustgefühl verbunden ist (Bewegungslust). Sowohl
handgreifliches Verletzen als auch das Quälen eines anderen durch verletzende Worte kann eine
(sadistische) Lust hervorrufen. Ebenso kann eine Streitlust im wörtlichen Sinne entstehen. Auch Angstlust als
Nervenkitzel vermittelt das Gefühl der Lust. Hier ist wie bei der Schmerzlust das deutliche Überwiegen der
Lustkomponente über die aversive Komponente erforderlich. Bei Masochismus ist Schmerz die
notwendige Voraussetzung, dass Lust entsteht. Lust und Unlust können als die beiden basalsten
Empfindungsqualitäten von Lebewesen überhaupt betrachtet werden, als eigentliche Grundqualitäten des
Gefühls. Lust veranlasst das Lebewesen, den Lust erzeugenden Stimulus weiterwirken zu lassen. Unlust
veranlasst ihn, dessen Wirkung zu beenden. Ohne diese beiden Gefühlsqualitäten und deren zwingende
motivationale Komponente wären Lebewesen nicht in der Lage, für Selbst- und Arterhaltung zu sorgen.
Die autonome Psyche setzt diese beiden Signale ein, damit der Mensch seine willkürlichen Funktionen in
ihren Dienst stellt. Wiederum müssen wir uns eingestehen, dass die kognitiven Errungenschaften des
Menschen (Intelligenz und Sprache) das Lust oder Unlust gesteuerte Handeln nicht ersetzen könnten. Man
stelle sich einen Sexualakt ohne jegliches Lustempfinden vor – ein mühsames und wohl bald ekelbesetztes
Unterfangen! Oder Essen ohne Appetit – eine Quälerei! Die Anpassungsfähigkeit eines Menschen hat
schließlich eine neue Form der Lust kreiert, die im Leben der Industriegesellschaft so manche Last in Lust
verwandelt: die „Arbeitslust“. Wer diese nicht entwickeln kann bzw. nicht einmal Arbeitszufriedenheit
herzustellen vermag, wird seinen Alltag mit mehr Unlustgefühlen und Anstrengung verbinden. Der
sprachlichen Exaktheit halber sollten wir aber festhalten, dass Lustgefühle im obigen Sinne höchstens
ausnahmsweise bei der Arbeit auftauchen. Es geht uns hier nicht um Erörterungen einer
emotionsassoziierten Sprache, sondern ausschließlich um Emotionen und Gefühle. Die Generation der
Eltern unserer Patienten lebte in einer Gesellschaft voll anhedonistischer Wertsetzungen, die Lust nur in
anankastischen und Machtstrebungen tolerierte. Sie entfremdete dem Kind rasch seinen Körper und die
direkte natürliche Lust oder Unlust geleitete psychophysiologische Homöostase wurde seinem Leben
©
unzugänglich. Die Wertorientierung
unserer Sulz
heutigen Gesellschaft [email protected]
uns hedonistische Tendenzen,
Serge
sofern sie unsere Leistungsfähigkeit in unserem Wirtschaftssystem nicht schmälert und so lange sie mit
materiellem Konsum verbunden ist, d. h. wirtschaftsförderlich ist. Heutigen Eltern ist es daher eher möglich,
gewährender bezüglich der Lust ihrer Kinder zu sein. Unsere Patienten berichten dagegen, dass Eltern
rigoros dem Kind die natürliche Lust-Unlust-Homöostase weggenommen haben, so dass es sich
ausschließlich an den elterlichen Normen zu orientieren hatte. Als Psychotherapeuten können wir darüber
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 19
Lustprinzip
Magen-DarmKrankheiten
Makroprozessanalyse
MAO-Hemmer
Masochismus
Mentalisierung
Metaanalyse
Metakognition
Migräne
Mikroprozessanalyse
Mikrozensus
Minderwertig
keitsgefühl
Minimalstrukturierung
von Gruppen
Missmut
2010-07-23
direkte natürliche Lust oder Unlust geleitete psychophysiologische Homöostase wurde seinem Leben
unzugänglich. Die Wertorientierung unserer heutigen Gesellschaft erlaubt uns hedonistische Tendenzen,
sofern sie unsere Leistungsfähigkeit in unserem Wirtschaftssystem nicht schmälert und so lange sie mit
materiellem Konsum verbunden ist, d. h. wirtschaftsförderlich ist. Heutigen Eltern ist es daher eher möglich,
gewährender bezüglich der Lust ihrer Kinder zu sein. Unsere Patienten berichten dagegen, dass Eltern
rigoros dem Kind die natürliche Lust-Unlust-Homöostase weggenommen haben, so dass es sich
ausschließlich an den elterlichen Normen zu orientieren hatte. Als Psychotherapeuten können wir darüber
hinaus zahlreiche Indizien dafür finden, dass über bewusst vermittelte Verbote und Gebote hinaus das
Kind eine forcierte Sozialisierung erfuhr. Es richtete alsbald sein Verhalten nicht mehr nach den Signalen
seiner eigenen individuellen Homöostase aus, sondern nach der sozialen Homöostase der Familie, die
fast ausschließlich durch die Bedürfnisse der Eltern und die Notwendigkeit der Beziehung zwischen diesen
bestimmt wurde. Dies macht verständlich, dass kindgemäße Lusterlebnisse in der Kindheit unserer
Patienten weitgehend fehlten. Im Gegenteil, Lustsuche und Lusterfahrung bedeutet ja, sich nicht mehr dem
familiären System und dessen Regeln unterworfen zu haben, was zu alarmierender Angst, Scham und
Schuldgefühlen führen muss. Besondere depressive Menschen haben in ihrem bisherigen Leben Lust und
Genuss kaum Raum gelassen.
Es versucht, Lust zu maximieren und Unlust zu minimieren. Prinzip des Es, während das Realitätsprinzip
zum Ich gehört.
Gastritis (nervöse Reizung de Magenschleimhaut), Ulcus ventriculi (Magengeschwür mit der Gefahr des
Magendurchbruchs), Ulcus duodeni (Zölffingerdarmgeschwür), Reizdarm, Morbus Crohn und Colitis
ulcerosa sind psychosomatisch bedeutsame Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Untersuchung des größeren Verlaufs des Therapieprozesses
Monoamino-Oxidase-Hemmer hemmen den Abbau der Transmitter im synaptischen Spalt, so dass deren
Konzentration länger hoch bleibt. Alte MAO-Hemmer bargen die Gefahr von Blutdruckkrisen bei
Käsekonsum. Neuere selektive verbieten keinen Käseverzehr mehr.
Sie werden als Antidepressiva eingesetzt, aber auch zur direkten Behandlung von Manien
Lust und Befriedigung werden über Demütigung und Schmerz erfahren, bei Freud nicht auf
Sexualverhalten begrenzt, er nennt auch einen moralischen Masochismus aus einem unbewussten
Schuldgefühl heraus sich in die Rolle eines Opfers begebend
Peter Fonagy, ein engl. Psychoanalytiker, definiert Mentalisierung als die Fähigkeit, sein eigenes oder das
Verhalten anderer auf mentale Prozesse zurückzuführen. Weil ein Mensch so und so denkt, handelt er auf
diese oder jene Weise. „... bezeichnen wir den Prozess, druch den wir erkennen, dass unser Geist unsere
Weltwahrnehmung vermittelt.“ (2008, S. 10).
Dieses Konstrukt ist sehr ähnlich dem Konstrukt der Theorie of Mind (ToM)
Zusammenfassung und Vergleich einzelner Wirksamkeitsstudien
Ein Denken oder Reflektieren über Gedanken. Ich kann mir über meine Gedanken Gedanken machen.
So kann ich mir überlegen, dass ich einen Sachverhalt falsch beurteilt habe.
neurolog. Kopfschmerzsyndrom, anfallsweise, pulsierend, meisteinseitig, rezidivierend. Begleitet von
Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, visuellen Störungen (Lichtblitze) evtl. Aura mit
verschiedensten neurolog. Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen.
Psychosomatisch oft überlagert und deshalb auch Gegenstand von Psychotherapie
Untersuchung von kleinen Sequenzen des Therapieprozesses
Zensus ist die Volkszählung und Mikrozensus ist eine sehr kleine Volkszählung, bei der nur ein kleiner Teil
der Population erfasst wird, z. B. 3000 von 30 Millionen
Alfred Adler sieht darin ein Gefühl, das von einer organischen Minderwertigkeit ausgeht und das dazu
führt, dass große Anstrengungen unternommen werden, um diese Minderwertigkeit zu kompensieren
Um möglichst wenig Verfälschung durch den Gruppenleiter entstehen zu lassen und der Gruppe
möglichst viel Raum zu geben, ihre Dynamik zu entfalten, werden vom Gruppenleiter möglichst wenig
Interventionen initiiert. Dies ist eine Art der Gruppenleitung. Bei anderen Gruppenkonzepten ist der Leiter
sehr aktiv, vor allem in verhaltenstherapeutischen Gruppentrainings
Missmut hat eher die Eigenschaft einer Stimmung als die eines Gefühls. Stimmungen sind länger
anhaltend und weniger intensiv als Gefühle. Sie richten sich nicht fokussiert auf einen Verursacher oder
auf die eigene Person. Stimmung breitet sich über alles und jeden aus, färbt alle Wahrnehmungen
gleichermaßen ein. Bei Stimmungen geht dem Bewusstsein der direkte Bezug zur Verursachung verloren.
Die Aufmerksamkeit wird von dieser abgezogen, dadurch fällt der Handlungsbedarf weg. Stimmungen
sind also das Ergebnis von Handlungsunfähigkeit oder -ohnmacht oder sie haben die Funktion missliebige
impulsive Handlungen zu verhindern. So kann eine depressive Stimmung impulsives aggressives Verhalten
verhindern. Auch Missmut ist gedämpfter Ärger. Er entspricht einer Störung der psychischen Homöostase,
die zwar wahrgenommen wird, die aber nicht durch aktives Handeln beseitigt werden muss. Nichts tun
©
Serge
Sulz
[email protected]
scheint die beste Lösung zu sein, wenn
Auseinandersetzung
nur Öl ins Feuer
geben würde. Die Zeit wird
schon dafür sorgen, dass die missmutige Befindlichkeit versickert, wie Regenwasser in der Erde. Ich kann
die Störung aushalten, so lange wie sie vermutlich andauern wird. Ich könnte aber nicht die Folgen meines
offen ausgedrückten Ärgers aushalten. Missmut hat auch den Aspekt des Rückzugs an sich. Mein Groll
bleibt in mir, ich grolle in mich hinein oder vor mich hin, entferne mich dabei aus der Interaktion, trete von
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Misstrauen
Mitgefühl
Mobilität,
horizontal
Mobilität,
vertikal
Modell-Lernen
Moral
Entwicklung
n. Kohlberg
2010-07-23
die zwar wahrgenommen wird, die aber nicht durch aktives Handeln beseitigt werden muss. Nichts tun
scheint die beste Lösung zu sein, wenn Auseinandersetzung nur Öl ins Feuer geben würde. Die Zeit wird
schon dafür sorgen, dass die missmutige Befindlichkeit versickert, wie Regenwasser in der Erde. Ich kann
die Störung aushalten, so lange wie sie vermutlich andauern wird. Ich könnte aber nicht die Folgen meines
offen ausgedrückten Ärgers aushalten. Missmut hat auch den Aspekt des Rückzugs an sich. Mein Groll
bleibt in mir, ich grolle in mich hinein oder vor mich hin, entferne mich dabei aus der Interaktion, trete von
mir aus nicht in Interaktion. Werde ich vom anderen in eine Interaktion hineingezogen, so gehe ich
missmutig in sie hinein und der Missmut ist mir anzumerken. Es wird aber auch deutlich, dass mein Missmut
zu mir gehört und nicht eine neue Reaktion auf den anderen ist. Um nicht darauf angesprochen zu werden
und über Gefühle sprechen zu müssen, versuchen viele, dieses Gefühl zu verbergen. Kinder beziehen den
Missmut der Eltern auf sich, auf ihr Verhalten und bemühen sich den Missmut der Eltern zu beseitigen oder
zu verhindern. Gelingt ihnen das, so wird das erfolgreiche Verhalten verstärkt. Sie lernen, die Gefühle der
Erwachsenen durch eigenes Verhalten zu steuern oder zu kontrollieren (zwischenmenschliche Phase
Kegans). Im Extremfall kann ihre ganze Aufmerksamkeit der Laune der Eltern gewidmet sein. Statt ihrer
eigenen psychischen Homöostase regulieren sie dann diejenige des Vaters oder der Mutter.
Misstrauen als Gegensatz zum Vertrauen ist ein Gefühl der Ungewissheit, ob vom anderen feindselige
Impulse ausgehen werden. Ich weiß weder gewiss, dass der andere mir zuverlässig freundlich gesonnen
ist, noch weiß ich gewiss, dass seine nächsten Handlungen Angriffe sein werden. Oder ich weiß nicht, die
wievielte nächste Handlung feindselig sein wird. Auch wenn eine Reihe von friedlichen Interaktionen
stattgefunden hat, so muss ich doch bei jeder nächsten darauf gefasst sein, dass ich angegriffen, benachteiligt, ausgenützt oder missbraucht werde. Misstrauen führt zu einer Wachsamkeit bis zur Alarmiertheit.
Meine aktiven Wahrnehmungsprozesse suchen im Wahrnehmungsfeld nach Indizien von Feindseligkeit.
Alle Sinnesorgane stehen in Alarmbereitschaft. Am häufigsten wird das Gehör zum Radarsystem erkoren,
das feindselige Bewegungen frühzeitig erkennen soll. Tinnitus-Patienten haben ihre Ohren in Radarschirme umkonstruiert und dadurch zugrunde gerichtet. Bei paranoiden Menschen ist aus dem Misstrauen
eine Gewissheit geworden. Gewissheit macht die Sicht der Welt einfacher, so wie Krieg eine einfachere
Sachlage ist als Kriegsgefahr. Die psychotische Konstruktion der Welt ist weniger komplex und weniger
vage als die normalpsychologische Konstruktion. Auch die rigorose Aussage „wer nicht mein Freund ist, ist
mein Feind“ ist eine derartige Simplifizierung. Wer misstrauischen Menschen begegnet, spürt deren
eigene feindselige Ausstrahlung. Wir wissen, dass die Projektion eigener aggressiver Impulse auf andere
ein Versuch ist, sich von diesen zu trennen. Die einfache frühkindliche Denkweise ist eine Gleichsetzung
von aggressiv und böse. Wer böse ist, wird nicht geliebt. Wer nicht geliebt wird, ist den Eltern nicht
willkommen, darf nicht da bleiben. Um emotional zu überleben, muss das Kind sich wie auch immer von
seinen aggressiven Impulsen trennen, da es seine Impulse ja noch nicht kontrollieren kann. Durch die Projektion wird der andere böse und dies führt zur Angst vor seiner Aggression. Die Angst hat wie Wasser
das bedrohliche Feuer der eigenen Aggression gelöscht. Wo nicht ein manifestes Angstgefühl besteht,
bleibt Misstrauen. Abgesehen von begründetem Misstrauen ist dies „konstruierte“ Misstrauen ein
wichtiges Thema in der Psychotherapie. Manche Eltern erleben ihr auf eine gesunde Weise aggressives
Kind als übermächtig, fürchten seine Aggression und hegen Misstrauen. Das Kind übernimmt die
Überzeugung der Eltern, dass etwas Böses in ihm ist und kann sich selbst nicht vertrauen. Eventuell muss
es durch Zwanghaftigkeit oder später gar durch Zwangsrituale und andere Zwangssymptome das Böse
in sich auf eine magische Weise bannen. Misstrauen gegen sich selbst ist ein wichtiger Motor
zwanghaften Verhaltens.
Mitgefühl wird meist als empathisches Einfühlen in schmerzliche Gefühle verstanden. Kinderbeobachtungen lassen das erstmalige Auftreten dieses Gefühls, von Winnicott (1993) als concern
bezeichnet, im 3. Lebensjahr vermuten. Es ist eine wichtige Errungenschaft des Menschen in seiner
Entwicklung zum sozialen Wesen und ist eine große Hilfe bei der Regulierung von aggressiven Tendenzen
im zwischenmenschlichen Umgang. Wird dem Kind durch massive Strafen oder Strafandrohungen die
Eindämmung von Aggressionen anderen Menschen gegenüber abverlangt, bevor es die Fähigkeit zu
Empathie entwickelt hat, so muß es die typische rigide Zwanghaftigkeit einsetzen, um zu verhindern, daß
aggressive Handlungen eine schädigende oder verletzende Wirkung haben. Andere Kinder entwickeln so
viel Mitgefühl, daß sie darüber eigene Belange vernachlässigen und sich nicht wehren können. Sie lassen
sich schlagen und können dem anderen nicht weh tun.
Bevölkerungswanderungen von einer Region zur anderen, z. B. von den neuen Bundesländern in die alten
nach der Wende
Sozialer Aufstieg von einer unteren Bevölkerungsschicht in eine höhere oder umgekehrt, z. B. aus einer
Arbeiterfamilie stammend durch beruflichen Erfolg Aufstieg in die Schicht wohlhabender Bürger
Das Verhalten eines erfolgreichen Modells in das eigene Verhaltensrepertoire aufgenommen, wird
zunächst nachgeahmt, evtl. verzögert selbst ausgeführt
Die moralische Entwicklung läuft nach Kohlberg in fünf Phasen ab (angelehnt an Piaget):
1. Strafe und Gehorsam, 2. instrumenteller Hedonismus, 3. Moral des braven Kindes, das gute
Beziehungen braucht, 4. Moral des Vertrags und Gesetzes, 6. Moral des individuellen Gewissens
©
Serge Sulz
[email protected]
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 21
Morbus
Basedow
Multiple
Sklerose,
Encaphalitis
disseminata
Muskulatur
glatt
Muskulatur
quergestreift
Mutagen
Mutation
Narzissmus
Narzissmus,
primärer
Narzissmus,
sekundärer
negative
therapeutische
Reaktion
Neid
Neurodermitis
Neuroleptika
Neuroleptika
Nebenwirkungen
Neuropsychologische
Untersuchung
2010-07-23
Schilddrüsenüberfunktion mit diffuser Vergrößerung der Schilddrüse, herausgetretenen Augäpfeln und
Tachykardie. Der Körper produziert zu viel Wärme (hemdsärmlich im Winter, viel Hunger und Essen ohne
Gewichtszunahme.
Autoimmunerkrankung mit Entzündungen der Myelinscheiden der Nerven, schubförmig, zunächst klingen
die Symptome völlig ab, ohne Behandlung. Später mit Cortison. Schließlich bleiben Lähmungen zurück.
Verläuft nach einigen bis vielen Jahren tödlich.
Zahlreiche kleine Muskeln werden bei inneren Organen benötigt, die der bewussten Steuerung nicht
zugänglich sind, also vom autonomen Nervensystem gesteuert werden: Die Muskeln des Magens, des
Darms, der Bronchiolen, der Harnblase etc.
Die Muskeln des Bewegungsapparats sind quer gestreift. Sie sind der bewussten Steuerung über das
willkürliche Nervensystem zugänglich
Ein Wirkstoff, der das Gen-Material einer Zelle verändert, wie Röntgenstrahlen, Radioaktivität, Viren,
Chemotherapie bei Carcinomen
Veränderung der Gen-Information einer Zelle. Nur wenn eine Samen- oder Eizelle betroffen ist, wird die
Mutation vererbt, nicht bei allen anderen Körperzellen
Freud sieht darin die libidinöse Besetzung des Selbst
in einem frühen Stadium der Kindheit besetzt das Kind seinen Körper und sein Selbst libidinös.
Dies ist nicht pathologisch
Enttäuscht wird die Libido von Objekten abgezogen und dem Selbst zugewandt.
Dies ist ein problematischer Vorgang, der zu schädlichen Entwicklungen führen kann
Genau in dem Moment, in dem eine Besserung möglich ist, ein Durchbruch gelungen scheint, kommt es zu
einer massiven Verschlechterung des Zustands des Patienten. Der Widerstand wird mit Hilfe dieser
Symptomatik unüberwindlich. Veränderung darf nicht sein.
Auch Neid ist ein aggressiv getöntes, gegen den anderen gerichtetes Gefühl. „Ich will, dass das, was du
bekommen hast, mir gehört“. Das Glück, die Freude, die Zufriedenheit des anderen soll meine sein. Ein
fast körperlich spürbares Zusammenziehen, als ob dieses Zusammenziehen ein Versprühen von Gift
bewirken sollte. Atmosphärisches Gift erfüllt den Raum zwischen mir und dem Beneideten und umgibt die
geneideten Güter. Als Handlungsimpuls ist die Tendenz vorhanden, dem anderen das wegzunehmen,
was ich nicht habe. Der starke Wunsch danach, der Gedanke der Unmöglichkeit, dass beide es jetzt
haben können, das Bewusstsein, dass er es hat und nicht ich, ergeben eine Frustration, aus der heraus
Ärger entsteht und sich all dies zu dem Gefühl des Neids vermischt. Kleinkinder mit zwei Jahren setzten
den Wunsch sofort in die Tat um und reißen dem anderen Kind das begehrte Spielzeug aus der Hand,
noch ehe ein Neidgefühl entstehen könnte. Erst die Blockierung dieses Handlungsimpulses durch elterliche
Verbote führt zur Frustration des Wunsches und zum aggressiven Gefühls des Neids. Fast alle Eltern
vermitteln dem Kind, dass Neid ein „hässliches“ Gefühl ist, das nur in einer „hässlichen“, das heißt nicht
liebenswerten Seele wohnt. Meist werden solche Sozialisiationsleistungen wie das Unterdrücken von
sozial nicht erwünschten Gefühlen viel zu früh abverlangt (forcierte Sozialisation). Für das Kind im
Vorschulalter ist Neid noch eine natürliche Reaktion. Viel zu früh wird ihm oft abverlangt, diese Reaktion
mit Hilfe von Schuldgefühlen zu unterdrücken. Umgekehrt ist der Neid der Eltern entwicklungshemmend.
Das Kind darf nicht erfolgreicher oder zufriedener werden als Vater oder Mutter. Denn deren Neid führt
zur Feindschaft. Da aber ihre Liebe zum emotionalen Überleben benötigt wird (irrtümlicherweise auch
noch als Erwachsener), muss auf eine Lebensgestaltung verzichtet werden, die den Neid des betreffenden
Elternteils hervorrufen würde. Da dies keine bewusste Wahrnehmung des Neids und keine bewusste
Entscheidung gegen den eigenen Erfolg ist, wird dies als Scheitern erlebt, das der eigenen Insuffizienz
zugeschrieben wird. Die Homöostase des sozialen Systems ist in diesem Fall der individuellen
Homöostase übergeordnet. Erst wenn die emotionale Abhängigkeit aufgegeben werden kann, dürfen die
eigenen Belange gleichwertig neben die der Bezugspersonen gestellt werden.
Die entzündete Haut ist schuppig, trocken, juckt, tritt in Schüben auf. Kinder und Jugendliche sind häufiger
betroffen. Ursachen sind teils genetische Disposition, Allergene spielen eine Rolle (atopische Erkrankung).
Sie hat auch psychosomatische Hintergründe: Stress führt zur Auslösung von Schüben.
stark hemmende Medikamente, die bei Psychosen (Schizophrenie, Manie) eingesetzt werden, um die
akuten psychotischen Symptome zu reduzieren.
klassische Neuroleptika wirken auch auf motorische Kerne im Bereich der Stammganglien. Deshalb
führen sie zu Frühdyskinesien im Sinne eines Parkinsonsyndromes (Rigor, Tremor) und zu Akathisie
(imperativem motorischem Bewegungsdrang Umhergehen müssen, nicht Sitzenbleiben können) und
besonders schädlich, weil oft irreversibel Spätdyskinesien mit entstellenden Zungen- und
Mundbewegungen.
Neuropsychologische Untersuchungen, die die psychologischen Korrelate der Hirnprozesse erfassen, sind
je nach Fragestellung vielgestaltig. So haben z. B. Ekman und Friesen (1978) im Rahmen
emotionspsychologischer Forschung das Facial Action Coding System entwickelt, um die mimische
©
Komponente des Gefühlsausdrucks
zu erfassen.
die große Bedeutung von
Serge
Sulz Welzl (1996)weist auf
[email protected]
Verhaltensanalysen hin. In keinem anderen Bereich psychologischer Diagnostik wurden so umfassende
Diagnostikinstrumente und -system entwickelt wie in der Neuropsychologie. Für sämtliche psychologische
Funktionen sind Untersuchungsbatterien vorhanden, um Funktionseinbussen zu erfassen, die mit
entsprechenden Veränderungen des Gehirns korrelieren (z. B. Hamster W 1980, Huber et al. 1983,
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 22
Untersuchung
Neurose
Neutralität
2010-07-23
emotionspsychologischer Forschung das Facial Action Coding System entwickelt, um die mimische
Komponente des Gefühlsausdrucks zu erfassen. Welzl (1996)weist auf die große Bedeutung von
Verhaltensanalysen hin. In keinem anderen Bereich psychologischer Diagnostik wurden so umfassende
Diagnostikinstrumente und -system entwickelt wie in der Neuropsychologie. Für sämtliche psychologische
Funktionen sind Untersuchungsbatterien vorhanden, um Funktionseinbussen zu erfassen, die mit
entsprechenden Veränderungen des Gehirns korrelieren (z. B. Hamster W 1980, Huber et al. 1983,
Blanken 1996, Rosen et al. 1993, Klein 1993, Deegener et al. 1997, vergleiche auch die Übersicht von
Calabrese 1997). Einige Beispiele klinisch-neuropsychologischer Diagnostik seien hier kurz beschrieben:
Der Wechsler Gedächtnis Test in seiner revidierten Fassung (WMS-R) ist die deutsche Fassung des
Wechsler-Memory-Scale. Er ermöglicht bei Vergleich mit dem Intelligenzquotienten die Feststellung eines
amnestischen Syndroms (Härting et al. 2000). Neben der allgemeinen Gedächtnisleistung erfasst er das
visuelle und das verbale Gedächtnis, die verzögerte Gedächtnis-, die Aufmerksamkeits- und die
Konzentrationsleistung. Der Demenz-Test (DT) entspricht dem Mini-Mental-Status-Test und erfasst bei
älteren Menschen mit hoher Sensivität und Spezifität verschiedene dementielle Prozesse (Kessler et al.
1999). Er enthält einen Gedächtnistest mit freiem Abruf, eine verbale Flüssigkeitsaufgabe, einen
Apraxietest und prüft das Orientierungsvermögen. Das Strukturierte Interview für die Diagnose einer
Demenz vom Alzheimer Typ, der Mulitinfarkt-(odervaskulären) Demenz und Demenzen anderer Ätiologie
nach DSM-III-R, DSM-IV und ICD-10 (SIDAM, Zaudig und Hiller 1996) wird bei Erwachsenen von 60 bis
90 Jahren zur Einschätzung des kognitiven Funktionszustandes eingesetzt. Er umfasst die Mini-MentalState-Examination, den SISCO-Score, den Hachinski-Score, den modifizierten Ischemic Score, Skalen zu
Orientiertheit, Kurz- und Langzeitgedächtnis, intellektuelle Leistungsfähigkeit, verbale und rechnerische
Fähigkeiten, optisch-räumliche Konstruktionsfähigkeiten, Aphasie, Apraxie, höhere kortikale Funktionen. Er
bildet verschiedene Stadien der Demenzentwicklung ab. Die Alzheimers Disease Assment Scale ADAS
(Rosen et al. 1993) ermöglicht die Verlaufsbeurteilung dementieller Symptome (kognitive Leistungen
(Orientierung, Gedächtnis, Benennen von Gegenständen, Befolgen von Anweisungen incl. Des Verhaltens
während des Interviews). Der Wisconsin Card Sorting Test (WCST) differenziert Frontalhirnläsionen von
anderen Hirnläsionen. Er misst Perseveration und abstraktes Denken. Es werden Stimulus- und
Responsekarten mit verschiedenen Formen, Farben und Nummern eingesetzt.
Der Kurztest für cerebrale Insuffizienz (c.I.-Test) von Lehrl und Fischer (1987) erfasst vaskuläre und
metabolische Insuffizienzen, z. B. im Rahmen von Arteriosklerose, raumfordernden oder degenarativen
Prozessen. Er kann eingesetzt werden bei Durchgangssyndromen und hirnorganischen Psychosyndromen.
Die VOSP-Testbatterie für visuelle Objekt- und Raumwahrnehmung von Warrington EK, James M (1992)
wird bei hirnverletzten Patienten eingesetzt und bietet Vergleichswerte zu rechts- und linkshemisphärischer
Schädigung. Aufgaben sind unvollständige Buchstaben, Silhouetten, Positionen unterscheiden, Zahlen
und Würfelanzahl lokalisieren, Punke zählen und Objekte erkennen.
Die Tübinger Luria-Christensen Neuropsychologische Untersuchungsreihe TÜLUC (Hamster et al. 1980)
erfasst folgende neuropsychologische Untersuchungsbereiche bei Erwachsenen: höhere motorische
Funktionen; akustisch-motorische Koordination; höhere kutane und kinästhetische Funktionen; höhere
visuelle Funktionen; -- rezeptive Sprache; expressive Sprache; Schriftsprache; arithmetische Operationen;
mnestische Funktionen; intellektuelle Prozesse. Der Aachener Aphasietest AAT (Huber et al. 1983)
ermöglicht die Auslese von aphasischen Patienten aus einer hirngeschädigten Population, Differenzierung
in globale Aphasie, Wernicke-, Broca- und amnestische Aphasie, Nicht-Standard-Aphasien und
modalitätsspezifischen Sprachstörungen, Identifizierung von nicht-klassifizierbaren Aphasien, Bestimmung
des Schweregrades der aphasischen Störung und beschreibt die aphasische Störung hinsichtlich
Phonologie, Lexikon, Syntax und Semantik.
Der Test von Blanken (1996) erfasst die Wortbedeutung im auditiven und visuellen Sprachverständnis. Er
geht nicht von klinischen Syndromen, sondern von linguistischen Modellen aus. Die TÜKI (Deegener et al.
1997) dient der Diagnostik und Differentialdiagnose neuropsychologischer Störungen und ihrer
spezifischen Lokalisation im Kindes- und Jugendalter. Ziel sind Objektivierung und Quantifizierung der
neuropsychologischen Störung, deren Struktur, Ermittlung des Faktors oder Primärdefekts, der dem
beobachteten Syndrom zugrunde liegt. Der HKS (Klein 1993) erfasst das Hyperkinetische Syndrom. Ob
ein Patient in eine Psychotherapiepraxis kommt, der neben seiner Haupterkrankung unerkannt derartige
neuropsychologische Defizite hat, kann für den Therapieverlauf entscheidende Auswirkungen haben. Bei
der Eingangsdiagnostik von Patienten mit Störungen, deren Ätiologie noch ungeklärt ist, muss eine
orientierende neuropsychologische Diagnostik erfolgen, die bei sich ergebenden Verdachtsmomenten
intensiviert wird (Kryspin-Exner 1988). Insbesondere werden auch immer wieder sekundäre hirnorganische
Schädigungen durch Herz-Bypass-Operationen, Dialysebehandlung und Sucht übersehen.
Symptombildung aufgrund unbewusster aus der Kindheit übernommener und bewahrter Konflikte, als
Kompromiss zwischen Wunsch und Abwehr. Das Symptom ist symbolischer Ausdruck des Konflikts.
Zwangsneurose, Hysterie, Phobie
Der Analytiker soll eine neutrale Haltung bezüglich Religion, Ethik, Moral, soziale und kulturelle Normen
einnehmen.
Er soll deshalb in diesen Hinsichten auch nicht beraten
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Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 23
Nirwanaprinzip
Im Gegensatz zum Lustprinzip, das Luststeigerung anstrebt, sucht das Nirwanaprinzip
Erregungsminimierung in einem Zustand der bedürfnislosen Glückseligkeit
Nominalskala
Eine Skalierung, bei der die Zahlen nicht mehr Bedeutung haben als Buchstaben, also 1,2,3 auch durch
a,b,c ersetzt werden kann. D. h. dass es keine definierten Abstände zwischen 2 Werten und keine
Rangordnung gibt
Normierung
Normentabellen geben die Möglichkeit, einen individuellen Testwert eines Probanden mit einer Eichstichprobe zu vergleichen, um sagen zu können, wie weit er vom Durchschnitt entfernt ist und wie hoch der
Prozentsatz von Personen ist, die einen höheren oder einen niedrigeren Wert in der Eichstichprobe haben
Notfallsyndrom ein akuter psychischer Zustand, der sofortiger Intervention bedarf: akute Suizidaliät, Erregungszustand bei
akuter Psychose mit Wahn und Halluzination, Delir, Verwirrtheitszustand, akute Bewusstseinsstörung,
Intoxikation
Nullhypothese Die Nullhypothese behauptet in einem Experiment mit mehreren Experimentalgruppen, dass kein
Unterschied zwischen den Gruppen besteht. Sie wird verworfen, wenn das Ergebnis unter Gültigkeit der
Nullhypothese unwahrscheinlicher ist als eine definierte Signifikanzgrenze, z. B. ein oder fünf Prozent
Objekt
Das Objekt (primär die Mutter) ist der Gegenstand der Triebbefriedigung des Kindes.
Objekt,
Das Kleinkind spaltet das Objekt (zunächst die Mutter) in eine gute Mutter und eine böse Mutter (als
Totalobjekt). Evlt. auch ein Partialobjekt wie die mütterliche Brust in die gute Brust und die böse Brust. Ziel
gutes, böses
der Spaltung ist nach Melanie Klein die Reduktion von Angst
ObjektPrimär sind damit die Beziehungen zu Mutter und Vater als Objekt der kindlichen Triebbefriedigung
beziehung
gemeint
Objektzunächst von Melanie Klein und ihren Schülern (z. B. Winnicott) erarbeitet, später von Kernberg in großem
beziehungsUmfang theoretisch dargelegt. Gemeint sind die Beziehungen zu Eltern als Objekten der Kindheit und die
theorie
Beziehung zu diesen – jeweils als Objektrepräsentanzen
Objektauf Melanie Klein zurückgehend, von Kernberg ausgearbeitet untersucht die frühkindlichen
beziehungsRepräsentanzen der elterlichen Objekte. Zu Beginn seines Lebens kann das Kind das gute mütterliche
theorie
und das böse mütterliche Objekt noch nicht zu einer ganzen Repräsentanz integrieren. Entwicklungserfolg
besteht darin, der Mutter ls einer Person gute und negative Eigenschaften zuschreiben zu können. Und es
kann sein Selbst und das mütterliche Objekt noch nicht differenzieren.
Entwicklungserfolg besteht also darin, beides unterscheiden zu können.
Objektivität
Der Test ist in Durchführung, Auswertung und Interpretation so definiert, dass verschiedene Beurteiler den
gleichen Probanden gleich beurteilen, die Subjektivität des Beurteilers also keinen Einfluss auf das
Testergebnis hat
Objektlibido
Eine Person (Objekt) wird mit Libido besetzt, d. h. geliebt. Gegenstück ist die Ichlibido oder narzisstische
Libido.
Objektwahl
Freud unterscheidet die Wahl des Liebesobjektes nach dem Anlehnungstypus und Objektwahl nach dem
narzisstischen Typus
Ödipuskomplex Nach dem Mythos der griechischen Sage liebt der Sohn seine Mutter und will den Vater als Rivalen
beseitigen
OPD Operatio- dient einer wissenschaftlichen Diagnostik, die mehrere Achsen berücksichtigt: Achse 1: Krankheitserleben,
nalisierte
Achse 2: Beziehungen, Achse 3: Konflikte, Achse 4: Strukturniveau, Aches V: psychiatr. Klassifikation nach
PsychoICD-10
dynamische
Diagnostik
OperationaliEin theoretisches Konstrukt wird der empirischen Forschung zugänglich gemacht, indem es quasi in eine
sierung
beobachtbare und messbare Variable übersetzt. So kann Furcht operationalisiert werden, indem das
Fluchtverhalten erfasst wird.
Optimismus,
Fähigkeit, Lebensereignisse als verstehbar, bewältigbar und sinnhaft zu erleben
dispositioneller
orale Stufe,
Die ersten beiden Lebensjahre: erogene Zonen sind Mund und Lippen. Abraham schlägt als Teilphasen
vor: die frühe orale Stufe (Saugen) und die oral-sadistische Stufe (Beißen)
orale Phase
Ordinalskala
Panel-Studie
paradoxe
Intervention
2010-07-23
Eine Skalierung, bei der die Zahlen eine Rangreihe der Messwerte darstellen, es aber keine definierten
Abstände zwischen zwei Messwerten gibt. So kann der Abstand zwischen einer Person mit Rang 2 und
einer Person mit Rang 1 doppelt oder dreifach so groß sein, wie der Abstand zwischen Person mit Rang 3
und Person mit Rang 1.
Die gleichen Probanden werden mit den gleichen Messinstrumenten im Längsschnitt zu verschiedenen
Messzeitpunkten untersucht
Dem Patienten wird empfohlen, das Symptomverhalten auszuüben, z. B. bei Schlafstörungen so lange wie
möglich wach zu bleiben, bei Zittern bewusst zu zittern
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Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 24
Parallelisierung
paranoide
Position
Parentifizierung
ParkinsonSyndrom
Partialtrieb
Penisneid
Persönlichkeitsmodell Eysenck
phallische Frau
Pharmakodynamik
Pharmakokinetik
Piaget, Jean
Plastizität
des Gehirns
Post-StrokeDepression
prägenital
Pränatal,
perinatal,
postnatal
präödipal
Prävalenz
Prävention,
primär
Prävention,
sekundär
Prävention,
tertiär
Preparedness
Presbyakusis
Primärprozess
Prodromalphase
Professionalisierung
2010-07-23
Bei kleineren Stichproben kann es leicht vorkommen, dass Experimental- und Kontrollgruppe bei reiner
Zufallszuteilung hinsichtlich wichtiger Variablen wie Alter, Geschlecht oder Bildung verschieden sind.
Deshalb werden die beiden Gruppen bezüglich dieser Variablen parallelisiert, also gleich viel Männer wie
Frauen in beiden Gruppen, gleiche Altersverteilung in beiden Gruppen etc.
Trieborganisation der ersten vier Lebensmonate nach Melanie Klein. Aggressive und libidinöse Triebe
bestehen synchron. Es gibt zunächst nur ein Partialobjekt: die Mutterbrust, erst später wird die ganze
Mutter zum Objekt (Totalobjekt). Introjektion, Spaltung und Projektion herrschen vor
Nehmen Eltern ihre Elternaufgaben nicht wahr und verhalten sich unverantwortlich oder bedürftig wie
Kinder, so übernimmt ein Kind automatisch und unbewusst die Elternfunktion in der Familie
Rigor (Starrheit der Muskeln), Tremor, Akinese (Bewegungsarmut) als Nebenwirkung klassischer
Neuroleptika wegen der Wirkung auf die Stammganglien. Es gibt auch eine Parkinsonkrankheit, die
vererblich ist und gleiche Symptome hat, progredient ist und zu einem verfrühten Tod führt.
in den präödipalen Phasen sind die sexuellen Partialtriebe noch nicht integriert. Sie existieren noch in
Abhängigkeit von der phasentypischen Triebquelle: oraler Partialtrieb, analer Partialtrieb
Das Mädchen in der ödipalen Phase beneidet den Jungen um das was es nicht hat, den Penis. Es kann
ein ausgeprägter Wunsch nach dem Besitz eines Penis kommen. Die physiologische Auflösung des
Penisneids wäre der spätere Wunsch, den Penis beim Koitus in der eigenen Vagina zu haben
Eysenck formulierte ein faktorenanalytisches Persönlichkeitsmodell mit den Dimensionen Extraversion –
Introversion, Neurotizismus (Stabilität – Labilität), Psychotizismus – Realismus und Intelligenz
Eine Frau, die die Machtattribute des Besitzes des Phallus (als psychisches symbol. Äquivalent de Penis)
repräsentiert und sich im Kontakt entsprechend gebärdet (durch traditionell Männern zugeschriebene
Verhaltensweisen)
Wirkungsentfaltung an verschiedenen Orten im Körper, auch im zeitlichen Verlauf
biochemische und physiologische Vorgänge der Medikamentenaufnahme, ihrer Verteilung,
Verstoffwechslung, Inaktivierung und Abbau im Körper
untersuchte die kognitive Entwicklung des Kindes und fand Entwicklungsstufen: sensomotorisch (bis Ende
2. Lebensjahr), prä-operativ (noch nicht logisch denkend, bis 4 bis 6 Jahre), konkret operativ (6 bis 10
Jahre, nur in Bezug auf konkrete Objekte logisch denken könnend), abstrakt operativ (ab 11 Jahre,
abstraktes Denken möglich, Perspektivenwechsel möglich, Selbstreflexion möglich)
Entgegen früherer Annahmen verändern sich Gehirnzellen durch neue Erfahrungen und Tätigkeiten. Viel
genutzte Bahnen werden ausgebaut, schneller und effizienter. Wenig genutzte werden abgebaut
häufig reagieren Patienten nach einem Schlaganfall mit einer Depression
Psychische Organisation vor Beginn der genitalen Stufe des Erwachsenen, also auf der Stufe der
kindlichen Sexualität von der oralen bis zu ödipalen Phase
Schädigungen des Fetus oder Neugeborenen werden nach dem Zeitpunkt eingeteilt – vor, während
oder nach der Geburt
Zeit der oralen und analen Phase, bei der Mädchen und Jungen noch gleichermaßen sich an der Mutter
orientieren
wie häufig eine Erkrankung zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Population ist. Also wie viele zu
einem bestimmten Zeitpunkt an der Krankheit leiden
Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Erkrankungen senken
Maßnahmen, die helfen Erkrankungen im frühen Stadium zu erkennen (Vorsorgeuntersuchungen)
Maßnahmen, die die Rate von Rezidiven nach einer durchgemachten Erkrankung senken bzw. helfen
Folgeschäden zu verhindern
biologisch bedingte Bereitschaft auf einen für das biologische Überleben wichtigen Stimulus stärker zu
reagieren, als auf einen biologisch unwichtigen Stimulus
Altersschwerhörigkeit, bei der vor allem hohe Frequenzen schlechter gehört werden
Vorgänge im Unbewussten, im Es, dient der ungebremsten sofortigen Triebbefriedigung, die mit Lust
einhergeht und nach der das Triebobjekt vorübergehend unwichtig wird
Zeitraum, in dem eine Erkrankung gerade im Entstehen und noch nicht ausgebrochen ist
Zur Professionalität des Psychotherapeuten tragen bei: wissenschaftliches Expertentum, hoher Standard
der Ausbildung, Qualitätssicherung, Berufsverband als Aufsichtsorgan
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Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 25
Projektion
Abwehrmechanismus, bei dem eine eigene Tendenz, z. B. Feindseligkeit, auf das Gegenüber projiziert
wird. Nicht ich bin feindselig, sondern der andere.
Projektive
Melanie Klein: Anteile des Selbst werden in das Objekt projiziert und dann in diesem bekämpft. Dabei
Identifizierung
werden der anderen Person nicht nur in der Wahrnehmung eigene Eigenschaften oder Handlungstendenzen unterstellt, sondern es kommt so weit, dass sie sich tatsächlich so verhält, wie erwartet.
Dadurch ist das Subjekt berechtigt, den anderen anzugreifen. Es wird dabei der Teil des eigenen Selbst
im anderen bekämpft.
projektive
psychologische Tests, die ein mehrdeutiges Bild vorgeben, das den Betrachter dazu bringt, eigene
Testverfahren
Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Konflikte in das Bild zu projizieren. Das können Tintenkleckse des
Rorschachtests oder Zeichnungen von sozialen Situationen des TAT (Thematischer Apperzeptions-Test)
sein. Bei guter Reliabilität wird eine ausreichende Objektivität und Validität methodisch in Frage gestellt.
Prospektive
Es werden ab einem bestimmten Zeitpunkt Längsschnittdaten erhoben, um künftig Verhältnisse oder
Studie
Verläufe zu erfassen
protektiver Faktor Ein Faktor im Leben einer Person oder in deren Vorgeschichte oder intrapsychisch oder körperlich, der
das Risiko einer Erkrankung vermindert
Provokation
durch rasch flackernde Lichtreize, Hyperventilation, Schlafentzug wird versucht latente Epilepsieherde zu
Epilepsieim EEG erkennbarer Aktivität zu provozieren
diagnostik
Pruritus
Hautjucken ohne sichtbare Veränderungen der Hautoberfläche. Kann bei verschiedenen inneren
Erkrankungen als zusätzliches Symptom auftreten (endokrine Erkrankungen, Infektionen)
Pseudoinsomnie
Obwohl die Schlafdauer eher erhöht ist, besteht das Gefühl, nur wenig geschlafen zu haben. Meist ist
aufgrund belastender Probleme der Schlaf unruhig mit einer erhöhten Zahl von REM-Phasen und
Träumen
psychische
erhöhen das Risiko des Kindes an einer psychischen Krankheit zu leiden erheblich und zwar je jünger
Störungen
das Kind ist. Diese Kinder übernehmen viel Verantwortung bis zur Parentifizierung oder ziehen sich
zurück, fühlen sich schuldig oder unsicher
der Eltern
psychischer
Apparat
Psychoanalyse
Setting
Psychoedukation
Psychostimulanzien
Quasiexperimentelle Studie
Querschnittsstudie
Quotastichprobe
Randomisierung
Rational-Emotive
Verhaltenstherapie
Rationalisierung
Reaktionsbildung
Reaktionsverhinderung
2010-07-23
Freuds Bezeichnung der Gesamtheit psychischer Strukturen des Menschen
Umfang 160 bis 240 Stunden, zwei Stunden pro Woche im Liegen. Der Therapeut sitzt am Kopfende
nicht sichtbar. Pat. Spricht als freie Assoziation alles aus, was ins Bewusstsein kommt.
Analytiker folgt mit gleichschwebender Aufmerksamkeit, hält Abstinenz in der Beziehung ein und
bewahrt Neutralität bezüglich persönlicher Einstellungen und Werthaltungen
Patienten (und oder Familienmitglieder) werden unterrichtet über das Wesen der Erkrankung,
Entstehung, Aufrechterhaltung, optimalen Umgang mit der Krankheit, Verhaltensweisen, die aus der
Krankheit heraus helfen können. Wird einzeln oder in Gruppen durchgeführt.
werden einerseits als nicht legale Drogen verwendet, andererseits ist Methylphenidat das Mittel der
Wahl bei ADHS bei Kindern
hält nicht die strengen kontrollierenden Bedingungen der Laborstudie ein wie Konstanthaltung aller
nicht explizit untersuchten Variablen sowie und Kontrollgruppe mit Randomisierung der Gruppeneinteilung
ist die Datenerhebung innerhalb eines kurzen Zeitraums, der nicht Gegenstand der Untersuchung ist
und der vernachlässigt werden kann, um Messungen im zeitlichen Querschnitt zu erheben
Diese Stichprobe enthält die gleiche prozentuale Verteilung (Quoten) von wichtigen Merkmalen der
Population (z. B. Übergewichtige, Arbeitslose)
Der höchste wissenschaftliche Standard der Therapieforschung
abgekürzt RET ist der kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansatz von Albert Ellis, dieser entwickelte eine
Variante von kognitiver Verhaltenstherapie, die Rational-Emotive Therapie RET, die davon ausgeht, dass
gedankliche Bewertungen zu Emotionen und Handlungen führen: ABC-Schema: Activating Event
(Auslöser) führt zu Beliefs (Bewertungen), die Consequences (Konsequnzen) in dem Sinne haben, dass sie
Emotionen und Verhaltensweisen bedingen. Irrationale Beliefs führen dazu, dass der Mensch sich
schlechter effektiv zielführend verhalten kann
Abwehrmechanismus, bei dem ein emotionales Motiv durch einen rationale Begründung verdeckt wird,
z. B. wird nicht bewusst eingestanden, dass Eifersucht das Angriffsmotiv war, sondern es wird davon
ausgegangen, dass eine notwendige Ordnungsmaßnahme erfolgte
Abwehrmechanismus, der dazu führt, dass auf der bewussten Ebene das Gegenteil der unbewussten
Tendenz erfolgt, z. B. Sauberkeit und Disziplin statt lustvollem Ausleben von Triebhaftigkeit
Zwangshandlungen können behandelt werden, indem mit dem Patienten vereinbart wird, dass er z. B.
seinen Ordnungszwang unterlässt. Der Therapeut ist dabei.
Der Pat. berichtet, welche Gefühle, Gedanken und Handlungsimpulse er hat, wie stark das
unangenehme Gefühl (discomfort)
© ist. Wenn es ihm gelingt, dieses Gefühl auszuhalten, ohne ihm Folge
Serge Sulz
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zu leisten, lässt der Handlungsimperativ allmählich nach.
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 26
Realangst
Realitätsorientierungstraining
Realitätsprinzip
unangenehme Gefühl (discomfort) ist. Wenn es ihm gelingt, dieses Gefühl auszuhalten, ohne ihm Folge
zu leisten, lässt der Handlungsimperativ allmählich nach.
Die Angst, die in Art und Ausmaß realistisch die gegenwärtige oder bevorstehende Gefahr signalisiert
ROT hilft dementen Alterspatienten ihre Orientierung noch etwas länger aufrecht zu erhalten, so dass sie
erst später mehr Aufsicht und Pflege benötigen
Im Gegensatz zum Lustprinzip (Es) orientiert sich das Realitätsprinzip an dem, was der Analysand für die
äußere Realität hält. Mit seinem Ich und dessen Funktionen, versucht er seiner subjektiven äußeren Realität
gerecht zu werden
RealitätsDas Ich prüft Bewusstseinsinhalte danach ab, ob sie wenn sie äußere Realität meinen, mit der vom Subjekt
prüfung
vorgefundenen äußeren Realität übereinstimmen.
So wird Phantasie und Wirklichkeit unterschieden, ebenso Traum und äußere Wahrnehmung
Regression
Erleben und Verhalten erfolgt in einer früheren Entwicklungsphase, z. B. Regression zur oralen Phase bei
starker psychischer Belastung, wo die benötigte emotionale Versorgung erfolgen kann
Rehabilitation – ist hauptsächlich der Rentenversicherungsträger, für Familienangehörige die gesetzliche Krankenkasse
Träger n. SGB
Rehabilitation
ist im Sozialgesetzbuch SGB IX festgeschrieben: medizinische Rehabilitation, soziale und berufliche
behinderter
Rehabilitation (Teilhabe an der Gesellschaft)
Menschen
ReizEine generalisierte Reaktion wird wieder zurückgenommen, so dass z. B. nicht mehr alle Hunde Angst
diskrimination
auslösen, sondern nur noch große aggressiv wirkende Hunde
ReizEine Reaktion wird nicht nur von der ursprünglich gelernten Situation (Stimulus) ausgelöst, sondern auch
generalisierung von ähnlichen Stimulis (z. B. Angst vor großen Hunden wird generalisiert auf Angst vor allen Hunden oder
vor allen vierbeinigen Tieren)
Reizüberflutung Flooding – Der Patient wird in der Angsttherapie sofort ohne Steigerung der Schwierigkeit mit der
Situation konfrontiert, die am meisten Angst auslöst. Er bleibt in der Situation, bis die Angst (fast)
verschwunden ist oder
Reliabilität
Das Ausmaß, in dem ein Test zuverlässige Messungen ermöglicht. Das kann Retest-Reliabilität sein: Zwei
Messungen kommen zum gleichen Ergebnis. Das kann innere Konsistenz sein: Die Items korrelieren mit
dem Gesamtwert so hoch, dass eine homogene Dimension oder Skala erfasst wird
Remission
Verschwinden der Symptomatik einer Erkrankung
Repräsentanz,
Eine Idee, ein Gegenstand, der eigene Körper sind in der Psyche als Vorstellung vorhanden, sie sind als
psychische
solche in der Psyche repräsentiert
RepräsenEine Stichprobenerhebung ist repräsentativ, wenn von ihren Merkmalen auf die Merkmale der Population
geschlossen werden kann, aus der die Stichprobe gezogen wurde. Dazu muss sie groß genug, wichtige
tativität
Merkmale gleich verteilt sein wie in der Population, z. B. Geschlecht, Altersverteilung, Bildung
Resilienz
Menschen, die schwere Belastungen in der Kindheit erlebt und ihnen standgehalten haben, entwickeln
zum Teil eine erhöhte Widerstandskraft gegen neue Erkrankungen
Ressourcen
Ressourcen können persönliche Fähigkeiten sein, aber auch stützende Beziehungen oder Gestaltungsund Entwicklungschancen im privaten oder beruflichen Umfeld. Sie werden genutzt, um leichter aus der
problematischen Situation heraus zu kommen, um Selbsteffizienzerfahrungen zu fördern, um das Gefühl
zu bekommen, das Leben wieder im Griff zu haben
Reue
Während das Schuldgefühl das Unabänderliche der Schuld konstatiert – ein auf das Selbst bezogenes
Gefühl ist: „Ich bin schuld“ – bezieht sich Reue auf die begangene Tat: „ich bereue meine Tat“. Nicht die
ganze Person versinkt in Schuld, sondern die Person setzt sich mit ihrer Tat auseinander: „Ich will das nicht
getan haben“. Es ist ein rumorendes Gefühl, das scheinbar versucht, die bereute Handlung ungeschehen
zu machen. Das Gefühl ist weiter entfernt von einer Strafangst und näher an einem Ärger über sich selbst:
„Wie konnte ich das nur tun?“ Es scheint ein reiferes Gefühl zu sein als das Schuldgefühl, das eher der
primitiven frühkindlichen Denkart entspricht: „Ich war böse“. Statt dessen könnte Reue bedeuten: „An und
für sich bin ich mit mir einverstanden. Diese Tat passt überhaupt nicht zu meinem Selbstbild. Ich wollte die
Beziehung zu der anderen Person nicht durch so eine Handlung belasten.“ Das Gefühl passt gut zu einer
relativ späten affektiv-kognitiven Entwicklungsphase, der „institutionellen Phase“ nach Kegan (1986), auf
die später eingegangen wird: „Es ist mir bedauerlicherweise nicht gelungen, meine zwischenmenschlichen
Beziehungen gemäß den sozialen Gesetzmäßigkeiten zu verwalten.“ Dagegen passt das Schuldgefühl
eher zur „zwischenmenschlichen Phase“ Kegans: „Ich habe mich am anderen schuldig gemacht, nicht
genug Opfer in der Beziehung erbracht“. Die Funktion der Reue ist allerdings ähnlich der des
Schuldgefühls. Es hilft, sich in die soziale Gemeinschaft einzuordnen und sich gemäß inneren und äußeren
Normen dieser Gemeinschaft zu verhalten. Eltern, die ihre Kinder durch Normen steuern, induzieren das
Gefühl der Reue, indem sie die Diskrepanz zwischen Verhalten und Norm anprangern.
2010-07-23
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Serge Sulz
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CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 27
Rezidiv
Reziprozität
Risikofaktor
Rollenspiel
verhaltenstherapeutisch
Rührung
Rutters
pathogene
Faktoren
Salutogenese
Scham
Wiederauftreten einer Krankheit nachdem sie schon abgeheilt war
Verhaltenstherapeutische Paartherapie versucht Interaktionen reziprok zu machen, indem Partner lernen
sich aufeinander positiv zu beziehen. Sie üben positive Kommunikation durch aktives Zuhören, direkte
Gefühlsäußerung etc.
Ein Faktor im Leben einer Person oder in deren Vorgeschichte oder intrapsychisch oder körperlich, der
das Risiko einer Erkrankung erhöht
Üben von erwünschtem Verhalten mit einem Rollenspieler. Zuvor kann ein Modell das richtige Verhalten
vormachen. Oft wird das Spiel wiederholt, um das Verhalten zu optimieren. Feedback wird so gegeben,
dass zuerst angesprochen wird, was gut war und anschließend nur ein Verbesserungsvorschlag folgt
Rührung ist eine gefühlsmäßige positive Bewegtheit angesichts der Beobachtung eines sozialen
Geschehens, von dem in der Regel eine starke emotionale Ausstrahlung ausgeht. Oft sind es Kinder- oder
Tierszenen, die mit „lieb“, „süß“, „niedlich“ kommentiert werden; auch eine herzliche Begrüßungsszene
kann zu einem Gefühl der Rührung führen. Da können Tränen in die Augen treten und Rührung kann in
die spezifischen Gefühle der Freude oder des Glücks übergehen. Dies zeigt die Fähigkeit zu Empathie und
Sympathie, zur sozialen Wahrnehmung und zum Miterleben der Gefühle anderer. Über unserer eigenen
Empathie mit einem Patienten nehmen wir oft gar nicht war, wie wenig sie selbst oft wirklich empathisch
sein können, wie extrem selbstbezogen manche in ihrem bewussten Leben sind. Manche müssen in ihrer
Kindheit eine übernatürliche Sensibilität für die Emotionen der Eltern entwickeln, um heil durch die Kindheit
zu kommen. Andere müssen sich auf einen egoistischen Existenzkampf einstellen, in dem die
Wahrnehmung der Gefühle der anderen nur daran hindern würde, die für sich selbst günstigste
Kampfstrategie einzusetzen. Offener Schlagabtausch mit Geschwistern oder einem Elternteil oder
intrigengesponnene Manöver in machtorientierten Familien lassen keine zarten Gefühlsregungen zu.
Rutters Faktoren der Kindheitssozialisation, die zu psychischen Störungen bei Kindern führen: Streit der
Eltern, psychische Störungen der Mutter oder des Vaters, niedrige sozialer Status der Eltern, große
Kinderzahl, Unterbringung des Kindes außerhalb der Familie
Antonovsky lenkt die Aufmerksamkeit auf Gesundheit, die Notwendigkeit, diese immer wieder
herzustellen und günstige Bedingungen hierfür (Kohärenzgefühl, bestehend aus Verstehbarkeit,
Sinnhaftigkeit und Bewältigbarkeit)
Scham ist ein Gefühl, das in einer zwischenmenschlichen Situation auftritt, wenn eine entferntere Person
einen Einblick in den individuell definierten Intimbereich bekommen hat. Intim ist für manche die
Wohnung, für andere ihr Zimmer, ihr Tagebuch, ihr nackter Körper oder gar nur erotische oder sexuelle
Erlebnisse oder Handlungen. Ist es nicht gelungen, die Intimität zu schützen, so signalisiert das Gefühl der
Scham ihre Bloßlegung. Scham hat also die Funktion, die Intimität zu schützen. Nur wenn zu einem
Menschen eine ganz außerordentliche, d. h. liebende Beziehung entstanden ist, kommt ein starkes
Bedürfnis nach Nähe und Intimität auf. Auch ohne erzieherische Maßnahmen entwickeln Kinder mit 4-6
Jahren den Wunsch nach Intimität mit dem Gefühl der Scham, wenn eine Bloßstellung erfolgt. Während
sie mit 4 Jahren noch der Öffentlichkeit ihrer kleinen Welt stolz ihren Genitalbereich zeigten und dies
offensichtlich lustvoll fanden, sind nun nur noch wenige Personen zugelassen. Wenn es nicht manchmal
verschämter wäre als die Eltern, würde man annehmen, dass einfach deren Umgang mit Intimität imitiert
wird. Weshalb ist Intimität so schützenswert? Wir schützen das, war verletzlich ist. Zartes ist verletzlich.
Unsere zartesten Gefühle öffnen wir nur in intimen Momenten einem Menschen gegenüber, der diese
Gefühle erwidert, so dass keine Gefahr der Verletzung besteht. Eltern, die die Schamschranken ständig
rücksichtslos durchbrechen („hab dich nicht so, ich bin doch deine Mutter“), lassen im Kind den Eindruck
zurück, dass sein Intimbereich nicht ihm, sondern dem anderen Menschen gehört. Es kann ihn später nicht
ausreichend schützen. Das Kind ist bereit, dem geliebten Vater gegenüber die Intimgrenzen zu öffnen,
damit er seine Liebe erwidert. Inzest und sexueller Missbrauch sind nahe. Schamgefühle können davor
schützen, wenn im Erwachsenenalter ausreichendes Verantwortungsbewusstsein vorhanden ist.
Die Hälfte der Kinder hat keinen Kontakt mehr zum anderen Elternteil. Vor dem zehnten Lebensjahr sind
die Folgen schwerer. Kinder bekommen häufiger psych. Störungen. Bei Gewalt in der Familie ist die
Scheidung für Kinder erleichternd
Scheidungsfolgen
für Kinder
Schlafstadium 1
niedrige schnelle Beta-Aktivität, niedrige Theta-Aktivität, keine Alpha-Wellen
Einschlafstadium
Schlafstadium 2
Spindeln, K-Komplexe, niedrige, schnelle Aktivität
leichter Schlaf
Schlafstadium 3
etwa ein Drittel der Zeit Deltawellen
mittlerer Schlaf
Schlafstadium 4
mehr als die Hälfte der Zeit Deltawellen
Tiefschlaf
Schlafstadium
Rapid Eye Movements kennzeichnen das EEG: Sägezahnwellen (Theta), insgesamt geringe Amplituden
REM
wie im Wachzustand, aber ohne Alpha-Wellen. REM-Phasen enstehen einmal pro 90 Minuten, dauern 10
bis 30 Minuten. Zu viel REM-Schlaf führt zu einem Gefühl des Unausgeschlafenseins, zu wenig führt zu
Hyperaktivität mit Konzentrationsminderung.
Nach einigen Tagen REM-Entzug kommt es zu einem
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2010-07-23
Rebound (vermehrten REM-Phasen)
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 28
Hyperaktivität mit Konzentrationsminderung. Nach einigen Tagen REM-Entzug kommt es zu einem
Rebound (vermehrten REM-Phasen)
SchmerzZur Schmerztherapie werden u. a. eingesetzt: Analyse auslösender Bedingungen, Imaginationen,
therapie . VT
Entspannung (vor allem Progressive Muskelrelaxation), Selbstinstruktionen nach Meichenbaum
Schuldgefühl
Schuldgefühl ist wie Angst ein zentrales verhaltenssteuerndes Gefühl im zwischenmenschlichen Umgang.
Es besteht ein Unrechtsbewusstsein bzw. das Empfinden, einen immateriellen oder materiellen Schaden
angerichtet zu haben. Das Bewusstsein fällt in ein „Gefühlsbecken“, aus dem es wegen der unaufhebbaren eigenen Verursacherrolle kein Entrinnen gibt. Ein entwicklungspsychologischer Vorläufer ist die
Strafangst des Kindes, das assoziativ gelernt hat, dass auf bestimmte Handlungen elterliche Strafe folgt,
ohne ein Unrechtsbewusstsein zu haben. Das schlechte Gewissen ist ebenfalls noch mehr an der zu
erwartenden Strafe orientiert, allerdings bereits mit dem Wissen, etwas Verbotenes getan zu haben. Im
Gegensatz dazu bezieht sich das Schuldgefühl mehr auf die direkten Wirkungen des eigenen Verhaltens.
Nicht nur der Regelverstoß sondern auch die entstandene Schädigung des anderen führt zum quälenden
Gefühl der Schuld. Plötzlich wird versucht, Handlungen zu unterlassen, die dieses Gefühl hervorrufen. Auf
diese Weise erhält das Gefühl die Funktion, das Zusammenleben in der Gemeinschaft zu fördern, indem
soziale Regeln und Normen eingehalten werden und gemeinschaftsschädigende Handlungen unterlassen
werden. Wegen der guten verhaltenssteuernden Wirkung induzieren manche Eltern im Übermaß gezielt
Schuldgefühle beim Kind. Obwohl objektiv keine Schuld besteht, werden Schuldgefühle bei allen Impulsen
entwickelt, die nicht dem ausgesprochenen Willen der Eltern entsprechen. Deren Wille wird zum Gesetz,
eigene Befähigungen und eigenes Recht auf Definition von Gut und Böse wird unterbunden. So können
übertriebene Normorientierung oder extremes Pflichtbewusstsein entstehen. Umgekehrt ist die fehlende
Entwicklung von Schuldgefühlen mit der ausgebliebenen Internalisierung elterlicher Normen z. B. durch
eine hoch ambivalente Beziehung mit Hass gegen den Vertreter der Norm verbunden.
Schweigepflicht Ärzte und Psychotherapeuten unterliegen der Schweigepflicht bezüglich aller Informationen über den
Patienten. Nur mit seiner Genehmigung dürfen sie Informationen weiter geben, geklärt muss sein, was sie
wann wem weiter geben. Nur bei akuter Gefahr de Fremd- oder Selbstgefährdung dürfen sie die
Schweigepflicht verletzen.
Screening,
vergröberte, einfache Kurzdiagnostik, die bei auffälligem Befund zu einer vertieften differentiellen
diagnostisch
Diagnostik führen soll. Damit wird verhindert, dass zu viele Patienten zu ausführlich untersucht werden.
Sehnsucht
Sehnsucht ist ein Gefühl intensiven Wünschens, wobei der Wünschende unter dem Noch-Nicht-Erfüllt-Sein
des Wunsches leidet. Das Gefühl ist wie eine ziehende Spannung zwischen der Person und dem Ersehnten. Es bindet einen großen Teil der psychischen Energie und der Aufmerksamkeit. Wahrnehmung und
Denkprozesse sind auf der Suche nach Möglichkeiten der Erfüllung. Es muss aber auch eine starke Kraft
existieren, die die Person daran hindert, dem Ziehen nachzugeben. Oft sind es äußere Gründe, die mich
hier festhalten, die verhindern, dass ich einfach zum anderen oder zum Ort der Wunscherfüllung gehe.
Inneren Werten oder äußeren sozialen oder existentiellen Notwendigkeiten verpflichtet, ist ein aktiv handelndes Lösen des Problems nicht möglich. Oder man hat selbst schon das Nötige und Mögliche getan
und es wäre am Gegenüber den entscheidenden Schritt zu tun, der aber ausbleibt. Sehnsucht ist ein
bewusstes Zeichen der gestörten individuellen (z. B. Sehnsucht n. Erfolg) oder sozialen Homöostase (z.B.
Sehnsucht n. einer Partnerschaft) angesichts der Unmöglichkeit zu einer ausreichend raschen Befriedigung
zu gelangen, d. h. es sind jetzt keine instrumentellen Verhaltensweisen verfügbar oder ausreichend
erfolgsversprechend. Vielmehr geht es um ein Warten und Suchen nach Lösungsmöglichkeiten.
SekundärFunktionen und Vorgänge des ich, gesteuert, kontrolliert, moduliert, der Realität angepasst, kann warten,
prozess
das Objekt bleibt in seiner Bedeutung vorhanden
SelbstFragebögen oder Checklisten, die der Patient selbst ausfüllt, um sein Befinden schriftlich mitzuteilen. Er
beantwortet eine Frage durch Ankreuzen der Zahl, die dem Grad seiner Zustimmung zu der Aussage
Beurteilungsentspricht. Beispiele sind der BDI Beck Depressions Inventar, die SCL90-R Symptom Check List von
skalen
Derogatis oder deren Kurzform BSI.
SelbsterGegenpol zum Sexualtrieb als Arterhaltungstrieb sind es Motive, die die Gesunderhaltung der Person und
haltungstriebe
ihr Wohlbefinden steuern
Selbstkontrolle von Kanfer besonders untersuchter Prozess der bewussten willentlichen Überwindung konditionierter
automatischer Handlungstendenzen. Das ins Bewusstsein gerückte automatische Verhalten wird
unterdrückt und damit auf eine kurzfristige positive Verstärkung verzichtet und evtl. statt dessen eine
andere Handlung ausgeübt, die erst später zu positiven Konsequenzen führt.
SelbstKohut hat das Selbst in Abhebung vom Ich ausführlich untersucht und pathologische Entwicklungen des
Selbst beschrieben.
psychologie
Selbstsicherim Rollenspiel und später live wird durchsetzendes Verhalten geübt, so dass wer vorher ängstlich und
heitstraining
unsicher war, jetzt selbstsicher z. B. Forderungen stellen oder Nein sagen kann oder jemanden
ansprechen kann, ein Gespräch führen kann
Selbstunsicher- Selbstunsicherheit als situatives Gefühl ist eine soziale Ängstlichkeit, ohne dass im Moment das Gefühl der
heit
Angst spürbar ist. Sie ist eine Vorstufe der Angst vor dem anderen Menschen. So wie Nervosität in
aufgabenorientierten Situationen eine Vorstufe der Versagensangst ist, ist dies Selbstunsicherheit in
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2010-07-23 zwischenmenschlichen Situationen.©Serge
Mir fehltSulz
das Selbstbewusstsein meiner
sozialen Fähigkeiten, des
Angemessenseins meiner Verhaltensweisen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich so sein darf, wie ich bin, ob ich
ein Recht habe, das zu tun, was ich ursprünglich wollte, ich weiß auf einmal nicht mehr so recht, was ich
tun wollte und tue es auch nicht. Ich sage etwas ganz anderes, weil das, was ich sagen wollte, im Moment
des Aussprechens Angst vor Ablehnung gemacht hätte. Ich spüre nicht, was die anderen von mir wollen
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 29
Selbstvertrauen
Sensibilisierung
Sensibilität,
epikritisch
Sensibilität,
protopathisch
Sensitivität
sequentielles
Trauma
Sexualakt
Phasen
Sexualhormone
männlich
aufgabenorientierten Situationen eine Vorstufe der Versagensangst ist, ist dies Selbstunsicherheit in
zwischenmenschlichen Situationen. Mir fehlt das Selbstbewusstsein meiner sozialen Fähigkeiten, des
Angemessenseins meiner Verhaltensweisen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich so sein darf, wie ich bin, ob ich
ein Recht habe, das zu tun, was ich ursprünglich wollte, ich weiß auf einmal nicht mehr so recht, was ich
tun wollte und tue es auch nicht. Ich sage etwas ganz anderes, weil das, was ich sagen wollte, im Moment
des Aussprechens Angst vor Ablehnung gemacht hätte. Ich spüre nicht, was die anderen von mir wollen
und erwarten. Ich suche in ihren Gesichtern nach Zeichen der Ablehnung oder Zustimmung. Was ich tue,
mache ich zögerlich, schlechter als ich könnte. Ich empfinde den anderen als überlegen und eher streng,
im Besitz der Norm und der Befugnis, mich zu kritisieren, abzulehnen und zu verstoßen.
Die Wahrnehmung meiner Selbstunsicherheit gibt dem anderen automatisch ein Gefühl der
Überlegenheit, wodurch er eventuell verleitet wird, seine Interessen stärker durchzusetzen als zuvor. Das
Gefühl der Unsicherheit ist eine Ergebnis des Vergleichs der eigenen Stärke mit der des anderen und eines
Abwägens meiner konkurrierenden Werte und Bedürfnisse. Ergebnis ist eine Ungewissheit, die verhindert,
dass ich aggressives Durchsetzungsverhalten zeige und dadurch die Zuneigung und Akzeptanz des
anderen verliere. In einer eigenen nicht veröffentlichen Studie mit 62 Patienten verschiedener psychischer
Störungen neigte über die Hälfte zu Selbstunsicherheit. Ein großer Teil dieser Patienten hatte in der
Kindheit die Erfahrung gemacht, dass ihre Eltern sie ablehnen, wenn sie die Befriedigung selbstbezogener
Bedürfnisse einfordern. Als Erwachsene bewahrten sie sich diese Selbst- und Weltsicht und konnten
deshalb ihren Interessen in sozialen Beziehungen nie ausreichend Geltung verschaffen.
Selbstvertrauen ist das Gefühl, sich in einer Situation auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen zu können
und mit deren Hilfe eventuell auftretende Schwierigkeiten bewältigen und meistern zu können, ohne die
Kontrolle über die Situation zu verlieren und ohne dass die Situation zum Stressor wird. Vertrauen in sich
selbst setzt ausreichend viele Erfahrungen voraus, die dieses Selbstgefühl bestätigten, d.h. die subjektive
Erfahrung von Selbsteffizienz (Bandura 1975). Wem dieses Selbstvertrauen fehlt, wird die betreffende
Situation vermeiden oder sich in ihr selbst unsicher oder gar ängstlich fühlen. Selbstvertrauen ist das
Ergebnis des kognitiven Vergleichs der Schwierigkeit einer Situation mit der Einschätzung der eigenen
Effizienz in solchen Situationen. Es signalisiert Freiheit von Gefahr und motiviert dazu, die Situation
aufzusuchen und sie im intendierten Sinne für das eigene Vorhaben zu nutzen. Die Entwicklung von
Selbstvertrauen bedarf sowohl der Erfahrung von Vertrauen zu den Bezugspersonen, zu deren Fähigkeit,
sich und das Kind in schwierigen Situationen zu schützen und zu behaupten, als auch der angstfreien
Auseinandersetzung mit den Eltern bei Unstimmigkeiten und Interessenskollisionen. Die Mehrzahl der
Eltern unserer Patienten konnten dies nicht leisten. Sie waren entweder selbst schwach und ängstlich bzw.
mussten ihre eigenen Ängste permanent abwehren oder sie induzierten dem Kind soviel Angst, dass keine
Selbsteffizienzerfahrung im zwischenmenschlichen Bereich aufgebaut werden konnte.
Ein Stimulus erzielt bei Sensibilisierung eine immer stärkere Wirkung bei gleichbleibender Reizintensität
genaue Wahrnehmung über Sinnesorgane
grob und diffuse Wahrnehmung von Temperatur, Schmerz und Druck
Ein Test ist sensitiv, wenn es ihm gelingt, einen hohen Prozent von Personen, die das fragliche Merkmal
haben, zu entdecken, d. h. dass nur wenige falsch positive Ergebnisse entstehen (jemand als positiv
identifiziert, der das Merkmal gar nicht hat) und nur wenige falsch negative (jemand nicht erkannt, der das
Merkmal hat)
sich immer wieder wiederholendes Trauma ähnlicher Art
Masters und Johnson beschreiben die Erregungsphase, die Plateauphase, den Orgasmus und die
Rückbildungsphase bei der geschlechtlichen Vereinigung
Testosteron wird beim Mann im Hoden durch die Leydigschen Zellen gebildet.
Es bewirkt die Reifung der Spermien, stimuliert die Behaarung, fördert die Muskelbildung, dominante und
aggressive Verhaltensweisen, sexuelles Verlangen
Sexualhormone Östradiol wird im Eierstock gebildet. Es fördert die Entstehung einer reifen Eizelle, die Durchblutung der
weiblich
Gebärmutter, die Durchlässigkeit des Gebärmutterhalsschleims für Spermien und die Auslösung des
Eisprungs, den Epiphysenschluss und damit das Ende der Zunahme der Körpergröße in der Jugend.
Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten eines befruchteten Eis vor und
verhindert im Fall der Befruchtung eine weitere Follikelreifung.
Sexualität,
Die kindliche Sexualität ist viel weiter gefasst als die genitale Sexualität des Erwachsenen. Es geht um alles
infantile
was Lust macht in der libidinösen Begegnung mit dem Objekt (zunächst die Mutter)
Sexualstörung
häufige organische Ursachen sind Diabetes mellitus, Arterioseklerose, Operation eines Leistenbruchs oder
beim Mann
der Prostata können zu Erektionsstörungen führen.
organisch
Neurolog. Erkrankungen wie Encephalitis disseminata etc. Die Impotenz bei Alkoholerkrankung ist
neurologisch bedingt. Im Alter kommt es zu schwächerer Erektion.
2010-07-23
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Serge Sulz
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Sicherstellungspflicht
SIDAM
Interview
Neurops. Test
Signalangst
Simulation
SOK-Modell
des Alterns
Somatisierung
Sorge
SORK-Schema
soziale
Vergleichsprozesse
Soziogenese
Spaltentechnik
n. Beck
Spezifität
Spontanremission
Standardisierung
2010-07-23
Kassenärzte sind verpflichtet, die Behandlung von Patienten im Einzugsbereich ihrer Praxis sicherzustellen,
ihre Sprechstunden müssen eine Mindestumfang haben und sie müssen auch außerhalb der
Sprechstunden verfügbar sein
Das Strukturierte Interview für die Diagnose einer Demenz vom Alzheimer Typ, der Mulitinfarkt-(oder
vaskulären) Demenz und Demenzen anderer Ätiologie nach DSM-III-R, DSM-IV und ICD-10 (SIDAM,
Zaudig und Hiller 1996) wird bei Erwachsenen von 60 bis 90 Jahren zur Einschätzung des kognitiven
Funktionszustandes eingesetzt.
Er umfasst die Mini-Mental-State-Examination, den SISCO-Score, den Hachinski-Score, den modifizierten
Ischemic Score, Skalen zu Orientiertheit, Kurz- und Langzeitgedächtnis, intellektuelle Leistungsfähigkeit,
verbale und rechnerische Fähigkeiten, optisch-räumliche Konstruktionsfähigkeiten, Aphasie, Apraxie,
höhere kortikale Funktionen. Er bildet verschiedene Stadien der Demenzentwicklung ab.)
Diese Angst signalisiert Gefahr, so dass eine traumatische Erfahrung rechtzeitig verhindert werden kann.
Sie ist eine Funktion des Ichs, die Abwehrreaktionen ermöglicht.
Psychische oder körperliche Krankheitssymptome werden so simuliert, dass es dem Diagnostiker eventuell
schwer fällt, das Vortäuschen von Krankheit zu erkennen.
Motiv kann ein Rentenwunsch sein oder der Versuch, helfende Zuwendung zu bekommen. Auch Befreiung
von unangenehmen Aufgaben kann das Motiv sein.
Selektion, Optimierung, Kompensation als drei Aspekte erfolgreicher Meisterung des Prozesses des
Alterns
Psychische Probleme und Konflikte werden aus dem Emotionalen in das Körperliche verlagert, so dass
körperliche Beschwerden entstehen (somatoforme Störungen)
Sorge ist ein Gefühl, das den Gedanken begleitet, dem anderen Menschen könne etwas zustoßen oder er
könne eine schlechte Entwicklung nehmen. Auch wenn die Sorge sich auf ein Ereignis bezieht, das einem
selbst als Mitglied oder Oberhaupt einer Familie oder Gruppe widerfahren könnte, so bezieht es sich
doch auf die anderen Mitglieder, die einem vielleicht anvertraut sind. Man könnte Sorge als die
konjunktive Form des Mitleids bezeichnen. Die Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass keine
Möglichkeit besteht, Vorkehrungen zu treffen, dass das Sorge auslösende Geschehen ausbleibt. Vielleicht
sind solche Vorkehrungen unangemessen, weil sie ein „Dreinreden“ wären.
Sorge setzt Empathiefähigkeit voraus. Sie taucht bei Vorschulkindern nicht auf. Auch Schulkinder haben
dieses Gefühl fast nur, wenn sie parentifiziert sind, d.h. elterliche Funktionen an sie delegiert wurden. Dies
hat mit der fehlenden Zukunftsschau der Kinder zu tun. Sorge erscheint auf den ersten Blick als relativ
passives Erleiden, das nicht zum Handeln motiviert, eher eine innere Unruhe hervorruft. Allerdings fällt uns
dieses Gefühl vor allem dann auf, wenn es nicht gelingt, es zum Abklingen zu bringen. Dagegen können
wir davon ausgehen, dass Sorge eine bemutternde oder betreuende Person zu umsorgendem,
versorgendem Verhalten motiviert, dessen Erfolg das Gefühl beendet. Das Gefühl bleibt nur bestehen,
wenn diese Handlungen unterbunden werden oder nicht zum Erfolg führen. Kinder haben weniger mit der
eigenen Sorge als mit der der Eltern zu tun. Wenn sie zu empathisch sind, lassen sie sich durch die Sorge
der Eltern von natürlichen, spontanen, kindgemäßen Verhaltensweisen abbringen. Schon der
Handlungsimpuls löst Schuldgefühle aus. Insbesondere in der „zwischenmenschlichen Phase“ Kegans
(1986) lassen sich Kinder durch die Sorge der Eltern in ihrem Verhalten steuern. Übertriebene Sorge der
Eltern löst Aggression aus, die wiederum Schuldgefühle hervorruft.
Kanfer und Saslow formulierten die Verhaltensgleichung SORKC aus S = Situation, O = Organismus, R =
Reaktion, K = Kontingenz, C = Consequence, die die Entstehung und Aufrechterhaltung von Verhalten aus
Komponenten klassischer (S-R) und operanter Konditionierung (R-K) erklärt und überdauernde
Eigenschaften der Person als Organismusvariable einbezieht
Nach Festinger (1954) werden eigene Einstellungen mit der anderer, vor allem ähnlicher Personen
verglichen und diesen angeglichen
gesellschaftliche Bedingungen führen zur Erkrankung
Eine Liste enthält als erste Spalte die Situation, als zweite Spalte den depressogenen dysfunktionalen
automatischen Gedanken und als dritte Spalte den funktionalen Gegengedanken, der verhindert, dass
die Situation wie bisher ein negatives Gefühl oder negative Stimmung auslösen kann
Ein Test ist spezifisch, wenn er nur das fragliche Merkmal misst und nicht ähnliche Merkmale, die aber
nicht zu der definierten Population gehören, z. B. sollte eine Depressionsskala nur depressive Syndrome
und nicht zusätzlich Patienten mit Angstsyndromen oder somatoformen Syndromen erfassen
Abheilung der Krankheitssymptome ohne Behandlung
Ein Test ist standardisiert, wenn die Untersuchung, die Auswertung und die Interpretation des
Testergebnisses so festgelegt ist, dass verschiedene Untersucher stets auf die gleiche Weise vorgehen und
ihre unterschiedlichen Vorgehensweisen nicht zur Verfälschung des Testergebnisses beitragen können
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Serge Sulz
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stationäre
Psychotherapie
Status
- ascribed
Status
- erworben
Sterben KüblerRoss-Phasen
Sterberate
Stimuluskontrolle
Stolz
Störungsgesamtbelastung
Störungsspezifische
Gruppe
Stressimpfung
Stressreaktion
strukturgebende
Intervention
Strukturmodell
Freuds
Strukturpathologie
2010-07-23
Indikation wenn Schweregrad keine ambulante Behandlung zulässt, baldige Intervention erforderlich ist,
die soziale Situation zuhause ungünstig ist, eine körperliche Krankheit Behandlung benötigt, Motivation
für ambulanten Therapie nicht ausreicht
Der Status, der einer Person ohne ihr Zutun zugeordnet wird, teils hineingeboren wie Geschlecht, soziale
Schicht der Eltern, Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe
Der Status, den eine Person durch ihre eigenen Leistungen (Ausbildung, Berufskarriere, Einkommen)
erwirbt
Nach Kübler-Ross sind die Phasen des Auseinandersetzens mit dem Sterben 1. Nicht-Wahrhaben-Wollen,
2. Wut und Zorn, 3. Verhandeln, Bitten, 4. Depression und Hoffnungslosigkeit, 5. Akzeptieren des eigenen
Todes. Eine Phase kann übersprungen werden, es kann eine andere Reihenfolge im Einzelfall ablaufen,
die Phasen können teils synchron ablaufen
Zahl der Sterbefälle je Altersgruppe, die eine Vorhersage der Lebenserwartung dieser Altersgruppe
zulässt
Ich kann ein Verhalten verhindern, wenn ich die Stimuli, die das Verhalten auslösen unter Kontrolle bringe.
Wenn der Stimulus nicht mehr auftritt, kommt es auch nicht mehr zu dem Verhalten, sofern es klassisch
konditioniert ist. Ist es operant konditioniert (Lernen am Erfolg, also am nachfolgenden positiven Stimulus),
so ist der auslösende Stimulus nicht die einzige Bedingung und das Verhalten wird nur seltener
Stolz ist ein Gefühl, das in der protestantisch-christlichen Tradition, die Demut und Bescheidenheit als
Tugenden zu pflegen versuchte, verurteilt wurde. Nur Helden durften stolz sein. So wurde den Kindern
schon sehr früh ein wichtige Stütze ihres psychischen Rückgrads genommen, wodurch sie sich denn auch
besser zum Untertan eigneten, also besser in die früheren Staatsformen einpassten. Aus einer
anfänglichen Freude über ein Gelingen einer situativen Handlung löst sich das Gefühl ähnlich wie beim
Glück von der Situation und geht auf die Person über. Wem so etwas gelingt, der ist auch wer.
Die geschwellte Brust, der erhobene Kopf, der triumphierende Blick – von oben herab – wie beim
spanischen Flamenco-Tänzer vermitteln Stolz. Dabei müssen wir wiederum ein stolze Grundhaltung vom
situativ entstandenen Gefühl des Stolzes unterscheiden, das zu einer eher vorübergehenden Annäherung
des Selbstbildes an das Selbstideal führt. Es ist meist noch mit Freude verbunden, eventuell mit Glück. Der
in diesem Ausmaß eventuell erhoffte, aber nicht erwartete Erfolg macht stolz und – nicht jeder kann das.
Es kann sich ein Gefühl der Überlegenheit beimengen, aber Stolz ist mehr auf den Erfolg des Selbst
bezogen, weniger ein Beziehungsgefühl, das aus dem Vergleich mit anderen resultiert, auch wenn im
Gefühl des Stolzes die anderen Menschen und die Beziehungen zu ihnen verändert wahrgenommen
werden.
Die anderen werden zum Publikum, das den Erfolg und den Erfolgreichen sieht und ihn bewundert.
Perfektionistische Eltern geben ihrem Kind keine Chance, stolz auf ein subjektives Gelingen zu sein. Sie
führen stattdessen Gefühle der Insuffizienz herbei, der externalen Kontrollüberzeugung oder gar der
geteilten Kontrollüberzeugung, dass Misserfolge selbstverschuldet sind, Erfolge aber von anderen oder
aber vom Glück verursacht wurden (Roth und Rehm, 1986). Um ausreichend Selbsteffizienzgefühl
aufbauen zu können, benötigen Kinder Erfolgserlebnisse und sie benötigen, dass diese mit Hilfe des
Gefühls des Stolzes schließlich eigenen überdauernden Fähigkeiten und Eigenschaften zugeschrieben
werden können.
Der Belastungsgrad eines Kindes nimmt im Verlauf von Kindheit und Jugend zu, da zu bisherigen
Belastungen neue hinzutreten
Patienten mit einer Angsterkrankung besuchen in der psychotherapeutischen Klinik die Angstgruppe.
Depressive Patienten besuchen die Depressionsgruppe etc.
Kognitive und behaviorale Vorbereitung auf ein stresserzeugendes Ereignis, durch Umstrukturierung
dysfunktionaler Gedanken, durch Etablierung hilfreicher Gedanken, durch Steuerung des
psychophysiologischen Arousals mit Entspannung, durch mehrfaches Trockenüben im Rollenspiel
Die Reaktion auf Stress (Selye) läuft in Phasen ab: Schockphase (zuerst Alarmreaktion mit Blutdruckabfall,
später die Gegenschockphase mit Cortisonausschüttung), Resistenzphase (Gewöhnung an den Stress mit
erhöhtem Sympathikus, Adrenalinausschüttung), Erschöpfungsphase (Adaptation nicht mehr möglich
stützend, beruhigend, Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten, Helfen aversive Emotionen auszuhalten und
herunter zu modulieren, evtl. Entspannungstechnik zeigen
Das ist das Instanzenmodell mit den drei Instanzen Es (Triebe, Primärprozesse), Ich (Sekundärprozesse,
vermittelt mit der Realität) und Überich (von den Eltern übernommene Gebote und Verbote)
Die psychoanalytische Strukturlehre sieht eine Symptombildung als Ergebnis nicht ausreichend
entwickelter Strukturen, vor allem des Ichs mit seinen vielfältigen Funktionen. Eine strukturelle Störung ist
eine Indikation für eine länger dauernde analytische Behandlung (meist zweimal wöchentlich im Liegen)
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Serge Sulz
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Sublimierung
Suizid,
appellativ
Suizid, erweitert
Symbol
systematische
Desensibilisierung
systemische
Familientherapie
Tachyphylaxie
Tagesreste
Teratogenität
Testkriterien
Thalamus
Thematischer
Apperzeptionstest TAT
Theory of
Mind
(ToM)
Abwehrmechanismus, der sexuelle Triebenergie auf kulturelle und intellektuelle Leistungen umlenkt
wenn die Appellfunktion stärker erscheint als der Selbsttötungswille. Aber auch appellative Suizidversuche
können tödlich enden, wenn der Betreffende nicht rechtzeitig gefunden wird
wenn auch die nächste(n) Bezugsperson(en) getötet werden, bevor der Selbstmörder sich selbst tötet
oft darf ein verdrängter unbewusster Inhalt nicht ins Bewusstsein gelangen. Der symbolhafte Ausdruck
unterläuft jedoch die Zensur. Dies geschieht beim Symptom und beim Traum
Angstherapie durch Darbieten eines Angstreizes beginnend mit der leichtesten Ausprägung entlang einer
Angsthierarchie im Zustand der Entspannung, so dass keine Angst auftreten kann. Dann Übergehen zur
nächstschwierigen Situation bis das 100-Prozent-Item angstfrei erlebt wird. Zunächst in der Vorstellung,
später in vivo
das Familiensystem ist gestört. Ein Familienmitglied ist Symptomträger. Es wird versucht, die Störung in den
Interaktionen und Beziehungen zu durchbrechen. Angewendet wird zirkuläres Fragen (Fragen, wie der
andere fühlt, denkt), Genogramme (Generationen aufzeichnen), Skulpturen (Aufstellen der Familie mit
Rollenspielern). Rituale, die starre Interaktionsmuster auflösen
durch Verabreichung kurz hintereinander kann es zu einer sehr raschen Toleranzentwicklung kommen,
das Medikament wirkt dann kaum mehr
Im Traum werden oft noch Erlebnisse des vorausgehenden Tages mit verwendet
ein chemischer oder physikalischer Reiz kann das Erbmaterial im Körper des ungeborenen Menschen
schädigen, so dass Missbildungen entstehen können
Die Qualität eines psychologischen Tests wird vor allem anhand der Kriterien Objektivität, Reliabilität,
Validität, Wirtschaftlichkeit gemessen
bildet gemeinsam mit dem Hypothalamus das Zwischenhirn (Diencephalon), seine Noduli sind
Umschaltstationen für die sensorische Informationsverarbeitung wie Sehen und Hören, aber auch für
emotionale Verarbeitungen.
Die Information wird dann an zerebrale Regionen weiter gegeben, z. B. die Sehrinde oder die Hörrinde)
McClelland entwickelt dieses projektive Verfahren mit Bildern von sozialen Situationen
die Fähigkeit, sich eine Vorstellung zu machen, was im anderen vorgeht, was der andere denkt, wie er
sich fühlt, welche Bedürfnis er hat, wovon er überzeugt ist, welche Erwartungen er hat. Die theory of Mind
(ToM) entwickelt sich im Alter von 4 bis 5 Jahren. Erste Voraussetzung ist die Fähigkeit, zwischen
lebendigen Wesen und nicht lebendigen Gegenständen zu unterscheiden.
Dazu gehört auch die Fähigkeit, die Gedanken eines anderen Menschen als richtig oder falsch zu
beurteilen. Und die Fähigkeit zu erkennen, dass das Handeln eines Menschen nicht nur von seinen
Motiven abhängt, sondern auch von seiner Überzeugung, wie die Welt beschaffen ist. Das Kind kann
vorhersagen, dass eine Person, die fälschlicherweise glaubt, dass eine von zwei Türen verschlossen ist, nie
durch diese Tür gehen will, sondern immer die andere wählt. D. h. sie können die Meinung des anderen
von ihrer eigenen unterscheiden, erkennen, dass der andere einen anderen Bewusstseinszustand hat als
sie selbst. Damit besteht die Fähigkeit zur Metakognition, d. h. die Fähigkeit, über Gedanken
nachzudenken.
therapeutische Dosisbereich zwischen der Dosis mit therapeutischer Wirkung und der Dosis mit tödlicher Wirkung.
Breite
Benzodiazepine haben eine große therapeutische Breite (second messenger Prinzip)
tiefenanalytisch begründet (von der psychoanalytischen Metatheorie ausgehend) im Sitzen, ein bis zweimal
psychologisch
wöchentlich, 50 bis 100 Stunden.
fundierte
Behandlung eines aktuellen unbewussten Konflikts, der zur Symptombildung führte.
Psychotherapie Die Regression in der Übertragung wird im Vergleich zur analytischen Psychotherapie begrenzt. Es wird
an der Beziehung in der Übertragung und Gegenübertragung und am Widerstand gearbeitet, um so den
Konflikt bewusst zu machen
Todestrieb
auch Destruktionstrieb, Aggressionstrieb als Gegensatz zum Lebenstrieb (Libido)
Token Economy Ein Verhalten, das so oft erfolgen soll, dass es nicht möglich ist, es jedes Mal und sofort durch kleine
Verstärkungen aufzubauen, kann dazu führen, dass für jede einzelne Verhaltensweise eine Münze
gegeben wird und z. B. 20 oder 50 Münzen den Zugang zu einer attraktiven Verstärkung ermöglichen wie
Kinobesuch.
Toleranz
Toleranz entwickelt sich, wenn der Körper immer mehr von dem Wirkstoff toleriert, ohne eine
gegenüber
therapeutische Wirkung zu zeigen. Dies ist bei Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln der Fall.
Wirkstoffen
topische
Freud formulierte zwei topische Theorien, die sich auf den Ort verschiedenen psychischen Geschehens
Theorie Freuds, beziehen. Die erste topische Theorie, die das Unbewusste und das Bewusstsein unterschied und die zweite
Topik
Theorie, die Es, Ich und Überich unterschied
2010-07-23
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Serge Sulz
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topografisches
Modell der
Psychoanalyse
Träger der
Rehabilitation
transitorische
ischämische
Attacke
Transmitter
Trauerarbeit
Traum im
Kindesalter
Traumarbeit
Traumbearbeitung
sekundäre
Trauminhalt,
latenter
Trauminhalt,
manifest
Traurigkeit
Trisomie 21
Trotz
2010-07-23
Es werden topografische Bereiche definiert: Das Unbewusste (Ubw, enthält aktiv verdrängtes Material,
das vom Bewusstsein fern gehalten wird), das Bewusste (Bw, was im Moment bewusst wahrgenommen
werden kann) und das Vorbewusste (Vbw, das im Moment nicht bewusst ist aber prinzipiell jederzeit
bewusst gemacht werden kann)
meist die Rentenversicherung, bei Kindern kann es die Jugendhilfe sein, in bestimmten Fällen können die
Sozialhilfe die Kriegsopferversorgung zuständig sein
vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns mit dem ischämischen Ort entsprechenden kurz
dauernden Ausfallerscheinungen, motorisch oder sensorisch
Substanz, die am synaptischen Spalt aus der Synapse eines Neurons ausgeschüttet wird, am Rezeptor (an
der Rezeptorplatte) des nächsten Neurons (meist am Dendrit) andockt und dort zur Depolarisierung der
Zellmembran mit dem Entstehen eines Aktionspotentials führt
Die emotionale Arbeit, die nach dem Verlust eines Menschen geleistet wird, um sich von diesem zu
verabschieden und abzulösen
Traumdeutung erst ab dem Jugendalter empfohlen. Träume von Kindern sind weniger verschlüsselt, eher
kürzer und klarer
Der Traum ist ein Werk, das von der Psyche erarbeitet wird. Unter Verwendung von Tagesresten wird ein
latenter Trauminhalt, ein Traumgedanke gebildet, dieser wird zum manifesten Trauminhalt, auch unter
Einbeziehung von körperlichen Reizen.
Dazu werden u. a. die Mechanismen der Verdichtung, Verschiebung, Rücksicht auf Darstellbarkeit und
sekundäre Bearbeitung eingesetzt
Ein zunächst absurd und unverständlicher Traum wird im zweiten Teil des Traums verändert oder so weiter
geführt, dass Sinnvolles, Verständliches geschieht
Der nicht sofort erkennbare, unbewusste Inhalt eines Traums
Das was der Träumer im Traum erlebt, wie er den Traum später erzählt
Traurigkeit ist eines der grundlegenden Gefühle, der bewusst wahrgenommene Anteil der
entsprechenden Basisemotion. Traurigkeit entsteht, wenn eine Hoffnung nicht erfüllt wurde oder wenn ein
Verlust eingetreten ist oder auch, wenn auf einmal oder allmählich das Bewusstsein entsteht, dass etwas
Wichtiges fehlt. Wir müssen das Gefühl des Traurigseins unterscheiden von dem umfassenderen
psychischen Prozess der Trauer, zudem die unumstößliche Realität des Verlusts gehört und der ein inneres
Loslassen und Abschiednehmen beinhaltet. Um zu diesem Prozess fähig zu sein, ist das Bewusstsein
erforderlich, selbst zu überleben, während der andere gestorben ist. Für Kleinkinder von bis zu 18
Lebensmonaten ist der Tod der Mutter von einer ganz ähnlichen Bedeutung wie bei einem Tierbaby in der
freien Natur. Der Tod der Mutter bedeutet höchste Gefahr für das eigene Leben. Für diese Gefahr ist nicht
Trauer, sondern Angst das angemessene Gefühl. Erwachsene Menschen, die auf Trennung oder Tod mit
Angst reagieren, befinden sich emotional auf dieser frühen Entwicklungsstufe bzw. regredieren in ihrem
Selbst- und Weltbild auf diese. Kinder, die in ihrer affektiv-kognitiven Entwicklung etwas weiter sind,
sträuben sich gegen die Anerkennung dieser Realität und vermeiden dadurch den Trauerprozess. Die
depressive Verstimmung ist eine Möglichkeit, das nicht verkraftbare erscheinende Gefühl der Trauer zu
verhindern – als kleineres Übel der verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit zentralen Verlusten.
Manche Menschen vermeiden das Gefühl der Traurigkeit durch kognitive Umstrukturierungen im Sinne
eines Bagatellisierens des Ausmaßes oder der Bedeutung des Verlustes. Andere schalten gleich alle
Gefühle ab, wenn traumatische Ereignisse geschehen. Wieder andere ersetzen das Gefühl der Trauer
durch ein anderes. Sie finden stets einen Verursacher, den sie verantwortlich machen können, der in ihren
Augen vorsätzlich oder gar rücksichtslos gehandelt hat und reagieren mit Ärger und Zorn statt mit
Traurigkeit. Aber auch das Gegenteil – die Schuld bei sich suchen – führt zu einem trauervermeidenden
Ersatzgefühl, dem Schuldgefühl. Dies zeigt, dass sowohl externale als auch internale Attribuierung der
Kausalität zu Vermeidungszwecken eingesetzt werden kann. Das Gefühl der Traurigkeit ist kein direkt
handlungsorientiertes Gefühl, es ist vielmehr das Ergebnis der Wahrnehmung und Bewertung des
Geschehens der Außenwelt, eine affektive Stellungnahme, die zu einer inneren Verarbeitung dieses
Geschehens führt. Diese innere Verarbeitung kann so viel psychische Energie beanspruchen, dass sich ein
Mensch Tage bis Wochen ganz von der Außenwelt zurückzieht.
erbliche Veränderung des Chromosoms 21, das zu vielfältigen psychischen und körperlichen
Veränderungen führt: Mongolenfalte der Augenpartie, Intelligenzminderung, Vierfingerfurche, Herzfehler,
Hörminderung, geringe Lebenserwartung
Wohl kaum ein kindliches Gefühl wird so häufig falsch verstanden wie der Trotz. Er wird von Eltern nicht
nur als Selbstbehauptung verstanden, sondern als Angriff auf die eigene Person, als Feindseligkeit. Dabei
kommt das Feindselige erst durch die emotionale Reaktion der Eltern ins Spiel. Deren Ungeduld, Ärger
oder gar Wut machen ein entwicklungsgemäßes
Erproben zum feindseligen Akt. Verwöhnt durch die
©
Serge Sulz
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beglückenden Zustimmungen des Kleinkindes
der ersten beiden Lebensjahre
fühlen sich viele Eltern durch
die neuen Verhaltensweisen des Kindes vor den Kopf gestoßen. „Mein Kind fügt sich meinem Willen nicht
mehr, es macht mir meine Idylle kaputt“. Dies löst aggressive Impulse beim Elternteil aus, die vom Kind
wahrgenommen werden. Nein sagen als Ausdruck der Differenzierung, der Abgrenzung von den Eltern ist
eine wichtige Entwicklungsaufgabe beim Übergang von der einverleibenden in die impulsive Phase
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 34
TUKI
Neuropsychol.
Test
TÜLUC
Neuropsychol.
Test
Überdeterminierung
Übergangsobjekt
Über-Ich
Überlegenheit
Übermut
2010-07-23
oder gar Wut machen ein entwicklungsgemäßes Erproben zum feindseligen Akt. Verwöhnt durch die
beglückenden Zustimmungen des Kleinkindes der ersten beiden Lebensjahre fühlen sich viele Eltern durch
die neuen Verhaltensweisen des Kindes vor den Kopf gestoßen. „Mein Kind fügt sich meinem Willen nicht
mehr, es macht mir meine Idylle kaputt“. Dies löst aggressive Impulse beim Elternteil aus, die vom Kind
wahrgenommen werden. Nein sagen als Ausdruck der Differenzierung, der Abgrenzung von den Eltern ist
eine wichtige Entwicklungsaufgabe beim Übergang von der einverleibenden in die impulsive Phase
Kegans. Sie bedarf eines korrespondierenden förderlichen Verhaltens der Eltern, zu dem viele Eltern nicht
fähig sind. Zahllose traumatisierende Machtkämpfe bringen dem Kind erstmals die Erfahrung, daß seine
Eltern seine Gegner sind, sobald es autonome Tendenzen entwickelt. Die entstehenden Ängste werden
durch abhängige oder selbstunsichere oder zwanghafte Verhaltensstereotypien reduziert. Je bedrohlicher
die Reaktionen der Eltern, um so wahrscheinlicher werden diese Verhaltensstereotypien so rigide, daß
später eine entsprechende Persönlichkeitsstörung resultiert. Menschen, denen in ihrer Kindheit nicht das
Recht auf ein „nein“ zugestanden wurde, entwickeln auch nicht die Fähigkeit zu einem „ja“, das wirklich
etwas wert wäre. Wer nur ja sagt, weil er nicht nein sagen kann, ist nicht fähig zu einer reifen Beziehung.
Sein ja ist zwar bequem, aber er versteckt seine wahren Tendenzen, vermeidet Konflikte und lässt den
anderen emotional ins Leere laufen, wenn dieser das Bedürfnis hat, Unstimmigkeiten offen auszutragen
und in der Beziehung eine Balance zwischen Zusammengehörigkeit und Unterschiedlichkeit herzustellen.
Jeden Willen des Kindes im Trotzalter durchgehen zu lassen ist nicht die Devise, sondern teilweises
zulassen, teilweises verhandeln oder ablenken. Dabei sollte nicht eine manipulative Haltung vorherrschen,
sondern eine Wahrhaftigkeit, mit der die Entwicklungsaufgabe des Kindes empathisch wahrgenommen
wird. Andernfalls kann das Recht auf Selbstbestimmung nicht in das Selbstbild aufgenommen werden. Alle
weiteren Differenzierungsschritte sind erschwert. Es kommt entweder zu einer Überbetonung der
Abhängigkeits- oder Zusammengehörigkeitstendenzen oder zum inneren Rückzug.
Die TÜKI (Deegener et al. 1997)dient der Diagnostik und Differentialdiagnose neuropsychologischer
Störungen und ihrer spezifischen Lokalisation im Kindes- und Jugendalter. Ziel sind Objektivierung und
Quantifizierung der neuropsychologischen Störung, deren Struktur, Ermittlung des Faktors oder
Primärdefekts, der dem beobachteten Syndrom zugrunde liegt
Die Tübinger Luria-Christensen Neuropsychologische Untersuchungsreihe TÜLUC (Hamster et al. 1980)
erfasst folgende neuropsychologische Untersuchungsbereiche bei Erwachsenen: höhere motorische
Funktionen; akustisch-motorische Koordination; höhere kutane und kinästhetische Funktionen; höhere
visuelle Funktionen; rezeptive Sprache; expressive Sprache; Schriftsprache; arithmetische Operationen;
mnestische Funktionen; intellektuelle Prozesse
Etwas was aus dem Unbewussten entstand wie das Symptom oder der Traum ist meist überdeterminiert,
indem ein Aspekt zugleich auf mehrerer unbewusste Sachverhalte verweist und deshalb mehrfacher
Deutung benötigt
Winnicott: ein Gegenstand, der für das Kleinkind z. B. beim Einschlafen die Geborgenheit gibt, die sonst
die sich entfernenden Mutter gegeben hätte. Es ermöglicht dem Kind den Übergang von der oralen
Mutter zur „wirklichen Objektbeziehung“
Instanz der Psyche, die Gebote und Verbote aufstellt und überwacht und das ich mit Hilfe des Gewissens
steuert. Zunächst dachte Freud, dass das Über-Ich aus der Auflösung des Ödipluskomplexes resultiert.
Heute werden präödipale Vorläufer des Über-ich beschrieben
Überlegenheit ist ein Beziehungsgefühl, entweder in der direkten Begegnung und Auseinandersetzung
oder in einem konkurrierend-komparativen Kontext bezüglich einer Leistung oder Aufgabe. Überlegenheit
schwingt auch im Stolz mit. Allein der erste Anblick eines noch unbekannten Menschen kann das Gefühl
der Überlegenheit hervorrufen. In Sekundenschnelle wird die andere Person wiederum unter Umgehung
bewusster kognitiver Prozesse von unserer autonomen Psyche eingeschätzt und mit dem eigenen
Selbstbild verglichen. Das Resultat des Vergleichs ist entweder ein Gefühl der Unterlegenheit oder der
Ebenbürtigkeit oder der Überlegenheit. Diese Gefühle spielen bei manchen Menschen eine besonders
große Rolle. Für sie ist auch Macht und Ohnmacht, Dominanz und Submissivität eine wichtige
Erlebensdimension. Wir können davon ausgehen, dass ihre kindliche Lerngeschichte durch elterliche
Leistungsorientierung (Ehrgeiz als Streben auch nach Überlegenheit), ausgeprägtes Dominanzverhalten
eines Elternteils und eventuelle Geschwisterrivalitäten geprägt ist. Dabei kann der permanente Versuch,
Überlegenheit herzustellen, ein Vermeidungsmotiv sein. Die eigene Unterlegenheit und Ohnmacht können
in der Kindheit so aversiv gewesen sein, dass nur das Gegenteil, die Überlegenheit, sicher genug davor
schützt. Überlegenheit korrespondiert mit der Wahrnehmung eines Unterschiedes zum anderen
Menschen, als angenehm erlebte Distanz und impliziert die Tendenz, diesen Unterschied aufrecht zu
erhalten. Zwar kann helfend oder belehrend oder konkurrierend oder bekämpfend eine Annäherung zum
anderen erfolgen, aber das Gefühl der Überlegenheit motiviert nicht direkt zur Annäherung an den
anderen Menschen. Es entspricht der Genugtuung, dass es gut so ist, wie es ist.
„Übermut tut selten gut.“ Übermut ist die frohe, vitale, bewegte Ausgelassenheit des Kindes, mit einem
Schuss positiver Aggressivität im Sinne von frech, schelmisch, spitzbübisch sein. Übermut geht rasch an die
Toleranzgrenze der Erziehungspersonen. Das Wort beinhaltet die Sichtweise des Außenstehenden mit der
Bewertung eines Zuviel, einem Wunsch, Grenzen zu setzen. Der Außenstehende kann nicht empathisch
©
sein, in ihm entsteht ein Missempfinden.
Kinder,
die sich tagsüber zuwenig [email protected]
austoben konnten, werden kurz
Serge
Sulz
vor dem Bettgehen oft übermütig, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Spielsachen schon aufgeräumt sind, die
Eltern endlich Zeit für sich haben wollen, eventuell noch gestresst, gereizt vom Berufstag sind – eher Ruhe
und Entspannung wünschen. Wenn Eltern ihre Interessen rigoros durchsetzen, immer dann sehr aggressiv
werden, wenn das Kind übermütig ist, so muss dieses sehr früh mit allen ihm zur Verfügung stehenden
Mitteln seine Gefühlsimpulse unterdrücken. Mangels kognitiver Selbststeuerungsfähigkeiten, die sich erst
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 35
Übersprungshandlung
Übertragung
Übertragungsneurose
Unbewusstes,
das
Unbewusste
Ungeduld
Ungeschehen
machen
Unterlegenheit
2010-07-23
Bewertung eines Zuviel, einem Wunsch, Grenzen zu setzen. Der Außenstehende kann nicht empathisch
sein, in ihm entsteht ein Missempfinden. Kinder, die sich tagsüber zuwenig austoben konnten, werden kurz
vor dem Bettgehen oft übermütig, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Spielsachen schon aufgeräumt sind, die
Eltern endlich Zeit für sich haben wollen, eventuell noch gestresst, gereizt vom Berufstag sind – eher Ruhe
und Entspannung wünschen. Wenn Eltern ihre Interessen rigoros durchsetzen, immer dann sehr aggressiv
werden, wenn das Kind übermütig ist, so muss dieses sehr früh mit allen ihm zur Verfügung stehenden
Mitteln seine Gefühlsimpulse unterdrücken. Mangels kognitiver Selbststeuerungsfähigkeiten, die sich erst
spät entwickeln, muss es mit Hilfe von gegensteuernden Gefühlen wie Angst (vor Strafe) und Schuldgefühlen seine primären Emotionen beseitigen. Dies geschieht z. B. bei Übermut schließlich dauerhaft, so
dass übermütiges Verhalten gar nicht mehr erinnerbar ist. Durch diese frühe und vollständige Unterdrückung wird dem Kind die Möglichkeit genommen, seine ungezähmte Wildheit, die wohl jedem
Lebewesen angeboren ist, zu einer zivilisierten Vitalität zu transformieren. Hierzu wäre die empathischgewährende Haltung der Mutter nötig. Dieser fehlt aber in ihrer Wertorientierung eine positive Einstellung
zu Wildheit und Vitalität. Deshalb kann sie diese auch nicht fördern bzw. konstruktiv zivilisieren helfen.
Wenn das Appetenzverhalten nicht ausgeübt werden kann oder nicht erfolgreich ist, kann stattdessen ein
anderes Verhalten gezeigt werden, das gar nicht zur Situation passt, z. B. mitten in einem Streit anfangen
Zeitung zu lesen
Soziale Wahrnehmungen, Interaktions- und Beziehungsmuster der Kindheitsbeziehungen zu Vater und
Mutter werden auf gegenwärtige Personen und Beziehungen übertragen, so dass sich ähnliche
Erfahrungen ergeben
künstlich durch die Technik der Analyse erzeugte Neurose, in der die kindlichen Objektbeziehungen auf
die analytische Beziehung übertragen werden und so die infantile Neurose entdeckt und bearbeitet
werden kann
In Freuds topischem Modell ein System, dessen Inhalte dem Bewusstsein nicht zugänglich sind, in dem
Primärprozesse ablaufen, die Inhalte sind Triebrepräsentanzen und sind aus dem Bewusstsein verdrängt.
Sie versuchen wieder ins Bewusstsein zu gelangen (Wiederkehr des Verdrängten). Dies ist nur nach
Entstellung durch die Zensur des Traums oder durch neurotische Kompromissbildungen möglich
Die Ungeduld des Erwachsenen hat viel Ähnlichkeit mit derjenigen des Kleinkindes. Dieses kann nicht
warten, kann nicht Rücksicht nehmen, kann nicht ablassen von seinem Wunsch, kann die Erledigung eines
Vorhabens nicht beiseite schieben, um es zu gegebener Zeit wieder aufzunehmen. Das Kleinkind ist
selbstbezogen, folgt seiner inneren psychischen Homöostase und verlangt von der Welt, dass diese sich in
seinen Dienst stellt. Auch der Erwachsene spürt in diesem Moment eine Störung seiner Selbstregulierung,
deren Verursachung er der Außenwelt zuschreibt. Es fällt ihm schwer, sein Anliegen länger aufzuschieben.
Er will den anderen drängen, sich zu beeilen. Ungeduld ist eine innere Spannung, die durch ein Handeln
des anderen reduziert werden soll. Sie verschwindet, sobald das Warten beendet ist. Ungeduld löst beim
Gegenüber eventuell Ärger aus, wenn sie ungerechtfertigt erscheint oder ein schlechtes Gewissen, wenn
sie berechtigt erscheint oder gar Schuldgefühle, wenn eine emotionale Abhängigkeit besteht. Stark
ausgeprägtes Trödeln der Kinder macht sehr ungeduldig, ist in Wahrheit aber die Antwort auf eine
unempathische Ungeduld – passiver Widerstand gegen elterliche Machtausübung. Die permanente
Ungeduld der Mutter signalisiert dem Kind „du bist nicht so wie ich dich brauche“. Dies wird vom Kind in
seinem Selbstgefühl verallgemeinert „ich bin nicht so, wie die Welt mich braucht und schätzen würde“.
Selbstunsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle sind die Folge. Wenn umgekehrt Eltern sich gegen die
Ungeduld ihres Kindes, das die „impulsive“ Entwicklungsphase Kegans bereits hinter sich gelassen hat,
also eines Kindes im Schulalter, nicht behaupten können, so hemmen sie dessen Weiterentwicklung, das
Wahrnehmen der Belange anderer, den Aufbau von Empathievermögen, d. h. von Fähigkeiten die
Zwischenmenschlichkeit ermöglichen.
Abwehrmechanismus: die Psyche versucht, so zu tun, als ob es nicht geschehen wäre, verhält sich
entgegengesetzt zu dem Verhalten, das resultieren würde, wenn es geschehen wäre
Unterlegenheit ist ein Gefühl, das vor oder in einer Auseinandersetzung oder in einem konkurrierenden
Geschehen auftritt. Während die Unsicherheit im Zuge einer positiven Annäherung an den anderen
Menschen auftritt (ich hoffe, dass ich dir genüge und ich fürchte, dass du mich ablehnst), tritt das Gefühl
der Unterlegenheit im Zuge einer gegnerischen, rivalisierenden oder feindseligen Annäherung auf (ich
hoffe, dich zu bezwingen und ich fürchte, dass ich im Kampf gegen dich unterliege). Eine vergleichende
Bewertung der eigenen kämpferischen Fähigkeiten und der des Gegners kam zu dem Ergebnis der
eigenen Unterlegenheit. Wenn ein Kampf vermeidbar ist, führt dieses Gefühl dazu, dass ein Angriff
unterlassen wird und die vorhersehbare Niederlage umgangen wird. Ging dem Gefühl eine realistische
Einschätzung voraus, so hat das Unterlegenheitsgefühl durch seine spezifische verhaltenssteuernde Wirkung die Funktion des Selbstschutzes. Wer sich jedoch unterschätzt und Angst vor „Prügel“ hat, vermeidet
ein Kräftemessen und versäumt zwei wichtige Erfahrungen: zum einen die neue Erfahrung, dass wesentlich
öfter als erwartet keine Unterlegenheit bestand; zum anderen die ebenso bedeutsame Erfahrung, dass
Verlieren oder Prügel einstecken nicht das Ende der Welt bedeutet, sondern man „halt mal verloren hat“.
Kinder haben zu Recht ihren Eltern gegenüber Unterlegenheitsgefühle. Wenn Auseinandersetzungen mit
ihnen regelmäßig traumatische Niederlagen bringen, kann es kein kämpferisches Selbstbewusstsein
©
entwickeln. Wer Gleichaltrigen mit Serge
dem Selbstgefühl
wird diese Erfahrungen
Sulz des Verlierers entgegentritt,
[email protected]
perpetuieren. Für Kinder ist Konkurrenz oder Kampf mit Aussicht auf Erfolg und mit erkämpften Siegen
wichtig. Empathische Eltern lassen ihrem Kind sowohl im Spiel als auch in wirklichen Auseinandersetzungen solche Siege zukommen, nicht allzu realitätsfern, weil sonst im Kampf mit Gleichaltrigen
bösartige Ernüchterungen kommen. Manche Eltern müssen ihre Überlegenheit jedoch ihrem Kind
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 36
Urszene
Validität
Verachtung
Verdichtung
Verdrängung
Verhaltensabbau
Verhaltensanalyse
horizontal
Verhaltensanalyse
vertikal
Verhaltensaufbau
Verhältnisskala
Verinnerlichung
Internalisierung
Verlegenheit
2010-07-23
ihnen regelmäßig traumatische Niederlagen bringen, kann es kein kämpferisches Selbstbewusstsein
entwickeln. Wer Gleichaltrigen mit dem Selbstgefühl des Verlierers entgegentritt, wird diese Erfahrungen
perpetuieren. Für Kinder ist Konkurrenz oder Kampf mit Aussicht auf Erfolg und mit erkämpften Siegen
wichtig. Empathische Eltern lassen ihrem Kind sowohl im Spiel als auch in wirklichen Auseinandersetzungen solche Siege zukommen, nicht allzu realitätsfern, weil sonst im Kampf mit Gleichaltrigen
bösartige Ernüchterungen kommen. Manche Eltern müssen ihre Überlegenheit jedoch ihrem Kind
gegenüber mit so aggressiven Mitteln verteidigen, als ob die Kinder eine ernste Bedrohung für sie wären.
Die Szene des Geschlechtsakts der Eltern, beobachtet, vermutet oder phantasiert. Für das Kind hat er die
Bedeutung eines Gewaltakts des Vater an der Mutter
Das Ausmaß, in dem ein Test auch wirklich das misst, was er messen soll, also ob ein Persönlichkeitstest
auch wirklich zeitlich konstante Persönlichkeitszüge eines Probanden erfasst
Das Gefühl der Verachtung beinhaltet eine deutliche aggressive Tendenz, eine Wendung gegen den
anderen, weg vom anderen. Während im Gefühl der Enttäuschung noch etwas von der bisherigen
Wertschätzung und den positiven Erwartungen mitschwingt, ist bei der Verachtung jegliche Verbindung zu
einer früheren positiven Sicht des anderen abgeschnitten. Es besteht eine Nähe zum Zorn, zum
„gerechten“ Zorn und es ist auch eine strafende Haltung dabei: „mit dem Blick der Verachtung strafen“.
Der Verachtung liegt eine affektiv-kognitive Bewertung zugrunde, d. h. es muß eine Wertorientierung
vorhanden sein, die als Maßstab herangezogen wird. Diese Wertorientierung beinhaltet schließlich einen
Imperativ im Sinne eines ethischen Gebotes, wie der Mensch zu sein hat. Nicht vorsätzliche Verletzung
dieser Werte, sondern die Unfähigkeit ihnen gemäß zu handeln, führt zur Verachtung. Und es wird von
der unanfechtbaren Selbstverständlichkeit ausgegangen, dass einfach jeder Mensch in der Lage ist und in
der Lage zu sein hat, diese Wertorientierung einzuhalten. Das Verhalten des verachteten Gegenübers
liegt unterhalb einer Grenze, bis zu der noch Nachsicht oder Verständnis für die Schwäche des anderen
aufgebracht werden kann. Welche Menschen zum Gefühl der Verachtung neigen, liegt also am
Anspruchsniveau ihrer Wertorientierung, ihrer Fähigkeit zur Toleranz und ihrem Aggressionspotential. Für
Kinder ist die von ihren Eltern offen oder versteckt gezeigte Verachtung eine traumatische
Entwicklungshemmung. Ihnen fehlt die zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls benötigte
Befriedigung ihres Bedürfnisses nach Wertschätzung und Bestätigung. Sie übernehmen zudem die
intolerante Werthaltung ihrer Eltern und verurteilen und verachten sich später auf die gleiche Weise.
Ein Symbol, ein Trauminhalt, ein Symptom ist die Verdichtung mehrerer unbewusster Inhalte
Abwehrmechanismus – ein unangenehme Gefühle auslösender Sachverhalt wird aktiv vom Erinnern
ausgeschlossen
erfolgt therapeutisch durch Löschung, Selbstkontrolle, Selbstinstruktionen
Kanfer und Saslow formulierten die Verhaltensgleichung SORKC aus S = Situation, O = Organismus, R =
Reaktion, K = Kontingenz, C = Consequence, die die Entstehung und Aufrechterhaltung von Verhalten aus
Komponenten klassischer (S-R) und operanter Konditionierung (R-K) erklärt und überdauernde Eigenschaften der Person als Organismusvariable einbezieht
Grawe untersuchte überdauernde Verhaltenstendenzen als Bestandteil der Organismusvariable, wobei
konkretes Verhalten in konkreten Situationen zusammengefasst werden können zu situationsübergreifenden Verhaltenstendenzen (Verhaltenspläne) und diese wiederum zu abstrakteren oder
allgemeineren Tendenzen, die er als Oberpläne bezeichnet
erfolgt operant durch positive Verstärkung, Verhaltensformung (shaping), chaining (Verkettung von einzeln
aufgebauten Verhaltensweisen), prompting (Hilfestellung), Ausblenden von Verstärkung (fading), Stimuluskontrolle, Selbstinstruktionen, Selbstkontrolle
eine Skalierung, bei der die intervalle zwischen zwei Skalenwerten gleich sind und die einen absoluten
Nullpunkt hat, z. B. Dauer einer Aktion in Minuten
Aspekte äußerer Beziehungen werden verinnerlicht, so dass z. B. ein interpersoneller Konflikt zu einem
intrapersonellen Konflikt wird
Verlegenheit ist ein Gefühl der positiv getönten Unsicherheit in einer zwischenmenschlichen Situation. Es ist
ein Unsicherheitsgefühl ohne Angstkomponente in einer neutralen Atmosphäre. Im Moment des
Auftretens des Verlegenheitsgefühls tritt in die zuvor vielleicht sachliche Interaktion eine deutliche
emotionale Komponente, vielleicht nur zunächst einseitig bei dem Menschen, der verlegen wird. Dabei
wird das Gegenüber als nichtfeindlich, eventuell als wohlwollend empfunden. Im Gegensatz zum Erröten
ist Verlegenheit nicht zwingend mit Missbehagen verknüpft. Erst anschließend kann die kognitive
Selbstbewertung das Schwäche zeigen kritisieren und ein unangenehmes Gefühl des Ärgers oder der
Peinlichkeit hervorrufen. Der gerade noch in einem Selbstgefühl von rationaler Aktivität und zupackender
Zielgerichtetheit mit der Außenwelt interagierte, fühlt sich nun dieser Werkzeuge beraubt. Durch das
verlegen machende Ereignis ist zwischen dem anderen und mir eine schwache Seite von mir offen gelegt,
nicht beschämend, kein Versagen. Es wird keine weitere Konsequenz antizipiert, die aversiv wäre. Aber es
ist ein unbeabsichtigtes Öffnen, das Einblick gibt in einen Teil meines Selbst, den ich nicht von mir aus
nach außen darstellen würde. Ich ©
fühle mich an einer Stelle entkleidet, die nicht zu meinem Schambereich
Sergeeiner
Sulz
gehört und die auch nicht die Entblößung
Stelle bedeutet, die [email protected]
Verwundbarkeit offenbart. Ich
habe diesen Teil noch nicht voll akzeptiert und kann deshalb nicht öffentlich dazu stehen. Durch mein
verlegenes Lächeln werbe ich aber um wohlwollendes Verständnis, rufe tatsächlich meist Wohlwollen
oder Sympathie hervor. Verlegenheit ist ein Gefühl in einer nicht bedrohlichen sozialen Umwelt, die vielen
unserer Patienten als Kind nicht beschieden war. Sie entwickelten stattdessen soziale Angst (Unsicherheit)
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 37
Verleugnung
Vermeidungslernen
Versagung,
Frustration
Verschiebung
Verstärkerentzug
Verstärkung
positiv
Verstärkung
primär und
sekundär
Vertrauen
nach außen darstellen würde. Ich fühle mich an einer Stelle entkleidet, die nicht zu meinem Schambereich
gehört und die auch nicht die Entblößung einer Stelle bedeutet, die meine Verwundbarkeit offenbart. Ich
habe diesen Teil noch nicht voll akzeptiert und kann deshalb nicht öffentlich dazu stehen. Durch mein
verlegenes Lächeln werbe ich aber um wohlwollendes Verständnis, rufe tatsächlich meist Wohlwollen
oder Sympathie hervor. Verlegenheit ist ein Gefühl in einer nicht bedrohlichen sozialen Umwelt, die vielen
unserer Patienten als Kind nicht beschieden war. Sie entwickelten stattdessen soziale Angst (Unsicherheit)
oder eine Gefühle verbergende Strategie des „nur keine Schwäche Zeigens“.
Abwehrmechanismus, der dazu führt, dass ein schwer erträglicher Aspekt der äußeren oder inneren
Realität nicht als existent anerkannt wird, z. B. die eigene Krebserkrankung oder der Verlust der Liebe des
anderen
durch ein Verhalten kann man vermeiden, dass etwas Unangenehmes geschieht (negative Verstärkung)
Die Befriedigung eines Triebwunsches wird versagt, nicht ermöglicht. Andere oder die Person selbst
versagen den Wunsch
Abwehrmechanismus, der dazu führt, dass Triebwünsche z. B. auf eine andere Person verschoben werden
Ein Verhalten führt dazu, dass eine positive Verstärkung vorenthalten wird, was als Bestrafung erlebt wird
und zur Unterdrückung des Verhaltens führt
Auf eine Reaktion folgt ein Ereignis, das dazu führt, dass die Reaktion aufrecht erhalten bleibt und ohne
dieses die Reaktion wieder verschwinden würde
primär ist eine Verstärkung, wenn der Verstärker unkonditioniert in der Lage ist, ein Verhalten aufrecht zu
erhalten. Ein sekundärer Verstärker erwirbt seine verstärkende Qualität durch ausreichend lange
gemeinsame Darbietung mit dem primären Verstärker, der dann weggelassen wird
Vertrauen ist ein zentrales Beziehungsgefühl, ohne das keine Geborgenheit und kein Schutz vermittelt
bzw. empfunden werden kann. Es scheint naheliegend, dass der Aufbau einer sicheren Bindung zur
Mutter im ersten Lebensjahr auch Vertrauen aufbaut (Ainsworth 1974). Ich vermute eher, dass im
Normalfall von Geburt an Vertrauen besteht und nicht nur im ersten Lebensjahr, sondern die ganze
Kindheit hindurch aufrecht erhalten wird. Es sei denn, die Mutter weicht in ihrem Verhalten von einer
ausreichenden Bemutterung ständig bzw. wiederholt in psychisch nicht bewältigbarem Ausmaß ab, d. h.
sie sorgt dafür, dass das Kind viele Situationen erleben muss, die ihm das Gefühl fehlenden Schutzes und
fehlender Geborgenheit vermitteln. Zunächst ist es das Vertrauen auf die Anwesenheit der Mutter, dann
auf ihre Verfügbarkeit, wenn sie gebraucht wird und schließlich auf die Zuverlässigkeit der Rückkehr nach
einem Abschied. Auch die Ambivalenz der Mutter mit erheblichen feindseligen Impulsen gegenüber dem
Kind zerstört den natürlichen Vertrauensvorschuss, den der Säugling noch geben kann. Eltern, die
emotional sehr instabil sind, die um das eigene emotionale Überleben (oft gegeneinander) kämpfen,
können die notwendige Bemutterung ebenfalls nicht erbringen. So kommt es zu einer Serie von
Erschütterungen des ursprünglichen Vertrauens. Spätere Prozesse der Internalisierung der Welt werden
dadurch erheblich gestört: Wer in den primären Beziehungen kein Vertrauen haben konnte, kann auch
kein Selbstvertrauen entwickeln und umgekehrt: Vertrauen schafft Selbstvertrauen. Dies macht auch
verständlich, dass Selbstunsicherheit nicht selten mit Misstrauen assoziiert ist.
Verzweiflung
Verzweiflung ist eine Steigerung von Traurigkeit, ein intensives akutes sehr schmerzliches Empfinden, das
am ehesten im Moment der Trennung von oder des Sterbens der zentralen Person entfacht wird. Der
Mensch kann sich in diesem Moment mit seiner Aufmerksamkeit nichts anderem mehr zuwenden. Die
restliche Welt ist bedeutungslos geworden, in die Ferne gerückt. Innerlich aufgewühlt, aufgelöst in Tränen,
zu keinem geordneten Gedanken abseits des Verlustthemas fähig, werden auch die körperlichen
Funktionen miteinbezogen. Körperliche Bedürfnisse wie Hunger und Durst werden nicht mehr
wahrgenommen. Die individuelle psychische und somatische Homöostase ist außer Kraft gesetzt. Das
ganze Selbst ist eingetaucht in das Geschehen und den Schmerz über dieses Geschehen. Das Gefühl der
Verzweiflung ist ein extremes Alarmieren des Organismus, das ihm anzeigt, dass sein homöostatisches
System nicht in der Lage war, das Ereignis zu verhindern. Es kann dazu führen, dass künftig der sozialen
oder systemischen Homöostase mehr Gewicht vor der individuellen eingeräumt wird, d. h. soziale
Beziehungen so gepflegt werden, dass eine Wiederholung des Verlustes unwahrscheinlich wird. Manche
Menschen vermeiden aber auch, künftig überhaupt wieder eine Beziehung einzugehen oder zumindest
sich in Beziehungen emotional hinzugeben. Dann kann ihnen auch nicht mehr weh getan werden.
Vestibularorgan Gleichgewichtsorgan im Innenohr mit drei Bogengängen, die dreidimensional orientiert sind. Kann Quelle
von organischem Schwindel sein im Gegensatz zu psychogenem Schwindel, bei dem das
Gleichgewichtsorgan ungestört ist
Vigilanz
Grad der Wachheit im Gegensatz zu Somnolenz, die eine reduzierte Vigilanz bedeutet
Voraussetzung Introspektionsfähigkeit, Fähigkeit zur therapeutischen Ich-Spaltung, Ich-Stärke, große Therapiemotivation,
Patient für
stabile soziale und wirtschaftliche Verhältnisse. Zusätzlich ist günstig, wenn der Patient eher jünger ist,
Analyse
wenn keine Belastungen durch Mehrfacherkrankungen bestehen.
Vorbewusstes
Ein psychisches System neben dem Unbewussten und dem Bewusstsein, dessen Inhalte im aktuellen
Moment nicht bewusst sind, jedoch
© bewusstseinsnah und jederzeit ins Bewusstsein kommen können. Also
Serge
Sulz
[email protected]
2010-07-23 nicht verdrängt. Das Vorbewusstsein
wird durch
Sekundärprozesse des Ichs
bestimmt.
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 38
VOSP
Neuropsychol.
Test
Vulnerabilität
VulnerabiltitätsStress-Modelle
WechslerGedächtnis
Test WMS
Moment nicht bewusst sind, jedoch bewusstseinsnah und jederzeit ins Bewusstsein kommen können. Also
nicht verdrängt. Das Vorbewusstsein wird durch Sekundärprozesse des Ichs bestimmt.
Die VOSP – Testbatterie für visuelle Objekt- und Raumwahrnehmung von Warrington EK, James M (1992)
wird bei hirnverletzten Patienten eingesetzt und bietet Vergleichswerte zu rechts- und linkshemisphärischer
Schädigung. Aufgaben sind unvollständige Buchstaben, Silhouetten, Positionen unterscheiden, Zahlen
und Würfelanzahl lokalisieren, Punke zählen und Objekte erkennen
Anfälligkeit gegen eine Erkrankung, körperlich oder psychisch
Zusammenwirken von individueller Anfällligkeit und belastenden Lebensereignissen führt zur Erkrankung
Der Wechsler Gedächtnis Test in seiner revidierten Fassung (WMS-R) ist die deutsche Fassung des
Wechsler-Memory-Scale. Er ermöglicht bei Vergleich mit dem Intelligenzquotienten die Feststellung eines
amnestischen Syndroms (Härting et al. 2000). Neben der allgemeinen Gedächtnisleistung erfasst er das
visuelle und das verbale Gedächtnis, die verzögerte Gedächtnis-, die Aufmerksamkeits- und die
Konzentrationsleistung
Widerstand
Im engeren Sinn: Alles was sich dem Zugang zum Unbewussten des Analytikers entzieht. Im weiteren Sinn:
alles was den Fortgang der Analyse behindert
Widerstand,
Übertragungsgwiderstand, Verdrängungswiderstand, Es-Widerstand, Über-Ich-Widerstand, sekundärer
Formen
Krankheitsgewinn
Widerwillen
Wohl kaum ein kindliches Gefühl wird so häufig falsch verstanden wie der Trotz. Er wird von Eltern nicht
nur als Selbstbehauptung verstanden, sondern als Angriff auf die eigene Person, als Feindseligkeit. Dabei
kommt das Feindselige erst durch die emotionale Reaktion der Eltern ins Spiel. Deren Ungeduld, Ärger
oder gar Wut machen ein entwicklungsgemäßes Erproben zum feindseligen Akt. Verwöhnt durch die
beglückenden Zustimmungen des Kleinkindes der ersten beiden Lebensjahre fühlen sich viele Eltern durch
die neuen Verhaltensweisen des Kindes vor den Kopf gestoßen. „Mein Kind fügt sich meinem Willen nicht
mehr, es macht mir meine Idylle kaputt“. Dies löst aggressive Impulse beim Elternteil aus, die vom Kind
wahrgenommen werden. Nein sagen als Ausdruck der Differenzierung, der Abgrenzung von den Eltern ist
eine wichtige Entwicklungsaufgabe beim Übergang von der einverleibenden in die impulsive Phase
Kegans. Sie bedarf eines korrespondierenden förderlichen Verhaltens der Eltern, zu dem viele Eltern nicht
fähig sind. Zahllose traumatisierende Machtkämpfe bringen dem Kind erstmals die Erfahrung, dass seine
Eltern seine Gegner sind, sobald es autonome Tendenzen entwickelt. Die entstehenden Ängste werden
durch abhängige oder selbstunsichere oder zwanghafte Verhaltensstereotypien reduziert. Je bedrohlicher
die Reaktionen der Eltern, um so wahrscheinlicher werden diese Verhaltensstereotypien so rigide, dass
später eine entsprechende Persönlichkeitsstörung resultiert. Menschen, denen in ihrer Kindheit nicht das
Recht auf ein „nein“ zugestanden wurde, entwickeln auch nicht die Fähigkeit zu einem „ja“, das wirklich
etwas wert wäre. Wer nur ja sagt, weil er nicht nein sagen kann, ist nicht fähig zu einer reifen Beziehung.
Sein ja ist zwar bequem, aber er versteckt seine wahren Tendenzen, vermeidet Konflikte und lässt den
anderen emotional ins Leere laufen, wenn dieser das Bedürfnis hat, Unstimmigkeiten offen auszutragen
und in der Beziehung eine Balance zwischen Zusammengehörigkeit und Unterschiedlichkeit herzustellen.
Jeden Willen des Kindes im Trotzalter durchgehen zu lassen ist nicht die Devise, sondern teilweises
zulassen, teilweises verhandeln oder ablenken. Dabei sollte nicht eine manipulative Haltung vorherrschen,
sondern eine Wahrhaftigkeit, mit der die Entwicklungsaufgabe des Kindes empathisch wahrgenommen
wird. Andernfalls kann das Recht auf Selbstbestimmung nicht in das Selbstbild aufgenommen werden. Alle
weiteren Differenzierungsschritte sind erschwert. Es kommt entweder zu einer Überbetonung der
Abhängigkeits- oder Zusammengehörigkeitstendenzen oder zum inneren Rückzug.
Wirksamkeit
Vorher-Nachher-Vergleich der definierten outcome-Variablen, gemessen in Effektstärke, Erreichen von
einer Therapie statistischer und klinischer Signifikanz
Wisconsin Card Der Wisconsin Card Sorting Test (WCST) differenziert Frontalhirnläsionen von anderen Hirnläsionen. Er
Sorting Test
misst Perseveration und abstraktes Denken. Es werden Stimulus- und Responsekarten mit verschiedenen
WCST
Formen, Farben und Nummern eingesetzt
Wundt-Kriterien Wilhelm Wundt nannte als wissenschaftliche Kriterien des psychologischen Experiments Wiederholbarkeit,
Experiment
Variierbarkeit und Willkürlichkeit
Wut
Neben der Angst sind Ärger und Wut die für die Psychotherapie bedeutsamsten Emotionen. Angst hat im
zwischenmenschlichen Bereich meist die Funktion, Aggression zu verhindern. Deshalb taucht in vielen
Therapien das Thema Aggression erst spät auf – einhergehend mit einem Nachlassen der Ängste. Im
Gegensatz zum Hass, der später besprochen wird, bezieht sich Ärger nicht ausschließlich auf die andere
Person, nicht darauf, dass sie so ist, wie sie ist. Ärger und Wut entstehen aus konkreten Handlungen des
anderen heraus. Diese Handlungen werden als Angriff auf die eigene Person erlebt, als vorsätzliches
feindseliges Verhalten. Ärger ist das Vorstadium der Wut, das mimische Warnsignale und gestische
Drohgebärden auslöst, die dem anderen Einhalt gebieten sollen. Wut ist das Gefühl, das die aggressive
Kampfhandlung einleitet und aufrecht erhält. Zivilisierte Menschen bringen diese Impulse auf die
sprachliche Ebene, Wortgefechte ersetzen die Handgreiflichkeiten. Diese Zivilisierung der Aggression
kann aber nur stattfinden, wenn sie nicht viel zu früh im Keim erstickt wird. Ich habe den Eindruck, dass fast
©
Blockierung
den größten Schaden am
Serge
Sulz aggressiver Impulse
[email protected]
2010-07-23 durchgängig diese zu frühe radikale
Menschen anrichtet. Das Kind hat durch das „Abwürgen“ seiner Aggression keine Chance, diese zu
zivilisieren, in eine konstruktive Wehrhaftigkeit umzuwandeln und auch die Erfahrung zu machen, dass das
eigene aggressive Potential nicht per se destruktiv ist und dadurch das eigene Überleben bedrohen
würde. Angst und Aggression gehören zusammen. Wer Angst behandelt, behandelt auch Aggression,
selbst wenn dies nicht explizit geschieht. Sei es, dass durch soziales Kompetenztraining die zweifache
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 39
zentraler
Beziehungskonflikt ZBKT
Zorn
Zufriedenheit
2010-07-23
kann aber nur stattfinden, wenn sie nicht viel zu früh im Keim erstickt wird. Ich habe den Eindruck, dass fast
durchgängig diese zu frühe radikale Blockierung aggressiver Impulse den größten Schaden am
Menschen anrichtet. Das Kind hat durch das „Abwürgen“ seiner Aggression keine Chance, diese zu
zivilisieren, in eine konstruktive Wehrhaftigkeit umzuwandeln und auch die Erfahrung zu machen, dass das
eigene aggressive Potential nicht per se destruktiv ist und dadurch das eigene Überleben bedrohen
würde. Angst und Aggression gehören zusammen. Wer Angst behandelt, behandelt auch Aggression,
selbst wenn dies nicht explizit geschieht. Sei es, dass durch soziales Kompetenztraining die zweifache
Erfahrung gemacht wird, dass einerseits Durchsetzungsvermögen nicht einer destruktiven Aggressivität
gleichkommt und dass andererseits die Gegenaggression des anderen mich nicht vernichtet und auch
nicht ewig währt, sei es, dass ein Expositionstraining implizit den Beweis dafür liefert, dass keine Gefahr
des Kontrollverlusts besteht. Da Psychotherapeuten zu den eher aggressionsgehemmten Menschen
zählen, darf die Wahrscheinlichkeit nicht unterschätzt werden, dass die Ängstlichkeit des Therapeuten die
Entwicklung des Patienten in dieser Hinsicht behindert. Der Therapeut ist einerseits kein brauchbares
Modell für den Umgang mit Aggressionen. Er teilt andererseits nicht selten die Angst des Patienten, dass
Aggression die Beziehung zerstören könnte. Er verhindert dadurch ebenfalls die Zivilisierung der
Aggressivität. Soziale Rollenspiele zum Thema „Selbstbehauptung“ sind hier am effizientesten, vor allem
wenn die Wahrnehmung und die adäquate Kommunikation aggressiver Gefühle mit einbezogen wird.
Der Patient hat einen Beziehungswunsch. Bezugspersonen reagieren auf seine Wünsche. Der Patient
reagiert wiederum (verinnerlichend oder interaktiv) auf deren Reaktionen. Die Betrachtung dieser Abfolge
lässt den zentralen Konflikt in der Beziehung erkennen.
Neben der Angst sind Ärger, Wut und Zorn die für die Psychotherapie bedeutsamsten Emotionen. Angst
hat im zwischenmenschlichen Bereich meist die Funktion, Aggression zu verhindern. Deshalb taucht in
vielen Therapien das Thema Aggression erst spät auf – einhergehend mit einem Nachlassen der Ängste.
Im Gegensatz zum Hass, der später besprochen wird, bezieht sich Ärger nicht ausschließlich auf die
andere Person, nicht darauf, dass sie so ist, wie sie ist. Ärger und Wut entstehen aus konkreten
Handlungen des anderen heraus. Diese Handlungen werden als Angriff auf die eigene Person erlebt, als
vorsätzliches feindseliges Verhalten. Ärger ist das Vorstadium der Wut, das mimische Warnsignale und
gestische Drohgebärden auslöst, die dem anderen Einhalt gebieten sollen. Wut ist das Gefühl, das die
aggressive Kampfhandlung einleitet und aufrecht erhält. Zivilisierte Menschen bringen diese Impulse auf
die sprachliche Ebene, Wortgefechte ersetzen die Handgreiflichkeiten. Diese Zivilisierung der Aggression
kann aber nur stattfinden, wenn sie nicht viel zu früh im Keim erstickt wird. Ich habe den Eindruck, dass fast
durchgängig diese zu frühe radikale Blockierung aggressiver Impulse den größten Schaden am
Menschen anrichtet. Das Kind hat durch das „Abwürgen“ seiner Aggression keine Chance, diese zu
zivilisieren, in eine konstruktive Wehrhaftigkeit umzuwandeln und auch die Erfahrung zu machen, dass das
eigene aggressive Potential nicht per se destruktiv ist und dadurch das eigene Überleben bedrohen
würde. Angst und Aggression gehören zusammen. Wer Angst behandelt, behandelt auch Aggression,
selbst wenn dies nicht explizit geschieht. Sei es, dass durch soziales Kompetenztraining die zweifache
Erfahrung gemacht wird, dass einerseits Durchsetzungsvermögen nicht einer destruktiven Aggressivität
gleichkommt und dass andererseits die Gegenaggression des anderen mich nicht vernichtet und auch
nicht ewig währt, sei es, dass ein Expositionstraining implizit den Beweis dafür liefert, dass keine Gefahr
des Kontrollverlusts besteht. Da Psychotherapeuten zu den eher aggressionsgehemmten Menschen
zählen, darf die Wahrscheinlichkeit nicht unterschätzt werden, dass die Ängstlichkeit des Therapeuten die
Entwicklung des Patienten in dieser Hinsicht behindert. Der Therapeut ist einerseits kein brauchbares
Modell für den Umgang mit Aggressionen. Er teilt andererseits nicht selten die Angst des Patienten, dass
Aggression die Beziehung zerstören könnte. Er verhindert dadurch ebenfalls die Zivilisierung der
Aggressivität. Soziale Rollenspiele zum Thema „Selbstbehauptung“ sind hier am effizientesten, vor allem
wenn die Wahrnehmung und die adäquate Kommunikation aggressiver Gefühle mit einbezogen wird.
Zufriedenheit ist im Gegensatz zu den bisher besprochenen Gefühlen ein eher ruhiges Gefühl. „Ich bin mit
mir und der Welt einverstanden, fühle mich mit mir und der Welt in Frieden. Es kann so bleiben, wie es ist.“
Es kann auch eine punktuelle Zufriedenheit bezüglich eines einzelnen Ereignisses sein. Bevor dieses
Ereignis eintrat, mag eine psychische Spannung bestanden haben, ein Wunsch, eine Erwartung, die
Ungewissheit, ob dass Ereignis wunschgemäß, erwartungsgemäß sein wird. Zufriedenheit ist dann mit der
Beendigung dieser Spannung verbunden. Sie tritt auch eher verzögert, im Anschluss an kognitive Prozesse
der Informationsverarbeitung und Situationsbewertung ein – als affektiver Bestandteil einer reiferen
psychischen Bewertung des Erwachsenen. Es ist eher die kognitive Bestätigung, die Beseitigung von
kognitiver Dissonanz oder von Ungewissheit, die zu diesem Gefühl führt. Insofern bedarf es auch der
weitgehend abgeschlossenen kognitiven Entwicklungsphasen nach Piaget (1981). Der Vergleich eines
Ereignisses mit einem inneren oder äußeren Wertmaßstab führt gegebenenfalls zum Gefühl der
Zufriedenheit. Die Bewertung ist: – wie erwartet (das Selbstbild bestätigend, besser als erwartet würde
Freude auslösen); – normerfüllend (Harmonie mit der Welt herstellend oder bewahrend); – einem Willen
und wunschgemäß (meine internale Kontrollüberzeugung bestätigend). Die Eltern mancher Patienten
haben deren intrapsychisches System kognitiver Konstrukte so geformt, dass eine durch alltägliche
Handlungen nicht überbrückbare Diskrepanz zwischen Selbstideal und Selbstbild besteht, d. h. kaum
etwas zur eigenen Zufriedenheit gemacht werden kann. Andere sind wiederum so übertrieben
©
normorientiert, dass bei ihnen Zufriedenheit
nur unter dem [email protected]
der gelungenen Erfüllung von
Serge Sulz
äußeren Normen entsteht. Chronische Unzufriedenheit mit sich selbst führt zu einer Verminderung des
Selbstwertgefühls. Kurzfristig kann sie zu größeren Anstrengungen führen, um das eigene
Anspruchsniveau oder die äußere Norm doch noch zu erreichen. Wer die Erfahrung macht, dass er selbst
in der Lage ist, zufrieden machende Ergebnisse zu erzielen, baut bei sich ein Gefühl der Selbsteffizienz
(Bandura 1975) auf. Wer auf eine deprimierende Weise die Erfahrung macht, dass alle seine
CIP München Lexikon Prüfungsvorbereitungskurs 40
Zuneigung
Zwangsprozess
zystische
Fibrose,
Mukoviszidose
etwas zur eigenen Zufriedenheit gemacht werden kann. Andere sind wiederum so übertrieben
normorientiert, dass bei ihnen Zufriedenheit nur unter dem Gesichtspunkt der gelungenen Erfüllung von
äußeren Normen entsteht. Chronische Unzufriedenheit mit sich selbst führt zu einer Verminderung des
Selbstwertgefühls. Kurzfristig kann sie zu größeren Anstrengungen führen, um das eigene
Anspruchsniveau oder die äußere Norm doch noch zu erreichen. Wer die Erfahrung macht, dass er selbst
in der Lage ist, zufrieden machende Ergebnisse zu erzielen, baut bei sich ein Gefühl der Selbsteffizienz
(Bandura 1975) auf. Wer auf eine deprimierende Weise die Erfahrung macht, dass alle seine
Bemühungen nicht dazu führten, zentrale Lebensbelange zufriedenstellend zu regeln, gelangt zu einem
Gefühl der gelernten Hilflosigkeit (Seligman, 1979).
Zuneigung und Liebe sind Beziehungsgefühle, die Bindung herstellen. Hier ist nicht das Gefühl, geliebt
oder gemocht zu werden, gemeint. Es geht um das Gefühl, selbst aktiv den anderen Menschen zu lieben:
ein Gefühl, das innere Bewegtheit erzeugt und zur Hinwendung bewegt, Bindung sucht und bewahrt.
Liebe räumt alle Hindernisse beiseite, die objektiv oder subjektiv zwischen zwei Menschen bestehen. Sie
schafft einen großen Raum in der Psyche und im Leben für den geliebten Menschen. Sie erschöpft sich in
der Zeit, stellt Zeitlosigkeit her. Die Funktion dieses Gefühls, das bei Schriftstellern und ihren Lesern eines
der bevorzugtesten Themen ist, klingt prosaisch: Die Liebe zwischen Mann und Frau fördert die Neigung
zur sexuellen Vereinigung und dadurch auch die Arterhaltung. Die Liebe der Eltern zum Kind sichert deren
Entwicklung in einer förderlichen Umgebung. Auch die Liebe des Kindes zu den Eltern sichert ihm eine
entwicklungsfördernde Umgebung. Zuneigung fördert das Zusammenleben in der sozialen Gemeinschaft,
die wiederum Schutz für den einzelnen bietet. Wir müssen uns fragen, von welchem Alter an ein Kind das
Gefühl der Liebe empfindet. Folgt man der Bindungsforschung und setzt Liebe gleich Bindung, dann ist
dieses Gefühl mit 6-8 Monaten vorhanden (Bowlby, 1976). Wir wissen aber nicht, ob dem so ist. Es bleibt
uns, Eltern zu fragen wie alt ihr Kind war, als sie sich das erste mal von ihm geliebt fühlten. Hier wird oft
das Alter zwischen ein und zwei Jahren angegeben. Mit der Liebe des Kindes zu seinen Eltern leistet
dieses seinen Beitrag zur Bindung. Manche Eltern besitzen nicht die Fähigkeit, diese Liebe wahrzunehmen,
deshalb kann sie ihre Elternschaft nicht erfüllen, sie verwenden viel Zeit und Energie, um ihr eigenes
Bedürfnis, geliebt zu werden, durch Ersatzbedürfnisse, wie Aufmerksamkeit und Anerkennung in ihrer
Erwachsenenwelt befriedigt zu bekommen, in dem sie anderen Werten nachjagen oder sich in
Abhängigkeit von einer dominierenden Bezugsperson begeben, der gegenüber eine kindähnliche Rolle
einnehmen. Sie haben so wenig emotionale Fülle, dass sie Liebe nicht mit ihrem Kind austauschen können.
Manche Eltern sind so arm, haben ein so großes Defizit an Liebe, dass sie ebenso bedürftig sind wie ihre
Kinder. Da können sie nicht auch noch etwas weggeben, wenn es nicht einmal für sie selbst reicht.
Mancher Vater und manche Mutter konkurrieren denn auch mit ihrem Kind um die Liebe des anderen
Elternteils. Eltern, die ihre Kinder permanent in ihren basalen Bedürfnissen frustrieren, wecken in ihnen
Aggression bis zum Hass. Geschieht dies in den ersten beiden Lebensjahren, so kommt es zu hoch
ambivalenten Beziehungen mit einem Nebeneinander von Liebe und Hass. Das Kind kann in dieser Entwicklungsphase seine Liebe nicht durch Hass zum Verschwinden bringen. Es muss, um emotional zu
überleben, seine Eltern lieben, so hassenswert sie sich auch verhalten. Dies ist eine unumstößliche Regel
seiner psychischen Homöostase. Erst in einem späteren Alter ist das Kind in der Lage, von sich aus seine
Liebe zurückzunehmen, wenn der betreffende Elternteil ihm nicht liebenswert erscheint. Es kann sich im
Trotz auf sich selbst versteifen (nein, ich liebe dich nicht) oder sich dem zweiten Elternteil zuwenden (nein,
ich liebe den anderen). Kinder im 4. und 5. Lebensjahr beginnen, ungeniert dem gegengeschlechtlichen
Elternteil den Hof zu machen, Liebeserklärungen und Heiratsanträge folgen. Manche Eltern erschrecken
und weisen das Kind zurück. Migränepatienten berichten oft über solche Zurückweisungen. Andere Eltern
missbrauchen die Form der kindlichen Liebe für die Befriedigung eigener emotionaler oder gar sexueller
Defizite.
Die Interaktionen von Ehepaaren sind in einen destruktiven Teufelskreis eingesperrt, in dem eine
aggressive oder abwertende Äußerung die nächste hervorruft und so zu einer permanenten
Verschlechterung der Beziehung führt
erbl. Krankheit: viel zäher Schleim macht z. B. die Lunge funktionsunfähig
aus S. Sulz: E-Learning CD Prüfungsvorbereitung. CIP-Medien 2009
Die effiziente Prüfungsvorbereitung: Diese E-Learning CD ist das ideale Werkzeug, um das im Lehrbuch
Gelesene aktiv im Gedächtnis zu bewahren. Zu jedem Kapitel des Lehrbuchs (Band 1) finden Sie
Prüfungsfragen in Multiple-Choice-Form und erhalten sofort Feedback für Ihre Antwort. Es hat sich
gezeigt, dass dies der wichtigste Schritt nach der Buchlektüre ist. Wer das Bearbeiten von MultipleChoice-Fragen nicht geübt hat, ist eindeutig im Nachteil. Zahlreiche Bildfragen zu Neurobiologie und
Psychopharmakologie bilden zudem eine wertvolle Hilfe. Und zu guter Letzt absolvieren Sie noch eine
Testprüfung unter Echtbedingungen, damit Sie auch die konkrete Prüfungssituation noch simuliert haben.
Die Reihenfolge der Antworten wechselt bei jedem Durchgang, so dass eine unerwünschte Abnutzung
des Fragenkatalogs verhindert wird.
2010-07-23
©
Serge Sulz
[email protected]
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