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Literatur
Aqu
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Terr
-
Z 48:190
u
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Erfahrungen bei der Pflege von
Vi ktoriasee-B u ntbarschen
Axel Böhner
Motiviert durch verschiedene Berichte über das Verschwinden vieler Cichlidenarten itn
Viktoriasee, beschloß ich, einige Arten näher kennenzulernen und selbsr ztt pflegen. Die
männlichen Tiere zeigten einen kräftig orangerot gefärbten Rticken; die Seiten waren
gelblich, teilweise mit dr-Lnklen Querbändem, Unterkief'er und Bauchpartie bläulich. In der
rötlichen Rückenflosse und in der Schwanzflosse war ein bläulicher Schimmer zu seheu.
Die Weibchen waren unscheinbar gefärbt: Auf bräLrnlichem Crund zeigten sie ein mehr
oder weniger zusammenhängendes dunkles Längsband, das sich, leicht nach oben gebogen. vom Kiemendeckel zur Schwanzwurzel erstreckte. Die Fische bezogen ein einen
Meter langes Aquarium, und es war eine Freude, die prächtigen Männen zu betrachten.
Nach wenigen Tagen jedoch war es mit der Freude vorbei Ich fand eines der Männchen,
übelst zugerichtet, in einer Ecke des Aquariums. Kurze Zeil später starb es. Kurz darauf
folgten ihm die Weibchen, ebenfalls schlimm beschädigt Ütrig biieb ein nun gar nicht
mehr so attraktiy gefärbtes Männchen. Es lebt heute zusalrlmen mit einigen MalawiseeCichliden in einem anderen Behälter Irgend etwas hatte ich falsch getnacht. Aber was?
Versteckplätze waren vorhanden, ich gab abwechslungsreiches Futter und führte regelmäßig Wasserwechsel durch.
Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und kaufte noch einmal sechs drei bis vier
Zentimeter lange Jungtiere. Zu Hause setzte ich sie ebenfälls in das Ein-Meter-Aquarium
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Balzendes Männchen von Haplochromis nyererei von Python Island (oben) und
dominantes Männchen von H. nyererei von Ruti Island
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Dort verlebten sie zunächst ziemlich farblos ihre Kindheit. Nach einiger Zeit stellte sich
heraus, daß ich zwei Männchen und vier weibchen erworben hatte. Das stilrkere Männchen zeigte immer kräftiger seine typische Fzirbung, das unterlegene Männchen eher das
weibchenkleid. Mit zunehmender Farbenpracht nahm auch das Temperament des dominanten Tieres zu, und es Jebte seine Aggressionen ungehemmt aus. Es dchtete sich in einer
Aquarienecke ein, buddelte eine große Kuhle und startete von dort seine Attacken gegen
die Artgenossen. Das unterlegene Männchen versuchte, so gut wie möglich, aus dem
Blickfeld des Alpha-Tieres zu bleiben Auch die weibchen suchten Deckung. Auf Dauer
war das schwächere Männchen diesem streß jedoch nicht gewachsen. Es erlitt das gleiche Schicksal wie sein Vorgänger.
Das dominante Männchen, inzwischen halbwüchsig (rund neun Zentimeter Gesamtlänge)
hatte mittlerweile ftir Nachwuchs gesorgt. Ich fing clas brütende weibchen aus dem
Aquarium und ließ es in einern separaten Becken seine Jungen ungestört zur welt bringen Nachdem es sich dann von seiner Maulbrutzeit erholt hatte, wurde es wieder in <ien
großen Behälter zurückgesetzt. Eine seiner ceschlechtspartnerinnen hatte durch das
aggressive Temperament des Männchens sein Leben lassen müssen. so blieben mir nur 1/3
Tiere übrig, von denen die wejbchen aber kaum noch zur Ruhe kommen, trotz mehrerer
Versteckplätze.
Der Junghschschwarm wächst unterdessen in einem anderen Ein-Meter-Becken heran.
und ich habe die Absicht, diesen schwarm (22 Tiere) in seiner ganzen Größe zusammen
zu lassen. Auf diese Idee bin ich durch positive Erfahrungen mit anderen viktoriaseeCichliden gekommen. Denn zwischenzeitlich erhielt ich durch HEST (Universität Leiden)
verschiedene Arten zlrr Pflege, darunter Haplochromis nyererei,,python Island" (21
Tiere), Haplochromi.s nyerereri von Ruti Island (16 Tiere) un<1 l5 Exemplare von Haplochromis nigricans von Makobe Island. Die Tiere im Geschlechterverhältnis von eins zu
drei waren last ausgewachsen Ich bekam die Fische kurzfristig und ziemlich überraschend, so daß ich mir über ihre unterbringung vorher nicht lange cedanken machen
konnte. Jede Gruppe bezog ein Aquarium mit der Grundfläche 100 ma1 50 Zentimeter und
jeweils drei größeren steinen, nebeneinander plaziert, als Dekoration. Bei dieser
Einrichtung war kein Fisch in der Lage, sich Jängere Zeit zu verstecken.
Innerhalb kwzer zeit, meine Beobachtungen verliefen bei allen drei Becken gleich, bildeten sich in jedern Aquarium dominante Männchen heraus, und zwar züjedem stein
eines. das neben seinem Stein eine Kuhle aushob und von dort sein Revier verteidigte. Die
dominanten Tiere zeigen stets ihre Balzfarben. Yonzeit
glbL es mit den Nachbarn
^)zeit
kleinere Reviergeplänkel, und auch die revierlosen Fische
werden immer wieder ein
wenig gejagt. Durch die relativ große Zahl der Tiere in jedem Aquarium verteilen sich die
Aggessionen auf viele Individuen bzw. verpufl'en im Nichts. Nach der Attacke schwimmen die territorialen Männchen dann zu ihrer Laichkuhle zurück.
Da keines der unterlegenen Männchen die gesamten Aggressionen abbekommt, zeigen die
Tiere sich nicht scheu oder geschwächt, im Gegenteil: Auch sie sind ansprechend gefärbt
und versuchen, gegen die Angriff'e durch Drohhaltung, Maulaufreißen oder Flossen-
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von Haplochromis ,,Flame Back"
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Fotos: Böhner
schlagen abzuwehren. Ist ein Weibchen laichreif, so kann man beobachten, daß das
Männchen, das mit ihm ablaichen will, a1le anderen Tiere in die obeten Wasserschichten
vertreibt. Hat dann das Weibchen die Eier ins Maul genommen, kehrerr alle wieder irr die
unteren Wasserschichten zurück. und die Reviersteine werden wieder in Besitz genommen
Die maulbrütenden Weibchen werden in kleinele Brutaquarien überführt, wo sie ihr
Brutgeschäft weiterführen und anschließend ihre Jungen betreuen. Hier konnte ich festste1len, daß HapLochrctmis-nlererei-Milter ihr Interesse am Nachwuchs nach etwa zehn
Tagen verlieren, Hapktc|torttis-nigricans-Mitter aber noch rund drei Wochen nach dem
ersten Entlassen der Jungfische Brutpflege betrejben.
Bei dieser Haltungsmethode habe ich noch keine Verluste bei den Fischen hinnehmen
müssen. Statt dessen ist fäst jede Woche ein Weibchen mit voller Kehle zu betreuen. wobei
die Zahl der Jungen zwischen 10 und 32 schwankt.
Ein weiterer Maulbrüter aus dem Viktoriasee, den ich von HEST erhielt, ist llaplochromis
,,Copper Black" im Verhältnis 1219 Atch diese Fische bekamen ein Meterbecken, aber mit
vielen Versteckrröglichkeiten und Sichtschutz eingerichtet. Die Tiere sollten sich wohl
fühlen; nur so zeigen sieja ill'e schönste Färbung, den tief\chwarzen Körper, der teilweise metallisch-bläulich schimrnert, die roten Flossen und das kupferfarbene Maul.Und
meine Erwartungen wurden erfü11t, zumindest zunächst. AIIe drei Tage trug ein anderes
Weibchen Eier im Maul und konnte in die ,,Säuglingsstation" aufgenommen werden.
DCG-Info 2'7 (l) 1996: 8 - 12
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Andererseits fischte ich aber auch alle paar Tage ein totes Tier aus dem Becken. Um
es
ktrz nt machen, heute leben von den ursprünglich 21 Tieren nur noch 1/1, aber in verschiedenen Aquarien, und eine große Zahl von Nachkommen, die mit Sicherheit ganz
anders von mir gehalten werden als ihre Eltern.
Meine Erfahrungen mit der Haltung von H. nyererei, H. nigricans und I/. ,,Copper Black"
möchte ich wie folgt zusammenfassen: Mindestens 12 bis 15 Tiere der gleichen Art und
Größe pflegen! Sje brauchen kaum mehr Platz aJs wenige Tiere; ihre Aggressivität ist aber
wesentlich harmloser ftr das einzelne Individuum.
Die Fische dürfen sich nicht zu sehr verstecken können Denn nur dadurch, daß sich
immer alle sehen, verpuffen die Aggressionen. Jede Art für sich halten, da sie untereinander kreuzbar sind! Alle lul Tage bis zu einem Drittel das Wasser wechseJn; das Wasser
über einen Bio-Filter reinigen!
Crenicichla cardiostigma, ein
Hechtcichlide aus dem Rio Branco
Uwe Werner
Die Identifizierung neu auftauchender Fische ist nicht immer leicht, vor a1lem, wenn sie
zu einem Formenkreis gehören, dessen Vefireter r.r,eitgehend ähnlich aussehen und sich
nur in Details, nicht aber im wesentlichen Farbmuster unterscheiden Das ist zum Beispiel
bei den Crenicichla-Arten oder Hechtbuntbarschen der sogenannten,,C.-sctxatilisCruppe" der Fa1l, von denen es mehr als 20 beschriebene (und sicher keine geringe Anzahl
unbeschriebene) Afien gibt. Sie alle sind spitzköpfige, schneJlwüchsige und in etwa sechs
Monaten geschlechtsreife Buntbarsche, die im Vergleich zu anderen Crenicichla nttr
mittelgroß (um 20 Zentimeter Standardlänge) werden, verhältnismäßig wenige (etwa 17)
Rückenflossenstacheln, große und wenige Schuppen besitzen und ein farbliches
Grundmuster zeigen, zu dem ein Seitenfleck, ein Augenlleck im oberen Teil der
Schwanzflossenbasis und ein dunkles Längsband von der Schnauze durch das Auge bis
zum Rand des hinteren Kiemendeckels gehören, das stimmungsabhängig bis in die
Schwanzflosse reichen kann. Außerdem treten im Rückenbereich gelegentlich dunkle
Querbänder hervor Bei den bisher bekannten Arten dieser Gruppe sind geschlechtsreif'e
Männchen und Weibchen immer deutlich unterschiedlich gefärbt.
Alle diese Merkmale trafen auf Hechtbuntbarsche zu, die mir Friedrich Bitter (Lünen) von
einer Brasilien-Reise mitbrachte. wofür ich ihm herzlich danke. Er hatte die ausgesprochen hübsch gefärbten Fische im Rio Branco bei Boa Vista im Staat Roraima (Brasilien)
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