Hirsche leben eine Partnerschaft auf Zeit

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WIRTSCHAFT STEIRISCH
Freitag, 9. Juli 2004
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Hirsche leben eine Partnerschaft auf Zeit
Von Hubert Zeiler*
Wenn man an Partnerschaften im Tierreich denkt, dann denkt man an Klischees, wie etwa die lebenslange Einehe der Graugans. Doch zur Zeit gehen sich Hirsche und deren Weibchen lieber aus dem Weg.
gramm schwerer Hirsch.
em
Rothirsch
Hirschkühe, die Kälber
wächst derzeit ein
säugen, brauchen also
neues
Geweih,
sehr viel gutes Futter,
welches mit einer stark
und das ist der eigentlidurchbluteten,
samtig
che Grund, warum derweichen Haut überzogen
zeit Hirsche und Tiere
ist. Die Weibchen – man
getrennte Wege gehen.
nennt sie ganz einfach
Anfang
September,
auch nur Tiere – kümwenn das Geweih der
mern sich um den NachHirsche voll ausgebildet
wuchs. Warum meiden
und verfegt ist, sucht der
sich aber gerade jetzt RotPascha dann wieder die
wildmännchen und Tiere,
Nähe der Damen, dabei
und zur Brunftzeit im
legen die Hirsche oft viele
Herbst versucht jeder
Kilometer
zu
ihren
Hirsch so viele Weibchen
Brunftplätzen zurück, um
wie nur möglich um sich
dort einen möglichst grozu scharen?
ßen Harem um sich zu
Eine ganz einfache
scharen.
Antwort ist zunächst die:
Landesjägermeister
Besonders ältere Hirsche
haben gerne Ruhe und Hirsche halten nichts von Monogamie – Ende September suchen sie sich Weib- Gach meint dazu: „Unsegrößte heimische
weichen deshalb der chen – und dann möglichst viele.
Foto: Zeiler re
Wildart, das Rotwild, verübermütigen Jugend und
den Damen aus. Mittelalte Hir- gehen. Die „Ruhe“ ist nämlich doch relativiert, wenn man be- bringt derzeit beinahe den gansche schließen sich jetzt in der nur die halbe Wahrheit. Ein be- denkt, dass die Tiere, die jetzt zen Tag mit der Aufnahme und
„Feistzeit“ manchmal zu richtig deutender Grund ist die Nah- Kälber säugen, täglich rund dem Wiederkäuen von Nahgroßen Herrenclubs zusammen rungskonkurrenz.
zwei Kilogramm Milch produ- rung. Immerhin braucht jetzt
– für Damen ist kein Zutritt.
zieren. Die Milch einer Hirsch- ein Hirsch bis zu 18 Kilogramm
Nahrungsaufnahme
Feistzeit nennt man die Monate
kuh ist doppelt so fett wie Kuh- Grünfutter pro Tag. Der Waldvon Juni bis August deshalb, da Beim Hirsch bewundert man milch. Und um ein Rothirsch- besucher sollte daher dem Rotdie Hirsche derzeit besonders immer wieder, wie in der kur- kälbchen zu säugen, benötigt wild vor allem die Morgen- und
viel Feist – also Fett – anlegen. zen Zeit von März bis August ein Tier jetzt doppelt soviel Abendstunden zur ungestörten
Und damit sind wir auch bei ei- ein so großes Geweih mit ei- Nahrung wie ohne Kalb oder – Äsungsaufnahme gönnen.“
nem sehr wichtigen Grund, nem Gewicht von fünf bis um einen anderen Vergleich
weshalb sich Männchen und sechs Kilogramm wachsen heranzuziehen – ebensoviel *Dr. Hubert Zeiler ist Wildökologe
Weibchen jetzt aus dem Weg kann. Diese Leistung wird je- wie ein weit über 200 Kilo- der Steirischen Landesjägerschaft
D
Im Zuge des Projektes „Pflanzenölbetriebene Motoren in der Oststeiermark“ wurde der erste Traktor auf den Betrieb mit reinem
Pflanzenöl umgestellt. Der Landwirt Raimund Hofbauer beschäftigt sich seit langem mit dem Gedanken, reines Pflanzenöl als
Treibstoff zu verwenden. Die Faszination liegt in der Möglichkeit
seinen Treibstoff vor Ort zu produzieren. Die Nutzung von reinem
Pflanzenöl als Treibstoff dient zur Schaffung von regionaler Wertschöpfung sowie als wichtiger Beitrag für den Weltfrieden. Ein zusätzlicher Aspekt ist der CO2-Kreislauf von Pflanzenöl. Die Pflanzen bindet nämlich jene Menge CO2 beim Wachstum, welche bei
der Verbrennung freigesetzt wird.
Foto: privat
Josef Schrenk konnte als Obmann der ALMO-Bauern beim diesjährigen traditionellen „Einläuten des Almsommers“ zahlreiche
Ehrengäste und Bauern begrüßen. Schrenk informierte weiters
über die Weiterentwicklung des ALMO-Programmes, dessen Anforderungen und Auflagen sehr hoch sind. „Das neue Tierschutzgesetz ab 2005 wird für uns ALMO-Bauern kein Problem sein“,
betont Schrenk und führte als Beispiel die bereits obligate Laufstallhaltung für ALMO-Betriebe an. LAbg. Erwin Gruber und
Bauernbunddirektor Franz Tonner sprachen den Almbauern
größtes Lob und Dank für ihre Initiative zu Erhaltung der Kulturlandschaft auf der Alm aus.
Foto: privat
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