Spezielle Krankheiten bei Reptilien

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Spezielle Krankheiten
Herpesvirose bei Landschildkröten:
Für das Massensterben von Landschildkröten, ist seit Mitte der 80er ein
Herpesvirus die Ursache. Dieser Virus verhält sich seuchenhaft und befällt eine
Vielzahl von Arten, wie zum Beispiel: Testudo hermanni, T. hermanni
boettgeri, T. graeca, T. horsfieldii, T. marginata, T. kleinmanni und Gopherus
agassizii.
Zurzeit sind zahlreiche (mehr als 70) Isolate dieses Virus bekannt, welche sich
sowohl in klinischen Aspekten als auch im Labor voneinander unterscheiden.
Es wurde schon sehr häufig beobachtet, dass der Verlauf dieser Infektion bei T.
horsfieldii und T. hermanni stärker und dramatischer als bei zum Beispiel: T.
graeca oder T. marginata ist.
Es sind Todesraten von 100 % bekannt!
Typische Symptome sind Inappetenz (Futterverweigerung) und Schleimbildung
im Mund und dem klassischen Belag auf der Zunge und dem Rachen.
Nach heutigem Wissensstand erfolgt die Übertragung über den Kontakt mit Kot,
Speichel oder sonstigen Körperflüssigkeiten.
Was noch unklar ist, ob infizierte Muttertiere, den Virus auf die Jungen
übertragen.
Schildkröten können nach einer überstandenen Infektion, Antikörper auf den
Virus bilden. Diese Antikörper schützen das Tier jedoch nicht vor einer erneuten
Infektion mit einem anderen Isolat des Herpesviruses!
So sind die Tiere welche einmal befallen waren als Virusträger/Wirt anzusehen!
Die Diagnose des Virus erfolgt über ein Maulabstrich oder durch den Nachweis
von Antikörpern im Blut.
Was hat ein infiziertes Tier zufolge?:
1. Wenn einmal ein Tier infiziert ist, ist dieses ein Leben lang Virusträger!
2. Solche Tiere müssen in einer lebenslangen Dauer-Quarantäne gehalten
werden! Dabei müssen unbedingt optimale Haltungsbedingungen
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benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt.
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eingehalten werden, damit die Tiere so wenig Stress wie möglich
ausgesetzt sind.
3. Tiere aus einem Infizierten- , oder wo der Verdacht besteht, dass der
Bestand Infiziert ist, dürfen nicht abgegeben werden. Diese gilt auch
für nur vorrübergehende Urlaubsvertretung etc.
4. Händer/Verkäufer die Landschildkröten veräußern, sind verpflichtet nur
Herpes-negative Tiere abzugeben!
Vorsicht ist auf Börsen und Tieren aus den Zoofachhandel geboten!
5. Zurzeit ist noch zu wenig über dieses Herpesvirus bekannt um eine
genaue veterinärmedizinische Beurteilung abzugeben!
Einschlusskrankheit bei Schlangen:
Einschlusskrankheit oder auch Inclusion Body Disease, kurz IBD, tritt in der
Regel nur an Riesenschlangen (Boa und Phyton) auf. Dabei ist die Boa
constrictor (Kaiserboa) besonders anfällig.
Die ersten Fälle dieser Krankheit wurden in den USA bekannt. Es muss davon
ausgegangen werden, dass in vielen Beständen der Erreger latent vertreten ist.
Somit ist besonders bei Importen aus den USA Vorsicht geboten.
Übertragen wird der Erreger, welcher vermutlich ein Rotavirus ist, durch den
direkten Kontakt, durch blutsaugende Milben, aber auch von Muttertieren auf
Jungtieren und es gibt auch noch viele weitere Möglichkeiten.
Häufig ist mangelhafte Hygiene in der Haltung für die Übertragung
verantwortlich.
Symptome zeigen sich nur schubweise, so weist das Tier sich manchmal völlig
normal verhält und ein andermal apathisch ist.
Die apathischen Anfälle äußern sich durch Zentrale Nervenstörungen,
Abmagerungen und bakterielle Begleitinfektionen.
Tiere welche positiv getestet und Symptome aufweisen sollten durch ein
Tierarzt schmerzfrei euthanisiert (eingeschläfert) werden.
Tiere welche positiv getestet, jedoch bislang keine Symptome aufweisen sind
dauerhaft getrennt vom restlichen Bestand zuhalten!
Tiere welche Kontakt zu IBD positiven Tieren gehabt haben, müssen bis zu 10
Jahre in eine strenge Quarantäne!
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Vermeidung von Einschleppen der IBD:
1. Kein Kauf von Tieren aus fragwürdiger Herkunft.
2. Strenge Quarantäne von 6-12 Monaten bei Neuzugängen.
3. Mindestens zwei Bluttests in dieser Zeit durchführen.
4. Versterbende Tiere sollten in Fachlabore obduziert werden.
Paramyxovirusinfektion bei Schlangen:
Die Paramyxovirusinfektion ist ein äußert ansteckender Virus, welcher
überwiegend Elapiden und Viperiden, also Giftschlangen befällt. Aber es
werden auch Riesenschlangen und Nattern befallen. Der Virus wird über die
Luft übertragen und befällt die Lunge.
Die Erkrankung weist recht unspezifische Symptome auf, wie z.B.: zentrale
Nervenstörungen, Erbrechen oder veränderter Kot.
Nachweisen lässt sich das Virus durch Tupferproben, welche aus dem Rachen
und der Luftröhre genommen werden, durch eine Untersuchung auf Antikörpern
im Blut oder Sektion der verstorbenen Schlangen.
Bisher sind keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt, wodurch die Vorbeugung
eine besondere Bedeutung erhält.
- Jeder Neuzugang wird isoliert mehrere Monate in Quarantäne gehalten.
- Strikte Hygienevorschriften!
- Mehrmalige Durchführung von Laboruntersuchungen in speziellen
Laboren.
- Alle Tiere werden obduziert!
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Quarantäne:
Wird ein Parasitenbefall festgestellt, so ist es sehr wichtig auf die Hygiene zu
achten. Dazu zählt zum einen, dass gründliche Desinfizieren und Waschen der
Hände, nach dem Umgang mit Tieren, berühren des Terrariums und der
Einrichtungsgegenstände.
Sowie, dass die befallenden Tiere in einer sterilen Quarantäne gehalten werden.
Das Terrarium sollte mit Zeitungspapier oder Küchenpapier, einer Wasserschale
und einem Versteck, welches sich einfach und gut reinigen lässt, ausgestattet
sein.
Das tägliche Reinigen dieses Quarantänebeckens ist besonders wichtig! Vor
allem, dass immer frisches Wasser vorhanden ist! Benutzen Sie für die
Reinigung Desinfektionsmittel!
Geeignete Desinfektionsmittel:
Auf dem Markt sind sehr viele Desinfektionsmittel erhältlich, welche zum Teil
ein sehr breites Wirkungsspektrum aufweisen.
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Ich kann Ihnen folgende Desinfektionsmittel empfehlen:
Handdesinfektionsmittel: Sterillium Virugard von Bode
Dieses weist ein breites Wirkspektrum auf (gegen Bakterien wie z.B.:
Tuberkulose, Pilze, Viren wie z.B.: Polio, Rota, SARS und HIV)
Flächendesinfektionsmittel für die Reinigung von Futterboxen, Terrarien und
Einrichtungsgegenständen:
F10SCXD, dieses besitzt wie das Handdesinfektionsmittel, ein breites
Wirkspektrum.
Der komplette Inhalt ist nach bestem Gewissen und Wissen zusammengestellt wurden.
Ich kann keine Haftung für Falschaussagen, Fehlern oder sonstigen Irrtümern, etc. übernehmen.
Alle Forderungen werden abgewiesen.
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