In der heutigen Zeit stellen Konsumenten, Handelsketten und der

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Bauernbund-Info 01/16
18. März 2016
Schärferer Preisdruck des Handels löst Alarmstufe aus!
Notwendig sind jetzt Protestaktionen auf allen Ebenen
Diktat von Konditionen und Einkaufspreisen
Der Milchsektor und die Fleischbranche leiden unter den aggressiven Methoden des Handels. Preisdiktat, drohende Auslistungen oder aggressive Methoden, wie nachträgliche oder
vorgezogene Rabatt-Diktate, sind an der Tagesordnung.
Jüngstes Beispiel ist die Firma Radatz, die von ihren Lieferanten 8% „Treue“-Rabatt (siehe
KURIER 17.3.) verlangt. (siehe pdf im Anhang).
Mitte März wurden auch die Molkereien von SPAR aufgefordert, die Einkaufspreise ab
21. März zu senken (exklusive Bio- und Heumilchprodukte ist davon die gesamte Milchprodukt-Palette betroffen) – (siehe pdf im Anhang). Begründet wird dies mit einem allgemein
sinkenden Preis- und Kostenniveau, insbesondere mit sinkenden Bauernmilchpreisen (!!!).
Ferner sorgte diese Woche eine sBudget-Butter aus Bayern bzw. Tschechien auch für
große mediale Aufregung. Der SPAR-Konzern hat die Lieferung einer Sommerbutter für seine Discount-Marke verlangt – und zwar zu den niedrigen Konditionen, die für das BilligstSegment, den sogenannten „Preiseinstieg“, gelten.
Doppelstrategie des Bauernbundes umfasst:
1. Mengenreduktion: Als politische Interessensvertretung verfolgen wir zu diesen unliebsamen und ruinösen Marktrealitäten eine Doppelstrategie – einerseits verstärken wir die Anstrengungen für eine neue Milch-Mengensteuerung auf EU-Ebene, die auf Vorschlag von
LKÖ-Präsident Hermann Schultes im EU-Agrarministerrat von Bundesminister Andrä Rupprechter eingebracht und durchgesetzt wurde. (siehe BauernZeitung, Ausgabe 17.3.)
2. Auf einer zweiten Ebene verwehren wir uns mit medialen und bilateralen Protesten aufs
Schärfste gegen weitere Verdrängungstendenzen heimischer Erzeugnisse aus den österreichischen Regalen. Eine Verdrängung, die einzig durch den hochkompetitiven Preisdruck
zustande kommt. Faktisch werden damit gentechnikfrei erzeugte Milch- und Molkereiprodukte durch ausländische, billiger produzierte Gentech-Milch Produkt für Produkt ersetzt. Im
Fleischbereich wird ohnehin eine Sonderaktion durch die nächste abgelöst. In diesem Zusammenhang kritisieren wir vor allem die Nicht-Deklaration, ja eigentlich den Schwindel,
rund um die Herkunft bei den Eigenmarken-Produkten des Handels. Denn dadurch gehen
unseren Milch- und Viehbauern nachhaltig Marktanteile verloren, die nur mit größten Anstrengungen zurückgewonnen werden können.
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Impressum: Bauernbund Österreich, Brucknerstraße 6/3, 1040 Wien, www.bauernbund.at, ZVR-Zahl: 882814846
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Aufruf zu Protestmaßnahmen und Argumente-Katalog
Bauernbund-Funktionäre und Mitglieder sind ausdrücklich dazu aufgerufen, ihren Unmut
über derartige Praktiken direkt vor Ort in ihrem Wirkungsbereich zum Ausdruck zu bringen.
Nachfolgend einige Argumente:
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Ausländische Billigstprodukte, die unter fragwürdigen Auflagen und mit geringeren
Kosten erzeugt wurden, verdrängen unsere heimischen Qualitäts-Nahrungsmittel
auch zum Nachteil der Konsumenten.
Im Falle der sBudget-Butter kommen anonyme Gentech-Produkte in österreichische
Regale. Der Preis als höchster Anreiz ruiniert nachhaltig die Qualitätsproduktion.
Partnerschaft des Handels mit der Landwirtschaft wird ausgehebelt. Partnerschaft der
Konsumenten wird ebenfalls unterbunden.
Der Eigenmarkenanteil bei Molkereiprodukten liegt bereits bei über 50%. Je mehr
dieser Anteil ausgeweitet wird, desto mehr Wertschöpfung geht für die heimische
Landwirtschaft verloren.
Eigenmarken stehen für Anonymität und Austauschbarkeit (siehe deutschtschechische Milch in der sBudget-Butter).
Preisdiktate, vorgeschriebene Konditionen, einseitig vorgeschriebene Rabatte, Werbekostenbeiträge, einseitig verlängerte Zahlungsziele etc. schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Erzeuger.
Konsumenten zu Sensibilität aufrufen – es ist unser aller Nahrungsmittel-Zukunft, die
auf dem Spiel steht. Schauen Sie vermehrt auf das AMA-Gütesiegel.
Die großen LEH-Ketten, aber auch verarbeitende Industrie und Gastronomie müssen
einen Weg finden, um die österreichischen Nahrungsmittel zu beidseitig vertretbaren
Konditionen ins Regal bzw. auf den Tisch zu bringen und im Regal zu halten. Wenn
der Handel einseitig Margen ausbaut, bei sinkenden Preisen und Erträgen, stehen
auf der Lieferanten- und Produzentenseite wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel.
Ruinöser Wettbewerb durch ausländische Billigkonkurrenz ist nicht nachhaltig und
schädigt den österreichischen Wirtschaftsstandort und die heimische Lebensqualität.
Konkrete Protestanregungen:
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Bauern und Bäuerinnen sollten Filialleiter auf diese Punkte ansprechen.
Kontakte zu Regionalmedien nützen.
Leserbriefe an Bundes- und Regionalmedien verfassen.
Konsumenten über die fragwürdige Qualität von ausländischen Austauschprodukten
zu Billigpreisen informieren.
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Protest-Anrufe zu anonymen, unzureichend deklarierten Gentechnik-Produkten
nimmt etwa das SPAR Service Team auf.
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So steht auf der Rückseite der sBudget-Teebutter nämlich, „wer trotz sorgfältiger
Herstellung nicht zufrieden ist“, wendet sich an: 0810 111 555 oder an
[email protected]
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Zahlreiche Rückmeldungen an SPAR seitens Bauernbund dringend erbeten.
Postingbeiträge auf www.facebook.com/bauernbundoesterreich/
https://www.facebook.com/jungbauernschaft.ooe/?fref=ts
www.facebook.com/Tiroler-Bauern-215456345181856/?fref=ts
oder eigene Facebook und Social Media Aktionen sind ebenfalls ausdrücklich erwünscht.
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