Währungsprognose USA

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Währungsprognose USA
15. November 2016
Trump treibt Unsicherheit um US-Dollarkurs
an
Die Unsicherheit um den US-Dollarkurs nimmt nach der Wahl Donald Trumps zum neuen Präsidenten
Amerikas zu. Je nachdem welche seiner wirtschaftlichen Vorschläge Trump letztendlich verfolgt und welche im Kongress Zustimmung finden - wird der US-Dollar entweder auf- oder abwerten. Wir
gehen bis auf weiteres davon aus, dass eine Aufwertung des US-Dollar in den kommenden zwölf
Monaten am wahrscheinlichsten ist. Die Unsicherheit ist jedoch außerordentlich hoch und die
Schwankungen können recht beträchtlich ausfallen.
Die Präsidentschaftswahl schlug sich mit
Schwankungen im USDollarkurs nieder
Als klar wurde, dass Donald Trump siegreich aus der Präsidentschaftswahl in den USA hervorgehen wird,
gab der US-Dollar zunächst nach. Allerdings trat schnell ein Stimmungswandel ein; der US-Dollar wertete
auf und liegt derzeit nahe seiner stärksten Notierung in diesem Jahr. Zuzuschreiben ist dieser Stimmungswandel unter den Anlegern der überaus hohen Unsicherheit darüber, welchen wirtschaftspolitischen Weg
Donald Trump letztendlich einschlagen wird. Zunächst befürchteten die Anleger, dass die protektionistischen Vorschläge Trumps, mit hohen Zollmauern um die USA herum, einen weltweiten Handelskrieg und
damit eine Stagnation der Weltwirtschaft auslösen würden. Nun stellen die Anleger stattdessen die Vorschläge Trumps einer expansiven Finanzpolitik mit beachtlichen Steuererleichterungen und markant höheren öffentlichen Ausgaben in den Mittelpunkt. Diese Maßnahmen könnten das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft kurzfristig beflügeln, die Inflation nach oben drücken und damit die US-Bundesbank
(Fed) zur einer stärkeren Zinserhöhung veranlassen als bisher erwartet. Die Unsicherheit um den wirtschaftspolitischen Kurs der kommenden Jahre bewirkt, dass sich die Meldungen Trumps und führender
Republikaner im Kongress in den kommenden Wochen maßgeblich auf den US-Dollarkurs auswirken können.
Politische Meldungen
können den US-Dollar in
den kommenden Wochen merkbar beeinflussen
Aufschwung setzt sich
weiter fort
Im Schatten der Präsidentschaftswahl setzte sich der mäßige Aufschwung der US-amerikanischen Wirtschaft fort. Die Wirtschaftsleistung legte in Q3 nach einer Stagnation in der ersten Jahreshälfte wie erwartet
zu. Gleichzeitig wurden auch weiterhin und in gutem Tempo neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit einer Arbeitslosigkeit von unter fünf Prozent ist eine Vollbeschäftigung nun beinahe erreicht. Das drückt die Lohnund Preissteigerungsraten nach einem mehrjährigen Tiefstand allmählich nach oben.
Zinserhöhung steht bevor
Angesichts des erhöhten Lohn- und Preisdrucks wird die US-Bundesbank (Fed) den Zins im Dezember
wahrscheinlich um 0,25 Prozentpunkte anheben, es sei denn, in den kommenden Wochen verbreitet sich
eine überaus starke finanzielle Unruhe. Grundlegend erwarten wir, dass die Fed den Zins in 2017 noch
weitere zwei oder drei Male anheben wird. Das könnte den US-Dollar mehr als erwartet aufwerten lassen.
Trump könnte das Bild
markant ändern - die
Unsicherheit bleibt hoch
Potenziell kann die Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten die Aussichten für die US-Wirtschaft und den
US-Dollarkurs wesentlich beeinflussen. Wir gehen in erster Linie davon aus, dass Trump die Finanzpolitik
beherrscht lockern und allein symbolische protektionistische Maßnahmen einführen wird. Das könnte das
Wachstum der US-Wirtschaft 2017 etwas stärker ankurbeln als von uns bisher erwartet. Im Zuge sehr
umfangreicher finanzpolitischer Lockerungen könnte der US-Dollar wesentlich mehr aufwerten als von uns
grundlegend prognostiziert. Werden stattdessen um die USA herum hohe Zollmauern errichtet, so könnte
der US-Dollar an Wert einbüßen. Daher ist die Unsicherheit um den US-Dollarkurs, der in den kommenden
zwölf Monaten sehr wohl stark schwanken könnte, außerordentlich hoch.
2015
BIP
Inflation
1
2
1
2016P
2017P
Zuletzt
Sydbank
Konsens
Sydbank
Konsens
2,4 %
1,75 %
1,5 %
2,25 %
2,1 %
2,9 % (Q3)*
1,3 %
1,6 %
1,7 %
2,0 %
1,8 %
1,7 % (September)
Core PCE, d.h. Preisentwicklung des Privatkonsums ohne Energie und Lebensmittel
QoQ, annualisiert
Anlagehorizont
Währungsprognose
Terminkurs
Leitzinsprognose
Konsens
EUR/USD
Spot
108,7 (111,8)
-
0,25-0,50 % (0-0,25 %)
-
3 Monate
105-110 (107-112)
109,2
0,50-0,75 % (0,25-0,50 %)
0,55 %
6 Monate
102-107 (105-110)
109,7
1,00 % (0,50-0,75 %)
0,60 %
12 Monate
100-105 (102-107)
110,6
1,25 % (1,00 %)
0,75 %
Die eingeklammerten Zahlen sind die Schätzungen aus der vorherigen Währungsprognose. Kurse aktualisiert um 14.00 Uhr.
Erstellt von:
Jacob Graven
Chefökonom
Tel. +45 74 37 37 37
[email protected]
sydbank.dk
Makroökonomische Analyse
1/3
EUR/USD
Nach dem Wahlsieg Donald Trumps wertete der
US-Dollar insgesamt auf.
In den kommenden Monaten dürfte die Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten für den US-Dollarkurs maßgeblich sein.
Grundlegend erwarten wir
eine Aufwertung des USDollar.
Industrievertrauensindex
und BIP-Wachstum, in
Prozent QoQ, annualisiert
Der mäßige Aufschwung
der US-Wirtschaft setzt
sich fort. Die Wirtschaftspolitik Trumps könnte das
Wachstum in den kommenden Jahren stark beeinflussen.
BIP
Vertrauen (rechts)
Arbeitslosigkeit, in Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen
ist nun auf unter fünf Prozent und damit auf das
niedrigste Niveau seit über
acht Jahren gesunken, so
dass man sich einer Vollbeschäftigung nähert. Das
liefert der Fed gute Argumente für eine baldige
Zinserhöhung.
Inflation (PCE) und Lohnsteigerungen in Prozent,
YoY
Schwach zunehmende
Lohn- und Preissteigerungen werden die Fed wahrscheinlich zu einer geringfügigen Zinserhöhung im
Dezember veranlassen.
Wir erwarten, dass sie den
Zins in 2017 noch einige
Male erhöhen wird; dies
hängt jedoch hochgradig
von der Wirtschaftspolitik
Donald Trumps ab.
sydbank.dk
Makroökonomische Analyse
2/3
Reelle Inflation
Lohnsteigerung
Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel
Dies ist eine Übersetzung der dänischen Analyse „Valutaudsigt USA“. Im Zweifelsfall gilt der dänische Text.
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